DE3913760A1 - Schlitzwand - Google Patents
SchlitzwandInfo
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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Description
Die Erfindung betrifft eine Schlitzwand, insbesondere
zur Abdichtung kontaminierter Standorte mit Abdichtungs
bahnen, die überlappend eingezogen werden und im
Überlappungsbereich lose aneinanderliegen.
Schlitzwände sind im Tiefbau seit langem Stand der
Technik. Dabei wird zunächst ein Erdschlitz gefräst
oder ausgehoben und der Schlitz zugleich mit Bentonit
oder einer anderen Stüzmasse verfüllt. Durch die
Verfüllung wird ein Einbrechen des Erdschlitzes
verhindert. Der üblicherweise verwendete Bentonit hat
über die Stützfunktion hinaus zugleich eine Dichtfunk
tion. Er entfaltet erhebliche Dichtwirkung. In früherer
Zeit wurde die Dichtwirkung als ausreichend angesehen,
um z.B. Grundwasserströmung zu unterbrechen, stehende
oder fließende Gewässer einzugrenzen. In neuerer Zeit
finden Schlitzwände eine immer größere Bedeutung für
die Einkapselung kontaminierter Standorte. Dazu
gehören Deponien. Von den kontaminierten Standorten
geht in der Regel eine Grundwassergefahr aus. Diese
Grundwassergefahr wird durch Sickerwasser verursacht,
welches aus Oberflächenwasser entsteht und in das
Grundwasser gelangt. Darüber hinaus kann das Grund
wasser auch in die Deponie bzw. den kontaminierten
Standort aufsteigen und Kontaminationsstoffe aus
laugen.
Bei kontaminierten Standorten wird an die Dichtwirkung
von Erdschlitzen eine Anforderung gestellt, die mit
Bentonit allein nicht erfüllbar ist. Deshalb wurde die
Überlegung geboren, Abdichtungsbahnen in die bekannten
Schlitzwände einzuziehen, bevor die Stützmasse nach
Zugabe von Bindemitteln (Zement) erhärtet. Zugleich
ist nach den bekannten Lösungen vorgesehen, daß die
Abdichtungsbahnen an ihren Rändern miteinander ver
bunden werden. Als Verbindungstechniken sind zunächst
Schlösser vorgeschlagen worden, die ähnlich den
Schlössern an Spundbohlen ineinandergeschoben werden.
Über diese rein mechanische Verbindung hinaus hat sich
ein starker Trend zur Verschweißung der Abdichtungs
bahnenränder entwickelt. Entsprechende Lösungsvor
schläge sehen ein Schweißen im Schloß vor. Aber auch
ein Schweißen sich überlappender Bahnenränder ist ent
wickelt worden. Die Bahnenränder werden dazu im
Überlappungsbereich eingehaust, der Überlappungsbe
reich freigelegt. Danach kann die Verschweißung in
herkömmlicher Form erfolgen.
Durch das Verschweißen entstehen weitgehend permenations
sichere Schlitzwände. Allerdings ist die Abdichtung
auch wirtschaftlich aufwendig.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den wirt
schaftlichen Aufwand für die Abdichtungsmaßnahmen zu
verringern. Dabei setzt die Erfindung bei der Über
legung ein, daß auch Schlitzwandsituationen vorkommen,
in denen die Schlitzwand nicht bis in wasserundurch
lässige Erdschichten nach unten ragt. Dann ist ohnehin
mit einer Grundwasserströmung zu rechnen. Für solche
Verhältnisse ist vorgesehen, die Grundwasserströmung
in einer Richtung zu stabilisieren. Das geschieht mit
Hilfe geeigneter Bohrungen und Pumpen. Mit Hilfe der
Bohrungen und Pumpen wird der Grundwasserspiegel
innerhalb des bei der Schlitzwand abgegrenzten Be
reiches so weit abgesenkt, daß nur eine von außen in
den abgegrenzten Bereich gerichtete Grundwasser
strömung auftritt. Infolgedessen können die im abge
grenzten Bereich gelösten Kontaminationsstoffe nicht
nach außen in den Grundwasserbereich gelangen.
Bei den vorstehend beschriebenen Situationen ist es
nicht erforderlich, eine Schweißverbindung der in den
Erdschlitz eingezogenen Abdichtungsbahn herbeizuführen.
Auch eine geringe Leckage im Stoßbereich der Bahnen
ränder kann in Kauf genommen werden. Dann tritt in
diesem Bereich eine zusätzliche Leckströmung ein, die
mit dem vorhandenen Pumpwerk beherrscht werden kann.
Nach der Erfindung ist deshalb vorgesehen, daß die
Abdichtungsbahnen sich lediglich überlappen. Zugleich
wird nach der Erfindung der Umfang der im Stoßbereich
der Bahnenränder möglichen Leckströmungen begrenzt.
Dies geschieht durch verlorene Schläuche. Die Schläuche
werden mit den Abdichtungsbahnen so eingezogen, daß
sie sich im Überlappungsbereich beiderseits der
Abdichtung gegenüberliegen. Die Schläuche sind verfüll
bar. Durch entsprechendes Verfüllen wölben sich die
Schläuche auf, so daß sie bei entsprechender Dimensio
nierung an der Schlitzwand ein Widerlager finden und
die sich überlappenden Bahnenränder gegeneinander
pressen. Zwar ist im Zusammenhang mit Erdschlitzen und
auch im Zusammenhang mit dem Einziehen von Abdichtungs
bahnen schon die Verwendung von Schläuchen bekanntge
worden, jedoch handelt es sich um Schläuche, die
wiedergewonnen werden und lediglich die Funktion
haben, in Längsrichtung des Schlitzes solange eine
Abschottung zu bilden, bis ein Schlitzwandabschnitt
fertig ausgehoben ist.
Schlitzwände werden üblicherweise nämlich abschnittsweise
gefertigt, wobei der fertige Schlitzwandbereich mit
Stützmasse und Bindemittel versehen wird, so daß eine
Verfestigung der Stützmasse unter Einschluß der
Abdichtung eintritt. Im Bereich eines sich in Arbeit
befindlichen Schlitzwandabschnittes muß mit Betriebs
störungen gerechnet werden bzw. ist die Fertigungs
dauer auch ohne Betriebsstörung so lang, daß ohne
Bindemittel gearbeitet werden muß. Deshalb ist eine
Abschottung zwischen dem sich verfestigenden Schlitz
wandbereich und dem sich in Arbeit befindlichen
Schlitzwandbereich erforderlich.
Die für die Abschottung verwendeten wiedergewonnen
Schläuche dienen deshalb einem anderen Zweck und sind
üblicherweise auch nicht im Überlappungsbereich von
Abdichtungsbahnen angeordnet, sondern am freien Ende
der sich durch die Schlitzwand erstreckenden Abdich
tung, also am noch freien Rand der zuletzt einge
zogenen Abdichtungsbahn.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, auch mit nur einem
Schlauch einseitig den Überlappungsbereich zusammenzu
drücken. Das würde zu einer Anpressung der Abdichtung
an der Schlitzwand führen, die im Regelfall von
Nachteil ist.
Von Vorteil ist, wenn die Schläuche zusammen mit der
Abdichtung eingezogen werden. Dazu können separat
gefertigte Schläuche an der Abdichtung befestigt
werden. Für das Befestigen kann ein geringfügiges
Heften oder Kleben ausreichend sein. Die Schläuche
können auch durch Faltung der Abdichtungsbahnen an den
Rändern entstehen. Z.B. bewirkt eine schleifenartige
Umlegung und Verschweißung des Abdichtungsbahnenrandes
eine Schlauchbildung am Rand. Vorzugsweise sind für
einen solchen Fall beide korrespondierenden
Bahnenränder so genau positioniert, daß die Schläuche
aneinanderliegen.
Die Schläuche können auch durch Verschweißung von
Materialstreifen an den Abdichtungsbahnenrändern
entstehen.
In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsbei
spiele der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Schlitzwandsituation mit Erdreich
1, einer Schlitzwand 2 und einem Pumpwerk 3. Die
Schlitzwand 2 besteht aus einem in das Erdreich
gefrästen Erdschlitz, welcher mit Bentonit 4 gefüllt
ist. In den Betonit, der zunächst Suspensionsform hat,
wird eine Abdichtung 5 aus Kunststoffabdichtungsbahnen
eingebracht. Die Kunststoffabdichtungsbahnen besitzen
z.B. eine Breite von 5 m und überlappen sich an den
Rändern. Dies ist in Fig. 2 dargestellt.
Nach Fig. 1 ragt die solchermaßen abgedichtete
Schlitzwand bis weit in den Grundwasserbereich. In der
Fig. 1 ist in der Ansicht der rechte Bereich ein
kontaminierter Standort, aus dem ein Austritt von
Kontaminationsstoffen verhindert werden soll. Der
Grundwasserspiegel ist dort mit 6 bezeichnet.
In Fig. 1 ist links von der Schlitzwand 2 ein Grund
wasserbereich mit einem Grundwasserspiegel 7 darge
stellt. Die Grundwasserspiegel 6 und 7 differieren
voneinander. Diese Druckdifferenz sichert einen
Grundwasserfluß in den kontaminierten Bereich hinein.
Die Druckdifferenz wird durch das Pumpwerk 3 bewirkt.
Das abgepumpte Wasser wird einer Wasseraufbereitung
zugeführt, in der die Kontaminationsstoffe aus dem
Grundwasser herausgeklärt werden.
Fig. 2 zeigt zwei Abdichtungsbahnen 10 und 11 mit
einem Überlappungsbereich 12. Die einander überlappen
den Ränder besitzen an den einander abgewandten Seiten
Kunststoffschläuche 13 und 14. Die Kunststoffschläuche
13 und 14 werden mit Baustoff verfüllt. Im Ausführungs
beispiel ist das wiederum Bentonit, jedoch mit Binde
mittel (Zement) in ausreichender Menge versetzt, so
daß die Schläuche nach ihrer Aufwölbung und dem
dadurch bewirkten Aneinanderpressen der Abdichtungs
bahnenränder in der Form verfestigen.
Vorteilhafterweise lassen sich die erfindungsgemäß
verlorenen Schläuche auch als Abschottung verwenden.
Dadurch kann dem Aufwand für die verlorenen Schläuche
eine Einsparung beim Abschotten gegengerechnet werden.
Im Unterschied zur bekannten Abschottung erfolgt die
erfindungsgemäße Abschottung nicht unmittelbar
zwischen dem fertiggestellten Schlitzwandbereich und
dem sich in Arbeit befindlichen Schlitzwandbereich,
sondern zwischen dem zuletzt fertiggestellten
Schlitzwandabschnitt und dem davor fertiggestellten
Schlitzwandbereich.
Während nach Fig. 2 vorgesehen ist, daß die Schläuche
separat gefertigt werden und mit der Abdichtungsbahn
durch Heftschweißung verbunden sind, ist nach Fig. 3
eine Schlauchbildung durch die beiden Ränder selbst
vorgesehen. Hier sind die Ränder der mit 20 und 21
bezeichneten Abdichtungsbahnen zu Schlaufen 22 und 23
umgelegt und an der Abdichtungsbahn wieder verschweißt.
Claims (4)
1. Schlitzwand, insbesondere zur Abdichtung kontami
nierter Standorte mit Abdichtungsbahnen, die
überlappend eingezogen werden und im Überlappungs
bereich aneinanderliegen, dadurch gekennzeichnet,
daß im Überlappungsbereich mindestens zwei
verfüllbare, verlorene Schläuche (13, 14; 22, 23)
gegenüberliegend und beiderseits der Abdichtung
vorgesehen sind.
2. Schlitzwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schläuche (13, 14) separat gefertigt und
an der Abdichtung befestigt sind.
3. Schlitzwand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schläuche (22, 23) durch
Faltung der Abdichtungsbahn entstehen.
4. Schlitzwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schläuche durch Verschweißung von Material
streifen an der Abdichtung entstehen.
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Also Published As
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|---|---|
| DE8915867U1 (de) | 1992-02-20 |
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