DE3829049A1 - Sterilisierbehaelter - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Sterilisierbebälter
für klinisches Sterilgut, bestehend aus einem Behälter
unterteil und einem hermetisch mittels eines Dichtungs
ringes abschließenden Deckel mit Ventil- oder Filter
systemen zum Medienaustausch im Deckel und/oder im Unter
teil.
Die Unterteile und Deckel derartiger Sterilisierbehälter
werden üblicherweise aus Metallblech gezogen oder ge
spritzt. Sie erfordern eine zeitraubende und kosteninten
sive Nachbearbeitung, insbesondere zur Herstellung paßge
rechter Stoßränder von Behälterunterteil und Deckel. Die
Behälter müssen vollkommen dicht abschließen und der
dichte Verschluß muß auch nach dem Sterilisieren auf
rechterhalten werden, um das darin angeordnete Instrumen
tarium vor einer Rekontaminierung zu schützen. Dies setzt
voraus, daß die den Dichtungsring aufnehmenden Nuten und
die mit dem Dichtring in Berührung kommende Dichtleiste
des Gegenstückes exakt in einer Ebene liegen. Die hierfür
geforderten engen Toleranzen erfordern bei den relativ
großen Behältern mit langer Dichtungsperipherie äußerste
Sorgfalt, wobei Sorge dafür getragen werden muß, daß der
Behälter keine Vorspannung aufweist, die ihn in eine
zweite stabile Stellung umschnappen läßt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sterili
sierbehälter zu schaffen, der wirtschaftlich auch in un
terschiedlichen Größen mit einem Mindestmaß an
Nachbearbeitungen herstellbar ist und eine einwandfreie
Abdichtung gewährleistet.
Gelöst wird die gestellte Aufgabe durch die im Kennzeich
nungsteil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale. Die
Randeinfassung kann im Spritzguß oder durch Stranggieß
verfahren mit hoher Präzision hergestellt und mit gerin
gen Toleranzen auf die Ränder von Unterteil und/oder
Deckel aufgesetzt werden, weil zum Toleranzausgleich Kitt
oder auch einfach Luft in der Aufnahmenut des Randes ein
gefügt bzw. belassen werden kann. Durch die Randeinfas
sung wird erreicht, daß der Behälter insgesamt verwin
dungssteif wird, und der Rand wird gegen Beschädigungen
durch Stoß und Schlag geschützt. Bei metallischen Stoß
rändern können schon relativ geringfügige Beanspruchungen,
die im Betrieb unvermeidbar sind, zu Deformationen füh
ren, die einen dichten Verschluß des Deckels ausschlie
ßen. Zweckmäßigerweise sind die beiden gegenüberstehenden
Ränder von Behälterunterteil und Deckel mit derartigen
Randeinfassungen versehen, es ist jedoch auch denkbar,
nur den Behälterunterteil oder den Deckel mit einer Rand
einfassung zu versehen und diese mit dem metallischen
Stoßrand des Gegenstückes zusammenwirken zu lassen. Je
doch erfordert dies wiederum einen zusätzlichen Arbeits
aufwand in der Bearbeitung des metallischen Gegenstücks.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der
Deckel insgesamt aus Kunststoff ausgebildet sein. Ein
weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß hier
durch wirtschaftlich Behälter mit unterschiedlichen Ab
messungen bzw. unterschiedlicher Rastergröße hergestellt
werden können, weil die Nachbearbeitung der Ränder im
wesentlichen entfallen kann und die Randeinfassungen mit
hoher Präzision aufeinanderpassen, auch wenn die Ränder
von Behälterunterteil bzw. Deckel mit Toleranzen behaftet
sind.
Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
Nachstehend werden Ausführungsbeiepiele der Erfindung
anhand der Zeichnung beschrieben. In der Zeichnung zei
gen:
Fig. 1 eine teilweise aufgebrochene Ansicht eines er
findungsgemäß ausgebildeten Sterilisierbebäl
ters,
Fig. 2 eine Teilschnittansicht einer zweiten Ausfüh
rungsform eines erfindungsgemäß ausgebildeten
Sterilisierbehälters,
Fig. 3 eine Teilschnittansicht eines Sterilisierbe
hälters nach der Erfindung mit Kunststoff
deckel und darübergreifendem Schutzdeckel,
Fig. 4 eine Teilschnittansicht einer weiteren Ausfüh
rungsform eines erfindungsgemäßen Sterilisier
behälters mit angeformtem Trägerflansch.
Der Sterilisierbehälter weist einen aus Metall gezogenen
oder gespritzten Behälterunterteil (10) auf, der durch
einen Deckel (12) bedeckt ist. Der Oberrand (14) des
Behälterunterteils (10) trägt eine Randeinfassung (16),
die aus einem Profilstrang (18) besteht, der den Oberrand
mit seinen beiden unteren Schenkeln (20) U-förmig um
schließt und auf der Oberseite eine umlaufende Nut (22)
besitzt, in die ein Dichtungsring (24) eingelegt ist.
Der Unterrand (30) des Deckels (12) trägt eine entspre
chende Randeinfassung (32) in Form eines Profilstranges
(26), der den Unterrand (30) mit seinen beiden Schenkeln
(28) einschließt und auf der dem Unterteil zugewandten
Seite eine Andruckleiste (34) aufweist, die im geschlos
senen Zustand des Behälters auf den Dichtungsring (24)
aufgepreßt wird und einen hermetischen Abschluß des Be
hälters gewährleistet.
Die Profilstränge (18, 26) der Randeinfassungen bestehen
aus einem harten im wesentlichen unelastischen Kunst
stoff, der mit Glasfasern, Kohlenstoffasern oder anderen
Fasern verstärkt sein kann. Die Randeinfassungen sind im
Spritzguß hergestellt oder als Strangkörper gezogen.
An den beiden Stirnseiten des Behälters befinden sich
Verschlüsse, die den Deckel gegen das Unterteil vorspan
nen. Zu diesem Zweck trägt die Randeinfassung (32) des
Deckels einen U-förmig ausgebildeten Lageransatz (36),
der eine Gelenkachse (38) lagert, um die die Verschluß
klappe (40) schwenkbar ist. Mit dieser Verschlußklappe
wirkt ein am Behälterunterteil gelagerter Verschlußriegel
(42) zusammen, der bei geschlossenem Verschluß den Deckel
gegen das Unterteil vorspannt. In Löchern von Lageran
sätzen (44) der Randeinfassung (16) sind die abgewinkel
ten Gelenkachsstummel eines Henkels (46) gelagert.
Die Fig. 2, 3 und 4 zeigen dem aufgebrochenen Teil nach
Fig. 1 entsprechende Schnittansichten abgewandelter Aus
führungsbeispiele der Erfindung. Bei dem Ausführungsbei
spiel nach Fig. 2 ist das Behälterunterteil (10) unter
halb des Oberrandes (14) mit einer nach außen gerichteten
Kröpfung (48) versehen, die derart bemessen ist, daß der
Innenschenkel (20) der Randeinfassung auf der Kröpfung
aufsitzt und an der Innenseite mit der inneren Wandober
fläche des Behälterunterteils fluchtet. Mit diesen Flä
chen fluchtet außerdem die Innenfläche des Innenschenkels
(28) der Randeinfassung (32) des Deckels.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 entspricht dem Aus
führungsbeispiel nach Fig. 2 insoweit, als die Innenwand
von Behälter und Deckel eine glatte Oberfläche aufweist.
Anstelle der Randeinfassung (32) der Ausführungsbeispiele
nach den Fig. 1 und 2 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
ein insgesamt aus Kunststoff, insbesondere glasfaserver
stärktem Polyestermaterial, bestehender Deckel (12 a) vor
gesehen, der wiederum mit einer Andruckleiste (34) gegen
den Dichtungsring (24) wirkt. Dieser Deckel (12 a), der
ebenso wie der Deckel (12) mit Ventilen oder Perforatio
nen mit darunter befindlichen Filtermaterialien ausge
stattet sein kann, wird von einem Schutzdeckel (50) über
griffen, der durch Abstandshalter (52) vom Kunststoff
deckel (12 a) distanziert ist. Die Mittel zur lösbaren
oder starren Befestigung der beiden Deckel (12 a und 50)
miteinander sind in der Zeichnung nicht dargestellt. Die
Außenfläche des heruntergezogenen Flansches des Schutz
deckels (50) fluchtet mit der Außenseite der Randeinfas
sung (16) und der Unterrand des Deckelflansches weist
einen Abstand zu der Randeinfassung (16) des Behälter
unterteils auf, so daß ein labyrinthartiger Strömungspfad
(54) für den Medienaustausch geschaffen wird.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 weist der Profil
strang (18) des Behälterunterteils (10) einen horizontal
nach außen vorstehenden Trägerflansch (56) auf, der über
die Längsseiten des Behälterunterteils oder über den ge
samten Umfang (mit Ausnahme der Verschlußeinrichtung)
verläuft. Mit diesem Trägerflansch (56) ist der Behälter
in Führungsnuten (58) eines Aufbewahrungsschrankes (60)
einschiebbar.
Die Randeinfassungen (16, 32) sind mit den Rändern (14)
bzw. (30) von Behälterunterteil bzw. Deckel mittels eines
geeigneten temperaturbeständigen Klebers verbunden, wobei
etwa vorhandene Toleranzen durch Kitt oder Luft ausgegli
chen werden können. Die Randeinfassungen tragen zu einem
verwindungssteifen Behälteraufbau bei und schützen die
empfindlichen Ränder von Behälter und Deckel gegen Defor
mation durch Stoß oder Schlag.
Gemäß dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel wurde
als Material für die Randeinfassungen (16, 32) faserver
stärkter Kunststoff vorgeschlagen. Statt dessen kann auch
anderes formsteifes und schlagfestes Material Anwendung
finden, insbesondere Keramikmaterial oder Glas.
Anstelle von Kunststoff können ferner metallische Einfassungen, beispiels
weise im Spritzguß- oder Stranggußverfahren hergestellte Aluminiumteile
Verwendung finden, die mit den metallischen Behälterteilen in geeig
neter Weise fest und dichtend verbunden sind.
Claims (18)
1. Sterilisierbehälter für klinisches Sterilgut, be
stehend aus einem Behälterunterteil und einem
hermetisch mittels eines Dichtungsringes abschlie
ßendem Deckel mit Ventil- oder Filtersystemen zum
Medienaustausch im Deckel und/oder im Unterteil,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Stoßrand (14, 30) von Behälterunterteil
(10) und/oder Deckel (12) mit einer Randeinfassung
(16, 32) aus Kunststoff versehen ist oder aus
Kunststoff besteht.
2. Sterilisierbehälter nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß
die Randeinfassung (16, 32) aus einem im Spritz
gußverfahren hergestellten oder stranggezogenen
Profil (18, 26) besteht, das eine zwischen zwei
Schenkeln (20, 28) befindliche Einstecknut für den
Rand aufweist.
3. Sterilisierbehälter nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der eine Profilstrang (18) eine Nut (22) mit einge
fügtem Dichtungsring (24) in der Stoßfuge auf
weist.
4. Sterilisierbehälter nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der andere Pro
filstrang in der Stoßfuge eine Andruckleiste (34)
aufweist.
5. Sterilisierbehälter nach den Ansprüchen 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Nut (22) mit Dichtungsring (24) in der Randein
fassung (16) des Behälterunterteils angeordnet ist.
6. Sterilisierbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (12 a) insgesamt aus Kunststoff be
steht.
7. Sterilisierbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (12 a) von einem Schutzdeckel (50)
umfaßt ist, der im Abstand zum Deckel (12 a) liegt
und einen labyrinthartigen Strömungspfad mit dem
Deckel (12 a) bildet.
8. Sterilisierbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis
7, dadurch gekennzeichnet,
daß der obere Rand (14) des Behälterunterteils (10)
nach außen abgekröpft ist (48) und die Randeinfas
sung (16, 32) innenseitig mit der Innenwandoberflä
che des Behälterunterteils fluchtet.
9. Sterilisierbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis
8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Randeinfassung (16) des Behälterunterteils
(10) oder der Deckel einen nach außen vorstehenden
Trägerflansch (56) aufweist zum Einschieben in eine
Führungsnut (58) eines Aufbewahrungsschrankes (60).
10. Sterilisierbehälter nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Randeinfas
sung (16, 32) mit ihren Schenkeln (20, 28) auf den
Rändern (14, 30) reitet und hiermit verklebt ist.
11. Sterilisierbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis
10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Randeinfassung und/oder der Deckel (12 a) aus
faserverstärktem Kunststoff bestehen.
12. Sterilisierbehälter nach Anspruch 11, da
durch gekennzeichnet, daß als
Kunststoff Polyestermaterial verwendet wird, das mit
Glasfasern oder Kohlestoffasern verstärkt ist.
13. Sterilisierbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis
12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verschlüsse an den beiden gegenüberliegenden
Seiten des Behälters in die Randverstärkung (16, 32)
eingebaut sind.
14. Sterilisierbehälter nach Anspruch 13, da
durch gekennzeichnet, daß die
Verschlußklappe (40) mittels einer Gelenkachse (38)
in einem aus der Randeinfassung (32) ausgeformten
Lageransatz (36) gelagert ist.
15. Sterilisierbehälter nach Anspruch 13, da
durch gekennzeichnet, daß ein
Henkel (46) in Lageransätzen (44) der Randeinfassung
(16) des Behälterunterteils gelagert ist.
16. Sterilisierbehälter nach den Ansprüchen 13 und 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Verschlußriegel (42) in einer Ausnehmung der
Randeinfassung (16) am Behälterunterteil fixiert
ist.
17. Sterilisierbehälter nach den Ansprüchen 1-16, dadurch
gekennzeichnet, daß anstelle von
Kunststoff für die Randeinfassung Keramikmaterial
oder Glas verwendet wird.
18. Sterilisierbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß anstelle von Kunststoff für
die Randeinfassung im Spritzguß- oder Stranggießverfahren
erzeugte Aluminiumeinfassungen verwendet werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3829049A DE3829049A1 (de) | 1988-08-26 | 1988-08-26 | Sterilisierbehaelter |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3829049A DE3829049A1 (de) | 1988-08-26 | 1988-08-26 | Sterilisierbehaelter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3829049A1 true DE3829049A1 (de) | 1990-03-01 |
Family
ID=6361676
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3829049A Ceased DE3829049A1 (de) | 1988-08-26 | 1988-08-26 | Sterilisierbehaelter |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3829049A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19811769C1 (de) * | 1998-03-18 | 1999-04-29 | Aesculap Ag & Co Kg | Verschlußklappe für einen Sterilisationsbehälter |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3407112A1 (de) * | 1984-02-28 | 1985-09-05 | Aesculap-Werke Ag Vormals Jetter & Scheerer, 7200 Tuttlingen | Sterilisierbehaelter |
| DE3438463A1 (de) * | 1984-10-19 | 1986-04-24 | Wagner GmbH Fabrik für medizinische Geräte, 8000 München | Sterilisierbehaelter |
| DE3711271C1 (de) * | 1987-04-03 | 1988-06-16 | Aesculap Werke Ag | Sterilisierbehaelter fuer chirurgische Instrumente |
-
1988
- 1988-08-26 DE DE3829049A patent/DE3829049A1/de not_active Ceased
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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