DE3915549A1 - Verfahren und vorrichtung zur reinigung von in eine spritzstellung ausfahrbaren spritzduesen eines spritzautomaten - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur reinigung von in eine spritzstellung ausfahrbaren spritzduesen eines spritzautomatenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Reinigung von in eine Spritzstellung ausfahrbaren Spritzdüsen
eines Spritzautomaten.
Aufgrund der beim Spritzen auftretenden Lacknebel setzt sich
auf den Spritzdüsen Lack ab, der in der Regel alle 10 bis 20
Minuten eine Reinigung der Düsen erfordert, wobei der
Spritzautomat stillgesetzt wird. Würde die Reinigung nicht
erfolgen, wächst die Düsenöffnung zu, was eine ungleichmäßige
Beschichtung und damit Ausschuß bewirken würde. Beim
Innenbeschichten von Hohlkörpern, deren Durchmesser nur gering
von dem Durchmesser der Spritzdüse abweicht, würde der Absatz
von Lacken eine Vergrößerung des Durchmessers der Spritzdüsen
bewirken, was mechanische Berührungen mit dem Hohlkörper
hervorrufen und damit zu dessen Beschädigung führen könnte. Bei
einer durchschnittlichen Reinigungszeit von ca. 2 Minuten sind
die Stillstandzeiten des Lackautomaten beträchtlich, wozu noch
das immer ein Risiko bewirkende neue Anfahren des Automaten
hinzukommt.
Aus der DE-Al 37 15 969 ist eine Reinigungsvorrichtung für
Spritzdüsen bekannt, bei der die Spritzdüsen ausschwenkbar von
der horizontalen Lage in eine vertikale Lage angeordnet sind,
wobei sie in der vertikalen Lage vollständig in eine
Reinigungsvorrichtung eintauchbar sind, die antreibbare offene
Behälter mit Bürsten aufweist, deren Borsten gegen das
Drehzentrum gerichtet sind, wobei die Spritzdüse in das
Drehzentrum eintauchbar ist. Hierbei ist jeder
Reinigungsvorrichtung ein Reinigungsmittel zuführbar. Hierdurch
kann der Reinigungsvorgang automatisch gestaltet werden, jedoch
muß auch bei dieser Vorrichtung der Produktionsprozeß des
Beschichtens unterbrochen werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Reinigung von in eine Spritzstellung
ausfahrbaren Spritzdüsen eines Spritzautomaten anzugeben, die
es erlauben, ohne Unterbrechung des Produktionsprozesses eine
Reinigung der Spritzdüsen von Lacknebelresten automatisch
durchzuführen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 3 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den
Unteransprüchen zu entnehmen.
Nachfolgend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel
unter Bezug auf Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine Reinigungsvorrichtung für einen Spritzautomaten zum
Beschichten von Hohlkörpern in Seitendraufsicht mit
teilweisen Ausschnitten,
Fig. 2 die Vorrichtung in Draufsicht in Richtung des Pfeils A
in Fig. 1,
Fig. 3 einen Teilausschnitt der Fig. 2 in vergrößertem Maßstab.
Ein Spritzautomat enthält Werkstückaufnahmen 1, die auf einem
nicht dargestellten Transportmittel angeordnet sind. Die
Werkstückaufnahmen 1 enthalten als Werkstücke eine Tube 2, die
mittels Spritzdüsen 3 innen beschichtet werden soll. Hierzu
sind die Spritzdüsen 3 in eine koaxiale Lage zur Tube 2 und
damit auch zur Werkstückaufnahme 1 bringbar und in dieser
Stellung in die Tube 2 einfahrbar. Für die Dauer des
Spritzvorgangs verbleiben die Tube 2 und die Spritzdüse 3 in
ihrer koaxialen Stellung, was durch Stillstand oder gemeinsame
Bewegung entlang einem Bahnabschnitt erfolgen kann. Durch
mehrere Spritzdüsen 3 können gleichzeitig mehrere Tuben 2
innenbeschichtet werden und/oder es können die Tuben 2 mit
mehreren Beschichtungen versehen werden. Derartige
Spritzautomaten sind bekannt, so daß sie hier nicht weiter
erläutert werden.
Auf dem Weg zwischen der Ausgangsstellung der Spritzdüsen 3 und
ihrem Eintauchen in die Tube 2 ist eine Bürstenanordnung 4 mit
Bürsten 5 und einer Einrichtung 6 zum Aufbringen eines
Reinigungsmittels 7 auf die Bürsten 5 angeordnet. Die Bürsten 5
der Bürstenanordnung 4 sind auf einer Rollenkette 8 angeordnet,
wobei die Rollenkette 8 derart geführt ist, daß mindestens in
dem Bereich der Bewegungsbahn(en) der Spritzdüsen 3, jedoch
senkrecht zu ihren Längsachsen die Bürsten 5 des Obertrums und
des Untertrums sich mit ihren Spitzen gerade noch oder gerade
nicht mehr (siehe Fig. 3) berühren. Die Anordnung der Bürsten 5
ist so, daß die Spritzdüsen 3 auf ihrem Weg von der
Ausgangsstellung in die Spritzstellung und zurück jeweils
zwischen den Bürsten 5 des Ober- und Untertrums quasi durch
einen Bürstenvorhang hindurch bewegt werden. Die Bürsten 5 sind
vorzugsweise höhenverstellbar an der Rollenkette 8 befestigt,
um Abnutzungserscheinungen ausgleichen zu können. Die von einem
Antrieb 9 angetriebene Rollenkette 8 wird auf ihrer
Bewegungsbahn durch die Einrichtung 6 zum Aufbringen eines
Reinigungsmittels 7 geführt, die in Form eines Behälters, der
vorzugsweise austauschbar angeordnet ist, wo sie in ein
Reinigungsmittel 7, das vorzugsweise ein Lösungsmittel für den
jeweils verwendeten Beschichtungslack ist, eintaucht. Unterhalb
des Behälters 10 ist mit diesem fest oder lösbar ein Absetzraum
angeordnet. Im Bereich der Spitzen der Bürsten 5, die aus dem
Reinigungsmittel auftauchen, sind ein oder mehrere Abstreifer
angeordnet, die die Bürsten 5 von anhaftenden
Lösungsmitteltropfen befreien und dafür sorgen, daß die Bürsten
5 nur mit Lösungsmittel 7 benetzt sind, so daß keine
Lösungsmitteltropfen auf die Spritzdüsen 3 übergeben werden
können, wo sie beim Herabfallen gegebenenfalls Ausschuß
produzieren könnten. Durch die Anzahl der Abstreifer 12 kann
ein gewünschter Feuchtigkeitsgrad der Bürsten 5 eingestellt
werden.
Vorzugsweise ist die gesamte Bürstenanordnung 4 und die
Einrichtung 6 zum Aufbringen eines Reinigungsmittels 7 auf die
Bürsten 5 in einem gemeinsamen Gehäuse 13 angeordnet. Das
Gehäuse 13 weist Durchgänge 14 mit einer Gestalt auf, die dem
Bewegungsweg der Spritzdüsen 3 senkrecht zu ihrer Längsachse
mit nur geringem Spiel entsprechen.
Auf der den Werkstückaufnahmen 1 zugewandten Seite des Gehäuses
13 ist eine Absaughaube 15 vorzugsweise fest mit dem Gehäuse 13
verbunden. Die Absaughaube 15 ist so gestaltet, daß sie die
freien Enden der Tuben 2, die in den Werkstückenaufnahmen 1
gehalten werden, überdeckt, wobei durch die Absaughaube
gegebenenfalls in Kombination mit der an ihr befestigten
Gehäusewand 13 ein möglichst geschlossener Absaugraum besteht,
der lediglich die notwendigen Öffnungen für die Bewegung der
Werkstückaufnahmen 1 mit den Tuben 2 sowie der Spritzdüsen 3
freiläßt. Der Absaugraum der Absaughaube 15 ist über eine
Absaugdüse 16, eine Leitung 17 an einen Absaugventilator 18
angeschlossen. Das Absaugsystem ist so dimensioniert, daß die
Absaugung mit hoher Luftgeschwindikgeit bei geringem
Absaugquerschnitt erfolgt.
Vorzugsweise ist die Absaughaube 15 mit dem Gehäuse 13
verbunden und beide sind gemeinsam mindestens axial verstellbar
angeordnet, wodurch eine optimale Anordnung der Haube in
Relation zu einem Werkstück, beispielsweise Tuben zwei
verschiedener Längen, einstellbar ist. Die feste Verbindung
zwischen Gehäuse 13 und Absaughaube 15 hat den Vorteil, daß die
Lösungsmitteldämpfe durch die Durchgänge 14 in die Absaughaube
15 gesaugt werden und dadurch nicht in die Umgebung austreten
können. Durch das Gehäuse 13 wird die Reinigungsvorrichtung
weitgehend gekapselt, so daß auch praktisch keine oder nur eine
unwesentliche Verdunstung des Reinigungsmittels 7 möglich ist,
was die Verluste an Reinigungsmittel senkt und umweltfreundlich
ist.
Bei einer Bewegung der Spritzdüse 3 in Richtung der in einer
Werkstückaufnahme 1 gehaltenen Tube 2 bewegt sich die
Spritzdüse 3 durch den Bürstenvorhang der Bürstenanordnung 4
hindurch. Da die Rollenkette 8 angetrieben ist, bewegen sich
der Obertrum zum Untertrum in gegenläufigem Sinne, so daß auch
im Falle, daß die Spritzdüse nur eine Bewegung entlang ihrer
Längsachse ausführt, Bürstbewegungen entlang der Spritzdüsen 3
erfolgen. Durch die Benetzung der Bürsten 5 mit einem
Reinigungsmittel 7 erfolgt eine Benetzung der Spritzdüsen 3 mit
Lösungsmittel, die bereits eine Ablagerung von Lacknebeln auf
den Spritzdüsen 3 erschwert. Nach dem Eintauchen der
Spritzdüsen 3 in die Tube 2 erfolgt der Spritzvorgang, wobei
aus der offenen Tube 2 Lacknebel austreten, die sofort mittels
des Absaugventilators 18 abgesaugt werden, so daß sich auch
weniger Lacknebel auf den Spritzdüsen absetzen können. Bei der
weiteren Rückzugsbewegung der Spritzdüsen 3 in ihre
Ausgangsstellung werden sie wieder durch die mit
Reinigungsmittel 7 benetzten Bürsten 5 gebürstet und von
anhaftenden Lacknebeln befreit. Auf ihrem Umlaufweg gelangt die
Rollenkette 8 mit ihren Bürsten 5 in den Behälter 10 mit
Reinigungsmittel 7 und taucht in dieses ein. Hierbei werden
gegebenenfalls anhaftende Lackteilchen von den Bürsten 5
abgelöst und die Bürsten 5 werden wieder mit frischem
Lösungsmittel benetzt. Die abgetrennten Lackreste gelangen in
den Absetzraum 11 und werden von Zeit zu Zeit entfernt. Durch
die Absaughaube 15 erfolgt eine nahezu punktförmige Absaugung
an der Stelle, wo die Lacknebel entstehen bzw. austreten, so
daß nur eine geringe Luftmenge abgesaugt werden muß, so daß die
gesamte Absauganlage gegenüber bekannten Anlagen kleiner
dimensioniert werden muß, so daß auch geringere Luftmengen dazu
noch mit höherem Anteil an Lösungsmitteldämpfen und/oder
Lackpartikeln entsorgt werden müßten, was leichter durchführbar
ist als wenn große Mengen mit niedrigen Anteilen entsorgt
werden müssen. Durch gegebenenfalls mitlaufende (nicht
dargestellte) Absaugdüsen kann eine punktförmige Absaugung
vorgenommen werden. Das erfindungsgemäße Verfahren und die
Vorrichtung ermöglichen eine automatische Reinigung der
Spritzdüsen 3 ohne daß der Produktionsbetrieb unterbrochen
werden muß bei gleichzeitig verringertem Anfall an Abluft,
wobei diese einen höheren Konzentrationsgrad an zu entsorgenden
Inhaltstoffen aufweist, was deren Entsorgung z.B. durch
Verbrennung wesentlich erleichtert. Die Bürstenanordnung kann
wahlweise im Intervall oder kontinuierlichen Betrieb geführt
werden. Ferner ist es möglich, gegenüber den bekannten
Verfahren und Vorrichtungen die Lösungsmittel optimaler zu
nutzen und Verluste durch Verdunstung zu verringern.
Claims (12)
1. Verfahren zur Reinigung von aus einer Ausgangsstellung in
eine Spritzstellung ausfahrbaren Spritzdüsen eines
Spritzautomaten, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spritzdüsen (3) mindestens auf ihrer Rückzugsbahn aus der
Spritz- in die Ausgangsstellung durch ein mit
Reinigungsmittel benetzte Bürsten einer Bürstenanordnung
abgebürstet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bürsten senkrecht zur Längsachse der Spritzdüsen bewegt
werden.
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß sie eine
zwischen Spritz- und Ausgangsstellung der Spritzdüsen (3)
angeordnete Bürstenanordnung (4) mit gegenüberliegend
angeordneten Bürsten (5) und eine Einrichtung (6) zum
Aufbringen eines Reinigungsmittels (7) auf die Bürsten (5)
aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bürstennanordnung (4) aus einer Bürsten (5) tragenden
endlosen angetriebenen Rollenkette (8) besteht, die auf
einem Wegabschnitt der Bewegungsbahn von Werkstückaufnahmen
und damit auch der Spritzdüsen (3), jedoch senkrecht zu
ihrer Längssachse folgend angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einrichtung (6) zum Aufbringen
eines Reinigungsmittels (7) ein Bad mit einem
Lacklösemittel ist in das die Bürsten (5) eingetaucht
werden wobei die Bürsten (5) nach Verlassen des Bades
mindestens einen Abstreifer (12) passieren.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
sich das Bad in einem austauschbaren Behälter (10)
befindet, der mit einem Absetzraum (11) verbunden ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bürsten (5) höhenverstellbar an der
Rollenkette (8) befestigt sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bürstenanordnung (4) mit der
Einrichtung (6) zum Aufbringen eines Reinigungsmittels (7)
auf die Bürsten (6) in einem Durchgänge (14) für die
Spritzdüsen (3) aufweisenden Gehäuse (13) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß sie eine an einen Absaugventilator (18)
angeschlossene, den Raum, in dem Lacknebel auftreten,
überdeckende und begrenzende Absaughaube (15) aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Absaughaube (15) mit dem Gehäuse (13) verbunden ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gehäuse (13) und/oder die
Absaughaube (15) verstellbar zwischen der Ausgangs- und
Spritzstellung der Spritzdüsen (3) angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch
gekennzeichnet, daß der Absaugventilator (18) einen hohen
Luftdurchsatz aufweist.
Priority Applications (3)
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