DE3906361A1 - Verfahren und vorrichtung zur pruefung der dichtigkeit eines flexiblen kunststoffbehaelters - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur pruefung der dichtigkeit eines flexiblen kunststoffbehaeltersInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
zur Prüfung der Dichtigkeit eines im Gebrauchszustand mit
einer auf einen Gießstutzen aufgeschraubten Schraubkappe
verschlossenen flexiblen kollabierbaren Kunststoffbehälters;
die Erfindung bezieht sich auch auf eine Vorrichtung zur
Ausführung dieses Verfahrens.
Flexible Verpackungen für Flüssigkeiten werden aus ökolo
gischen Gründen verstärkt für Getränke- und Chemieprodukte
eingesetzt. Besonders bewährt haben sich dabei für teure
und/oder gefährliche Produkte halbflexible Kunststoffbe
hälter in stabilen Faltkisten, sogenannte Zweistoff-
Flüssigkeitsverpackungen. Mit diesem Verpackungskonzept
wird bei geeigneter konstruktiver Ausgestaltung der einzel
nen Elemente ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis, sowie eine
hohe Zuverlässigkeit erreicht. Die anwendungsbedingt ver
wendeten Kunststoffmaterialien und die vorgesehenen Wand
dicken der Behälter verursachen jedoch vereinzelt ungleich
mäßige Spannungsverteilungen, Faltenbildungen und ver
ringerte Schweißnahtfestigkeiten. Mit der Zeit, d.h. nach
einer gewissen Lagerzeit, führen die genannten Unzuläng
lichkeiten zu Mikrolöchern und/oder Mikrorissen in den
flexiblen Behältern, so daß letztlich deren bestimmungsge
mäße Funktion mehr oder weniger stark beeinträchtigt wird.
Es hat sich gezeigt, daß eine der Fertigung unmittelbar
nachgeschaltete Kontrolle der Dichtigkeit oder eine all
gemeine Funktionskontrolle allein nicht ausreichend ist,
um die im Hinblick auf bestimmte Gefahrengüter zu fordern
de absolute Sicherheit zu gewährleisten. Um die auf Mikro
löcher und/oder Mikrorisse zurückzuführenden Fehler völlig
auszugrenzen, ist eine 100%ige Funktionsprüfung nach einer
bestimmten Lagerzeit, z.B. von 4 Wochen, erforderlich.
Die üblicherweise bei Hohlkörpern angewandte Methode zur
Dichtigkeitsprüfung mittels Differenzdruckgeräten wird
bei den Anwendern der beschriebenen Verpackungen meist un
mittelbar vor dem Befüllen verwendet. Diese Methode ist dann
besonders vorteilhaft, wenn die Behälter bereits in den
tragenden Außenkarton der Zweistoff-Flüssigkeitsverpackung
eingesetzt sind, weil dann ein höherer Prüfdruck verwendet
werden kann. Sollen die über eine gewisse Zeit gelagerten,
bereits gefalteten Behälter einer solchen Prüfung unter
zogen werden, so ist jedoch ein hoher Handhabungsaufwand
notwendig.
Ein Höchstmaß an Sicherheit kann nur bei einer Prüfung
nicht gefalteter Behälter erzielt werden. Das nach der
Prüfung erforderliche erneute Falten ist dann ohne zusätz
liche Aufheizung der Behälter jedoch mit Risiken verbunden,
da hierbei erneut Faltkanten und Knickstellen und wiederum
Mikrolöcher und/oder Mikrorisse entstehen können. Ein
weiterer Nachteil der Druckprüfmethode an nicht im Außen
karton abgestützten Behältern ist die relativ lange Prüf
zeit bei den nur kleinen Beschädigungen.
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe be
steht darin, ein Verfahren zur Prüfung der Dichtigkeit eines
flexiblen Behälters anzugeben, das die vorgenannten Nach
teile nicht aufweist, das einfach ausgeführt werden kann,
und das sichere, insbesondere den genannten Zeitfaktor be
rücksichtigende Prüfergebnisse erbringt.
Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des
Patentanspruchs 1 wiedergegebenen Verfahrensschritte ge
löst.
Der zu prüfende Behälter wird also unmittelbar nach seiner
Fertigung evakuiert und dicht verschlossen und zwar nach
dem der Gießstutzen montiert und der Behälter bereits um
seine sogenannte Invertiernaht in sich gefaltet (invertiert)
ist. Nur wenn der Behälter absolut dicht ist, bleibt er
in seiner gefalteten Form - sollte auch nur die geringste
Undichtigkeit vorhanden sein, so würde sich der Behälter
aufgrund des Rückstellvermögens (Relaxationsvermögens) des
Kunststoffmaterials mit der Zeit entspannen. Auch kleinste
Undichtigkeiten führen nach relativ kurzer Zeit, z.B.
bereits nach 2 Stunden, zu einer Entspannung der faltigen
Behälterwandungen, so daß mit bloßem Auge bereits der
Unterschied zwischen einem dichten und einem undichten Be
hälter sichtbar wird.
In bevorzugter Ausgestaltung des Grundgedankens der vor
liegenden Erfindung wird der zu prüfende Behälter nach
seiner Evakuierung mit der Schraubkappe dicht verschlossen,
die auch im Gebrauchszustand den flexiblen (Innen-)
Behälter (der Zweistoff-Flüssigkeitsverpackung) verschließt.
Damit wird gleichzeitig mit der Prüfung der Dichtigkeit des
Behälters auch die Dichtigkeit der Schraubverbindung
zwischen der Schraubkappe und dem Gießstutzen geprüft.
Eine derartige Prüfung des Behälterverschlusses, d.h. der
Schraubkappe, war mit dem bekannten Differenzdruck-Prüf
verfahren nicht möglich, da hierbei jeweils mit einem und
zwar stets mit ein und demselben Adapter gearbeitet wird.
Ein zusätzlicher Vorteil der erfindungsgemäß im evakuierten
Zustand gelagerten und gegebenenfalls transportierten Be
hälter liegt darin, daß aufgrund des verringerten Behälter
volumens eine noch höhere (Ver-)Packungsdichte erreicht wird.
Das vorstehend genannte Verfahren wird mit der im Patent
anspruch 3 charakterisierten Vorrichtung ausgeführt.
Weiterbildungen dieser Vorrichtung sind Gegenstand der
Patentansprüche 4 und 5.
Die vorliegende Erfindung wird im folgenden anhand der
Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens näher er
läutert. Diese Vorrichtung ist in der Zeichnung in Form
einer Prinzipdarstellung gezeigt.
Das Basiselement der Vorrichtung zur Ausführung des Ver
fahrens zur Prüfung der Dichtigkeit eines flexiblen Be
hälters ist eine Saugglocke 1, die im wesentlichen aus
einem hohlzylindrischen Rohr 2 besteht. Dieses Rohr 2
weist an der einen Stirnseite einen Deckel 3 auf, der
seinerseits einen zur Rohrachse koaxialen hohlen Lager
zapfen 4 aufweist. Die zweite Stirnseite des Rohres 2
weist einen innenliegenden umlaufenden Kragen 5 auf, an
den von der Stirnseite her eine Ringdichtung 6 anlegbar
ist. Die Saugglocke 1 weist zusätzlich einen Anschluß
stutzen 7 für eine Anschlußleitung einer - nicht ge
zeichneten - Vakuumpumpe auf. Der Lagerzapfen 4 dient
zur Führung und Halterung einer Führungsstange 8 eines
Schraubkopfes 9, der eine geeignete Aufnahme für eine
Schraubkappe 20 eines zu prüfenden Behälters 21 umfaßt.
Der Schraubkopf 9 ist mit Hilfe der Führungsstange 8
koaxial zur Achse des Rohrs 2 und damit der Saugglocke 1
verschiebbar (Pfeil X); der Schraubkopf 9 ist darüber
hinaus um die Achse der Führungsstange 8 drehbar (Pfeil Y).
Die Funktion der Vorrichtung, d.h. das mit ihr auszuführen
de Verfahren ist wie folgt:
In die Saugglocke 1 und zwar in die entsprechende Auf
nahme des Schraubkopfes 9 wird eine serienmäßige Schraub
kappe 20 für einen Behälter 21 eingelegt. Dieser Be
hälter 21 wird nun seinerseits mit seinem Gießstutzen 22
voraus über die zweite Stirnseite des Rohrs 2 an dieses
angesetzt bzw. angelegt, und zwar so, daß er mit einem
Dichtflansch 23 des Gießstutzens 22 an der Ring
dichtung 6 aufliegt. Der Behälter 21 , der vor dem
Anlegen bzw. Auflegen auf die Saugglocke 1 invertiert
worden ist, liegt nun auf der Saugglocke 1 auf und er
ragt mit seinem Gießstutzen 22 in den Innenraum der Saug
glocke 1 hinein. In diesem Ausgangszustand liegt der
Schraubkopf 9 mit der Schraubkappe 20 im Abstand zum
Gießstutzen 22.
Nunmehr wird die - nicht gezeichnete und auch nicht detail
liert zu beschreibende - Ablaufsteuerung aktiviert.
Diese schaltet nun die Vakuumpumpe an, die über die am An
schlußstutzen 7 angekoppelte Anschlußleitung den Innen
raum der Saugglocke 1 evakuiert. Nach Erreichen eines
vorgegebenen (Unter-) Drucks in der Saugglocke 1 wird
sodann die Führungsstange 8 in Richtung zum Gießstutzen 22
hin axial bewegt. Sobald die Schraubkappe 20 am Gieß
stutzen 22 anliegt, wird ein Drehmoment begrenzender
Luftschrauber angesteuert. Dieser dreht die Schraubkappe 20
auf den Gießstutzen 22 auf.
Ist das vorgegebene Drehmoment erreicht, so wird die An
schlußleitung zur Vakuumpumpe bzw. das entsprechende Vakuum
ventil geschlossen.
Nunmehr kann der evakuierte und mit der Schraubkappe 20
dicht verschlossene Behälter 21 , gegebenenfalls nach
Einleiten von Druckluft in die Saugglocke 1 wieder ent
nommen werden.
Sollte er irgendeine Undichtigkeit aufweisen, so wird dies
innerhalb sehr kurzer Zeit durch entsprechende Rückstell
momente der Behälterwandungen ohne weiteres sichtbar.
Das vorstehend beschriebene Verfahren, sowie die Vor
richtung zur Ausführung dieses Verfahrens, wurden in
Verbindung mit der Prüfung der Dichtigkeit von soge
nannten kollabierbaren Kunststoffbehältern erläutert.
Dieser Anwendungsfall soll jedoch die Erfindung an sich
nicht einschränken.
So ist es in besonderer Verwendung des erfindungsge
mäßen Grundgedankens auch möglich, formstabile Behälter,
z.B. Kanister, auf ihre Dichtigkeit zu prüfen. Wird ein
formstabiler Behälter so weit evakuiert, daß seine
Wandungen sich dem Vakuum entsprechend verformen, so kann
auch hier die Dichtigkeit überprüft werden. Der form
stabile Behälter wird nach der Evakuierung fest und
dicht verschlossen, und er bleibt in der verformten Ge
stalt, wenn er wirklich dicht ist.
Ein weiterer besonderer Anwendungsfall des erfindungs
gemäßen Verfahrens bezieht sich auf die isolierte Prüfung
von Behälterverschlüssen, insbesondere Schraubkappen. In
diesem Falle wird der zu prüfende Verschluß dicht auf
einen evakuierten Behälter aufgebracht und dieser Be
hälter behält seine dem Vakuum entsprechende Form bei,
wenn der Verschluß auch wirklich dicht ist.
Claims (7)
1. Verfahren zur Prüfung der Dichtigkeit eines
im Gebrauchszustand mit einer auf einen Gieß
stutzen aufgeschraubten Schraubkappe ver
schlossenen flexiblen kollabierbaren Kunst
stoffbehälters,
insbesondere eines flexiblen Innenbehälters
einer Zweistoff-Flüssigkeitsverpackung,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Behälter unmittelbar nach seiner Her stellung evakuiert wird,
daß der evakuierte und kollabierte Behälter am Gießstutzen dicht verschlossen wird, und
daß der dicht verschlossene kollabierte Be hälter dem atmosphärischen Luftdruck ausge setzt wird.
daß der Behälter unmittelbar nach seiner Her stellung evakuiert wird,
daß der evakuierte und kollabierte Behälter am Gießstutzen dicht verschlossen wird, und
daß der dicht verschlossene kollabierte Be hälter dem atmosphärischen Luftdruck ausge setzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf den evakuierten und kollabierten Be
hälter die Schraubkappe aufgedreht wird, die
im Gebrauchszustand verwendet wird.
3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine an eine Vakuumpumpe angeschlossene hohlzylindrische Saugglocke vorgesehen ist,
daß die Saugglocke an der einen Stirnseite einen axial beweglichen und verdrehbaren Schraubkopf aufweist, und
daß an der zweiten Stirnseite der Saugglocke koaxial zum Schraubkopf eine zum Einführen des Gießstutzens geeignete Bohrung mit einem Dichtring vorgesehen ist.
daß eine an eine Vakuumpumpe angeschlossene hohlzylindrische Saugglocke vorgesehen ist,
daß die Saugglocke an der einen Stirnseite einen axial beweglichen und verdrehbaren Schraubkopf aufweist, und
daß an der zweiten Stirnseite der Saugglocke koaxial zum Schraubkopf eine zum Einführen des Gießstutzens geeignete Bohrung mit einem Dichtring vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schraubkopf eine Aufnahme für eine
Schraubkappe aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Ablaufsteuerung vorgesehen ist,
die bei Erreichen eines bestimmten Unterdrucks
im Behälter den Schraubkopf in Richtung
Gießstutzen bewegt und die Schraubkappe aufdreht,
und
die nach dem Aufdrehen der Schraubkappe die
Verbindung zur Vakuumpumpe abschaltet, so daß
der Behälter abgenommen werden kann.
6. Verfahren zur Prüfung der Dichtigkeit eines
Kunststoffbehälters,
nach Anspruch 1,
wobei der Behälter evakuiert, dicht ver
schlossen und anschließend atmosphärischem
Luftdruck ausgesetzt wird,
gekennzeichnet durch
seine Anwendung bei der Prüfung der Dichtigkeit
von formstabilen Behältern, wie z.B. Kanistern.
7. Verfahren zur Prüfung der Dichtigkeit
eines Kunststoffbehälters,
nach Anspruch 1,
wobei der Behälter evakuiert, dicht ver
schlossen und anschließend atmosphärischem
Luftdruck ausgesetzt wird,
gekennzeichnet durch
seine Anwendung bei der Prüfung der
Dichtigkeit von Behälterverschlüssen, insbe
sondere Schraubkappen.
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