DE3830762A1 - Einrichtung zur halterung eines mantelringes in gasturbinen - Google Patents
Einrichtung zur halterung eines mantelringes in gasturbinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur zentrischen
Halterung eines Mantelringes, der einen Gasturbinenrotor
unter Ausbildung eines radialen Dichtspalts in einem
Turbinengehäuse umgibt.
Derartige Einrichtungen sind bekannt und gleichen die
durch unterschiedliches Wärmedehnungsverhalten von Rotor
und Stator verursachten geometrischen Änderungen aus und
tragen dazu bei, den radialen Dichtspalt unter allen Be
triebsbedingungen gleichmäßig offen zu halten. Dazu werden
zwischen Rotor und Stator Mantelringe, beispielsweise über
Distanzhalter oder Bimetalldistanzhalter, die sich am
Gehäuse und am Mantelring gelenkig abstützen, zentrisch
aufgehängt. Bei keramischen Mantelringen sind Gelenke
nicht ohne hohen Aufwand realisierbar. Andere Lösungen
sehen zwischen metallischem Gehäuse und keramischem
Mantelring als Zwischenlage metallische Bürstendichtungen
oder Metallfilzeinlagen oder Metallgeflechte vor. Diese
Lösungen haben den Nachteil, daß die federnde Wirkung
dieser Zwischenlagen über längere Betriebszeiten nach
läßt und der Mantelring in Rotation versetzt wird und
in Folge die Zwischenlage und die Rotorbeschaufelung
zerstört.
Aufgabe der Erfindung ist es eine gattungsgemäße
Halterung anzugeben, die einen Mantelring gegenüber dem
metallischen Gehäuse so abstützt, daß ein radialer Dicht
spalt für alle Betriebszustände und lange Betriebszeiten
gewährleistet wird, ohne daß Materialermüdungen den
Betrieb gefährden oder konstruktiv aufwendige Mechaniken
vorzusehen sind.
Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß zwischen Turbinen
gehäuse und Mantelring in Radialrichtung spannende mit
Druckluft beaufschlagte Balgen über den Umfang gleichmäßig
verteilt angeordnet sind.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen zentrischen Halterung liegt
darin, daß die spannende Wirkung derartiger Balgen nicht
durch Federwirkung erreicht wird, sondern durch eine Druck
luftbeaufschlagung. Dazu müssen die Balgen mit Druckluft
aus einer vorgeschalteten Verdichterstufe oder einer
anderen statorseitigen Druckluftquelle versorgt werden und
als allseitig geschlossene Bauelemente ausgebildet sein.
Vorzugsweise wird die Druckluft der Hochdruckverdichterstufe
entnommen, da dieser Druck in allen Betriebszuständen
größer als der statische Druck auf der Hochdruckseite
der ersten Turbinenstufe und damit auch höher als der Um
gebungsdruck im Bereich der Balgen ist.
Vorzugsweise werden diese Balgen für die Halterung von sinter
keramischen geschlossenen Mantelringen eingesetzt, da diese
Mantelringe hohe Druckbelastungen aufnehmen können. Für die
Balgen haben sich metallische Werkstoffe bewährt. Vorzugs
weise wird ein Chrom-Nickel-Stahl eingesetzt, da aus diesem
Material dünnwandige und gewichtssparende Balgen herstell
bar sind. Zur Wärmedämmung zwischen Balgen und Mantelring
wird der radial äußere Umfang des Mantelringes oder der
Balgenboden oder beide mit einer Wärmeisolationsschicht
versehen.
Um den Mantelring zentrisch zu positionieren sind
mindestens drei Balgen auf dem Umfang zu verteilen.
Vorzugsweise sind diese ringsegmentförmig ausgebildet,
damit sie einen minimalen Raum zwischen Gehäuse und
Mantelring beanspruchen.
Flachzylindrische Balgen können in hoher Stückzahl kosten
günstig gefertigt und der Turbinengehäusekrümmung angepaßt
werden, so daß diese Ausführungsform bei hohen Stückzahlen
zu bevorzugen ist.
Der Mantelring wird durch die Druckbeaufschlagung der
Balgen kraftschlüssig in Umfangsrichtung gehalten und ist
damit gegen Verdrehung oder Rotationsbewegungen gesichert.
In axialer Richtung sind vorzugsweise Einrichtungen vorzu
sehen, die den Mantelring formschlüssig über die Balgen
im Turbinengehäuse fixieren. Dazu ist beispielsweise der
metallische Boden der Balgen in radialer Richtung aus-
oder eingewölbt und bildet mit dem Mantelring einen Paß
sitz im Bereich der Aus- bzw. Einwölbung.
Die Druckluftzuführung für alle Balgen eines Mantelringes
erfolgt vorzugsweise über Druckluftöffnungen in den Balgen
und einem ringförmigen Druckluftkanal, der die Balgen um
mantelt und mit den Druckluftöffnungen verbunden ist. Eine
derartige Anordnung hat den Vorteil, daß sie als integrales
Bauteil gefertigt werden kann und unter leichtem Feder
druck der Balgen auf den Mantelring positionierbar wird.
Keramische Mantelringe werden besonders in Turbinen mit
hoher Turbineneintrittstemperatur (1000 bis 1300°C) ein
gesetzt, deshalb ist es vorteilhaft, die metallische
Halterung in Form von Balgen zu kühlen. Ein ständiger
Kühlgasstrom kann vorzugsweise über die Druckluftöffnungen
des ringförmigen Druckluftkanals zugeführt und über
separate Auslaßöffnungen in den Balgen abgeführt werden,
wobei vorteilhaft die Auslaßöffnungen zur Hochdruckseite
des Turbinenrotors gerichtet sind um in diesem Hochtempe
raturbereich eine intensive Kühlung der Balgen zu erzielen.
Die unter Druck ausströmende Kühlluft kann zur thermischen
Anpassung der Rotorscheibe oder zur Spaltabdichtung genutzt
werden, dazu ist vorzugsweise der geschlossene mit den
Balgen ein integrales Bauteil bildende Druckluftkanal auf
der Niederdruckseite einer Turbinenstufe anzuordnen und ein
Auslaßkanal hochdruckseitig anzubringen.
Eine weitere bevorzugte Ausbildung der Erfindung besteht
darin, daß Druckluftkanal, Balgen und Auslaßkanal ein inte
grales montagefreundliches Bauteil bilden.
Die Luftkühlung der Balgen soll eine hochtemperaturfeste
Halterung des heißen Mantelringes gewährleisten. Eine
weitere bevorzugte Maßnahme besteht darin, zwischen
Mantelring und Balgen einen segmentierten Isolierring mit
geringer Wärmeleitfähigkeit als der Mantelring anzuordnen.
Die axiale Positionierung kann vorzugsweise einerseits
durch Ineinandergreifen von radialen Führungsnuten zwischen
Mantelring und Isolierung gesichert werden und andererseits
können am radial äußeren Umfang des Isolierrings Einrichtungen
zur formschlüssigen Verbindung mit den radial äußeren Balgen
vorgesehen werden. Diese Verbindung kann beispielsweise
über Aus- oder Einwölbungen der Balgenböden bei gleich
zeitiger Ausbildung von entsprechenden Paßflächen auf dem
äußeren Umfang des Isolierrings geschaffen werden.
Im Folgenden wird die Erfindung durch Ausführungsbei
spiele erläutert.
Fig. 1 zeigt die Einbaulage eines Mantel
ringes mit erfindungsgemäßer
Halterung in einer Heißgasturbine,
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch einen
Balg mit angeschweißtem Druckluft
kanal und angepaßtem Isolier- und
Mantelring,
Fig. 3 zeigt das Endstück eines Balgenring
segmentes im Längsschnitt und in
Aufsicht.
Fig. 4 zeigt einen Querschnitt eines inte
gralen Bauteils aus Balg, Druckluft
kanal und Auslaßkanal,
Fig. 5 zeigt ein Kreissegment mit mehreren
flachzylindrischen an die Gehäuse
krümmung angepaßten Balgen.
Fig. 1 zeigt die Einbaulage eines Mantelringes 1 mit er
findungsgemäßer Halterung 2 in einer Heißgasturbine im axialen
Querschnitt. Der Mantelring 1 ummantelt einen Rotor 3 und wird
von Druckluft beaufschlagten Balgen 4 zentrisch zur Rotor
achse 5 in einem Turbinengehäuse 6 gehalten. Vor Überhitzung
durch einen Heißgasstrom 7 (siehe Pfeile) in einem Strömungs
kanal 9 werden die metallischen Balgen 4 durch einen Isolier
ring 8 geschützt.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch einen Balg 4 mit einem
angeschweißten Druckluftkanal 10 und angepaßtem Isolier- 8
und Mantelring 1. Die Druckluft, die aus einem Hochdruck
verdichter über den Verbindungsflansch 11 dem ring
förmigen segmentierten Druckluftluftkanal 10, der die
Balgen 4 ummantelt, zugeführt wird, gelangt über die Druck
luftöffnung 12 in den Balg 4. Dadurch wird der Isolierung 8
gegenüber dem Turbinengehäuse 6 verspannt. Der Isolierring 8
ist vorzugsweise segmentiert und positioniert den Mantelring 1
uber eine radiale Führungsnut 13 am Mantelring 1 in axialer
Richtung. Durch die hohe Wärmedämmung des Isolierrings 8 wird
verhindert, daß der dünnwandige Balg 4 durch das Heißgas im
Strömungskanal überhitzt wird. Der Druckluftkanal 10 bildet
mit dem Balg 4 ein integrales Bauteil. Der Balg 4 positioniert
über eine Auswölbung im Balgboden 15 den Isolierring 8 in
axialer Richtung. Im Isolierring 8 ist dazu eine ent
sprechende Paßfläche ausgearbeitet. Ein Verdrehen des Mantel
ringes 1 gegenüber dem Isolierring 8 und dem Balg 4 sowie
dem Turbinengehäuse 6 wird durch ein kraftschlüssiges Ver
spannen der Balgen 4 mittels der Druckluftbeaufschlagung
verhindert.
Fig. 3 zeigt das Endstück 17 eines Balgenringsegmentes
16 in Längsschnitt und Aufsicht. Für eine einwandfreie
spannende Funktion der Balgen 4 ist es erforderlich, daß
sie sich der Turbinengehäusekrümmung 18 anpassen und in
ihrem Endbereich ein Endstück 17 bilden, das die gleiche
Elastizität besitzt, wie das übrige Balgenringsegment 16.
Fig. 4 zeigt einen Querschnitt eines integralen Bauteils aus
einem Balgenringsegment 16, einem Druckluftkanal 10 und einem
Auslaßkanal 19. Die Druckluft strömt über den Verbindungs
flansch 11 in den ringförmigen Druckluftkanal 10 und ge
langt über die Druckluftöffnungen 12 des Balgringsegmentes 16
auf der Niederdruckseite der Turbine in den Balg 4. Sie kühlt
den Balg 4 und strömt über die Auslaßöffnungen 20 auf der
Hochdruckseite der Turbinenstufe aus. Im Auslaßkanal 19
wird sie gesammelt und über den Flansch 21 einem weiteren
Verbraucher zugeführt.
Fig. 5 zeigt ein Kreissegment mit mehreren flachzylindrischen
an die Turbinengehäusekrümmung 18 angepaßten Balgen 4. Die
Balgen 4 bilden mit einem segmentierten Druckluftkanal 10
ein integrales Bauteil und verspannen das Turbinengehäuse 6
mit dem Mantelring 1 aus Keramik. Zwischen Mantelring 1 und
Balgen 4 sind drei Isolierringsegmente 22 positioniert, die
eine geringere Wärmeleitfähigkeit besitzen als der keramische
Mantelring 1. Diese Anordnung ist ein bevorzugtes Aus
führungsbeispiel der Erfindung, da sich eine derartige
Halterung 2 für eine Massenfertigung besonders eignet.
Claims (18)
1. Einrichtung zur zentrischen Halterung eines Mantel
ringes, der einen Gasturbinenrotor unter Ausbildung
eines radialen Dichtspalts in einem Turbinengehäuse
umgibt, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Turbinen
gehäuse (6) und Mantelring (1) in Radialrichtung
spannende mit Druckluft beaufschlagte Balgen (4) über
den Umfang gleichmäßig verteilt angeordnet sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mantelring (1) aus einem sinterkeramischen Werk
stoff besteht.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Mantelring (1) auf seinem radial
äußeren Umfang eine wärmedämmende Schicht trägt.
4. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Balgen (4)
aus Metall, vorzugsweise Chrom-Nickel-Stahl bestehen.
5. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Balgenboden
eine wärmedämmende Schicht aufweist.
6. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Balgen (4)
ringsegmentförmig ausgebildet sind.
7. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Balgen (4)
flachzylindrisch ausgebildet und an die Turbinenge
häusekrümmung (18) angepaßt sind.
8. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Balgen
(4) kraftschlüssig den Mantelring (1) im Turbinen
gehäuse (6) positionieren.
9. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Balgen (4)
Einrichtungen aufweisen, die formschlüssig den Mantel
ring (1) in axialer Richtung fixieren.
10. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Balgen (4)
über Druckluftöffnungen (12) mit einem ringförmigen
Druckluftkanal (10) verbunden sind.
11. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß Druckluftkanal
(10) und Balgen (4) ein integrales Bauteil bilden.
12. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckluft
kanal (10) die Balgen (4) ummantelt.
13. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Balgen (4)
Auslaßöffnungen (20) für Druckluft aufweisen, die mit
einem ringförmigen Auslaßkanal (19) verbunden sind.
14. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckluft
kanal (10) axial auf der Niederdruckseite einer
Turbinenstufe und der Auslaßkanal (19) auf der Hoch
druckseite der Turbinenstufe angeordnet ist.
15. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß Druckluftkanal
(10), Balgen (4) und Auslaßkanal (19) ein integrales
Bauteil bilden.
16. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Mantel
ring (1) und Balgen (4) ein segmentierter Isolierring
(8) angeordnet ist, der eine niedrigere Wärmeleit
fähigkeit besitzt als der Mantelring (1).
17. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß Mantelring (1)
und Isolierring (8) ineinandergreifende radiale Führungs
nuten (13) zur axialen Positionierung aufweisen.
18. Einrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß im radial
äußeren Umfang des Isolierrings (8) Einrichtungen zur
formschlüssigen Verbindung mit den Balgen (4) vorgesehen
sind.
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