DE3835489A1 - Verwendung von additivmischungen als mittel zur erhoehung der verdampfungs- und verbrennungsgeschwindigkeit sowie der verbrennungsstabilitaet von in raketenbrennkammern oder hochleistungsbrennanlagen eingeduesten fluessigen treib- und brennstoffen - Google Patents
Verwendung von additivmischungen als mittel zur erhoehung der verdampfungs- und verbrennungsgeschwindigkeit sowie der verbrennungsstabilitaet von in raketenbrennkammern oder hochleistungsbrennanlagen eingeduesten fluessigen treib- und brennstoffenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft die Verwendung von aus gelb bis
tiefschwarz gefärbten organischen Verbindungen mit
hochkonjugierten π-Bindungssystemen, grenzflächenaktiven
organischen Stoffen und organischen Lösungs-
oder Suspensionsmitteln bestehenden Additivmischungen
als Mittel zur Erhöhung der Verdampfungs- und Verbrennungsgeschwindigkeiten
von flüssigen Treib- und Brennstoffen,
gegebenenfalls auch des flüssigen Oxidators
sowie zur daraus resultierenden Erhöhung der Stabilität
des in Raketenbrennkammern und ähnlichen Hochleistungsbrennanlagen
ablaufenden Verbrennungsvorganges.
Allgemein und aus der Patentliteratur ist es zwar bekannt,
organische Farbstoffe mit hochkonjugierten
π-Bindungssystemen, insbesondere Azofarbstoffe, Disazofarbstoffe
oder Anthrachinonfarbstoffe als Zusatzstoffe
zum Anfärben von Treibstoffen, insbesondere
Düsentreibstoffen, Vergasertreibstoffen, von Dieselölen,
Gasölen und Heizölen etc. für Zwecke der Kennzeichnung,
Markierung oder Klassifizierung von Mineralöl-
oder Syntheseprodukten zu verwenden (vergleiche
auch DE-PS 15 45 246, GB-PS 11 08 981, US-PS 34 76 500,
34 94 714, 40 09 008, 40 49 393, 40 56 367, 40 82 501, 43 15 756,
DE-AS 22 11 182, 23 33 358), jedoch ist der einschlägigen
Literatur nicht die erfindungsgemäße Verwendung von
gefärbten organischen Verbindungen in Kombination mit
grenzflächenaktiven Stoffen zu entnehmen, der eine
gänzlich andere Aufgaben- und Problemstellung zugrunde
liegt.
Ein Problem, welches die Fachwelt bisher noch nicht
befriedigend lösen konnte, ist der oftmals nicht
störungsfreie Ablauf des Verbrennungsvorganges in den
Brennkammern von Flüssigkeitsraketen. Art, Umfang,
Ursachen und Auswirkungen jeweils auftretender Störungen
können sehr unterschiedlicher, eventuell auch
komplexer Natur sein. Paralleles oder aufeinanderfolgendes
Auftreten verschiedenartiger Störungen bewirken
unter Umständen, bisweilen in synergistischen Effekten,
das Ausfallen wichtiger Funktionselemente, sogar Aggregate,
die im Falle der Triebwerke für Flüssigraketen zum
Scheitern einer Raumflugmission führen können. Die Vielfältigkeit
der Störungsquellen und die sich potentiell
aus ihnen ergebenden fehlerhaften Verfahrensabläufe mit
ihren negativen technischen und wirtschaftlichen Konsequenzen
machen es erforderlich, jedwede Möglichkeit der
Beseitigung der Ursachen für die gestörten technischen
Funktionen, zumindest aber der Verringerung der Störanfälligkeit
der einzelnen Funktionseinheiten voll auszuschöpfen.
Ein relevantes Funktionssystem in Triebwerken für Flüssigkeitsraketen
stellen der flüssige Treibstoff bzw. Brennstoff
und der flüssige Oxidator in Verbindung mit dem
Fördersystem für die genannten Flüssigkeiten, mit den
Einspritzvorrichtungen und der Brennkammer dar. In diesem
und durch dieses System erfolgt der entscheidende Prozeß
bei der Inbetriebnahme einer Rakete, nämlich die Verbrennung.
In der Brennkammer treten häufig störende Schwingungen
mit bisweilen stark anwachsender Amplitude in den verschiedenen
Frequenzbereichen auf, die zu einer Instabilität der
Verbrennung mit der möglichen Folge einer Zerstörung des
Triebwerks führen können.
Durch Wechselwirkung zwischen dem Brennkammerdruck und dem
Einspritzsystem entstehen niederfrequente Schwingungen
(Frequenz <100 Hz, "chugging" = Husten). Diese verschwinden,
wenn der Überdruck im Einspritzsystem gleich dem
halben Brennkammerdruck oder größer ist. Mit wachsendem
Brennkammerdruck und mit wachsendem Förderdruck steigt
hingegen die Frequenz der Schwingungen, und ihre Amplitude
fällt. Frequenz und Amplitude sind ferner von der
qualitativen und quantitativen Zusammensetzung der Treibstoffe
bzw. Treibstoffmischungen sowie von der charakteristischen
Länge der Brennkammer abhängig.
Niederfrequente Schwingungen entstehen aus folgendem
Grund: Der in die Brennkammer eingespritzte Treibstoff
verbrennt nicht sofort, sondern er muß zuerst
verdampfen und auf die Zündtemperatur erwärmt werden.
Die hierfür benötigte Zeitdifferenz, die sog. Laufzeit
ist nach von KÁRMÁN die Ursache der niederfrequenten
Schwingungen für den Fall, daß sie einen
bestimmten Betrag erreicht oder ihn überschreitet.
Die Laufzeit τ ist ja keine Konstante, sondern vom
Zustand in der Brennkammer abhängig.
Wenn durch irgendeinen Mechanismus die akustischen
Eigenschwingungen der Gassäule in der Brennkammer angeregt
werden, entstehen hochfrequente Schwingungen,
also Schallwellen (Frequenzen <1000 Hz, "screaming"
= Kreischen). Für die auftretenden Frequenzen gelten
dann annähernd die für eine schwingende Gassäule
existierenden Gesetze. Die Gassäule in der Brennkammer
kann in Richtung der Achse oder senkrecht dazu
schwingen entsprechend N · L=const. für Longitudinalwellen
und N · D=const. für Querschwingungen
(N = Frequenz, L = Länge, D = Durchmesser). Am gefährlichsten
sind die Querwellen, die im allgemeinen zur
raschen Zerstörung des Triebwerkes führen. Die Amplitude
der Schwingungen nimmt mit steigendem Druck ab,
doch ist die Abhängigkeit schwächer als bei niederfrequenten
Schwingungen. Bei kleinen Kammerlängen
nimmt die Amplitude mit der Kammerlänge zu, um von
einer bestimmten Kammerlänge an wieder kleiner zu
werden und schließlich gegen Null zu konvergieren.
In zahlreichen theoretischen und experimentellen Arbeiten
hat man versucht die Erscheinungen der Verbrennungsinstabilität
zu analysieren. Eine vollständige
mathematische Erfassung des Phänomens konnte zwar bisher
noch nicht ermöglicht werden, aber ein gutes
qualitatives Verständnis dieser so außerordentlich komplexen
Vorgänge vermittelten die Ergebnisse dieser Arbeiten schon.
In diesem Zusammenhang wird auf die Arbeiten von CROCCO,
STRAHLE, v. KÁRMÁN und LEVINE hingewiesen. Nach unserer
heutigen Vorstellung ist jedes laufende Triebwerk ein vielfältig
schwingendes System, bei welchem die in der Brennkammer
enthaltene Gasmasse meist mit einem ganzen Spektrum
von Schwingungen oszilliert. Um zu verhindern, daß diese
Schwingungen über das zulässige Maß hinaus anwachsen, sind
verschiedene Methoden in Gebrauch. Beispielsweise hat man
bei Flüssigkeitsraketen hinter dem Einspritzkopf Blenden
angebracht, die verhindern sollen, daß die eingespritzten
Strahlen durch die Schwingungen der Gassäule versprüht und
gemischt werden und auf diese Weise den Verbrennungsvorgang
negativ beeinflussen. Man nimmt auch an, daß sie über eine
Verringerung der Amplitude wirksam werden. Auch hypergolisierende
Zusätze in sehr geringen Mengen, wie z. B. Lithiumzusätze
zu Ammoniak, können den Chemismus der Verbrennungsreaktion
verändern. Jedoch ist ihre Wirkung, zumindest auf
hochfrequente Schwingungen noch umstritten.
Um die Problematik des Verbrennungsmechanismus und den Ursachen/
Wirkungskomplex der Destabilisierung der Verbrennung
in der Brennkammer besser verstehen zu können, ist es zweckmäßig,
bestimmte Grundtatsachen aufzuzeigen.
Für die Erzeugung eines wirksamen, schnellen Antriebsstrahles
durch Verbrennen des flüssigen Brennstoffes (flüssiger
Wasserstoff, Hydrazin, Dimethylhydrazin, flüssiger Ammoniak,
Kerosin) mit flüssigem Sauerstoff soll die Verbrennung so
schnell und so vollständig wie möglich bei einem möglichst
hohen Druck und bei einer möglichst hohen Temperatur erfolgen.
Voraussetzung hierfür ist das Einspritzen der beiden
Treibstoffkomponenten in die Brennkammer (bis zu mehreren
tausend Kilogramm/Sekunde) in einer Weise, daß die Flüssigkeiten
fein zerstäubt werden und sich so innig und so schnell
wie möglich vermischen. Die Flüssigkeitströpfchen sollten
sehr klein und von gleichmäßiger Größe sein, um eine
schnelle, kontinuierliche, gleichmäßige und quantitative
Verdampfung zu erzielen. Das Treibstoffgemisch muß sofort,
wenn die Ventile die Zufuhr zur Brennkammer freigeben, gezündet
werden, ohne daß nennenswerte Mengen des kostbaren
Stoffes unverbrannt die Düse verlassen oder sich gar erst
in der Brennkammer so verteilen und ansammeln, daß eine
Explosion eintritt. Die bei der chemischen Reaktion der
Treibstoffkomponenten, der Verbrennung, auftretenden Temperaturen
liegen in der Größenordnung von einigen tausend
Grad, sie müssen deshalb so hoch liegen, weil von der Temperatur
die Strahlgeschwindigkeit bzw. Austrittsgeschwindigkeit
abhängt, die ja einen möglichst hohen Betrag erreichen
soll. Die durch die Verbrennungsreaktion entstehende Energie,
insbesondere Wärmeenergie wirkt in einem komplizierten
thermodynamischen und reaktionskinetischen Prozeß auf die
noch nicht im Verbrennungsstadium befindlichen Flüssigkeitströpfchen
ein, heizt sie auf, führt ihre Verdampfung herbei,
spaltet die Moleküle und aktiviert sie, führt sie also in
einen energetischen Zustand über, der die reaktionsbereite
Vorstufe der Verbrennungsreaktion darstellt.
In der Kernzone der Verbrennung wird die Energiedifferenz
zwischen den energetisch höher liegenden Elektronentermen
der noch nicht umgesetzten Treibstoffmoleküle (inkl. Oxidatormoleküle)
und den energetisch tieferliegenden Elektronentermen
der in der Verbrennungsreaktion umgesetzten Moleküle
primär als elektromagnetische Energie, d. h. als Licht-
und Wärmestrahlung frei, wandelt sich aber in der Wechselwirkung
mit den Molekülen der der Kernzone unmittelbar benachbarten
Zone zu einem bestimmten Anteil in konvektive
Wärme um (hohe kinetische Energie).
Ein anderer Anteil der primären Strahlungsenergie gelangt
in die mittlere und in die äußere Zone bzw. in ausgewählte
Bezirke dieser Zonen und tritt in ihnen ebenfalls in Wechselwirkung
mit anwesenden Molekülen, die dadurch in höhere
die Verbrennung verifizierende Energieniveaus angehoben
werden.
Ein weiterer Anteil der primären Strahlungsenergie wird
durch die einzelnen Zonen nach außen abgestrahlt, ohne mit
den Treibstoffmolekülen in nennenswerte Wechselwirkung getreten
zu sein, ist somit aus dem sich abspielenden aktiven Reaktionsgeschehen
ausgeschaltet.
Die Höhe der Beträge der einzelnen Energieanteile ist abhängig
vom Druck, der Temperatur, der konstruktiven und geometrischen
Ausgestaltung der Brennkammer sowie von der chemischen Beschaffenheit
und der Molekülgröße der betreffenden Treibstoffe. Sowohl
die konvektive Wärme als auch die Strahlungsenergie, insbesondere
Wärmestrahlung, bewirken eine Verdampfung der flüssigen
Treibstoffe und ihre anschließende Molekülspaltung, Aktivierung
und Überführung in die Verbrennungsreaktion.
Für den Fall, daß alle oder fast alle in die Brennkammer eingedüsten
Treibstoffmoleküle auch der kontinuierlichen Verbrennungsreaktion
zugeführt werden könnten durch Aufnahme sowohl
der konvektiven Wärme als auch der Strahlungsenergie,
unter der Voraussetzung einer gegebenen Ausgewogenheit der
prozentualen Beträge der einzelnen Energieanteile, würde der
Verbrennungsvorgang in der Brennkammer im wesentlichen
problemlos und ohne gravierende Störungen ablaufen. Ein solcher,
fast ideal zu bezeichnender Verbrennungsmechanismus
liegt in der Praxis nur sehr selten vor. Meistens erfolgt die
Verbrennung mehr oder weniger unvollständig und unregelmäßig,
weil ein - je nach Verbrennungssystem - wechselnder Anteil
an Treibstoffmolekülen unverbrannt durch einzelne Verbrennungszonen
hindurchströmt oder sich in weniger heißen Randzonen
bei eventueller lokaler Wirbelbildung am Verbrennungszentrum
vorbeibewegt. Dies führt dann zur Ausbildung der
obengenannten Störungen in Form der nieder- und hochfrequenten
Schwingungen; ferner werden infolge des geringeren Umsatzes
die Verbrennungsgeschwindigkeit sowie die Temperatur
der Brenngase verbunden mit einem Verlust an kinetischer
Energie und Strahlaustrittsgeschwindigkeit reduziert.
Die Ursache für diesen unvollständigen und inhomogenen Verbrennungsablauf
ist darin zu sehen, daß der Anteil an aufzunehmender
Strahlungsenergie, die vom Zentrum des Verbrennungsraumes
aus auf die sich diesem Zentrum annähernden, noch
nicht umgesetzten Gas- oder Flüssigkeitsmoleküle des Treibstoffes
übertragen werden soll, zu gering ist, um diese
Moleküle in den aktivierten, reaktionsbereiten Energiezustand
zu bringen. Auch die in den Randzonen befindlichen
unumgesetzten Moleküle treten nur in ungenügendem Maße in
Wechselwirkung mit der an sich wirkungsvollen Strahlungsenergie.
In ihrer Intensität ist diese nämlich schon geschwächt
durch ihre teilweise Umwandlung in konvektive Wärme.
Die in den Bereich oberhalb der Randzonen abgestrahlte
Energie bleibt zudem ungenutzt.
Obwohl der Anteil an sekundär gebildeter konvektiver Wärmeenergie
relativ hoch ist, erfolgt durch diese dennoch keine
vollständige Verdampfung der Flüssigkeitströpfchen, Spaltung
der Gasmoleküle und Aktivierung ihrer Spaltprodukte.
Insbesondere nehmen diejenigen Flüssigkeitströpfchen oder
Gasmoleküle, die sich in den vom Verbrennungszentrum, von
der heißesten Zone entfernter liegenden Zonen und Randzonen
befinden, nur wenig konvektive Wärme auf, weil diese mit zu
geringer Geschwindigkeit übertragen wird. Im Hinblick auf die
konvektive Wärmeübertragung erreicht die Laufzeit τ (Zeitdifferenz
zwischen dem Zeitpunkt des Eindüsens des Treibstoffes
und dem Zeitpunkt des Erreichens der Zündtemperatur
des Treibstoffes. In diesem Zeitraum muß die Verdampfung
und die Aufheizung des Treibstoffes erfolgen) zu hohe Werte,
um in der Kernzone der Verbrennung noch zur Reaktion gebracht
werden zu können. Wie oben bereits erwähnt, stellen
die nicht umgesetzten Treibstoffmoleküle in ihrer physikalischen
Heterogenität (Unterschiedlichkeit in der Tröpfchengröße,
in der Temperatur und im Grad der Aktivierung)
die Ursache für die Ausbildung der störenden mechanischen
Schwingungen dar, die den Verbrennungsvorgang insgesamt
destabilisieren.
Die dargelegte Problematik, die dem realen Verbrennungsmechanismus
zugrunde liegt, impliziert auch schon die
Aufgabenstellung. Nach Erkennen der wahrscheinlichen Ursachen
der Destabilisierung oder Verbrennung in der Brennkammer
eines Raketentriebwerkes ist es Aufgabe der vorliegenden
Erfindung eine Methode zur Verfügung zu stellen,
die geeignet ist, die Entstehung der genannten, die Verbrennung
destabilisierenden niederfrequenten und hochfrequenten
Longitudinal- und Querschwingungen auszuschalten,
zumindest aber die Schwingungsamplitude unterhalb
der Schädlichkeitsgrenze zu halten. Die Lösungen dieser
Aufgabe durch konstruktive Maßnahmen, beispielsweise in
der Anordnung und Ausgestaltung bestimmter Vorrichtungselemente
der Brennkammer oder des Treibstoffeindüsungssystems
oder auch durch Veränderungen der Brennkammergeometrie
gegenwärtig weitgehend ausgeschöpft sind und
auch nicht zu dem erwünschten durchgehenden Erfolg geführt
haben, stellt sich insbesondere die spezielle Aufgabe,
auf physikalisch-chemischem Wege den Verbrennungsvorgang
so zu beeinflussen, daß er über eine schnellere
und allseitig gleichmäßig starke Aufheizung der die Einspritzdüsen
verlassenden Flüssigkeitströpfchen mit deren
nachfolgender schneller und vollständiger Verdampfung
und Aktivierung möglichst aller entstandenen Gasmoleküle
in den reaktionsbereiten Zustand, insgesamt eine Stabilisierung
erfährt.
Diese Aufgabe wird durch die Verwendung von in das flüssige
Treibstoff- bzw. Brennstoff/Oxidator-System einzubringenden
Additivmischungen, bestehend aus
- a) einer oder mehreren von gelb bis tiefschwarz gefärbten organischen Verbindungen, die hochkonjugierte f-Bindungssysteme enthalten und deren langwellige Hauptabsorptionsbanden im Wellenlängenbereich von ca. 350 bis 1200 nm liegen,
- b) einem oder mehreren organischen grenzflächenaktiven Stoffen zum Zwecke der Verringerung der Oberflächenspannung der nachstehend genannten Flüssigkeiten und
- c) organischen Lösungs- oder Suspensionsmitteln für die Komponenten a und b, insbesondere aus der Reihe Methylenchlorid, Tetrahydrofuran, Dioxan, Heptan, Octan, n-Butanol, tert.-Butanol, Pentanole, Hexanole, Heptanole, Octanole, Toluol, Xylole, Nitrobenzol, Benzylalkohol, Mesitylen, Äthylbenzol, n-Propylbenzol, Cumol, n-Butylbenzol, Isobutylbenzol, tert.-Butylbenzol, p-Cymol, flüssige Phenole, Fettamine, Ätheramine u. a.
gelöst. Das Mengengewicht der Komponenten a und b zu einander
beträgt - in Gewichtsteilen - ca. 0,5 bis 10 : 1.
Die als Lösungs- oder Suspensionsmittel für die beiden Komponenten
a und b fungierende Komponente c wird in einer Menge
eingesetzt, ausreichend um eine vollständige Lösung oder
stabile Suspension der beiden Komponenten herzustellen.
Die Kombination der beiden Komponenten a und b ist im Verbrennungssystem
in einer Menge von 2,5 bis 18 Gewichtsprozent,
bezogen auf die Gesamtmenge des in die Brennkammer
eingedüsten Treib- bzw. Brennstoffes, des Oxidators und der
vorgenannten jeweiligen Additivmischung, enthalten.
Die erfindungsgemäß verwendbaren Additivmischungen sind als
Mittel zur Erhöhung der Verdampfungs- und der Verbrennungsgeschwindigkeit
sowie der Verbrennungsstabilität von flüssigen
Treib- oder Brennstoffen (inkl. Oxidatoren) in Raketentriebwerken
geeignet (Komponente c: vergleiche Anspruch 1).
Aber auch in anderen Hochleistungsbrennanlagen, wie Düsentriebwerken,
allgemein Gasturbinen, Hochtemperaturöfen
und -feuerungsanlagen, beispielsweise Schmelzöfen, Müllverbrennungsanlagen,
chemischen Hochtemperaturreaktoren etc.
in denen ähnliche Störungen, resultierend aus Verbrennungsinstabilitäten,
mit schädlichen Wirkungen, wie Lärm oder
Materialverschleiß auftreten können, lassen sich diese
Additivmischungen erfolgversprechend verwenden.
Alle flüssigen Treib- und Brennstoffe (inkl. Oxidator)
bzw. Treib- und Brennstoffmischungen für Raketentriebwerke
und andere Hochleistungsbrennanlagen, die im praktischen
Betrieb zur Ausbildung von Verbrennungsinstabilitäten mit
auftretenden schädlichen Schwingungen neigen, erfahren durch
die Inkorporation der erfindungsgemäß verwendbaren Additivmischungen
prinzipiell eine Verbesserung ihrer Verbrennungsstabilitäten
bzw. völlige Ausschaltung von auf unvollständiger
Verbrennung beruhenden Störungen. Diese Additivmischungen
werden im genannten Sinn, insbesondere in den
folgenden, häufig verwendeten, flüssigen, teilweise kryogenen
Treibstoffen oder Treibstoffgemischen wirkungsvoll
eingesetzt: flüssiger Wasserstoff, flüssiger Sauerstoff,
Hydrazin, unsymmetrisches Dimethylhydrazin, Alkohole,
Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise Kerosin, flüssiger
Ammoniak.
Die den Ansprüchen 2 bis 19 zu entnehmenden bevorzugten
und besonders vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung
verdeutlichen die in ihr enthaltenen Möglichkeiten der
mannigfaltigen Ausgestaltung. Diese ist aber erforderlich,
weil auch die zu erzielenden erwünschten Wirkungen im
Rahmen der zu lösenden Aufgabe mitunter abgestuft sein
müssen, wegen der Verschiedenartigkeit der chemischen
Zusammensetzung und der Anwendungsbreite der jeweils einzusetzenden
Treib- und Brennstoffe sowie der unterschiedlichen
physikalischen Gegebenheiten im Verbrennungsprozeß,
bedingt durch die jeweiligen konstruktiven Besonderheiten
der Brennkammern.
Die Einführung der erfindungsgemäß verwendeten Kombinationen
der beiden Gemischkomponenten a und b in das flüssige
Treibstoff- bzw. Brennstoff/Oxidator-System beeinflußt den
Chemismus des Verbrennungsvorganges in der Brennkammer
entscheidend in Richtung weitestgehender Ausschaltung
(Amplitudenverringerung) der niederfrequenten und der hochfrequenten
Schwingungen. Die beiden Komponenten wirken in
dem System synergistisch: Die Komponente a verstärkt insgesamt
die Wirkung des Anteils an Strahlungsenergie beträchtlich,
die Komponente b setzt die Oberflächenspannung
der Flüssigkeitströpfchen und somit die Verdampfungswärme
herab. Daraus resultieren
- 1) ein schnelleres, gleichmäßigeres und vollständigeres Verdampfen der Flüssigkeitströpfchen innerhalb einer kürzeren Laufzeit τ sowohl durch Aufheizen mittels Strahlungsenergie als auch durch Herabsetzen der Verdampfungsenergie infolge Verminderung der Oberflächenspannung der Flüssigkeitströpfchen,
- 2) eine schnelle, allseitig in allen Zonen der Vermischung und Verbrennung gleichmäßige starke Aufheizung der nach 1) entstandenen Gasmoleküle auf den aktivierten, reaktionsbereiten Zustand der Zündtemperatur innerhalb der Laufzeit τ unter der gegebenen Voraussetzung des hohen Betrages für den Temperaturgradienten der Zeit und des Weges.
Der durch die Verwendung der Komponenten a in flüssigen
Treibstoffen ausgelöste Wirkungsmechanismus beruht auf
gewissen, physikalisch-chemisch begründeten Eigenschaften
der farbigen Verbindungen, die sich aus deren Molekülstruktur
ableiten lassen.
Dieser Wirkungsmechanismus und seine Ursachen werden im
folgenden zweckmäßigerweise näher erläutert. Zum besseren
Verständnis des Wesens der Erfindung kann auf diesbezügliche
detaillierte Ausführungen nicht verzichtet werden.
Die farbigen organischen Verbindungen enthalten bekanntlich
durchwegs hochkonjugierte f-Bindungssysteme (konjugierte
Kohlenstoff/Kohlenstoff-Doppelbindungssysteme
[chromophore Gruppen, gegebenenfalls kombiniert mit auxochromen
Gruppen]). Diese verleihen dem Molekül die Eigenschaft,
im langwelligen UV-Bereich, im sichtbaren
und/oder ultraroten Spektralbereich die elektromagnetische
Strahlung zu absorbieren, zu emittieren und zu
reflektieren (auch Fluoreszenz). Die Wellenlänge λ max
für die Hauptabsorptionsbande der jeweiligen farbigen
organischen Verbindung wächst einerseits mit der Anzahl
der Doppelbindungen in der nicht unterbrochenen Resonanzkette,
andererseits mit dem Grad der Delokalisierung
der π-Elektronen in der konjugierten Kette. Beispielsweise
absorbieren die erfindungsgemäß verwendeten
Cyaninfarbstoffe bei wesentlich größeren Wellenlängen
als die erfindungsgemäß verwendeten symmetrischen
1,ω-Diphenylpolyene bei gleicher Anzahl π-Bindungen
in den beiden zu vergleichenden konjugierten Ketten. Der
Grund für die Wellenlängendifferenz ist darin zu sehen,
daß die π-Elektronen im Diphenylpolyenmolekül einen
relativ niedrigen Delokalisierungsgrad aufweisen,
während sie im Cyaninfarbstoffmolekül, welches als
positiv geladenes Ion vorliegt, infolge der symmetrischen
Verteilung der positiven Ladung (symmetrische Ladungsresonanz)
über das ganze Molekül hinweg quasi vollständig
delokalisiert sind, sich im Zustand eines sich entlang
der Kette frei beweglichen eindimensionalen Elektronengases
befinden. Die Energiedifferenz zwischen dem obersten
besetzten π-Elektronengasterm des Grundzustandes und dem
ersten angeregten Term (1. Elektronensprung), in welchem
sich das Sprungelektron nach dem Sprung bewegt, ist bei
den Cyaninfarbstoffen kleiner als bei den 1,ω-Diphenylpolyenen.
Der Sprung eines π-Elektrons eines Diphenylpolyenmoleküls
in den ersten angeregten Zustand ist energetisch
aufwendiger, weil der oberste durch das π-Elektron
besetzte Energieterm des Grundzustandes im Diphenylpolyenmolekül
um den Betrag der Delokalisierungsenergie unter
dem entsprechenden Term im Zustand des eindimensionalen
Elektronengases liegt (Störenergie V₀ des KUHN'schen Elektronengases).
Demzufolge absorbieren also die Diphenylpolyene
bei kürzeren Wellenlängen, die Cyanine bei größeren
Wellenlängen. Der Vergleich dieser beiden Verbindungsklassen
macht deutlich, daß die Lage der Hauptabsorptionsbanden
nicht nur durch die Kettenlänge des jeweiligen konjugierten
π-Bindungssystems bestimmt ist, sondern auch durch die
Besonderheiten des molekularen Aufbaues des Molekülgerüsts.
In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, daß organische
Moleküle mehr oder weniger komplizierten Aufbaues mit
π-Bindungssystemen zwei oder mehr anregbare konjugierte
Resonanzketten in verschieden gerichteten Molekülachsen
aufweisen können; diese Strukturgegebenheit drückt sich
durch das Auftreten von mehr als einer Absorptionsbande aus.
Je nach Wellenlängendifferenz der Maxima können die ihnen
zugehörigen Banden zueinander in Superposition stehen, so
daß ein bereits, sich über einen größeren Wellenlängenbereich
erstreckendes Absorptionsspektrum resultiert.
Für die erfindungsgemäße Verwendung der Verbindungen mit
hochkonjugierten π-Bindungssystemen ist es auch von Bedeutung,
daß mit länger werdender Resonanzkette die Absorptionsstärke
der betreffenden Moleküle für elektromagnetische
Strahlung zunimmt (Zunahme des molaren Extinktionskoeffizienten
und der Oszillatorenstärke), durchaus einleuchtend,
weil mit größerer Kettenlänge auch der Wirkungsquerschnitt
des Moleküls und somit die Trefferwahrscheinlichkeit,
d. h. die Wechselwirkung der Photonen mit
den Molekülelektronen effektiver wird. Die genannten
physikalischen Moleküleigenschaften beruhen, wie unschwer
zu erkennen ist, auf anwendbar exakten Gesetzmäßigkeiten.
Deshalb und auf Grund der Mannigfaltigkeit der verschiedenartigen
Molekülstrukturen ist im Rahmen der Erfindung
die Anwendung zahlreicher Varianten zur Lösung der gestellten
Aufgabe möglich. Es können scharfe Diffferenzierungen
und Abstufungen in der Art und Stärke der erwünschten
technischen Wirkungen erzielt werden, so daß eine Flexibilität
in der Anpassung an die jeweiligen, oft unterschiedlichen
technischen Erfordernisse und schon vorhandenen
Gegebenheiten, wie Brennkammergeometrie, Einspritzgeschwindigkeiten
und -drücke für die flüssigen Treibstoffe und
den Oxidator, chemische Zusammensetzungen der Treib- und
Brennstoffe, Temperaturdifferenzen, Brennkammerdrücke etc.
gewährleistet ist.
Die mit den erfindungsgemäß verwendeten Additivmischungen
in das flüssige Treibstoff- bzw. Brennstoff/Oxidator-System
in möglichst gleichmäßiger Verteilung eingebrachten gefärbten
organischen Verbindungen mit hochkonjugierten π-Bindungssystemen,
deren langwellige Hauptabsorptionsbanden
im Wellenlängenbereich von 350 bis 1200 mm liegen, bewirken
bei der Verbrennung im gesamten Brennkammerraum durch
ihre Eigenschaft der intensiven Strahlungsabsorption, -emission
und -reflexion eine beachtliche, sprunghafte Verstärkung
des effektiven Anteils an zur Verfügung stehender und zu
verwertender Strahlungsenergie (Licht- und Wärmestrahlung)
gegenüber dem Anteil an konvektiver Wärme, verglichen mit
flüssigen Treibstoff/Oxidase-Gemischen, die solche Stoffe
nicht enthalten. Eine Destabilisierung des Verbrennungsprozesses
kann auf diese Weise weitgehend verhindert werden.
Die Moleküle der farbigen organischen Verbindungen mit
hochkonjugierter π-Bindungssystemen befinden sich nach
ihrem mit den grenzflächenaktiven Stoffen gemäß Komponente
b gemeinsamen Einbringen in das Treibstoff- bzw.
Brennstoff/Oxidator-Gemisch in diesem in der Brennkammer
in gleichmäßiger Verteilung und der erforderlichen
Konzentration. Verglichen mit den Treibstoff- bzw.
Brennstoff- und den Oxidatormolekülen haben die Moleküle
der farbigen Verbindungen eine beachtliche Größe, gleichbedeutend
mit einem großen Wirkungs- bzw. Einfangquerschnitt
sowie einer größeren Trefferwahrscheinlichkeit
für Photonen.
Diese Moleküle absorbieren somit insgesamt einen größeren
Anteil der aus dem heißen Verbrennungszentrum stammenden
Primärstrahlung, bis zu einem gewissen Grad auch den Anteil,
der sonst in unmittelbarer Nähe des Verbrennungszentrums
in konvektive, nur langsam transportierbare
Wärme umgewandelt würde. Ferner absorbieren sie noch
einen Anteil derjenigen Licht- und Temperaturstrahlung,
die anderenfalls ungenutzt ohne nennenswerte Wechselwirkung
mit den Treibstoff- bzw. Brennstoff/Oxidatormolekülen
durch die einzelnen Gemischzonen hindurch nach außen abstrahlen
würde. Die von den Molekülen der farbigen organischen
Verbindungen absorbierte Strahlung wird wieder
emittiert als Sekundärstrahlung, die ihrerseits entweder
die sie umgebende flüssige oder gasförmige Treibstoffphase
aufheizt und aktiviert auf die Energiehöhe des reaktionsbereiten
Zustandes oder auf jeweils andere farbige Moleküle
entsprechend Komponente a übertragen wird. Es erfolgt
wiederum Absorption und Emission, wobei ein Teil der
emittierten Strahlung, wie schon dargelegt, für die Aufheizung
der Treibstoffpartikel, ein anderer Teil für die
Übertragung auf die Moleküle der farbigen Verbindungen
zur Verfügung steht. Dieser Vorgang wiederholt sich allseitig
beliebig oft nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden
Moleküle der farbigen Verbindungen gemäß Komponente a.
Die bei der Verbrennung primär entstehende Strahlungsenergie
wird auf diese Weise ohne wesentliche Verluste gleichmäßig
und sehr schnell (Lichtgeschwindigkeit) nach allen
Richtungen vom Zentrum der Verbrennung aus über die als
Strahlungsüberträger fungierenden farbigen organischen
Moleküle an die in allen Verbrennungszonen, auch in den
Randzonen befindlichen Treibstoffpartikel zu deren Aufheizung
und Aktivierung weitergegeben. Der Anteil der
konvektiven Wärme, der sich vom Verbrennungszentrum aus
ohnehin viel zu langsam fortbewegt, um die Treibstofftröpfchen
oder -gase noch vor ihrem Eintreffen in den
Reaktionszonen aufheizen und aktivieren zu können, wird
geringer zugunsten des Anteils an Strahlungsenergie.
Gleichfalls wird der Anteil an Strahlungsenergie, der bei
Fehlen der Komponente a ungenutzt nach außen abstrahlt,
durch die Anwesenheit der Moleküle der Komponenten a
in allen, auch in den Randzonen der Verbrennung wieder
stärker in den Aufheiz- und Aktivierungsvorgang einbezogen,
indem entsprechend der statistischen räumlichen Verteilung
der Strahlungsenergie ein bestimmter Prozentsatz derselben
wieder in die Richtung des Reaktionsknäuels zurückemittiert
wird. Ein bestimmter Anteil der im Verbrennungszentrum
entstehenden primären Strahlungsenergie wird von den Molekülen
der Komponente a nicht absorbiert, sondern reflektiert.
Auch dieser Anteil kann im Sinne einer Aktivierung
der flüssigen und gasförmigen Treibstoffe bzw. der Oxidatoren
noch wirksam werden.
Die Anwesenheit der Verbindungen der Komponenten a in den
Treibstoff- bzw. Brennstoff-Oxidatorgemischen der Brennkammer
bedeutet die Bildung eines korrespondierenden Systems
von gleichmäßig verteilten absorbierenden, emittierenden
und reflektierenden Temperatur- und Lichtstrahlern, die
jeder für sich in seinem Bereich ein allseitig Strahlung
aufnehmendes und aussendendes Zentrum darstellen. Insgesamt
bewirkt dieses System, wie nach den vorstehenden Ausführungen
leicht einzusehen ist, eine beachtliche Konzentration
und Verstärkung der Strahlenenergie über den gesamten Bereich
des Reaktionsgeschehens hinweg. Dieser erzielte
Effekt hat eine gleichmäßigere Verdampfung, eine Erhöhung
der Verdampfungsgeschwindigkeit, des Umsatzes an Treibstoff
bzw. Brennstoff (einschließlich Oxidator) und somit der
Verbrennungsgeschwindigkeit zur Folge. Daraus resultieren
letztlich eine Erhöhung der Temperatur und somit der Geschwindigkeit
des Austrittsstrahles. Insgesamt wird die angestrebte
Stabilisierung der Verbrennung unter gleichzeitiger Verminderung
der störenden und gefährlichen akustischen Schwingungen
erreicht.
Für die erfindungsgemäße Verwendung eignen sich als Komponente
a prinzipiell alle gefärbten organischen Verbindungen,
die hochkonjugierte π-Bindungssysteme mit Hauptabsorptionsbanden
im Bereich von 350 bis 1200 nm enthalten. Es sind dies
im allgemeinen Verbindungen mit den folgenden Komplementärfarben:
gelblichgrün, gelb, gelborange, orange, orangerot,
rot, purpur, violett, indigoblau, blau, blaugrün, grün,
schwarz. Die ihnen zuzuordnenden Spektralfarben sind, vom
UV-Bereich ausgehend: violett (gelblichgrün), blau(gelb),
grünlichblau(orange), bläulichgrün(rot), grün(purpur),
gelblichgrün(violett), gelb(blau), orange(grünlichblau),
rot(bläulichgrün). Es schließt sich der Ultrarotbereich an.
Schwarzfarbige Verbindungen absorbieren bekanntlich nahezu
die gesamte sichtbare Strahlung und zumeist auch Bereiche
der Ultrarotstrahlung.
Da mit Verschiebung der Hauptabsorptionsbanden in Richtung
längerer Wellen die Absorptionsstärke (molarer Extinktionskoeffizient
und Oszillatorenstärke) und somit auch die
Emissionsstärke zunimmt, wird im Hinblick auf die Erzielung
möglichst hoher Strahlungsintensität und Energiedichte die
Anwendung farbiger organischer Verbindungen in der nachstehenden
Reihenfolge ihrer Komplementärfarben rot→ violett→
blau→ blaugrün→ schwarz ansteigend effektiver. Bei
den in Raketentriebwerken für flüssige Treibstoffe herrschenden
Verbrennungstemperaturen bis zu 4000°C erfolgt dann zudem
noch ein sprunghafter Anstieg der Intensität der Emissionsstrahlung
mit Verschiebung des Bandenmaximums nach kürzeren
Wellenlängen. Für bestimmte Triebwerksysteme mit bestimmten
Treibstoffkombinationen, in denen beispielsweise
die Instabilität der Verbrennung und die damit verbundene
Ausbildung störender akustischer Schwingungen stärker und
von solcher Art sind, daß ihre Beseitigung nur durch intensivste
energetisch breitgefächerte Strahlung im längerwelligen
Spektralbereich (breites Absorpt.-Spektr.) erfolgen
kann, ist es zweckmäßig und günstig schwarzfarbige oder
bläulichgrüne bis violette bis rotfarbene organische Verbindungen
bzw. derartige Farbstoffe wechselnder Konzentration,
in das Treibstoff- bzw. Brennstoff-/Oxidatorsystem
einzuführen. In anderen Fällen wiederum, in welchen
energiereichere Strahlung aber von geringerer Intensität
erforderlich ist, sind farbige Verbindungen oder Farbstoffe
zu verwenden mit Hauptabsorptionsbanden im kürzerwelligen
Spektralbereich. Je nach spezieller Aufgabe können
auch Kombinationen von zwei oder mehr farbigen Verbindungen
bzw. Farbstoffen mit spezifischen, sich ergänzenden
Spektren zur Anwendung kommen, wenn ein bestimmter selektiver
Bereich der Absorption, Emission oder Reflexion
erforderlich ist, um eine spezielle Destabilisierung der
Verbrennung beseitigen zu können.
Die in die Reaktionszonen der Verbrennung inkorporierten
farbigen organischen Verbindungen bzw. Farbstoffe sind
in den Bereichen sehr hoher Temperaturen der chemischen
Veränderung unterworfen. In Abhängigkeit von ihrem molekularen
Aufbau werden sie nach Eintritt in die Zonen
unterschiedlich hoher Temperaturen mehr oder weniger
schnell in einen graphitähnlichen, mikrokristallinen
Pyrokohlenstoff oder in Rußpartikelchen umgewandelt.
Ihre Eigenschaft als Temperatur- oder Lichtstrahler zu
fungieren, verlieren sie deshalb aber nicht. Vielmehr
ist der graphitähnliche Kohlenstoff oder Ruß als sog.
schwarzer Körper einer der intensivsten Energiestrahler
überhaupt, ganz abgesehen davon, daß die farbigen Verbindungen
noch vor ihrer pyrolytischen Umwandlung in
elementaren Kohlenstoff als beispielsweise rote, violette,
blaue, bläulichgrüne etc. Energiestrahler ihre
Wirksamkeit voll entfalten und ihr Übergang zum schwarzen
Strahler bei Aufrechterhaltung ihrer strahlenden
Funktion innerhalb einer extrem kurzen Wirkungsdauer doch
kontinuierlich erfolgt, wobei die Emissionsstrahlung an
Intensität und spektraler Breite zunimmt und ihr Maximum
erreicht, wenn der beim jeweiligen Verbrennungsvorgang
mögliche und für ihn durch die chemische Struktur des
Strahlers bedingte, spezifische, optimale Grad an schwarzer
Strahlung vorliegt. Somit wird durch die neue technische
Lehre gleichzeitig auch das Problem mitgelöst, einen
maximale, wirksame Strahlungsenergie aussendenden schwarzen
Körper bzw. schwarzen Strahler in Form von gleichmäßig
und feinstverteiltem elementaren graphitähnlichen
oder rußartigen Pyrolysekohlenstoff in das Treibstoff- bzw.
Brennstoff-/Oxidatorsystem einer Brennkammer einzubringen.
Die Inkorporierung findet statt über die in das Gemisch
primär einzuführende Stufe der organischen farbigen Verbindungen
bzw. Farbstoffe, die in ihrer Funktion als
farbige Strahler eine bereits sehr effektive Vorstufe des
schwarzen Strahlers darstellen. Zwar würden auch andere
organische Verbindungen, die keine hochkonjugierten f-Bindungssysteme
enthalten, bei sehr hohen Temperaturen im
Treibstoff- bzw. Brennstoffgemisch pyrolytisch in elementaren
Kohlenstoff, d. h. in einen schwarzen Körper (Strahler)
umgewandelt werden, jedoch würde in dem Zeitraum bis zu
dessen Entstehung keine Verstärkung der Strahlung erfolgen
können, wie dies bei der erfindungsgemäßen Verwendung
der Komponente a der Fall ist. Diese fungiert sofort bei
ihrem Eintritt in die Brennkammer als farbiger Strahler,
ein für die Stabilisierung der Verbrennung relevantes Erfordernis.
Gemäß der Erfindung können ohnehin auch dunkle,
fast schwarze Farbstoffe verwendet werden, die sich von
einem idealen schwarzen Strahler nur noch geringfügig unterscheiden.
Das Einbringen von nur ausschließlich Kohlenstoffteilchen
in die Brennkammer gemeinsam mit den Treib- bzw. Brennstoffen
und Oxidatoren zum Zwecke der Anwesenheit von schwarzen
Körpern bzw. schwarzen Strahlern in sämtlichen Reaktionszonen
wäre im Hinblick auf eine optimale Stabilisierung
der Verbrennung erstrebenswert. Die Schwierigkeit, diesen
Weg zu beschreiten, liegt aber darin, daß die Kohlenstoffteilchen
in den einzudüsenden Suspensionen meistens unterschiedliche
Größen haben, nicht fein genug verteilt sind,
und zu Agglomerationen neigen. Dieser Umstand schließt
aber die Möglichkeit einer unzulänglichen Stabilisierung
der Verbrennung ein.
Wie oben schon erwähnt worden ist, eignen sich als Komponente
a prinzipiell alle gefärbten organischen Verbindungen
bzw. Farbstoffe, die hochkonjugierte π-Bindungssysteme
mit Hauptabsorptionsbanden im Bereich von 350 bis
1200 nm enthalten. Beispielsweise können die folgenden
Verbindungs- und Farbstoffklassen verwendet werden:
Azofarbstoffe, Anthrachinonfarbstoffe, Chinacridonfarbstoffe,
Phthaleinfarbstoffe, Cyaninfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe,
Polymethinfarbstoffe, Indigofarbstoffe,
Triphenylmethanfarbstoffe, Benzanthronfarbstoffe, Anthanthronfarbstoffe,
Carbazolfarbstoffe, Carotinoide, Dibenzpyrenchinone,
Polyphenylene, Tetracarboximidfarbstoffe,
Phthalocyanine, Polyacetylene u. ä.
Es werden nachstehend farbige organische Verbindungen bzw.
Farbstoffe genannt, die sich aufgrund ihrer chemischen
Struktur und darauf beruhenden Eigenschaft der Licht- und
Temperaturstrahlung als besonders vorteilhaft und wirksam
im Sinne der erfindungsgemäßen Verwendung und Lösung
der Aufgabe erweisen. Es sind dies:
- 1) Die symmetrischen 1,ω-Diphenylpolyene der allgemeinen
Formel
C₆H₅-(CH=CH) n -C₆H₅worin n 4 bis 8 bedeutet.
- a) Das Diphenyloctatetraen
(Absorptionsmaxima: 361 nm, 378 nm, 402 nm; Komplementärfarbe: gelb). - b) Das Diphenyldekapentaen
(Absorptionsmaxima: 380 nm, 397,5 nm, 423 nm; Komplementärfarbe: gelborgane). - c) Das Diphenyldodekahexaen
(Absorptionsmaxima: 400 nm, 417 nm, 443 nm; Komplementärfarbe: braunorange). - d) Das Diphenyltetradekaheptaen
(Absorptionsmaxima: 412 nm, 434 nm, 462,5 nm; Komplementärfarbe: kupferbronzefarben). - e) Das Diphenylhexadekaoctaen
(Absorptionsmaxima: 428 nm, 450 nm, 480 nm; Komplementärfarbe: blaustichigkupferrot).
- a) Das Diphenyloctatetraen
- 2) Die symmetrischen Diphenylpolyenalazine der allgemeinen
Formel
C₆H₅-(CH=CH) n -CH=N-N=CH-(CH=CH) n -C₆H₅worin n 2 bis 4 bedeutet.
- a) Das Diphenylpentadienalazin
(Absorptionsmaximum: 383 nm; Komplementärfarbe: goldgelb). - b) Das Diphenylheptatrienalazin
(Absorptionsmaximum: 415 nm; Komplementärfarbe: rotorange). - c) Das Diphenylnonatetraenalazin (Absorptionsmaximum: 448 nm; Komplementärfarbe: blaustichigkupferrot).
- a) Das Diphenylpentadienalazin
- 3) Die symmetrischen Difurylpolyenalazine der allgemeinen
Formel
C₄H₃O-(CH=CH) n -CH=N-N=CH-(CH=CH) n -C₄H₃Oworin n 1 bis 4 bedeutet.
- a) Das Difurylacroleinazin
(Absorptionsmaximum: 380 nm; Komplementärfarbe: gelb). - b) Das Difurylpentadienalazin
(Absorptionsmaximum: 410 nm; Komplementärfarbe: goldgelborgane). - c) Das Difurylheptatrienalazin
(Absorptionsmaximum: 439 nm; Komplementärfarbe: kupferbronzefarbig). - d) Das Difurylnonatetraenalazin
(Absorptionsmaximum: 467 nm; Komplementärfarbe: blaustichigkupferrot).
- a) Das Difurylacroleinazin
- 4) Die Cyaninfarbstoffe der allgemeinen Formel
worin n 1 bis 4 bedeutet, insbesondere das
Kryptocyanin mit n=1 (1,1′-Diäthyl-4,4′-Carbocyaninjodid).
Das Kryptocyanin ist ein wirksamer Sensibilisator
für Rot und Ultrarot.
(Absorptionsmaximum: ca. 830 nm; Komplementärfarbe: rotstichigschwarz). - 5) Der tiefgrüne Farbstoff Pernigranilin der folgenden Formel:
- 6) Der Farbstoff Anilinschwarz (ein inneres Phenylphenazoniumsalz) der folgenden Formel:
- 7) Der Farbstoff Indigo der folgenden Formel: (Apsorptionsmaximum: 590 nm; Komplementärfarbe: blau in Xylol).
- 8) Der Farbstoff Violanthron der folgenden Formel: (Absorptionsmaxima: 497 nm, 530 nm, 586,5 nm; Komplementärfarbe: rotviolett; löslich in Xylol).
- 9) Der Farbstoff Isoviolanthron der folgenden Formel: (Absorptionsmaxima: 504,5 nm, 544 nm, 584,5 nm in Xylol; Komplementärfarbe: violett).
- 10) Der schwarze Farbstoff Circumanthracen der folgenden Formel:
- 11) Die blaue Verbindung Pentacen der folgenden Formel:
- 12) Die blaugrüne Verbindung Hexacen der folgenden Formel:
- 13) Der blaue Farbstoff Indanthron der Strukturformel:
- 14) Der Farbstoff Flavanthron der Strukturformel: (Absorptionsmaxima: 511 nm und 841 nm).
- 15) Der schwarze Farbstoff Indanthrenschwarz BB, der durch Nitrierung von Violanthron entsteht (Konstitution noch nicht genau bekannt).
- 16) Der Farbstoff Pyranthron der Strukturformel: (Absorptionsmaxima: 545,4 nm und 622,0 nm).
- 17) Der Farbstoff Anthanthron der Strukturformel:
- 18) Der Farbstoff Dibenzpyrenchinon der Strukturformel:
- 19) Der Benzanthronfarbstoff Anthrachinolin der Strukturformel:
- 20) Der Farbstoff Anthrachinolinchinon der Strukturformel:
- 21) Der Farbstoff Alizarinblau der Strukturformel:
- 22) Der Farbstoff Alizarin der Strukturformel:
- 23) Der Acridonfarbstoff Indanthrenrot RK der Strukturformel:
- 24) Der Farbstoff Indanthrenbraun R der Strukturformel:
- 25) Der Farbstoff Dipyrazolanthronyl aus der Reihe der Dialkyldipyrazolanthrone der allgemeinen Formel: Im Falle des Dipyrazolanthronyls ist R=H. Im Falle des Farbstoffes Indanthrenrubin R bedeutet R die Gruppe C₂H₅.
- 26) Der Farbstoff Indanthrenkhaki 2G (ein Farbstoff aus der Carbazolreihe) der Strukturformel:
- 27) Die farbigen p-Polyphenylene, z. B. das Quinquephenylen
der Strukturformel:
(Komplementärfarbe: gelborange) - 28) Der olivgrüne Farbstoff Cörulein A der Strukturformel:
- 29) Der Tetracarboximidfarbstoff cis-Indanthrenbordeau RR der Strukturformel:
- 30) Der Farbstoff Safranin T der Strukturformel:
(Absorptionsmaximum: 539 nm) - 31) Der Farbstoff Mauvein der Strukturformel:
(Absorptionsmaxima: 543,8 nm, 537,3 nm) - 32) Die Phthalocyaninfarbstoffe, z. B. das tiefblaue Cu-Phthalocyanin der Strukturformel:
- 33) Der Triphenylmethanfarbstoff Malachitgrün der Formel:
(Apsorptionsmaximum: 616,9 nm) - 34) Der Triphenylmethanfarbstoff Rosanilin der Formel:
(Absorptionsmaxima: 546,5 nm, 490 nm) - 35) Die farbigen Verbindungen Polyenaldehyde, z. B. Phenylpolyenaldehyde der Strukturformel: (Absorptionsmaxima für n=4, 5, 6: 390 nm, 405 nm, 430 nm).
- 36) Die Farbstoffe α-Carotin und β-Carotin.
- 37) Die carotinoiden Farbstoffe Lycopin, Crocetin
und Bixin
(α-Carotin: 10 konjugierte Doppelbindungen, Absorptionsmaximum 524 nm. Crocetin: 7 konjugierte Doppelbindungen, Absorptionsmaximum 482 nm;
Bixin: 9 konjugierte Doppelbindungen, Absorptionsmaximum 523,5 nm). - 38) Die Metallkomplexe organischer farbiger Verbindungen und Farbstoffe.
Die vorstehend genannten, eine repräsentative Auswahl
darstellenden farbigen Verbindungen und Farbstoffe können
je nach spezifischer Aufgabe und erwünschter Wirkung in
Abhängigkeit von ihrer Konstitution gezielt eingesetzt
werden.
Die jeweils spezifische Aufgabe resultiert aus der Art der
verwendeten Treibstoffe bzw. Brennstoffe bzw. Oxidatoren,
also des Verbrennungssystems sowie aus den konstruktiven
Gegebenheiten des Brennkammertyps. Die Besonderheiten der
verschiedenartigen Konstitutionen der Verbindungen der
Komponente a ermöglichen eine nuancierte Abstufung und
Kombination angestrebter Eigenschaften und Wirkungen durch
die spezielle Auswahl, die in Anbetracht der Kompoliziertheit
des Verbrennungsvorganges und in Anpassung an die jeweils
zu modifizierende Aufgabe erforderlich ist. Diesbezüglich
soll beispielsweise die Kombinationswirkung hervorgehoben
werden, die durch die Verwendung von Metallkomplexen organischer
farbiger Verbindungen oder Farbstoffe erzielt werden
kann. Einerseits fungieren diese Verbindungen als Energiestrahler,
andererseits aktivieren sie infolge ihrer verstärkten
katalytischen Wirksamkeit die Verbrennungsreaktion in
der Brennkammer. Das Kupfernaphthalocyanin ist ein herausragender
spezieller Vertreter dieser anwendungstechnisch
bedeutenden, in ihrer chemischen und physikalischen Mannigfaltigkeit
interessanten Klasse von Verbindungen, auch
wegen der Funktion des Kupfers als sehr wirksamer Oxidationskatalysator
in Verbrennungsprozessen. Ferner ist eine
zusätzliche Aktivierung der Treibstoffmoleküle und der damit
verbundenen Erhöhung der Verbrennungsgeschwindigkeit
und Stabilisierung der Verbrennung dadurch gegeben, daß
man solche farbigen Verbindungen oder Farbstoffe als
Komponente a in das Verbrennungssystem einführt, die nach
Möglichkeit nennenswerte bis hohe Beträge für ihre Dipolmomente
und Dielektrizitätskonstanten aufweisen. Verbindungen,
die diese Eigenschaften besitzen, induzieren in
den sie umgebenden Molekülen, z. B. in Treibstoffmolekülen
eine Polarisierung der elektrischen Ladungen, gleichbedeutend
mit einem Zuwachs an Energiehöhe und Heranführen
an den reaktiven, aktivierten Zustand. Die Größe der Dipolmomente
und der Dielektrizitätskonstanten kann bekanntlich
aus der chemischen Konstitution der Moleküle grob
geschätzt werden. Sie läßt sich aber auch exakt messen
und berechnen.
Bei Berücksichtigung der existierenden - fas schon gesetzmäßigen
- Zusammenhänge zwischen chemischer Konstitution
und physikalisch-chemischen Eigenschaften und Wirkungen
des Verbindungstyps entsprechend Komponente a ist es demnach
möglich zur Lösung der jeweils speziellen Aufgaben
gemäß der Erfindung, d. h. zur Beseitigung jeweils spezifischer,
graduell unterschiedlicher Instabilitäten der Verbrennung,
ganz bestimmte Stoffe oder Stoffkombinationen
sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht
gezielt einzusetzen.
Auch durch die möglichen selektiven Kombinationen der Verbindungen
der Komponente a mit den Verbindungen der Komponente
b und den Lösungs- und Suspensionsmitteln der Komponente
c ist eine beachtliche Variationsbreite der erfindungsgemäßen
Anwendung der Additivmischungen gegeben. Diese ist
auch erforderlich wegen des unterschiedlichen chemischen und
physikalischen Verhaltens der verschiedenen Treibstoffmischungen
während des Verbrennungsvorganges in den verschiedenen
Brennkammersystemen.
Das Anwendungsprinzip der Erfindung beruht darauf, zunächst
den Verbrennungsvorgang von flüssigen Treibstoffmischungen
in seinen Abläufen in Versuchsbrennkammern exakt zu studieren.
Nach eventuellem Vorliegen von Versuchsergebnissen und
Daten über Art, Ursache und Stärke der Instabilitäten der
Verbrennung und durch sie bedingte störende und gefährliche
Schwingungen, kann unter Berücksichtigung der chemischen
Zusammensetzungen sowohl der Treibstoffmischungen als auch
der potentiell zur Verfügung stehenden Komponenten a, b und
c eine gezielte Auswahl von in das Verbrennungssystem einzuführenden
Additivmischungen erfolgen, die ein Optimum an
Wirksamkeit bezüglich der Beseitigung der Instabilität der
Verbrennung für das betreffende System darstellen.
Im Wesen der Erfindung liegt es aber auch, ausgewählte
Additivmischungen der genannten Art in solche Treibstoff- und
Verbrennungssysteme einzuführen, die einwandfrei ohne auftretende
Instabilitäten oder Störungen arbeiten oder bei
denen statistisch nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für
das Auftreten von Verbrennungsinstabilitäten und mechanischen
störenden Schwingungen besteht. In diesen Fällen übernehmen
die Additivmischungen nicht nur eine prophylaktische Schutzfunktion,
sondern darüber hinaus bewirken sie auch eine Erhöhung
der Verbrennungsgeschwindigkeit und gestalten den
Verbrennungsprozeß ökonomischer.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Additivmischungen enthalten
als Komponente b grenzflächenaktive Stoffe, die, wie
oben bereits erwähnt, die Eigenschaft besitzen, die Oberflächenspannung
der flüssigen Treibstoffe bzw. Brennstoffe
und der flüssigen Oxidatoren zu vermindern.
Im synergistischen Zusammenwirken der beiden Gemischkomponenten
a und b wird eine gleichmäßigere und geringere
Tröpfchengröße der in die Verbrennungskammer eingedüsten
flüssigen Treibstoffe sowie deren schnellere und vollständigere
Verdampfung erzielt, gleichbedeutend mit Erhöhung
der Verbrennungsgeschwindigkeit und Stabilisierung der Verbrennung.
Die nachstehend aufgeführten Verbindungen stellen eine aus
der großen Anzahl grenzflächenaktiver Stoffe bevorzugte
Auswahl von für die Lösung der Aufgabe gemäß Erfindung
besonders geeigneter, die Oberflächenspannung der benützten
flüssigen Treibstoffe, Brennstoffe und Oxidatoren
vermindernder Verbindungen dar.
Es handelt sich hierbei um folgende Verbindungen:
Als die Oberflächenspannung vermindernde Komponente b
können in den erfindungsgemäß verwendeten Additivmischungen
jeweils einzelne der vorgenannten Verbindungen oder beliebige
zweckentsprechende Mischungen derselben fungieren.
Die optimale Auswahl der grenzflächenaktiven Stoffe hängt
weitgehend von den Zusammensetzungen der Treibstoffe ab,
jedoch bleibt auch die chemische Konstitution des Lösungsmittels
nicht ohne Einfluß auf ihre Funktion der Verminderung
der Oberflächenspannung der flüssigen Treib- und Brennstoffe
und Oxidatoren. Die Auswahl muß nach Möglichkeit so
erfolgen, daß ein synergistisches Zusammenwirken aller an
der Verbrennungsreaktion beteiligten Stoffe gegeben ist.
Der molekulare Aufbau, die Schmelz- und Siedepunkte sowie
die Molpolarisationen und die Dielektrizitätskonstanten
der einzelnen Verbindungen der Komponente b stellen wesentliche
Eigenschafts- und Wirkungskriterien dar, die es erlauben,
als Zusätze für die verschiedenartigen Treibstoff- bzw.
Brennstoffsysteme unschwer die geeignetsten Verbindungen
auszuwählen.
Die beiden Komponenten a und b werden in den Lösungsmitteln
oder Suspensionsmitteln entsprechend Komponente c aufgenommen.
In Form einer Lösung oder Suspension werden die erfindungsgemäß
verwendeten Additivmischungen dann in das Verbrennungssystem
eingeführt.
Die Funktion der Komponente c wird prinzipiell von den
meisten organsichen Lösungsmitteln oder Lösungsmittelgemischen
erfüllt, auch von organischen flüssigen Verbindungen
und Gemischen flüssiger Verbindungen, die a priori
nicht als Lösungsmittel ausgewiesen sind, die aber die
Eigenschaft haben, bestimmte feste organische Stoffe, wie
diejenigen der Komponente a, zu lösen. Während die Verbindungen
der Komponente b sich sehr gut in den meisten
organischen Flüssigkeiten bzw. Lösungsmitteln lösen,
sind bestimmte farbige Verbindungen und Farbstoffe der
Komponente a in verschiedenen Lösungsmitteln schwerlöslich
oder unlöslich. Für die Herstellung der erfindungsgemäß
verwendbaren Additivmischungen sind aber die im
folgenden genannten Flüssigkeiten als Lösungsmittel- und
Suspensionsmittelkomponente c besonders gut geeignet:
aromatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Alkylnaphthaline,
Diphenyle, Polyphenyle, Äthylbenzol, n-Propylbenzol,
n-Butylbenzol, Isobutylbenzol, n-Butylbenzol, Isobutylbenzol,
tert.-Butylbenzol, Toluol, Xylole, Cumol, Paracymol,
Mesitylen; Heptan, Octan, Nonan, n-Decan, n-Undecan,
n-Dodecan, n-Tridecan, 3-Methylpentan; Alkohole,
z. B. Äthanol, Propanol, 1-Butanol, 1-Pentanol, 1-Hexanol,
1-Heptanol, 1-Octanol, Isopropylalkohol, Isobutylalkohol,
sek.-Butylalkohol, tert.-Butylalkohol, Isopentylalkohol,
aktiver Amylalkohol ((-)-2-Methyl-1-Butanol), tert.-Pentylalkohol,
Cyclopentanol, Cyclohexanol, Benzylalkohol,
α-Phenyläthylalkohol, β-Phenyläthylalkohol; flüssige
Phenole, z. B. Alkylarylphenole, vorzugsweise Gemische
zwischen Alkylarylphenolen und Kohlenwasserstoffen (es
erfolgt kein Auskristallisieren der Farbstoffe); Äther,
z. B. Tretrahydrofuran, Dioxan, Phenetol, Anisol, Di-n-Butyläther;
Amine, z. B. Methyanilin, o-Toluidin, m-Toluidin,
m-Chloranilin, 2-Butylamin, Cyclohexylamin, Benzylamin,
α-Phenyläthylamin, β-Phenyläthylamin; vorzugsweise
Fettamine mit 6 bis 36 C-Atomen, Ätheramine mit mindestens
einem O-Atom, insbesondere Gemische aus 15% Fettaminen
und Ätheraminen; Methylenchlorid.
Die Löslichkeit der verschiedenartig strukturierten farbigen
Verbindungen oder Farbstoffe kann in den zahlreichen als Lösungsmittel
fungierenden Flüssigkeiten sehr unterschiedlich
sein. In durch systematische Einstellung erhaltenen Lösungsmittelgemischen
wird im allgemeinen eine Erhöhung der Löslichkeit
für die Verbindungen der Komponente a erzielt. Bei
der Auswahl des jeweils geeigneten Lösungsmittels sind
selbstverständlich die chemischen Konstitutionen sowohl der
zu lösenden Verbindungen der Komponente a als auch des Lösungsmittels
zu berücksichtigen. Die Art und Stärke der
Wechselwirkungen zwischen den Molekülen des Lösungsmittels
und des zu lösenden Stoffes und das daraus resultierende
Lösungsvermögen hängen hauptsächlich von den folgenden konstitutionellen
und sich aus ihnen ergebenden physikalischen
Eigenschaften ab:
- 1) Art und Anzahl der die jeweiligen Moleküle aufbauenden Atome sowie prozentualer Anteil der einzelnen Atomarten.
- 2) Molekülgröße und Art des Aufbaues der Moleküle (Art der Aufeinanderfolge der Atome, Verbindungsklasse, funktionelle Gruppen).
- 3) Molekülgeometrie, insbesondere Konfiguration, Grad der Symmetrie (Art der Ringbildungen, Kettenlängen).
- 4) Bindungstypus (Einfachbindungssystem, Doppelbindungssystem, insbesondere konjugierte Doppelbindungssysteme, Ladungsresonanz, Komplexbildungstendenz (Ionenkomplex, semipolarer Komplex, Charge-Transfer-Komplex), Salzbildungstendenz, Wasserstoffbrückenbindung, chemische Bindungskräfte 2. Ordnung, z. B. von der Waals'sche Bindungskräfte, induktive Feldwirkungen).
- 5) Aus der Konstitution sich ergebende physikalische Eigenschaften wie das Dipolmoment, die Molpolarisation und die Dielektrizitätskonstante.
Nach Eruierung der vorstehend genannten Eigenschaften sowohl
des Lösungsmittels als auch des zu lösenden Stoffes ist es
bei Anwendung bestimmter Regeln und auf Grund theoretischer
Überlegungen sowie durch einfache Experimente möglich, für
jeden zu lösenden Stoff das optimale Lösungsmittel herauszufinden.
Eine Faustregel ist es beispielsweise, daß sich
ein Stoff in einem Lösungsmittel um so besser löst, je mehr
sich beide in ihren konstitutionellen und physikalischen
Eigenschaften ähnlich sind (similia similibus solvuntur).
Insofern gewisse Verbindungen der Komponente a in den angegebenen
Lösungsmitteln auch bei höheren Temperaturen
schwer löslich sein sollten, ist es erforderlich, stabile
kolloidale Lösungen oder Suspensionen dieser Verbindungen
herzustellen, indem man sie in Kolloidmühlen zu feinsten
Partikelchen vermahlt und sie unter sehr schnellem, kontinuierlichem
Verrühren in das mit der Komponente b vermischte
Lösungsmittel bzw. Suspensionsmittel langsam und
in kleinen, gleichmäßigen Anteilen einträgt.
Die Komponenten a und b werden in einem Gewichtsverhältnis
zueinander von ca. 0,5 bis 10 : 1 eingesetzt. Die Komponente c
ist in den erfindungsgemäß verwendbaren Additivmischungen in
einer Menge vorhanden, die ausreicht, um die Komponenten a
und b vollständig in Lösung zu halten oder um eine stabile
kolloidale Lösung oder stabile Suspension der beiden Komponenten
bilden zu können.
Die Kombination der beiden Komponenten a und b wird in einer
Menge von ca. 2,5 bis 18 Gewichtsprozent, bezogen auf die
Gesamtmenge des in die Brennkammer eingedüsten Treib- bzw.
Brennstoffes, des Oxidators und der jeweiligen Additivmischung,
in das Verbrennungssystem inkorporiert.
Die Einführung der Additivmischungen in das Verbrennungssystem,
d. h. in die Treib- oder Brennstoffe und den Oxidator,
kann in den Treibstoff- oder Brennstofftanks oder bereits
vor dem Füllen derselben durch die üblichen geeigneten
Mischverfahren erfolgen.
Die Additivmischungen können aber auch aus einem separaten
Behälter für die Zusatzstoffe direkt in die Brennkammer in
den Treibstoff bzw. Brennstoff und den Oxidator eingedüst
werden, und zwar in gleichmäßiger, symmetrischer Verteilung
unmittelbar nach deren Austritt aus den jeweiligen Tanks.
Die Austrittsdüsen des Behälters für Zusatzstoffe befinden
sich hierbei in optimaler geometrischer Anordnung und geringster
Entfernung von den Austrittsdüsen für die Treib-
und Brennstoffe und den Oxidator.
Ferner kann das Additivgemisch auch in den Treib- bzw.
Brennstoff und in den Oxidator getrennt eingespritzt werden,
und zwar in die Zuführungen zur Brennkammer unmittelbar
vor deren Eindüsung in die Brennkammer. Auf diese
Weise erfolgt bereits vor der Eindüsung der Flüssigkeiten
in die Brennkammer eine gute Durchmischung aller an der
Verbrennung teilnehmenden Reaktanten.
Das Einspritzen der Additivmischungen in die Brennkammer
aus einem separaten Behälter für Zusatzmischungen hat
hauptsächlich auch den Vorteil, daß solche Additivmischungen,
die
- 1) in Form von Lösungen vorliegen, welche mit gewissen Treib- bzw. Brennstoffen oder Oxidatoren nun keine stabilen, homogenen Lösungen mehr in den Tanks zu bilden vermögen, oder die
- 2) in Form von kolloidalen Lösungen oder Suspensionen vorliegen und deshalb ebenfalls mit Treibstoffen, Brennstoffen und Oxidatoren keine stabilen, homogenen Mischungen zu bilden vermögen,
mit hohem Wirkungsgrad in der Brennkammer die vorgesehene
Funktion erfüllen.
Farbige Verbindungen der Komponente a, die als Energiestrahler
und Überträger von Licht- und Wärmestrahlung ausgezeichnete
Eigenschaften besitzen, sich eventuell jedoch in
organischen Lösungsmitteln nur schwer lösen, können durch
die letztgenannte Methode dennoch problemlos und erfolgreich
im erfindungsgemäßen Sinne verwendet werden.
Es besteht schließlich die Möglichkeit, Additivmischungen,
enthaltend farbige Verbindungen der Komponente a, die bei
Zimmertemperatur in hochsiedenden organischen Lösungsmitteln
schwerlöslich, bei höheren Temperaturen aber leichtlöslich
sind, in dem separaten Behälter für Zusatzstoffe
elektrisch bis maximal unterhalb der Siedetemperatur des
Lösungsmittels aufzuheizen und dann in die Brennkammer
einzudüsen.
Claims (22)
1. Verwendung von Additivmischungen, bestehend aus
- a) einer oder mehreren von gelb bis tiefschwarz gefärbten organischen Verbindungen, die hochkonjugierte f-Bindungssysteme enthalten und deren langwellige Hauptabsorptionsbanden im Wellenlängenbereich von ca. 350 bis 1200 nm liegen.
- b) einem oder mehreren organischen grenzflächenaktiven Stoffen zum Zwecke der Verringerung der Oberflächenspannung der nachstehend genannten Flüssigkeiten und
- c) organischen Lösungs- oder Suspensionsmitteln für die Komponenten a und b, insbesondere aus der Reihe aromatische Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise Alkylnaphthaline, Diphenyle, Polyphenyle, Äthylphenyle, Äthylbenzol, n-Propylbenzol, Isopropylbenzol, n-Butylbenzol, Isobutylbenzol, tert.-Butylbenzol, Toluol, Xylole, Cumol, Paracymol, Mesitylen; aliphatische Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise n-Hexan, 1-Methylpentan, 3-Methylpentan, n-Heptan, Isoheptane, n-Octan, Isooctane, n-Nonan, Isononane, n-Decan, Isodecane, n-Undecan, Isoundecane, n-Dodecane, Isododecane, n-Tridecan, Isotridecane; Alkohole, vorzugsweise Methanol, Äthanol, 1-Propanol, Isopropanol, 1-Butanol, Isobutylalkohol, sek.-Butylalkohol, tert.-Butylalkohol, 1-Pentanol, Isopentylalkohol, aktiver Amylalkohol, tert.-Pentylalkohol, Cyclopentanol, Cyclohexanol, Benzylalkohol, α-Phenyläthylalkohol, β-Phenyläthylalkohol; flüssige Phenole, vorzugsweise Alkylarylphenole, das Auskristallisieren von Farbstoffen verhindernde Gemische aus Alkylarylphenolen und Kohlenwasserstoffen; Äther, vorzugsweise Tetrahydrofuran, Dioxan, Phenetol, Anisol, Diäthylbenzyläther, Di-n-Butyläther; Amine, vorzugsweise Methylanilin, o-Toluidin, m-Toluidin, m-Chloranilin, 2-Butylamin, Cyclohexylamin, Benzylamin, α-Phenyläthylamin, β-Phenyläthylamin; vorzugsweise Fettamine mit 6 bis 36 C-Atomen, Ätheramine mit mindestens einem O-Atom, insbesondere Gemische aus 15% Fettaminen und 85% Ätheraminen; Methylenchlorid
als in flüssige Treib- und Brennstoffe, insbesondere in flüssigen
Wasserstoff, Ammoniak, Hydrazin, Alkohole, Amine und/oder
Kohlenwasserstoffe, vorzugsweise Kerosin sowie gegebenenfalls
auch in den flüssigen Oxidator einzubringendes Mittel zur Erhöhung
ihrer Verdampfungs- und ihrer Verbrennungsgeschwindigkeit
sowie zur Verbesserung der Verbrennungsstabilität in
Raketenbrennkammern für Flüssigkeitsraketen und in Hochleistungsbrennanlagen,
wobei das Mengenverhältnis der Komponenten
a und b zueinander - in Gewichtsteilen - ca. 0,5 bis 10 : 1 beträgt,
eine zur vollständigen Lösung der Komponenten a und b oder zur
Herstellung einer stabilen Suspension der Komponenten a und b
ausreichende Menge der als Lösungsmittel oder Suspensionsmittel
fungierenden Komponenten c einzusetzen ist und wobei die Kombination
der Komponenten a und b in einer Menge von ca. 2,5 bis
18 Gewichtsprozent, bezogen auf die Gesamtmenge des in die
Brennkammer eingedüsten Treib- bzw. Brennstoffes, des Oxidators
und der vorgenannten Additivmischung, im Verbrennungssystem
enthalten ist.
2. Verwendung von Additivmischungen nach Anspruch 1,
enthaltend als Komponente a eine oder mehrere gefärbte
organische Verbindungen aus der Reihe
symmetrische 1,l-Diphenylpolyene der allgemeinen Formel
C₆H₅-(CH=CH) n -C₆H₅worin n 3 bis 8 bedeutet;
symmetrische Diphenylpolyenalazine der allgemeinen FormelC₆H₅-(CH=CH) n -CH=N-N=CH-(CH=CH) n -C₆H₅worin n 2 bis 4 bedeutet; symmetrische Difurylpolyenalazine der allgemeinen FormelC₄H₃O-(CH=CH) n -CH=N-N=CH-(CH=CH) n -C₄H₃Oworin n 1 bis 4 bedeutet; Cyaninfarbstoffe der allgemeinen Formel worin n 1 bis 4 bedeutet, insbesondere Kryptocyanin; Pernigranilin, Anilinschwarz; Indigofarbstoffe; Violanthron, Isoviolanthron, nitriertes Violanthron (Indanthrenschwarz BB), Circumanthracen; Benzanthronfarbstoffe, insbesondere Indanthron, Flavanthron, Pyranthron, Perylen, Caledonjadegrün (Indanthrenbrillantgrün FFB); Carbazolfarbstoffe, insbesondere Indanthrenbraun R; Dibenzpyrene; Anthanthronfarbstoffe, insbesondere Anthanthron; Dibenzpyrenchinone, insbesondere Indanthrengoldgelb GK; Anthrachinolin, Anthrachinolinchinon; Alizarinfarbstoffe; Acridonfarbstoffe; Dialkylpyrazolanthronfarbstoffe; Pentacen, Hexacen, Polyacetylene; Carotinoide; Polyphenylene; Cörulein A; Tetracarboximidfarbstoffe; Safranin T, Mauvein; Phthalocyaninfarbstoffe, insbesondere Kupferphthalocyanin; Triphenylmethanfarbstoffe, Phenylpolyenaldehyde, Metallkomplexe organischer farbiger Verbindungen oder Farbstoffe.
symmetrische Diphenylpolyenalazine der allgemeinen FormelC₆H₅-(CH=CH) n -CH=N-N=CH-(CH=CH) n -C₆H₅worin n 2 bis 4 bedeutet; symmetrische Difurylpolyenalazine der allgemeinen FormelC₄H₃O-(CH=CH) n -CH=N-N=CH-(CH=CH) n -C₄H₃Oworin n 1 bis 4 bedeutet; Cyaninfarbstoffe der allgemeinen Formel worin n 1 bis 4 bedeutet, insbesondere Kryptocyanin; Pernigranilin, Anilinschwarz; Indigofarbstoffe; Violanthron, Isoviolanthron, nitriertes Violanthron (Indanthrenschwarz BB), Circumanthracen; Benzanthronfarbstoffe, insbesondere Indanthron, Flavanthron, Pyranthron, Perylen, Caledonjadegrün (Indanthrenbrillantgrün FFB); Carbazolfarbstoffe, insbesondere Indanthrenbraun R; Dibenzpyrene; Anthanthronfarbstoffe, insbesondere Anthanthron; Dibenzpyrenchinone, insbesondere Indanthrengoldgelb GK; Anthrachinolin, Anthrachinolinchinon; Alizarinfarbstoffe; Acridonfarbstoffe; Dialkylpyrazolanthronfarbstoffe; Pentacen, Hexacen, Polyacetylene; Carotinoide; Polyphenylene; Cörulein A; Tetracarboximidfarbstoffe; Safranin T, Mauvein; Phthalocyaninfarbstoffe, insbesondere Kupferphthalocyanin; Triphenylmethanfarbstoffe, Phenylpolyenaldehyde, Metallkomplexe organischer farbiger Verbindungen oder Farbstoffe.
3. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
und 2, enthaltend als Komponente a ein Gemisch aus gleichen
Gewichtsanteilen Diphenyloctatetraen, Diphenyldekapentaen,
Diphenyldodekahexaen, Diphenyltetradekaheptaen und Diphenylhexadekaoctaen.
4. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
und 2, enthaltend als Komponente a ein Gemisch aus Diphenyldodekahexaen,
Diphenyltetradekaheptaen
und Diphenylhexadekaoctaen in einem Gewichtsverhältnis
von 3 : 3 : 1.
5. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
und 2, enthaltend als Komponente a ein Gemisch aus
Diphenylpentadienalazin und Diphenylheptatrienalazin in
einem Gewichtsverhältnis von 0,5 bis 2 : 1.
6. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
und 2, enthaltend als Komponente a ein Gemisch aus
Diphenylheptatrienalazin und Diphenylnonatetraenalazin
in einem Gewichtsverhältnis von 0,5 bis 2 : 1.
7. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
und 2, enthaltend als Komponente a ein Gemisch aus
Difurylacroleinazin, Difurylpentadienalazin und Difurylheptatrienalazin
in einem Gewichtsverhältnis von
1 : 1 : 1 bis 2.
8. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
und 2, enthaltend als Komponente a den rotstichigschwarzen,
ein Absorptionsmaximum bei 830 nm aufweisenden
Cyaninfarbstoff Kryptocyanin.
9. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
und 2, enthaltend als Komponente a die carotinoiden
Farbstoffe Crocetin und/oder Bixin.
10. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
und 2, enthaltend als Komponente a Gemische roter bis
blauer, bis tiefgrüner, bis schwarzer Farbstoffe, deren
Absorptionsmaxima im Wellenlängenbereich von etwa
400 bis etwa 1100 nm liegen, aus der Reihe Flavanthron,
Pyranthron, Violanthron, Isoviolanthron, nitriertes
Violanthron, Anthanthron, Kryptocyanin, Indigofarbstoffe,
Indanthron, Pernigranilin, Anilinschwarz, Bixin, α-Carotin,
Perylen, Dibenzpyren, Dibenzpyrenchinone, wobei die
im Bereich längerer Wellen als 600 nm absorbierenden
Farbstoffe zu einem höheren Gewichtsanteil in den jeweiligen
Gemischen vorhanden sind.
11. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1, 2
und 10, enthaltend als Komponente a Gemische roter bis
blauer, bis tiefgrüner, bis schwarzer Farbstoffe, deren
Absorptionsmaxima im Wellenlängenbereich von etwa 500 bis
etwa 1000 nm liegen, sowie einzelne Farbstoffe oder Farbstoffgemische
gelber bis gelborangener bis orangeroter bis
roter Komplementärfarbe, deren Absorptionsmaxima im Wellenlängenbereich
von etwa 350 bis etwa 500 nm liegen, aus der
Reihe symmetrische Diphenylpolyene, Diphenylpolyenalazine,
Difurylpolyenalazine, Phenylpolyenaldehyde, wobei die beiden
sich durch das Absorptionsspektrum unterscheidenden Farbstofftypen
in einem Gewichtsverhältnis von 0,5 bis 2 : 1 in der
organischen Farbstoffkomponente vorliegen.
12. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
bis 11, enthaltend als organische, grenzflächenaktive
Gemischkomponente Verbindungen der allgemeinen Formel
C m H2m+1-C₆H₄-O-(CH₂-CH₂-O) n -Hworin m 1 bis 10 und n 1 bis 16 sein kann.
13. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
bis 11, enthaltend als organische, grenzflächenaktive
Gemischkomponente Verbindungen aus der Reihe
Ethylenoxid, Dioxan, Dipropyläther, Diisopropyläther.
14. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
bis 11, enthaltend als organische, grenzflächenaktive
Gemischkomponente Verbindungen aus der Reihe
Hexanol, Laurylalkohol, Cyclohexanol, Trimethylenglykol.
15. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen 1
bis 11, enthaltend als organische, grenzflächenaktive
Gemischkomponente Verbindungen aus der Reihe
Mesityloxid, Acetylaceton, Acrolein, tert.-Butylmethylketon,
Cyclohexanon.
16. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen
1 bis 11, enthaltend als organische, grenzflächenaktive
Gemischkomponente Verbindungen aus der Reihe
Äthylamin, Propylamin, Cyclohexylamin, Dimethylamin,
Trimethylamin, Triäthylamin.
17. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen
1 bis 11, enthaltend als organische, grenzflächenaktive
Gemischkomponente Verbindungen aus der Reihe
Fluormethan, Chlormethan, Brommethan, Jodmethan, Chloräthan,
1-Chlorpropan, 2-Chlorpropan.
18. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen
1 bis 17 als in flüssige Treib- und Brennstoffe, insbesondere
flüssigen Wasserstoff, Kerosin, Hydrazin, Alkohole und/oder
Ammoniak einzubringendes Mittel zur Erhöhung der
Verdampfungs- und Verbrennungsgeschwindigkeit sowie der
Verbrennungsstabilität in Raketenbrennkammern und Hochleistungsbrennanlagen,
wobei das Mittel bereits im
Treibstoff- oder Brennstofftank inkorporiert ist.
19. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen
1 bis 17 als in flüssige Treib- und Brennstoffe, insbesondere
in flüssigen Wasserstoff, Kerosin, Hydrazin, Alkohole
und/oder Ammoniak sowie in den flüssigen Oxidator einzubringendes
Mittel zur Erhöhung der Verdampfungs- und
Verbrennungsgeschwindigkeit sowie der Verbrennungsstabilität
in Raketenbrennkammern und Hochleistungsbrennanlagen,
wobei das Mittel aus einem separaten Behälter für die
Zusatzstoffe in die Brennkammer unter gleichmäßiger
symmetrischer Verteilung in den Treib- bzw. Brennstoff
und in den Oxidator eingedüst wird unmittelbar nach deren
Austritt aus den jeweiligen Tanks.
20. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen
1 bis 17 und 19 als in flüssige Treib- und Brennstoffe,
insbesondere in flüssigen Wasserstoff, Kerosin, Hydrazin,
Alkohole und/oder Ammoniak sowie in den flüssigen Oxidator
einzubringendes Mittel zur Erhöhung deren Verdampfungs-
und Verbrennungsgeschwindigkeit sowie der Verbesserung der
Verbrennungsstabilität in Raketenbrennkammern und Hochleistungsbrennanlagen,
wobei das Mittel aus dem separaten
Behälter für die Zusatzstoffe in den Treibstoff bzw.
Brennstoff und in den Oxidator getrennt in die jeweiligen
Flüssigkeitszuführungen zur Brennkammer unmittelbar vor
deren Eindüsung in die Brennkammer eingespritzt wird.
21. Verwendung einer Additivmischung nach den Ansprüchen
1 bis 17, 19 und 20 als in flüssige Treib- und Brennstoffe,
insbesondere in flüssigen Wasserstoff, Kerosin, Hydrazin,
Alkohole und/oder Ammoniak sowie in den flüssigen Oxidator
einzubringendes Mittel zur Erhöhung deren Verdampfungs-
und Verbrennungsgeschwindigkeit sowie der Verbesserung der
Verbrennungsstabilität in Raketenbrennkammern und Hochleistungsbrennanlagen,
wobei das Mittel in dem separaten
Behälter für Zusatzstoffe elektrisch bis maximal unterhalb
der Siedetemperatur des Lösungsmittels aufgeheizt wird
und anschließend in die Brennkammer eingedüst wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883835489 DE3835489A1 (de) | 1988-05-06 | 1988-10-18 | Verwendung von additivmischungen als mittel zur erhoehung der verdampfungs- und verbrennungsgeschwindigkeit sowie der verbrennungsstabilitaet von in raketenbrennkammern oder hochleistungsbrennanlagen eingeduesten fluessigen treib- und brennstoffen |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883815605 DE3815605A1 (de) | 1988-05-06 | 1988-05-06 | Verwendung von additivmischungen als mittel zur erhoehung der verdampfungs- und verbrennungsgeschwindigkeit sowie der verbrennungsstabilitaet von in raketenbrennkammern oder hochleistungsbrennanlagen eingeduesten fluessigen treib- und brennstoffen |
| DE19883835489 DE3835489A1 (de) | 1988-05-06 | 1988-10-18 | Verwendung von additivmischungen als mittel zur erhoehung der verdampfungs- und verbrennungsgeschwindigkeit sowie der verbrennungsstabilitaet von in raketenbrennkammern oder hochleistungsbrennanlagen eingeduesten fluessigen treib- und brennstoffen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3835489A1 true DE3835489A1 (de) | 1990-04-19 |
Family
ID=25867879
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19883835489 Withdrawn DE3835489A1 (de) | 1988-05-06 | 1988-10-18 | Verwendung von additivmischungen als mittel zur erhoehung der verdampfungs- und verbrennungsgeschwindigkeit sowie der verbrennungsstabilitaet von in raketenbrennkammern oder hochleistungsbrennanlagen eingeduesten fluessigen treib- und brennstoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3835489A1 (de) |
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- 1988-10-18 DE DE19883835489 patent/DE3835489A1/de not_active Withdrawn
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