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Teufenzeiger für Schachtförderung. Bei den bisher gebräuchlichen Teufenzeigern,
welche den Weg des Förderkorbes nur in sehr verkürztem Maßstabe wiedergeben, ist
ein genaues Einsteuern am Füllort und an der Hängebank nicht möglich ohne die Benutzung
des wenig betriebssicheren Seilzeichens. Dies ist aber bei jedem Förderbetrieb dringend
erwünscht.
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Der Teufenzeiger gemäß der Erfindung zeigt die Lage des Förderkorbes
mit der denkbar größten Genauigkeit an, so daB der Maschinenführer den Förderkorb
allein nach den Angaben des Teufenzeigers genau in die Haltestellen einsteuern kann.
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Zur Erreichung dieses Zieles sind bereits Anzeigevorrichtungen bekannt
ge@@orden; bei welchen die Höhenlage des Fö:derrnittels von nebeneinanderliegenden
Zifferblättern ablesbar ist, welche die Einer, Zehner und Hunderter der jeweiligen
Fördertiefe angeben. Es ist aber klar, daß die gleichzeitige Beobachtung der verschiedenen
Zeiger, wobei der Maschinenführer außerdem die Fördertiefe zahlenmäßig im Kopf haben
muß, nicht einfach ist und leicht zu Irrtümern Anlaß gibt. Es ist auch der Versuch
gemacht worden, die nebeneinanderhegenden Zifferblätter durch gleichachsige Ringe
von verschiedenem Durchmesser zu ersetzen, die sich unter dem festangeordneten Zeiger
mit verschiedenen Geschwindigkeiten drehen. Hierbei ist die Ablesung noch schwieriger.
Jedenfalls ist ein betriebssicheres Arbeiten mit den vorstehend argedeuteten Vorrichtungen
höchstens nach langer Übung zu erwarten und erfordert stets von neuem die größte
Aufmerksamkeit und Anstrengung des Maschinenführers.
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Der Gegenstand der Erfindung stellt dagegen
eine höchst
einfache, übersichtliche Anordnung dar, welche die Fördertiefe in jeder gcwünschten
oder erforderlichen Genauigkeit angeben kann.
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Das Wesen der Erfindung beruht darauf, daß zunächst die senkrechte
Skala, w( lche die Fördertiefe nur roh angibt, beibehalten worden ist; in neuartiger
Weise ist aber der Zeiger während des Herabwanderns an der senkrechten Skala nicht
dauernd wagerecht auf diese gerichtet, sondern drehbar ar;geordnet. Hierdurch wird
der große Vorteil erreicht, daß der Wärter aus der Lage des Zeigerdrehpunktes neben
der senkrechten Skala die Höhenlage des Fördermittels auf den ersten Blick, wenn
auch nur ungenau, übersieht. Gleichzeitig beschreibt aber die Zeigerspitze eine
Bahn, deren Länge bei entsprechend gewählten, nicht übermäßig großen Abmessungen
z. B. gleich der Fördertiefe sein kann, so daß man den jeweiligen Stand des Korbes
auf das Zentimeter genau ablesen kann.
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Auf der Zeichnung ist der neue Teufenzeiger für Förderschächte an
einem Ausführungsbeispiel erläutert, und zwar zeigt Abb. i die Vorderansicht der
Skala nebst der Bewegungsübertragung vom Förderseil, Abb. 2 den Längsschnitt dur
ch d e Vorrichtung in größerem Maßstabe, Abb. 3 den Querschnitt nach der Linie A-A
der Abb. 2 und Abb. q. die schematische Darstellung der Kurve, welche die Zeigerspitze
beschreibt. Auf der senkrechten Skala a sind die Füllörter des Schachtes, wie üblich,
angegeben. Die in dem Schlitz d auf und ab wandernde Achse b des Zeigers c zeigt
hierbei die jeweilige Lage des Fördermittels an. Aus der Stellung der Achse
b zur Skala a erkennt der Maschinenführer also ohne weiteres ungefähr
die Höhenlage des Korbes im Schacht. Entsprechend der von dem Zeiger c bestrichene
Fläche hat die Zifferscheibe e eine rechteckige oben und unten abgerundete Form.
Sie ist mit cine:n Gehäuse f verbunden, welches zum Aufstellen der Vorrichtung und
gleichzeitig zum Einbau der Bewegungsvorrichtung für den Zeiger c dient. Die Achse
b des letzteren ist in einem Schlitten g wagerecht gelagert. Der letztere bewegt
sich hinter der Zifferscheibe auf und ab und ist an beiden senkrechten Stangen h
geführt. Die untere Wandung des Schlittens g ist zu einer Mutter i ausgebildet,
mittels welcher die in dem Gehäuse f gelagerte Spindel k den Schlitten auf und ab
bewegt. Den Antrieb erhält die Spindel- k durch eine Kegelradübertra;gung Z von
dem Förderseil in, welches dabei an der Rolle n angreift.
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Außer der Auf- und Abwärtsbewegung des Schlittens g hat die Spindel
k auch die drehende Bewegung des Zeigers c herbeizuführen. Dazu ist die Spindel
k innerhalb des Schlittens von einer Kegelradhülse o umgeben, «-elche in das Kegelrad
p auf der Achse b eingreift. Die Hülse o ist zur Verringerung der Reibung in dem
Schlitten g mit Kugeln gelagert. Auf der Spindel k ist die Hülse o achzial verschiebbar.
Zur Übertragung der Drehbewegung greift . sie mit einer Feder q in eire Längsnut
der Spindel k ein. Auf diese Weise wird der Zeiger c vor der Zifferscheibe c während
der Auf-. und Abwärtsbewc gung in Umdrehung versetzt, und die Zeigerspitze beschreibt
einen sehr langen Weg, der z. B. gleich der Fördertiefe sein kann. Durch entsprechende
Wahl der Übersetzungen und der Größe der Anzeigervorrichtung kann eine beliebig
große Genauigkeit der anzuzeigenden Höhenlagen erreicht werden. Die Kennzeichnung
der durch die Achse b ungenau angezeigten Höhenlagen I bis V auf der Skala a erfolgt
zweckmäßig im Betrieb durch Ausprobieren und ebenso die Kennzeichnung der genaueren
von dem Zeiger c beschriebenen Kurvenpunkte i bis 5 auf der Zifferscheibe e.
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Während des Förderns hat der Wärter zun 'ichst nur die Lage der Achse
b zur Skala ins Auge zu fassen.: sobald er einem der Füllörte I bis V näher kommt
und abbremst, beobachtet er auch die sich jetzt langsamer drehende Zeigerspitze
c und läßt sie auf einem der Punkte i bis 5 einspielen, womit er den Förderkorb
auf das Zentimeter genau in die gewünschte Höhenlage bringen kann.