DE3900763C2 - Kraftstoffeinspritzdüse, insbesondere Pumpedüse, für eine Brennkraftmaschine - Google Patents
Kraftstoffeinspritzdüse, insbesondere Pumpedüse, für eine BrennkraftmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kraftstoffeinspritzdüse, insbesondere
Pumpedüse, für eine Brennkraftmaschine, der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 beschriebenen
Gattung.
Eine solche Kraftstoffeinspritzdüse ist beispielsweise in
der EP 277 939 A2 beschrieben und ermöglicht die Unterteilung
des Einspritzvorganges in eine Vor- und eine Haupteinspritzung.
Das sehr diffizile Problem der Gewährleistung eines
günstigen Einspritzverlaufes bei verschiedenen Betriebsbedingungen
ist hier durch eine Dämpfung der Bewegung des Ausweichkolbens
im Prinzip gelöst, doch bestehen noch einige Mängel.
Bei einer Pumpedüse nach dem Stand der Technik werden
relativ häufig Störungen des Einspritzverlaufes beobachtet.
Manchmal öffnet der Ausweichkolben zu spät, manchmal beginnt
die Voreinspritzung zu spät und liefert eine zu geringe Menge,
manchmal bleibt sie ganz aus. Es wird angenommen, daß diese
Störungen durch statistische Schwankungen des Verlaufes des
Förderdruckes der Pumpe und des dynamischen Öffnungsdruckes
der Ventilnadel entstehen, z.B. wenn die Ventilnadel bei Erreichen
des dynamischen Öffnungsdruckes des Ausweichkolbens
noch nicht geöffnet hat. Eine Erhöhung dieses Öffnungsdruckes
würde Abhilfe schaffen, ist aber nicht möglich, weil die Voreinspritzung
dann zu lange dauern würde. Dem wäre nur durch
eine schwächere Dämpfung des Ausweichkolbens zu begegnen, dadurch
aber würde die Voreinspritzmenge bei niederer Drehzahl
wieder zu gering und bei hoher Drehzahl zu groß sein. Das
letztere ist aus verbrennungsdynamischen Gründen unerwünscht
und tritt auch schon ohne Erhöhung des dynamischen Öffnungsdruckes
des Ausweichkolbens auf. Bei hoher Drehzahl und Vollast
geht dort die Voreinspritzung ohne Einspritzpause in die
Haupteinspritzung über.
Da beim Abheben der Düsennadel das Volumen des Druckraumes
plötzlich zunimmt, sinkt bei niedriger Drehzahl zunächst
der Einspritzdruck ab, so daß bei dem aus den weiter
oben erwähnten Gründen niedrigen dynamischen Öffnungsdruck des
Ausweichkolbens die Voreinspritzmenge zu gering ist.
Bei der Kraftstoffeinspritzdüse nach EP 277 939 A2
nimmt die Voreinspritzmenge mit der Drehzahl zu, dementsprechend
nimmt die Einspritzpause ab. Ab einer bestimmten Drehzahl
geht die Voreinspritzung ohne Unterbrechung in die
Haupteinspritzung über. Zudem sind in Verlauf und Menge der
Voreinspritzung bei gegebener Drehzahl fallweise größere
Unterschiede zu beobachten. Zur Optimierung des Verbrennungsverlaufes
ist es jedoch wünschenswert, daß die Voreinspritzmengen
bei allen Drehzahlen und Lastzuständen näherungsweise
gleich sind. Die zu großen Unterschiede zwischen den Voreinspritzmengen
entstehen wegen unterschiedlicher Hübe der Düsennadel
während der Voreinspritzung und infolge der Charakteristik
herkömmlicher Düsen, bei denen die pro Zeiteinheit ausfließende
Kraftstoffmenge von Beginn des Öffnungshubs an stark
zunimmt. Die Zunahme des Hubs mit steigender Drehzahl entsteht
wegen der zunehmenden hydraulischen Kraft in Öffnungsrichtung
und infolge des Fehlens gegengerichteter, entsprechend zunehmender
Kräfte. Die unterschiedlichen Hübe bei gleicher
Drehzahl entstehen erfahrungsgemäß bereits bei relativ geringen
Unterschieden zwischen der von Exemplar zu Exemplar oder
von Arbeitsspiel zu Arbeitsspiel des an der Nadel angreifenden
resultierenden Öffnungskraftverlaufs. Die Unterschiede von
Düse zu Düse werden unter anderem durch Ausnutzung
herkömmlicher Fertigungstoleranzen verursacht. Die Unterschiede
von Arbeitsspiel zu Arbeitsspiel entstehen meist infolge
nicht näher feststellbarer stochastisch auftretender
Einflußfaktoren. Die Bewegungsvorgänge von Ausweichkolben und
Düsennadel sind im wesentlichen druck- und zeitabhängige
Größen, während die Förderung von Kraftstoff in den Hochdruckraum
der Einspritzdüse bzw. Pumpedüse praktisch nur vom Hub
des Pumpenkolbens und damit vom Kurbelwinkel abhängt. Um die
erwünschte Konstanz der Voreinspritzmenge und der Einspritzpause
in Grad Kurbelwinkel einzuhalten, ist daher der optimale
Zeitverlauf der Voreinspritzung auf die konstante Dauer der
Voreinspritzung in Grad Kurbelwinkel, bei allen Drehzahlen,
auszurichten.
Zur Optimierung des Verbrennungsverlaufes ist es wün
schenswert, daß die Voreinspritzmenge bei allen Drehzahlen
und Lastzuständen näherungsweise gleich und die Dauer der
Voreinspritzung und die Einspritzpause in °KW bei allen Dreh
zahlen näherungsweise gleich sind.
Diese Idealverhältnisse sind als Verbrennungsverfahren in
der DE-OS 37 35 169 beschrieben, jedoch ohne jeglichen Hinweis
auf dessen Realisierung.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Einspritzdüse zu schaffen, bei der unabhängig von Betriebszuständen
oder Streuungen eine konstante Voreinspritzmenge
erreichbar ist, die Zeitdauer der Voreinspritzung verkürzt
wird, und die Dauer der Einspritzpause ungefähr gleichgehalten
wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das
zylindrische Führungsteil des Ausweichkolbens in Hinblick auf
ein geringes Gewicht ein Verhältnis Höhe zu Durchmesser von
0,1 bis 0,4 aufweist, und daß der freibleibende Querschnitt
beim Durchsetzen der Zwischenplatte durch den Druckzapfen an
der Düsennadel als Drosselquerschnitt ausgebildet ist, der mit
einem innerhalb der Zwischenplatte ausgebildeten, von dieser,
der Anschlagschulter der Düsennadel und deren Druckzapfen begrenzten
Kraftstoffraum in Verbindung steht.
Durch die geringe Bauhöhe des Ausweichkolbens wird dessen
träge Masse und damit dessen Öffnungsdauer herabgesetzt.
Dadurch kann der dynamische Öffnungsdruck des Ausweichkolbens
höher gewählt werden, wodurch die Voreinspritzmenge zwischen
Öffnen der Ventilnadel und Öffnen des Ausweichkolbens weniger
streuungsempfindlich und größer wird, ohne daß die gesamte
Voreinspritzung dadurch länger dauert. Durch die Drosselöffnung
zwischen Zwischenplatte und Druckzapfen wird die Hubbewegung
der Düsennadel verzögert und verringert. Mit dem kleineren
Hub wird einerseits die Dauer des Schließens der
Düsennadel kürzer und andererseits wird weniger Kraftstoff
durch die Verdrängungswirkung der schließenden Nadel in den
Hochdruckraum zurückbefördert, was nach dem Erreichen des
Schließdrucks zu einem stärkeren Druckabfall in der Phase 3
der Voreinspritzung (zwischen Öffnen des Ausweichkolbens und
Schließen der Ventilnadel) führt (siehe auch Fig. 6). Die damit erzielte Reduktion
der Einspritzmenge während der Phase 3 des Einspritzverlaufs
wirkt in erwünschter Weise bei höheren Drehzahlen stärker als
bei niederen Drehzahlen. Dies erlaubt wiederum eine Erhöhung
der statisch eingestellten Öffnungsdrücke, von Einspritzdüse
und Ausweichkolben (üblicherweise 120-160 bar; Ausweichkolben
jeweils geringfügig höher), welche eine Vergrößerung
der in der Phase 2 des Einspritzverlaufs (zwischen Öffnen der
Ventilnadel und Öffnen des Ausweichskolbens) eingespritzten
Menge bewirkt. Diese Maßnahme wirkt ebenfalls in erwünschter
Weise bei niederen Drehzahlen stärker als bei höheren und zwar
deshalb, weil die dynamischen Druckverläufe beim Öffnen
infolge von Massen- und Dämpfungskräften über der Drehzahl
erheblich ansteigen (bis 30%). Die Auswirkung der Erhöhung
der statisch eingestellten Öffnungsdrücke hingegen bleibt über
der Drehzahl etwa konstant. Es ergibt sich somit mit dem
zunehmenden dynamischen Druckverlauf beim Öffnen eine immer
geringere Steigerung der Einspritzmenge pro Zeiteinheit. Damit
kann die auf den Ausweichkolben wirkende Dämpfung verringert
werden, wodurch die Dauer der Voreinspritzung vor allem bei
höherer Drehzahl vermindert wird, was zu einer im ganzen
Drehzahlbereich der Voreinspritzung etwa gleich langen Einspritzpause
in Grad Kurbelwinkel führt.
Die niedrige Bauweise des Ausweichkolbens schließlich
verringert nicht nur dessen Masse, sondern auch die Bauhöhe
der ganzen Düse bzw. Pumpedüse, was wegen der Einbauverhältnisse immer
willkommen ist.
Aus der GB-PS 1 110 102 ist zwar eine mit einem Zapfen versehene
Düsennadel bekanntgeworden, welche in eine Bohrung in
einer mit der Pumpenkolbenbüchse verbundenen Platte eintaucht,
wobei zwischen dem mit der Düsennadel verbundenen Zapfen und
dieser Bohrung, durch welche der Zapfen hindurchtritt, ein begrenzter
Zwischenraum verbleibt, welchem eine Drosselwirkung zugesprochen
werden muß. Zwischen dieser mit der Pumpenkolbenbüchse
verbundenen Platte und einer gegen den Zapfen abgestützten
Platte besteht ein mit Kraftstoff gefüllter Raum, aus welchem
beim Öffnen der Düsennadel Kraftstoff über den Drosselspalt
in den Federraum gedrückt wird. Es sind daher zusätzliche Teile
erforderlich, und es kann nur die Öffnungsbewegung der Düsennadel
gedämpft werden.
Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung lassen sich den
Unteransprüchen entnehmen.
So kann die Anordnung auch so getroffen sein (Anspruch 2),
daß an Stelle der aus dem die Bohrung in der Drosselplatte
durchsetzenden Zapfen bestehenden Dämpfungsanordnung für den
Ausweichkolben oder zusätzlich zu dieser Dämpfungsanordnung der
Ausweichkolben auf seiner der Düsennadel abgewandten Seite ein
Dämpfungsglied in Form eines in einer Bohrung in der Ausweichkolbenbüchse
geführten Führungsfortsatzes aufweist, der umfangsseitig
mit drosselnden Längsnuten versehen ist. Durch diesen
Führungsfortsatz wird die Führung des Ausweichkolbens verbessert
und gleichzeitig ohne zusätzlichen Aufwand eine Dämpfung der
Ausweichkolbenbewegung erzielt, weil die Nuten ja Drosseldurchgänge
bilden. Außerdem nimmt die Drosselwirkung mit dem Hub des
Ausweichkolbens ab, was für den Einspritzverlauf günstig ist.
Ferner ist zweckmäßigerweise (Anspruch 3) der Durchmesser
des Führungsfortsatzes kleiner als der Durchmesser der diesem
zugewandten kleineren Kante des konischen Sitzes am Ausweichkolben.
Hierdurch ergibt sich eine fertigungstechnisch einfache
Konstruktion.
Außerdem ist es vorteilhaft (Anspruch 4), die Ausbildung so
zu treffen, daß der Drosselquerschnitt zwischen dem Zapfen am
Ausweichkolben und der Bohrung in der Drosselplatte mit dem Hub
des Ausweichkolbens variiert, und gemäß Anspruch 5 durch eine
Ausnehmung mit im axialen Verlauf variabler Tiefe derart gebildet
ist, daß sich ein engster Drosselquerschnitt zu Beginn des
Ausweichkolbenhubes aus der Ruhelage des Kolbens heraus einstellt.
Wenn die Drosselung nur am Beginn des Ausweichkolbenhubes
stark ist und dann schwach, erzielt man in der zweiten
Phase der Voreinspritzung einen fülligeren Einspritzverlauf ohne
Verlängerung der Voreinspritzdauer.
Schließlich ist es noch möglich (Anspruch 6), daß der
Drosselquerschnitt zwischen dem Druckzapfen an der Düsennadel
und der Bohrung in der Zwischenplatte mit dem Hub der Düsennadel
variiert, wobei (Anspruch 7) die vom Druckzapfen durchsetzte
Bohrung derart gestuft sein kann, daß sich schließfederseitig
eine Drossellippe geringer axialer Erstreckung ergibt, die mit
einer einseitigen oder drehsymmetrisch ausgebildeten Ausnehmung
im Druckzapfen zur Bildung des Drosselquerschnittes zusammenwirkt.
Man kann hierbei den Querschnittsverlauf des Druckzapfens
so wählen, daß die stärkste Dämpfung nur ganz am Anfang des
Nadelhubes auftritt. Dabei wird die Hubbewegung der Düsennadel
nur in der ersten Phase der Voreinspritzung verzögert, bei der
Haupteinspritzung jedoch fast nicht mehr, was sich auf den Verlauf
der letzteren günstig auswirkt. Durch entsprechende Gestaltung
der Drossellippe oder des Druckzapfens kann die Drosselwirkung
sogar richtungsabhängig gemacht werden. Das bedeutet, daß
die Düsennadel nach der Voreinspritzung schnell schließt, was zu
einer langen Einspritzpause führt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Zeichnung näher beschrieben. Hierbei zeigt
Fig. 1 Längsschnitt durch den Mittelteil einer erfindungsgemäßen
Pumpedüse,
Fig. 2 Detail A der Fig. 1 vergrößert und um 90° verdreht,
Fig. 3 Draufsicht zu Fig. 2,
Fig. 4 Detail B in Fig. 1 vergrößert,
Fig. 5 Variante des Details B,
Fig. 6 Druck- und Mengenschaubilder bei niederer, mittlerer und bei
hoher Drehzahl.
Bei der einen Teil einer Pumpedüse zeigenden Anordnung nach
Fig. 1 stellt 1 eine Pumpenkolbenbüchse für einen Pumpenkolben
13, 2 einen Düsenkörper (teilweise aufgerissen) mit einer Düsennadel
3, und 4 eine Schließfeder für die Düsennadel dar, welche
in einem Federgehäuse 5 angeordnet ist, welches eine Ablauföffnung
5′ aufweist. 6 ist ein Ausweichkolben und 29 eine
Ausweichkolbenbüchse.
Der Ausweichkolben 6 besteht, wie dies in Fig. 2 größer
dargestellt ist, aus einem zylindrischen Führungsteil 7, einem
konischen Sitz 6′ und in einer bevorzugter Ausführungsform, aus
einem Führungsfortsatz 10 mit Längsnuten 11 und einer Stirnfläche
12, die dem Druckraum 14 zugewandt ist, der außerdem vom
gegenüberliegenden Pumpenkolben 13 begrenzt wird. Beim Öffnen
des Ausweichkolbens 6 wird durch diesen ein Speicherraum 34
freigegeben. Der Ausweichkolben 6 baut durch die geringe Höhe
des zylindrischen Führungsteiles 7 sehr leicht, was durch Auswahl
eines leichten Werkstoffes noch weiter getrieben werden
kann. Seine Massenträgheit ist daher gering. Der Führungsfortsatz
10 kann als hydraulisches Dämpfungsglied und als zusätzliche
Führung vorgesehen sein. Als ersteres wirkt er dadurch,
daß der Treibstoff bei steigendem Druck im Druckraum 14 durch
die Nuten 11 hindurch auf die Kante 9 am Ausweichkolben 6 wirkt.
Sobald sich der Ausweichkolben 6 abwärts in Bewegung setzt, muß
Kraftstoff durch die Nuten 11, die dann als Drosseln wirken,
strömen. Da die Drosselwirkung von der wirksamen Länge der Nuten
11 abhängt, nimmt diese mit absinkendem Ausweichkolben 6 ab, wie
dies in Fig. 2 strichpunktiert dargestellt ist.
In vielen Anwendungsfällen reicht die Dämpfung durch den
Führungsfortsatz 10 des Ausweichkolbens 6 aus. Wenn nicht, kann
die im nächsten Absatz beschriebene Dämpfung mit einer Drosselplatte
19 an ihre Stelle treten oder zusätzlich verwendet
werden.
Die schließfederseitige Bodenfläche 15 des Ausweichkolbens
6 wirkt in eine Dämpfungskammer 16, die von der Ausweichkolbenbüchse
29 und der Drosselplatte 19 begrenzt. Die Drosselplatte
19 weist eine Bohrung 19′ auf, die von einem Zapfen 17 mit einer
Anfasung 18, der Teil des Ausweichkolbens 6 ist, durchdrungen
wird. Die Anfasung 18 und die Bohrung der Drosselplatte 19 begrenzen
einen Drosselquerschnitt 19′′, der die Abwärtsbewegung
des Ausweichkolbens 6 dämpft. Auf die besondere Gestaltung der
Anfasung 17 wird später eingegangen.
In dem Federgehäuse 5 in Fig. 1 stellt die Schließfeder 4
der Düsennadel 3 eine Kraftverbindung zwischen dem oberen und
unteren Federteller 20, 21 her. Der untere Federteller 21 stützt
sich auf der Düsennadel 3 ab. Von dieser ist nur der obere Teil
dargestellt, der aus einer Anschlagschulter 22 besteht, an die
sich oben ein Druckzapfen 23 anschließt. Dieser Druckzapfen 23
durchdringt eine Bohrung 24′ in einer Zwischenplatte 24, die
unten eine raumfeste Gegenschulter 26 und oben eine Drossellippe
25 aufweist. Die raumfeste Gegenschulter 26 wirkt mit der Anschlagschulter
22 an der Düsennadel 3 und die Drossellippe 25
mit einer Anfasung 27 am Druckzapfen 23 zusammen, hierbei einen
Drosselquerschnitt 24′′ bildend. Bei der Aufwärtsbewegung der
Düsennadel 3 wird der Kraftstoff aus einem Kraftstoffraum 28
oberhalb der Anschlagschulter 22 zwischen Drossellippe 25 und
Anfasung 27 hindurchgepreßt, wodurch die erforderliche Dämpfungswirkung
entsteht. In der angehobenen Stellung ist der
Druckzapfen 23 in Fig. 4 mit strichpunktierten Linien dargestellt
und mit 23′ bezeichnet.
In der Ausführung der Fig. 1 ist die Lage der Anfasung 27
so gewählt, daß die Dämpfungswirkung in der gezeigten Stellung
beim Beginn der Düsennadelbewegung am größten ist und dann nachläßt.
Weiter unten werden in Fig. 4 und 5 zwei Varianten zur
Ausbildung dieser Drosselstelle beschrieben.
In Fig. 2 ist der Ausweichkolben 6 vergrößert dargestellt.
Es ist zu erkennen, daß die Gestaltung des Führungsfortsatzes 10
mit kleinerem Durchmesser als der Durchmesser der dem Führungsfortsatz
10 zugewendeten kleineren Kante 9 des konischen Sitzes
6′ des Ausweichkolbens 6 fertigungstechnisch günstig ist und
Freiheit bei der Wahl des Durchmessers des Führungsfortsatzes 10
gibt.
Von der Bodenfläche 15 ragt der Zapfen 17 mit der Anfasung
18 in die Bohrung 19′′ der Drosselplatte 19. In der in vollen
Linien dargestellten Stellung befindet sich der Ausweichkolben 6
in der angehobenen geschlossenen Stellung. In dieser Stellung
ist die Drosselwirkung bzw. Dämpfungswirkung am größten. In der
strichpunktierten abgesenkten offenen Stellung gelangt die Anfasung
18 in die Stellung 18′ im Bereich der Bohrung 19′′, so daß
die Drosselwirkung bzw. Dämpfungswirkung am geringsten ist. Der
Zapfen 17 gelangt in die Stellung 17′ und das konische Teil bzw.
der konische Sitz 6′ in die Stellung 8′.
Die Fig. 4 zeigt eine Variante der Düsennadelhubdämpfung.
Die Drossellippe 25′ ist mit zylindrischem Innenrand ausgebildet,
die Anfasung 27 am Druckzapfen 23 aber unsymmetrisch zu
einer Querachse der Düsennadel. Der Übergang 30 bildet eine
scharfe Kante, der Übergang 31 am Druckzapfen 23 hingegen ist
verlaufend. Dadurch ist die Drosselwirkung von der Bewegungsrichtung
der Düsennadel abhängig. Beim Schließen der Düsennadel
ist die Dämpfung nicht erwünscht, wegen Kavitationsgefahr für
den Kraftstoffraum 28 kann sie sogar schädlich sein.
In der Variante der Fig. 5 wird derselbe Effekt auf umgekehrtem
Weg erhalten. Die Anfasung 27 des Druckzapfens 23
ist symmetrisch, zu einer Querachse, jedoch ist die Dichtlippe
25′′ auf einer Seite durch die Ebene 33 und auf der anderen
durch die Kegelfläche 32 begrenzt.
In den Fig. 4 und 5 ist der Druckzapfen 23 in vollen
Linien bei geschlossener Stellung der Düsennadel 3 gezeichnet.
In strichpunktierten Linien ist der Druckzapfen in der Stellung
23′ bei ganz geöffneter Düsennadel dargestellt. Die Anschlagschulter
22 liegt an der Gegenschulter 26′ der
Zwischenplatte 24 an. Bei Schließbeginn strömt Kraftstoff vom
Innenraum des Federgehäuses 5 in den Kraftstoffraum 28. In dieser Richtung
ist die Abnahme des Strömungsquerschnittes über der
Stromfadenlänge bis zum kleinsten Querschnitt erheblich geringer
als in umgekehrter Richtung beim Öffnen der Düsennadel,
d. h. der Querschnittsverlauf kurz vor und hinter dem engsten
Querschnitt ist unsymmetrisch bezogen auf eine Achse in der
Mitte des engsten Querschnittes senkrecht zur Strömungsrichtung.
Dementsprechend ist der Drosselwiderstand beim Schließen
etwas geringer als beim Öffnen, wodurch die Kavitationsgefahr
im Raum 28 vermindert wird.
In Fig. 4 wird dies durch eine unsymmetrische Anfasung 27
im Druckzapfen 23 bezüglich der Achse in ihrer Mitte und senkrecht
zur Strömungsrichtung erreicht. In Fig. 5 ist diese Anfasung
symmetrisch. Der gewünschte unsymmetrische Querschnittsverlauf
wird durch Kegelfläche 32 und Ebene 33 in der
Zwischenplatte 24 erreicht.
Ein weiterer Unterschied zwischen den Fig. 4 und 5
besteht darin, daß in Fig. 4 kurz vor dem Erreichen der
geschlossenen Stellung der Düsennadel der Strömungsquerschnitt
auf die Ringfläche zwischen dem Durchmesser des Druckzapfens
oberhalb der Fläche 30 und der Bohrung 24′ vermindert wird,
was ein erwünschtes weiches Schließen der Düsennadel bei der
Haupteinspritzung begünstigt, wodurch die mechanische Belastung
des Ventilsitzes im Düsenkörper vermindert wird.
Bei der Gestaltung der Drosselstellen, insbesondere
Details A und B, besteht im Rahmen der Erfindung große Freiheit,
durch handwerklich geläufige Maßnahmen das Drosselverhalten
einzustellen und in der gewünschten Weise vom Hub
bzw. von der Bewegungsrichtung abhängig zu machen. Es ist
natürlich auch möglich, den Druckzapfen 23 unter Verzicht auf
die Anfasung 27 drehsymmetrisch zu profilieren.
Im folgenden werden anhand von Diagrammen gemäß Fig. 6
die Einspritzmengenverläufe bei Leerlauf, bei höherer Drehzahl
und Teillast und bei hoher Drehzahl und Vollast einer Pumpedüse
nach dem Stand der Technik (strichliert) und einer erfindungsgemäßen
Pumpedüse (in vollen Linien) gegenübergestellt.
Der Einspritzverlauf ist in mehrere Phasen eingeteilt:
Phase 1: Beginn des Pumphubes bei Erreichen des dynamischen
Öffnungsdruckes der Düsennadel, keine Förderung,
Phase 2: Ende Phase 1 bis Erreichen des dynamischen Öffnungsdruckes des Ausweichkolbens,
Phase 3: Ende Phase 2 bis zum Schließen der Düsennadel,
Phase 4: Einspritzpause, bis der dynamische Öffnungsdruck der Düsennadel wieder erreicht ist,
Phase 5: die darauf folgende Haupteinspritzung.
Phase 2: Ende Phase 1 bis Erreichen des dynamischen Öffnungsdruckes des Ausweichkolbens,
Phase 3: Ende Phase 2 bis zum Schließen der Düsennadel,
Phase 4: Einspritzpause, bis der dynamische Öffnungsdruck der Düsennadel wieder erreicht ist,
Phase 5: die darauf folgende Haupteinspritzung.
Bei niederer Drehzahl besteht der Hauptunterschied
zwischen dem Stand der Technik und dem Erfindungsgegenstand in
der Phase 3. Es ist zu erkennen, daß bei ähnlicher Form des
Druckverlaufs der Mengenabfall früher und steiler erfolgt, was
die Voreinspritzmenge geringfügig reduzieren würde. Der nun
mögliche höhere dynamische Öffnungsdruck des leichteren Ausweichkolbens
erhöht die Menge auf das ursprüngliche Maß und
verringert außerdem die zyklischen Streuungen des Voreinspritzverlaufs.
Bei höherer Drehzahl und bei Teillast besteht der Unterschied
ebenfalls in Phase 3. Wegen des steileren Druckabbaus
ist der Abfall der Einspritzmenge steiler, womit eine erhebliche
Verrringerung der Voreinspritzmenge erzielt wird. Die
Kombination mit der geringeren Masse des Ausweichkolbens und
dessen dadurch möglichen höheren dynamischen Öffnungsdruck
führt, unterstützt durch eine Verringerung der Ausweichkolbendämpfung
(die beim Stand der Technik ja nur erforderlich
war, um eine ausreichende Voreinspritzmenge bei niederer Drehzahl
sicherzustellen) zu einer kurzen Voreinspritzung und
einer darauffolgenden, ausgeprägten Einspritzpause. Dieser
Effekt wird durch über den Hub veränderliche Dämpfung noch
verstärkt.
Bei hoher Drehzahl (4000 min-1) und bei Vollast bleibt
bei der erfindungsgemäßen Ausbildung die Einspritzpause
zwischen Voreinspritzung und Haupteinspritzung voll erhalten.
Bei einer Einspritzpumpe bzw. Pumpedüse nach der EP 277 939 A2 hingegen verlängert
sich die Voreinspritzung bei hohen Drehzahlen sogar
derart, daß sie ohne Einspritzpause direkt in die Haupteinspritzung
übergeht.
Claims (7)
1. Kraftstoffeinspritzdüse, insbesondere Pumpedüse, für
eine Brennkraftmaschine mit einer im Schließsinne von einer
Schließfeder (4) beaufschlagten, entgegen der Kraftstoffströmungsrichtung
öffnenden und mit einem Führungsschaft in einer
entsprechenden Bohrung in einem Düsenkörper (2) geführtenDüsennadel
(3), welche an ihrem der Einspritzseite abgewandten Ende
einen von der Schließfeder (4) beaufschlagten Druckzapfen (23)
und am Übergang desselben zum im Durchmesser größeren Führungsschaft
hin eine Abschlagschulter (22) aufweist, die beim Öffnungshub
der Düsennadel (3) mit einer entsprechenden Gegenschulter
(26, 26′) an einer dem Düsenkörper (2) anliegenden, vom Druckzapfen
(23) innerhalb einer Bohrung (24′) durchsetzten Zwischenplatte
(24) zusammenwirkt, und mit einem an der der Einspritzseite
der Schließfeder (4) abgewandten Seite angeordneten, bei
Druckbeaufschlagung durch den Druck des Einspritzkraftstoffs auf
seinem Weg zur Düsennadel (3) in Schließrichtung derselben mit
einem konischen Sitz (6′) von einer entsprechend konischen Sitzfläche
gegen Federkraft abhebenden und dabei einen Speicherraum
(34) freigebenden Ausweichkolben (6), der mit einem zylindrischen
Führungsteil (7) in einer entsprechenden Führungsbohrung
in einer Ausweichkolbenbüchse (29) geführt ist und zwecks Ausbildung
einer Dämpfungsanordnung einspritzseitig einen Zapfen
(17) aufweist, welcher eine vom zylindrischen Führungsteil (7)
einerseits und einer an der Ausweichkolbenbüchse (29) anliegenden
Drosselplatte (19) andererseits begrenzte Dämpfungskammer
(16) sowie unter Bildung eines Drosselquerschnitts (19′′) eine
Bohrung (19′) in der Drosselplatte (19) selbst durchsetzt, dadurch
gekennzeichnet, daß das zylindrische Führungsteil (7) des
Ausweichkolbens (6) im Hinblick auf ein geringes Gewicht ein
Verhältnis Höhe zu Durchmesser von 0,1 bis 0,4 aufweist, und daß
der freibleibende Querschnitt beim Durchsetzen der Zwischenplatte
(24) durch den Druckzapfen (23) an der Düsennadel (3) als
Drosselquerschnitt (24′′) ausgebildet ist, der mit einem innerhalb
der Zwischenplatte (24) ausgebildeten, von dieser, der Anschlagschulter
(22) der Düsennadel (13) und deren Druckzapfen
(23) begrenzten Kraftstoffraum (28) in Verbindung steht.
2. Kraftstoffeinspritzdüse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß an Stelle der aus dem die Bohrung (19′) in der
Drosselplatte (19) durchsetzenden Zapfen (17) bestehenden Dämpfungsanordnung
oder zusätzlich zu dieser Dämpfungsanordnung der
Ausweichkolben (6) auf seiner der Düsennadel (3) abgewandten
Seite ein Dämpfungsglied in Form eines in einer Bohrung in der
Ausweichkolbenbüchse (29) geführten Führungsfortsatzes (10) aufweist,
der umfangsseitig mit drosselnden Längsnuten (11) versehen
ist.
3. Kraftstoffeinspritzdüse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser des Führungsfortsatzes (10)
kleiner ist als der Durchmesser der diesem zugewandten kleineren
Kante (9) des konischen Sitzes (6′) am Ausweichkolben (6)
4. Kraftstoffeinspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß der Drosselquerschnitt (19′′) zwischen
dem Zapfen (17) am Ausweichkolben (6) und der Bohrung
(19′) in der Drosselplatte (19) mit dem Hub des Ausweichkolbens
(6) varriert.
5. Kraftstoffeinspritzdüse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der variable Drosselquerschnitt (19′′) durch eine
Ausnehmung mit im axialen Verlauf variabler Tiefe derart gebildet
ist, daß sich ein engster Drosselquerschnitt zu Beginn des
Ausweichkolbenhubes aus der Ruhelage des Kolbens (6) heraus einstellt.
6. Kraftstoffeinspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß der Drosselquerschnitt (24′′) zwischen
dem Druckzapfen (23) an der Düsennadel (3) und der Bohrung
(24′) in der Zwischenplatte (24) mit dem Hub der Düsennadel (3)
variiert.
7. Kraftstoffeinspritzdüse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckzapfen durchsetzte Bohrung (24′)
derart gestuft ist, daß sich schließfederseitig eine Drossellippe
(25, 25′, 25′′) geringer axialer Erstreckung ergibt, die
mit einer einseitigen oder drehsymmetrisch ausgebildeten Ausnehmung
(27) im Druckzapfen (23) zur Bildung des Drosselquerschnitts
(24′′) zusammenwirkt.
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