DE3902889C2 - Offene Walzstraße mit nebeneinander angeordneten Walzgerüsten - Google Patents
Offene Walzstraße mit nebeneinander angeordneten WalzgerüstenInfo
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- DE3902889C2 DE3902889C2 DE19893902889 DE3902889A DE3902889C2 DE 3902889 C2 DE3902889 C2 DE 3902889C2 DE 19893902889 DE19893902889 DE 19893902889 DE 3902889 A DE3902889 A DE 3902889A DE 3902889 C2 DE3902889 C2 DE 3902889C2
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21B—ROLLING OF METAL
- B21B31/00—Rolling stand structures; Mounting, adjusting, or interchanging rolls, roll mountings, or stand frames
- B21B31/08—Interchanging rolls, roll mountings, or stand frames, e.g. using C-hooks; Replacing roll chocks on roll shafts
- B21B31/10—Interchanging rolls, roll mountings, or stand frames, e.g. using C-hooks; Replacing roll chocks on roll shafts by horizontally displacing, i.e. horizontal roll changing
- B21B31/103—Manipulators or carriages therefor
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- B21B2031/023—Transverse shifting one housing
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Description
Die Erfindung betrifft eine offene Walzstraße mit mindestens zwei
in einer Antriebslinie mit geringem Abstand nebeneinander
angeordneten Walzgerüsten, wobei die Antriebseinrichtungen
entweder auf einer äußeren Seite der Walzstraße mit einem
Durchtrieb für das zweite Walzgerüst oder auf beiden äußeren
Seiten der Walzstraße angeordnet sind.
Bei offenen Walzstraßen der eingangs genannten Bauart (DIN 24 500 Blatt 3) ist es
üblich, den Abstand der Walzgerüste und damit den Abstand
der Walzlinien zwischen den Walzgerüsten so klein wie mög
lich zu halten, um die erforderliche Hallenbreite und eben
falls die Breite der üblicherweise zu einer gemeinsamen
Ebene abgedeckten Rollgänge vor und hinter den Gerüsten zu
minimieren. Bei einer solchen eng benachbarten Anordnung der
Walzgerüste und bedingt durch die Platzverhältnisse müssen
die Gerüste nach oben geöffnet werden können, um den Walzen
wechsel mit Hilfe eines fahrbaren Kranes nach oben zu er
möglichen. Auch die zugehörigen Führungen und Führungstische
für das Walzgut - im allgemeinen Walzarmaturen genannt -
werden üblicherweise mit Hilfe eines Krans ausgewechselt und
können nur in der Walzstraße justiert werden. Bedingt durch
die erforderlichen Kranmanipulationen und durch die zusätz
liche Justierarbeit von Walzensatz und Walzarmaturen ist die
Wechsel- und Umstellzeit der Walzstraße sehr zeitraubend und
äußerst unwirtschaftlich.
Bei einer gattungsfremden kontinuierlichen Walzstraße gemäß
der DE 33 17 748 C2 mit in der Walzlinie abwechselnd und
hintereinander angeordneten Vertikal- und Horizontal-Gerü
sten und mit Walzgutführungen zwischen den Arbeitswalzen
benachbarter Walzgerüste soll das Auswechseln der einzelnen
Walzensätze dadurch vorgenommen werden, daß die gesamte
Gerüstgruppe auf einem Halterahmen aus der Walzlinie in eine
Wechselposition herausgefahren wird und jedes Vertikal-Walz
gerüst aus der Wechselposition relativ zum Halterahmen mit
tels eines Versetzungsantriebs quer zur Walzlinie derart
verfahren wird, daß eine Walzenwechsel-Position erreicht
wird, in der die Walzlinienrichtung der Vertikal-Walzgerüste
gegenüber derjenigen Walzlinienrichtung der benachbarten
Horizontal-Walzgerüste seitlich versetzt ist. Die Vertikal-
Gerüste sind auf dem Halterahmen in entgegengesetzen Ver
schieberichtungen quer zur Walzlinie verfahrbar montiert.
Für jedes Horizontal-Gerüst ist in seiner Walzenwechsel-
Position ein Drehtisch vorgesehen sowie ein schräg zur Ver
schieberichtung verfahrbarer Wagen. Abgesehen davon, daß der
in der DE 33 17 748 C2 vorgeschlagene Walzenwechsel für eine
geschlossene Walzstraße mit abwechselnd dicht hintereinander
angeordneten Horizontal- und Vertikal-Gerüsten vorgesehen
ist, bringt dieses Walzenwechsel-Konzept nicht die bei mo
dernen Walzstraßen erforderlichen kurzen Walzenwechselzei
ten, da es konstruktiv zu aufwendig ist.
Bei einem gattungsfremden ständerlosen Universalgerüst nach
der DE 35 38 905 C2 wird der Walzenwechsel dadurch vorgenom
men, daß der Rahmen des Walzgerüstes quer zur Walzrichtung
geteilt ist und daß beim Walzenwechsel die von dem Rahmen
gelösten Horizontalwalzen-Einbaustücke sowie die dazwischen
angeordneten Vertikalwalzen-Einbaustücke nebst Walzen als
ständerfester Walzensatz für sich bei auseinandergeschobenem
Rahmen ausbaubar sind. Ein solches Walzenwechselkonzept
durch eine bezogen auf die Walzlinie vorgenommene Quertei
lung des Gerüstrahmens ist unter anderem dann von Nachteil,
wenn die Platzverhältnisse in Walzlinie beengt sind, da die
Teilung des Gerüstrahmens quer zur Walzlinie ein Verschieben
der Gerüsthälften in Walzlinie erforderlich macht.
Bei einem anderen Walzgerüst nach der DE-OS 22 63 572, das
wahlweise mit einem Duo- oder einem Universal-Walzensatz
bestückt wird, weisen die Ständerrahmen zum leichteren
Walzenwechsel oberhalb und/oder unterhalb der Walzebene
jeweils gegeneinander gerichtete Ausleger auf, die in mehre
ren verschiedenen Überdeckungslagen durch quer gerichtete
Steckverbindungen miteinander kuppelbar sind. Auf diese
Weise wird das Walzgerüst längs der Walzlinie teilbar. Soll
das Walzgerüst mit einem Duo-Walzensatz größerer Ballenlänge
bestückt werden, dann werden die beiden Ständerrahmen quer
zur Walzlinie auseinandergefahren. Auch dieses bekannte
Walzenwechselkonzept ist nicht immer geeignet, wenn auf
engstem Raum in einer offenen Walzstraße Gattung mit soge
nannten Engfenster-Gerüsten ein Walzenwechsel schnell und
zuverlässig vorgenommen werden soll.
Bei diesem Stand der Technik ist es die Aufgabe der Erfin
dung, bei der gattungsgemäßen Walzstraße ein vollmechani
siertes Wechselkonzept für die Walzen und für die Walzarma
turen auf engstem Raum zu schaffen, um einerseits eine opti
male Gerüstkonstruktion mit kleinstmöglichen Walzenständer
fenstern und geschlossenen Walzenständern zu erhalten und
andererseits die kompletten Walzensätze gemeinsam und
gleichzeitig mit den zugehörigen Führungen und Führungsti
schen, den sogenannten Walzarmaturen auszuwechseln, um somit
die kürzest mögliche Stillstandszeit der Walzstraße zu er
reichen.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht in Verbindung mit den Merkmalen
im Oberbegriff aus den Merkmalen im kennzeichenden Teil
des Patentanspruchs 1, wonach jedes Walzgerüst
entlang der Gerüstständer von dem Walzensatz und den Walzar
maturen trennbar ist; der eine Gerüstständer mit dem Walzen
satz und den Walzarmaturen eines jeden Walzgerüstes aus
der Walzlinie zur Antriebsseite bzw. zur Bedienungsseite in
eine Zwischenposition verfahrbar ist, während der andere Gerüst
ständer in der Walzposition arretierbar bleibt; der eine
Gerüstständer ist aus der Zwischenposition in eine Haltepo
sition verfahrbar; der Walzensatz und die Walzarmaturen
als ein Ausbausatz in eine Wechselposition verfahrbar sind, in
der die Walzen und/oder die Armaturen auswechselbar
sind, ein Einbausatz, dessen
Walzensatz und Walzarmaturen zueinander ausgerichtet
sind, vom Bauplatz in die Zwischenposition und dort in
das Walzgerüst einfahrbar ist.
Das heißt, daß ein bereits ju
stierter Einbausatz mit dem verfahrbaren Walzenständer in
die Walzposition eingefahren werden kann. Die beanspruchten
Maßnahmen ermöglichen eine Gerüstkonstruktion mit kleinst
möglichen Ständerfenstern und geschlossenen Gerüstständern
sowie eine Teilung des Gerüstes in einem Bereich, wo nur ein
Bruchteil der Walzkräfte bzw. der Axialkräfte auftritt. Die
unbestrittenen Vorteile von geschlossenen Gerüstständern in
bezug auf die hydraulische Anstellung der Walzen und die
damit verbundenen Regelsysteme bleiben ungeschmälert erhal
ten. Auch kann das Walzgerüst durch die Verschiebbarkeit der
Gerüstständer schnell und unkompliziert auf unterschiedliche
Walzballenlängen umgerüstet werden. Der Walzenwechsel kann
weitgehend automatisiert werden. Die bisherigen aufwendigen
und umständlichen Justierarbeiten in der Walzstraße und
Kranmanipulationen bei einem Walzenwechsel können entfallen.
In Weiterbildung des Gegenstandes der Erfindung ist der eine
Gerüstständer und der aus Walzensatz und Walzarmaturen be
stehende Ausbausatz jeweils auf einer Räder/Schienenanord
nung, vorzugsweise mit eigenem Selbstfahrantrieb verfahrbar,
wodurch die grundlegenden Voraussetzungen für eine Automati
sierung des Walzenwechsels z.B. von einem Steuerstand gege
ben sind. Als zweckmäßige Alternativen für eine automati
sierte Verfahrbarkeit des Gerüstständers und des Ausbausat
zes kann ein Hydraulikzylinder, ein Zahnstangenantrieb oder
ein selbstfahrender Schleppwagen vorgesehen sein, die mit an
sich bekannten Kopplungselementen mit dem Gerüstständer bzw.
dem Ausbausatz ferngesteuert verbunden oder entkoppelt wer
den. Eine weitere Verbesserung im Hinblick auf den automa
tisierten Walzenwechsel ergibt sich dann, wenn nach einer
weiteren Ausbildung der Erfindung das Verbinden und Trennen
der Gerüstständer mit oder von dem aus Walzensatz und Walz
armaturen bestehenden Ausbausatz mit an sich bekannten je
doch vorzugsweise hydraulisch betätigbaren Bolzen oder Kei
len erfolgt, wobei die Betätigung der Hydraulik ebenfalls
von einem weiter entfernt liegenden Leitstand erfolgen kann.
Andere bevorzugte Weiterbildungen des Gegenstandes der Er
findung sind in den Patentansprüchen 3 bis 6 und 9 angege
ben.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Walzstraße
wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine offene Walzstraße mit
einem Duo-Vorgerüst und einem nebengeordneten Duo-
Fertiggerüst in Walzposition und in Walzenwechsel
position,
Fig. 2 eine Darstellung der Walzenwechselposition entlang
der Linie II-II in Fig. 1.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine offene Walzstraße mit
einem Walzgerüst 1 als Duo-Vorgerüst und einem Walzengerüst 2 als Duo-Fertiggerüst. Beide
Walzgerüste 1, 2 stehen in geringem Abstand nebeneinander
und sind in einer Antriebslinie angeordnet. Die Antriebs
linie besteht aus einem auf der linken äußeren Antriebsseite 3 der
Walzstraße befindlichen elektrischen Antriebsmotor 4, der
mit einem Kammwalzengetriebe 5 mit Hilfe der mechanischen
Kupplung 6 verbunden ist.
Die abtreibenden Wellen 7 des Kammwalzengetriebes 5 sind je
mit einer Gelenkwelle 8 verbunden - zumeist eine mit Keil
nutwelle und Keilnuthülse ausgestattete Gelenkwelle - von
der die obere bzw. untere Walze 9, 10 des Walzgerüsts
2 angetrieben werden. In der Antriebslinie ist zwischen dem
Walzgerüst 2 und dem Walzgerüst 1 ein aus einer kurzen
Zwischenwelle 11 und einem Lagerbock 12 bestehender Durch
trieb 13 für die obere bzw. untere Walze 14, 15 des Walzge
rüstes 1 vorgesehen. Vor und hinter den beiden Walzge
rüsten 1, 2 befinden sich nicht näher dargestellte Rollgänge
für das Walzgut mit den Rollgangsantrieben 16 sowie mit in
einem Fundamentgraben 17 bewegbaren Greifkanterwagen 18 zur
Manipulation des Walzgutes. Der offenen Walzstraße sind die
Steuerbühnen 19, 20 zugeordnet.
Neben der offenen Walzstraße mit dem Walzgerüst 1 und dem
Walzgerüst 2 befindet sich in relativ geringem Abstand das
Blockwalzwerk mit dem Walzgerüst 21 und mit
den zugehörigen Antriebseinheiten 24, 25, 26 sowie mit der
Steuerbühne 27 für das Blockwalzwerk.
Der äußerst geringe Abstand zwischen den beiden Walzge
rüsten 1, 2 und der geringe Abstand des Walzgerüstes 2 zu
den Antriebseinheiten (Gelenkwelle 8, Kammwalzengetriebe 5)
auf der linken äußeren Antriebsseite 3 sowie der geringe
Abstand des Walzgerüstes 1 zu dem auf der rechten äußeren
Bedienungsseite 28 angeordneten Blockwalzgerüst machten es bisher
erforderlich, daß bei dem Walzgerüst 1 und dem Walzgerüst 2
ein Wechsel der Walzen, der Walzgutführungen sowie der Füh
rungstische nur dann möglich war, wenn die Gerüste nach oben
geöffnet wurden und der Gerüstwechsel mit Hilfe eines auf
den Kranschienen 29 verfahrbaren jedoch nicht näher darge
stellten Hallenkrans vorgenommen wurde.
Zum besseren Verständnis der nachfolgend erläuterten Erfin
dung ist in Fig. 1 das Duo-Fertiggerüst 2 stark schemati
siert gezeichnet mit den Gerüstständern 30, 31 sowie den
Walzen 9, 10. Beim Walzgerüst 1 sind die Gerüstständer 32,
33, die Walzen 14, 15 sowie die zu beiden Seiten der Walzen
befindlichen Walzarmaturen 34, 35 zu sehen. Die Erfindung
wird nun anhand des Walzenwechsels für das Walzgerüst 1
näher beschrieben:
Das Walzgerüst 1 ist entlang der Gerüstständer 32, 33 von
dem Walzensatz 14, 15 und den Walzarmaturen 34, 35 trennbar.
Zum Verbinden und zum Trennen der Gerüstständer 32, 33 des
Walzgerüsts 1 mit oder von dem aus Walzensatz 14, 15 und
den Walzarmaturen 34, 35 bestehenden Ausbausatz werden an
sich bekannte, vorzugsweise hydraulisch betätigbare Bolzen
oder Keile verwendet. Die Detailkonstruktion für solche
Bolzen oder Keile ist nicht näher dargestellt, da sie mit
unterschiedlichen und üblichen Mitteln erfolgen kann. Der
eine Gerüstständer 33 mit dem Walzensatz 14, 15 und den
Walzarmaturen 34, 35 ist aus der Walzlinie 37 zur rechten
äußeren Bedienungsseite 28, d.h. in Richtung auf das
Walzgerüst 21, in eine Zwischenposition 38 verfahrbar, wäh
rend der andere linke Gerüstständer 32 des Walzgerüsts 1 in
der Walzposition 53 und mit dem Durchtrieb 13 arretierbar
bleibt. Der Gerüstständer 33 ist aus der Zwischenposition 38
in eine Halteposition 39 verfahrbar. Der Walzensatz 14, 15
und die Walzarmaturen 34, 35 des Walzgerüsts 1 sind als
ein Ausbausatz in eine Wechselposition 40 verfahrbar, in der
die Walzen 14, 15 und/oder die Walzarmaturen 34, 35 auswech
selbar sind. Der verfahrbare Gerüstständer 33 des Walzgerüsts
1 sowie der aus Walzensatz 14, 15 und Walzarmaturen 34, 35
bestehende Ausbausatz sind jeweils separat auf einer Räder/-
Schienenanordnung 41/42; 43/44 verfahrbar. In Fig. 1 ist die
Schienenanordnung 42 für den Ausbausatz und die Schienenan
ordnung 44 für den Gerüstständer zu sehen. Die zugehörige
Räderanordnung ist der Fig. 2 zu entnehmen. In der Zwischen
position 38 ist der aus Walzensatz 14, 15 und Walzarmaturen
34, 35 bestehende Ausbausatz von einer um eine vertikale
Achse 23 drehbaren und zusätzlich hebbaren Plattform 45 aus
der quer zur Walzlinie 37 verlaufenden Bewegungsrichtung in
eine parallel zur Walzlinie 37 verlaufenden Bewegungsrich
tung verdrehbar, so daß der Ausbausatz auf der Schienenan
ordnung 42 in die Wechselposition 40 verfahrbar ist. Der
auszuwechselnde und umzurüstende Ausbausatz ist in der Wech
selposition 40 strichpunktiert dargestellt. Der in das Walz
gerüst einzuwechselnde und bereits vorgerüstete und justier
te Einbausatz befindet sich auf dem Bauplatz 46. Dieser
Einbausatz ist mit voller Strichstärke dargestellt.
Fig. 2 zeigt die Zwischenposition 38 mit dem Gerüstständer
33 sowie dem aus den Walzen 14, 15 sowie den Walzenarmaturen
34, 35 bestehenden Ausbausatz. Die obere Walze des Walzensatzes 14 ist in dem
Einbaustück 47 und die untere Walze des Walzensatzes 15 in dem Einbaustück 48
gelagert. Ferner ist eine in dem geschlossenen Gerüstständer
angeordnete Anstellvorrichtung 49 zu erkennen, die sich an
dem oberen Querhaupt 50 abstützt. Der Walzensatz 14, 15
sowie die Walzarmaturen 34, 35 sind als Ausbausatz auf den
Rädern 41 sowie auf einem im Walzgerüst angeordneten heb
und senkbaren Schienenstrang oder auf heb- und senkbaren
Laufrädern verfahrbar, was jedoch hier nicht näher darge
stellt ist. Der Gerüstständer 33 ist auf den Rädern 43 und
der Schienenanordnung 44 aus der Zwischenposition 38 in die
Halteposition 39 verfahrbar. Unterhalb des Gerüstständers
ist die Plattform 45 angeordnet, die mit einer hydrau
lisch arbeitenden Kolben-Zylinder-Einheit 51 in Verbindung
steht. Auf der Plattform 45 sind Schienenstücke 42′
angeordnet. Die Schienenstücke 42′ werden von der Drehplatt
form 45 bzw. von der Kolben-Zylinder-Einheit 51 von unten gegen
die Räder 41 des Walzensatzes 14, 15 gefahren. Dann wird der
Walzensatz bis auf die Flurebene 52 angehoben und von der
Plattform 45 in Richtung der Schienen 42 gedreht. Der Wal
zensatz 14, 15 und die Walzarmaturen 34, 35 können an
schließend in Pfeilrichtung 22 auf der Schienenanordnung 42
in die Wechselposition 40 gefahren werden.
Vom Bauplatz 46 wird der bereits umgerüstete Walzensatz 14′,
15′ auf die Plattform 45 gefahren und - wie zuvor be
schrieben - gedreht und von der Kolben-Zylinder-Einheit 51 abge
senkt. Ferner wird der Gerüstständer 33 aus der Halteposi
tion 39 in die Zwischenposition 38 gefahren. Der umgerüstete
Einbausatz mit Walzensatz 14′, 15′ und Walzarmaturen und
der Gerüstständer 33 werden verbunden und in die Walzposi
tion 53 gefahren. In der Walzposition 53 werden die Walzen
ständer 32 und 33 sowie der Walzensatz 14′, 15′ und die
Walzarmaturen mit Hilfe der nicht näher dargestellten hy
draulischen Verbindungsmittel wie Bolzen und Keile mitein
ander fest verbunden, so daß das umgerüstete Walzgerüst zum
Walzen des Walzguts bereitsteht. Das Verfahren des Gerüst
ständers 33 sowie des Walzensatzes 14, 15 erfolgt vorteil
hafterweise dadurch, daß beide Gruppen mit einem eigenen von
einer Steuerbühne aus betätigbaren Selbstfahrantrieb ausge
rüstet sind. Es kann auch zweckmäßig sein, daß der Verfahr
antrieb für den Gerüstständer 33 oder für den aus Walzensatz
und Walzarmaturen bestehenden Ausbausatz aus einem Hydrau
likzylinder, aus einem Zahnstangenantrieb oder aus einem
selbstfahrenden Schleppwagen besteht. Es ist ebenso zweck
mäßig, das Verfahren des Walzensatzes in die Wechselposition
40 oder das Verfahren des Gerüstständers 33 in die Haltepo
sition 39 mit Hilfe einer fahrbaren Bühne vorzunehmen oder
mittels Hydraulikzylinder oder mit Hilfe eines Ratschensy
stems, bspw. eines Zahnstangengetriebes.
Der Walzenwechsel bei dem Walzgerüst 1 erfolgt mit den
beim Walzenwechsel des Walzgerüsts 2 beschriebenen Maß
nahmen. Die Zwischenposition ist mit 38′ bezeichnet und in
der Halteposition 39′ ist der Gerüstständer 30 des Walzge
rüsts 1 gezeigt. Wegen der beengten Platzverhältnisse ist
die Gelenkwelle 8 durch Ineinanderschieben von Keilnutwelle
und Keilnuthülse stark verkürzt worden, um den Platz für die
Halteposition 39′ des Gerüstständers 30 des Walzgerüsts 2
zu schaffen.
Die oben beschriebenen Maßnahmen zum Wechsel der Walzen
sowie der Walzarmaturen an Walzgerüsten in einer offenen
Walzstraße sind nicht nur auf Duo-Gerüste beschränkt, son
dern sind mit gleichen Vorteilen anwendbar bei Trio-Gerüsten
sowie bei Universal-Gerüsten, insbesondere dann, wenn letz
tere auf den Duo-Betrieb umgerüstet werden sollen. Besondere
Vorteile bieten die erfindungsgemäßen Maßnahmen auch dann,
wenn bspw. bei dem beschriebenen Duo-Vorgerüst bzw. bei dem
beschriebenen Duo-Fertiggerüst auf unterschiedliche Walzbal
lenlängen umgerüstet werden soll.
Bezugszeichenliste
1 Walzgerüst
2 Walzgerüst
3 linke äußere Antriebsseite
4 Antriebsmotor
5 Kammwalzengetriebe
6 mechanische Kupplung
7 Wellen (des Kammwalzengetriebes)
8 Gelenkwellen
9, 10 obere bzw. untere Walze
11 Zwischenwelle
12 Lagerbock
13 Durchtrieb
14, 15 Walzensatz
16 Rollgangsantrieb
17 Fundamentgraben
18 Greifkanterwagen
19, 20 Steuerbühne
21 Walzgerüst
22 Pfeilrichtung
23 Achse der Plattform
24, 25, 26 Antriebseinheit
27 Steuerbühne
28 Bedienungsseite
29 Kranschienen
30, 31 Gerüstständer
32, 33 Gerüstständer
34, 35 Walzarmaturen
36, 37 Walzlinien
38, 38′ Zwischenposition
39, 39′ Halteposition
40 Wechselposition
41, 42 Räder/Schienenanordnung
43, 44 Räder/Schienenanordnung
45 Plattform
46 Bauplatz
47 Einbaustück
48 Einbaustück
49 Anstellvorrichtung
50 Querhaupt
51 Kolben-Zylinder-Einheit
52 Flurebene
53 Walzposition
2 Walzgerüst
3 linke äußere Antriebsseite
4 Antriebsmotor
5 Kammwalzengetriebe
6 mechanische Kupplung
7 Wellen (des Kammwalzengetriebes)
8 Gelenkwellen
9, 10 obere bzw. untere Walze
11 Zwischenwelle
12 Lagerbock
13 Durchtrieb
14, 15 Walzensatz
16 Rollgangsantrieb
17 Fundamentgraben
18 Greifkanterwagen
19, 20 Steuerbühne
21 Walzgerüst
22 Pfeilrichtung
23 Achse der Plattform
24, 25, 26 Antriebseinheit
27 Steuerbühne
28 Bedienungsseite
29 Kranschienen
30, 31 Gerüstständer
32, 33 Gerüstständer
34, 35 Walzarmaturen
36, 37 Walzlinien
38, 38′ Zwischenposition
39, 39′ Halteposition
40 Wechselposition
41, 42 Räder/Schienenanordnung
43, 44 Räder/Schienenanordnung
45 Plattform
46 Bauplatz
47 Einbaustück
48 Einbaustück
49 Anstellvorrichtung
50 Querhaupt
51 Kolben-Zylinder-Einheit
52 Flurebene
53 Walzposition
Claims (9)
1. Offene Walzstraße mit mindestens zwei in einer Antriebs
linie mit geringem Abstand nebeneinander angeordneten
Walzgerüsten, wobei die Antriebseinrichtungen entweder
auf einer äußeren Seite der Walzstraße mit einem Durch
trieb für das zweite Walzgerüst oder auf beiden äußeren
Seiten der Walzstraße angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß
- - jedes Walzgerüst (1, 2) entlang der Gerüstständer (32, 33) von dem Walzensatz (14, 15) und den Walzarmaturen (34, 35) trennbar ist,
- - der eine Gerüstständer (33) mit dem Walzensatz (14, 15) und den Walzarmaturen (34, 35) eines jeden Walzgerüstes (1) aus der Walzlinie (37) zur Antriebsseite (3) bzw. zur Bedienungsseite (28) in eine Zwischenposition (38) verfahrbar ist, während der andere Gerüstständer (32) in der Walzposition (53) arretierbar bleibt,
- - der eine Gerüstständer (33) aus der Zwischenposition (38) in eine Halteposition (39) verfahrbar ist,
- - der Walzensatz (14, 15) und die Walzarmaturen (34, 35) als ein Ausbausatz in eine Wechselposition (40) ver fahrbar sind, in der die Walzen (14, 15) und/oder die Walzarmaturen (34, 35) auswechselbar sind,
- - ein Einbausatz, dessen Walzensatz (14′, 15′) und Walz armaturen zueinander ausgerichtet sind, vom Bauplatz (46) in die Zwischenposition (38) und dort in das Walz gerüst einfahrbar ist.
2. Walzstraße nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet
daß der eine Gerüstständer (33) und der aus Walzensatz
(14, 15) und Walzarmaturen (34, 35) bestehende Ausbausatz
jeweils auf einer Räder-Schienenanordnung (Rad 41, Schienenstrang 42; Rad 43,
Schienenstrang 44), vorzugsweise mit eigenem Selbstfahrantrieb verfahr
bar sind.
3. Walzstraße nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet
daß der aus Walzensatz (14, 15) und Walzarmaturen (34,
35) bestehende Ausbausatz in der Zwischenposition (38)
von einer um eine vertikale Achse (23) drehbaren, gegebe
nenfalls zusätzlich hebbaren Plattform (45) aus der quer
zur Walzlinie (37) verlaufenden Bewegungsrichtung in eine
im wesentlichen parallel zur Walzlinie (37) verlaufenden
Bewegungsrichtung verschwenkbar ist.
4. Walzstraße nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Plattform (45) und der Wechselposi
tion (40) ein Schienenstrang (42) für den aus Walzensatz
(14, 15) und Walzarmaturen (34, 35) bestehenden fahrbaren
Ausbausatz gegebenenfalls auf einer Fahrbühne angeordnet
ist.
5. Walzstraße nach einem der
Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der eine Gerüstständer (33) gegebenenfalls auf einer
Zwischensohlplatte sowohl in die Zwischenposition (38)
als auch in die Halteposition (39) auf einem geradlinig
und eben verlaufenden Schienenstrang (44) verfahrbar
ist.
6. Walzstraße nach einem der
Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der aus Walzensatz (14, 15) und Walzarmaturen (34,
35) bestehende Ausbausatz auf einem im Walzgerüst (1)
angeordneten gegebenenfalls heb- und senkbaren Schienen
strang verfahrbar ist.
7. Walzstraße nach einem der vorher
gehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Verfahrantrieb für den Gerüstständer (33) oder
für den aus Walzensatz (14, 15) und Walzarmaturen (34,
35) bestehenden Ausbausatz aus einem Hydraulikzylinder,
aus einem Zahnstangenantrieb oder aus einem selbstfahren
den Schleppwagen besteht.
8. Walzstraße nach einem der vorher
gehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Verbinden und zum Trennen der Gerüstständer (32,
33) mit oder von dem aus Walzensatz (14, 15) und Walzar
maturen (34, 35) bestehenden Ausbausatz an sich bekannte,
vorzugsweise hydraulisch betätigbare Bolzen oder Keile
angeordnet sind.
9. Walzstraße nach einem der vorher
gehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die das Walzgerüst (1) antreibende(n) Gelenkwelle(n)
(8) wenigstens um den von dem Gerüstständer (30) zwi
schen Walzposition (53) und Halteposition (39) durchfahr
baren Abstand A verkürzbar ist (sind), bspw. durch Zusam
menschieben von Keilnutwelle und Keilnuthülse.
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|---|---|---|---|
| DE19893902889 DE3902889C2 (de) | 1989-02-01 | 1989-02-01 | Offene Walzstraße mit nebeneinander angeordneten Walzgerüsten |
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| DE19893902889 DE3902889C2 (de) | 1989-02-01 | 1989-02-01 | Offene Walzstraße mit nebeneinander angeordneten Walzgerüsten |
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1989
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