DE3910286A1 - Vorrichtung zum verankern von bauelementen an einem tragenden verankerungsgrund - Google Patents
Vorrichtung zum verankern von bauelementen an einem tragenden verankerungsgrundInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Ver
ankern von Bauelementen an einem tragenden Verankerungs
grund, mit einem am bzw. im Verankerungsgrund befestig
baren Verankerungselement und mit einem von diesem nach
der in der Einbaulage vom Verankerungsgrund abgewandten
Seite vorstehenden Anschlußteil, das mit dem zu veran
kernden Bauelement verbindbar bzw. in letzteres einbett
bar ist. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf
einen Anker für Brüstungs- oder Wandbekleidungen in Form
von Fassadenplatten aus Naturwerkstein, Beton oder kera
mischen Baustoffen oder Verblendschalen aus Vormauersteinen.
Verankerungsvorrichtungen dieser Art und Zweckbestim
mung sind vielfältig vorbekannt. Dabei kann es sich
zum Beispiel um Verankerungen für an vorstehenden Be
tonplatten anzubringenden Brüstungen, für an Betonske
lette anzuhängende Wandteile, aber auch um Wandbeklei
dungen in Form von an Bauwerkswänden im Abstand von
diesen anzubringenden Vormauerwerk z.B. aus Klinkern
oder auch aus Beton- bzw. Natursteinplatten handeln.
So ist bereits ein mit seinem einen Ende in ein Brüstungs
element aus Beton eingegossener Brüstungsanker bekannt,
dessen vom Brüstungselement entferntes Ende bei bestim
mungsgemäßer Verwendung um eine etwa parallel zur
Brüstungsebene verlaufende Achse schwenkbar an einer
tragenden Betonplatte angeschlossen ist und sich in
der Nähe des Brüstungselements auf einem auf der Be
tonplatte aufstehenden Auflager abstützt. Für die Ver
ankerung eines Brüstungselements sind jeweils wenig
stens zwei im Abstand voneinander angeordnete Brüstungs
anker erforderlich. Unter Temperatureinwirkung auftre
tende Dilatationsbewegungen des Brüstungselements ver
mögen derartige Verankerungen nicht ohne Zwängungen
auszugleichen, weil sie einerseits einendig starr im
Brüstungselement eingespannt sind und andererseits die
auf der Betonplatte aufstehenden Auflager wegen der ex
tremen Reibungskräfte zwischen Auflager und Auflager
fläche derartige Bewegungen nicht zulassen. Um so mehr
gilt dies, wenn derartige Brüstungsanker "versenkt"
eingebaut, also in einer Aussparung der Betonplatte
versetzt sind und anschließend die Aussparung mit Beton
vergossen ist.
Das grundsätzlich gleiche Problem besteht aber auch bei
der Verankerung von Wandbekleidungen an und im Abstand
vor tragenden Bauwerkswänden, sei es in Form von Fassaden
platten aus Naturstein, Beton oder keramischen Baustoffen
oder in Form von Verblendschalen aus Vormauersteinen von
Natursteinplatten, Vorsatzplatten aus Beton oder Vorsatz
mauerwerk aus Klinkern. So sind für Verblendschalen aus
Vormauersteinen Verankerungen bekannt, die aus längs der
Unterkante einer Vorsatzschale an einem Verankerungs
grund anzubringenden Tragankern bestehen und entweder
eine sich über vorbestimmte Längen erstreckende Trag
schiene für die Aufnahme des Mauerwerks besitzen oder
aber in einem der Längenerstreckung von zwei Klinkern
entsprechenden Abstand voneinander angeordnet und mit
jeweils die Ränder von zwei benachbarten Klinkern un
tergreifenden Tragflanschen versehen sind.
Bei Verwendung durchlaufender Tragschienen, die mit
mindestens zwei im Abstand voneinander angeordneten
Ankern verbunden sind, bildet sich an irgendeiner
Stelle längs einer derartigen Tragschiene ein Fest
punkt aus mit der Folge, daß sämtliche beidseitig
dieses Festpunktes angeordneten Anker bei auftretenden
Dilatationsbewegungen notwendig Deformationen und
mithin Zwängungen erfahren. Dies ist auch dann der
Fall, wenn anstelle durchlaufender Tragschienen, die
mit mehreren benachbarten Ankern verbunden sind, Anker
mit jeweils nur aneinandergrenzende Verblendsteine
einer Vorsatzschale untergreifenden Tragflanschen
eingesetzt werden, weil Gleitbewegungen zwischen
den Tragflanschen und der auf diesen aufgenommenen
Vorsatzschale wegen der zwischen letzteren herrschen
den Reibungsverhältnisse nicht möglich sind.
Diesen Unzulänglichkeiten des Standes der Technik
soll durch die Erfindung abgeholfen und eine Veran
kerungsvorrichtung der vorgenannten Art und Zweck
bestimmung geschaffen werden, die eine weitgehend
von Zwängungen freie Verankerung von Bauelementen,
bei denen es sich um Brüstungen, Vorsatzmauerwerk,
Natursteinplatten oder dergleichen handeln kann,
an und erforderlichenfalls vor einem Verankerungsgrund
ermöglicht.
Gelöst ist diese Aufgabe dadurch, daß bei der ein
gangs beschriebenen Verankerungsvorrichtung zwischen
dem am oder im Verankerungsgrund befestigbaren Ver
ankerungselement und dem von diesem vorstehenden
und mit dem zu verankernden Bauelement verbindbaren
Anschlußteil ein in einer Richtung im wesentlichen
quer zur Traglast Verschiebebewegungen zwischen dem
Verankerungselement und dem Anschlußteil zulassendes,
in Lastrichtung hingegen starres Lager angeordnet
ist.
Im Gegensatz zu den gattungsgemäßen Verankerungs
vorrichtungen nach dem Stande der Technik vermag
die erfindungsgemäße Verankerungsvorrichtung im Rahmen
des "Spiels" des zwischen dem Verankerungselement
und dem Anschlußteil angeordneten Lagers auftretende
Delatationsbewegungen im wesentlichen querkraftfrei
auszugleichen. Mithin können bei den erfindungsgemäßen
Verankerungsvorrichtungen infolge Delatationsbewegun
gen der verankerten Bauelemente keine oder allenfalls
nur unbeachtliche Zwängungen auftreten.
Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß es
sich bei dem das Anschlußteil mit dem Verankerungs
element verbindenden Lager um ein Gleitlager handelt.
Obgleich im Rahmen der Erfindung beliebige Gleitlager
ausbildungen verwirklichbar sind, hat es sich als
zweckmäßig erwiesen, wenn das Gleitlager zumindest
einen fest mit dem Verankerungselement oder dem An
schlußteil verbundenen Gleitbolzen aufweist, der
das jeweils andere Ankerteil in einer Querausnehmung
mit Gleitbewegungen zulassendem Spiel durchdringt und
in solcher Weise querbeweglich zu dem mit dem Gleit
bolzen versehenen Ankerteil aufnimmt, daß im Rahmen
der bei bestimmungsgemäßer Verwendung auftretenden
Delatationsbewegungen das Anschlußteil Verschiebe
bewegungen gegenüber dem dann mit dem Verankerungsgrund
fest verbundenen Verankerungsteil ausführen kann.
Wenn gemäß einer Weiterbildung dieser Ausgestaltung
mit dem in der Einbaulage vorstehenden Anschlußteil
eine Traglasten aufnehmende Zuglasche verbunden und
letztere in einem Gelenkpunkt zugfest an das Veranke
rungselement angeschlossen ist, gelingt eine mate
rialsparende einfache Ausbildung des Anschlußteils.
Gleichfalls im Rahmen einer Weiterbildung der vorge
nannten Ausgestaltung können aber auch zwei im Ab
stand voneinander angeordnete Gleitbolzen mit jeweils
dem einen Ankerteil, etwa dem Verankerungselement,
fest verbunden und das jeweils andere Ankerteil,
etwa das Anschlußteil, in Querausnehmungen durch
dringend querbeweglich zum erstgenannten Ankerteil
lagern. Eine so gestaltete Verankerungsvorrichtung
vermag unproblematisch Traglasten aufzunehmen, gleich
wohl aber angesichts der Querbeweglichkeit des Anschluß
teils gegenüber dem Verankerungsteil auch Dilatations
bewegungen auszugleichen.
Als vorteilhaft hat sich dabei erwiesen, wenn die
Gleitbolzen zwei im Abstand voneinander verlaufende
Schenkel des einen Ankerteils, bei dem es sich bei
spielsweise um das Verankerungselement handeln kann,
in Lochungen durchdringen und an diesen Schenkeln
festgelegt sind, während das jeweils andere Ankerteil,
bei dem es sich insbesondere um das Anschlußteil
handeln wird, zwischen den genannten Schenkeln mit
seitlichem Spiel aufgenommen ist.
Als gleichfalls vorteilhaft hat es sich erwiesen,
wenn es sich bei dem Verankerungselement und/oder
dem Anschlußteil um einen U-förmigen Bügel handelt.
Alternativ dazu kann es sich bei dem Anschlußteil
oder dem Verankerungselement aber auch um ein mit
seinem Mittelsteg mit seitlichem Spiel zwischen den
im Abstand voneinander verlaufenden Schenkeln des
jeweils anderen Ankerteils aufgenommenes T-Profil
handeln. Die Ausbildung des Anschlußteils als T-Profil
hat sich insbesondere bei einer Verankerungsvorrich
tung für Vormauerwerk aus Verblendsteinen als vor
teilhaft erwiesen, wobei in der Einbaulage die sich
beidseitig von dem Mittelsteg forterstreckenden
Flanschen dann untenliegend angeordnet sind und Auf
lager für die Ränder benachbarter Klinker des Vor
satzmauerwerks bilden.
Bei der Zweckbestimmung der Verankerungsvorrichtung
zum Verankern von Wandbekleidungen an einem Veran
kerungsgrund hat sich auch die Ausbildung des Veranke
rungselements als U-förmiger Bügel mit zwei durch
einen Steg miteinander verbundenen Schenkeln als
vorteilhaft erwiesen, der in der Einbaulage mit nach
unten weisenden Schenkeln mit einer Stirnseite am
Verankerungsgrund anliegt und bei dem das Anschluß
teil mit seitlichem Spiel zwischen den Schenkeln
aufgenommen sowie mittels zumindest eines Gleitbolzens
querbeweglich gelagert ist.
Anhand der beigefügten Zeichnung sollen nachstehend
drei Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Veranke
rungsvorrichtung erläutert werden. In schematischen
Ansichten zeigen:
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch eine Naturstein
plattenverankerung,
Fig. 2 einen Querschnitt gemäß der Schnittlinie II-II
in Fig. 1 durch die Natursteinplattenverankerung
mit sich in einer Parallelebene zum Verankerungs
grund erstreckendem Schnittverlauf,
Fig. 3 in einer Fig. 1 entsprechenden Ansicht eine Ver
ankerung zur Aufnahme einer vorgemauerten Klinker
fassade und
Fig. 4 eine Schnittansicht der letztgenannten Verankerung
gemäß der Schnittlinie II-II in Fig. 5,
Fig. 5 die Verankerung einer Brüstung an einer vorstehen
den Betonplatte mittels einer erfindungsgemäßen Ver
ankerungsvorrichtung in einem Vertikalschnitt und
Fig. 6 einen Querschnitt gemäß der Schnittlinie VI-VI in
Fig. 5 durch diese Verankerung mit sich in einer
Parallelebene zur Brüstung erstreckendem Schnitt
verlauf.
Die Fig. 1 und 2 zeigen eine bei bestimmungsgemäßer Verwen
dung zum Verankern von Fassadenplatten 11, 11′ aus Naturwerk
stein, Beton oder keramischen Baustoffen und dergleichen an
einer tragenden Baukörperwand 12 dienende Verankerungsvorrich
tung 10, die aus einem am Verankerungsgrund angebrachten Ver
ankerungselement 14 und einem davon nach einer Seite vorste
henden Anschlußteil 15 besteht. Bei dem Verankerungselement
14 handelt es sich um einen U-förmigen Bügel und das davon
vorstehende Anschlußteil 15 umfaßt ebenfalls einen U-förmigen
Bügel 16. Das Anschlußteil 15 und der Bügel 16 sind in unten
noch zu beschreibender Weise miteinander verbunden. Zwischen
den parallel zueinander verlaufenden Schenkeln 17, 17′ des
das Verankerungselement 14 bildenden Bügels ist im Abstand
von einem diese Schenkel miteinander verbindenden Steg 18
der U-förmige Bügel 16 des Anschlußteils 15 aufgenommen,
dessen ebenfalls durch einen Steg 20 miteinander verbundene
Schenkel 21, 21′ zum Steg 18 des Verankerungselementes 14
hinweisen.
Verbunden sind die beiden U-förmigen Bügel 14, 16 mittels
zweier im Abstand voneinander angeordneter Bolzen 22, 22′,
die sich durch Lochungen in den Schenkeln 17, 17′ und 21,
21′ der Bügel hindurcherstrecken und deren Enden außen
seitig von den Schenkeln des das Verankerungselement 14
bildenden Bügels angestaucht sind. Der U-förmige Bügel 16
des Anschlußteils 15 ist mit seitlichem Spiel zwischen
den Schenkeln 17, 17′ des Verankerungselements 14 aufge
nommen und die sich in Lochungen durch die Schenkel 17,
17, und 21, 21′ der beiden U-förmigen Bügel hindurch
erstreckenden Bolzen 22, 22′ bilden für das Anschluß
teil 15 ein seitliche Bewegungen gegenüber dem Veranke
rungselement 14 zulassendes Gleitlager, vermitteln hin
gegen in Lastrichtung eine im wesentlichen feste Verbin
dung mit dem Verankerungselement.
In der insbesondere aus Fig. 1 ersichtlichen Einbaulage
der Verankerungsvorrichtung 10 liegt der das Veranke
rungselement 14 bildende Bügel mit seiner einen Stirn
seite 24 am Verankerungsgrund 12 an und ist an diesem
mittels einer Dübelschraube 25 gehalten, die sich in der
Nähe des in der Einbaulage nach oben weisenden Steges 18
dieses Bügels zwischen dessen Schenkeln 17, 17′ hindurch
erstreckt und einen die Schenkel auf der vom Veranke
rungsgrund 12 abgewandten Seite übergreifenden Querrie
gel 26 an den Bügel und damit diesen an den Verankerungs
grund 12 anpreßt. Auf der am Verankerungsgrund anliegen
den Seite sind die Schenkel 17, 17′ des das Veranke
rungselement 14 bildenden Bügels mit je einer sich nahe
zu über die gesamten Schenkellängen erstreckenden Aus
klinkung 27 versehen, die der Aufnahme einer insbesondere
aus Fig. 2 ersichtlichen Keilscheibe 28 dient. Diese Keil
scheibe besitzt ein quer zur Lastrichtung geneigt ver
laufendes Langloch 29, durch das sich die Dübelschraube
25 hindurcherstreckt. Die dem Steg 18 benachbarten Be
grenzungen der Ausklinkungen 27 ruhen auf der Oberkante
der Keilscheibe 28. Es ist ersichtlich, daß durch ent
sprechende Querverschiebung der Keilscheibe eine Höhen
einstellung des Verankerungselementes 14 am Veranke
rungsgrund 12 gelingt.
Der U-förmige Bügel 16 des Anschlußteils 15 weist in einer
Richtung senkrecht zum Verankerungsgrund eine wesentlich
größere Länge auf als der das Verankerungselement 14 bil
dende Bügel. Das Anschlußteil umfaßt ferner eine Gewin
destange 30, die sich im Bereich zwischen dem Steg 20
und den Schenkeln 21, 21′ des vom Verankerungselement 14
vorstehenden Bügels 16 entlang erstreckt und in ein mit
dem Bügel 16 des Anschlußteils 15 verbundenes Mutterteil
31 eingeschraubt ist. Bei dem Mutterteil handelt es sich
um eine Gewindescheibe, die in einer den Steg 20 des
Bügels 16 durchdringenden und sich in dessen Schenkel 21,
21′ hineinerstreckenden Ausklinkung 32 aufgenommen ist.
Angeordnet ist das Mutterteil in einem Abstand von der
vom Verankerungselement abgewandten Stirnkante 33 des
Bügels 16, der etwa dem zweifachen Durchmesser der Gewin
destange 30 entspricht. Die in das Mutterteil 31 einge
schraubte Gewindestange 30 ist zwischen den Schenkeln
des Bügels 16 aufgenommen und liegt an dem diese Schenkel
miteinander verbindenden Steg 20 innenseitig an. Das vom
Verankerungsgrund abgewandte Ende 35 der Gewindestange 30
ist flachgedrückt und quer von einem Plattenstift 36 durch
drungen.
Das flachgedrückte Ende der Gewindestange 30 greift bei
der aus Fig. 1 ersichtlichen Verankerung in die horizontal
verlaufenden Fugen zwischen übereinander angeordneten Na
tursteinplatten 11, 11′ ein. Die jeweils obere Naturstein
platte steht auf dem flachgedrückten Ende der Gewindestange
auf und der sich vertikal erstreckende Plattenstift 36 ragt
in eine von der Plattenunterkante aus in die Naturstein
platte eingebrachte Bohrung 37 hinein. Der unterseitig über
das flachgedrückte Ende der Gewindestange 30 hinausragende
Abschnitt des Plattenstiftes 36 ist unter Zwischenlage
eines Gleitröhrchens 38 gleichfalls in einer stirnsei
tigen Bohrung 39 der unteren Wandplatte 11′ aufgenommen,
die in vertikaler Hinsicht Spiel gegenüber dem flachge
drückten Ende 35 der Gewindestange 30 aufweist.
Es ist ersichtlich, daß über die Gewindestange 30 und
den über die Gleitbolzen 22, 22′ mit dem Verankerungsele
ment 14 verbundenen U-förmigen Bügel 16 des Anschluß
teils 15 die Gewichtskräfte der jeweils oberen Platten
11 aufgenommen werden und daß die jeweils unteren Wand
bekleidungsplatten 11′ angesichts ihres vertikalen Spiels
gegenüber dem flachgedrückten Ende 35 der Gewindestange
30 ungehindert beispielsweise durch Wärmedehnungen be
dingte vertikale Bewegungen ausführen können. Naturgemäß
erfahren derartige Wandbekleidungsplatten 11, 11′ auch
temperaturbedingte Dehnungen in horizontaler Richtung.
Derartigen Delatationsbewegungen vermag das Anschlußteil
15 angesichts seiner Verbindung mit dem Verankerungsteil
14 durch die ein Gleitlager bildenden Bolzen 22, 22′
ebenfalls im wesentlichen ungehindert zu folgen. Darüber
hinaus ermöglicht die erfindungsgemäße Verankerungsvor
richtung 10 in einfacher Weise eine Einstellung des Ab
standes der Wandbekleidung vom Verankerungsgrund 12, in
dem die Gewindestange 30 mehr oder weniger tief in das
mit dem Bügel 16 des Anschlußteils 15 verbundene Mutter
teil 31 eingeschraubt wird.
Die in den Fig. 3 und 4 veranschaulichte Verankerungs
vorrichtung 40 dient zum Verankern von Vormauerwerk an
und im Abstand vor einem Verankerungsgrund 42. In gleicher
Weise wie bei der ersten Ausführungsform ist das am
Verankerungsgrund anbringbare Verankerungselement 44
als U-förmiger Bügel mit zwei parallel zueinander ver
laufenden und durch einen Steg 48 miteinander verbun
denen Schenkeln 47, 47′ ausgebildet. Im Bereich des
Steges 48 erstreckt sich ein zwischen letzterem und
den angrenzenden Abschnitten der Schenkel aufgenommener
Bolzen 49, der auf der in der Einbaulage zu einem Ver
ankerungsgrund hinweisenden Seite um ein im wesentli
chen der Dicke einer angedeuteten Keilscheibe 58 ent
sprechendes Maß übersteht. Auf derselben Seite des
Bügels 44 sind die vom Steg entfernten Enden der Schen
kel 47, 47′ mittels einer Druckverteilungsplatte 57
miteinander verbunden, deren Dicke im wesentlichen
gleich dem Überstand des genannten Bolzens 49 ist. Am
Verankerungsgrund 42 befestigt wird der das Veranke
rungselement 44 bildende Bügel in gleicher Weise wie
bei der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 mittels
der in Fig. 3 nur angedeuteten Dübelschraube 55.
Das Anschlußteil 45 dieser Verankerungsvorrichtung um
faßt zwei jeweils mit ihren einen Schenkeln 51, 51′ an
einander anliegende und miteinander verbundene Winkel
profile 46, 46′, die nach der vom Verankerungsgrund 42
abgewandten Seite über das Verankerungselement 44 vor
stehen und deren jeweils zweite Schenkel 50, 50′ als
Tragflanschen seitlich vorstehen und bei bestimmungsge
mäßer Verwendung die Ränder benachbarter Steine eines
zu verankernden Vormauerwerks untergreifen. Diese beiden
Winkelprofile 46, 46′ bilden somit ein T-Profil, dessen
von den miteinander verbundenen Schenkeln 51, 51′ gebil
deter Steg mit seitlichen Spiel zwischen den vom Steg 48
des das Verankerungselement 44 bildenden Bügels abgewandten
Enden der Schenkel 47, 47′ dieses Bügels aufgenommen ist.
Die querbewegliche Gleitlagerung dieses T-Profils vermit
telt wiederum ein Gleitbolzen 52, der den hochstehenden
Steg des T-Profils bildenden Schenkel 51, 51′ des Anschluß
teils 45 mit begrenztem Spiel durchdringt und in Lochungen
der Schenkel 47, 47′ des das Verankerungsteil 44 bildenden
Bügels fest aufgenommen ist.
Mit dem vom Verankerungselement 44 entfernten Ende des hoch
stehenden Steges dieses T-Profils ist eine unter etwa 45°
zum Verankerungselement hin verlaufende Zuglasche 60 ver
schweißt, deren anderes Ende im Abstand von dem vorgenannten
Gleitbolzen 52 mit seitlichem Spiel zwischen den Schenkeln
47, 47′ des Verankerungselementes aufgenommen und ebenfalls
mittels eines Gleitbolzens 52′ querbeweglich gegenüber dem
Verankerungselement gelagert ist, der diese Zuglasche in
einer entsprechenden Lochung durchdringt und in Lochungen
der Schenkel des Verankerungselementes befestigt ist. Das
aus den zu einem T-Profil vereinigten Winkelprofilen 46, 46′
und der Zuglasche 60 bestehende Anschlußteil 45 vermag so
mit im wesentlichen parallel zur Längserstreckung der Schen
kel 47, 47′ des das Verankerungselement 44 bildenden U-
förmigen Bügels Traglasten aufzunehmen, gleichzeitig aber
innerhalb der durch das Spiel zwischen dem hochstehenden
Steg einerseits und der Zuglasche andererseits gegenüber
den Schenkeln 47, 47′ des Verankerungselements begrenzte
Querbewegungen auszuführen und mithin im Vormauerwerk
auftretende Dilatationsbewegungen auszugleichen.
Bei der in den Fig. 5 und 6 gezeigten Verankerungsvorrich
tung handelt es sich um einen Brüstungsanker 70, bei dem
das Verankerungselement 74 und das damit verbundene An
schlußteil 75 aus Abschnitten von U-förmigen Profilschienen
bestehen. Der das Anschlußteil 75 bildende Profilschienen
abschnitt, dessen Außenmaß über die durch einen gemeinsamen
Steg 80 miteinander verbundenen Schenkel 81, 81′ kleiner
ist als das Innenmaß zwischen den ebenfalls durch einen
Steg 78 miteinander verbundenen Schenkeln 77, 77′ des
das Verankerungselement 74 bildenden Profilschienenab
schnittes, ist im Bereich des einen Endes des Verankerungs
elements zwischen dessen hochstehenden Schenkeln mit seit
lichem Spiel aufgenommen und mittels im Abstand voneinan
der angeordneter Gleitbolzen 82, 82′, die an den Schenkeln
des Verankerungselementes festgelegt sind und die Schen
kel des Anschlußteils in Lochungen mit Spiel durchdringen,
im Rahmen des durch das erwähnte seitliche Spiel querbe
weglich am Verankerungselement gelagert.
Fig. 5 veranschaulicht in schematischer Darstellung die
Anbringung eines Brüstungselments 71 an einer vorkragen
den Betonplatte 72 eines Bauwerks mittels einer erfin
dungsgemäßen Verankerungsvorrichtung. Das in der Ein
baulage von der Vorderkante der vorstehenden Beton
platte 72 entfernte Ende des Verankerungselements 74
ist in bekannter Weise mittels einer Halteschraube 85
befestigt, deren Kopf in einer in das Betonteil einge
lassenen C-förmigen Schiene 86 eingreift. In der Nähe
der Vorderkante der vorstehenden Betonplatte 72 ist
das Verankerungselement 74 auf einem oberseitig auf der
Betonplatte ruhenden Auflager 87 aufgenommen und das
über die im Abstand voneinander angeordneten Gleit
bolzen 82, 82′ mit dem Verankerungselement verbundene An
schlußteil 75 steht über das etwa im Bereich der
Vorderkante der Betonplatte endende Verankerungs
element vor und ist in bekannter Weise in das nur
schematisch angedeutete Brüstungselement 71 einge
lassen. Der festen Verbindung des Anschlußteils mit
dem Brüstungselement dienen in letzteres eingebettete
Armierungsstäbe 88, die den in das Brüstungselement
hineinragenden Abschnitt des Anschlußteils durch
dringen.
Es ist ersichtlich, daß temperaturbedingt unvermeid
bar auftretende seitliche Delatationsbewegungen eines
derartigen Brüstungselementes 71 im Rahmen der Quer
beweglichkeit des Anschlußteils 75 gegenüber dem
Verankerungselement 74 ausgeglichen werden, ohne
daß dafür Gleitbewegungen zwischen dem Verankerungs
element und dem dieses im Bereich der Vorderkante
der Betonplatte 72 aufnehmenden Auflagers 87 bzw.
zwischen letzterem und der Betonplatte auftreten
müssen.
Claims (9)
1. Vorrichtung zum Verankern von Bauelementen an einem
tragenden Verankerungsgrund, mit einem am bzw. im Veran
kerungsgrund befestigbaren Verankerungselement und mit
einem von diesem nach der in der Einbaulage vom Veranke
rungsgrund abgewandten Seite vorstehenden Anschlußteil,
das mit dem zu verankernden Bauelement verbindbar bzw. in
letzteres einbettbar ist, insbesondere Anker für Brüstungen
oder Wandbekleidungen in Form von Fassadenplatten aus Be
ton bzw. Naturwerkstein oder in Form von Verblendmauer
werk aus Vormauersteinen,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem am oder im Verankerungsgrund befestig
baren Verankerungselement (14, 44, 74) und dem von
diesem vorstehenden Anschlußteil (15, 45, 75) ein in
einer Richtung quer zur Traglast Verschiebebewegungen
zwischen dem Verankerungselement und dem Anschlußteil
zulassendes, in Lastrichtung hingegen starres Lager (22,
22′; 52, 52′, 82, 82′) angeordnet ist.
2. Verankerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß es sich bei dem das Anschlußteil (15,
45, 75) mit dem Verankerungselement (14, 44, 74) verbin
denden Lager um ein Gleitlager (22, 22′; 52, 52′, 82, 82′)
handelt.
3. Verankerungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Gleitlager zumindest einen fest
mit dem Verankerungselement (14, 44, 74) oder dem An
schlußteil (15, 45, 75) verbundenen Gleitbolzen (22, 22′;
52, 52′; 82, 82′) aufweist, der das jeweils andere Anker
teil in einer Querausnehmung mit Spiel durchdringt und
querbeweglich zu dem mit dem Gleitbolzen versehenen An
kerteil aufnimmt.
4. Verankerungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß mit dem vorstehenden Anschlußteil (45)
eine Traglasten aufnehmende Zuglasche (60) verbunden und
in einem Gelenkpunkt zugfest an das Verankerungselement
(44) angeschlossen ist.
5. Verankerungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß zwei im Abstand voneinander angeordnete
Gleitbolzen (22, 22′; 52, 52′; 82, 82′) mit jeweils dem
einen Ankerteil fest verbunden sind und das jeweils andere
Ankerteil in Querausnehmungen durchdringend lagern.
6. Verankerungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitbolzen (22, 22′;
52, 52′; 82, 82′) zwei im Abstand voneinander verlaufende
Schenkel (17, 17′; 47, 47′; 77, 77′) des einen Ankerteils
in Lochungen durchdringen und an diesen Schenkeln festge
legt sind, während das jeweils andere Ankerteil zwi
schen den genannten Schenkeln mit seitlichem Spiel
aufgenommen ist.
7. Verankerungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß es sich bei dem Verankerungs
element (14, 44, 74) und/oder dem Anschlußteil (15, 45,
75) um einen U-förmigen Bügel handelt.
8. Verankerungsvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Anschluß
teil (45) oder dem Verankerungselement (44) um ein
mit seinem Mittelsteg (51, 51′) mit seitlichem Spiel
zwischen den im Abstand voneinander verlaufenden
Schenkeln (47, 47′) des jeweils anderen Ankerteils
aufgenommenes T-Profil handelt.
9. Verankerungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 6
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Verankerungs
element (14, 44) ein U-förmiger Bügel mit zwei durch
einen Steg (18, 48) miteinander verbundenen Schenkeln
(17, 17′; 47, 47′) ist, der in der Einbaulage mit nach
unten weisenden Schenkeln mit einer Stirnseite am
Verankerungsgrund anliegt und bei dem das Anschlußteil
(15, 45) mit seitlichem Spiel zwischen den genannten
Schenkeln aufgenommen sowie mittels zumindest eines
Gleitbolzens (22, 22′; 52, 52′) querbeweglich gelagert
ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893910286 DE3910286A1 (de) | 1989-03-30 | 1989-03-30 | Vorrichtung zum verankern von bauelementen an einem tragenden verankerungsgrund |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893910286 DE3910286A1 (de) | 1989-03-30 | 1989-03-30 | Vorrichtung zum verankern von bauelementen an einem tragenden verankerungsgrund |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3910286A1 true DE3910286A1 (de) | 1990-10-04 |
Family
ID=6377466
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893910286 Withdrawn DE3910286A1 (de) | 1989-03-30 | 1989-03-30 | Vorrichtung zum verankern von bauelementen an einem tragenden verankerungsgrund |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3910286A1 (de) |
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1989
- 1989-03-30 DE DE19893910286 patent/DE3910286A1/de not_active Withdrawn
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