DE399946C - Verfahren zum Aufschweissen von Plaettchen aus hochwertigem Stahl (Werkzeugstahl, Schnelldrehstahl usw.) auf minderwertigeren Stahl oder Eisen - Google Patents
Verfahren zum Aufschweissen von Plaettchen aus hochwertigem Stahl (Werkzeugstahl, Schnelldrehstahl usw.) auf minderwertigeren Stahl oder EisenInfo
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Description
Es ist schon vielfach versucht worden, hochwertigen Stahl, wie z. B. Werkzeugstahl,
Schnelldrehstahl usw., auf minderwertigeren Stahl oder Eisen auf elektrischem Wege aufzuschweißen,
ohne daß es bisher jedoch gelungen ist, wirklich einwandfreie Schweißungen für alle Abmessungen der zu verschweißenden
Gegenstände zu erhalten. Die Schwierigkeiten liegen vornehmlich darin, daß es ίο nicht gelingt, die beiden verschiedenen Materialien
an ihren zu verschweißenden Flächen gleichmäßig auf Schweißhitze zu erwärmen. Um diesem Übelstande abzuhelfen, hat man
vorgeschlagen, die Einspannbacken verschieden weit von der Schweißstelle an den zu
verschweißenden Gegenständen angreifen zu lassen, oder man hat auch bei besonders dünnen
Schweißgegenständen oder solchen verschiedenen Materials als Kontaktblöcke und Heizwiderstände verschieden starke Kohlestückchen
angeordnet. Alle diese Maßnahmen reichen jedoch nicht aus, um eine einwandfreie Aufschweißung von kleinen Plättchen
aus gutem Werkzeugstahl auf Stäbe oder Stangen aus gewöhnlichem Stahl oder Eisen
zu erzielen, da hier in keiner Weise Rücksicht auf die verschiedenen Massen der zu
verschweißenden Gegenstände genommen ist. Man kann es in der Praxis immer wieder
beobachten, daß das Schnelldrehstahlplättchen auf ein und derselben Widerstandsschweißmaschine
verbrennt, bevor das Gegenmaterial (minderwertiger Stahl oder Eisen) bei derselben Arbeitsweise die erforderliche
Schweißhitze erreicht hat. Der Grund dieser Mißerfolge ist darin zu suchen, daß die zu
verschweißenden Stücke sowohl hinsichtlich ihres elektrischen Widerstandes als auch hinsichtlich
ihrer Wärmeleitfähigkeit voneinander grundverschieden sind und auch ganz verschiedene
Abmessungen aufweisen. Das hochwertige aber kleine Werkzeug- oder Schnelldrehstahlplättchen
besitzt einen größeren elektrischen Widerstand und daher eine schlechtere Wärmeleitfähigkeit als das Gegenmaterial
und wird daher viel schneller erhitzt als der aus minderwertigerem Stahl oder Eisen
bestehende Halter.
Diese übelstände werden erfindungsgemäß dadurch vermieden, daß zur Erreichung einer
gleichmäßigen Erwärmung des Schnelldrehstahlplättchens. und des minderwertigeren Halters
die stromzuführenden Einspannbacken hinsichtlich ihrer Wärmeleitfähigkeit dem elektrischen Widerstände der zu verschweißenden
Gegenstände angepaßt werden. Mit andern Worten, man muß das hochwertige Stahlplättchen in eine Einspannbacke aus
einem Material von geringem elektrischen Widerstand und guter Leitfähigkeit, z. B. Kupfer,
einspannen, während der aus minderwertigerem Stahl oder Eisen bestehende Halter von einer Einspannbacke aus einem Material
von größerem elektrischen Widerstände, z. B. Eisen, gehalten wird. Das Schnelldrehstahlplättchen
wird auf diese Weise nur auf einer dünnen Schicht an der Schweißstelle erwärmt, während die überschüssige Wärme
durch die Kupferbacken abgeleitet wird. Der Halter wird indessen auf einen größeren Teil
und gleichzeitig an der Schweißstelle auf Schweißhitze gebracht. Es ist von besonderem
Werte, nach erfolgter Schweißung die das Werkzeugstahlplättchen umfassende, gutwärmeleitende
Einspannbacke sofort zu entfernen, damit die von der Schweißung aufgespeicherte
Wärme sich ganz allmählich verteilt, wodurch Rißbildungen in dem Stahlplättchen verhindert werden.
Das Werkzeugstahlplättchen kann vor der Schweißung oder auch nachher gehärtet werden.
Im ersteren Falle erübrigt sich nach der Schweißung die nochmalige Erwärmung des
Stahlplättchens auf die erforderliche Härtetemperatur, im zweiten Falle kann die aufgespeicherte
Schweißhitze für die Härtung ausgenutzt werden. Aus diesem Grunde wird die die Wärme gutleitende Einspannbacke
von dem Werkzeugstahlplättchen nach erfolgter Schweißung zweckmäßig sofort ent- go
fernt, um die aufgespeicherte Schweißhitze nicht sofort abzuleiten, sondern für die erforderliche
Härtetemperatur auszunützen. Man kann also auf derselben Schweißmaschine sowohl die Schweißung in der angegebenen
Weise vornehmen, als auch die für die Här-
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Adolf Sabiel in Nieder-Neuendorf.
S99946
tung erforderliche Temperatur dem Stahlplättchen aufdrücken.
An Hand der Zeichnung soll nun das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren
erläutert werden.
Das gleichmäßige Erwärmen des aus minderwertigerem Stahl oder Eisen bestehenden
Halters α und des Schnelldrehstahlplättchens b auf Schweißhitze wird dadurch erreicht,
daß der Halter« von einer vom Transformator T gespeisten Einspannbacke c
aus einem die Wärme schlechtleitenden Material, ζ. Β. Schmiedeeisen, umschlossen wird,
während das Werkzeugstahlplättchen b von einer Spannbacke d umfaßt ist, welche aus
einem die Wärme besser leitenden Material, wie z. B. aus Kupfer, besteht.
Es ist dabei zu beachten, daß das gutwärmeleitende Material d mit möglichst großer
Auflagefläche und kurzem Abstand von der Schweißstelle den Schnelldrehstahl b umfaßt,
wodurch eine gute Wärmeableitung bewerkstelligt wird, während die Erhitzung nur auf
einer dünnen Schicht an der Schweißstellee erfolgt, wohingegen die Einspannbacke c auf
dem schlechter wärmeleitenden Material mit geringerer Auflagefläche und größerem Abstand
von der Schweißstelle mit dem Gegenmaterial α in Verbindung steht, damit die Ergo
hitzung am Gegenmaterial α auf eine größere Zone / sich ausbreitet. Um» die durch die
gute Wärmeleitung der Kupferelektrode d nach der Schweißung erfolgende plötzliche
Abkühlung und dadurch entstehende Materialspannungen und Rißbildungen an den aufgeschweißten
Schnelldrehstahlplättchen b zu verhindern, wird zweckmäßig die kühlende Kupferelektrode d sofort nach erfolgter
Schweißung entfernt, damit sich die Wärme von dem an Masse größerem Gegenmaterial a
auf das kleinere Stsahlplättchen allmählich überträgt bzw. ausgleichen kann.
Man kann auch vorteilhaft das Stahlplättchen vor dem Aufschweißen härten, da durch
den Schweißvorgang selbst das Material sich nur in dünner Schicht an der Schweißstellee
erhitzt und der übrige Teil des Stahlplättchens, besonders die äußersten Schneidkanten, sich
nicht enthärten.
g0 Man kann auch nach erfolgter Schweißung
auf der gleichen Schweißmaschine bei Entfernung der die Wärme gutleitenden Elektrode
von dem Werkzeugstahlplättchen und durch Dazwischenschiebung und Einspannung eines Elektrodenmaterials von schlechterer
Wärmeleitung das ganze Werkzeugstahlplättchen auf die gewünschte hohe Härtetemperatur
bringen, so daß die bei der Schweißung aufgespeicherte Wärme für die Härtung ausgewertet
wird.
Claims (5)
1. Verfahren zum Aufschweißen von Plättchen aus hochwertigem Stahl (Werkzeugstahl,
Schnelldrehstahl usw.) auf minderwertigeren Stahl oder Eisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Schweißung unter
Anpassung der stromzuführenden Einspannbacken an den elektrischen Widerstand
der zu verschweißenden Gegenstände in der Weise ausgeführt wird, daß das Plättchen aus hochwertigem Stahl von
einer Einspannbacke aus einem Material geringen elektrischen Widerstandes und guter Wärmeleitfähigkeit, nämlich Kupfer,
und der minderwertigere Stahl oder das Eisen von einer Einspannbacke aus einem Material mit schlechterer Wärmeleitfähigkeit
und größerem elektrischen Widerstände, nämlich Eisen, gehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Einspannbacke
das Plättchen aus hochwertigem Stahl so weit umfaßt, daß die Erwärmung auf Schweißhitze nur auf einer dünnen Schicht
an der Schweißstelle erfolgt und daß nach durchgeführter Schweißung die die Wärme
gutleitende Einspannbacke sofort entfernt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das aufzuschweißende,
hochwertige Stahlplättchen vor dem Schweißen gehärtet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach erfolgter
Schweißung und Entfernung der die .Wärme gutleitenden Stromzuführungsbacke
das Werkzeugstahlplättchen auf derselben Schweißmaschine auf die erforderliehe
Härtetemperatur durch das Ausbreiten der bei der Schweißung aufgespeicherten Wärme gebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach erfolgter Entfernung
der die Wärme gutleitenden Stromzuführungsbacke zwischen den Werkzeugstahlplättchen
und der Einspannbacke eine Hilfselektrode von schlechter Wärmeleitfähigkeit zwischengeschaltet wird, um das
Stahlplättchen möglichst schnell auf die erforderliche Härtetemperatur zu bringen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA38051D DE399946C (de) | Verfahren zum Aufschweissen von Plaettchen aus hochwertigem Stahl (Werkzeugstahl, Schnelldrehstahl usw.) auf minderwertigeren Stahl oder Eisen |
Applications Claiming Priority (1)
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| DEA38051D DE399946C (de) | Verfahren zum Aufschweissen von Plaettchen aus hochwertigem Stahl (Werkzeugstahl, Schnelldrehstahl usw.) auf minderwertigeren Stahl oder Eisen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE399946C true DE399946C (de) | 1924-08-08 |
Family
ID=6930576
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA38051D Expired DE399946C (de) | Verfahren zum Aufschweissen von Plaettchen aus hochwertigem Stahl (Werkzeugstahl, Schnelldrehstahl usw.) auf minderwertigeren Stahl oder Eisen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE399946C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE942889C (de) * | 1940-07-04 | 1956-05-09 | Hoechst Ag | Fettungsmittel fuer Materialien faseriger Struktur |
| DE958230C (de) * | 1952-02-01 | 1957-02-14 | Deutsche Edelstahlwerke Ag | Widerstands-Schweiss-Verfahren zum Befestigen von schneidhaltigen und/oder verschleissfesten Legierungen auf metallischen Werkstoffen |
| DE3445631A1 (de) * | 1984-12-14 | 1986-06-19 | HAWERA Präzisionswerkzeuge GmbH, 7980 Ravensburg | Verfahren zur herstellung von bohrwerkzeugen |
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Cited By (3)
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|---|---|---|---|---|
| DE942889C (de) * | 1940-07-04 | 1956-05-09 | Hoechst Ag | Fettungsmittel fuer Materialien faseriger Struktur |
| DE958230C (de) * | 1952-02-01 | 1957-02-14 | Deutsche Edelstahlwerke Ag | Widerstands-Schweiss-Verfahren zum Befestigen von schneidhaltigen und/oder verschleissfesten Legierungen auf metallischen Werkstoffen |
| DE3445631A1 (de) * | 1984-12-14 | 1986-06-19 | HAWERA Präzisionswerkzeuge GmbH, 7980 Ravensburg | Verfahren zur herstellung von bohrwerkzeugen |
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