DE3908453A1 - Verfahren und vorrichtung zum diskontinuierlichen ausbringen von an der luft erstarrenden applikationsfluessigkeiten aus auftragsduesen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum diskontinuierlichen ausbringen von an der luft erstarrenden applikationsfluessigkeiten aus auftragsduesenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtung
zum diskontinuierlichen Ausbringen von an der Luft er
starrenden Applikationsflüssigkeiten aus Auftragsdüsen.
Die Erfindung ist beispielsweise auf die Applikation
von meistens aus Kunststoffdispersionen bestehenden
Klebern anwendbar, kann aber auch auf Farben oder
andere Applikationsflüssigkeiten angewandt werden.
Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf die
Papierverarbeitung, bei der mit Dosierventilen
beschickte Düsen die bezeichneten Flüssigkeiten vor
zugsweise nach einem vorgegebenen Muster, z.B. in
Tropfenform auf eine Papierunterlage aufgebracht werden,
wobei die Applikation von Pausen unterbrochen ist, die
während längerer Zeiträume Teile der Applikationsflüs
sigkeit an der Düse in Ruhe belassen und so lange
dauern, daß die Applikationsflüssigkeitreste in und an
der Düse erstarren würden, wenn nicht für einen Luft
abschluß gesorgt würde. Erstarrte Flüssigkeitsreste ver
hindern bei den folgenden Applikationsvorgängen, daß die
vorgegebenen Flüssigkeitsmengen in vorgegebenen Zeit
räumen ausgebracht werden. Verschlüsse der Düsenbohrung
durch erstarrte Flüssigkeitsreste werden erfindungs
gemäß regelmäßig entfernt, damit die Applikationsvor
richtung störungsfrei funktioniert.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird außerdem die
Bildung erstarrender Flüssigkeitsreste in der Düsenbohrung
mit dem Schließorgan verhindert, welches deswegen gegen
die Düsenbohrung abgedichtet ist, um den Zutritt von Luft
zu dem Flüssigkeitsrest in der Düse zu verhindern.
Dieses Schließorgan ist mit einem Antrieb quer erschieb
lich und kann dadurch in den Pausen zwischen den einzel
nen Applikationsvorgängen in seine Verschlußstellung und
aus dieser zu Beginn eines neuen Applikationsvorganges
in eine Stellung verbracht werden, in der es die Düsen
bohrung freigibt. Diese Bewegungen des Schließorganes
lassen sich mit der Steuerung der Applikationsvorgänge
synchronisieren. Das Schließorgan wirkt erfindungsgemäß
auf die Düsenstirnseite und schränkt deshalb den Quer
schnitt des Düsenkanals nicht ein. Daher ist die Erfin
dung auch auf Düsen anwendbar, welche enge Düsenkanäle
aufweisen.
Die Erfindung ersetzt die Handarbeit, die bei vielen
Applikationsvorrichtungen nicht erfolgreich ist, bei
denen etwa Kaltleim-Dispersionen verwendet werden, die
bei Pausendauern ab ca. 60 sec eintrocknen, insbeson
dere wenn 0,4 mm Düsen mit einem Applikationsdruck von
ca. 1 bar verwendet werden, der nicht in der Lage ist,
einen erstarrten Flüssigkeitsrest aus dem Düsenkanal
auszutreiben. Handarbeit ist außerdem aufwendig, weil sie
die Abdichtung des Düsenkanals mit Fett voraussetzt,
das vor jedem Applikationsvorgang wieder entfernt werden
muß.
Die Erfindung geht von einem vorbekannten Verfahren
bzw. einer zu seiner Durchführung vorgesehenen Vor
richtung aus, welche die Handarbeit mechanisiert.
Hierbei bildet eine Verschlußplatte das Schließorgan
für eine Mehrzahl von Düsen, die in einem Düsenblock
vereinigt sind und sämtliche Düsen verschließt oder frei
gibt. Die Platte weist für jede Düse eine Blindbohrung
und eine Durchgangsbohrung auf. Ein Linearantrieb ver
stellt die Platte so, daß entweder die Blindbohrungen
oder die Durchgangsbohrungen mit den Düsenöffnungen
ausgefluchtet sind und diese verschließen oder frei
geben. Die für den luftdichten Abschluß der Platte
erforderliche Abdichtung setzt an den Düsen Dichtungs
ringe voraus, welche mit dem erforderlichen Druck auf
der Platte dichten und dadurch den Spalt zwischen der
Platte und der Düsenstirnseite verschließen. Die Blind
bohrungen sind mit Innenkanälen der Platte an eine
Pumpe angeschlossen, welche Reinigungsflüssigkeit durch
die Kanäle in die Düsen pumpt.
Dieser vorveröffentlichte Stand der Technik bedeutet
einen erheblichen technischen Aufwand infolge der Viel
zahl von Dichtungen und der schwierig herzustellenden
und zu beherrschenden Verschlußplatte. Eine solche
Einrichtung läßt sich auch nur für eine Vielzahl von
in einem Block zusammengefaßten Düsen verwenden. Das
ist ein Mangel, weil von mehreren Düsen einzelne Düsen
nicht einzeln, sondern nur gleichzeitig auf- und zu
gesteuert werden können. Der bauartbedingte Spalt zwi
schen der Düsenstirnseite und der starren Platte führt
insbesondere bei besonders ungünstigen Applikations
flüssigkeiten, etwa bei flüssigen Kalt- oder Heißklebern
dazu, daß die beweglichen Teile, wie insbesondere die
Dichtungen, nicht zufriedenstellend funktionieren, weil
sie auch durch Feuchthalten mit der erwähnten Flüssig
keit nicht freigehalten werden. Die Verwendung solcher
Reinigungsflüssigkeiten bedeutet außerdem einen erheb
lichen Aufwand, der für die Dosierung und die Fort
leitung zu den Blindbohrungen getrieben werden muß.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auf einfache
Weise das eingangs beschriebene Verfahren so zu führen,
daß Betriebsstörungen an jeder Einzeldüse verhindert
werden.
Diese Aufgabe löst die Erfindung mit den Merkmalen des
Anspruches 1. Weitere Merkmale der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
Gemäß der Erfindung wird nach jedem Applikationsvorgang
jede Dose durch Abstreifen ihrer Stirnseite gereinigt
und mit dem Ölfilm luftdicht mit dem Schließorgan ver
schlossen. Der Ölfilm hat die Eigenschaft, die Düsen
bohrung nicht zu verschließen, so daß beim folgenden
Applikationsvorgang der flüssig gebliebene Rest im
Düsenkanal problemlos ausgetrieben wird. Je nach Aus
bildung der Düse und den Eigenschaften der Applikations
flüssigkeit, insbesondere ihrer Oberflächenspannung
wird der Ölfilm ganz oder teilweise durch die austre
tende Applikationsflüssigkeit, spätestens jedoch beim
erwähnten Verschließen der Düse abgetragen und erneuert.
Er erschwert daher das Anhaften erstarrender Appli
kationsflüssigkeiten, weil er die Benetzungsfähigkeit
der Oberflächen herabsetzt oder ausschließt.
Da erfindungsgemäß in den Düsen Dichtungen ebenso wie
die Blind- und Durchgangsbohrungen nicht mehr verwen
det werden, weil die Vorgänge des Abstreifens und
Aufbringens des Ölfilms unmittelbar aufeinanderfolgen,
tritt eine wesentliche Vereinfachung ein, die eine
starre Platte überflüssig macht. Das im Rahmen des
erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehene Abstreifen,
bei dem das Verschlußorgan schleifend über die Düsen
stirnseite geführt wird, schafft die Möglichkeit, das
Schließorgan wesentlich zu verkleinern. Es läßt sich
deswegen mit einem mitgeführten Ölvorrat versehen und
zum Verschluß einer Einzeldüse verwenden.
Durch entsprechende Auswahl des Öls wird über längere
Zeiträume verhindert, daß der Ölvorrat austrocknet,
so daß er für eine Vielzahl von Applikationsvorgängen
funktionsfähig bleibt.
Mit den Merkmalen des Anspruches 2 wird ein besonders
geeignetes Öl vorgeschlagen, das vor allem nicht an
der Luft austrocknen und daher auch bei Luftzutritt
im Vorrat in dem Schließorgan flüssig bleibt.
Silikonöl hat sich insbesondere zur Vermeidung von
Verstopfern aus Kaltleim als zweckmäßig erwiesen.
Mit den Merkmalen des Anspruches 3 wird eine Steuerung
von Einzeldüsen eines Düsenblockes möglich. Das bedeutet
eine Verbesserung der Applikationstechnik, weil sich
dadurch die Applikationsvorgänge mehrerer Düsen voneinander
unabhängig vollziehen können.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines
Ausführungsbeispiels einer zur Durchführung des
beschriebenen Verfahrens geeigneten Vorrichtung anhand
der Figuren in der Zeichnung näher erläutert; es zeigen
Fig. 1 schematisch eine Applikationsvorrichtung beim
Ausbringen einer Applikationsflüssigkeit in
Stirnansicht und
Fig. 2 den Gegenstand der Fig. 1 in Seitenansicht.
Mit Hilfe eines für sich bekannten Dosierventiles wird
Klebstoff durch eine Düse (2) in Form mehrerer Tropfen
(3) auf eine nicht dargestellte Papierunterlage appli
ziert. Der Klebstoff wird durch einen Schlauch (4) ein
geführt. Das Dosierventil besitzt einen Kolben, der
magnetisch pulsierend auf- und abbewegt wird. Die
Steuerung des Magnetantriebes erfolgt über eine Leitung
(5), die zu einem nicht dargestellten Regler führt,
welcher auch Beginn und Ende eines Applikationsvor
ganges steuert. Die von dem Kolben des Dosierventils
in die Düse (2) getriebene Applikationsflüssigkeit tritt
im Rhythmus der Kolbenbewegung aus und bildet die
Tropfenreihe (3), die in Fig. 1 dargestellt ist. Die
Düse ist in das Gehäuse (6) des Dosierventils mit
einer Mutter (7) eingeschraubt, die einstückig mit
einem Düsenkegel (8) ausgeführt ist, den zentrisch
eine Düsenbohrung durchsetzt.
Mit Hilfe einer Schelle (9) ist ein pneumatischer
Zylinder (10) am Gehäuse (6) derart befestigt, daß
sich der Kolben (11) und die Kolbenstange (12) mit
einem Winkelarm (13), der auf dem Ende der Kolben
stange (12) drehfest angebracht ist, quer zum Düsen
kanal in Richtung des Doppelpfeiles (17) der Fig. 2
hin- und herbewegen lassen. Im Zylinder liegt eine
Spiralfeder (14), welche den Kolben in die Verschluß
stellung eines Schließorgans (15) drückt. Der Zutritt
der Druckluft ist schematisch bei (16) angedeutet,
so daß die Druckluft die Kolbenstirnseite beaufschla
gen kann, die der auf der Feder (14) abgestützten
Kolbenseite gegenüberliegt. Wird Druckluft bei (16)
zugeführt, so spannt der Kolben (11) die Feder (14)
und zieht das Verschlußorgan (15) in seine Offen
stellung.
Das Verschlußorgan hat die Form einer Scheibe (18).
Sie besteht aus einem Schwamm, der beispielsweise aus
offenporigem, geschäumten Kunststoff besteht. Der
Schwamm ist mit Silikonöl getränkt, das die Poren
ausfüllt und verschließt.
Die Ebene der durch den Doppelpfeil (17) gekennzeich
neten Bewegung der Schwammoberfläche ist so gewählt,
daß die Stirnseite (19) des Schwammes (18) zunächst
vor die Kegelfläche (20) des Düsenkegels läuft, wodurch
der Schwamm infolge seiner Elastizität verformt wird.
Die Stirnkante (19) wischt im Zuge der Schließbewegung
über die Düsenstirnseite (21) und entfernt dabei einen
Rest der Applikationsflüssigkeit, welche in der Düsen
bohrung ansteht und gegebenenfalls auch die Düsen
stirnseite (21) bedeckt. Infolge der Formänderung des
Schwammes (18) wird aus dem zusammengedrückten Bereich
ein Teil des in den Poren enthaltenden Ölvorrates
ausgepreßt. Dieser bildet auf der von dem Schwamm
erreichbaren Fläche der Düse einem filmartigen
Überzug.
In der aus Fig. 2 ersichtlichen Verschlußstellung
liegt die gesamte Düsenstirnfläche (21) etwa in der
Mitte der Scheibe (18), die infolge ihrer Formänderung
im Bereich der Düsenstirnseite (21) zusammengedrückt
ist und deshalb auf dieser einen ausreichenden Dicht
druck erzeugt. Die Oberfläche der Scheibe (18) wirkt
mit dem Ölfilm zusammen, der einen luftdichten Verschluß
an den sich berührenden Oberflächen der Scheibe und der
Düsenstirnseite (21) bildet. Der in den Poren enthaltene
Ölvorrat sorgt für eine vollständige Abdichtung gegen
den Zutritt von Außenluft durch die Poren des Schwammes.
Sobald der Winkelarm (13) unter dem Einfluß der bei
(16) einströmenden Druckluft von dem Kolben (11)
zurückgezogen wird, bewegt sich der Schwamm (18) über
die Düsenstirnseite (21) und gibt schließlich die
Düsenöffnung frei. Er hinterläßt einen Ölfilm auf
der Düsenstirnseite (21) und im Bereich der Öffnung
des Düsenkanals, der ganz oder zum Teil beim Austritt
der Tropfen (3) aus der Düse mitgenommen und entfernt
wird. Ölfilmreste erschweren das Anbacken von Resten
der Applikationsflüssigkeit nach dem Applikations
vorgang.
Claims (7)
1. Verfahren zum diskontinuierlichen Aus
bringen von an der Luft erstarrenden
Applikationsflüssigkeiten aus Auftrags
düsen, bei dem in den Pausen zwischen
dem Ausbringen mit einem auf die Düsen
stirnseite wirkenden, abgedichteten
Schließorgan die Düsenöffnung verschlos
sen und vor Beginn des Ausbringens durch
einen Antrieb des Schließorganes die Düsen
öffnung freigegeben wird, dadurch gekenn
zeichnet, daß bei der Verschlußbewegung des
Schließorganes die Düsenstirnseite schleifend
abgewischt und im Anschluß daran aus einem
von dem Schließorgan mitgeführten Ölvorrat
auf der gewischten Fläche ein Ölfilm aufge
tragen wird, der als Abdichtung des Schließ
organes dient, und daß bei der Freigabe der
Düsenöffnung der gegen Austrocknen geschützte
Ölfilm bis zum folgenden Wischvorgang wenig
stens teilweise aufrechterhalten und/oder von
der austretenden Applikationsflüssigkeit ent
fernt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch die Verwendung von dünnflüssigem
Silikonöl.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß von mehreren
Auftragsdüsen jede Auftragsdüse einzeln
gewischt und mit einem Ölfilm versehen wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, die mit einem Linearantrieb, vorzugs
weise einem Schubkolbengetriebe das Schließorgan
quer zur Achse eines Dosierventiles und einer
Düse verschiebt, dadurch gekennzeichnet, daß
das Schließorgan (18) elastisch und offen
porig ausgebildet, sowie mit dem Öl getränkt
ist, der auf der Düsenseite eines von dem
Linearantrieb (10, 11) bewegten Armes befe
stigt ist, welcher den Schwamm gegen die
Düsenflanke (20) führt und dabei unter Ver
formung mit seiner Vorderkante über die
Düsenstirnfläche (21) führt, wobei das durch
die Verformung aus den Schwammporen austre
tende Öl als Film und der Schwammoberfläche
über die Düsenstirnseite (21) gezogen wird
und daß die Bewegungsbahn der Querver
schiebung des Schließorganes (18) die Flanke
(20) der Düse trifft, wobei der Antrieb (10,
11) das Schließorgan (18) elastisch verformt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Schließorgan (18) eine
Schwammscheibe ist, die auf einem mit dem
Linearantrieb (10, 11) zusammenwirkenden
Träger befestigt ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4
oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Träger (13) des Schließorgans (18) ein
Winkelarm ist, der drehfest mit der Kolben
stange (12) des Schubkolbengetriebes (10, 11)
verbunden ist.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der
Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Linearantrieb (10, 11) mit einem Band
(9) am Gehäuse (6) der Applikationsvorrichtung
(1) befestigt ist.
Priority Applications (1)
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