DE3914065A1 - Vorrichtung zur durchfuehrung von plasma-aetzverfahren - Google Patents
Vorrichtung zur durchfuehrung von plasma-aetzverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung
von Plasma-Ätzverfahren, insbesondere von reaktiven
Ionen-Ätzverfahren mit einer Reaktionskammer, einer ersten
Elektrode und einer zweiten Elektrode.
Bei plasmagestützten Prozessen zur Bearbeitung flacher
Substrate, z.B. von Halbleiterscheiben bei der Herstellung
von integrierten elektronischen Schaltkreisen,
beispielsweise dem sogenannten "Plasmaätzen", dem
"reaktiven Ionenätzen" oder der plasmaaktivierten
chemischen Gasphasenabscheidung, stehen beim derzeitigen
Stand der Technik vorrichtungsseitig folgende Probleme
im Vordergrund:
- 1. Die Substrate müssen reproduzierbar und effektiv, d.h. mit optimalem Wärmeübergang temperiert werden. Die Substrate werden hierbei üblicherweise in Kontakt mit einer heiz- oder kühlbaren Fläche gebracht. Der Wärmeübergang wird dabei durch die in der Regel zu geringe tatsächliche Kontaktfläche bzw. einen Spalt zwischen heiz- oder kühlbarer Fläche einerseits und den Substraten andererseits limitiert.
- 2. Durch mechanisch bewegte Teile innerhalb der Prozeßkammer können Partikel entstehen, die auf den Substraten zu Fehlstellen führen, welche die spätere Funktion hieraus gefertigter Teile gefährden.
- 3. Das Plasma füllt nicht das ganze Volumen der Prozeßkammer, sondern nur einen, stark von den Prozeßparametern abhängigen Teil davon. Die Erfahrung zeigt, daß auch geringe Variationen der Prozeßparamter (insbesondere Druck, Saugleistung der Vakuumpumpe, elektrische Leistung oder die Zuflußraten der Gase) das Volumen des Plasmas und damit die Energiedichte und die Konzentration reaktiver Teilchen über den Substraten merklich verändern. Dieser Effekt ist darauf zurückzuführen, daß das Plasma in der Regel nicht genügend über der zu behandelnden Fläche der Substrate konzentriert ist, sondern sich aufgrund zu voluminös dimensionierter Prozeßkammern auch weiter entfernt von den Substraten ausbilden kann, ohne jedoch ein bestimmtes Volumen, z.B. die Prozeßkammer zuverlässig zu erfüllen.
Zur Bewältigung dieser Probleme werden beim derzeitigen
Stand der Technik folgende Lösungen vorgeschlagen oder
praktiziert:
- 1. Zur Verbesserung der Wärmeübertragung zwischen einer temperierten Fläche und der Rückseite der Substrate wurde die Füllung des Spalts zwischen den beiden Kontaktflächen mit Vakuumfett, bzw. Ölen mit niedrigem Dampfdruck, wie sie in Drehschieberpumpen verwendet werden, vorgeschlagen. Nachteilig ist jedoch, daß hierdurch das Plasma mit den genannten Materialien verunreinigt wird. Alternativ wurde die verwendung von Gasen als wärmeübertragendes Medium zwischen den beiden Kontaktflächen berichtet (US-PS 45 14 636; US-PS 42 61 762; US-PS 45 79 623). Von Nachteil ist, daß eine präzise Kontrolle des Zustroms des wärmeübertragenden Gases notwendig ist sowie gesondertes Fixieren der Substrate, insbesondere bei Behandlung leichter Substrate, z.B. von Siliziumscheiben. Ein anderer Weg zur Verbesserung der Wärmeübertragung zwischen beiden Kontaktflächen besteht im Andrücken der Substrate an die temperierte Fläche. Dies kann z.B. durch elektrostatische Anziehung der Substrate an die temperierte Fläche erfolgen, wie in US-PS 43 99 016 beschrieben. Diese Methode erfordert dieser Patentschrift zufolge exzellente Dielektrikumsschichten auf der temperierten Fläche, wie sie in der Praxis kaum zu garantieren sind. Geläufiger ist deshalb das Andrücken der Substrate durch mechanische Mittel, wie Krallen oder mittels Federdruck betätigte Stifte bzw. Ringe (US-PS 43 67 114). Diese mechanischen Mittel bewirken jedoch häufig lokale Inhomogenitäten des Plasmas, die zu inhomogener Bearbeitung der Substrate führen. Durch Federdruck betätigte Mittel zum Andrücken neigen ferner zu wenig reproduzierbarem Andruck.
- 2. Die bisherigen mechanischen Mittel zum Andrücken von Substraten an temperierte Flächen erzeugen durch Abrieb Partikel, die auf die Substrate gelangen können. Um Partikel von der zu bearbeitenden Fläche der Substrate fernzuhalten, wird deshalb in einem Anlagentyp zum reaktiven Ionenätzen das Substrat mit der zu bearbeitenden Fläche nach unten an die obere Elektrode eines sogenannten Parallelplattenreaktors gedrückt. Dieser Aufbau macht jedoch das Beladen der Prozeßkammer mechanisch erheblich aufwendiger.
- 3. Zur Konzentrierung des Plasmas nahe einem zu bearbeitenden Substrat wird in US-PS 42 09 357 eine kleine Prozeßkammer vorgeschlagen, die eine zuverlässige Definition des Plasmavolumens erlaubt.
Mittel zum Andrücken des Substrats an eine temperierbare
Unterlage sind jedoch nicht vorgesehen. Es bestand deshalb
die Aufgabe, eine Vorrichtung zur Durchführung von
Plasmaprozessen zu schaffen, die eine sichere und
reproduzierbare Temperaturkontrolle flacher zu
bearbeitender Substrate durch mechanisches Andrücken
dieser Substrate an eine temperierte Fläche gewährleistet.
Dabei soll vermieden werden, daß durch Abrieb des
Andruckmechanismus erzeugte Partikel auf die Oberfläche
der Substrate gelangen können. Schließlich soll die
Vorrichtung das Plasma in einem definierten Volumen nahe
der zu bearbeitenden Substrate konzentieren, ohne daß
lokale Inhomogenitäten des Plasmas auftreten.
Erfindungsgemäß werden die o.g. Aufgaben gelöst, indem
eine der Substratform angepaßte Reaktionskammer auf den
Rand eines einzelnen Substrats aufgestellt wird und das
Substrat durch ihr Gewicht auf eine temperierte Fläche
drückt, auf der das Substrat aufliegt.
An die temperierbare Fläche wird während des Prozesses
eine Spannung, vorzugsweise eine Hochfrequenzspannung
angelegt und die Reaktionskammmer geerdet, so daß das
Plasma innerhalb des vom Substrat und von der
Reaktionskammer umschlossenen Raumes brennt.
Die Erfindung wird weiter unten anhand von mehreren
Figuren im Detail erläutert.
Beim reaktiven Ionen-Atzen werden stark reagierende Gase,
wie fluor- oder chlorhaltige Gase, eingesetzt.
Durch die amerikanische Patentschrift 42 09 357 ist bereits
ein Gasplasmareaktor bekannt geworden. Nach Anspruch
1 dieser Patentschrift ist der Gasplasmareaktor mit einer
ersten und zweiten Elektrode versehen, die so ausgebildet
sind, daß sie einen Reaktionsraum umgeben, der evakuiert
werden kann. Die erste Elektrode der US-Patentschrift
hat eine Reihe von Öffnungen für den Einlaß von Reak
tionsgas in den Reaktionsraum und eine zweite Reihe von
Öffnungen für den Auslaß der gasförmigen Reaktionspro
dukte aus dem Reaktionsraum.
Der Erfindung liegen folgende Aufgaben zugrunde:
Die oben beschriebenen Verfahren sollen grundsätzlich verbessert werden. Es soll eine erhöhte Konzentrierung des Plasmas erzielt werden, beziehungsweise das Volumen soll stärker verringert werden. Es soll ein sicheres Verfahren gefunden werden für das Andrücken des Substrats an die untere Elektrode (Katode). Das Verhältnis der Flächen der Anode und der Innenwand des Reaktors, die beide an Masse liegen, einerseits und der Fläche der Katode, die mit einer negativen Vorspannung (DC-Bias) versehen ist, andererseits soll verkleinert werden.
Die oben beschriebenen Verfahren sollen grundsätzlich verbessert werden. Es soll eine erhöhte Konzentrierung des Plasmas erzielt werden, beziehungsweise das Volumen soll stärker verringert werden. Es soll ein sicheres Verfahren gefunden werden für das Andrücken des Substrats an die untere Elektrode (Katode). Das Verhältnis der Flächen der Anode und der Innenwand des Reaktors, die beide an Masse liegen, einerseits und der Fläche der Katode, die mit einer negativen Vorspannung (DC-Bias) versehen ist, andererseits soll verkleinert werden.
Es gehört weiterhin zur Aufgabe, eine größere Flexibilität
bei der Einstellung der Verfahrensparameter zu erreichen.
Insbesondere soll ein schnelles, sicheres und ökonomisches
Anpassen der Verfahrensparameter an Kundenwünschen, das
heißt an spezielle Verfahrensvorschriften, durchführbar
sein.
Mit der Erfindung soll eine bessere Wärmeabfuhr für das
Substrat während des Ätzvorgangs erzielt werden.
Es gehört weiterhin zu den Aufgaben der Erfindung, das
Anpressen mit einer dreifingrigen Kralle, wie dies beim
Stand der Technik der Fall ist, zu vermeiden. In der
Regel bildet sich an der Stelle der Kralle ein ungleich
mäßiges Plasma. Dies verursacht wiederum eine ungleich
mäßige Ätzung.
Es soll auf einfache Weise Einfluß auf das Verhältnis
der Größen der am Verfahren beteiligten Anoden- und Reak
torinnenwandfläche einerseits und der Katodenfläche
andererseits genommen werden können, um nach der Theorie
der Langmuirsonde die Spannungspotentiale zwischen Plasma
und Katode je nach Verfahrensvorschrift zu ändern.
Die Gerichtetheit der Ätzung soll verbessert werden.
Aus der oberen Elektrode heraus soll das Gas in möglichst
definierter Weise auf das darunterliegende Substrat
geleitet werden.
Die gestellten Aufgaben werden erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß die erste Elektrode, die vorzugsweise an
Masse liegende Anode, innerhalb der Kammer in Richtung
auf die zweite Elektrode, vorzugsweise die Katode, beweg
lich angeordnet und mit mindestens einer Prozeßgasaus
trittsöffnung, vorzugsweise jedoch mit einer Vielzahl
von Prozeßgasaustrittsöffnungen versehen ist, daß die
zweite, insbesondere gekühlte, Elektrode als Substrat
träger ausgebildet, hochfrequenzgespeist ist und ein
negatives Potential (DC-Bias) gegenüber dem Plasma auf
weist.
Eine hohe Konzentration des Plasmas und ein sicheres
Andrücken des Substrats an die untere Elektrode
wird dadurch erreicht, daß eine Prozeßkammer über der
oberen Elektrode (erste Elektrode) hängend angeordnet
ist, daß beim Absenken der oberen Elektrode, die
Prozeßkammer auf den Rand des Substrats aufsitzt und
das Substrat durch sein Eigengewicht reproduzierbar auf
die untere Elektrode (zweite Elektrode) drückt.
In vorteilhafter Weise kann der Ablauf des Verfahrens
dadurch beeinflußt werden, daß die obere Elektrode mit
Austrittsöffnungen für Prozeßgas versehen ist, die so
ausgebildet und angeordnet sind, daß die erzeugten Gas
ströme, insbesondere in ihrer Richtung und Intensität,
als gemäß der geforderten Verfahrensvorschrift
einstellbare Verfahrensparameter genutzt werden können.
Zweckmäßigerweise ist die obere Elektrode kreisscheiben
förmig ausgebildet. Um die Gerichtetheit der Gasströme
zu gewährleisten, wird weiterhin vorgeschlagen, daß die
obere Elektrode als Gasdusche vorzugsweise mit Richtung
auf das auf der zweiten Elektrode befindliche Substrat
ausgebildet ist.
Eine kostensparende Konstruktion besteht darin, daß die
Gasdusche ein Lochblech umfaßt, wobei die Löcher des
Lochblechs die Gasaustrittsöffnungen darstellen.
Das erforderliche Volumen wird auf ein Mindestmaß dadurch
reduziert, daß die obere Elektrode, die Prozeßkammer
und die untere Elektrode eine Prozeßkammer bilden, in
der das Plasma konzentriert wird.
Geänderte Kundenwünsche führen zu geänderten Verfahrens
vorschriften. Um diese zu erfüllen, müssen die
Verfahrensparameter geändert werden. Dazu gehört als
ein wichtiger Verfahrensparameter die Differenz des
Potentials des Plasmas einerseits und der
Substratelektrode andererseits. Diese Differenz der
Potentiale ist eine Funktion der Differenz der Flächen
der beiden am Verfahren beteiligten Elektroden. Der Fläche
der an Masse liegenden oberen Elektrode ist die Fläche
der Innenwand des ebenfalls an Masse liegenden Rezipienten
hinzuzufügen.
Man kommt so zu der Gesamtanodenfläche. Ändert man nunmehr
diese Gesamtanodenfläche, indem man die Innenwand des
Rezipienten durch Austausch des Rezipienten, beziehungs
weise durch Einsatz einer anderen Konfiguration der
Innenwand der Prozeßkammer ändert, dann kommt man auf
eine sehr einfache und ökonomische Weise zu der gewünsch
ten Änderung der Differenz der Potentiale des Plasmas
und der Substratelektrode.
Es wird daher in weiterer Ausgestaltung der Erfindung
vorgeschlagen, daß die Prozeßkammer auswechselbar
angeordnet ist und je nach den geforderten
Verfahrensvorschriften durch einen anderen Rezipienten
mit einer anderen wirksamen Fläche der Innenwand ersetzt
werden kann.
Außerdem wird vorgeschlagen, daß die Größe der wirksamen
Fläche der Innenwand des vorhandenen Rezipienten geändert
wird.
Es hat sich als zweckmäßig herausgestellt, daß die
Prozeßkammer in ihrer oberen Wand mit mindestens einer
Auslaßöffnung,
insbesondere für die gasförmigen Reaktionsprodukte aus
der Prozeßkammer, versehen ist.
Dabei kann vorgesehen werden, daß die Auslaßöffnungen
einstellbare Strömungsquerschnitte aufweisen, die insbe
sondere durch veränderbare Überdeckung von Löchern einer
Lochplatte (Blende), die gegenüber der oberen Wand des
Rezipienten verdrehbar ist, und von zu den Löchern der
Blende korrespondierenden Löchern in der Wand des Rezi
pienten gebildet werden.
Zur Kontrolle des Verfahrens wird vorgeschlagen, daß
der Rezipient, insbesondere in seiner seitlichen Wand,
mit einem Beobachtungsfenster versehen ist. Dabei kann
vorgesehen werden, daß das Fenster aus Siliciumoxid oder
aus Saphir besteht.
Der untere Rand des Rezipienten kann mit einem Keramik
profilring versehen sein, in dem vorzugsweise ein Saphir
fenster angeordnet ist.
Es wird im Rahmen der Erfindung vorgeschlagen, daß mit
den beschriebenen Vorrichtungen ein Verfahren durchgeführt
wird, bei dem eine der Substratform angepaßte
Reaktionskammer auf den Rand eines einzelnen Substrats
aufgestellt wird und das Substrat durch ihr Gewicht auf
eine temperierte Fläche drückt, auf der das Substrat
aufliegt.
Weiterhin wird vorgeschlagen, daß an die temperierbare
Fläche während des Prozesses eine Spannung, vorzugsweise
eine Hochfrequenzspannung angelegt und die Reaktionskammer
geerdet wird, so daß das Plasma innerhalb des
vom Substrat und von der Reaktionskammer umschlossenen
Raumes brennt.
Mit der Erfindung werden folgende Vorteile erzielt:
Die gestellten Aufgaben werden gelöst. Gegenüber dem Stand der Technik wird eine größere Konzentrierung des Plasmas erzielt. Das benötigte Volumen wird verringert.
Die gestellten Aufgaben werden gelöst. Gegenüber dem Stand der Technik wird eine größere Konzentrierung des Plasmas erzielt. Das benötigte Volumen wird verringert.
Das Andrücken des Substrats auf die untere Elektrode
wird verbessert. Damit wird auch die Wärmeabfuhr für
das Substrat während des Verfahrens verbessert, das heißt,
die sowieso verhandene Kühlung der Substratelektrode
wird besser, als dies beim Stand der Technik der Fall
ist, ausgenutzt. Das Verhältnis der Flächen
Anode/Reaktorwand zur Katode wird verkleinert.
Es wird eine größere Flexibilität bei der Einstellung
der Verfahrensparameter erreicht.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind der folgenden
Beschreibung mehrerer Ausführungsbeispiele der Erfindung
zu entnehmen.
Diese Ausführungsbeispiele werden anhand von vier Figuren
erläutert.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung in einem
Schnittbild eine Reaktionskammer für ein reaktives Ionen-
Ätzverfahren.
Fig. 2 zeigt schematisch in einer Schnittdarstellung
ein weiteres Ausführungsbeispiel des Gegenstands der
Erfindung.
Fig. 3 zeigt schematisch eine Lochscheibe.
Fig. 4 zeigt schematisch in einer Schnittdarstellung
ein weiteres Ausführungsbeispiel des Gegenstands der
Erfindung.
Fig. 1 zeigt eine obere Elektrode 1 und eine untere
Elektrode 2. Eine Prozeßkammer 3 ist über der oberen
Elektrode hängend angeordnet. Beim Absenken der oberen
Elektrode in Richtung der Pfeile 4, 5 senkt sich auch
die Prozeßkammer. Der Metallrezipient sitzt auf dem Rand
des Substrats 6 auf. Bei dem Substrat kann es sich um
einen Wafer handeln. Der Randbereich des Wafers ist mit
7 bezeichnet. Durch das Eigengewicht drückt der Rezipient
reproduzierbar das Substrat auf die untere Elektrode
2.
Bei Inbetriebnahme der Vorrichtung bildet sich ein Plasma,
das durch die obere Elektrode, die Prozeßkammer und die
untere Elektrode, beziehungsweise das Substrat, in der
Reaktionskammer 8 konzentriert wird. Über die obere
Elektrode tritt Prozeßgas in die Reaktionskammer 8.
Das austretende Prozeßgas ist in Fig. 1 durch Pfeile
symbolisiert. Einer dieser Pfeile trägt die Bezugsziffer
9. Die während der Reaktion entstehenden Abgase werden,
wie in den Fig. 2 und 4 dargestellt ist, nach oben
abgesaugt.
Nach Beendigung der Ätzung des Substrats 6 wird die obere
Elektrode nach oben bewegt. Die Prozeßkammer wird dadurch
ebenfalls nach oben bewegt, siehe Pfeile 10, 11. Das
geätzte Substrat kann entfernt und durch ein neues zu
ätzendes Substrat ersetzt werden.
Die untere Elektrode, die man als Substratelektrode
bezeichnen kann, ist hochfrequenzgespeist. Sie weist
gegenüber dem Plasma ein negatives Potential auf. Die
Substratelektrode ist gekühlt. Durch das dichte Anliegen
des Substrats, insbesondere durch das soeben beschriebene
Anpressen des Substrats durch das Eigengewicht der
Prozeßkammer, wird eine wirksame Kühlung des Substrats
erzielt.
Die obere Elektrode ist als Gasdusche ausgebildet. Sie
besitzt ein Kanalsystem für das Prozeßgas, siehe hierzu
die Bezugsziffern 12, 13, die Kanäle kennzeichnen, und
eine Reihe von Austrittsöffnungen, von denen eine mit
14 bezeichnet ist. Ein Balg 15 dient zur Abdichtung der
Reaktionskammer.
Während die Substratelektrode ein negatives Potential
gegenüber dem Plasma aufweist, liegt die obere Elektrode
sowie die Glocke an Masse.
Da hier die Fläche der obereren Elektrode 1 und die
Innenwand der Prozeßkammer 3 als eine Elektrodenfläche
(Anodenfläche) anzusehen sind, die der kleineren Fläche
(Katodenfläche) der Substratelektrode gegenüberstehen,
wird das Substrat mit Ionen aus dem Plasma bombardiert.
Das Substrat wird durch das Bombardement abgetragen,
beziehungsweise geätzt.
Es gehört zu den Vorteilen der Erfindung, daß die
Prozeßkammer ausgewechselt werden kann. Eine alternativ
eingesetzte Prozeßkammer mit einer anderen Größe der
Innenfläche führt zu anderen Potentialverhältnissen.
Damit ist es möglich, geänderten Wünschen des Kunden,
das heißt geänderten Verfahrensvorschriften, zu
entsprechen.
In einem anderen, nicht dargestellten Ausführungsbeispiel
kann vorgesehen werden, daß die Größe der wirksamen Fläche
der Innenwand der vorhandenen Prozeßkammer veränderbar
ausgebildet ist.
Bei Vorrichtungen des Standes der Technik wird das Sub
strat durch eine dreifingrige Kralle auf die Substrat
elektrode gepreßt. Im Bereich der Kralle bildet sich
beim Stand der Technik ein ungleichmäßiges Plasma. Dadurch
kommt es zu einer ungleichmäßigen Ätzung. Dieser Nachteil
wird durch das beschriebene Aufsetzen der Prozeßkammer
auf den Rand des Substrats vermieden.
Aus Fig. 2 ist der glockenförmige Rezipient 16 erkennbar.
Die obere Prozeßkammerwand 17 trägt an ihrer Außenseite
eine Lochscheibe oder Blende 18. Die Form der Lochscheibe
ist insbesondere aus Fig. 3 ersichtlich. Über einen
Teilungskreis verteilt sind acht Löcher angebracht, von
denen eines mit 19 bezeichnet ist. Korrespondierend zu
diesen Löchern der Lochscheibe sind in der oberen Wand
des Rezipienten Löcher angebracht, von denen zwei in
der Schnittdarstellung gemäß Fig. 2 mit 20, 21 bezeichnet
sind.
Die Lochplatte ist gegenüber der oberen Wand des Rezi
pienten verdrehbar. Insbesondere aus Fig. 3 ist erkenn
bar, daß durch das Verdrehen der Lochplatte gegenüber
der oberen Prozeßkammerwand 17 die Strömungsquerschnitte
für das Abgas verändert werden können. Das abströmende
Abgas ist in Fig. 2 durch sechs Pfeile gekennzeichnet,
von denen einer mit 22 bezeichnet ist.
Wie anhand von Fig. 1 beschrieben, besitzt die obere
Elektrode 24 ein Kanalsystem für das Prozeßgas. Ein
axial angeordneter Kanal ist in Fig. 2 mit der Bezugs
ziffer 25 bezeichnet.
Rein schematisch sind sieben Austrittsöffnungen in Fig.
2 in der oberen Elektrode dargestellt. Eine trägt die
Bezugsziffer 27. Mit 28 ist ein Beobachtungsfenster
bezeichnet. 29 stellt einen Keramikprofilring dar.
Fig. 4 entspricht mit einer Ausnahme der Fig. 2. Während
das Fenster 28 der Fig. 2 aus Siliciumdioxid besteht
und in der seitlichen Prozeßkammer 30 des Rezipienten
angebracht ist, besteht das Fenster 31 gemäß Fig. 4
aus Saphir, und es ist im Keramikprofilring 32 angeordnet.
Das Fenster dient zur optischen Endpunkterkennung. Der
Endpunkt der Ätzung ist dann eingetreten, wenn die zu
entfernende Schicht entfernt ist und kein weiteres
Material mehr abgetragen werden soll.
Wie insbesondere aus den Fig. 2 und 4 ersichtlich,
ist die obere Elektrode als Gasdusche ausgebildet, sie
ist mit einem Lochblech versehen. Das Prozeßgas,
beispielsweise Fluor oder Chlor,
tritt an den Öffnungen aus. Es reagiert mit dem Material
des Substrats, dabei entsteht Siliciumfluorid und
Aluminiumchlorid, das in die Gasphase abgegeben wird.
Diese gasförmigen Reaktionsprodukte werden im Gegensatz
zum Stand der Technik nicht nach unten sondern nach oben
über die Öffnungen 20, 21 abgesaugt.
Nachfolgend wird in zusammengefaßter Form eine
Beschreibung der Vorrichtung zur Durchführung von Plasma-
Ätzprozessen wiedergegeben:
In Fig. 1 wird eine Vorrichtung zur Durchführung eines plasmagestützen reaktiven Ionen-Ätzverfahrens mit einer Reaktionskammer (8), einer oberen Elektrode (1), bestehend aus einem Anodenkörper und einer kombinierten Gaszuführung mit Halterung, und einer unteren Elektrode (2) dargestellt. Vorteilhafterweise befindet sich die beschriebene Anordnung in einem Vakuumrezipienten. Auf der oberen Elektrode befindet sich eine Lochblende mit Öffnungen, die mit denen in der Prozeßkammer identisch sind. Sie liegt frei drehbar auf. Durch Änderung ihrer Lage ist es möglich, die Querschnitte der Abpumpöffnungen zu variieren. Hierdurch ist man in der Lage, Einfluß auf wichtige Prozeßparameter, wie z.B. die Verweildauer des Prozeßgases und der Reaktionsprodukte zu nehmen. Ein an der Gaszuführung und der Lochblende befestigter Faltenbalg verhindert das Eindringen von Partikeln in den Rezipienten. Gleichzeitig ist die obere Elektrode als Gasdusche ausgebildet, die untere als Substratelektrode an der die Prozeßkammer anliegend angeordnet ist. Ein vollständiger Prozeßzyklus sieht wie folgt aus. Eine Hubvorrichtung hebt die obere Elektrode und damit die Prozeßkammer an.
In Fig. 1 wird eine Vorrichtung zur Durchführung eines plasmagestützen reaktiven Ionen-Ätzverfahrens mit einer Reaktionskammer (8), einer oberen Elektrode (1), bestehend aus einem Anodenkörper und einer kombinierten Gaszuführung mit Halterung, und einer unteren Elektrode (2) dargestellt. Vorteilhafterweise befindet sich die beschriebene Anordnung in einem Vakuumrezipienten. Auf der oberen Elektrode befindet sich eine Lochblende mit Öffnungen, die mit denen in der Prozeßkammer identisch sind. Sie liegt frei drehbar auf. Durch Änderung ihrer Lage ist es möglich, die Querschnitte der Abpumpöffnungen zu variieren. Hierdurch ist man in der Lage, Einfluß auf wichtige Prozeßparameter, wie z.B. die Verweildauer des Prozeßgases und der Reaktionsprodukte zu nehmen. Ein an der Gaszuführung und der Lochblende befestigter Faltenbalg verhindert das Eindringen von Partikeln in den Rezipienten. Gleichzeitig ist die obere Elektrode als Gasdusche ausgebildet, die untere als Substratelektrode an der die Prozeßkammer anliegend angeordnet ist. Ein vollständiger Prozeßzyklus sieht wie folgt aus. Eine Hubvorrichtung hebt die obere Elektrode und damit die Prozeßkammer an.
Durch eine Schleuse, die jetzt geöffnet wird, bringt
ein Robotarm das Substrat (6). Mittels einer
entsprechenden Vorrichtung wird dieses auf der unteren
Elektrode abgelegt. Nachdem der Robotarm den
Vakuumrezipienten verlassen hat, und dessen Schleusentür
geschlossen wurde, wird die obere Elektrode abgesenkt.
Gleichzeitig bewegt sich die Prozeßkammer nach unten
und sitzt am Rand des Substrats (6) auf. Durch das
Eigengewicht der Prozeßkammer (3) wird das Substrat (6)
reproduzierbar auf die untere, kühlbare Elektrode
gedrückt. Durch geschickte Ausbildung und Anordnung der
Bauelemente wird eine Konzentration des Plasmas, sowie
ein sicheres Andrücken des Substrats (6) an die untere
Elektrode ohne nachteilige Veränderung des Plasmas
möglich. Dieses hat gegenüber der hochfrequenzgespeisten
Substratelektrode ein positives Potential. Nach Beendigung
des Prozesses läuft der Einschleusprozeß revers ab. Die
obere Elektrode, und damit der Metallrezipient, wird
angehoben und der Robotarm entlädt die Prozeßkammer.
Für einen neuen Prozeß wiederholt sich der gesamte
Vorgang.
Liste der Einzelteile:
1 obere Elektrode
2 untere Elektrode
3 Prozeßkammer
4 Pfeil
5 Pfeil
6 Substrat
7 Randbereich
8 Reaktionskammer
9 Pfeil
10 Pfeil
11 Pfeil
12 Kanal
13 Kanal
14 Öffnung, Loch
15 Balg
16 Prozeßkammerwand
17 obere Prozeßkammerwand
18 Lochscheibe, Blende
19 Loch
20 Loch
21 Loch
22 Pfeil
24 Elektrode
25 Kanal
27 Öffnung
28 Fenster
29 Keramikprofilring
30 seitliche Prozeßkammerwand
31 Fenster
32 Keramikprofilring
2 untere Elektrode
3 Prozeßkammer
4 Pfeil
5 Pfeil
6 Substrat
7 Randbereich
8 Reaktionskammer
9 Pfeil
10 Pfeil
11 Pfeil
12 Kanal
13 Kanal
14 Öffnung, Loch
15 Balg
16 Prozeßkammerwand
17 obere Prozeßkammerwand
18 Lochscheibe, Blende
19 Loch
20 Loch
21 Loch
22 Pfeil
24 Elektrode
25 Kanal
27 Öffnung
28 Fenster
29 Keramikprofilring
30 seitliche Prozeßkammerwand
31 Fenster
32 Keramikprofilring
Claims (17)
1. Vorrichtung zur Durchführung von Plasma-Ätzverfahren,
insbesondere von reaktiven Ionen-Ätzverfahren mit einer
Reaktionskammer, einer ersten Elektrode und einer zweiten
Elektrode, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Elektro
de, vorzugsweise die an Masse liegende Anode, innerhalb
der Kammer in Richtung auf die zweite Elektrode, vorzugs
weise die Katode, beweglich angeordnet und mit mindestens
einer, vorzugsweise mit einer Vielzahl von Prozeßgas
austrittsöffnungen versehen ist, daß die zweite, insbe
sondere gekühlte, Elektrode als Substratträger ausgebil
det, hochfrequenzgespeist ist und ein negatives Potential
(DC-Bias) gegenüber dem Plasma aufweist.
2. Vorrichtung, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß eine, insbesondere glockenförmige,
vorzugsweise an Masse liegende, Prozeßkammer (3) über
der oberen Elektrode (erste Elektrode) (1) hängend
angeordnet ist, daß beim Absenken der oberen Elektrode,
der Rezipient auf den Rand des Substrats (6) aufsitzt
und das Substrat durch sein Eigengewicht reproduzierbar
auf die untere Elektrode (zweite Elektrode) (2) drückt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die obere Elektrode (1) mit Austrittsöff
nungen (14) für Prozeßgas versehen ist, die so ausgebil
det und angeordnet sind, daß die erzeugten Gasströme,
insbesondere in ihrer Richtung und Intensität, als gemäß
der geforderten Verfahrensvorschrift einstellbare
Verfahrensparameter genutzt werden können.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die obere
Elektrode (1) kreisscheibenförmig ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die obere
Elektrode (1) als Gasdusche vorzugsweise mit Richtung
auf das auf der untere Elektrode (2) befindliche Substrat
ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasdusche
ein Lochblech umfaßt, wobei die Löcher (14) des Lochblechs
die Gasaustrittsöffnungen darstellen.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die obere
Elektrode (1), die Prozeßkammer (3) und die untere
Elektrode (2) , beziehungsweise das auf der unteren
Elektrode liegende Substrat (6) eine Prozeßkammer (8)
bilden, in der das Plasma konzentriert wird.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die, insbe
sondere glockenförmig ausgebildete, Prozeßkammer (3)
auswechselbar angeordnet ist und je nach den geforderten
Verfahrensvorschriften durch einen anderen Rezipienten
mit einer anderen wirksamen Fläche der Innenwand ersetzt
werden kann.
9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe
der wirksamen Fläche der Innenwand des vorhandenen Rezi
pienten veränderbar ist.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Prozeßkammer in ihrer oberen Wand (17) mit mindestens
einer Auslaßöffnung (20, 21), insbesondere für die
gasförmigen Reaktionsprodukte versehen ist.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaß
öffnungen einstellbare Strömungsquerschnitte aufweisen,
die insbesondere durch veränderbare Überdeckungen von
Löchern einer Lochscheibe (Blende) (18), die gegenüber
der oberen Prozeßkammerwand (17) der Prozeßkammer
verdrehbar ist, und von zu den Löchern (19) der Blende
(18) korrespondierenden Löchern (20, 21) in der oberen
Prozeßkammerwand (17) der Prozeßkammer gebildet werden.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Prozeßkammer, insbesondere in ihrer seitlichen Wand (30),
mit einem Beobachtungsfenster (28) versehen ist.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fenster
(28) aus Siliciumoxid besteht
14. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fenster
(31) aus Saphir besteht.
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorangegan
genen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der untere
Rand der Prozeßkammerwand mit einem Keramikprofilring
(32) versehen ist, in dem vorzugsweise ein Saphirfenster
(31) angeordnet ist.
16. Verfahren, das mit Hilfe einer Vorrichtung nach einem
oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche durchgeführt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Substratform
angepaßte Reaktionskammer auf den Rand eines einzelnen
Substrats aufgestellt wird, daß das Substrat durch das
Gewicht der Reaktionskammer auf eine temperierte Fläche
gedrückt wird, auf der das Substrat aufliegt.
17. Verfahren, insbesondere nach Anspruch 16, das mit
Hilfe einer Vorrichtung nach einem oder mehreren der
vorangegangenen Ansprüche durchgeführt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß an die temperierbare Fläche während
des Prozesses eine Spannung, vorzugsweise eine
Hochfrequenzspannung angelegt und die Reaktionskammer
geerdet wird, so daß das Plasma innerhalb des vom Substrat
und von der Reaktionskammer umschlossenen Raumes brennt.
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| DE69504716T2 (de) | System zum Behandeln und zum Handhaben von Substraten für Flachdisplays |
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