DE3938892A1 - Hauptzylinder fuer hydraulische brems- oder kupplungsanlagen von kraftfahrzeugen - Google Patents
Hauptzylinder fuer hydraulische brems- oder kupplungsanlagen von kraftfahrzeugenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Hauptzylinder für hydraulische
Brems- oder Kupplungsanlagen in Kraftfahrzeugen mit einem
Gehäuse in dem sich eine einseitige offene Zylinderbohrung
befindet, mit mindestens einem axial in der Zylinderbohrung
verschiebbaren gegen diese abgedichteten Kolben, mit mindes
tens einer von Kolben und Zylinderbohrung gebildeten Ar
beitskammer, mit mindestens einem Nachlaufraum, der über ei
ne Nachlaufbohrung mit einem Ausgleichsbehälter in Verbin
dung steht, mit mindestens einer Ausgleichsbohrung, durch
die die oder jede Arbeitskammer mit dem Ausgleichsbehälter
verbindbar ist, und mit mindestens einer Manschettendichtung
zur Abdichtung des oder jedes Kolbens gegenüber der Zylin
derbohrung, wobei am arbeitskammerseitigen Ende des oder je
des Kolbens eine Stufe angebracht ist auf der die Man
schettendichtung angeordnet ist, und mit mindestens einer
Sekundärdichtung.
Derartige Hauptzylinder sind bzw. aus dem ATE-Bremsen-Hand
buch, 9. Auflage, Bartsch-Verlag, Ottobrunn bei München, be
kannt. Als nachteilig ist bei den bekannten Hauptzylindern
ihre beträchtliche axiale Baulänge anzusehen, die den Einbau
inbesondere in die immer kompakter werdenden, modernen
Kraftfahrzeuge erschwert.
Weiterhin ist aus der DE-OS 35 33 731 eine Dichtungsanord
nung bekannt, bei der die Manschettendichtung am Kolben mit
innerer axialer, elastischer Vorspannung auf einer Kolben
stufe angeordnet ist. Weniger vorteilhaft ist bei diesem be
kannten Hauptzylinder, daß am Kolben ein Ringbund mit achs
parallelen Bohrungen und eine Füllscheibe vorgesehen sind.
Neben hohen Montagekosten bedingt diese Konstruktion auch
eine vermeidbare axiale Ausdehnung des Nachlaufraums.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen
extrem kurzbauenden Hauptzylinder vorzuschlagen, der einfach
und kostengünstig herzustellen ist. Dabei sollen montageauf
wendige Spezialteile weitgehend vermieden werden.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Sekundär- bzw.
Trenndichtung in einer Ringnut der Zylinderbohrung angeord
net ist und daß der Abstand zwischen der Nachlauf- und der
Ausgleichsbohrung höchstens der axialen Länge der Manschet
tendichtung entspricht. Die Verlegung der Sekundärdichtung
in die Zylinderbohrungswand hat zu Folge, daß der Kolben
eine zylindrische glatte Außenkontur erhält, die gut zu
bearbeiten ist. Außerdem erlaubt die Verteilung der beiden
Dichtungsfunktionen das nahe Zusammenlegen von Nach
lauf- und Ausgleichsbohrung, wodurch der Nachlaufraum auf
einen schmalen Ringraum zwischen Dichtkante der Manschetten
dichtung und zweiter Dichtung verkürzt ist.
Besonders kostengünstig ist es als Sekundärdichtung einen
O-Ring zu verwenden. Außerdem kann die Manschettendichtung
in einfacher Weise durch einen auf die Stufe aufgepreßten
Blechring daran gehindert werden - z. B. bei der Montage -
von der Stufe herabzurutschen. Weitere Unteransprüche be
schreiben zusätzliche Maßnahmen zur Baulängenverkürzung mit
einfachen Mitteln, deren Vorteile im folgenden anhand der
Figuren erläutert werden.
Es zeigt
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Tandemhauptzylinder im
Axialschnitt und
Fig. 2 ein vergrößertes Detail aus Fig. 1.
Man erkennt in Fig. 1 einen Tandemhauptzylinder 1 in dessen
Gehäuse 2 sich die einseitig offene Zylinderbohrung 3 befin
det. In der Zylinderbohrung 3 sind hintereinader zwei Kolben
4, 5 axial verschiebbar angeordnet. Vom Ende 6 der Zylinder
bohrung 3 und dem zweiten Kolben 5 wird die zweite Arbeits
kammer 7 und von den beiden Kolben 4, 5 die erste Arbeitskam
mer 8 gemeinsam mit der Zylinderbohrung 3 begrenzt. Jede Ar
beitskammer 7, 8 ist ständig durch einen Anschluß 9, 10 mit
Radbremsen verbunden, die nicht dargestellt sind, sowie in
der Ruhestellung außerdem über die Ausgleichsbohrung 11 bzw.
die Ausgleichsbohrung 12 und den Kanal 13 mit einem - symbo
lisch dargestellten - Ausgleichsbehälter 14.
Beide Kolben 4, 5 weisen arbeitskammerseitig eine Stufe 15, 16
auf, auf die eine Manschettendichtung 17, 18 aufgeschoben
ist. Die Dichtlippen 19, 20 der Manschettendichtungen 17, 18
liegen an der Zylinderbohrung 3 an und zwar in der Ruhestel
lung vor - bezogen auf die Betätigungsrichtung - den Aus
gleichsbohrungen 11, 12. Hinter den Dichtlippen 19, 20 auf
axialer Höhe des zylindrischen Bereichs 21, 22 der Man
schettendichtungen 17, 18 mündet jeweils die Nachlaufbohrung
23, 24. In den Figuren rechts von den Nachlaufbohrungen 23, 24
ist in der Zylinderbohrung 3 je eine Ringnut 25, 26 ange
bracht, die zur Aufnahme von O-Ringdichtungen 27, 28 dient.
Der Bereich um die Kolbenstufe 16 ist in Fig. 2 vergrößert
dargestellt. Dort erkennt man zwischen der O-Ringdichtung 28
und der Dichtlippe 20 der Manschettendichtung 18 den Nach
laufraum 29, aus dem bei Unterdruck in der Arbeitskammer 7
zusätzlich Flüssigkeit an der Dichtlippe 20 vorbei nachge
saugt werden kann. Die Manschettendichtung 18 ist durch ei
nen Blechring 30 gesichert, der auf die Stufe 16 aufgepreßt
ist. Beim Zusammenbau kann die Manschettendichtung 18 daher
nicht verlorengehen und auch sonst nicht verrutschen.
Am Ende 6 der Zylinderbohrung 3 ist ein Führungsstift 31 be
festigt, der verhindert, daß die zweite Rückstellfeder 32
knickt. Diese zweite Rückstellfeder 32 ist zwischen dem Ende
6 und dem zweiten Kolben 5 eingespannt, um letzteren in der
Ruhestellung vom Ende 6 wegzudrücken, so daß die Dichtlippe
20 der Manschettendichtung 18 die Ausgleichsbohrung 11 frei
gibt. Zur Verkürzung der axialen Baulänge des Hauptzylinders
ist vorgesehen, daß sich die Rückstellfeder 32 in einer Aus
nehmung 33 des Kolbens 5 abstützt. Dabei sind die Maße von
Führungsstift 31, Rückstellfeder 32 und Ausnehmung 33 so
aufeinander abgestimmt, daß sich bei vollem Hub die Ausneh
mung 33 vollständig über Führungsstift 31 und Rückstellfeder
32 schiebt und daher der Kolben 5 direkt am Ende 6 der Zy
linderbohrung 3 anschlägt.
In der ersten Arbeitskammer 8 ist zwischen den beiden Kolben
4, 5 eine weitere Rückstellfeder 34 angeordnet, die durch ei
nen in den ersten Kolben 4 eingeschraubten Stift 35 mit ver
breitertem Kopf 36 und eine zweiteilige Teleskophülse 37, 38
gefesselt ist. Die erste Rückstellfeder 34 stützt sich ei
nerseits an einem radialen Fortsatz 39 eines Teleskophülsen
teiles 38 und andererseits an einem Blechring 40 ab, der
gleichzeitig die Manschettendichtung 17 sichert. Bei vollem
Hub schlägt der erste Kolben 4 am Teleskophülsenteil 38 an,
die Teleskophülse 37, 38 und der Stift 35 schieben sich in
einander, wobei der Kopf 36 in eine weitere Ausnehmung 41 am
zweiten Kolben 5 hineinragt.
Zum Schutz vor eindringendem Schmutz ist in der in der
Zeichnung rechten Nut 42 der Zylinderbohrung 3 Fett vor
handen. Der Kanal 13, die Nachlaufbohrung 23 und die Aus
gleichsbohrung 12 sind von außen durch das Gehäuse 2 gebohrt
und anschließend von außen druckdicht verschlossen. Der
erste Kolben 4 weist eine Ausnehmung 43 zur Aufnahme einer
nicht gezeigten Betätigungsstange auf. In seiner Ruhestel
lung liegt der Kolben 4 am Anschlag 44 an.
Bezugszeichenliste
1 Tandemhauptzylinder
2 Gehäuse
3 Zylinderbohrung
4 Erster Kolben
5 Zweiter Kolben
6 Ende
7 zweite Arbeitskammer
8 erste Arbeitskammer
9 Anschluß
10 Anschluß
11 Ausgleichsbohrung
12 Ausgleichsbohrung
13 Kanal
14 Ausgleichsbehälter
15 Stufe
16 Stufe
17 Manschettendichtung
18 Manschettendichtung
19 Dichtlippe
20 Dichtlippe
21 zylindrischer Bereich
22 zylindrischer Bereich
23 Nachlaufbohrung
24 Nachlaufbohrung
25 Ringnut
26 Ringnut
27 O-Ringdichtung, Sekundärdichtung
28 O-Ringdichtung, Sekundärdichtung
29 Nachlaufraum
30 Blechring
31 Führungsstift
32 zweite Rückstellfeder
33 Ausnehmung
34 erste Rückstellfeder
35 Stift
36 Kopf, verbreitert
37 Teleskophülse
38 Teleskophülse
39 Radialer Fortsatz
40 Blechring
41 weitere Ausnehmung
42 Nut
43 Ausnehmung
44 Anschlag
2 Gehäuse
3 Zylinderbohrung
4 Erster Kolben
5 Zweiter Kolben
6 Ende
7 zweite Arbeitskammer
8 erste Arbeitskammer
9 Anschluß
10 Anschluß
11 Ausgleichsbohrung
12 Ausgleichsbohrung
13 Kanal
14 Ausgleichsbehälter
15 Stufe
16 Stufe
17 Manschettendichtung
18 Manschettendichtung
19 Dichtlippe
20 Dichtlippe
21 zylindrischer Bereich
22 zylindrischer Bereich
23 Nachlaufbohrung
24 Nachlaufbohrung
25 Ringnut
26 Ringnut
27 O-Ringdichtung, Sekundärdichtung
28 O-Ringdichtung, Sekundärdichtung
29 Nachlaufraum
30 Blechring
31 Führungsstift
32 zweite Rückstellfeder
33 Ausnehmung
34 erste Rückstellfeder
35 Stift
36 Kopf, verbreitert
37 Teleskophülse
38 Teleskophülse
39 Radialer Fortsatz
40 Blechring
41 weitere Ausnehmung
42 Nut
43 Ausnehmung
44 Anschlag
Claims (7)
1. Hauptzylinder für hydraulische Brems- oder Kupplungsan
lagen in Kraftfahrzeugen mit einem Gehäuse, in dem sich
eine einseitige offene Zylinderbohrung befindet, mit
mindestens einem axial in der Zylinderbohrung verschieb
baren gegen diese abgedichteten Kolben, mit mindestens
einer von Kolben und Zylinderbohrung gebildeten Arbeits
kammer, mit mindestens einem Nachlaufraum, der über eine
Nachlaufbohrung mit einem Ausgleichsbehälter in Verbin
dung steht, mit mindestens einer Ausgleichsbohrung,
durch die die oder jede Arbeitskammer mit dem Aus
gleichsbehälter verbindbar ist, und mit mindestens einer
Manschettendichtung zur Abdichtung des oder jedes Kol
bens gegenüber der Zylinderbohrung, wobei am arbeitskam
merseitigen Ende des oder jedes Kolbens eine Stufe ange
bracht ist auf der die Manschettendichtung angeordnet
ist, und mit mindestens einer Sekundärdichtung, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sekundärdichtung
(27, 28) in einer Ringnut (25, 26) der Zylinderbohrung (3)
angeordnet ist und daß der Abstand zwischen der Nach
lauf- (23, 24) und der Ausgleichsbohrung (11, 12) höch
stens der axialen Länge der Manschettendichtung (17, 18)
entspricht.
2. Hauptzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Sekundärdichtung ein O-Ring
(27, 28) ist.
3. Hauptzylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Manschettendichtung
(18) durch einen auf die Stufe (16) aufgepreßten Blech
ring (30) gesichert ist.
4. Hauptzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehen
den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Nachlaufbohrung (23, 24) im zylindrischen Bereich
(21, 22) der Manschettendichtung (17, 18) in der Zylinder
bohrung (3) mündet.
5. Hauptzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehen
den Ansprüche mit einer gefesselten Feder bzw. aneinan
dergefesselten Kolben, wobei zu Fesselung eine Hülse und
ein darin verschiebbarer Stift mit verbreitertem Kopf
verwendet ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Hülse (37, 38) als Teleskop ausgebildet ist, so daß
die Hülsenteile (37, 38) und der Stift (35) nach Ineinan
derschieben minimale Blocklänge haben.
6. Hauptzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehen
den Ansprüche mit einer Rückstellfeder die zwischen dem
geschlossenen Ende der Zylinderbohrung und dem Kolben in
der dazwischen liegenden Arbeitskammer angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Führung der
Rückstellfeder (32) am Bohrungsende (6) ein Führungs
stift (31) angeordnet ist.
7. Hauptzylinder nach Anspruch 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Kolben (5) eine Ausnehmung (33)
aufweist, die bei vollem Hub den Führungsstift (31) und
die Rückstellfeder (32) vollständig aufnimmt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893938892 DE3938892A1 (de) | 1989-11-24 | 1989-11-24 | Hauptzylinder fuer hydraulische brems- oder kupplungsanlagen von kraftfahrzeugen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893938892 DE3938892A1 (de) | 1989-11-24 | 1989-11-24 | Hauptzylinder fuer hydraulische brems- oder kupplungsanlagen von kraftfahrzeugen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3938892A1 true DE3938892A1 (de) | 1991-05-29 |
Family
ID=6394096
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893938892 Withdrawn DE3938892A1 (de) | 1989-11-24 | 1989-11-24 | Hauptzylinder fuer hydraulische brems- oder kupplungsanlagen von kraftfahrzeugen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3938892A1 (de) |
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1989
- 1989-11-24 DE DE19893938892 patent/DE3938892A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OM8 | Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: ITT AUTOMOTIVE EUROPE GMBH, 60488 FRANKFURT, DE |
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| 8141 | Disposal/no request for examination |