DE3911942A1 - Waessrige kunstharzdispersionen - Google Patents
Waessrige kunstharzdispersionenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft wäßrige Kunstharzdispersionen, dadurch
erhältlich, daß man eine wäßrige Ausgangsdispersion eines Polymerisats A,
das eine Glasübergangstemperatur von -50 bis +60°C aufweist und aus monoethylenisch
ungesättigten Monomeren, die, Carboxylgruppen und deren
Derivate ausgenommen, keine weiteren polymerisierbaren oder miteinander
kondensierbare Gruppierungen tragen, und gegebenenfalls Butadien aufgebaut
ist, und eine wäßrige Lösung eines Polymerisats B, das im wesentlichen aus
N-Hydroxycarboxymethylamiden der Acryl- und/oder Methacrylsäure und/oder
aus wasserlöslichen Salzen dieser N-Hydroxycarboxymethylamide aufgebaut
ist, am Beginn, im Verlauf und/oder nach Fertigstellung der Herstellung
der wäßrigen Ausgangsdispersion mit der Maßgabe zusammengibt, daß der
Feststoffanteil des Polymerisats B, bezogen auf die Gesamtmenge aus
Polymerisat A und Polymerisat B, 0,5 bis 10 Gew.-% beträgt.
Außerdem betrifft die Erfindung die Verwendung dieser Kunstharzdispersionen
als Bindemittel bei der Herstellung von Vliesstoffen aus
Faservliesen.
Als Vliesstoffe werden textile Flächengebilde zusammengefaßt, die durch
Verfestigen lockerer Anhäufungen von Einzelfasern (Faservliesen)
hergestellt werden. Die Verfestigung von Faservliesen durch Imprägnieren
oder Beschichten mit wäßrigen Kunstharzdispersionen und anschließendes
Abdampfen des Wassers ist allgemein bekannt. Die EP-A 19 169 betrifft
wäßrige Dispersionen von Copolymerisaten, die wiederkehrende Einheiten der
allgemeinen Formel I,
in der R¹ Wasserstoff oder die Methylgruppe bedeutet, enthalten und zu
mindestens 85% ihres Gewichtes aus Acryl- und/oder Methacrylsäureestern 1
bis 8 C-Atome enthaltender Alkanole und/oder Vinylestern der Essig- oder
Propionsäure und/oder Vinylchlorid, wobei von den genannten Monomeren bis
zu 40% ihres Gewichtes durch Acrylnitril, Styrol oder Butadien ersetzt
sein können, sowie zu 0 bis 5% ihres Gewichtes aus α,β-monoolefinisch
ungesättigten 3 bis 5 C-Atome aufweisenden Mono- und/oder Dicarbonsäuren
und/oder deren Amiden aufgebaut sind. Diese Dispersionen werden als Bindemittel
für die Herstellung von Vliesstoffen aus Faservliesen empfohlen, um
Vliesstoffe zu erhalten, die einerseits wasch- und reinigungsbeständig
sind und bei deren Verarbeitung und Gebrauch andererseits kein Formaldehyd
freigesetzt wird. Die anwendungstechnischen Eigenschaften der beispielhaft
offenbarten Dispersionen lassen jedoch zu wünschen übrig, da mit diesen
Dispersionen verfestigte Faservliese Vliesstoffe ergeben, die nicht heißsiegelfähig
sind. Die Kombination von Heißsiegelfähigkeit sowie Wasch- und
Reinigungsbeständigkeit ist jedoch insbesondere bei der Verwendung von
Vliesstoffen im Hygienebereich von Bedeutung, wo vielfach ohne Mitverwendung
zusätzlicher Klebstoffe ein Verbund von Hygienevliesstoffen mit
sich oder mit anderen Substraten gefordert wird.
Die ältere Anmeldung P 37 34 752.7 betrifft wäßrige Dispersionen von
Copolymerisaten, die zu 85 bis 99,5 Gew.-% aus α,β-monoolefinisch ungesättigten
Carbonsäureestern mit 3 bis 12 C-Atomen, zu 0,5 bis 10 Gew.-% aus
Monomeren der allgemeinen Formel II, in der die Variablen R² und R³ unabhängig
voneinander und unabhängig von R¹ die gleiche Bedeutung wie R¹
haben,
und zu 0 bis 5 Gew.-% aus 3 bis 5 C-Atome enthaltenden α,β-monoethylenisch
ungesättigten Mono- und/oder Dicarbonsäuren und/oder deren Amiden
aufgebaut sind, wobei bis zu 35 Gew.-% der eingebauten α,β-monoolefinisch
ungesättigten Carbonsäureester Monocarbonsäurevinylester sein können.
Diese Dispersionen werden als Bindemittel für die Herstellung von Vliesstoffen
aus Faservliesen empfohlen, um wasch- und reinigungsbeständige
Vliesstoffe zu erhalten, bei deren Verarbeitung und Gebrauch kein
Formaldehyd freigesetzt wird und die gleichzeitig Heißsiegelfähigkeit
aufweisen. Nachteilig an diesen Dispersionen ist jedoch, daß ihre
Herstellung nach einem komplexen Emulsionspolymerisationsverfahren mit
zwei Stufen unterschiedlicher Monomerenzusammensetzung erfolgen muß.
Aus der EP-A 2 81 083 sind wäßrige Kunstharzdispersionen bekannt, deren
Verfilmungen eine erhöhte Blockfestigkeit aufweisen und die ebenfalls als
Bindemittel in Vliesstoffen geeignet sind. Die zugehörigen Copolymerisate
enthalten im wesentlichen Vinylacetat, 1 bis 20 Gew.-% Ethylen, 0,5 bis
15 Gew.-%, bezogen auf Vinylacetat, Acrylamidoglycolsäure oder verwandte
Verbindungen sowie 0,1 bis 5 Gew.-% eines Acrylamids.
Der vorliegenden Erfindung lag die Bereitstellung von Kunstharzdispersionen
als Aufgabe zugrunde, die auf einfache Art und Weise erhältlich und
insbesondere zum Verfestigen von Faservliesen geeignet sind, wobei
wasch- und reinigungsbeständige Vliesstoffe erhalten werden, bei deren
Verarbeitung kein Formaldehyd freigesetzt wird und die zusätzlich eine
zufriedenstellende Heißsiegelfähigkeit aufweisen.
Demgemäß wurden die eingangs definierten wäßrigen Kunstharzdispersionen
gefunden.
Als Bausteine des Polymerisats A kommen neben Butadien vorzugsweise
Ethylen, 3 bis 5 C-Atome enthaltende α,β-monoethylenisch ungesättigte
Mono- und Dicarbonsäuren sowie deren unsubstituierte Amide, besonders
bevorzugt Acryl- und Methacrylsäure sowie ferner Malein- und Itaconsäure
und die von diesen Carbonsäuren abgeleiteten Mono- oder Diamide, Ester aus
2 bis 5 C-Atome tragenden α,β-monoethylenisch ungesättigten Monocarbonsäuren
und 1 bis 8 C-Atome tragenden Alkanolen, insbesondere die Ester der
Acryl- und der Methacrylsäure, von denen die Acrylsäureester bevorzugt
sind, Vinylester von bis zu 6 C-Atomen tragenden aliphatischen Monocarbonsäuren,
Acryl- und Methacrylnitril, vinylaromatische Monomere wie Styrol,
Vinyltoluole, Chlorstyrole oder tert.-Butylstyrole sowie Vinylhalogenide
wie Vinyl- und Vinylidenchlorid in Betracht. Besonders bevorzugte Acrylsäureester
sind Methylacrylat, Ethylacrylat, iso-Propylacrylat, n-Butylacrylat,
iso-Butylacrylat sowie 2-Ethylhexylacrylat, während unter den
Estern der Methacrylsäure n-Butylmethacrylat, iso-Butylmethacrylat sowie
2-Ethylhexylmethacrylat bevorzugt werden. Bevorzugte Vinylester sind das
Vinylacetat und das Vinylpropionat, während von den vinylaromatischen
Monomeren Styrol bevorzugt wird.
Insgesamt werden die Gewichtsanteile der am Aufbau des Polymerisats A
beteiligten Monomeren mit Hilfe der Beziehung von Fox so gewählt, daß das
Polymerisat A eine Glasübergangstemperatur von -50 bis +60, vorzugsweise
von -50 bis -5°C aufweist. Nach Fox (T. G. Fox, Bull. Am. Phys. Soc.
(Ser. II) 1, 123 (1956) gilt für die Glasübergangstemperatur von
Mischpolymerisaten in guter Näherung:
wobei x¹, x², . . . , x n die Massenbrüche der Monomeren1, 2, . . . , n und
Tg¹, Tg², . . . , Tg n die Glastemperaturen der jeweils nur aus einem der
Monomeren 1, 2, . . . oder n aufgebauten Polymeren in Grad Kelvin bedeuten.
Die Glastemperaturen dieser Homopolymerisate der oben aufgeführten
Monomeren sind bekannt und z. B. in J. Brandrup, E. H. Immergut, Polymer
Handbook 1st Ed. J. Wiley, New York 1966 und 2nd Ed. J. Wiley,
New York 1975 aufgeführt.
Die Herstellung der die Polymerisate A enthaltenden wäßrigen Ausgangsdispersionen
erfolgt zweckmäßigerweise durch einstufige Polymerisation der
jeweiligen Monomeren in wäßrigem Medium unter den bekannten Bedingungen
der Emulsionspolymerisation in Gegenwart von wasserlöslichen radikalbildenden
Initiatoren und Emulgatoren sowie gegebenenfalls in Gegenwart
von Schutzkolloiden und Reglern sowie weiterer Hilfsmittel. Als wasserlösliche
Polymerisationsinitiatoren kommen vor allem Peroxide wie Natriumperoxidisulfat,
Wasserstoffperoxid oder kombinierte Systeme, die ein
organisches Reduktionsmittel, ein Peroxid und eine geringe Menge einer im
Polymerisationsmedium löslichen Metallverbindung, deren metallische
Komponente in mehreren Wertigkeitsstufen auftreten kann, enthalten, z. B.
Ascorbinsäure/Eisen(II)sulfat/Wasserstoffperoxid, in Betracht.
Als Emulgatoren haben sich insbesondere ethoxylierte Alkylphenole
(EO-Grad: 3 bis 30, Alkylrest C₈ bis C₁₀), die Alkalimetallsalze ihrer
sulfatierten Derivate, die Alkalimetallsalze von Alkylsulfonsäuren wie
Natrium-n-dodecylsulfonat oder Natrium-n-tetradecylsulfonat sowie die
Alkalimetallsalze von Alkylarylsulfonsäuren wie Natrium-n-dodecylbenzolsulfonat
oder Natrium-n-tetradecylbenzolsulfonat bewährt. Die
Emulsionspolymerisationstemperatur beträgt üblicherweise 0 bis 100,
vorzugsweise 20 bis 90°C.
Die Emulsionspolymerisation kann als Chargenprozeß oder in Form eines
Zulaufverfahrens durchgeführt werden. Bevorzugt ist das Zulaufverfahren,
bei dem man einen Teil des Polymerisationsansatzes vorlegt, auf die
Polymerisationstemperatur erhitzt und anschließend den Rest in getrennten
Zuläufen, von denen einer die Monomeren in reiner oder in emulgierter Form
enthält, kontinuierlich zuführt. Die Zufuhr der Monomeren als wäßrige
Emulsion wird bevorzugt. Das zahlenmittlere Molekulargewicht n des
dispergierten Polymerisates beträgt im allgemeinen 5 · 10³ bis 5 · 10⁶,
bevorzugt 10⁵ bis 2 · 10⁶. Mit Vorteil werden die Ausgangsdispersionen mit
einem Feststoffgehalt von 35 bis 65 Gew.-% hergestellt.
Die Herstellung der wäßrigen Lösungen der Polymerisate B erfolgt
üblicherweise durch radikalische Polymerisation in wäßriger Lösung und
wird u. a. in J. Polymer Sci., Polym. Lett. Ed. 17 (1979) S. 369-378
beschrieben. Als wasserlösliche Polymerisationsinitiatoren können in der
Regel die gleichen Substanzen verwendet werden, die auch zur Herstellung
der Ausgangsdispersion (A) geeignet sind. Üblicherweise werden sie,
bezogen auf die Monomeren, in Mengen von 0,1 bis 3 Gew.-% eingesetzt. Mit
Vorteil wird in Gegenwart geringer Mengen an Emulgatoren polymerisiert
(bis zu 10 Gew.-%, bezogen auf die Monomeren), wobei vorzugsweise die
gleichen Emulgatoren wie zur Herstellung der Ausgangsdispersion (A)
verwendet werden. Die Polymerisationstemperatur beträgt üblicherweise 45
bis 95, vorzugsweise 60 bis 85°C. Die Polymerisation kann als Chargenprozeß
oder in Form eines Zulaufverfahrens durchgeführt werden. Bevorzugt
ist das Zulaufverfahren, wobei man in besonders bevorzugter Weise eine die
Monomeren und, als ersten Teil eines kombinierten Initiatorsystems,
Wasserstoffperoxid enthaltende wäßrige Lösung vorlegt, auf die Polymerisationstemperatur
erhitzt und anschließend unter Aufrechterhaltung der
Polymerisationstemperatur innerhalb von wenigen Stunden mit einer das
organische Reduktionsmittel und die lösliche Metallverbindung enthaltenden
wäßrigen Lösung den zweiten Teil des kombinierten Initiatorsystems
kontinuierlich zuführt und anschließend noch 1 bis 2 h nachpolymerisiert.
Das gewichtsmittlere Molekulargewicht w liegt üblicherweise im Bereich
von 10⁵ bis 10⁶.
Da die N-Hydroxycarboxymethylamide der Acryl- und/oder Methacrylsäure nur
mäßig wasserlöslich sind, werden zur Herstellung von wäßrigen Lösungen der
Polymerisate B bevorzugt ihre in Wasser besser löslichen Alkalimetall-
oder Ammoniumsalze, insbesondere ihre Natrium- und Kaliumsalze,
eingesetzt. Besonders bevorzugt erfolgt die Polymerisation in wäßrigen
Lösungen, die Gemische aus freien Säuren und ihren korrespondierenden
Alkalimetall- oder Ammoniumsalzen enthalten und vorzugsweise einen pH-Wert
von 2 bis 7, besonders bevorzugt von 2 bis 4, aufweisen. Die Wirksamkeit
der Polymeren B wird nicht wesentlich beeinträchtigt, wenn diese in Mengen
von bis zu 20% ihres Gewichtes zusätzlich wasserlösliche Monomere wie
Acrylsäure, Methacrylsäure oder deren Amide einpolymerisiert enthalten.
Die erfindungsgemäßen wäßrigen Kunstharzdispersionen sind vorzugsweise
erhältlich, indem man am Beginn, im Verlauf und/oder nach Fertigstellung
der Herstellung einer Ausgangsdispersion (A) in diese eine wäßrige Lösung
eines Polymerisats B einrührt, wobei bevorzugt in eine fertiggestellte
Ausgangsdispersion eingerührt wird, und die einzusetzenden Mengen so
bemißt, daß der Feststoffanteil des Polymerisats B, bezogen auf die
Gesamtmenge aus Polymerisat A und Polymerisat B 0,5 bis 10, bevorzugt 2
bis 5 Gew.-% beträgt. Von besonderem Vorteil ist, daß das Zusammengeben
einer Ausgangsdispersion A und einer wäßrigen Lösung eines Polymerisats B
zur Herstellung einer bestimmten erfindungsgemäßen Kunstharzdispersion
sowohl beim Hersteller, als auch erst beim Verbraucher erfolgen kann. Die
erfindungsgemäßen Kunstharzdispersionen eignen sich insbesondere als
Bindemittel für die Herstellung von Vliesstoffen aus Faservliesen, denen
sie Heißsiegelfähigkeit sowie Wasch- und Reinigungsbeständigkeit, d. h.
insbesondere eine hohe Naßfestigkeit, und weichen Griff verleihen. Bei
ihrem Einsatz zum Binden von Faservliesen werden vorzugsweise erfindungsgemäße
Kunstharzdispersionen mit einem Gesamtfeststoffgehalt von 10 bis
30 Gew.-% verwendet. Dabei können als Hilfsmittel u. a. äußere Weichmacher,
inerte Füllstoffe, Verdickungsmittel, Farbstoffe, Mittel zur Erhöhung der
Alterungsbeständigkeit oder Flammschutzmittel in den üblichen Mengen
mitverwendet werden. Die erfindungsgemäßen Kunstharzdispersionen eignen
sich sowohl zum Verfestigen von Faservliesen aus Naturfasern wie
Pflanzen-, Tier- oder Mineralfasern, als auch von Faservliesen aus
synthetischen Fasern, wobei die Faservliese genadelt, gewalzt, geschrumpft
und/oder mit Garnen verstärkt sein können. Beispiele sind Fasern aus
Baumwolle, Wolle, Polyamiden, Polyestern, Polyolefinen, synthetischer
Cellulose (Viscose), Steinwolle oder Asbestfasern. Außerdem eignen sich
die erfindungsgemäßen Kunstharzdispersionen zum Imprägnieren und
Beschichten von gewobenen und/oder einen Maschenaufbau aufweisenden
flächigen textilen Gebilden, sowie als Bindemittel für Textildruckpasten,
Papierstreichmassen, Beschichtungsmassen, Lederschutzschichten sowie als
Überzugsmittel für Folien.
Die erfindungsgemäßen Kunstharzdispersionen können bei ihrem Einsatz als
Bindemittel für Faservliese in an sich bekannter Weise, z. B. durch
Tränken, Sprühen, Streichen oder Bedrucken aufgebracht werden. Danach wird
in der Regel das überschüssige Bindemittel abgetrennt, z. B. durch
Abquetschen zwischen zwei gegenläufigen Walzen, das bindemittelhaltige
Faservlies getrocknet und anschließend noch einige Minuten unter Hitze
gehalten, wobei im allgemeinen Temperaturen von 110 bis 200, vorzugsweise
von 120 bis 170°C angewandt werden. Der Bindemittelanteil im Vliesstoff
beträgt üblicherweise 20 bis 60, bevorzugt 20 bis 35 Gew.-% (wasserfrei
gerechnet).
Eine Lösung von 150 g Acrylamidoglycolsäure, 1,5 g einer 40gew.-%igen
wäßrigen Lösung eines Gemisches aus gleichen Teilen Na-n-dodecylsulfonat
und Na-n-tetradecylsulfonat sowie 1 g einer 30gew.-%igen wäßrigen
Wasserstoffperoxidlösung in 1248 g Wasser wurde auf die Polymerisationstemperatur
von 80°C erhitzt und unter Aufrechterhaltung dieser Temperatur
im Verlauf von 2 h kontinuierlich mit einer Lösung von 0,3 g Ascorbinsäure
und 0,001 g Eisen(II)sulfat in 100 g Wasser versetzt. Anschließend wurde
noch 1 h bei 80°C nachpolymerisiert.
Der Feststoffgehalt der erhaltenen niederviskosen wäßrigen Lösung betrug
10 Gew.-%.
In 2000 g einer 50gew.-%igen, durch einstufige Emulsionspolymerisation
hergestellten, wäßrigen Ausgangsdispersion von reinem Polyethylacrylat
wurden 350 g der Lösung B1 eingerührt. Es wurde eine stabile Kunstharzdispersion
eines Feststoffgehaltes von 44 Gew.-% erhalten.
In 2000 g einer 50gew.-%igen, durch einstufige Emulsionspolymerisation
hergestellten, wäßrigen Ausgangsdispersion eines Copolymerisats aus
52,5 Gew.-% Ethylacrylat, 31,5 Gew.-% Methylacrylat, 10 Gew.-% Styrol und
6 Gew.-% n-Butylacrylat wurden 250 g der Lösung B1 eingerührt. Es wurde
eine stabile Kunstharzdispersion eines Feststoffgehaltes von 45 Gew.-%
erhalten.
A) Ein längsgelegtes (Faserorientierung bevorzugt in einer Richtung, der
Längsrichtung) Faservlies aus Polyester-Fasern der Länge 40 mm und
einer durchschnittlichen Faserfeinheit von 1,7 dtex (1 dtex entspricht
einer Fasermasse von 1 · 10-4 g bei einer Faserlänge von 1 m) wurde in
unabhängigen Versuchen mit den Kunstharzdispersionen B2 und B3, die
zuvor auf einen einheitlichen Feststoffgehalt von 20 Gew.-% verdünnt
worden waren, getränkt, zur Abtrennung des überschüssigen Dispersionsanteils
zwischen zwei gegenläufige Walzen gebracht und danach 4 min
einer Temperatur von 150°C ausgesetzt. Der Bindemittelanteil der so
erhaltenen Vliesstoffe betrug, bei einem Flächenendgewicht von
50 g/m², in allen Fällen 33 Gew.-%. Anschließend wurden 50 mm breite
Streifen dieser Vliesstoffe, bei einer freien Einspannlänge von 10 cm,
wassernaß und nach Heißsiegelung (Siegelbedingungen: 2 sec, 170°C,
6 bar, Siegelfläche 5 cm², Siegelung Unterseite eines Streifens gegen
Oberseite eines Streifens) zur Ermittlung der Höchstzugkraft (parallel
zur Faservorzugsrichtung) in Analogie zur DIN 53 857 einem Streifenzugversuch
ausgesetzt. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 1. Tabelle 1 enthält
zusätzlich das Ergebnis eines Vergleichsversuchs V, bei dem an Stelle
der erfindungsgemäßen Kunstharzdispersionen eine 20gew.-%ige
Kunstharzdispersion eingesetzt wurde, die durch Verdünnen einer
Dispersion gemäß Herstellungsbeispiel 4 aus der EP 19 169 erhalten
worden war.
B)
wie A), das Faservlies bestand jedoch aus Viscose-Fasern der Länge
40 mm und einer durchschnittlichen Faserfeinheit von 3,3 dtex. Die
Ergebnisse zeigt Tabelle 2.
Claims (3)
1. Wäßrige Kunstharzdispersionen, dadurch erhältlich, daß man eine
wäßrige Ausgangsdispersion eines Polymerisats A, das eine Glasübergangstemperatur
von -50 bis +60°C aufweist und aus monoethylenisch
ungesättigten Monomeren, die, Carboxylgruppen und deren Derivate
ausgenommen, keine weiteren polymerisierbaren oder miteinander kondensierbare
Gruppierungen tragen, und gegebenenfalls Butadien aufgebaut
ist, und eine wäßrige Lösung eines Polymerisats B, das im wesentlichen
aus N-Hydroxycarboxymethylamiden der Acryl- und/oder Methacrylsäure
und/oder aus wasserlöslichen Salzen dieser N-Hydroxycarboxymethylamide
aufgebaut ist, am Beginn, im Verlauf und/oder nach Fertigstellung der
Herstellung der wäßrigen Ausgangsdispersion mit der Maßgabe zusammengibt,
daß der Feststoffanteil des Polymerisats B, bezogen auf die
Gesamtmenge aus Polymerisat A und Polymerisat B, 0,5 bis 10 Gew.-%
beträgt.
2. Verfahren zur Herstellung von wäßrigen Kunstharzdispersionen gemäß
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man am Beginn, im Verlauf
und/oder nach Fertigstellung der Herstellung einer wäßrigen Ausgangsdispersion
eines Polymerisats A diese Ausgangsdispersion und eine
wäßrige Lösung eines Polymerisats B mit der Maßgabe zusammengibt, daß
der Feststoffanteil des Polymerisats B, bezogen auf die Gesamtmenge
aus Polymerisat A und Polymerisat B, 0,5 bis 10 Gew.-% beträgt.
3. Verwendung von wäßrigen Kunstharzdispersionen gemäß Anspruch 1 als
Bindemittel zur Herstellung von Vliesstoffen aus Faservliesen.
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