DE397385C - Verfahren zur Entnikotinisierung von Tabak - Google Patents
Verfahren zur Entnikotinisierung von TabakInfo
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Description
- Verfahren zur Entnikotinisierung von Tabak. Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Entnikotinisierung vcn Tabak, bei gleichzeitiger Veredelung und Bleicbung .desselben, auf dem an sich nicht unbekannten Wege :der Oxydation des zu behandelnden Tabaks; eis weicht aber von -den bisher bekannten Verfahren, die den gleichen Zweck verfolgen, in ganz wesentlichen Funkten ab.
- Nach einem dieser bekannten Verfahren wird der zu entnikotinisierende Tabak, nachdem er zum Zwecke der Freimachung dies an organische Säuren gebundenen Nikotins mit einem Alkali vorbehandelt ist, in einer wässerigen Wasserstoffeuperoxydlösung :mazeriert, bis alles Nikotin oxydiert ist, und dann in reinem Wasser abgespült. Es ist klar, daß hierbei durch das Wasser ein Teil des in dem Tabak enthaltenen Extrakeas -gelöst und der Tabak somit teilweise ausgelaugt wind.
- Nach anderen bekannten Verfahren werden zur Oxydation des im Tabake enthaltenen Nikotins wässerige Lösungen von Sauerstoff leicht abgebenden chemischen Verbindungen, wie Kaliumpermanganat, Ammoniumperinanganat o. dgl., verwendet. Daß hierbei ebenfalls teilweise Auslaug Ingen des behandelten Tabaks stattfinden, ist wohl nicht zu bestreiten.
- Nach zwei anderen bekannten Verfahren wird die Oxydation des in dem Tabak enthaltenen Nikotins in geschlossenen Behältern vorgenommen, nach dem einen Verfahren mittels künstlich erzeugtem Sauerstoff, der niit atmosphärischer Luft gemischt ist, nach ,dem anderen Verfahren mittels Ozon, das auf elektrischem- Wege gewonnen wird.
- Zur Ausführung aller bekannten Verfahren zur Entnikotinisierung von Tabak durch Oxydation sind mithin teure Einrichtungen und. Chemikalien erforderlich, die für die Ausführung ides Verfahrens angeschafft oder mit kostspieliger Apparatur erst hergestellt werden müssen.
- Demgegenüber ist es nach dem vorliegenden Verfahren möglich, den Tabak (in jedem beliebigen Zustande, z. B. in der Form von gegorenen Tabakblättern, wie nachstehend genau beschrieben) ohne Verwendung irgendwelcher Chemikalien zu entnikotinisieren, wobei derTabak gleichzeitig von unangenehmen, beim Rauchen widerlich und scharf schmekkenden Stoffen befreit wird und eine hellere Färbung erhält.
- Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß (der zu entnikotinisiertende Tabak in freier Luft oder in einem luftigen, möglichst hehlen Raume :so gelagert oder aufgehängt wird, @daß er möglichst von allen Seiten von frischer Luft bestrichen und vom. vollen Tageslicht getroffen wird, @daß er in dieser Lage ,durch Besprühen mit reinem, salzfreiem Wasser so weit angefeiuchtet wird, wie er, ohne zu tropfen, an Wasser aufnimmt, und @daß diese Besprühung recht oft, möglichst bevor das Wasser aus dem Tabak wieder ganz abgeclunstet ist, während längerer Zeit wiederholt wird, bis ,der so behandelte Tabak die gewünschte Nikotinfreiheit erlangt hat.
- Das Verfahren selbst ist folgendes: Trockene Tabakblätter werden zunächst iti bekannter Weise mit Wasser so weit feaicht Beinacht, (laß sie sich, ohne zu zerreißen, glatt auseinanderfalten lassen. Die möglichst auseinandergefalteten Tabakblätter werden an freier Luft oder in einem luftigen, hellen Ratim auf eine geeignete Fläche (z. B. auf Rasen oder auf Horden aus beliebigem -Material) nebeneinander ausgebreitet oder auch sc aufgehängt, daß sie <lein vollen Tageslicht, möglichst auch (lein Sonnenlicht, ausgesetzt sind. A15dann werden die Tabakblätter finit reinem, Wasser so weit besprüht, (laß sie völlig durchnäßt sind, aber nicht tropfen. Regenwasser oder destilliertes Wasser ist zutn Besprühen deshalb atn geeignetsten, weil hierdurch jegliche Verunreinigung des behandelten Tabaks durch die in dein Sprühwasser etwa enthaltenen und beim häufigen Veryhinsten des Wassers sonst in dein Tabak zurückbleibenden Salze vermieden wird.
- Je nach der Stärke der Luftbewegung, der Höhe der Lufttemperatur und (lern Trockengelialt dier Luft wird das Wasser aus den besprühten Tabakblättern mehr oder weniger schnell wieder verdunsten- Man sorgt zweckmäßig dafür, daß die Tabakblätter während der Behandlungszeit nicht ganz austrocknen, weil sie sich dann leichter, ohne daß Überschiissigeis Wasser abtropft, wieder befeuchten lassen, und nian besprüht sie Galler sofort ininier wieder von neuem finit Wasser, sobald sie auch nur oberflächlich abgetrocknet sind. [in Durchschnitt ist dieses Besprühen etwa alle 15 bis 30 Minnten erforderlich. Diese Behandlung setzt inan so lange fort, bis inan durch die Untersuchung einer Probe der behandelten Tabakblätter einen für die beabsichtigte Verwendung genügend geringen Nikotingehalt in denselben festgestellt hat. Die rntnikotinisierung geht uni so schneller vor sich, je mehr Wasser aus ,lein Tabak verclunstet und je öfter rfie Besprühung des Tabaks stattgefunden hat; ,durch weniger gute Belichtung wird die l-#,ntnikotinisiertuig verlangsamt, hört aber selbst ini Dunkeln nicht ganz auf. , Die Wirkung des Verfahrens kann nian wie folgt erklären: Durch das langsame an der freien Luft stattfind entde Verdunsten des Wassers aus den Tabakblättern bilden sich, wesentlich verstärkt durch volles Tageslicht, andauernd uli-d selbsttätig, geringe Mengen von oxydierenden Substanzen, wie nian dies auch beider Rasenbleiche der Wäsche annimmt, die wahrscheililich aus Wasserstofs.uperoxyd und Ozon bestehen, und die trotz ihrer geringen Menge in statu nascendi eine ganz besonders starke Oxvdationskraft besitzen. Solange nun der Tabak tüchtig mit Wasser durchtränkt ist, ist ein großer Teil cles in dein Tabak ent4altenen freien Nikotins und I.°s an organische Säuren gebundenen -Nikotins in diesem Wasser gelöst und wird in dieseln gellsten Zustande durch die sich anclatiernl und selbsttätig bilelenden kleinen Mengen von Wasserstotfstiperoxvd und Ozon in statu nascendi leicht oxydiert.
- Durch praktische Versuche und chemische Untersuchungen wurde festgestellt, (laß es hierbei nicht erforderlich ist, vor oder hei Aer Behandlung (las in (len Tabakblättern an organische Säuren gebundene Nikotin durch Alkali freizumachen, sondern (laß die Oxvdation des gebundenen Nikotins hierbei eben so schnell und sicher vonstatten geht, wie die (les freien Nikotins; denn in,it verdünntem Aninioniakwasser besprühte Tabakblätter wurden nicht schneller entnikotinisiert, als die nur finit reinem Wasser behandelten Tabakblätter. Es ist (liess von großem Wert, (la hierdurch einerseits die Kosten für Alkali gespart werden, andererseits die Faser <Met Tabakblätter unter (lein stets zernlfirbenden Einfluß von Alkali nicht zu leiden hat.
- Der Zweck des vorliegenden Verfahrens wird, trotz seiner Einfachheit, voll und sicher erreicht.
- So ergab, tttii ein Beispiel anzuführen, ein Heini Rauchen wenig angenehm un l @liarf schmeckender .deutscher Tabak (Tal)ak1)lätter ) finit einem _\ ikotiligelialt voll 2,30 Prozent bei der Untersuchung einer Probe nach 4tägiger Behandlung nur noch einen Nikotingehalt von o,4o Prozent, während der Gesclunack nies behandelten Tabaks beine Rauchen voll aromatisch und wesentlich angenehmer tiiid milder war als vor tlcr Beliaii:llttng. Vber,lies war die Farbe der Tabakblätter etwas heller als vor der Behan dln tig. Der gleiche Tabak zeigte nach cler Behailrllung während weiterer 2 Tage, also ini ganzen nach 6tägiger Behand.lung, nur noch einen 1;ilcotingeliait von 0,13 Prozent.
- Gegenüber den bisher bekannten Zerfahren zur l?ntnikotinisiertitig von Tabak hat das vorliegende Verfahren zwar den Nachteil, (laß die Entnikotinisierung längere Zeit erfordert, dafür besitzt es aber die großen Vorteile, (laß künstlich erzeugte, teure Cheniikalien dabei keine Verwendung fin#ien, wodurch jede Verunreinigung des entnikotinisierenden Tabaks durch fremde uni nie'iglicherweise schädliche Beimengungen sicher verniieclen wird, daß überdies deni Tabak durch die Behandlung weder aromatische Tabaköle noch sonstig? E xtraktivstoffe entzogen werden, so daß das Aroma, die Gesch aneidigkeit und die Brennbarkeit, initliin also die Otialität des Tabaks, voll erhalten bleibt. Außerdem hat es noch den Vozüg; - däß' l;leichzeitig mit der Entnilotinisierung das Aroma durch 0.x3ndation'schlecht schni,ec@l:e!ider und wenig angenehm riechender Stoffe bei gewissen minderwertigen Tabaken sogar noch verbessert und der Tabak somit veredelt \\-ird, und daß gleichueitig durch die Oxydation des Farbstoffs eine Hellerfärbung, somit also eine Bleichung .des Tabaks erzielt wird.
Claims (1)
- PATENT-ANsPRUCFI: Verfahren zur Irntnikotinisierung von Tabak, bei gleichzeitig erzielter Vereelelütt g leichung desselben, dadurc4#ge--'' '_ @tt-_n:rhnnt-,_daß der Tabak in freier@,tf o;ler in einem liiftrb ti.,, möglichst Hölle?' Ralrine so gelagert oder aufge`lik3%t_ yf'ä":' ,ilaß er möglichst von allen 'Seit-en? ,vöff° frischer Luft bestrichen und von vpllem-'' Tagiieslicht getroffen wird, daß er in diesex Lage durch Besprühen mit reinem, ,säli-= freiem, Wasser so weit angefeuchtet wird; daß er eben nicht tropft, und daß diese Besprühung, z«-eckinäßig vor völligen Venclunsten des zuvor aufgesprühten Wassers, so oft wiederholt wird, bis die gewünschte Nikotinfreiheit erreicht ist.
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| DES64174D DE397385C (de) | 1923-10-26 | 1923-10-26 | Verfahren zur Entnikotinisierung von Tabak |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5720855A (en) * | 1996-05-14 | 1998-02-24 | Saturn Machine & Welding Co. Inc. | Coke oven door |
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1923
- 1923-10-26 DE DES64174D patent/DE397385C/de not_active Expired
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