DE3942819A1 - Faserspule fuer einen faserkreisel - Google Patents
Faserspule fuer einen faserkreiselInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Faserspule für einen Faserkreisel
mit einem 3×3-Koppler gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruchs 1.
Durch die US-PS 44 79 715 ist ein solcher Faserkreisel bekanntgeworden,
welcher die Drehrate aus den Signalen der Photodioden ableitet und bei
seinem Signalauswerteverfahren sich die Lichtintensität der Lichtquelle
herauskürzt und deren Fluktuation daher keinen Einfluß mehr auf das Meß
ergebnis hat.
Die Anmelderin hat in ihrer nicht vorveröffentlichten Anmeldung P
39 12 005.8 ein Signalauswerteverfahren für einen solchen Faserkreisel
beschrieben, das einen Kontrast des Interferenzsignals voraussetzt, der
nicht Null ist oder sehr kleine Werte um Null annimmt. Ein Maß für die
sen Kontrast ist das Produkt aus k×B das aus den angegebenen Glei
chungen (3) und (4) abgeleitet wird. Wird aber dieses Produkt k×B
gleich Null, dann kann die Drehrate aus diesen Gleichungen nicht mehr
ermittelt werden. Ist k×B=0, dann nimmt der Bruch vor dem Faktor
cot c die unbestimmte Form O/O an. Nimmt das Produkt nur Werte um Null
an, so erzeugen kleine Fehler in der Bestimmung der Fotoströme P1,
P2 und P3 relativ große Fehler im berechneten Drehsignal Ω. Des
halb muß das Produkt immer größer als ein gewisser Mindestwert sein. Es
ist also erforderlich, daß bei der Fertigung des Kreisels ein bestimmter
k-Wert, der ein Maß des Kontrastes des Interferenzsignals des 3×3-Kopp
lers darstellt, eingehalten wird und umgebungsbedingte Abweichungen von
diesem eingestellten Kontrastwert zumindest eingeschränkt werden müssen.
Dies wiederum erfordert einen zusätzlichen Aufwand entweder durch Ver
wendung von Spezialfasern oder spezielle Einschränkungen der geometri
schen Spulenauslegung.
Weiterhin ist es aus der DE-OS 30 49 033.6 bekannt, Störungen einer Fa
serspule durch einen Depolarisator in der Spule zu verringern, jedoch
ein Depolarisator in der Spule allein und ohne zusätzliche Maßnahmen
stabilisiert den Skalenfaktor nicht in dem Maße, daß eine fehlerlose
Drehratenmessung möglich ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Faserspule
der eingangs genannten Art zu schaffen, die einen verschwindenden Kon
trast verhindert und es erlaubt, eine möglichst wirtschaftliche Faser
konzeption zu verwenden.
Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen 1 oder 2 aufgezeigten
Maßnahmen aufgezeigt. Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele erläutert,
wobei diese Erläuterungen durch die Figuren der Zeichnung ergänzt wer
den. Es zeigen:
Fig. 1 ein Schemabild einer Faserspule mit depolarisierendem Bauteil
11 aus zwei doppelbrechenden Glasfasern 11a, 11b;
Fig. 1a ein Schemabild eines depolarisierenden Bauteils 11 am Spulenan
fang einer nicht doppelbrechenden Glasfaserspule 10;
Fig. 1b ein Schemabild der Orientierung der Hauptachsen 111a und 111b
der Faserstücke 11a und 11b am Spleißpunkt S;
Fig. 2 eine Poincare-Kugel 100 mit den Orten der Spulen-Eigenzustände
in Form von Punkten Kp auf dem Äquator bei Fasern mit hoher
Doppelbrechung;
Fig. 3 eine Poincare-Kugel 100 mit den Orten der Spulen-Eigenzustände
in Form Großkreisen Kg durch die Pole bei Fasern mit hoher
Doppelbrechung;
Fig. 4 eine Poincare-Kugel 100 mit den Orten des Spulen-Eigenzustandes
Kn bei Fasern die nicht doppelbrechend sind;
Fig. 5 eine Poincare-Kugel 100 mit dem Verlauf des Eigenzustandes des
vorgeschlagenen Bauteils 11;
Fig. 6 ein Schemabild des Signalauswerteverfahrens nach dem Stand der
Technik gemäß Anmeldung P 39 12 005.8.
Der Skalenfaktor eines Faserkreisels hängt von den Polarisationseigenzu
ständen der Glasfaserspule 10 bzw. der Kombination von 10 und 11 ab.
Diese haben folgende physikalische Bedeutung:
Wenn der Polarisationszustand des Lichts
das man in die Faser einstrahlt, mit einem Eigenpolarisationszustand
Φi der Spule übereinstimmt, so hat das am Ende austretende Licht den
gleichen Polarisationszustand
Die Phase hat sich jedoch für beide Feldkomponenten Ex und Ey um den
Faktor ej ϕi geändert. Das Koordinatensystem des Spulenausgangs hat
hierbei in bezug auf die Ausbreitungsrichtung z die gleiche Orientierung
wie am Eingang. Dies ist in der Fig. 1 schematisch dargestellt.
Jede Monomodefaser hat für jede Wellenlänge genau zwei zueinander ortho
gonale Polarisationseigenzustände. Der Index "i" von Φi ist demgemäß
1 oder 2. Diese Eigenzustände bzw. deren Verläufe über der Wellenlänge
kann man in bekannter Weise (siehe hierzu R. Ulrich und A. Simon, Applied
Optics, Vol. 18, S. 2231 bis 2251, 1979) anschaulich auf der Poincare-
Kugel mit Hilfe der Stokesparameter S1, S2 und S3 darstellen.
Jedem Punkt auf der Oberfläche der Poincare-Kugel entspricht genau ein
Polarisationszustand. Alle linearen Zustände befinden sich z. B. auf dem
Äquator der Kugel, die beiden zirkularen bilden die Pole der Kugel. Or
thogonale Zustände befinden sich an diametral gegenüberliegenden Punkten
der Kugeloberfläche.
Mit dem Quadrat des Stockesparameters S2 von Φ1 oder Φ2 ent
hält man für eine Wellenlänge ϕ den Kontrast
k(λ) = 1-S²₂ (1-cos (ϕ1-ϕ2)),
wobei im allgemeinen S2 und ϕ1-ϕ2 wellenlängenabhängig sind.
Der Kontrast k(λ) liegt immer zwischen -1 und +1, da |S2| 1 und
|cos (ϕ1-ϕ2)| 1 ist. In der Rechnung ist bereits berücksich
tigt, daß der Kreisel mit unpolarisierter Strahlung betrieben wird. Er
folgt die Betreibung des Kreisels mit einer breitbandigen Lichtquelle,
so ergibt sich der Gesamtkontrast k durch Summation bzw. Integration von
k(λ) über die gesamte Bandbreite der Lichtquelle:
k = ∫ I₀(λ) k(λ) dλ/∫ I₀(λ) dλ
I0(λ) ist die Intensität der Lichtquelle bei der Wellenlänge λ.
Der Gesamtkontrast k wird vom Verlauf der Orte der Eigenpolarisationszu
stände auf der Poincare-Kugel in Abhängigkeit von der Wellenlänge be
stimmt.
Bei Fasern mit hoher Doppelbrechung sind die Orte der Eigenzustände der
Spulen entweder Großkreise Kg durch die Pole (Fig. 3) oder Punkte K
(Fig. 2) auf dem Äquator der Poincare-Kugel, deren Form durch Koppelzen
tren, die in diesem Fasertyp normalerweise sehr klein sind, etwas ver
schmiert sein können, wie in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellt ist. Die Orte
der Eigenzustände sind bei dieser Faser sehr stabil in bezug auf Umge
bungsänderungen. Je nach Lage der Orte, liegt k zwischen 0 und 1 und ei
ne gezielte Ausrichtung der Spule - so daß sich ein hoher k-Wert ergibt
- ist unumgänglich.
Bei Faserspulen gebräuchlicher Dimensionierung aus normalen, nicht dop
pelbrechenden Fasern überdeckt der Ort eines Eigenzustandes auch bei
Verwendung einer relativ breitbandigen Lichtquelle nur einen sehr klei
nen Bereich auf der Poincare-Kugel. Ein Beispiel ist in der Fig. 4 skiz
ziert. Die Daten für dieses Beispiel sind: Bandbreite der Lichtquelle = 35 mm,
die Spulenlänge beträgt 100 m und der Spulenradius ist 4 cm. Der
zugehörige k-Parameter liegt je nach Lage des Ortes der Eigenzustände
zwischen -1 und +1. Auch bei diesem Fasertyp kann durch Ausrichtung der
Spule der Kontrast k auf einen großen Wert eingestellt werden. Da dieser
Fasertyp jedoch sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse reagiert, muß diese
Spule 10 durch besondere konstruktive Maßnahmen gegen diese Einflüsse
abgeschirmt werden.
Hier wird nun zur Lösung der gestellten Aufgabe vorgeschlagen, ein Fa
serbauteil 11 zu konzipieren, das den Verlauf der Ortskurven der Eigen
polarisationszustände der Spule 10 auf der Poincare-Kugel so gestaltet,
daß sich unabhängig von der Ausrichtung der Spule ein Kontrast k ein
stellt, der umweltbedingt nur leicht um 0.5 schwankt, beispielsweise
zwischen 0.4 und 0.6.
Ein einfaches, diesen Zweck erfüllendes Bauteil 11 besteht aus zwei
Stücken doppelbrechender Faser, die am Spleißpunkt S so zusammenge
spleißt sind, daß die Hauptachsen dieser Fasern einen Winkel von 45°
miteinander einschließen (Fig. 1a und 1b). Der Verlauf eines Eigenzu
standes Ke einer Spule, die aus diesem Bauteil besteht, ist in Fig. 5
dargestellt.
Der Skalenfaktor einer solchen Spule berechnet sich für qi «1 zu:
Die Funktionen fi hängen von der Lage der Faserspule 10 ab, sind aber
immer betragsmäßig kleiner als 1. Die Funktionen qi hängen wie folgt
von den Faser- und den Lichtquelleneigenschaften ab.
q₁ = 1/2π · LB/L₁ · λ₀/Δλ
q₂ = 1/2π · LB/L₂ · λ₀/Δλ
q₃ = 1/2π · LB/(L₁-L₂) · λ₀/Δλ
q₄ = 1/2π · LB/(L₁ + L₂) · λ₀/Δλ
q₂ = 1/2π · LB/L₂ · λ₀/Δλ
q₃ = 1/2π · LB/(L₁-L₂) · λ₀/Δλ
q₄ = 1/2π · LB/(L₁ + L₂) · λ₀/Δλ
Hierbei sind: L1 und L2 die Faserlängen, LB die Beatlänge, λ0
die Mittenwellenlänge und Δ λ die Bandbreite der Lichtquelle.
Durch eine geeignete Wahl der Beatlänge und der Faserlängen kann man er
reichen, daß alle qi «1.0 sind, und damit liegt der Skalenfaktor un
abhängig von der Justierung dieser Spule 10 bei 0.5. Spleißt man dieses
Bauteil 11, das im Vergleich mit einer gebräuchlichen Faserspule 10 kurz
sein kann, an den Anfang 10a oder an das Ende 10b einer Spule 10 aus
nicht doppelbrechender Faser, so ist die ursprüngliche Ortskurve durch
die zusätzliche Faser auf der Poincare-Kugel verschoben und verformt,
der Kontrast k weicht jedoch weiterhin nur in geringem Maße von 0.5 ab.
Das gilt auch dann, wenn sich die Umweltbedingungen der Spule 10 ändern.
Auf die bisher erforderlichen aufwendigen und über das normale Maß hin
ausgehenden Schutzmaßnahmen gegen diese Umwelteinflüsse kann nunmehr
deshalb verzichtet werden.
Vorteilhafte Ausführungsformen des Bauteils 11 haben ein Längenverhält
nis L1 : L2 oder L2 : L1 in der Größenordnung zwischen 1 : 2 und
1 : 10. Auf entsprechende Weise wirken auch ähnliche Bauteile, die mehr
als zwei Stück doppelbrechende Fasern und verdrehte Hauptachsen enthal
ten. Wird der Winkel von 45° nur näherungsweise erreicht, so vergrößert
sich der Schwankungsbereich der Kontrastes k. Weiterhin ist jedoch ein
minimaler Kontrast k < 0 sichergestellt.
Das vorgeschriebene Bauteil 11 hat die Eigenschaft, daß es Licht der
Bandbreite der im Faserkreisel verwendeten Quelle unabhängig von deren
Polarisationszustand depolarisiert. Deshalb wird das Bauteil auch als
Depolarisator bezeichnet. Nun ist die Sachlage aber so, daß die von der
Anmelderin in der nicht vorveröffentlichten Anmeldung P 39 12 005.8 be
schriebene Signalauswertung auch bei einer Faserspule, die in vorbe
schriebener Weise einen Depolarisator enthält, den Betrieb des Faser
kreisels mit unpolarisiertem Licht voraussetzt. Die Wirkung des be
schriebenen Bauteils beruht gerade bei der verwendeten unpolarisierten
Strahlung auf der Gestaltung der Orte der Eigenzustände der Spule 10 auf
der Poincare-Kugel 100.
Nun ist anzuführen, daß ein Depolarisator in der Spule 10 allein, ohne
zusätzliche Maßnahmen, den Skalenfaktor jedoch nicht so stark stabili
siert, daß eine fehlerlose Drehratenmessung möglich ist. Erst die gegen
über dem bisherigen Stand der Technik aufgezeigte Kombination von Depo
larisator "und" der bereits erwähnten Signalauswertung ermöglicht eine
genaue Drehratenmessung. Die hier vorgeschlagenen Maßnahmen zusammen mit
dem in der Anmeldung P 39 12 005.8 vorgeschlagenen Signalauswerteverfah
ren verhindern Auswirkungen der Kontrastschwankungen auf das Drehraten
signal des Kreisels.
Claims (2)
1. Faserspule für einen Faserkreisel mit einem 3×3-Koppler, wobei
die Lichtquelle Licht in den Anschluß 2 des Kopplers einspeist, die Fa
serspule selbst an den Anschlüssen 4 und 6 und die Fotodioden an die
restlichen Anschlüsse 1, 3, und 5 angeschlossen sind, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Faserspule (10) ein depolarisierendes Bauteil (11)
enthält, das aus mindestens zwei Stücken (11a, 11b...) von aneinanderge
spleißten doppelbrechenden Glasfasern besteht, deren Hauptachsen einen
Winkel von nahezu 45° einschließen, wobei der Verlauf der Ortskurven der
Eigenpolarisationszustände der mit dem Bauteil (11) kombinierten Faser
spule (10) auf einer Poincare-Kugel (100) so dargestellt werden, daß
sich unabhängig von der Ausrichtung der Faserspule (10) ein Kontrast (k)
einstellt, der um 0,5 schwankt.
2. Faserspule für einen Faserkreisel mit einem 3×3-Koppler, wobei
die Lichtquelle Licht in den Anschluß 2 des Kopplers einspeist, die Fa
serspule selbst an den Anschlüssen 4 und 6 und die Fotodioden an die
restlichen Anschlüsse 1, 3, und 5 angeschlossen sind, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Faserspule (10) aus nicht doppelbrechender Glasfaser
besteht und mit einem depolarisierendem Bauteil (11) - vorzugsweise am
Spulenanfang (10a) oder am Spulenende (10b) - verspleißt ist, das aus
zwei oder mehr doppelbrechenden Glasfaserstücken (11a, 11b) gebildet
wird, deren Hauptachsen nahezu einen Winkel von 45° einschließen und die
Längen aufweisen, die die Depolarisation sicherstellen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893942819 DE3942819C2 (de) | 1989-12-23 | 1989-12-23 | Faserkreisel mit einer Faserspule |
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