DE3932179A1 - Kolbenmaschine - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kolbenmaschine, insbesondere
eine Kolben-Brennkraftmaschine, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 mit einer Erweiterung des Schutzbegehrens
auf der Grundlage der Hauptpatentanmeldung P 39 19 168.0-15
durch zusätzliche Schutzansprüche, welche mit Zeichnungen,
Fig. 6 und 7 und in der Beschreibung auf den Seiten 9, 10,
19 und 20 erläutert sind.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 25 02 709 ist
eine Kolben-Brennkraftmaschine mit einem Zylinderläufer
bekannt, der in einem die Maschinenbasis bildenden
Gehäuse um eine Drehachse drehbar gelagert ist. Der
Zylinderläufer enthält vier Zylinder, die um 90° gegeneinander
winkelversetzt um die Drehachse des Zylinderläufers
paarweise koaxial mit senkrecht zur Drehachse
verlaufender Zylinderachse angeordnet sind. In den
Zylindern sind Kolben verschiebbar angeordnet, die
wiederum paarweise durch Kolbenstangen starr miteinander
verbunden sind. Gleichachsig zum Zylinderläufer ist in
dem Gehäuse eine Kurbelwelle gelagert, deren Kurbelarm
drehbare Exzenterscheiben trägt, die ihrerseits in
Lageröffnungen der Kolbenstangen drehbar gelagert sind.
Die Exzentrizität der Exzenterscheiben ist gleich der
Exzentrizität des Kurbelarms der Kurbelwelle gewählt.
Bei Rotation des Zylinderläufers und der Kurbelwelle
bewegen sich die Kolbenpaare auf einer geradlinigen
Bahn durch die Drehachse des Zylinderläufers. Brennkraftmaschinen
dieses Typs haben vergleichsweise niedrige
Kolbengeschwindigkeiten bei niedriger Drehzahl des
Zylinderläufers und haben hohe Leistung bei vergleichsweise
kleinem Bauvolumen. Sie haben darüberhinaus nur
geringe Unwucht.
Bei der vorstehend erläuterten Brennkraftmaschine muß
der Zylinderläufer mit einer Drehzahl rotieren, die
gleich der halben Kurbelwellendrehzahl ist. Der Zylinderläufer
ist hierzu über ein Planetengetriebe mit der
Kurbelwelle drehfest gekuppelt. Das Planetengetriebe
hat ein auf der Kurbelwelle sitzendes Sonnenrad mit
vergleichsweise geringem Durchmesser, das das gesamte
Reaktionsmoment des Zylinderläufers aufnehmen muß und
dementsprechend groß bemessen sein muß. Es hat sich
gezeigt, daß das Planetengetriebe bei ausreichender
Dimensionierung einen beachtlichen Teil des Bauvolumens
der Brennkraftmaschine einnimmt.
Bei einer Brennkraftmaschine des vorstehend erläuterten
bekannten Typs entspricht der Kolbenhub dem Vierfachen
der Exzentrizität der Exzenterscheiben bzw. des Kurbelarms
der Kurbelwelle. Da der Kolbenhub aus brenntechnischen
und konstruktiven Gründen nicht beliebig groß
gemacht werden kann, sind der Exzentrizität der Exzenterscheiben
bzw. des Kurbelarms konstruktive Grenzen
gesetzt, die nicht überschritten werden können. Andererseits
benötigt auch die doppelte Lagerung der Exzenterscheibe
am Kurbelarm einerseits und an der Kolbenstange
andererseits gewissen Bauraum, der in erster Linie nur
durch Schwächung des Kurbelarmdurchmessers bereitgestellt
werden kann. Die Schwächung des Kurbelarms
begrenzt jedoch die von der Brennkraftmaschine maximal
erzeugbare Leistung.
Aus der DE-OS 25 36 739 ist eine ähnliche Brennkraftmaschine
mit Zylinderläufer und zwei um 90° um die Drehachse
des Zylinderläufers herum winkelversetzten Zylinderpaaren
bekannt, die sich von der Brennkraftmaschine
der DE-OS 25 02 709 in erster Linie dadurch unterscheidet,
daß die Kurbelwelle nicht gleichachsig, sondern
achsparallel exzentrisch zur Drehachse des Zylinderläufers
angeordnet ist. Auch bei dieser Brennkraftmaschine
wird der Zylinderläufer über ein Zahnradgetriebe von
der Kurbelwelle aus zwangsangetrieben, so daß sich die
vorstehenden konstruktiven Nachteile ergeben.
Schließlich ist es aus MTZ 30 (1969) 4, Seiten 142 bis
144 bekannt, eine Brennkraftmaschine des vorstehend
erläuterten Typs nicht nur mit zwei Zylinderpaaren,
sondern als 6-Zylindermotor aufzubauen. Aber auch bei
dieser Brennkraftmaschine ist der Zylinderläufer über
ein Planetengetriebe mit der Kurbelwelle gekuppelt, und
die Kolbenstangen der einzelnen Kolben sind über Exzenterscheiben
an der Kurbelwelle geführt, die sowohl am
Kurbelarm der Kurbelwelle als auch in der Kolbenstange
drehbar gelagert sind. Auch hier ergeben sich die
vorstehenden Nachteile.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Kolbenmaschine,
insbesondere eine Kolben-Brennkraftmaschine mit Zylinderläufer
zu schaffen, die bei kleinem Bauvolumen und
einfacher Konstruktion für eine hohe Leistung bemessen
ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen
des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Die erfindungsgemäße Kolbenmaschine hat einen Zylinderläufer
mit drei um 120° gegeneinander um die Drehachse
des Zylinderläufers herum winkelversetzten Zylinderpaaren.
Die in den Zylinderpaaren verschiebbaren, durch
Kolbenstangen starr miteinander verbundenen Kolbenpaare
werden von Exzenterlagern einer Kurbelwelle geführt,
deren Drehachse um eine vorbestimmte Exzentrizität
gegen die Drehachse des Zylinderläufers achsparallel
versetzt ist. Die Exzenterlager definieren drei relativ
zur Kurbelwelle feststehende Drehachsen, die ihrerseits
um die Drehachse der Kurbelwelle herum gegeneinander um
120° winkelversetzt sind. Auf diese Weise wird erreicht,
daß jedes Kolbenpaar selbst dann relativ zu der Exzenterachse
drehfest an dem Zylinderläufer abgestützt ist,
wenn seine Exzenterachse mit der Drehachse des Rotors
momentan zusammenfällt. Die Abstützung erfolgt ausschließlich
über die beiden anderen Kolbenpaare, ohne daß der
Zylinderläufer zusätzlich über ein Zahnradgetriebe oder
dergleichen mit der Kurbelwelle drehmomentfest gekuppelt
sein müßte. Die erfindungsgemäße Kolbenmaschine kann
deshalb um den Platzbedarf des bei herkömmlichen Kolbenmaschinen
dieses Typs erforderlichen Getriebes kleiner
bemessen werden. Da darüberhinaus die Exzenterlager
relativ zur Kurbelwelle feststehende Drehachse definieren,
müssen die Kolbenstangen nicht über Doppellager an
einem Kurbelarm der Kurbelwelle geführt werden. Die
Kurbelwelle ist damit nicht den eingangs erläuterten
Abmessungsbeschränkungen unterworfen, so daß die
erfindungsgemäßen Kolbenmaschine problemlos auch für
höhere Leistungen bemessen werden kann. Die erfindungsgemäße
Kolbenmaschine kann als Verdichter ausgebildet
sein; vorzugsweise handelt es sich jedoch um eine
Brennkraftmaschine.
Schließlich ist von Vorteil, daß jedes der drei Kolbenpaare
in jeder der Winkelstellungen des Zylinderläufers
stabil an der Kurbelwelle geführt ist, dies mindert
Drehresonanzen, wie sie bei herkömmlichen Brennkraftmaschinen
mit Zylinderläufer und doppelt gelagerten
Ausgleichsexzentern der Kurbelwelle auftreten können.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfassen
die Exzenterlager fest mit der Kurbelwelle verbundene
Exzenter-Kreisscheiben, die drehbar in Lageröffnungen
der Kolbenstangen sitzen. Um den Kurbelwellenquerschnitt
ausreichend groß bemessen zu können, ist der Lagerkreisradius
der Exzenter-Kreisscheiben zweckmäßigerweise
größer als ihre Exzentrizität. Um vergleichsweise hohe
Kolbenkräften aufnehmen zu können, wird ein möglichst
großer Lagerkreisdurchmesser der Exzenterlager angestrebt.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die Kolbenmaschine
bei Drehantrieb des Zylinderläufers, beispielsweise
aufgrund des Schwungmoments des rotierenden Zylinderläufers
selbsthemmend blockiert, wenn der Lagerkreisdurchmesser
der Exzenter-Kreisscheiben oder die Abmessungen
der Kolben in Umfangsrichtung des Zylinderläufers
über vorbestimmte Werte hinaus vergrößert werden.
Aufgrund der Kniehebelwirkung der in den Lageröffnungen
der Kolbenstangen geführten Exzenter-Kreisscheiben hat
jedes der Kolbenpaare bei Belastung durch den Zylinderläufer
einen Kurbelwellen-Winkelbereich, in welchem
Selbsthemmung eintreten würde, wenn es nicht durch die
Zwangsführung der beiden anderen Kolbenpaare nachgeführt
würde. Der Lagerkreisdurchmesser der Exzenter-Kreisscheiben
bzw. die Abmessungen der Kolben in Umfangsrichtung
des Zylinderläufers werden so bemessen, daß der Selbsthemmungs-
Winkelbereich der einzelnen Kolbenpaare jeweils
kleiner ist als 60°. Die Wahl der Abmessungen hängt
hierbei von den Reibungskoeffizienten des Exzenterlagers
bzw. des Kolbens im Zylinder sowie der Exzentrizität
der Exzenterlager ab.
In einer bevorzugten Ausgestaltung haben die Kolben
Polygonquerschnitt und insbesondere Rechteckquerschnitt.
Dies hat den Vorteil, daß die Abmessungen der Kolben in
Umfangsrichtung zur Minderung von Selbsthemmungseffekten
vergleichsweise klein bemessen werden können und sich
auch insgesamt eine raumsparende Bauweise ergibt.
Um einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen, müssen die Brenngase
sehr hohe Temperaturen haben. Zumindest die Kolben,
gegebenenfalls aber auch die Zylinderinnenflächen bestehen
deshalb vorzugsweise aus Keramikmaterial, welches sich
aufgrund der kompakten Bauweise der erfindungsgemäßen
Kolbenmaschine auch bei höheren Drehzahlen einsetzen läßt.
Aufgrund der Bauweise der Kolbenmaschine entstehen in
den Brennräumen keine hohen Druckspitzen, wodurch auch
die Abdichtung der Kolben einfacher beherrschbar wird.
In einer bevorzugten Ausgestaltung sind in Nuten der
Polygonseitenflächen der Kolben Dichtleistungsabschnitte
eingesetzt, die sich im Bereich der Polygonecken in
ihrer Dichtwirkung überlappen.
In einer insbesondere für Kolben mit Rechteckquerschnitt
geeigneten Ausgestaltung hat der Zylinderläufer eine
zylindrische Umfangswand, zu der die Zylinder im wesentlichen
über ihren gesamten Querschnitt offen sind. Die
Form der Kolbendächer folgt der Zylinderkontur der
Umfangswand, so daß die Kolbendächer in der radial
äußeren Totpunktstellung im wesentlichen bündig mit der
Umfangswand des Zylinderläufers abschließen. Auf diese
Weise läßt sich herstellungstechnisch einfach ein sehr
geringes Totraumvolumen erzielen, was insbesondere von
Vorteil ist, wenn, wie nachstehend noch erläutert wird,
die Frischladung über einen Verdichter verdichtet
zugeführt wird. Für den Ladungswechsel können in der
die Umfangswand des Zylinderläufers eng umschließenden
Wand eines Gehäuses wenigstens eine Gaseinlaßöffnung
und wenigstens eine Gasauslaßöffnung vorgesehen sein.
Die Gaseinlaßöffnung und die Gasauslaßöffnung können
sich dann über vergleichsweise große Winkelbereiche der
Zylinderläuferbewegung erstrecken, um auch bei vergleichsweise
niedrigen Gasdrücken eine ausreichende Füllung
und Entleerung zu erreichen.
Die Brennräume der Zylinder können nachfolgend an die
radial äußere Totpunktstellung der Kolben mit vorverdichtetem
Gemisch gefüllt und innerhalb der Brennräume im
Winkelabstand von der radial äußeren Totpunktstellung
gezündet werden. Dies hat den Vorteil, daß Druckspitzen
im Winkelabstand von der radial äußeren Totpunktstellung
erzeugt werden, was die Belastung der Kurbelwelle
mindert. Alternativ kann aber auch eine feststehend in
dem Gehäuse angeordnete Brennkammer vorgesehen sein, in
der vorverdichtetes Brennstoff-Luft-Gemisch außerhalb
der Zylinder fremdgezündet wird, um dann erst über die
Gaseinlaßöffnung in den Zylinder eingeführt zu werden.
Zweckmäßigerweise wird die Frischluft über ein Rückschlagventil
in die Brennkammer eingeführt, um den Verdichter
vom Brenndruck der gezündeten Brenngase zu entlasten.
Auch hier werden die gezündeten Brenngase zweckmäßigerweise
im Winkelabstand von der radial äußeren Totpunktstellung
dem Zylinder zugeführt.
Der Wirkungsgrad einer derartigen Brennkraftmaschinen-
Verdichter-Einheit läßt sich erhöhen, wenn die Gasauslaßöffnung
der Brennkraftmaschine mit einem Wärmetauscher
verbunden ist, der die im Gaszuleitungsweg vom Verdichter
zur Gaseinlaßöffnung strömende, verdichtete Frischluft
bzw. das verdichtete Brennstoff-Frischluftgemisch
erwärmt. Zweckmäßigerweise bildet der Wärmetauscher
einen Wandteil des Gehäuses im Bereich der Gasauslaßöffnung.
Auf diese Weise läßt sich der vergleichsweise
große Gasauslaßwinkel der Brennkraftmaschine für eine
effiziente Wärmerückgewinnung nutzen.
In einer bevorzugten Ausgestaltung hat der Wärmetauscher
einen Tauscherkörper mit an die Gasauslaßöffnung anschließenden,
etwa radial zur ersten Drehachse verlaufenden
ersten Kanälen und mit im wesentlichen in Tangentialrichtung
des Zylinderläufers verlaufenden, vom Verdichter
zur Gaseinlaßöffnung führenden zweiten Kanälen. Der
zweckmäßigerweise unmittelbar an dem Gehäuse angeflanschte
Wärmetauscher nutzt die Abgase ohne wesentliche
Querschnittsverengung und Strömungsverluste, so daß die
Abgase nachfolgend noch für den Betrieb einer den
Verdichter treibenden Abgasturbine ausgenutzt werden
können.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft die Ableitung
der in dem Zylinderläufer erzeugten Wärme. Der Zylinderläufer
hat zu diesem Zweck an wenigstens einer seiner
Seitenwände ringförmige, zueinander koaxiale Kühlrippen,
zwischen die komplementäre, von der gegenüberliegenden
Seitenfläche des Gehäuses abstehende, ringförmige
Kühlrippen des Gehäuses greifen. Die Kühlrippen bilden
durch ihre vergrößerte Oberfläche ein die Wärme vom
Zylinderläufer auf den Motorblock übertragendes Labyrinth.
Das Labyrinth ist zweckmäßigerweise an den Schmierölkreislauf
der Brennkraftmaschine angeschlossen, um die
Kühlleistung zu erhöhen. Das Gehäuse kann in üblicher
Weise luft- oder wassergekühlt sein und damit auch
zugleich die Kühlung des durch das Labyrinth fließenden
Öls mit übernehmen. Eine am Übergang des Außenmantels
des Zylinderläufers in das Kühlrippenlabyrinth angebrachte
Schleuderscheibe dichtet das Kühlrippenlabyrinth zum
Umfang des Zylinderläufers hin ab und fördert das in
der Labyrinthdichtung fließende Öl in eine im wesentlichen
drucklose Umfangskammer des Gehäuses, von der aus
es dem Ölkreislauf der Brennkraftmaschine wieder zugeführt
wird.
Eine zusätzliche Ausgestaltung der Erfindung betrifft bei
Verwendung der Kolbenmaschine als Brennkraftmaschine den Gasauslaßbereich
und die Kolbenform.
Beim vorgeschlagenen Motorkonzept ist der Druck des eingeschlossenen
Brenngases bei Erreichen der inneren Totpunktkolbenstellung
und Öffnung der Brenngasauslaßöffnung noch
relativ hoch und wird zum Antrieb einer Verdichtereinrichtung
für die Frischluft genutzt.
In einer zweckmäßigen Ausführung ist die Brenngasauslaßöffnung
in zwei Bereiche unterteilt. In einen ersten Bereich,
welcher mit einer Abgasturbine verbunden ist, in welchem
sich der Druck auf Arbeitswiderstand der Turbine abbaut
und einen zweiten Bereich, der direkt nach außen führt.
Das im zweiten Bereich auszuschiebende drucklose Brenngas
kann dann weitgehendst frei abströmen.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung, insbesondere
bei Verwendung der Kolbenmaschine als Brennkraftmaschine
haben die Kolben einen Ovalquerschnitt.
Die Führungsauflageflächen der Ovalseitenflächen der Kolben
in den Zylindern entsprechen dabei den Vorteilen der schon
beschriebenen Polygon- und Rechteckkolben, vermeiden aber
durch die Halbkreisform der Stirnseiten ungünstige Verbrennungsraumecken.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung
näher erläutert. Hierbei zeigt
Fig. 1 eine schematische Schnittansicht eines Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen
Kolben-Brennkraftmaschine;
Fig. 2 eine Schnittansicht der Brennkraftmaschine,
gesehen entlang einer Linie II-II in Fig. 1;
Fig. 3 eine Draufsicht auf einen der Kolben der Brennkraftmaschine;
Fig. 4 ein schematisches Diagramm zur Erläuterung des
Exzentergetriebes der Brennkraftmaschine;
Fig. 5 eine teilweise Schnittansicht einer Variante
der Brennkraftmaschine aus Fig. 1;
Fig. 6 eine schematische Schnittansicht einer Ausführung
mit einem in zwei Bereiche geteilten Brenngasauslaß
und
Fig. 7 eine Draufsicht auf einen Kolben mit Ovalquerschnitt.
Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Brennkraftmaschine
umfaßt ein Gehäuse 1 mit einem im wesentlichen zylinderförmigen
Innenraum 3, in welchem ein ebenfalls im
wesentlichen zylindrischer Zylinderläufer 5 um eine
Drehachse 7 drehbar angeordnet ist. Der Zylinderläufer
5 hat eine zur Drehachse 7 konzentrische, im wesentlichen
zylindrische Umfangswand 9, die von dem Innenraum
3 eng umschlossen ist, und ist über Wälzlager 11 an
Lageransätzen 13 des Gehäuses 1 gelagert.
Der Zylinderläufer 5 enthält sechs Zylinder 15, in
welchen je ein Kolben 17 senkrecht zur Drehachse 7
verschiebbar angeordnet ist. Die Zylinder 15 bzw.
Kolben 17 sind paarweise auf einander gegenüberliegenden
Seiten der Drehachse 7 zueinander fluchtend, d. h.
gleichachsig, angeordnet. Die Zylinderpaare sind hierbei
um 120° um die Drehachse 7 herum gegeneinander winkelversetzt
und liegen in derselben achsnormalen Ebene des
Zylinderläufers 5. Die einander paarweise zugeordneten
Kolben 17 sind durch Kolbenstangen 19 starr miteinander
verbunden.
In dem Gehäuse 1 ist in Wälzlagern 21 eine Kurbelwelle
23 um eine zur Drehachse 7 um eine Exzentrizität e
achsparallel versetzte Drehachse 25 drehbar gelagert.
Die Kurbelwelle 23 trägt feststehend drei axial nebeneinander
angeordnete Exzenter-Kreisscheiben 27, die in
Lageröffnungen 29 der Kolbenstangen 19 sitzen und die
Kolbenstangen 19 über Nadellager 31 führen. Die Exzenter-
Kreisscheiben 27 definieren Exzenterlager mit zur
Drehachse 25 der Kurbelwelle 23 achsparalleler, jedoch
um den Wert der Exzentrizität e gegen die Drehachse 25
versetzten Exzenterdrehachsen 33. Die Exzenterdrehachsen
33 der drei Exzenter-Kreisscheiben 27 sind ebenfalls um
120° gegeneinander um die Drehachse 25 herum winkelversetzt.
Wie am besten das Diagramm der Fig. 4 für eines der
Kolbenpaare 17 zeigt, bewegen sich die Kolben 17 bei
der Rotation des Zylinderläufers 5 um die Drehachse 7
längs einer Bahn 35, die die Drehachse 7 in einer
achsnormalen Ebene schneidet. Die mit der Mittelpunktsachse
der Exzenter-Kreisscheibe 27 zusammenfallende
Exzenter-Drehachse 33 bewegt sich, da der Exzentrizitätsabstand
e von der Drehachse 25 der Kurbelwelle 23
gleich dem Exzentrizitätsabstand e der Drehachse 25 von
der Drehachse 7 des Zylinderläufers 5 ist, ebenfalls
auf der Bahn 35. Die drei Kolbenpaare werden ausschließlich
über ihre Kolbenstangen 19 drehmomentfest an der
Kurbelwelle 23 geführt, was durch die zueinander und
zur Kurbelwelle 23 feststehende Anordnung der Exzenter-
Kreisscheiben 27 ermöglicht wird. Die Kurbelwelle 23
wird hierbei relativ zum Zylinderläufer 5 zwangsgedreht
und zwar mit einer Winkelgeschwindigkeit ωk, die
doppelt so groß ist, wie die Winkelgeschwindigkeit ωR,
mit der der Zylinderläufer 5 um seine Drehachse 7
rotiert.
Die Exzentrizität e ist, da der Kolbenhub gleich der
vierfachen Exzentrizität e ist, in der Praxis vergleichsweise
klein, beispielsweise in der Größenordnung von 10
bis 20 mm. Trotzdem kann die Kurbelwelle 23 stabil
gebaut werden, da der Lagerkreisradius re der Exzenter-
Kreisscheiben 27 problemlos gleich oder größer als die
Exzentrizität e gewählt werden kann. Die Wahl eines
vergleichsweise großen Werts von re ist erwünscht, da
auf diese Weise verhältnismäßig große Kolbenkräfte bei
relativ kleiner axialer Breite der Exzenter-Kreisscheiben
27 bzw. der Nadellager 29 ermöglicht werden.
Im Verlauf der Kolbenbewegung wandert die Exzenter-
Drehachse 33 über die Drehachse 7 des Zylinderläufers 5
hinweg. Bei Koinzidenz der Drehachsen 33 und 7 könnte
das zugeordnete Kolbenpaar für sich allein genommen
zusammen mit dem Zylinderläufer 5 um die Drehachse 7
gedreht werden. Bei Zylinderläufer-Kolbenmaschinen mit
zueinander frei drehbaren Exzenterscheiben kann dieser
Effekt im Betrieb zu Resonanzen führen. Die Resonanzneigung
der erfindungsgemäßen Brennkraftmaschine ist
hingegen gemindert, da der Zylinderläufer in jeder
Drehposition von wenigstens zwei der um 120° gegeneinander
versetzten Kolbenpaare drehfest mit der Kurbelwelle
23 gekuppelt ist.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß der Lagerkreisdurchmesser
re der Exzenterkreisscheiben 27 und die
halbe Kolbenabmessung rk der Kolben 17 in Umfangsrichtung
des Zylinderläufers 5 nicht beliebig groß gewählt
werden kann, da es bei Antrieb der Kolbenmaschine vom
Zylinderläufer 5 her in bestimmten Winkelbereichen der
Exzenterbewegung zu einem Selbsthemmungseffekt kommen
kann, der den Zylinderläufer 5 blockiert. Die beispielsweise
im Schubbetrieb der Brennkraftmaschine durch das
Schwungmoment des Zylinderläufers 5 gegenüber der
gebremsten Kurbelwelle 23 aufgebrachte Schubkraft F
(Fig. 4) erzeugt aufgrund eines Kniehebeleffekts bei
kleinem Zwischenwinkel β Reibkräfte zwischen dem Kolben
17 und dem Zylinder 15 einerseits und der Lageröffnung
29 sowie der Exzenter-Kreisscheibe 27 andererseits, die
einer Verschiebebewegung des Kolbenpaars selbsthemmend
entgegenwirken. Die Verschiebebewegung des Kolbenpaars
bedingt eine Drehbewegung der Exzenter-Kreisscheibe 27
um die Drehachse 25. Da die hemmenden Reibdrehmomente
aufgrund des mit wachsendem Abstand re und rk zunehmenden
Drehmomentarms größer werden, existiert eine obere
Grenze für diese Abmessungen, die nicht überschritten
werden darf, wenn Selbsthemmung vermieden werden soll.
Es hat sich gezeigt, daß der Selbsthemmungseffekt bei
Antrieb der Kolbenmaschine von der Kurbelwelle 23 her
(Verdichterbetrieb) oder bei Antrieb von der Kolbenseite
her (Brennkraftmaschinenbetrieb) vernachlässigbar ist
und dementsprechend die Selbsthemmung bei Antrieb vom
Zylinderläufer 5 her überwunden werden kann, wenn die
reibkraftbestimmenden Parameter so gewählt werden, daß
der Winkelbereich des Winkels β, in welchem bei Antrieb
vom Zylinderläufer 5 her für ein einzelnes Kolbenpaar
auftreten kann, kleiner als 60° ist. Der Winkel bezeichnet
hierbei den Winkel zwischen der die Drehachsen 25,
33 beinhaltenden Ebene zu der die Drehachsen 25 und 7
enthaltenden Ebene. Ausgehend von den in Fig. 4 skizzierten
Verhältnissen läßt sich folgende für die Überwindung
des Selbsthemmungseffekts relevante Beziehung abschätzen:
Hierbei bedeutet
µe den Reibungskoeffizienten des Exzenterlagers
µk den Reibungskoeffizienten des Kolbens 17 im Zylinder 15
re den Radius des Lagerkreises des Exzenterlagers
rk den mittleren Radius des Kolbens 17 in Umfangsrichtung des Zylinderläufers 5 und
e den Abstand der Drehachse 7 von der Drehachse 25.
µe den Reibungskoeffizienten des Exzenterlagers
µk den Reibungskoeffizienten des Kolbens 17 im Zylinder 15
re den Radius des Lagerkreises des Exzenterlagers
rk den mittleren Radius des Kolbens 17 in Umfangsrichtung des Zylinderläufers 5 und
e den Abstand der Drehachse 7 von der Drehachse 25.
Die Brennkraftmaschine umfaßt, wie Fig. 1 zeigt, eine
von einer Abgasturbine 37 angetriebene Verdichterturbine
39, die über einen Einlaß 41 zugeführte Frischluft
verdichtet und einer stationären Mischkammer 43 zuführt,
in der über eine Düse 45 Brennstoff zugemischt wird.
Das verdichtete Brennstoff-Luft-Gemisch wird in einem
Wärmetauscher 45 der in dem zur Abgasturbine 37 führenden
Abgasweg angeordnet ist, erwärmt und angenähert
tangential zum Zylinderläufer 5 einer Einlaßöffnung 47
zugeführt, über die die Zylinder 15 mit dem verdichteten
und vorerwärmten Brennstoff-Luft-Gemisch beschickt
werden. Die Einlaßöffnung 47 folgt in Drehrichtung des
Zylinderläufers 5 auf die der radial äußeren Totpunktstellung
der Kolben 17 zugeordnete Position und wird
durch eine Umfangsnut in der der Umfangswand 9 des
Zylinderläufers 5 gegenüberliegenden Umfangsfläche des
Innenraums 3 des Gehäuses 1 gebildet. Um Ladedruckverluste
zu vermeiden, sind die Zylinder 15 im wesentlichen
über ihren gesamten Querschnitt zur Umfangswand 9 des
Zylinderläufers 5 offen, und die Kolben 17 haben ein
der Zylinderkontur der Umfangsfläche 9 zylinderabschnittsförmig
folgendes Kolbendach 49. Das Totraumvolumen der
Zylinder 15 ist damit in der radial äußeren Stellung
der Kolben 17 vernachlässigbar. Das Gemisch wird in
Drehrichtung gegen die radial äußere Totpunktstellung
versetzt fremdgezündet und treibt den Kolben während
der Arbeitsphase in die der radial äußeren Totpunktstellung
diametral zur Drehachse 7 gegenüberliegende radial
innere Totpunktstellung. In Drehrichtung des Zylinderläufers
5 auf die Position der radial inneren Totpunktstellung
folgend schließt sich in dem Gehäuse 1 eine
ebenfalls als Nut ausgebildete, zur Umfangsfläche 9 des
Zylinderläufers 5 hin offene Auslaßöffnung 51 an, in
der die Abgase über den Wärmetauscher 45 der Abgasturbine
37 zugeführt werden, aus der sie über einen Auslaß
53 austreten.
Der im Gemischzuführungsweg angeordnete Wärmetauscher
45 erhöht den Wirkungsgrad der Brennkraftmaschine,
indem er die Abgaswärme zur weiteren Druckerhöhung des
Brennstoff-Luft-Gemisches ausnutzt. Um Rückwirkungen
auf die Verdichterturbine 39 zu verhindern, ist zwischen
der Mischkammer 43 und dem Wärmetauscher 45 ein federbelastetes
Rückschlagventil 55 vorgesehen.
Der Wärmetauscher 45 besteht aus einem Tauscherblock 57
aus gut wärmeleitendem Material, welcher in mehreren
zueinander parallelen Ebenen eine Vielzahl etwa tangential
zum Zylinderläufer 5 verlaufender Kanäle 59 hat,
die endseitig in gemeinsamen Sammelräumen 61 bzw. 63
münden und das von der Mischkammer 43 kommende Brennstoff-
Luft-Gemisch der Einlaßöffnung 47 zuführen. Zwischen
den die Kanäle 59 enthaltenden Ebenen sind jeweils eine
Vielzahl quer dazu verlaufender Kanäle 65 vorgesehen,
die sich etwa radial zum Zylinderläufer 5 erstrecken
und über die die Abgase ohne wesentliche Umlenkung und
dadurch verursachte Strömungsverluste zur Abgasturbine
37 strömen. Der Tauscherblock 57 ist unmittelbar an das
Gehäuse 1 angeflanscht, so daß der zwischen dem Tauscherblock
57 und der Umfangsfläche 9 des Zylinderläufers 5
verbleibende Raum einen Sammelraum 67 für Abgase bildet.
Ein weiterer Sammelraum 69 ist auf der dem Zylinderläufer
5 abgewandten Seite der Kanäle 65 vorgesehen.
Die Brenntemperatur in den Zylindern 15 ist vergleichsweise
hoch. Die Kolben 17 bestehen deshalb aus Keramikmaterial
und sind an Kopfteilen 71 (Fig. 1 und 3) der
aus Metall gefertigten Kolbenstangen 19 befestigt,
beispielsweise angeschraubt. Wie am besten Fig. 3
zeigt, haben die Kolben in radialer Draufsicht Rechteckquerschnitt
und erstrecken sich mit ihren Schmalseiten
in Umfangsrichtung. Trotz der vergleichsweise großen
Kolbenfläche kann damit ein kompakter Aufbau der Brennkraftmaschine
erreicht werden. Um hinreichend gleichmäßige
Flammfronten zu erreichen, sind mehrere, hier zwei,
Zündkerzen 73 vorgesehen. Die Abdichtung der Kolben
erfolgt durch gerade Dichtleistenabschnitte 75, die in
Nuten der Kolbenseitenwände federnd eingesetzt sind.
Die Dichtleistenabschnitte 75 benachbarter Seitenwände
des Kolbens 17 sind radial zur Drehachse 7 gegeneinander
versetzt und überlappen in den Eckbereichen der Kolben.
In den Eckbereichen der Kolben ergeben sich damit
doppelt wirkende Dichtungen.
Fig. 2 zeigt Einzelheiten des Kühl- und Schmiersystems
der Brennkraftmaschine. Von den axial gelegenen Stirnflächen
des Zylinderläufers 5 stehen mehrere zur Drehachse
7 koaxial ineinander angeordnete, ringförmige
Kühlrippen 77 ab, zwischen die von den jeweils benachbarten
Seitenwänden des Gehäuses 1 axial abstehende,
ebenfalls koaxial ineinander angeordnete, komplementäre,
ringförmige Kühlrippen 79 greifen. Die Kühlrippen 77,
79 bilden axial beiderseits des Zylinderläufers 5
Labyrinthe, die durch ihre vergrößerte Oberfläche den
Wärmeübergang vom Zylinderläufer 5 auf das Gehäuse 1
erleichtern. Den Kühlrippen 79 benachbart kann das
Gehäuse 1 nicht näher dargestellte Kühlwasserkanäle
enthalten, die an einen Kühlwasserkreislauf der Brennkraftmaschine
angeschlossen sind und die Wärme von dem
Gehäuse 1 abführen. Auch der Mantel des Gehäuses 1 kann
zur Verbesserung der Kühlwirkung eine Vielzahl axialer
Kühlwasserkanäle enthalten.
Für eine weitere Verbesserung der Kühlwirkung sind die
durch die Kühlrippen 77, 79 gebildeten Labyrinthe an
den Ölkreislauf der Brennkraftmaschine angeschlossen.
Eine bei 81 angedeutete, von der Kurbelwelle 23 angetriebene
Ölpumpe fördert das Schmieröl über Ölkanäle 83 in
den Bereich des radial inneren Umfangs der Labyrinthe.
Durch die Zentrifugalwirkung des rotierenden Zylinderläufers
5 wird das Schmieröl über die Labyrinthe zu
drucklosen Sammelkanälen 85 des Gehäuses 1 befördert,
die die Labyrinthe im Bereich des Außenumfangs des
Zylinderläufers 5 nach radial außen begrenzen. Am
Übergang der Umfangsfläche 9 des Zylinderläufers 5 zu
seinen axialen Seitenflächen sind Schleuderscheiben 87
an dem Zylinderläufer 5 angebracht, die mit komplementären
Axialflächen 89 des Gehäuses 1 Dichtlabyrinthe
bilden und das Öl in die Sammelkanäle 85 abschleudern.
Auf diese Weise wird verhindert, daß in unerwünschtem
Ausmaß Öl in die Gaswechselkanäle 47, 51 des Gehäuses 1
gelangt. Das durch das Labyrinth der Kühlrippen 77, 79
fließende Schmieröl verbessert den Wärmeübergang vom
Zylinderläufer 5 auf das Gehäuse 1 und wird darüberhinaus
von den gegebenenfalls gekühlten Seitenwänden des
Gehäuses 1 seinerseits gekühlt.
Die Zündanlage kann herkömmlich ausgebildet sein und
zur Steuerung einen Magnetschalter 91 umfassen, der auf
in Umfangsrichtung verteilte Magnete 93 eines auf der
Kurbelwelle 23 sitzenden Rads 95 anspricht.
Fig. 5 zeigt eine Variante der Brennkraftmaschine, die
sich von der Brennkraftmaschine der Fig. 1 und 2 im
wesentlichen nur durch die Art der Brennraumgestaltung
unterscheidet. Gleiche Teile sind in Fig. 5 mit den
Bezugszahlen der Fig. 1 und 2 bezeichnet und zur Unterscheidung
mit dem Buchstaben a versehen. Zur Erläuterung
des Aufbaus und der Wirkungsweise wird auf die Beschreibung
des Ausführungsbeispiels der Fig. 1 und 2 Bezug
genommen.
Im Unterschied zur vorstehend erläuterten Brennkraftmaschine
wird in dem nicht näher dargestellten Wärmetauscher
lediglich die verdichtete Frischluft erwärmt und
über ein in nicht näher dargestellter Weise federbelastetes
Rückschlagventil 101 einer in dem Gehäuse 1a
stationär angeordneten Brennkammer 103 zugeführt. Der
Brennstoff wird über eine Düse 105 in die Brennkammer
103 eingespritzt und mittels einer Zündkerze 107 periodisch
fremdgezündet. Der im wesentlichen tangential zum
Zylinderläufer 5a sich erstreckende Ausgangskanal 109
der Brennkammer mündet in einen zur Umfangsfläche 9a
des Zylinderläufers 5a offenen Kanal 47a, der die
Einlaßöffnung festlegt. Der Zylinderläufer 5a wird
damit nach Art einer Turbine von den periodisch aus der
Brennkammer 103 austretenden, expandierenden Abgasen
angetrieben. Das Rückschlagventil 101 verhindert Rückwirkungen
des Arbeitsdrucks der Brennkammer 103 auf den
vorgeschalteten, die Frischluft verdichtenden Verdichter.
Die vorstehend erläuterte Brennkraftmaschine umfaßt
lediglich eine einzige Gruppe von drei Kolben- bzw.
Zylinderpaaren. Es versteht sich, daß auch mehrere
solcher Gruppen axial nebeneinander auf einer gemeinsamen
Kurbelwelle angeordnet sein können.
Die Fig. 6 zeigt eine Ausführung der Brennkraftmaschine
entsprechend der Fig. 1, die sich von dieser in der Gestaltung
der Brenngasauslaßöffnung unterscheidet. Gleiche
Teile sind in der Fig. 6 mit den Bezugszahlen der Fig. 1
bezeichnet und die Änderung betreffende Bezugszahlen mit
dem Buchstaben b versehen.
Die als Nut ausgebildete zur Umfangsfläche 9 des Zylinderläufers
5 hin offene Auslaßöffnung 51b ist in zwei Bereiche
unterteilt.
In einen ersten Auslaßbereich 52, welcher über eine Leitung
54 mit einer Abgasturbine 37b verbunden ist und welcher im
Drehbereich der Zylinder 15 bei Erreichen der inneren
Totpunktstellung der Kolben 17 den Auslaß 58 freigibt.
Das dabei noch unter relativ hohem Druck stehende Brenngas
wird der Turbine 37b zugeführt, unter Arbeitsleistung entspannt
und über den Turbinenauslaß 53b nach außen geleitet.
Der erste Auslaßbereich 52 ist in der Umfangsfläche 9 den
Druckverhältnissen entsprechen weit bis zu einer Abschlußkante
60 ausgelegt.
Nach der Abschlußkante 60 ist in der Umfangsfläche 9 ein
Absperrbereich 62 ausgebildet. An diesen schließt sich
ein zweiter Auslaßbereich 64 an, über welchen der in den
Zylindern sich noch befindliche weitgehendst entspannte
Brenngasrest durch die in die außer Totpunktlage sich
bewegenden Zylinder 17 ausgeschoben wird und ohne Gegendruck
abströmen 66 kann.
Der Absperrbereich 62 muß etwas länger sein als die
Zylinderöffnungen in Rotationsrichtung sind, damit kein
freier Durchgang zwischen den Auslaßbereichen 52 und 64
entstehen kann.
In der Fig. 7 ist eine Ausführung der Kolben 17 mit ovalem
Querschnitt dargestellt. An einer Polygonquerschnittsfläche
123 sind an zwei gegenüberliegenden Seitenflächen zwei
Halbkreisflächen 125 ausgebildet und bilden somit einen
ovalen Kolbenquerschnitt.
Die Ovalseitenflächen 121 erstrecken sich quer zur Umlaufrichtung
des Zylinderläufers. Durch die Ovalquerschnittsausführung
kann bei einer günstigen Verbrennungsraumform
die Abmessung der Kolben in Umfangsrichtung zur Minderung
des Selbsthemmungseffektes, wie bei der Rechteckausführung
vergleichsweise klein bemessen sein. Die Abdichtung der
Kolben erfolgt über u-förmige Dichtleisten, welche von den
halbkreisförmigen Kolbenstirnseiten aus in umlaufende
Kolbennuten eingeführt werden und mit einer hinterlegten
Wellenfeder gegen die Zylinderwand vorgespannt sein
können.
Claims (6)
1. Kolbenmaschine, insbesondere Kolben-Brennkraftmaschine,
mit einer Maschinenbasis (1) und einem um eine
erste Drehachse (7) drehbar an der Maschinenbasis
(1) gelagerten Zylinderläufer (5), welcher mehrere
um die erste Drehachse (7) gegeneinander winkelversetzte
Zylinderpaare (15) aufweist, deren die Paare
bildende Zylinder (15) auf gegenüberliegenden Seiten
der ersten Drehachse (7) mit gleicher, zur ersten
Drehachse (7) senkrechter Zylinderachse angeordnet
sind, mit in den Zylindern (15) verschiebbar angeordneten
Kolben (17), von denen die den Zylinderpaaren
(15) zugeordneten Kolben (17) paarweise durch Kolbenstangen
(19) starr miteinander verbunden sind, und
mit einer um eine zweite, zur ersten Drehachse (7)
um eine vorbestimmte Exzentrizität (e) achsparallel
versetzte Drehachse (25) drehbar an der Maschinenbasis
(1) gelagerten Kurbelwelle (23), an der die
Kolbenstangen (19) der Kolbenpaare (17) mittels
Exzenterlager (27, 31) geführt sind, die dritte,
zueinander um die zweite Drehachse (25) herum winkelversetzte
Drehachsen (33) definieren, von denen jede
um die vorbestimmte Exzentrizität (e) achsparallel
gegen die zweite Drehachse (25) versetzt ist,
wobei nach Patentanmeldung P 39 19 168.0-15
der Zylinderläufer (5) wenigstens eine Gruppe von
drei gegeneinander um 120° um die erste Drehachse (7)
herum winkelversetzte Zylinderpaare (15) aufweist,
deren Kolbenpaare (17) an Exzenterlagern (27, 31)
geführt sind, die die dritten Drehachsen (33) gegeneinander
um 120° um die zweite Drehachse (25) herum
winkelversetzt und relativ zur Kurbelwelle (23) feststehend
definieren, und daß der Zylinderläufer (5) mit
der Kurbelwelle (23) ausschließlich über die Kolbenstangen
(19) drehmomentfest gekuppelt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auslaßöffnung (51b) für das Brenngas
in einen ersten Bereich (52) und einen zweiten Bereich
(64) unterteilt ist.
2. Kolbenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Auslaßbereich (52) mit einer Abgasturbine
(37b) verbunden ist.
3. Kolbenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Bereich (52) und der Bereich (64) durch einen
Absperrbereich (62), der sich wenigstens so weit erstreckt
wie eine Zylinderöffnung in Rotationsrichtung.
4. Kolbenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolben (17) eine Ovelquerschnittsfläche aufweisen,
welche aus einer Polygonfläche (123) und aus zwei gegenüberliegend
angeordneten Halbkreisflächen (125) gebildet
wird.
5. Kolbenmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Ovalseitenflächen (121) quer zur Umlaufrichtung
des Zylinderläufers (5) erstrecken.
6. Kolbenmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Abdichtung u-förmige Dichtleisten verwendet
werden, welche von den halbkreisförmigen Kolbenstirnseiten
aus in umlaufende Kolbenuten eingeführt werden.
Priority Applications (7)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893932179 DE3932179A1 (de) | 1989-06-12 | 1989-09-27 | Kolbenmaschine |
| US07/793,431 US5375564A (en) | 1989-06-12 | 1990-06-12 | Rotating cylinder internal combustion engine |
| EP90909647A EP0477256B1 (de) | 1989-06-12 | 1990-06-12 | Kolbenmaschine |
| PCT/EP1990/000924 WO1990015918A1 (de) | 1989-06-12 | 1990-06-12 | Kolbenmaschine |
| DE90909647T DE59002494D1 (de) | 1989-06-12 | 1990-06-12 | Kolbenmaschine. |
| AT90909647T ATE93581T1 (de) | 1989-06-12 | 1990-06-12 | Kolbenmaschine. |
| JP2509711A JPH04506241A (ja) | 1989-06-12 | 1990-06-12 | ピストン機関 |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893919168 DE3919168A1 (de) | 1989-06-12 | 1989-06-12 | Kolbenmaschine |
| DE19893932179 DE3932179A1 (de) | 1989-06-12 | 1989-09-27 | Kolbenmaschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3932179A1 true DE3932179A1 (de) | 1991-04-04 |
Family
ID=25881863
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893932179 Ceased DE3932179A1 (de) | 1989-06-12 | 1989-09-27 | Kolbenmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3932179A1 (de) |
-
1989
- 1989-09-27 DE DE19893932179 patent/DE3932179A1/de not_active Ceased
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