DE3910610A1 - Vorrichtung zur messung des oberflaechenwiderstandes - Google Patents
Vorrichtung zur messung des oberflaechenwiderstandesInfo
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Description
Bei der Erfindung wird ausgegangen von einer Vorrichtung zur
Messung des Oberflächenwiderstandes gemäß dem Oberbegriff
von Patentanspruch 1.
Hierbei nimmt die Erfindung Bezug auf eine Vorrichtung zur
Messung des Oberflächenwiderstandes, wie sie etwa aus der
deutschen Norm DIN 53 482, insbesondere Bilder 12 und 13, be
kannt ist. Die bekannte Meßvorrichtung enthält zwei zueinan
der koaxial angeordnete Elektroden. Diese Elektroden kontak
tieren unter Bildung eines Ringspaltes die Oberfläche einer
Probe aus isolierendem Material. Zur Ermittlung des Oberflä
chenwiderstandes dieser Probe im Ringspalt werden die Elek
troden mit einer Prüfspannung beaufschlagt und hierbei der
zwischen den Elektroden fließende Strom ermittelt.
In Isolationssystemen, bei denen sowohl ein Feststoffisolator
als auch eine Gasstrecke hohen elektrischen Feldstärken aus
gesetzt sind, stellt die Grenzschicht Gas- Feststoffisolator
häufig einen besonders kritischen Bereich dar. Dies beruht
darauf, daß sich hier durch Korrosion, Verschmutzung oder
Tracking eine hochohmige Oberflächenleitschicht ausbildet,
die Isolationsversager auslösen kann. Solche Oberflächenleit
schichten besitzen im allgemeinen eine stark feldstärkeabhän
gige Leitfähigkeit und können daher nur zureichend charakte
risiert werden, wenn ihre Leitfähigkeit bei Feldstärken von
der Größenordnung der Belastungsfeldstärke gemessen wird.
Die Meßvorrichtung nach dem Stand der Technik arbeitet mit
wesentlich niedrigeren Feldstärken und liefert bei höheren
Prüfspannungen durch Teilentladungen verfälschte Stromwerte.
Die Erfindung, wie sie in Patentanspruch 1 angegeben ist,
löst die Aufgabe, eine Vorrichtung zur Messung des Oberflä
chenwiderstandes zu schaffen, bei der auch bei hohen bela
stenden Feldstärken Teilentladungen an den Elektroden weitge
hend vermieden werden.
Die Prüfvorrichtung nach der Erfindung zeichnet sich dadurch
aus, daß gegenüber Prüfvorrichtungen nach dem Stand der
Technik die Prüfspannung wesentlich erhöht werden kann, ohne
daß der Wert des zwischen den Elektroden fließenden Stromes
verfälscht wird. Daher ist diese Prüfvorrichtung besonders
geeignet, um den Oberflächenwiderstand hochbelasteter Fest
stoffisolatoren von gemischten Gas-Feststoff-Isolationssyste
men zu bestimmen. Zugleich zeichnet sich die Prüfvorrichtung
nach der Erfindung dadurch aus, daß die durch die Elektroden
auf der Oberfläche des zu vermessenden Feststoffisolators be
stimmten Kontaktstellen reversibel sind und eine Verletzung
der Oberfläche des Feststoffisolators praktisch ausgeschlos
sen ist. Zudem ermöglicht es die Prüfvorrichtung nach der Er
findung, auch gekrümmte Oberflächen problemlos zu vermessen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei
zeigt
Fig. 1 eine Aufsicht auf einen axial geführten Schnitt durch
eine Ausführungsform einer Prüfvorrichtung nach der
Erfindung, und
Fig. 2 einen vergrößert dargestellten Teil der Prüfvorrich
tung gemäß Fig. 1.
Die in Fig. 1 dargestellte Prüfvorrichtung weist zwei gegen
eine Oberfläche einer zu vermessenden Probe, wie etwa eines
Isolators 1, gepreßte, im wesentlich koaxial zueinander an
geordnete und im wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebil
dete Elektroden 2 und 3 auf. Die Elektrode 2 enthält eine im
wesentlichen kugelförmig ausgebildete metallische Abschirmung
4 sowie ein ringförmig ausgebildetes Kontaktelement 5 aus ei
nem elektrisch leitenden, elastomeren Material, wie etwa
elektrisch leitfähigem Gummi. Der äußere Radius des Kontakt
elements 5 beträgt R (Fig. 2). Das Kontaktelement 5 ist in
eine ringförmige Ausnehmung der Abschirmung 4 eingesetzt. Die
Ausnehmung weist eine gegenüber der Dicke des Kontaktelements
5 geringe Tiefe auf. Daher ragt das Kontaktelement 5 mit ei
ner Höhe h (Fig. 2) über die Abschirmung 4 hervor. Die die
Elektrode 2 koaxial umgebende Elektrode 3 enthält eine im we
sentlichen torusförmig ausgebildete metallische Abschirmung 6
sowie ein ringförmig ausgebildetes Kontaktelement 7 aus einem
elektrisch leitenden, elastomeren Material, wie etwa elek
trisch leitfähigem Gummi. Dieses Kontaktelement ist in eine
ringförmige Ausnehmung der Abschirmung 6 eingesetzt und ragt
entsprechend dem Kontaktelement 5 über die Abschirmung 6 her
vor. Beide Kontaktelemente 5 und 7 begrenzen auf der Oberflä
che des Isolators 1 eine ringförmige Meßfläche der Breite D
(Fig. 2).
Die Abschirmungen 4 und 6 sind an einem rotationssymmetri
schen Isolierkörper gehalten mittels Ansätzen 9 und 10, deren
Oberflächen zur Herabsetzung des Einflußes eines zwischen
den Elektroden 2, 3 wirkenden elektrischen Feldes im wesentli
chen senkrecht an die Oberflächen der Abschirmungen 4, 6 ge
führt sind. Der Isolierkörper 8 ist in einer zylinderförmig
ausgebildeten, geerdeten Metallhülse 11 abgestützt. Diese Me
tallhülse ist an ihrer oberen Stirnseite abgeschlossen und
weist dort eine Durchführung 12 für die aus einer Wechsel
spannungsquelle 13 über eine Abschirmelektrode 14 an die
Elektrode 2 geführte Prüfspannung auf sowie einen Einlaß 15
für Isoliergas aus einem Speichergefäß 16. Die Metallhüse
ist mit einer Öffnung zur gasdichten Aufnahme eines abge
schirmten Meßkabels 17 versehen, dessen Meßleitung einer
seits über ein Strommeßgerät 18 an einen geerdeten Pol der
Wechselspannungsquelle 13 geführt ist und andererseits mit
der Abschirmung 6 der Elektrode 3 elektrisch verbunden ist.
Der Isolierkörper 8 enthält Öffnungen 19, durch welche
Isoliergas aus dem oberhalb des Isolierkörpers befindlichen
Teilraum der Metallhülse 11 in einen von den Elektroden 2, 3
und der ringförmigen Meßfläche des Isolators 1 begrenzten
Raum geführt wird.
Zur Messung des Oberflächenwiderstandes des Isolators 1 wird
die Prüfvorrichtung nach der Erfindung wie in den Fig. 1
und 2 dargestellt auf die Oberfläche des Isolators 1 ge
preßt. Hierbei können die elastomeren Kontaktelemente 5 und
7 in reversibler Weise die Isolatoroberfläche kontaktieren,
ohne daß eine Verletzung des Isolators 1 zu befürchten ist.
Zugleich schmiegen sich die Kontaktelemente 5 und 7 infolge
elastischer Verformung nahezu spaltfrei auch an gekrümmt aus
gebildete Oberflächen des Isolators 1 an. Da die Abschirmun
gen 4 und 6 beider Elektroden 2 und 3 zueinander gegensinnig
geneigt sind und jeweils eine mit zunehmendem Abstand von der
ringförmigen Meßfläche der Breite D zunehmende Neigung ge
genüber dieser Meßfläche aufweisen, wird zugleich eine Ent
lastung der Kontaktstellen der Kontaktelemente 5 und 7 auf
der Isolatoroberfläche von der Wirkung des elektrischen Fel
des erreicht. Das über die Öffnungen 19 aus der Metallhülse
11 zugeführte Isoliergas, wie etwa Schwefelhexafluorid, ver
bessert das Isoliervermögen der ringförmigen Meßfläche zu
sätzlich, so daß Gasentladungen an den Elektroden 2, 3 bis zu
sehr hohen elektrischen Feldstärken unterdrückt werden kön
nen.
Die mittlere Grenzfeldstärke Egr, bis zu der gemessen werden
kann, wird durch geeignete Wahl der Breite D der ringförmigen
Meßfläche so eingestellt, daß trotz Feldüberhöhung an den
Kontaktelementen 5 und 7 keine Teilentladung in der durch den
geringsten Abstand d beider Abschirmungen 4 und 6 bestimmten
Gasstrecke auftreten kann. Diese Grenzfeldstärke ist durch
folgende Beziehung bestimmt
E gr=U/D=E cr×d/D, wobei
U die Prüfspannung und
E cr die kritische elektrische Feldstärke zwischen den Ab schirmungen 4 und 6 bedeuten.
E gr=U/D=E cr×d/D, wobei
U die Prüfspannung und
E cr die kritische elektrische Feldstärke zwischen den Ab schirmungen 4 und 6 bedeuten.
Bei vorgegebener geometrischer und elektrischer Bemessung der
Prüfvorrichtng nach der Erfindung, d.h. bei Vorgabe von Aus
senradius R des Kontaktelements 5, Breite D der Meßfläche,
Durchmesser und minimalem Abstand d der Abschirmungen 4 und
6, Höhe h der Kontaktelemente 5 und 7, Prüfspannung U, Grenz
feldstärke Egr und kritischer Feldstärke Ecr zwischen den Ab
schirmungen 4 und 6 muß der Grenzwinkel α einen Wert aufwei
sen, der durch die folgende Beziehung bestimmt ist:
tg α < U/(D×E cr)=d/D.
tg α < U/(D×E cr)=d/D.
Dann ist sichergestellt, daß die Prüfvorrichtung nach der
Erfindung auch bei kleinen Oberflächenwiderständen des Isola
tors 1 ohne Gasentladungen arbeitet. Der Grenzwinkel α ist
hierbei gemäß Fig. 2 bestimmt durch eine in einer senkrecht
auf der Meßfläche stehenden Ebene verlaufende und an die Ab
schirmung 4 gelegte Tangente, welche durch eine den Abstand
der beiden Kontaktelemente 5 und 7 bzw. die Breite D der
Meßfläche bestimmende Kontaktstelle geführt ist.
Wie in Fig. 2 gestrichelt dargestellt ist, kann die Elektrode
3 statt ringförmig geschlossen auch segmentiert aufgebaut
sein. Sie weist dann azimutal auf einem Ring verteilte und
gegeneinander elektrisch isolierte Kontaktelemente 20, 21, 22
und Abschirmungsteile 23, 24 und 25 auf. Hierdurch wird eine
winkelaufgelöste Messung des Oberflächenwiderstandes in der
nunmehr segmentierten ringförmigen Meßfläche ermöglicht.
Claims (7)
1. Vorrichtung zum Messen des Oberflächenwiderstandes eines
spannungsbelasteten Isolators (1) mit zwei im wesentli
chen koaxial zueinander angeordneten, die Isolatorober
fläche unter Bildung einer Meßfläche kontaktierenden und
mit Prüfspannung beaufschlagenden Elektroden (2, 3) da
durch gekennzeichnet, daß die Elektroden (2, 3) jeweils
eine ihre Kontaktstellen beim Prüfen mit Wechselspannung
vom wirksamen elektrischen Feld entlastende Abschirmung
(4, 6) aufweisen und jeweils im Bereich der Kontaktstellen
deformierbar ausgebildet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß
die Elektroden (2, 3) jeweils mindestens ein in die zuge
ordnete Abschirmung (4, 6) eingesetztes Kontaktelement
(5, 7) aus einem elektrisch leitenden, elastomeren Mate
rial aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens eine der beiden Elektroden (z.B. 3) azimutal
auf einem Ring verteilte Segmente als Kontaktelemente
(20, 21, 22) aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2-3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Abschirmungen beider Elektroden (2, 3)
gegensinnig geneigt sind und jeweils eine mit zunehmendem
Abstand von der Meßfläche zunehmende Neigung aufweisen
mit einem Grenzwinkel (α) dessen Tangens größer ist als
das Verhältnis des minimalen Abstandes (d) beider Ab
schirmungen (4, 6) zum minimalen Abstand (D) beider Kon
taktelemente (5, 7), wobei der Grenzwinkel (a) bestimmt
ist durch eine in einer senkrecht auf der Meßfläche ste
henden Ebene verlaufende und an eine beider Abschirmungen
(4,6) geführte Tangente, welche durch eine den minimalen
Abstand (D) der beiden Kontaktelemente (2, 3) bestimmende
Kontaktstelle gelegt ist.
5. Vorrichtung nach einer der Ansprüche 1-4, dadurch gekenn
zeichnet daß die beiden Elektroden (2, 3) an einem in ei
ner Metallhülse (11) abgestützten Isolierkörper (8) ge
halten sind mittels Ansätzen (9, 10), deren Oberflächen im
wesentlichen senkrecht an die Oberflächen der Abschirmun
gen (4, 6) der gehaltenen Elektroden (2, 3) geführt sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Isolierkörper (6) Öffnungen (19) zur Zufuhr eines
Isoliergases aus der Metallhülse (11) in einen von den
Elektroden (2, 3) und der Meßfläche begrenzten Raum auf
weist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Isolierkörper (8) auf der von
den Elektroden (2, 3) abgewandten Seite eine mit Prüfwech
selspannung beaufschlagte Abschirmelektrode (14) trägt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893910610 DE3910610A1 (de) | 1989-04-01 | 1989-04-01 | Vorrichtung zur messung des oberflaechenwiderstandes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893910610 DE3910610A1 (de) | 1989-04-01 | 1989-04-01 | Vorrichtung zur messung des oberflaechenwiderstandes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3910610A1 true DE3910610A1 (de) | 1990-10-04 |
Family
ID=6377645
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893910610 Withdrawn DE3910610A1 (de) | 1989-04-01 | 1989-04-01 | Vorrichtung zur messung des oberflaechenwiderstandes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3910610A1 (de) |
Cited By (1)
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| EP0779517A3 (de) * | 1995-12-12 | 1997-11-19 | Siemens Aktiengesellschaft | Verfahren zur Bestimmung eines elektrischen Oberflächenwiderstandes und Messvorrichtung |
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1989
- 1989-04-01 DE DE19893910610 patent/DE3910610A1/de not_active Withdrawn
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