DE3904071C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Federbein für Fahrzeuge.
Zahlreiche Konstruktionen von Federbeinen in Aufhängungssystemen
von Fahrzeugen sind bekannt. In solchen Federbeinen
wird Druckluft oder Druckgas verwendet, um die Relativbewegung
zwischen Rad und Fahrzeugchassis zu dämpfen. Bei anderen Konstruktionen
von Federbeinen werden Federeinheiten aus Elastomermaterial
verwendet, die Flüssigkeitskammern abgrenzen und
die Dämpfung bewirken. Einige Federbeinkonstruktionen enthalten
eine Kombination aus Federeinheiten mit Elastomermaterial,
Druckgas und unter Druck stehender Flüssigkeit. Bei
einigen Federbeinkonstruktionen werden eine starke Auslenkung,
eine weiche Federcharakteristik und maximale Zuladungswerte
angestrebt.
Bei einem aus der US-PS 36 58 314 bekannten Federbein sind
die Funktionen eines Stoßdämpfers und einer Druckfeder miteinander
kombiniert. Das Federbein weist ein inneres rohrförmiges
Teil und ein äußeres rohrförmiges Teil auf, das zum
inneren Teil koaxial ist. Jedes dieser rohrförmigen Teile
bildet eine zugehörige Fluidkammer, in der ein Fluid enthalten
ist. Ein Ventilelement unterteilt die zu dem äußeren
rohrförmigen Teil gehörende Fluidkammer in zwei Kammerabteile.
Durch Öffnungen kann das Fluid zwischen der zu dem inneren
rohrförmigen Teil gehörenden Fluidkammer und einem Kammerabteil
der Fluidkammer strömen, welches zu dem äußeren
rohrförmigen Teil gehört. Weiterhin weist das Federbein zwei
im unbelasteten Zustand kegelförmige Elastomer-Federteile
auf, die hintereinander entlang der mittleren Längsachse des
Federbeins angeordnet sind. Die Elastomer-Federteile sind
von verschiedener Federkonstante. Das eine Elastomer-Federteil
ist an dem inneren rohrförmigen Teil befestigt und zwischen
diesem sowie dem äußeren rohrförmigen Teil angeordnet.
Das andere Elastomer-Federteil ist an dem äußeren rohrförmigen
Teil und an einem angrenzenden Teil befestigt.
Wenn eine Relativbewegung zwischen dem inneren und dem äußeren
rohrförmigen Teil auftritt, wird das Elastomer-Federteil
zwischen den rohrförmigen Teilen zusammengedrückt oder gedehnt,
je nach Richtung der Relativbewegung der rohrförmigen
Teile. Durch diesen Vorgang strömt Fluid zwischen den verschiedenen
Fluidkammern durch die Öffnungen hindurch. Eine
Fluidströmung entsteht auch durch das Ventilelement hindurch
zwischen den zwei Kammerabteilen, die zu dem äußeren rohrförmigen
Teil gehören. Die volumetrische Beziehung zwischen
den verschiedenen Fluidkammern verändert sich, wenn diese
Fluidströmungen aufgebaut sind. Im Ergebnis wird die Energie
aus der Relativbewegung zwischen den rohrförmigen Teilen absorbiert,
so daß die Dämpfung eintritt.
Ein weiteres Federbein ist aus der US-PS 39 55 807 bekannt
und enthält einen Zylinder und einen Kolben, der in dem
Zylinder in Axialrichtung beweglich ist. Der Zylinder und
der Kolben bilden zwei Fluidkammern, die miteinander in
Fluidverbindung stehen. Das Federbein enthält ferner eine
Federeinheit mit einer pneumatischen Federkammer und einer
dritten Fluidkammer, die in Fluidverbindung mit der ersten
Fluidkammer steht. Eine Elastomer-Membran trennt die pneumatische
Federkammer und die dritte Fluidkammer voneinander.
Eine scheibenförmige Elastomer-Feder ist in der dritten
Fluidkammer angeordnet.
Wenn das Federbein auf Druck beansprucht wird, bewegen sich
Zylinder und Kolben relativ zueinander. Der Fluiddruck in
allen drei Fluidkammern nimmt zu. Wenn der Fluiddruck in der
dritten Fluidkammer über einen vorbestimmten Wert ansteigt,
so verformen sich sowohl die Elastomer-Membran als auch das
Elastomer-Federteil entsprechend. Die Elastomer-Membran wird
entgegen dem Druck in der pneumatischen Federkammer zusammengedrückt,
um die Energie aus der Druckbeanspruchung zu
absorbieren und so die Dämpfung zu bewirken.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Federbein zur
Verwendung in Aufhängungssystemen von Fahrzeugen dahingehend
weiterzubilden, daß eine steuerbare Federcharakteristik erreicht
wird, um nach Bedarf eine hohe Auslenkung, eine weiche
Federcharakteristik und eine hohe Zuladungskapazität zu
erzielen.
Diese Aufgabe wird durch das im Patentanspruch 1 angegebene
Federbein gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Wenn bei einer Ausführungsform des Federbeins mit zwei Elastomer-Federelementen eine Relativbewegung der Fahrzeugteile
auftritt, zwischen denen das Federbein angeordnet ist, so
werden die Elastomer-Federelemente entweder zusammengedrückt
und axial deformiert oder gedehnt, je nach der Richtung der
Relativbewegung. Gleichzeitig strömt Fluid zwischen der Vorratskammer
und den beiden Fluidkammern, um die erste und die
zweite Gaskammer entweder zu komprimieren oder zu entspannen,
je nach Richtung der Relativbewegung.
Die Fluidströmung in
die erste Fluidkammer bewirkt eine Kompression in der ersten
Gaskammer, während die Fluidströmung aus der ersten Fluidkammer
heraus zu einer Entspannung der ersten Gaskammer
führt. Die Fluidströmung in die Vorratskammer hinein führt
zu einer Kompression in der zweiten Gaskammer, während eine
Fluidströmung aus der Vorratskammer hinaus zu einer Entspannung
in der zweiten Gaskammer führt. Die Bewegung der Federbeinteile,
d. h. die dadurch erzeugten Fluidströmungen zwischen den zwei Fluidkammern
und der Vorratskammer, die Kompression oder Entspannung in
der ersten Gaskammer und die Kompression oder Entspannung in
der zweiten Gaskammer, führen über die Steuerung der Drosselwirkung der Strömungswege zu Dämpfungswirkung bzw.
Absorption der Energie aus der Relativbewegung zwischen den
Fahrzeugteilen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Federbeins ist ein
elektrorheologisches Fluid ist in den Fluidkammern angeordnet.
Mehrere leitfähige Ringe, die an eine elektrische
Stromquelle anschließbar sind, sind im Strömungsweg zwischen
der ersten Fluid-Arbeitskammer und der Vorratskammer angeordnet.
Wenn die leitfähigen Ringe an die elektrische Stromquelle
angeschlossen sind, wird ein elektrisches Feld
über das Fluid aufgebaut. Die Viskosität
dieses elektrorheologischen Fluids ändert sich in Abhängigkeit
von der Größe des elektrischen Feldes, das in dem
Fluid wirkt.
Wenn die Viskosität des Fluids verändert wird,
ändert sich die Federkonstante des einen Federelements entsprechend.
Wenn die Viskosität des Fluids zunimmt, nimmt
auch die Dämpfung des Federbeins zu. Entsprechend nimmt die
Dämpfung ab, wenn die Viskosität des Fluids abnimmt. Die Feder-
und Dämpfungscharakteristik des Federbeins können also,
ansprechend auf das angelegte elektrische Feld, verändert und
gesteuert werden.
Während eines Hubs unter Druckbeanspruchung werden die zwei
Elastomer-Federteile axial deformiert, um die Energie aus
der Relativbewegung zu absorbieren und die Dämpfung zu bewirken.
Die Federelemente weisen vorzugsweise verschiedene
Federkonstanten auf und erstrecken sich unter einem Winkel
zur Richtung der Relativbewegung. Weiterhin bewegen sich
beide Federteile über eine Mittelpunktlage hinaus, wenn der
unter Druckbeanspruchung stattfindende Hub eine entsprechende
Größe aufweist. Ein solches Federteil befindet sich jeweils
unmittelbar vor der Bewegung über die Mittelpunktlage hinaus
in einem Zustand maximalen Widerstandes gegenüber der Relativbewegung
der zwei Fahrzeugteile. Nachdem ein Federteil
über diese Mittelpunktlage hinaus bewegt worden ist, nimmt
der Federwiderstand gegenüber der Relativbewegung der zwei
Fahrzeugteile ab.
Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind Fernsteuerungssensoren
vorgesehen, um elektrische Signale zu
liefern, welche den Zustand der Straße anzeigen, auf der sich das
Fahrzeug bewegt. Diese elektrischen Signale können auch eine
Anzeige der Fahrzeugbeschleunigung, Fahrzeuggeschwindigkeit
oder des Druckes im Bremssystem umfassen und werden zur
Steuerung der Mittel zur Beeinflussung der Federkonstante
herangezogen.
Einzelheiten einer Ausführungsform der Erfindung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung und aus der Zeichnung,
auf die Bezug genommen wird. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Federbeines für
Fahrzeuge zwischen dem Fahrzeugaufbau und einem
Fahrzeugrad;
Fig. 2 eine vergrößerte Teilansicht des in Fig. 1 gezeigten
Federbeins;
Fig. 3 einen Längsschnitt, der das in Fig. 1 gezeigte Federbein
im eingefederten Zustand;
Fig. 4 einen Längsschnitt eines Teils des in Fig. 1 ge
zeigten Federbeins, wobei ein Elastomer-Federteil
in zentrierter Stellung gezeigt ist;
Fig. 5 einen Längsschnitt eines Teils des in Fig. 1 ge
zeigten Federbeins, wobei das andere Elastomer-Fe
derteil in einer zentrierten Stellung dargestellt
ist;
Fig. 6 einen Längsschnitt des Federbeins nach Fig. 1 im
ausgefederten Zustand; und
Fig. 7 ein Diagramm, welches die Auslenkungscharakteristik
des Federbeins nach Fig. 1 unter Druckbeanspruchung
zeigt.
Die beschriebene und in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform eines
Federbeines 10 ist für die Verwendung in einem Fahrzeug-Auf
hängungssystem bestimmt.
Das Federbein 10 ist zwischen einem Rahmenteil 12 des Fahr
zeugs und einer Radeinheit 14 des Fahrzeugs angeordnet. Das
Federbein 10 enthält einen Zylinder 16 und einen Kolben 17,
der an eine hohle Kolbenstange 18 angeschlossen ist. Diese
Kolbenstange 18 erstreckt sich teleskopartig in den Zylinder
16 hinein. Dieser Zylinder 16 ist an die Radeinheit 14 ange
schlossen. Die Kolbenstange 18 ist an das Rahmenteil 12 über
eine Montageeinheit 19 angeschlossen.
Ein Lagerteil 20 (Fig. 1 und 2) aus Polytetrafluoräthylen
oder einem anderen geeigneten Material, das reibungsarm gute Gleiteigenschaften bietet, ist an einem
Ende des Zylinders 16 befestigt. Ein Lagerteil 22 aus glei
chem Material ist an den Kolben 16 angeschlossen. Die zwei
Lagerteile 20, 22 führen die relative Axialbewegung zwischen
Zylinder 16 und Kolben 17.
Der Zylinder 16 bildet eine Fluid-Arbeitskammer. Der Kolben
17 unterteilt diese Fluid-Arbeitskammer in zwei Fluidkammern
24, 26. Der Kolben 17 weist einen Fluidkanal 30 auf, der
eine Fluidverbindung zwischen der Fluidkammer 24 und der
Fluidkammer 26 herstellt. Die Fluidkammer 24 (Fig. 1) steht
in Fluidverbindung mit einer Fluidquelle 25 über einen Fluid
kanal 28 am oberen Ende des Federbeines und der hohlen Kol
benstange 18.
Das Federbein 10 enthält ferner ein Verbindungsteil 32, das
den ersten Zylinder 16 koaxial umgibt. Der Zylinder 16 und
das Verbindungsteil 32 bilden eine Fluidkammer 34. Das eine
Ende des Verbindungsteils 32 bildet eine erste Nabe 36, die
konzentrisch und koaxial zum Zylinder 16 liegt. Die Innen
oberfläche der ersten Nabe 36 bildet einen Fluidkanal 38.
Das andere Ende des Zylinders 32 bildet eine zweite Nabe 40,
die konzentrisch und koaxial zum Zylinder 16 liegt.
Ein Lagerteil 42 (Fig. 1 und 2) aus Polytetrafluoräthylen
stellt eine feste radiale Beziehung zwischen dem Zylinder 16
und dem Verbindungsteil 32 her. Dieses Lagerteil 42 an der
zweiten Nabe 40 läßt eine Gleitbewegung zwischen Zylinder 16
und Verbindungsteil 32 zu. Im mittleren Bereich des Verbin
dungsteils 32 umgibt ein Lagerteil 44 aus Polytetrafluor
äthylen das eine Ende des Zylinders 16. Dieses Lagerteil 44
stellt eine feste radiale Beziehung zwischen dem Zylinder 16
und dem Verbindungsteil 32 her. Der Zylinder 16 und das Ver
bindungsteil 32 bilden eine zweite Fluidkammer 23, die über
einen Fluidkanal 21 in dem Zylinder 16 in Fluidverbindung
mit der Fluidkammer 26 steht.
Das Federbein 10 (Fig. 1) enthält ferner ein erstes Elasto
mer-Federteil 46 und ein zweites Elastomer-Federteil 48. Je
des Federteil umgibt die Kolbenstange 18, den Zylinder 16
und das Verbindungsteil 32 koaxial. Jedes Federteil ist fer
ner ringförmig und erstreckt sich unter einem Winkel zur
Richtung der Relativbewegung zwischen Kolben 17 und Zylinder
16. Der Innenumfang des ersten Federteils 46 ist mechanisch
oder durch chemischen Verbund an der ersten Nabe 36 des Ver
bindungsteils 32 fluiddicht befestigt. Der Außenumfang des
ersten Federteils 36 ist mechanisch oder durch chemischen
Verbund fluiddicht mit einem ersten Gehäuse 50 verbunden.
Dieses erste Gehäuse 50 und das erste Federteil 46 bilden
eine Kammer. Eine erste, blasenartige Wandung 52 aus Elasto
mermaterial ist in dieser Kammer angeordnet, um sie in zwei
Kammerabteile 54, 56 zu unterteilen. Das eine Kammerabteil
54 bildet eine erste Gaskammer, die durch die Wandung 52 und
eine Kappe 51 begrenzt ist, welche an dem ersten Gehäuse 50
befestigt ist. Diese Kappe 51 ist an der Montageeinheit 19
des Federbeins fest angebracht. Das andere Kammerabteil 56
ist eine Fluidkammer, welche durch das erste Gehäuse 50, die
Wandung 52 und das erste Federteil 46 begrenzt wird. Die
Fluidkammer 56 steht über einen Fluidkanal 58 in der Kolben
stange 18 mit der Fluidkammer 24 in Fluidverbindung. Die
Fluidkammer 56 steht gleichfalls mit der Fluidkammer 34 über
den Fluidkanal 38 in Fluidverbindung.
Der Innenumfang des zweiten Federteils 48 ist mechanisch
oder durch chemischen Verbund an der zweiten Nabe 40 des
Verbindungsteils 32 fluiddicht befestigt. Der Außenumfang
des zweiten Federteils 48 ist mechanisch oder durch chemi
schen Verbund an einem zweiten Gehäuse 60 fluiddicht befe
stigt. Dieses zweite Gehäuse 60 und das zweite Federteil 48
bilden eine Fluidkammer 62, die über einen Fluidkanal 64 in
dem Zylinder 16 in Fluidverbindung mit der Fluidkammer 24
steht.
Das Federbein 10 umfaßt ferner ein drittes Gehäuse 66, das
sich in dem mittleren Teil des Federbeins 10 befindet. Die
ses dritte Gehäuse 66 ist fest an dem Verbindungsteil 32 an
gebracht. Eine zweite blasenartige Wandung 68 aus Elastomer
material unterteilt das dritte Gehäuse 66 in zwei Kammern
70, 72. Diese Kammer ist eine zweite Gaskammer, welche durch
die zweite Wandung 68 und die Außenwand des dritten Gehäuses
66 begrenzt ist. Die Kammer 72 ist eine Fluid-Vorratskammer,
welche durch die zweite Wandung 68 und die Innenwandung des
dritten Gehäuses 66 begrenzt ist. Die Vorratskammer 72 steht
über einen Fluidkanal 74 in dem dritten Gehäuse 66 und dem
Verbindungsteil 32 in Fluidverbindung mit der Fluidkammer
23. Die Vorratskammer 72 steht ferner mit der Fluidkammer 34
über einen Fluidkanal 76 in dem dritten Gehäuse 66 und dem
Verbindungsteil 32 in Fluidverbindung.
Mehrere leitfähige Ringe 78 sind an der Innenwandung der
ersten Nabe Seite an Seite angeordnet. Diese leitfähigen
Ringe 78 sind elektrisch voneinander und von der ersten Nabe
36 isoliert. Die leitfähigen Ringe 78 sind an den positiven
Pol einer elektrischen Energiequelle 79 über einen elektri
schen Anschluß 77 anschließbar. Der negative Pol dieser
elektrischen Energiequelle 79 ist elektrisch mit der Kolben
stange 18 über eine weitere elektrische Verbindung verbunden
(nicht dargestellt).
Die leitfähigen Ringe 78 und die Kolbenstange 18 bilden zwei
Elektroden. Wenn die leitfähigen Ringe 78 an die elektrische
Energiequelle 79 angeschlossen sind, wird ein Spannungspo
tential zwischen diesen Ringen 78 und der Kolbenstange 18
aufgebaut, um ein elektrisches Feld zu erzeugen. Ein elek
trorheologisches Fluid ist in den Fluidkammern 23, 24, 26,
34, 56, 62 und 72 sowie in den Fluidkanälen 21, 28, 30, 38,
58, 64, 74 und 76 des Federbeins 10 enthalten. Das elektri
sche Feld wirkt auf das elektrorheologische Fluid in dem
Fluidkanal 38 ein. Dieses elektrische Feld ist direkt pro
portional zur Spannung zwischen den Elektroden (Ringe 78 und
Kolbenstange 18) und zur Länge der Elektroden.
Die effektive Länge der zwei Elektroden wird verändert, in
dem die Anzahl von leitfähigen Ringen verändert wird, an
welche die Spannung aus der elektrischen Energiequelle 79
angelegt wird. Die Viskosität des elektrorheologischen Fluids
ist direkt proportional zu dem auf dieses Fluid einwirkenden
elektrischen Feld. Wenn also entweder die Spannung aus der
elektrischen Energiequelle 79 verändert wird oder aber die
Anzahl von daran angeschlossenen leitfähigen Ringen 78 ver
ändert wird, so verändert sich die Viskosität des elektro
rheologischen Fluids entsprechend.
Wenn die Viskosität des elektrorheologischen Fluids zunimmt,
nimmt der Strömungsdurchsatz in dem Fluidkanal 38 ab. Wenn
hingegen die Viskosität des elektrorheologischen Fluids ab
nimmt, so nimmt der Strömungsdurchsatz in dem Fluidkanal 38
zu. Die Steuerung der Viskosität des elektrorheologischen
Fluids kommt also in der Wirkung einem Steuerventil in dem
Fluidkanal 38 gleich. Die Dämpfungsrate des Federbeins 10
verändert sich mit einer Veränderung des Strömungsdurchsat
zes in dem Fluidkanal 38. Die Dämpfungsrate des Federbeins
10 ändert sich also in Abhängigkeit von der Viskosität des
Fluids in dem Fluidkanal 38. Durch Verwendung eines elektro
rheologischen Fluids in Kombination mit den leitfähigen Rin
gen 78 wird also ein Federbein mit variabler Dämpfungscha
rakteristik geschaffen.
Ein Mikroprozessor 80 steuert die elektrische Energiequelle
79 und die Fluidquelle 25 ansprechend auf Signale aus ent
fernt gelegenen Sensoren 82. Diese entfernt gelegenen Senso
ren liefern elektrische Signale, welche den Straßenzustand
anzeigen, insbesondere Schlaglöcher, Steine oder Hindernisse
auf der Straße, auf die das Fahrzeug trifft. Zu den Signalen
können auch Anzeigesignale für die Fahrzeugbeschleunigung,
Fahrzeuggeschwindigkeit oder den Druck im Bremssystem gehö
ren. Ansprechend auf die Signale aus den entfernt gelegenen
Sensoren 82 liefert der Mikroprozessor 80 Ausgangssignale
für die Steuerung der elektrischen Energiequelle 79. Durch
Steuerung der elektrischen Energiequelle 79 wird die Visko
sität des elektrorheologischen Fluids gesteuert. Die Feder-
und Dämpfungscharakteristik des Federbeins 10 wird auf diese
Weise gesteuert. Eine Weiterbildung besteht darin, daß der
Gasdruck in der ersten Kammer 54 in Abhängigkeit von den Si
gnalen aus den Sensoren 82 gesteuert wird. Ferner ist gemäß
einer Weiterbildung vorgesehen, den Gasdruck in der zweiten
Gaskammer 70 in gleicher Weise zu steuern.
Die Wirkungsweise des Federbeins 10 ist aus der obigen Be
schreibung ersichtlich. Dennoch wird die Wirkungsweise nach
stehend im einzelnen erläutert. In Fig. 1 sind die Teile des
Federbeins 10 in einem Anfangszustand gezeigt, in welchem
das Rahmenteil 12 und die Radeinheit 14 sich in einer norma
len bzw. gewünschten Relativstellung zueinander befinden.
Die Kolbenstange 18 und der Zylinder 16 sind relativ zuein
ander unter Druck- und Dehnungsbeanspruchungen bewegbar, um
die Relativbewegung zwischen dem Rahmenteil 12 und der Rad
einheit 14 zu dämpfen. Die Kolbenstange 18 und der Zylinder
16 bewegen sich relativ zueinander unter Druckbeanspruchung,
wenn die Teile gegeneinander bewegt werden. Die Kolbenstange
18 und der Zylinder 16 bewegen sich relativ zueinander unter
Dehnungsbeanspruchung, wenn die Teile sich voneinander ent
fernen. Die zwei Federteile 46, 48 geben nach und widerset
zen sich der Relativbewegung zwischen Kolbenstange 18 und
Zylinder 16.
Während eines Hubes des Federbeins 10 unter Druckbeanspru
chung, ausgehend von dem in Fig. 1 gezeigten Zustand in den
in Fig. 3 gezeigten Zustand, werden Kolbenstange 18 und Zy
linder 16 teleskopartig in Axialrichtung ineinandergeschoben.
Ein solcher Hub unter Druckbeanspruchung tritt auf, wenn das
Fahrzeugrad auf eine Erhebung oder ein Hindernis auf der
Straße trifft. Während eines solchen, unter Druckbeanspru
chung stattfindenden Hubes treten verschiedene Wirkungen
gleichzeitig auf. Die Radeinheit 14 bewegt sich zu dem Rah
menteil 12 hin. Da das erste Gehäuse 50 fest an dem ersten
Teil 12 über die Kappe 51 und die Montageeinheit 19 ange
bracht ist, bewegt sich die Radeinheit 14 zu dem ersten Ge
häuse 50 hin. Das erste Federteil 46 wird in Axialrichtung
deformiert und zwischen dem ersten Gehäuse 50 und dem Ver
bindungsteil 32 gequetscht.
Während das erste Federteil 46 zwischen dem ersten Gehäuse
50 und dem Verbindungsteil 32 gequetscht und axial deformiert
wird, nimmt das Volumen in der Fluidkammer 56 ab. Hierdurch
nimmt der Fluiddruck in der Fluidkammer 56 zu. Der erhöhte
Druck in der Fluidkammer 56 bewirkt, daß das Fluid aus der
Fluidkammer 56 in die Fluidkammer 34 verdrängt wird und
durch den Fluidkanal 38 strömt. Das Fluid gelangt dann durch
den Fluidkanal 76 in die Vorratskammer 72.
Das Fluid in der Fluidkammer 56 wird ferner durch den Fluid
kanal 58 in die Fluidkammer 24 verdrängt. Aus der Fluidkam
mer 24 strömt das Fluid andererseits durch den Fluidkanal 30
in die Fluidkammer 26. Dann strömt das Fluid aus der Fluid
kammer 26 durch den Fluidkanal 21 in die Fluidkammer 23.
Schließlich strömt das Fluid aus der Fluidkammer 23 durch
den Fluidkanal 74 in die Vorratskammer 72.
Während sich die Radeinheit 14 auf das erste Gehäuse 50 zu
bewegt, bewegt sich das dritte Gehäuse 60 zu dem Rahmenteil
12 hin. Das zweite Federteil 48 wird in Axialrichtung defor
miert und zwischen dem dritten Gehäuse 60 und dem Verbin
dungsteil 32 gequetscht. Während das zweite Federteil 48 ge
quetscht und in Axialrichtung zwischen dem dritten Gehäuse
60 und dem Verbindungsteil 32 deformiert wird, nimmt das Vo
lumen in der Fluidkammer 62 ab. Hierdurch wird ein Druckan
stieg in der Fluidkammer 62 verursacht. Das Fluid in der
Fluidkammer 62 wird in die Fluidkammer 24 verdrängt und
strömt durch den Fluidkanal 64. Das Fluid wird dann aus der
Fluidkammer 24 in die Fluidkammer 26 verdrängt und strömt
durch den Fluidkanal 30. Aus der Fluidkammer 26 wird das
Fluid in die Vorratskammer 72 verdrängt und strömt durch den
Fluidkanal 74.
Wenn das Fluid aus den Fluidkammern 56, 62 in die Vorrats
kammer 72 strömt, bewegt sich die zweite blasenförmige Wan
dung 68 entgegen dem Druck in der zweiten Gaskammer 70. Der
Anfangsdruck in dieser zweiten Gaskammer 70 muß überwunden
werden, damit die Fluidströmungen aus den zwei Fluidkammern
56, 62 in die Vorratskammer 72 erfolgen können. Die Damp
fungswirkung und der Widerstand gegenüber der Relativbewe
gung zwischen Rahmenteil 12 und Radeinheit 14 werden bei der
Verdrängung des Fluids aus den zwei Fluidkammern 56, 62 in
die Vorratskammer 72 erzeugt.
Die Dämpfungswirkung und der Widerstand gegenüber der Rela
tivbewegung werden auch durch Zusammendrücken der ersten
blasenförmigen Wandung 52 entgegen dem Gasdruck in der er
sten Gaskammer 54 erzeugt. Die Druckzunahme in der Fluidkam
mer 56 aufgrund des unter Druckbeanspruchung stattfindenden
Hubes bewirkt, daß die erste blasenartige Wandung 52 sich
entgegen dem Gasdruck in der ersten Gaskammer 54 bewegt.
Wenn das erste Federteil 46 sich in Axialrichtung um einen
vorbestimmten Betrag in die in Fig. 4 gezeigte Stellung ver
formt hat, befindet sich dieses erste Federteil 46 in seiner
Mittellage. In dieser Mittellage liegt eine Linie 80, welche
durch den Mittelpunkt der Ringform dieses Federteils 46 ver
läuft, in einer Ebene, die senkrecht zur längsgerichteten
zentralen Achse des Zylinders 16 ist. Das erste Federteil 46
ist am stärksten deformiert, wenn es sich in seiner Mittel
lage befindet. Diese Deformierung des ersten Federteils 46
bewirkt eine Wölbung derselben, die in Fig. 4 dargestellt
ist. Diese Wölbung ist zur Erläuterung übertrieben darge
stellt. Unmittelbar vor der Bewegung über seine Mittellage
hinaus bietet das erste Federteil 46 einen maximalen Wider
stand gegenüber der Relativbewegung zwischen Rahmenteil 12
und Radeinheit 14.
Wenn sich das zweite Federteil 48 in Axialrichtung um einen
zweiten vorbestimmten Betrag in die in Fig. 5 gezeigte Stel
lung bewegt, so befindet es sich in seiner Mittellage. In
dieser Mittellage liegt eine Linie 82, welche durch den Mit
telpunkt der Ringform des Federteils 48 verläuft, in einer
Ebene, die senkrecht zur längsgerichteten zentralen Achse
des Zylinders 16 ist. Das zweite Federteil 58 ist am stärk
sten deformiert, wenn es sich in seiner Mittellage befindet.
Diese Deformierung bewirkt eine Wölbung des Federteils 48 in
der in Fig. 5 gezeigten Weise. Diese Wölbung ist zum Zweck
der Erläuterung übertrieben dargestellt. Unmittelbar vor
seiner Bewegung über die Mittellage hinaus bietet das zweite
Federteil 48 einen maximalen Widerstand gegenüber der Rela
tivbewegung zwischen Rahmenteil 12 und Radeinheit 14.
Die Federkonstante bzw. Härte des ersten Federteils 46 ist
kleiner als die des zweiten Federteils 48. Die Hubstrecke
des Federteils 46 vor der Bewegung über die Mittellage hin
aus ist größer als die entsprechende Hubstrecke, die das
zweite Federteil 48 benötigt, um sich über seine Mittellage
hinauszubewegen. Diese zwei Federteile 46, 48 bewegen sich
also zu verschiedenen Zeitpunkten über ihre Mittellage hin
aus, da sie verschiedene Federkonstanten aufweisen und ver
schiedene Hubstrecken durchlaufen müssen. Die Federkonstante
und Hubstrecke jeder Feder sind so gewählt, daß das zweite
Federteil 48 sich über seine Mittellage hinausbewegt, bevor
das erste Federteil 46 sich unter Druckbeanspruchung über
seine Mittellage hinausbewegt. Nachdem sich das zweite Fe
derteil 48 über seine Mittellage hinausbewegt hat, nimmt
sein Widerstand gegenüber einer Relativbewegung zwischen
Rahmenteil 12 und Radeinheit 14 ab. Nachdem das erste Feder
teil 46 sich über seine Mittellage hinausbewegt hat, nimmt
in gleicher Weise sein Widerstand gegenüber der Relativbewe
gung zwischen Rahmenteil 12 und Radeinheit 14 ab. Nachdem
beide Federteile 46, 48 sich über ihre Mittellage hinausbe
wegt haben, wird das Federbein 10 unter Druckbeanspruchung
weiter zusammengeschoben, bis es vollständig eingefedert
hat, wie in Fig. 3 gezeigt, wobei die Federteile 46, 48 an
dem dritten Gehäuse 66 in Anlage sind.
Während die zwei Federteile 46, 48 in Axialrichtung defor
miert werden, strömt das in der Fluidkammer 56 enthaltene
Fluid in die Vorratskammer 72. Diese Strömung des elektro
rheologischen Fluids während des Einfederungshubes des Fe
derbeins 10 dämpft die Relativbewegung zwischen Rahmenteil
12 und Radeinheit 14. Die Fluidströmung aus der Fluidkammer
56 in die Vorratskammer 72 wird so gesteuert, daß die Feder-
und Dämpfungscharakteristik des Federbeins 10 hergestellt
wird. Die Fluidströmung aus der Fluidkammer 56 in die Vor
ratskammer 72 wird gesteuert, indem das Spannungspotential
verändert wird, welches an die leitfähigen Ringe 78 angelegt
wird.
Die Fluidströmungen zwischen der Fluidkammer 56 und der
Fluidkammer 34 durch den Fluidkanal 38 hindurch sind am we
nigsten behindert, wenn das Fluid seine geringste Viskosität
aufweist. Wenn dies eintritt, so ist die Dämpfung des Feder
beins 10 minimal. Bei zunehmender Viskosität des Fluids wird
die Fluidströmung zwischen der Fluidkammer 56 und der Fluid
kammer 34 zunehmend behindert. Entsprechend nimmt die Dämp
fung des Federbeins 10 zu. Während eines Einfederungshubes
wird ein elektrisches Feld auf das elektrorheologische Fluid
in dem Fluidkanal 38 ausgeübt. Folglich wird die Fluidströ
mung zwischen der Fluidkammer 56 und der Fluidkammer 34 be
hindert, so daß die Relativbewegung zwischen Rahmenteil 12
und Radeinheit 14 gedämpft wird.
Während des Ausfederns des Federbeins 10 aus dem in Fig. 3
gezeigten Zustand in den in Fig. 1 gezeigten Zustand werden
Kolbenstange 18 und Zylinder 16 teleskopartig in Axialrich
tung auseinandergezogen. Zu Beginn der Bewegung des Feder
beins 10 aus dem in Fig. 3 gezeigten voll eingefederten Zu
stand heraus nimmt das Volumen in der Fluidkammer 56 und in
der Fluidkammer 62 zu. Der Fluiddruck innerhalb der Vorrats
kammer 72 bewirkt die Strömung des darin enthaltenen Fluids
während des Ausfederungshubes in die zwei Fluidkammern 56,
62. Die Fluidströmung aus der Vorratskammer 72 in die zwei
Fluidkammern 56, 62 durchläuft dieselben Fluidkanäle und
dieselben Fluidkammern wie oben für den Einfederungshub be
schrieben. Es ist lediglich die Strömungsrichtung entgegen
gesetzt. Während des Ausfederungshubes bleibt das elektri
sche Feld, welches auf das Fluid in dem Fluidkanal 38 ausge
übt wird, erhalten.
Während des Ausfederungshubes bewegen sich ferner die zwei
Federteile 46, 48 über ihre Mittellage hinaus. Da die Feder
teile verschiedene Federhärte aufweisen und verschiedene
Strecken durchlaufen müssen, bevor sie ihre Mittellage er
reichen, bewegen sich diese Federteile 46, 48 zu verschiede
nen Zeitpunkten über ihre Mittellage hinaus. Das erste Fe
derteil 46 bewegt sich über seine Mittellage hinaus, bevor
sich das zweite Federteil 48 über seine Mittellage hinausbe
wegt.
Während eines Ausfederungshubes aus dem in Fig. 1 gezeigten
Zustand in den in Fig. 6 gezeigten Zustand werden die Kol
benstange 18 und der Zylinder 16 teleskopartig in Axialrich
tung auseinandergezogen. Ein Ausfederungshub findet statt,
wenn das Fahrzeugrad auf eine Vertiefung wie ein Schlagloch
oder dergleichen in der Straße trifft. Auch bei einem sol
chen Ausfederungshub treten mehrere Wirkungen gleichzeitig
auf. Die Radeinheit 14 entfernt sich von dem Rahmenteil 12.
Da das erste Gehäuse 50 fest über die Kappe 51 und die Mon
tageeinheit 19 an dem Rahmenteil 12 angebracht ist, entfernt
sich die Radeinheit 14 auch von dem ersten Gehäuse 50. Das
erste Federteil 46 wird zwischen dem ersten Gehäuse 50 und
dem Verbindungsteil 32 in Axialrichtung gedehnt.
Während das erste Federteil 46 in Axialrichtung gedehnt wird,
nimmt das Volumen in der Fluidkammer 56 zu. Der Fluiddruck
in der Fluidkammer 56 nimmt ab. Der Fluiddruck in der Vor
ratskammer 72 bewirkt die Strömung des darin enthaltenen
Fluids über den Fluidkanal 76 in die Fluidkammer 34. Aus der
Fluidkammer 34 strömt das Fluid über den Fluidkanal 38 in
die Fluidkammer 56.
Der Fluiddruck in der Vorratskammer 72 bewirkt ferner die
Strömung des darin enthaltenen Fluids über den Fluidkanal 74
in die Fluidkammer 23. Aus dieser Fluidkammer 23 strömt das
Fluid über den Fluidkanal 21 in die Fluidkammer 26. Das Fluid
strömt dann aus der Fluidkammer 26 über den Fluidkanal 30 in
die Fluidkammer 24. Schließlich strömt das Fluid über den
Fluidkanal 58 aus der Fluidkammer 24 in die Fluidkammer 56.
Während sich die Radeinheit 14 von dem ersten Gehäuse 50
entfernt, entfernt sich auch das dritte Gehäuse 60 vom Rah
menteil 12. Die zweite Federeinheit 48 wird in Axialrichtung
zwischen dem dritten Gehäuse 60 und dem Verbindungsteil 32
gedehnt. Während sich das zweite Federteil in Axialrichtung
dehnt, nimmt das Volumen in der Fluidkammer 62 zu.
Der Fluiddruck in der Fluidkammer 62 nimmt zu. Der Fluiddruck
in der Vorratskammer 72 bewirkt das Strömen des darin ent
haltenen Fluids durch den Fluidkanal 74 in die Fluidkammer
23. Aus der Fluidkammer 23 strömt das Fluid dann über den
Fluidkanal 21 in die Fluidkammer 26. Das Fluid strömt aus
der Fluidkammer 26 über den Fluidkanal 30 in die Fluidkammer
24. Über den Fluidkanal 64 strömt das Fluid dann in die
Fluidkammer 62. Die Vorratskammer 72 ist nahezu leer, wenn
das Federbein vollständig ausgefahren ist.
Die Dämpfung und der Widerstand gegenüber der Relativbewe
gung zwischen Rahmenteil 12 und Radeinheit 14 werden erzeugt,
während das Fluid aus der Vorratskammer 72 in die zwei Fluid
kammern 56, 62 verdrängt wird, ebenso wie durch die axiale
Dehnung der Federteile 46, 48. Die leitfähigen Ringe 78 sind
während des Ausfederungshubes des Federbeins 10 an die Ener
giequelle angeschlossen.
Während das Federbein 10 ausfedert, nimmt das Gasvolumen in
der Gaskammer 54 zu, da der Fluiddruck in der Fluidkammer 54
abnimmt. Der höhere Gasdruck in der Gaskammer 54 bewirkt die
Bewegung der blasenförmigen Wandung 52 in solcher Weise, daß
das Volumen in der Gaskammer 54 größer werden kann.
Während eines Einfederungshubes des Federbeins 10 aus dem in
Fig. 6 gezeigten Zustand in den in Fig. 1 gezeigten Zustand
werden die Kolbenstange 18 und der Zylinder 16 teleskopartig
axial ineinandergeschoben. Zu Beginn der Bewegung des Feder
beins 10 aus dem vollständig ausgefederten Zustand, der in
Fig. 6 gezeigt ist, beginnt das Volumen in der Fluidkammer
56 und in der Fluidkammer 62 abzunehmen. Der Fluiddruck in
jeder Fluidkammer steigt an. Durch die Druckzunahme in der
Fluidkammer 56 strömt das darin enthaltene Fluid zur Vor
ratskammer 72 über dieselben Fluidkanäle und dieselben Fluid
kammern wie zuvor für den Ausfederungshub beschrieben. In
gleicher Weise bewirkt die Druckzunahme in der Fluidkammer
62 das Strömen des darin enthaltenen Fluids in die Vorrats
kammer 72 über dieselben Strömungskanäle und Fluidkammern
wie oben beschrieben. Es ist lediglich die Strömungsrichtung
umgekehrt.
Die zwei Federteile 46, 48, der Fluiddruck und das Fluidvo
lumen in den verschiedenen Fluidkammern definieren also zu
jedem gegebenen Zeitpunkt die Federhärte, die Dämpfungsrate,
die Fahrhöhe und die Zuladungskapazität des Fahrzeugs. Durch
Steuerung der Viskosität des elektrorheologischen Fluids
können sowohl die Dämpfung als auch die dynamische Steifig
keit des Federbeins eingestellt und an jede Zulastbedingung
angepaßt werden. Die funktionsmäßige Reihenschaltung der
Federteile 46, 48 mit ihren verschiedenen Federhärten, die
Ventilwirkung der leitfähigen Ringe 78, die Drucksteuerung
in der ersten Gaskammer 54 und die Drucksteuerung in der
zweiten Gaskammer 70 ergeben ein graduelles Einfedern oder
Ausfedern des Federbeins 10.
Zur weiteren Erläuterung der Wirkungsweise wird nun auf
Fig. 7 Bezug genommen, die einen Einfederungshub darstellt.
Das Diagramm 100 zeigt die Auslenkung des Federbeins 10 unter
Last bei einem Einfederungsvorgang. Wenn sich das Federbein
10 in seiner Normalstellung befindet, die in Fig. 1 gezeigt
ist, hat der Abstand zwischen Rahmenteil 12 und Radeinheit
14 eine vorbestimmte Größe. Wenn sich die Radeinheit 14 auf
das Rahmenteil 12 zu bewegt, nimmt der Abstand zwischen die
sen Teilen ab. In gleicher Weise nimmt der Abstand zwischen
den Teilen zu, wenn die Radeinheit 14 sich von dem Rahmen
teil 12 entfernt. Die Auslenkungsstrecke des Federbeins 10
ist als Absolutwert der Differenz zwischen dem jeweiligen
Abstand der Radeinheit 14 vom Rahmenteil 12 und dem vorbe
stimmten Abstand zwischen diesen Teilen, wenn sich das Fe
derbein 10 in seiner Normalstellung befindet, definiert. Ohne
Belastung ist die Auslenkstrecke des Federbeins 10 gleich
Null, entsprechend dem Punkt 102 in dem Diagramm, wobei sich
die Teile dann ihren in Fig. 1 gezeigten Stellungen befinden.
Beim Aufbringen einer Druckbeanspruchung auf das Federbein
10 wird das erste Federteil 46 deformiert. Die Größe der
Auslenkung bzw. die Einfederungsstrecke des Federbeins 10
bei dieser Deformierung des ersten Federteils 46 ändert sich
mit der Größe der Last. Diese Funktionsbeziehung ist durch
die Kurve 110 verdeutlicht. Im Punkt 111 der Kurve 110 be
findet sich das erste Federteil 46 in seiner Mittellage, wie
in Fig. 4 gezeigt ist. Im Punkt 112 der Kurve 110 befindet
sich das erste Federteil 46 an seiner Hubgrenze, wie in
Fig. 3 gezeigt.
Während der Deformierung des ersten Federteils 46 wird auch
das zweite Federteil 48 deformiert, wie durch die Kurve 104
verdeutlicht ist. Das zweite Federteil 48 bewegt sich im
Punkt 106 der Kurve 104 über seine Mittellage. Im Punkt 108
auf Kurve 104 befindet sich das zweite Federteil 48 an sei
ner Hubgrenze, wie in Fig. 3 gezeigt. Obwohl sich das zweite
Federteil 48 nicht noch stärker deformieren kann, muß eine
Last aufgebracht werden, um das zweite Federteil 48 in sei
nem voll zusammengedrückten Zustand zu halten, während das
erste Federteil 46 weiter deformiert wird. Diese Lastbean
spruchung des zweiten Federteils 48 ist durch die gestri
chelte Linie 109 verdeutlicht.
Die erste blasenförmige Wandung 52 bewegt sich gleichfalls
ansprechend auf die Einfederbeanspruchung des Federbeins 10.
Die Wandung 52 bewegt sich entgegen dem Gasdruck in der er
sten Gaskammer 54. Die Einfederstrecke des Federbeins 10 bei
der Gaskompression in der ersten Gaskammer 54 ist durch die
Kurve 114 verdeutlicht. Im Punkt 116 auf der Kurve 114 kann
die blasenförmige Wandung 52 sich nicht weiter bewegen. Ob
wohl sich die blasenförmige Wandung 52 im Punkt 116 nicht
noch weiter bewegen kann, muß eine Last aufgebracht werden,
um sie in dieser Stellung zu halten, während das erste Fe
derteil 46 weiter deformiert wird. Diese Lastbeanspruchung
der ersten Wandung 52 ist durch die gestrichelte Linie 117
verdeutlicht.
In gleicher Weise bewegt sich die zweite blasenförmige Wan
dung 68 ansprechend auf die Einfederungsbeanspruchung des
Federbeins 10. Wenn Fluid in die Vorratskammer 72 eintritt,
wird die zweite blasenförmige Wandung 68 entgegen dem Gas
druck in der zweiten Gaskammer 70 bewegt. Die Einfederungs
strecke des Federbeins 10 bei der Gaskompression in der
zweiten Gaskammer 70 ist durch die Kurve 118 veranschaulicht.
Im Punkt 120 der Kurve 118 kann sich die zweite blasenförmi
ge Wandung 68 nicht weiter bewegen, da beide Federteile 46,
48 ihre Hubgrenze erreicht haben, wie der Punkt 108 auf Kur
ve 104 bzw. der Punkt 112 auf Kurve 110 verdeutlicht.
Die Kurve 124 ist aus den Kurven 104, 110, 114 und 118 zu
sammengesetzt. Sie zeigt die Auslenkcharakteristik des Fe
derbeins 10 unter Last. Im Punkt 126 auf der Kurve 124 ist
das Federbein 10 vollständig zusammengeschoben bzw. eingefe
dert. Durch Kombinieren der verschiedenen Federkonstanten,
die durch die verschiedenen Kurven veranschaulicht sind,
kann eine weiche Federcharakteristik erzielt werden, die
einen hohen Federungskomfort verleiht. Überdies wird die Zu
ladungskapazität des Fahrzeugs maximiert.
Claims (8)
1. Federbein für Fahrzeuge zur Dämpfung der Relativbewegung
zwischen gefederten und ungefederten Teilen (12, 14),
mit
- a) einem an das erste Teil (Radeinheit 14) angeschlossenen Zylinder (16);
- b) einem an das zweite Teil (Rahmenteil 12) angeschlossenen Kolben (17, der in dem Zylinder (16) gleitend verschiebbar geführt ist und diesen in zwei miteinander verbundene Kammerabteile (24; 26) unterteilt;
- c) einem Elastomer-Federelement (46), das eine Fluid-Arbeitskammer (56) abgrenzt und zwischen dem zweiten Teil (12) und dem Zylinder (16) angeordnet ist;
- d) einer Fluid-Vorratskammer (72) mit einem federnden Druckgaspolster (70), die mit der Fluid-Arbeitskammer (56) über Strömungswege (74, 21, 30, 18, 58 bzw. 76, 34, 38) verbunden ist, die durch Einrichtungen (78, 79, 80, 82) zur Beeinflussung der Federkonstante in ihrer Drosselwirkung steuerbar sind.
2. Federbein nach Anspruch 1, bei welchem das Elastomer-Federelement
(46) über ein auf dem Zylinder (16) verschiebbar
gelagertes Zwischengehäuse (32, 36) und ein weiteres
Elastomer-Federelement (48) mit dem Zylinder (16) verbunden
ist und dieses weitere Elastomer-Federelement (48) eine weitere
Fluid-Arbeitskammer (62) abgrenzt, die über Strömungswege
(64) je nach Stellung des Kolbens (17) mit dem einen
oder anderen Kammerabteil (24; 26) des Zylinders (16) verbunden
ist.
3. Federbein nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fluid-Arbeitskammer (56) gegen ein Druckgaspolster (Membran
52) abgefedert ist.
4. Federbein nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Elastomer-Federelement (46) bzw. die Elastomer-Federelemente (46; 48 ringförmig
und im unbeanspruchten Zustand konisch sind.
5. Federbein nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorratskammer (72)
von dem Zwischengehäuse (32,
36) getragen wird.
6. Federbein nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Mittel zur Beeinflussung der Federkonstante über Signale
von Sensoreinrichtungen (82) gesteuert werden.
7. Federbein nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß es ein elektrorheologisches Fluid enthält, daß
die Mittel zur Beeinflussung der Federkonstante mehrere leitfähige
Ringe (78) umfassen, die sich an einem Ende des Zwischengehäuses
(32, 36) befinden, daß diese leitfähigen Ringe
(78) elektrisch an einen Anschluß einer elektrischen Stromquelle
(79) anschließbar sind, daß die Kolbenstange (18) elektrisch
an den anderen Anschluß der elektrischen Stromquelle
(79) angeschlossen ist und daß ein elektrisches Feld auf
einen Teil des elektrorheologischen Fluids ausgeübt wird, um
seine Viskosität zu steuern, wenn einer oder mehrere der leitfähigen Ringe
(78) elektrisch an die elektrische Stromquelle (79), ansprechend
auf den durch die Sensoreinrichtungen (82) gemeldeten
Zustand, angeschlossen sind.
8. Federbein nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Elastomer-Federelemente (46; 48)
verschiedene Federkonstanten aufweisen.
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