DE3829112A1 - Windkraftanlage - Google Patents
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Description
Windkraftanlagen mit einem, mit Schaufeln bestückten,
von strömender Luft anzutreibenden Rotor, der mit einem
Generator zur Erzeugung von elektrischer Energie mechanisch
verbunden ist, sind seit langer Zeit bekannt.
So günstig, wie die Nutzung der scheinbar
kostenlosen Energiequelle Wind, die zudem überall,
wenn auch nicht fortwährend, zur Verfügung steht,
auch auf den ersten Blick erscheinen mag, so unübersehbar
sind auch die Nachteile der Anlagen, die bisher
zu ihrer Nutzung bekannt waren: Der Bauaufwand war
relativ hoch, der Nutzungsbereich, wegen statisch-dynamischer
Probleme, zwischen der Ein- und der Ausschaltgeschwindigkeit
der Anlage, also den Windgeschwindigkeiten,
bei denen sich die Anlage einschaltet, bzw.,
aus Sicherheitsgründen wieder abgeschaltet werden muß,
relativ klein. Die Befestigung auf Haltemasten bereitet
statische Probleme und ist zudem kostenintensiv, da
spezielle Fundamente notwendig werden, von der Ästhetik
ganz zu schweigen: Die Haltemasten sind in einer Zeit,
in der auf eine Vermeidung der sogn. Zersiedelung der
Landschaft Wert gelegt wird, als Schandflecken in der
Natur anzusehen. Zudem gestattete der große Raumbedarf
keinen Aufbau in dicht besiedelten Gegenden, also,
z. B. in den Ballungsgebieten der Großstädte, wo doch
gerade dort ein großer Bedarf an elektrischer Energie
besteht. Blieben also nur die Ackerflächen auf dem
Lande zu ihrer Aufstellung, deren Bestellung durch die
Haltemasten aber auch nicht gerade vereinfacht wird,
und die somit wohl doch lieber für die Erzeugung anbaubarer
(recenter) Energieträger dienen sollten, denn,
da darf man sich keinen Illusionen hingeben: Die Windenergie
ist auch mit der erfindungsgemäßen Konstruktion
einer Windkraftanlage nur als zusätzliche Energiequelle
interessant, hat in Gegenden mit fortgesetzt stärkerem
Wind (z. B. <3 m/s) aber durchaus ihren Sinn. Die erfindungsgemäße
Konstruktion ist zur Montage auf Gebäuden,
z. B. Wohnhäusern gedacht, bei denen eine Vielzahl von
Wohnungen freistehen. Eines oder mehrere obere Stockwerke
werden abgetragen, die tragenden Strukturen der
Gebäude (Fundamente, Träger) hierdurch um einen größeren
Betrag entlastet, als es der zusätzlichen Belastung
durch den erfindungsgemäßen Windgenerator entspricht.
Ein, durch die verringerte Höhe des Gebäudes ansprechenderes
Äußeres des betreffenden Gebäudes, also kein
anonymer "Mietskasernen"-Charakter mehr, ein dadurch
geschaffener, größerer potentieller Mieterkreis, die
Einsparung von Stromkosten und, bei Verbindung mit dem
öffentlichen Stromnetz, eine Einspeisungsvergütung für
die gelieferten Strommengen, machen die erfindungsgemäße
Konstruktion auch für den privaten Investor
(Hausbesitzer) interessant. Zudem sind die Produktionskosten
relativ niedrig.
Das Gehäuse (2) der erfindungsgemäßen Windkraftanlage
wird aus relativ leichtem, dünnwandigem Kunststoff in
einem Stück hergestellt und durch Einsetzen eines Ringes
(24) als innere Begrenzung des Ringkanals (3), die
zugleich die äußere Begrenzung des Rotors (1) ist,
und deren Unterkante zum restlichen Gehäuse (2) eine
Durchtrittsöffnung (5) vom Ringkanal (3) zum Rotor (1)
freiläßt, gebildet. Ein Verstärkungsring (25), der über
eine Verstrebung (26) mit dem oberen Lager (21) für die
Drehbarkeit des Gehäuses (2) um die vertikale (Rotor-)achse
(a) verbunden ist, wird auf den Ring (24) montiert.
Der Rotor (1) ist auf der Innenseite zugleich als Rotor
(19) des Generators ausgebildet und besitzt ein Lager (23)
für die Achse (a), die auch den Stator (20) des Generators,
der sich zentral im Rotor (1) befindet, haltert. Die
Achse (a) ist mit dem Sockel (15) fest verbunden, auf ihr
sitzt auch das Lager (22) für die untere Lagerung des
Gehäuses (2). In Strömungsrichtung gesehen, sind hinter
der Einströmöffnung (4) Leitschaufeln (7) befestigt, die
Luft in den Ringkanal (3) leiten, und die Begrenzung des
Ringkanals (3) in Richtung Einströmöffnung (4) bilden. Die
Leitschaufeln (7) sind so geformt, daß die Strömungsrichtung
im Ringkanal (3) praktisch immer konstant ist. Es
kann so eine möglichst große Luftmenge möglichst
verlustarm zum Ringkanal (3) geleitet werden, von wo die
Luft über die Durchtrittsöffnung (5) in den Rotor (1)
eintreten kann. In der Durchtrittsöffnung (5), die
einen relativ kleinen durchströmten Querschnitt im
Vergleich zum Einströmquerschnitt (4) besitzt, erreicht
die Luft eine hohe Strömungsgeschwindigkeit,
die vorteilhaft für die Umsetzung in mechanische
Energie im entsprechend gestalteten Rotor (1) ist.
Die Luft tritt durch die Ausströmöffnung (14) in das
Ausströmrohr (12), das z. B. als schiefer Kegelstumpf
geformt ist, ein, dessen Formgebung sowohl im, als
auch hinter dem Ausströmrohr (12) eine Druckdifferenz
zur Luft in der Ausströmöffnung (12) aufbaut, was den
Luftdurchsatz, und damit die Leistung der Windkraftanlage
fördert. Die Druckdifferenz zur Einströmöffnung
(4) steigt also von der Ausströmöffnung (14) bis hinter
das Ausströmrohr (12) an. Gehäuse (2), Windleitfläche (13)
und Ausströmrohr (12) sind so zu gestalten, daß die Einströmöffnung
(4) immer stabil in Windrichtung zeigt, sich
also um die Achse (a) herum mit dem Winde dreht. Durch
die erfindungsgemäße Montage auf Gebäuden ist die Sturmfestigkeit
gegenüber einer Befestigung auf Haltemasten
stark erhöht. Sollte der Druck am Rotor (1), der über
den Druck-Sensor (16) kontinuierlich erfaßt, an das
Druckumsetzer-Modul mit Maximalwert-Vorgabe (10) weitergeleitet,
und dort mit dem einstellbaren, zulässigen
Höchstwert verglichen wird, über diesem zulässigen
Maximaldruck liegen, so wird vom Rechner-Modul (9) die
Klappe (6) über den Verstellmotor (17) und die Verstellvorrichtung
(Mechanik) (11) soweit geschlossen (s. a. Fig. 3),
der Querschnitt der Einströmöffnung also soweit
verringert, bis die Druckwerte wieder im Normbereich
liegen. Die Schließung der Klappe (6) kann auch über den
handbetätigten Schalter (18) direkt, vom Bedienungspersonal
gesteuert, erfolgen; so, z. B. bei ungünstigen
Witterungseinflüssen wie Eisregen, Hagel oder bei
Defekten zur Schadensbegrenzung. Konstruktive Vorsorge-Maßnahmen
gegen eine Vereisung der Klappe (6) und des
Rotors (1), wie z. B. eine Heizung (elektr.) oder eine
pneumatische Eisabspreng-Vorrichtung, sind aus dem
Flugzeugbau bekannt, und nicht Teil der Erfindung.
Da bei einer Änderung der Windrichtung nur das relativ
leichte Gehäuse (2) und nicht Teile wie der Rotor (1) und
der Generator (19, 20) gedreht werden müssen, dreht sich
die erfindungsgemäße Konstruktion aufgrund der geringen
Massenträgheit relativ schnell in die Windrichtung, was
besonders bei sogn. wechselnden u. drehenden Winden von
Vorteil ist. Die Einleitung der Luft zum Rotor (1)
erfolgt dabei immer mit gleichbleibender Strömungsrichtung
über den Ringkanal (3) durch die Durchtrittsöffnung
(5). Auch im Ringkanal (3) bleibt die Strömungsrichtung
der Luft, ungeachtet der Windrichtung, immer
gleich. Es kann sich also zwischen dem Luft-Einlaß
- Durchtrittsöffnung (5) - und dem Luft-Auslaß - Ausströmöffnung
(14) - des Rotors (1) eine relativ konstant hohe
(Gesamt-)Druckdifferenz aufbauen, wichtig für eine
relativ konstante Drehzahl des Rotors (1) und damit
für eine kontinuierliche Stromabgabe des Generators
also letztlich für einen guten "Wirkungsgrad" der
erfindungsgemäßen Windkraftanlage.
Durch die Vollkapselung des Rotors (1) wird nicht nur
die subjektive, direkte Geräuschbelästigung durch den Rotor
(1) verringert, sondern es wird, zusammen mit der höheren
Drehzahl, die der Rotor (1), der in seiner Konstruktion
z. B. von Turbinen her bekannt ist, erreicht, einem Problem
begegnet, das allerdings noch der genaueren Nachprüfung
bezüglich Ursachen und schädlichen Auswirkungen
bedarf, und hier im folgenden nur kurz umrissen werden
soll: Die Emission von Infraschall hoher Intensität
durch die relativ langsam rotierenden Rotoren herkömmlicher
Bauart. Infraschall ist zumindest bei längerer Exposition
und hoher Intensität äußerst schädlich für
die, dem Schall ausgesetzten Lebewesen, die tückischerweise
auch nicht die Ursache für ihr anfängliches "Unwohlsein"
erkennen können, da der Infraschall in seiner
Frequenz weit unter der (menschlichen) Hörschwelle von
16 Hz ca. liegt.
Claims (3)
1. Windkraftanlage mit einem mit Schaufeln bestückten,
von strömender Luft anzutreibenden Rotor, der mit
einem Generator zur Erzeugung von elektrischer
Energie mechanisch verbunden ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Rotor (1) und
das Gehäuse (2) so gestaltet sind, daß die Luft in
radialer Richtung, zur Rotor-Drehachse (a) gesehen,
in den Rotor (1) eintreten kann, und in axialer
Richtung aus dem Rotor (1) durch die Ausströmöffnung
(14) wieder austreten kann, und das Gehäuse (2)
mit zwei Lagern (21, 22) auf der vertikalen Drehachse
(a) drehbar gelagert und mit der Windleitfläche
(13) so gestaltet ist, daß es sich mit der Luftströmung
frei über dem Rotor (1) so dreht, daß die Einströmöffnung
(4) immer gegen den Luftstrom (L) gerichtet
ist, und Leitschaufeln (7) im Gehäuse (2) hinter der Einströmöffnung
(4) so gestaltet und fixiert sind, daß der
Luftstrom in einen, den Rotor (1) umgebenden Ringkanal
(3), der ebenfalls Teil des Gehäuses (2) ist, unabhängig
von der Windrichtung, so einströmen kann, daß eine
gleichbleibende Strömungsrichtung im Ringkanal (3) entsteht,
und der Ringkanal (3) eine Durchtrittsöffnung (5)
besitzt, die so gestaltet ist, daß der Luftstrom mit,
gegenüber seiner Geschwindigkeit an der Einströmöffnung
(4) stark erhöhter Geschwindigkeit in den
Rotor (1) strömen kann, aus dem die Luft durch die
Ausströmöffnung (14) wieder austreten kann, und das
Gehäuse (2), speziell das Ausströmrohr (12) so gestaltet ist,
daß in Strömungsrichtung der Luft gesehen, hinter
der Ausströmöffnung (14) eine, im Vergleich zum
Druck an der Einströmöffnung, große Druckdifferenz
entsteht.
2. Windkraftanlage gemäß dem Hauptanspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die Einströmöffnung (4) eine Klappe (6),
die, über eine Verstellvorrichtung (11), von einem
Verstellmotor (17) zu betätigen ist, aufweist,
und dieser Verstellmotor (17) so mit einer Steuer-
Regel-Elektronik (8) zur Verstellung der Klappe
(6) mit Rechner-Modul (9) und Druckumsetzer-
Modul (10) mit Maximalwert-Vorgabe und mit einem
Druck-Sensor (16) verbunden ist, daß bestimmte Druckwerte
am Rotor (1), zu deren Messung der Druck-Sensor
(16), in Strömungsrichtung gesehen, hinter
der Klappe (6) befestigt ist, nicht überschritten
werden.
3. Windkraftanlage, nach den Ansprüchen 1-2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Windgenerator auf einem Gebäude montiert
wird, bei dem das oberste Stockwerk, ein Teil
davon, oder mehrere Stockwerke, zur Aufstellung
der Windkraftanlage abgetragen, bzw. umgebaut
wurden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3829112A DE3829112A1 (de) | 1988-08-27 | 1988-08-27 | Windkraftanlage |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3829112A DE3829112A1 (de) | 1988-08-27 | 1988-08-27 | Windkraftanlage |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3829112A1 true DE3829112A1 (de) | 1990-03-01 |
Family
ID=6361713
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3829112A Withdrawn DE3829112A1 (de) | 1988-08-27 | 1988-08-27 | Windkraftanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3829112A1 (de) |
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