DE3905115A1 - Orthopaedische halskrawatte - Google Patents
Orthopaedische halskrawatteInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine orthopädische Halskrawatte,
insbesondere zur Streckbehandlung der Halswirbelsäule,
mit einem oberen und unteren Krawattenteil, die etwa
eine U-Form aufweisen und den Hals des Patienten be
reichsweise umgeben, wobei diese Krawattenteile mit
Hilfe einer Expansionsvorrichtung in ihrer Höhenlage
relativ zueinander verstellbar und festlegbar sind.
Orthopädische Halskrawatten, nachstehend auch kurz "Hals
krawatten" genannt, werden für Halswirbelsäulen-Syndrome,
Bandscheibenvorfälle im Bereich der Halswirbelsäule und
dgl. Krankheiten im Halswirbelsäulenbereich verwendet.
Solche Halskrawatten sollen den Kopf des Patienten gegen
seine Schulter abstützen, ggf. ruhigstellen und wenn mög
lich etwas anheben (Extension).
Man kennt bereits eine Halskrawatte, die aus zwei etwa
U-förmigen, ineinander greifenden Krawattenteilen besteht
(vgl. US-PS 40 99 523). Diese Krawattenteile sind in
Längsrichtung des Körpers des Patienten über eine Expan
sionsvorrichtung in ihrer Höhenlage relativ zueinander
verstellbar und festlegbar. Dabei wird die Expansions
vorrichtung durch einen, von den Krawattenteilen in ihrem
Inneren umschlossenen Schlauch gebildet, der über ein nach
außen ragendes Luftventil, den therapeutischen Anforderungen
entsprechend, aufgepumpt werden kann.
Die Krawattenteile werden mit den offenen Enden ihrer U-Form
von vorn um den Hals des Patienten geschoben und im Nacken
bereich durch Querstege gesichert, die die freien Endbereiche
der U-Form der Krawattenteile miteinander verbinden. Der
Patient liegt somit vor allem mit seiner Kinnpartie und ggf.
auch seinem Unterkiefer auf dieser vorbekannten Halskrawatte
auf, während sein Hinterkopf und der Nackenbereich kaum ab
gestützt wird.
Haben die Krawattenteile nach dem Aufpumpen der Expansions
vorrichtung die gewünschte Höhenlage erreicht, so kann diese
mittels zwei, jeweils seitlich an den Krawattenteilen an
greifenden Sicherungsschrauben oder Flügelmuttern festgelegt
werden.
Nachteilig bei dieser vorbekannten Halskrawatte ist, daß in
Gebrauchsstellung ihrer Krawattenteile beim Patienten even
tuell leicht ein Erstickungs- und Engegefühl auftreten kann.
Im Falle von Schwindelgefühlen, die bei einer durch die
Traktion bedingten Blutminderversorgung des Gehirns auf
treten können, ist die Halskrawatte vom Patienten nur schwer
und erst nach Lösen der Querstege und Sicherungsschrauben
od. dgl. am Hals zu entfernen.
Auch ist eine zusätzliche, gezielte therapeutische Einwir
kung auf die Nacken- und Halsmuskulatur kaum möglich.
Es besteht daher die Aufgabe, eine Halskrawatte der eingangs
erwähnten Art zu schaffen, die auch vom Patienten leicht
aufgesetzt und den therapeutischen Anforderungen entsprechend
angepaßt werden kann, die andererseits aber auch - ebenfalls
vom Patienten selbst - beispielsweise in Notfällen leicht
wieder abgelegt werden kann. Dabei soll die in Gebrauchs
stellung den Hals des Patienten umgebende Halskrawatte bei
diesem möglichst keine Erstickungs- oder Engegefühle hervor
rufen. Auch soll die erfindungsgemäße Halskrawatte möglichst
vielseitig therapeutisch einsetzbar sein.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht insbeson
dere darin, daß das obere und das untere Krawattenteil vor
derseitig in Gebrauchsstellung im Kinnbereich offen ausge
bildet sind, und daß eine auf die vorderen Endbereiche des
oberen Krawattenteils aufsetzbare Kinnauflage vorgesehen ist.
In Gebrauchsstellung weist die erfindungsgemäße Halskrawatte
mit dem offenen Endbereich ihrer Krawattenteile nach vorne
und stützt den Kopf des Patienten vor allem im Nacken- und
im Kinnbereich sicher ab. Da die Krawattenteile somit den
Kehlkopfbereich des Patienten freihalten, wird ein Enge- oder
Erstickungsgefühl des Patienten bei der erfindungsgemäßen
Halskrawatte weitgehend vermieden. Auch wird dadurch ein
Freiliegen des Nervenpunktes Glomus caroticum an der Karotis
gabel erreicht, der andernfalls bei Druck reflektorisch zu
Minderdurchblutungen des Gehirns führen könnte.
Die erfindungsgemäße Halskrawatte ist therapeutisch viel
seitig einsetzbar und eignet sich beispielsweise auch gut
als Hilfsgerät bei krankengymnastischer Behandlung im Sinne
der postisometrischen Relaxation. Dabei werden Muskeln gegen
Widerstand angespannt und entspannt und in einer neuen Aus
gangsposition das Gleiche mehrfach wiederholt, wodurch eine
Dehnung und das Auftrainieren der Muskulatur gelingen kann.
Ein weiterer vorteilhafter Vorschlag gemäß der Erfindung
sieht vor, daß zur Abstützung der Kinnauflage in Längsrichtung
der Endbereiche des oberen Krawattenteils in den Auflage
bereichen der Endbereiche und an der zum Krawattenteil weisen
den Unterseite der vorzugsweise stegartig ausgebildeten
Kinnauflage eine Profilierung vorgesehen ist. Durch diese
Profilierung wird die durch den aufliegenden Kinnbereich
des Patienten beschwerte Kinnauflage sicher und parallel zu
den Längsseiten der Krawattenteile auch rutschfest auf dem
oberen Krawattenteil gehalten. Dennoch kann der Patient, bei
spielsweise im Falle von Schwindelgefühlen, die Kinnauflage
vom Krawattenteil mit einem einzigen Griff oder mit einem
kräftigen Vorschub seines Kehlkopfes lösen und die Halskra
watte entfernen.
Eine derartige vorteilhafte Profilierung könnte beispiels
weise so ausgebildet sein, daß die freien Endbereiche des
oberen Krawattenteils Querrillen aufweisen, in die in Ge
brauchsstellung der Halskrawatte an der Unterseite der Kinn
auflage vorgesehene Kerbzähne oder dgl. Gegenprofilierung
eingreifen.
Das untere Krawattenteil der erfindungsgemäßen Halskrawatte
sitzt auf den Schultern auf, soll aber die Ansätze der Hals
muskulatur (Musculus scaleni und M. Sternocleidomastoideus)
freilassen, damit diese nicht zusätzlich durch Druck irri
tiert werden.
Um dem unteren Krawattenteil der erfindungsgemäßen Halskra
watte einen sicheren Halt auf der Schulter des Patienten zu
bieten, ist es vorteilhaft, wenn am unteren Krawattenteil
vorzugsweise über dessen Umriß nach außen ragende Seiten
stützen oder Stützflächen vorgesehen sind, die in Gebrauchs
stellung im Schulter- und ggf. auch im Nackenbereich des
Patienten aufliegen.
Um den Patienten das Tragen einer solchen Halskrawatte noch
zusätzlich zu erleichtern, ist es vorteilhaft, wenn die
Innenseiten des unteren und/oder des oberen Krawatten
teils den Hals des Patienten mit seitlichem Abstand umgeben.
Eine besonders einfache und vorteilhafte Ausführung gemäß
der Erfindung besteht darin, daß die Expansionsvorrichtung
mehrere, vorzugsweise vier Hubzylinder aufweist, von denen
insbesondere jeweils einer in einem der vorderen
Endbereiche der Kra
wattenteile und die beiden anderen in den Querstegbereichen
der Krawattenteile angeordnet sind. Durch eine solche, Hub
zylinder aufweisende Expansionsvorrichtung kann die Exten
sionskraft gleichmäßig auf die Krawattenteile übertragen
werden. Über eine beispielsweise längere Druckluftleitung
sowie eine daran angeschlossene Druckluftquelle kann die
erfindungsgemäße Halskrawatte auch vom Patienten leicht be
dient werden.
Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung gemäß der Erfin
dung sieht vor, daß das obere Krawattenteil und/oder das
untere Krawattenteil an seinen/ihren Innenseiten mit einer
wärmereflektierenden oder wärmespendenden Innenschicht aus
gekleidet ist, die vorzugsweise aus Kunststoff oder einem
Textilüberzug besteht. Durch eine solche wärmereflektierende
oder wärmespendende Innenschicht kann ein mit Bandscheiben
schäden oft einhergehender Muskelhartspann gelockert oder
gelöst und somit ein zusätzlicher therapeutischer Effekt er
zielt werden. Gleichzeitig wird dadurch eine weitere Auf
dehnung der Muskulatur und der gesamten Wirbelsäule be
günstigt.
Insbesondere durch solch eine Ausführungsform kann der nach
teilige und bei bandscheibenbedingten Wirbelsäulenerkrankun
gen häufig auftretende Kreislauf an mehreren Stellen unter
brochen werden: durch eine Aufhebung der Halswirbelsäulen
lordose (konvexe Biegung nach vorn), durch vorsichtige Selbst
reposition eventuell blockierter Wirbelgelenke, durch Weitung
des Bandscheibenraumes und reflektorisch durch Wärme- und
Traktionsreize an Haut-und Muskelafferenzen.
Dieselben Vorteile lassen sich auch mit einer Ausführung der
erfindungsgemäßen Halskrawatte erreichen, bei der das obere
Krawattenteil und/oder das untere Krawattenteil an seinen/
ihren Innenseiten mit einer vorzugsweise elektrisch be
triebenen Heizfläche versehen ist.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den weiteren Unteran
sprüchen aufgeführt. Nachstehend wird diese anhand vorteil
hafter Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den Figuren
noch näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine im wesentlichen aus einem oberen und unteren
Krawattenteil, einer Kinnauflage sowie einer Ex
pansionsvorrichtung mit Druckluftquelle bestehende
Halskrawatte in einer perspektivischen Darstellung,
Fig. 2 eine gegenüber der Halskrawatte aus Fig. 1 abge
wandelte Ausführungsform in einer schematischen
sowie perspektivischen Darstellung und
Fig. 3 die Halskrawatte aus Fig. 2 in einer Teil-Schnitt
darstellung.
Fig. 1 zeigt eine im Ganzen mit 1 gekennzeichnete orthopä
dische Halskrawatte in einer perspektivischen Darstellung,
die insbesondere zur Streckbehandlung der Halswirbelsäule
eines Patienten eingesetzt werden kann. Die Halskrawatte 1
hat zwei teleskopartig ineinander greifende Krawattenteile
2, 3, die etwa eine U-Form aufweisen und in Gebrauchsstellung
den Hals des Patienten bereichsweise umgeben. Mit Hilfe
einer Expansionsvorrichtung können die Krawattenteile 2, 3
in ihrer Höhenlage in Pfeilrichtung Pf 1 relativ zueinander
verstellt und festgelegt werden.
Um u.a. ein leichtes Anlegen und Ablegen sowie ein bequemes
Tragen ohne Enge- oder Erstickungsgefühl der Halskrawatte 1
durch den Patienten zu begünstigen, sind deren Krawattentei
le 2, 3 erfindungsgemäß vorderseitig in Gebrauchsstellung
im Kinnbereich offen ausgebildet. Gleichzeitig ist eine auf
die vorderen, freien Endbereiche des oberen Krawattenteils 2
aufsetzbare, stegartig ausgebildete Kinnauflage 4 vorge
sehen.
Somit stützt die Halskrawatte 1 in Gebrauchsstellung den
Kopf eines Patienten vor allem im Bereich seines Hinter
hauptes sowie seines Kinns ab. Die inneren Längsseiten 5
des oberen und unteren Krawattenteiles 2, 3 umgeben in Ge
brauchsstellung den Hals eines Patienten mit seitlichem Ab
stand. Der Nervenpunkt Glomus caroticum an der Karotisgabel,
der bei Druck reflektorisch zu Minderdurchblutungen führen
kann, wird von der Halskrawatte 1 freigehalten.
Das untere Krawattenteil 3 der Halskrawatte 1 sitzt in Ge
brauchsstellung auf den Schultern des Patienten auf, läßt
dabei aber die Ansätze der Halsmuskulatur (Musculus scaleni
und M. Sternocleidomastoideus) frei, so daß diese nicht zu
sätzlich durch Druck irritiert werden. Um der Halskrawatte 1
einen sicheren Halt auf den Schultern des Patienten zu bie
ten, sind am unteren Krawattenteil 3 über dessen Umriß nach
außen ragende Seitenstützen 6 vorgesehen, die in Gebrauchs
stellung im Schulterbereich des Patienten aufliegen. Ein
bogenförmiger, außenseitiger Fortsatz 7 am Quersteg der
U-Form des unteren Krawattenteils 3 stützt die Halskrawatte 1
ggf. auch im Nackenbereich des Patienten ab.
Die Auflageseite des unteren Krawattenteils 3 sowie seiner
Seitenstützen 6 sind an die Kontur des Schulter- und Nacken
bereiches des Patienten anatomisch angepaßt und begünstigen
somit zusätzlich noch ein bequemes Tragen der Halskrawatte 1.
Die körperseitigen Auflageseiten der Halskrawatte 1 sowie
deren kopfseitigen Auflageflächen im Bereich des Hinterhaup
tes sowie des Kinns sind mit einer Polsterung 8 versehen,
die vorzugsweise aus einer weichen Moosgummi-Schicht besteht.
Die Kinnauflage 4 ist auch in Gebrauchsstellung mit dem
oberen Krawattenteil 2 nicht fest verschraubt, sondern nur
auf dessen vordere Endbereiche 9 aufgesetzt. Zur Abstützung
der Kinnauflage 4 in etwa paralleler Richtung zu den Längs
seiten des oberen Krawattenteils in Pfeilrichtung Pf 2 ist
an den Endbereichen sowie an der zum Krawattenteil 2 weisen
den Unterseite der Kinnauflage eine Profilierung vorgesehen.
Wie Fig. 1 zeigt, ist diese Profilierung als an den freien
Endbereichen 9 angeordnete, im Querschnitt etwa V-förmige
Querrillen 10 ausgebildet, in die in Gebrauchsstellung der
Halskrawatte 1 an der Unterseite der Kinnauflage vorgesehene
- hier nicht sichtbare - Kerbzähne eingreifen.
Statt einer derartigen Profilierung sind auch Klettverschlüsse
zum lösbaren Verbinden der Kinnauflage 4 mit dem oberen Kra
wattenteil 2 möglich.
Der mit Querrillen 10 versehene Bereich des oberen Krawatten
teils 2 hat eine größere Längserstreckung, als die Tiefe der
Kinnauflage 4 beträgt. Die Kinnauflage kann daher im Be
reich der Profilierung an den Kinnbereich des Patienten an
gepaßt werden. Da in Gebrauchsstellung der Kopf des Patien
ten auch auf der Kinnauflage 4 aufliegt, wird diese mit
ihren Kerbzähnen gegen die Querrillen 10 des oberen Krawatten
teils 2 gedrückt und somit sicher in ihrer Lage gehalten.
Rechtwinklig zum Quersteg 11 der Kinnauflage 4 angeordnete
Ausformungen 12, die in Gebrauchsstellung innen- und außen
seitig an den Längsseiten des oberen Krawattenteils 2 an
liegen und dieses somit bereichsweise umgreifen, verhindern
ein Verrutschen der Kinnauflage 4 in deren Längsrichtung in
Pfeilrichtung Pf 3.
Das einfache und leichte Einhängen der Kinnauflage 4 dient
auch der Sicherheit des Patienten, der beispielsweise im
Falle von Schwindelgefühlen, z.B. aufgrund einer durch die
Traktion bedingten Blutminderversorgung des Gehirns, mit
einem einzigen Griff oder einem kräftigen Vorschub des Kehl
kopfes die Halskrawatte 1 öffnen und rasch ablegen kann.
Wie Fig. 1 zeigt, weist die Expansionsvorrichtung der Hals
krawatte 1 pneumatische Hubzylinder 13 auf, von denen je
weils einer in den Endbereichen der Krawattenteile 2, 3 und
zwei weitere im Quersteg von deren U-Form angeordnet sind.
Diese pneumatischen Hubzylinder 13 begünstigen ebenfalls das
vergleichsweise bequeme Tragen der Halskrawatte 1 durch den
Patienten, der seinen Kopf auch bei betätigter Expansions
vorrichtung gegen den Widerstand der Hubzylinder 13 noch be
wegen kann.
Das obere Krawattenteil 2 liegt auf den - hier nicht sicht
baren - Kolbenstempeln der im unteren Krawattenteil 3 be
festigten Hubzylinder 13 lose auf. Bei Verstell- und Hubbe
wegungen der Expansionsvorrichtung wird das obere Krawatten
teil 2 durch sein außenseitiges, tiefgezogenes und das untere
Krawattenteil 3 auch in ausgefahrener Stellung noch über
lappende Führungshemd 14 geführt, welches die vorderen Endbe
reiche 9 des oberen Krawattenteils 2 noch bereichsweise um
läuft. Dieses Führungshemd 14 bildet die äußere seitliche
Umrißfläche des oberen Krawattenteils 2.
Die Halskrawatte 1 eignet sich auch gut als Hilfsgerät bei
krankengymnastischer Behandlung im Sinne der postisometri
schen Relaxation. Dabei werden Muskeln gegen Widerstand an
gespannt und entspannt und in einer neuen Ausgangsposition
das Gleiche mehrfach wiederholt, wodurch eine Dehnung und das
Auftrainieren der Muskulatur begünstigt wird.
Die Krawattenteile 2, 3 und auch die Kinnauflage 4 sind aus
einem festen, hautfreundlichen Kunststoff hergestellt und
von nur vergleichsweise geringem Gewicht. Die Halskrawatte 1
ist handlich und kann auch vom Patienten selbst leicht an-
und abgelegt werden. Über eine lange, die Hubzylinder 13
miteinander und mit einer gemeinsamen Druckluftquelle ver
bindenden Druckversorgungsleitung 15 sowie über die als
kleine Hand-Druckluftpumpe 16 ausgebildete Druckluftquelle
kann der Patient die Expansionsvorrichtung einfach und bequem
betätigen. Über eine an der Hand-Druckluftpumpe 16 vorge
sehene und als Auslaßventil dienende Rändelmutter 17 kann
der Patient die zur Traktion in der Druckluftleitung 15 und
den Hubzylindern 13 aufgebaute Druckluft wieder ablassen und
das obere und untere Krawattenteil 2, 3 in ihre untere Rela
tivposition zueinander bringen.
Um auch einen mit Bandscheibenschäden oft einhergehenden
Muskelhartspann lösen zu können und um gleichzeitig eine wei
tere Aufdehnung der Muskulatur und der gesamten Wirbelsäule
zu begünstigen, ist es vorteilhaft, wenn das obere Krawatten
teil 2 und/oder das untere Krawattenteil 3 an seinen/ihren
Innenseiten mit einer wärmereflektierenden oder wärmespenden
den - hier nicht dargestellten - Innenschicht ausgekleidet
ist, die vorzugsweise aus Kunststoff oder einem Textilüberzug
besteht. Durch eine solche, insbesondere am Quersteg der
U-Form vom oberen und/oder unteren Krawattenteil 2, 3 innen
seitig angeordnete , wärmereflektierende oder wärmespendende
Innenschicht kann gezielt auf die stabilisierende Nacken- und
Halsmuskulatur des Patienten eingewirkt werden.
Mit Hilfe einer solchen Ausführungsform kann der nachteilige
Kreislauf bandscheibenbedingter Wirbelsäulenerkrankungen an
mehreren Stellen unterbrochen werden: durch Aufhebung der
Halswirbelsäulenlordose (konvexe Biegung nach vorn); durch
vorsichtige Selbstreposition eventuell blockierter Wirbelge
lenke; durch Weitung des Bandscheibenraumes sowie reflekto
risch durch Wärme- und Traktionsreize an Haut- und Muskel
afferenzen.
Dieselben Vorteile lassen sich auch erreichen, wenn das
obere Krawattenteil 2 und/oder das untere Krawattenteil 3
an seinen/ihren Innenseiten mit einer vorzugsweise elek
trisch betriebenen Heizfläche versehen ist.
Die Halskrawatte 1 ist leicht zu bedienen, vergleichsweise
bequem zu tragen und von gefälligem Design. Dies ist wesent
lich, da der mit der Halskrawatte 1 erreichbare Behandlungs
fortschritt, insbesondere bei chronischen Erkrankungen, auch
entscheidend von der Akzeptanz eines solchen Behandlungsge
rätes beim Patienten abhängt.
In den Fig. 2 und 3 ist eine gegenüber der Halskrawatte 1
geringfügig abgewandelte Halskrawatte 18 schematisch darge
stellt. Wie insbesondere auch aus der perspektivischen Dar
stellung in Fig. 2 deutlich wird, weist die Halskrawatte 18
zur zusätzlichen Auflage auf den Schultern des Patienten
Schulterklappen 19 auf, die jeweils an einer der Seitenstü
tzen 6 des unteren Krawattenteils 3 befestigt sind. Zur An
passung der Schulterklappen 19 an die Schultern und/oder zur
Höhenverstellung sind die Schulterklappen 19 jeweils über
ein Gelenk 20 mit einer der Seitenstützen 6 verbunden.
Aus dem Teil-Querschnitt in Fig. 3 wird auch die Anordnung
der Hubzylinder 13 in den Krawattenteilen 2, 3 deutlich.
Zwei der Hubzylinder 13 sind jeweils in einem der vorderen
Endbereiche des unteren Krawattenteils befestigt, während
zwei weitere Hubzylinder 13 im Quersteg der U-Form des un
teren Krawattenteils 3 angeordnet sind. Durch diese Anordnung
der Hubzylinder 13 kann die durch die Expansionsvorrichtung
bewirkte Traktion gleichmäßig beispielsweise auf die Hals
wirbelsäule des Patienten übertragen werden.
In Fig. 3 sind auch deutlich die an der Kinnauflage 4 vor
gesehenen Ausformungen 12 erkennbar, die ein Verrutschen der
Kinnauflage 4 in deren Längsrichtung in Pfeilrichtung Pf 3
verhindern sollen.
Die Kinnauflage 4 der Halskrawatte 18 weist, ebenso wie die
Kinnauflage 4 der Halskrawatte 1, eine Einbuchtung 21 auf,
die an den Unterkiefer-Verlauf im Kinnbereich des Patienten
angepaßt ist und somit in Gebrauchsstellung der Halskrawatte
18 den Kehlkopfbereich des Patienten zusätzlich freihält.
Auch die Halskrawatte 18 weist an ihrem oberen Krawattenteil
2 sowie an ihrer Kinnauflage 4 mit einer Polsterung 8 ver
sehene Auflageflächen auf, auf denen in Gebrauchsstellung
der Kopf des Patienten im Bereich seines Hinterhauptes sowie
seines Kinns aufliegt. Ebenso wie bei der Halskrawatte 1 ist
diese Polsterung 8 aus einem hautfreundlichen, weichen Ma
terial hergestellt, das sich den individuellen Unterschieden
der Patienten anpaßt.
Zweckmäßigerweise ist die Kinnauflage 4 sowie deren Pol
sterung 8 an die Kinnpartie eines Patienten anatomisch
angepaßt.
Möglich ist, die Hubzylinder 13 auch als hydraulische Hub
zylinder auszubilden. Bevorzugt werden jedoch pneumatische
Hubzylinder, da eine solche Ausführungsform u. a. mit ver
gleichsweise geringem Aufwand herstellbar ist.
Es ist ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Hals
krawatte, daß diese - im Gegensatz zu manchen vorbekannten
Vorrichtungen - nicht speziell für einen Patienten her
gestellt und diesem angepaßt werden muß, sondern vielmehr
praktisch konfektioniert werden kann. Dabei werden allen
falls einige wenige Halskrawatten-Größen für den individu
ellen Halsumfang der Patienten vorgesehen.
Alle vorbeschriebenen oder in den Ansprüchen aufgeführten
Einzelmerkmale können einzeln oder in beliebiger Kombi
nation miteinander erfindungswesentlich sein.
Claims (17)
1. Orthopädische Halskrawatte insbesondere zur Streck
behandlung der Halswirbelsäule, mit einem oberen
und unteren Krawattenteil, die etwa eine U-Form auf
weisen und den Hals des Patienten bereichsweise um
geben, wobei diese Krawattenteile mit Hilfe einer
Expansionsvorrichtung in ihrer Höhenlage relativ
zueinander verstellbar und festlegbar sind, da
durch gekennzeichnet, daß das
obere und das untere Krawattenteil (2, 3) vordersei
tig in Gebrauchsstellung im Kinnbereich offen ausge
bildet sind, und daß eine auf die vorderen Endbereiche
(9) des oberen Krawattenteils (2) aufsetzbare Kinn
auflage (4) vorgesehen ist.
2. Orthopädische Halskrawatte nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Abstützung der Kinnauflage
(4) in Längsrichtung (Pf 2) der Endbereiche (9) des
oberen Krawattenteils (2) in den Auflagebereichen der End
bereiche (9) und an der zum Krawattenteil (2) wei
senden Unterseite der vorzugsweise stegartig ausge
bildeten Kinnauflage (4) eine Profilierung vorgesehen
ist.
3. Orthopädische Halskrawatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die freien Endbereiche (9) des oberen
Krawattenteils (2) Querrillen (10) aufweisen, in die in
Gebrauchsstellung der Halskrawatte (1) an der Unterseite
der Kinnauflage (4) vorgesehene Kerbzähne oder dgl. Gegen
profilierung eingreifen.
4. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zum lös
baren Verbinden der Kinnauflage (4) mit dem oberen Kra
wattenteil (2) Klettverschlüsse vorgesehen sind.
5. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zum form
schlüssigen Verbinden der Kinnauflage (4) in deren Längs
richtung (Pf 3) mit dem oberen Krawattenteil (2) an der
Kinnauflage (4) und/oder dem Krawattenteil (2) in Gebrauchs
stellung vorzugsweise ineinander greifende Ausformungen
(12) und/oder Anformungen vorgesehen sind.
6. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß am unteren
Krawattenteil (3) vorzugsweise über dessen Umriß nach
außen ragende Seitenstützen (6) oder Stützflächen vorge
sehen sind, die in Gebrauchsstellung im Schulter- und
ggf. auch im Nackenbereich des Patienten aufliegen.
7. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Auf
lageseite des unteren Krawattenteils (3) sowie ggf. auch
seiner Seitenstützen (6) oder Stützflächen an die Kontur
des Schulter- und/oder Nackenbereichs eines Patienten an
gepaßt und vorzugsweise mit einer Polsterung (8), insbe
sondere mit einer Moosgummi-Schicht oder dgl., versehen ist.
8. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ab
stützen des Kopfes eines Patienten im Bereich seines
Hinterhauptes sowie seines Kinns am oberen Krawattenteil
(2) sowie an der Kinnauflage (4) Auflageflächen mit einer
Polsterung (8), insbesondere mit einer Moosgummi-Schicht
oder dgl., vorgesehen sind.
9. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Innenseiten des unteren und/oder des oberen Kra
wattenteils (3, 2) den Hals des Patienten mit seitlichem
Abstand umgeben.
10. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß zur zu
sätzlichen Auflage auf den Schultern des Patienten Schul
terklappen (19) vorgesehen sind, die jeweils an einer
der Seitenstützen (6) oder Stützflächen befestigt sind.
11. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schulterklappen (19) zur Anpassung an die Schultern und/oder
zur Höhenverstellung über jeweils zumindest ein Ge
lenk (20) oder Scharnier an einer der Seitenstützen (6)
und/oder Stützflächen befestigt sind.
12. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Ex
pansionsvorrichtung mehrere, vorzugsweise vier Hubzylin
der (13) aufweist, von denen insbesondere jeweils einer
in einem der vorderen Endbereiche der Krawattenteile
(2, 3) und die beiden anderen in den Querstegbereichen
der Krawattenteile angeordnet sind.
13. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Hub
zylinder (13) als pneumatische Hubzylinder ausgebildet
und vorzugsweise über eine Druckversorgungsleitung (15)
miteinander und mit einer gemeinsamen Druckluftquelle (16)
verbunden sind.
14. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das
obere und das untere Krawattenteil (2, 3) teleskopartig
ineinander greifen, und daß vorzugsweise das obere Krawattenteil
(2) das untere Krawattenteil (3) hemdartig übergreift.
15. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Hub
zylinder (13) im unteren Krawattenteil (3) angeordnet sind
und daß auf ihren Kolbenstempeln das obere Krawatten
teil (2) aufliegt.
16. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das
obere Krawattenteil (2) und/oder das untere Krawatten
teil (3) an seinen/ihren Innenseiten mit einer wärme
reflektierenden oder wärmespendenden Innenschicht ausge
kleidet ist, die vorzugsweise aus Kunststoff oder einem
Textilüberzug besteht.
17. Orthopädische Halskrawatte nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das
obere Krawattenteil (2) und/oder das untere Krawatten
teil (3) an seinen/ihren Innenseiten mit einer vorzugs
weise elektrisch betriebenen Heizfläche versehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893905115 DE3905115B4 (de) | 1989-02-20 | 1989-02-20 | Orthopädische Halskrawatte mit einer pneumatischen Expansionsvorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19893905115 DE3905115B4 (de) | 1989-02-20 | 1989-02-20 | Orthopädische Halskrawatte mit einer pneumatischen Expansionsvorrichtung |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3905115A1 true DE3905115A1 (de) | 1990-08-23 |
| DE3905115B4 DE3905115B4 (de) | 2005-09-08 |
Family
ID=6374493
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893905115 Expired - Lifetime DE3905115B4 (de) | 1989-02-20 | 1989-02-20 | Orthopädische Halskrawatte mit einer pneumatischen Expansionsvorrichtung |
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| DE (1) | DE3905115B4 (de) |
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|---|---|
| DE3905115B4 (de) | 2005-09-08 |
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