DE3820043A1 - Atemhilfegeraet - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Atemhilfegerät nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
In der EP-PS 01 12 979 ist ein Atemhilfegerät beschrieben,
das zur Wiederherstellung der Spontanatmung von Patienten
dient. Das bekannte Gerät weist einen inspiratorischen und
einen exspiratorischen Zweig auf, wobei ein kontinuierlich
positiver Atemwegdruck (CPAP) auf Peep-Niveau einstellbar
ist. Dabei sind im inspiratorischen Zweig Mittel zum
Erzeugen eines dauernd fließenden Gasstroms nach dem High-
Flow- oder Low-Flow-Prinzip vorgesehen. Der
exspiratorische Zweig ist durch ein Exspirationsventil
schließbar, welches auf einen Gasdruck bei Peep-Niveau
anspricht. Um insbesondere in der Exspirationsphase einen
möglichst geringen Atemwegwiderstand herzustellen, um
weiterhin eine möglichst verzögerungsfreie und damit
weiche Kopplung zwischen Patient und Gerät in der
inspiratorischen Phase zu ermöglichen und um die Unter- und
Überschwingweiten um das eingestellte Peep-Niveau und
damit die Patientenbelastung gering zu halten, wurde bei
dem bekannten Gerät im inspiratorischen Zweig ein
zusätzliches Peep-Ventil angeordnet, wobei das am Ende des
Exspirationszweigs angeordnete Exspirationsventil und
damit der Druck im Exspirationszweig durch eine dem Druck
im inspiratorischen und exspiratorischen Zweig
vergleichende Regeleinrichtung auf Peep-Niveau gesteuert
wird. Hierdurch gelangt während der Exspirationsphase
ausschließlich vom Patienten ausgeatmete Luft in den
exspiratorischen Zweig, wobei die ausgeatmete Luft auf
Peep-Niveau auszuatmen ist. Ein zusätzliches Einwegventil
im inspiratorischen Zweig trennt diesen in der
exspiratorischen Phase vom Patienten ab, wobei der dauernd
fließende Gasstrom aus dem inspiratorischen Zweig während
der exspiratorischen Phase über das im inspiratorischen
Zweig angeordnete das Peep-Niveau bestimmende Steuerventil
ableitbar ist.
Die bekannte Einrichtung enthält auch eine zusätzliche
Druckkonstanthalteeinrichtung, mittels welcher ein
minimaler Gasfluß (Low-Flow-Prinzip) einstellbar ist,
wobei eine zusätzliche Einspeisung von Gas bei
Patientenbedarf nach dem Demand-Prinzip erfolgt.
Bei dem bekannten Gerät wird demnach das Ventil zur
Einstellung des Druckniveaus (Peep-Ventil) nicht im
Exspirationszweig wie bei anderen High-Flow-CPAP-Systemen,
sondern im Inspirationszweig angeordnet, wobei das durch
dieses Peep-Ventil angesteuerte Exspirationsventil nur
noch Auf- Zufunktion hat. Hierdurch wird erreicht, daß im
exspiratorischen Zweig nur noch die ausgeatmete Luft des
Patienten strömt, wodurch der Atemwegwiderstand erheblich
reduziert wird.
In der zuvor genannten Druckschrift sind die
unterschiedlichen Bautypen von Geräten ausführlichst
beschrieben. Auf diesen sachlichen Inhalt dieser
Vorveröffentlichung wird deshalb in vollem Umfang
ausdrücklich Bezug genommen.
Bei Beatmungsmaschinen unterscheidet man zwischen zwei
Prinzipien, nämlich dem High-Flow-CPAP oder dem Demand-
CPAP.
Beim High-Flow-CPAP wird dem Patienten ein ständiger
Gasstrom angeboten, wobei der gewünschte Überdruck auf
Peep-Niveau durch ein am Ende des Exspirationszweigs
angeordnetes Peep-Ventil einstellbar ist. Der ständig
fließende Gasstrom beim High-Flow-CPAP-Gerät wird im
allgemeinen auf die höchstmögliche Entnahme des Patienten
in der Inspirationsphase eingestellt, so daß sich ein
hoher Gasverbrauch dadurch ergibt, daß in der
Exspirationsphase das Gas ungenutzt aus dem
Überstromventil (Peep-Ventil) ausströmt.
Bei dem beschriebenen bekannten Gerät gemäß EP-
PS 01 12 979 ist zusätzlich ein Druckkonstanthalter
vorgesehen, der über eine Regelung mit Druckmeßgeräten im
exspiratorischen Zweig zu dem ständig fließenden Gasstrom
während der Inspirationsphase dem Patienten ein weiteres
Gasvolumen bei Bedarf zuführen kann. Dies entspricht
grundsätzlich dem sogenannten Demand-Prinzip, bei welchem
der vom Patienten gewünschte inspiratorische Gasstrom über
einen Drucksensor und ein regelbares Inspirationsventil
bedarfsgerecht angeboten wird.
Um die Menge des ständig fließenden Gasstromes auf ein
Minimum zu halten, ist es bei normalen High-Flow-CPAP-
Geräten bekannt geworden, im inspiratorischen Zweig ein
zusätzliches Reservoir mit einer Frischgasbefüllung
vorzusehen, um Druckschwankungen um das Peep-Niveau
auszugleichen bzw. zusätzlich notwendige Atemluft zur
Verfügung zu stellen. Diese Geräte sind beispielsweise
unter der Fachbezeichnung Atembeutel oder Wetterballon
bekannt geworden.
Für den gleichen Zweck sind als Federbälge ausgebildete
Reservoirs bekannt geworden, die durch eine innere oder
äußere Federbelastung zusammengedrückt werden.
Diese bekannten Einrichtungen weisen jedoch einen linearen
Druckabfall bei der Volumenkontraktion während der
Inspirationsphase auf.
Alle bekannten, nach dem High-Flow- oder Demand-Prinzip
arbeitenden Atemhilfegeräte gehen grundsätzlich davon aus,
daß das Gasvolumen über einen inspiratorischen Zweig dem
Patienten zugeführt und das ausgeatmete Gas über einen
gesonderten exspiratorischen Zweig auszuatmen ist. Hiermit
sind in Sonderfällen Vorteile verbunden, insbesondere die
isolierte Meßbarkeit des isolierten Atemvolumens im
exspiratorischen Zweig. Im übrigen weisen die bekannten
Geräte einen hohen technischen Aufwand durch die
Einrichtungen eines inspiratorischen und exspiratorischen
Zweig mit den zugehörigen Ventilanordnungen auf. Weiterhin
weist ein separater exspiratorischer Zweig einen
zusätzlichen Atemwegwiderstand durch die zusätzliche
Leitung auf. Dieser Widerstand addiert sich zum Widerstand
des Peep-Niveaus, d. h. zum positiven Atemwegdruck durch
das CPAP-Prinzip. Das Verhältnis dieser Widerstände ist
jedoch schlecht abschätzbar, so daß der Leitungswiderstand
des exspiratorischen Zweigs eine grobe Unsicherheit im
Gesamtatemwegwiderstand in der exspiratorischen Phase
darstellen kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorgenannten
Nachteile zu vermeiden und insbesondere ein Atemhilfegerät
vorzuschlagen, welches äußerst einfach aufgebaut ist, bei
einer Verbesserung der Atemwegwiderstände in der
exspiratorischen Phase.
Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Atemhilfegerät nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 erfindungsgemäß durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige
Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Geräts vorgesehen.
Das erfindungsgemäße Atemhilfegerät hat gegenüber den
bekannten Geräten den Vorteil, daß der sonst als notwendig
erachtete komplette exspiratorische Zweig entfällt.
Vielmehr wird der inspiratorische Zweig derart
umgestaltet, daß dieser der gestellten Aufgabe ohne
Nachteile, sondern mit Vorteilen, gewachsen ist.
Dieser Schritt erscheint überraschend und ist auch nicht
aus der eingangs erwähnten EP-PS 01 12 979 zu entnehmen.
In dieser Druckschrift wird zwar die Einstellung des Peep-
Niveaus durch ein im inspiratorischen Zweig vorgesehendes
Peep-Ventil vorgenommen, wobei das an dieser Stelle
angeordnete Peep-Ventil vornehmlich die Aufgabe hat, den
im inspiratorischen Zweig vorhandenen ständigen Gasstrom
(High-Flow-Prinzip) während der Exspirationsphase als
Überstromventil abzuleiten. Die Steuerung des am Ende des
Exspirationszweigs angeordneten Exspirationsventils auf
Peep-Niveau muß jedoch bei der bekannten Einrichtung
ebenfalls über das im inspiratorischen Zweig angeordnete
Peep-Ventil mit den damit verbundenen Druckverlusten
erfolgen. Während des Exspirationsvorgangs ist der
inspiratorische Zweig durch ein Einwegventil oder
Rückschlagventil bei der bekannten Einrichtung
geschlossen.
Demgegenüber entfällt bei der vorliegenden Erfindung ein
separater exspiratorischer Zweig komplett, d. h. das
Exspirationsventil wird unmittelbar im Bereich des
Patientenanschlußstücks noch im inspiratorischen Zweig
angeordnet, wobei das Exspirationsventil auf Peep-Niveau
eingestellt ist. Hierdurch werden die genannten Nachteile
vermieden und insbesondere die Widerstände der
Exspirationsleitung sowie Steuerleitung völlig aufgehoben.
Durch die unmittelbare Nähe des Exspirationsventils zum
Patienten, kann das Peep-Niveau außerordentlich fein
hergestellt werden, so daß eine geringe Patientenbelastung
ermöglicht wird. Durch den Wegfall der Bauteile im
exspiratorischen Zweig wird weiterhin die
Gesamtvorrichtung verbilligt.
In Weiterbildung der Erfindung nach Unteranspruch 2 ist
das beim Patienten unmittelbar angeordnete Peep-Ventil als
ein auf Peep-Niveau gesteuertes Überströmventil
ausgebildet. In Verbindung mit Unteranspruch 5 wird dabei
das Peep-Niveau durch ein separates Peep-Ventil
eingestellt, d. h. es findet eine Entkopplung der
Ventilwiderstände zwischen dem sehr empfindlichen
Überströmventil und dem das Peep-Niveau bestimmenden Peep-
Ventil statt. Sofern man gemäß Unteranspruch 6
beispielsweise ein federbelastetes einstellbares Peep-
Ventil unmittelbar als Exspirationsventil verwendet, so
löst dies zwar die Aufgabe, es stellt jedoch die
unempfindlichere Lösung dar. Bei einem starken Ausatmen
entsteht bei einem federbelasteten Peep-Ventil ein
Staudruck, der infolge der Trägheit dieses Systems einen
höheren Gegendruck erzeugt, als beispielsweise bei einer
Membransteuerung gemäß Unteranspruch 5. Gemäß
Unteranspruch 5 bzw. 11 wird der sich auf Peep-Niveau
einstellende Druckraum des Peep-Ventils mit Sauerstoff
oder Luft über eine Steuerleitung mit Drossel und/oder
Druckminderer beströmt.
Das gemäß Unteranspruch 3 vorgesehene Einwegventil hat den
Vorteil, daß der inspiratorische Zweig während der
exspiratorischen Phase prinzipiell und im wesentlichen vom
ausgeatmeten Atemvolumen nicht erreicht wird, so daß eine
Kontaminierung durch den Patienten durch die
Patientenatemluft im inspiratorischen Zweig vermieden
wird.
Gemäß Unteranspruch 4 ist eine
Druckkonstanthalteeinrichtung als Wetterballon, Atembeutel
oder als feder- oder kraftbelasteter Balg vorgesehen.
Durch dieses mit einer Frischgasbefüllung vorgesehene
zusätzliche Reservoir wird zum einen der ständig fließende
Gasstrom auf ein Minimum gehalten, zum anderen werden
Druckschwankungen um das Peep-Niveau bzw. zusätzlich
notwendige Atemluft zur Verfügung gestellt. Derartige
Atembeutel oder Wetterballons haben ein Füllvolumen von
ca. 3 bis 40 l Gasmenge. Beim Ausatmen, d. h. in der
Exspirationsphase, wird dieses Reservoir wenigstens
zeitweise mit Frischgas vom ständig strömenden Gasfluß
gefüllt und entlastet so die Atemwegwiderstände.
Die bekannten Druckkonstanthalteeinrichtungen,
insbesondere Wetterballons, Atembeutel oder Federbälge
haben jedoch den Nachteil, daß ein während der
Inspirationsdauer konstanter Druck nicht ohne weiteres
herstellbar ist. Durch die lineare Federkennlinie dieser
Einrichtungen verringert sich der Druck in dem Maße, wie
das Reservoir zusammengedrückt und Gas entnommen wird. Ein
auf konstantem Peep-Niveau liegender Druck kann demnach
mit derartigen, nach einer Federkennlinie arbeitenden
Druckkonstanthalteeinrichtung nicht erzielt werden, da ein
linearer Druckabfall während der Inspirationsphase
eintritt. Demzufolge wird die Erfindung gemäß
Unteranspruch 8 dahingehend verbessert, daß gemäß einer
bereits vorgeschlagenen Anmeldung des Anmelders
(P 37 12 389.0) eine Druckkonstanthalteeinrichtung
verwendet wird, die einen, unabhängig vom Weg des
Federbalgs konstanten, einstellbaren Beatmungsdruck
erzeugt. Hierdurch stellt sich in einem Balg, Atembeutel
oder Wetterballon ein nahezu konstanter Ausgangsdruck ein,
der unabhängig vom Zusammendrückweg ist. Dies wird dadurch
erzielt, daß man das Gerät mit einer konstanten Kraft
beaufschlagt, wodurch ein gleichbleibender Druck über die
gesamte Weglänge beim Zusammendrücken der
Druckkonstanthalteeinrichtung vorliegt. Auf diese
vorgeschlagene Anmeldung der Anmelderin wird in
Ausgestaltung der Erfindung hiermit ausdrücklich und im
vollen Umfang verwiesen.
Gemäß Unteranspruch 7 ist es vorteilhaft, ein weiteres auf
Peep-Niveau einstellbares Ausgangsventil zwischen dem
Rückschlagventil und der Druckkonstanthalteeinrichtung
anzuordnen, um als Überströmventil für den ständig
fließenden Gasstrom zu dienen.
Die Weiterbildung der Erfindung nach den Unteransprüchen 9
und 10 sieht vor, daß zwei oder drei Trennstellen im
Bereich des Patientenanschlußstücks vorgesehen sind. Die
Trennung soll möglichst nahe beim Patienten erfolgen, um
eine Kontaminierung der übrigen Geräteteile in der
Exspirationsphase zu vermeiden. Aus praktischen Erwägungen
wird die Trennstelle ggf. am Gerät selbst angebracht,
d. h. das aus dem Gerät herausragende Schlauchsystem
einschließlich dem Exspirationsventil wird komplett zur
Reinigung ausgetauscht.
Vorteilhafte und zweckmäßige Ausführungsbeispiele der
Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung des erfindungs
gemäßen Atemhilfegeräts mit entkoppelter
Ansteuerung des Exspirationsventils,
Fig. 2 eine Variante des Ausführungsbeispiels nach
Fig. 1 ohne entkoppeltes Exspirationsventil und
Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel für ein bevorzugtes
Einwegventil.
Das in der Fig. 1 und 2 dargestellte erfindungsgemäße
Atemhilfegerät 1 zum Anschluß an einen Patienten 2 weist
einen inspiratorischen Zweig 3 auf, an dessen Ende das
Patienten-Anschluß-Stück 4 mit Schlauchsystem 5 vorgesehen
ist.
Das für die Atmung notwendige Gasgemisch wird über die
Luftleitung 6 und die Sauerstoffleitung 7 über
Regelventile 8 jeweils Druckminderer mit Durchflußmesser 9
zugeführt, bevor es in die gemeinsame Leitung 10
zusammengeführt wird. Die Gaszufuhr erfolgt dabei im
allgemeinen im High-Flow-Betrieb, d. h. es fließt ein
ununterbrochener Gasstrom durch die Leitung 10.
Der inspiratorische Zweig 3 enthält weiterhin eine
Druckkonstanthalteeinrichtung 11 als Reservoir oder
Speicher, der als Faltenbalg ausgebildet ist, wobei die
Leitung 10 in der Druckkonstanthalteeinrichtung 11
mündet.
Von dieser Druckkonstanthalteeinrichtung 11 führt eine
weitere Leitung 12 über ein Einwegventil oder
Rückschlagventil 13 zum Schlauchsystem 5 des Patienten-
Anschlußstücks 4.
Die einfachere und prinzipielle Ausbildung der Erfindung
nach Fig. 2 sieht dabei vor, daß im inspiratorischen Zweig
3, unmittelbar im Bereich des Patienten ein
Anschlußstutzen 14 für ein Exspirationsventil 15
vorgesehen ist, wobei das Exspirationsventil 15 als Peep-
Ventil 15 ausgebildet ist. Zur Erzeugung eines
kontinuierlich positiven Atemwegdrucks (CPAP) verschließt
der Ventildeckel 16 den Anschlußflansch 14 mit einer
Kraft, die auf Peep-Niveau (ca. 5 bis 10 mbar) eingestellt
ist. Dabei kann die Druckkraft des Ventildeckels 16 und
damit das Peep-Niveau mittels einer Feder 17 über den
verdrehbaren Stößel 18 mittels des Stellrads 19 sehr fein
eingestellt werden. Die Atemluft strömt über die Leitung
20 gegen den Druck des Peep-Ventils 15 (Peep-Niveau) ins
Freie (Pfeil 21).
Bei dem in Fig. 2 dargestellten federbelasteten Peep-
Ventil 15 steigt das mit dem Stellrad 19 eingestellte
Peep-Niveau infolge des dynamischen Vorgangs insbesondere
bei einer starken Ausatmung infolge der Trägheit des
Ventils an. Hierdurch kann kein exaktes konstantes Peep-
Niveau eingestellt werden, da sich dieses durch die
Anströmungsbedingungen ändert, d. h. das zusammengedrückte
Federsystem des Peep-Ventils verhält sich wie eine
ansteigende Federkennlinie, so daß der Gegendruck
automatisch ansteigt. Durch ein starkes Gegenatmen
entsteht demnach ein Staudruck, der die Feder
zusammendrückt und einen höheren Gegendruck zur Folge hat,
der vom Patienten überwunden werden muß. Ein
verzögerungsfreies und weiches Ankoppeln zwischen Patient
und Gerät ist deshalb mit dieser Lösung nicht optimal
erfüllt, so daß Druckschwankungen um das benötigte
Druckniveau und damit eine Patientenbelastung vorhanden
ist.
Dieser Nachteil wird durch die Vorrichtung nach Fig. 1
behoben. Bei dieser bevorzugten Geräteausführung erfolgt
die Einstellung des Peep-Niveaus in einer separaten
Druckregeleinheit 22, die das Peep-Niveau über eine
Steuerleitung 23 in einem Membranventil 24 steuert. Hierzu
wird über eine Steuergasleitung 25 Sauerstoff oder Luft
vor den beiden Druckminderern 9 des inspiratorischen
Zweigs (keine Druckbeeinflussung) abgezweigt und über
einen separaten Druckminderer 9′ und ggf. über ein als
Feinregulierventil ausgebildetes Drosselventil 26 in einen
Druckraum 27 des Peep-Ventils 28 geführt. Der
Druckminderer 9′ bzw. das Drosselventil 26 läßt etwa
konstant 2 bis 4 l Luft in den Druckraum 27 strömen. Das
separate, federbelastete Peep-Ventil 28, welches
prinzipiell gleich aufgebaut ist wie das Peep-Ventil 15
(s. Fig. 2), läßt im Druckraum 27 ein genau eingestelltes
Peep-Niveau entstehen. Die überflüssige Luft strömt aus
der Leitung 29 ins Freie (Pfeil 30).
Das Membranventil 24 weist einen oberen Druckraum 31 auf,
der direkt oder über die Steuerleitung 23 mit dem auf
Peep-Niveau eingestellten Druckraum 27 verbunden ist. Der
Druckraum 31 wird am unteren Ende von einer empfindlichen
Membran 32 abgeschlossen, die die Dichtungsfläche des
Anschlußflansches 14 verschließt. Durch diese Anordnung
nach Fig. 1 bleibt der durch die Membran 32 erzeugte
Gegendruck auf Peep-Niveau stets konstant, was einer
waagrechten Kennlinie entspricht. Das in Fig. 1 als
Membranventil 24 ausgebildete Exspirationsventil 24 ist
deshalb von der eigentlichen Einstellung des Peep-Niveaus
durch die Druckregeleinheit 22 mit separatem Peep-Ventil
28 entkoppelt. Der beim Ausatmen auf die Membran 32
wirkende Gegendruck erzeugt demnach nur eine geringfügige
Verschiebung des Luftpolsters im Druckraum 31, wodurch das
Atemgas ins Freie entweichen kann (Pfeil 33). Die
Einstellung und Beibehaltung des konstanten Peep-Niveaus
erfolgt demnach beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1
unabhängig von der ausströmenden Atemluft.
Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung eine
Druckkonstanthalteeinrichtung 11 auf, die als
Wetterballon, Atembeutel oder auch als federbelasteter
Balg ausgebildet sein kann. Zur Erzeugung eines konstanten
Druckniveaus im Faltenbalg 11 und damit im
inspiratorischen Zweig 3 ist es wesentlich, daß der
Faltenbalg 11 mit einer Kraft 34 beaufschlagt ist. Diese
Kraft 34 kann durch ein Gewicht 35 (Fig. 2) auf dem Balg
11 erzeugt werden.
Anstelle des Gewichts 35 zur Erzeugung eines gleichmäßigen
Druckniveaus im Federbalg 11 kann ein einarmiges
Hebelsystem 36 mit Drehpunkt 37 und Hebelarm 38 verwendet
werden. Diese Ausführungsform ist beispielsweise nur in
Fig. 2 dargestellt. Sie gilt gleichermaßen für Fig. 1.
Ein auf dem Hebelarm 38 verschiebbares Gewicht 39 kann
zur Erzeugung eines unterschiedlichen Drehmoments 40 und
damit zu einer Krafteinwirkung auf den Federbalg 11
verwendet werden. Anstelle des verschiebbaren Gewichts 39
kann auch eine in der Federkraft verstellbare Feder 41
verwendet werden. Die unterschiedliche Krafteinwirkung
erzeugt einen unterschiedlichen, jedoch konstanten Druck
im Federbalg 11.
Die Druckkonstanthalteeinrichtung im inspiratorischen
Zweig hat die Aufgabe eines Puffers, d. h. das
erfindungsgemäße Atemhilfegerät kann sowohl im High-Flow
als auch im Low-Flow-Betrieb verwendet werden. Das durch
die Druckkonstanthalteeinrichtung gebildete Reservoir hat
dabei die Aufgabe, Druckschwankungen um das Peep-Niveäu
auszugleichen und zusätzlich notwendige Atemluft bei einem
eventuellen Low-Flow-Betrieb zur Verfügung zu stellen.
Dabei wird mit der speziellen Ausführungsform wie in Fig.
2 beispielhaft dargestellt, der eingestellte
Beatmungsdruck unabhängig vom Weg des Federbalgs 11
konstant gehalten. Dies ist mit einem üblichen Atembeutel
oder Wetterballon nicht möglich.
Diese vorteilhafte Ausführungsform wurde bereits in der
Anmeldung P 37 12 839.0 des Anmelders vorgeschlagen.
Hierauf und auf weitere Vorteile wird ausdrücklich Bezug
genommen.
Das in Fig. 1 und 2 in der inspiratorischen Leitung 12
vorgesehene Einwegventil 13 ist in Fig. 3 in besonderer
Ausführung näher dargestellt. Dieses Ventil wurde
ebenfalls vom Anmelder in der Anmeldung P 37 12 388.2
vorgeschlagen. Auf diese Anmeldung wird ebenfalls
ausdrücklich Bezug genommen. Das in der Fig. 3
dargestellte Einweg- oder Rückschlagventil 13 zeigt in
Teil a die Gasleitung 12 mit einer den Leitungsquerschnitt
12 abschließenden Abschlußplatte 42, wie sie in Fig. 3b in
Stirnansicht dargestellt ist. Der Rohrquerschnitt wird
danach durch sich kreuzende Stege 43 begrenzt, die
zwischen sich Öffnungen 44 einschließen. Auf der
gasstromabwärtsliegenden Seite dieser Abschlußplatte 42
sitzt eine Gummimembran 45 (Fig. 3c), die radiale
Einschnitte 46 aufweist. Die kreisförmige Gummimembran 45
besteht demnach aus Kreissegmenten, die sich leicht in
axialer Richtung verbiegen lassen. Die Segmente der
Gummimembran 45 dienen zum Verschluß der Öffnungen 44 der
Abschlußplatte 42, wobei die radialen Einschnitte 46 durch
die Stege 43 abgeschlossen sind. Die radialen Einschnitte
46 müssen deshalb in ihrer Breite kleiner ausgeführt
werden, als die Breite der Stege 43.
Dieses Einwegventil hat den Vorteil, daß es
außerordentlich empfindlich ist, so daß beim Wechsel
zwischen Verschluß und öffnung nahezu keinerlei
Druckschwankungen auftreten.
In Fig. 1 sind als zusätzliche Maßnahme die Trennventile
48 bis 51 eingezeichnet. Um den durch die exspiratorische
Atemluft kontaminierten Raum auswechseln oder reinigen zu
können, wird eine erste Trennstelle 48 vor dem
Einwegventil 13 und eine zweite Trennstelle 49 hinter dem
Exspirationsventil 24 angeordnet. Hierdurch wird der
unmittelbar mit dem Patienten in Berührung stehende
Bereich austauschbar ausgestaltet, damit dieser Geräteteil
einer Reinigung zugeführt werden kann.
Am Patientenanschlußstück 4 kann eine weitere Trennstelle
50 vorgesehen sein, die zum Anschluß einer Maske oder
eines Tubus dient. Schließlich ist eine Trennstelle 51
vorgesehen, um das Peep-Ventil 28 abtrennen zu können.
Durch das in der Nähe des Patienten angeordnete
Rückschlagventil 13 wird auf jeden Fall vermieden, daß
kontaminierte Luft in den inspiratorischen Zweig 3
gelangen kann. Das in der exspiratorischen Phase gegen das
Rückschlagventil 3 strömende Gas verhindert als
Druckpolster darüber hinaus eine unmittelbare Berührung
dieses Ventils mit kontaminiertem Gas. Durch die
Trennstelle 48 wird der kontaminierte Raum im Bereich des
Patienten zur Reinigung abgetrennt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung arbeitet im übrigen wie
folgt: In der inspiratorischen Phase (Einatmen) strömt
nach dem High-Flow-CPAP-Prinzip der ständig fließende
Gasstrom im inspiratorischen Zweig über die
Druckkonstanthalteeinrichtung 11 und über die Leitung 12
zum Patienten 2, wobei die kraftunterstützte
Druckkonstanthalteeinrichtung bzw. Federbalg 11 ebenfalls
Gas aus diesem Reservoir mit konstantem Druck bei Bedarf
strömen läßt. Der notwendige konstante Druck wird mittels
dem Gewichtsystem auf dem Federbalg 11 erzeugt. Hierdurch
ist auch ein Low-Flow-Betrieb mit einem geringeren
ständigen Gasstrom möglich, da die
Druckkonstanthalteeinrichtung Druckschwankungen und
zusätzlich benötigtes Atemgas ausgleicht bzw. zur
Verfügung stellt.
Während der inspiratorischen Phase ist das Einwegventil 13
geöffnet und der sich beim Patienten einstellende Druck
wird durch das auf Peep-Niveau eingestellte, als
Membranventil 24 oder als Peep-Ventil 15 ausgebildete
Exspirationsventil gesteuert. Nimmt der Patient weniger
Gas zu sich, als durch die Gasversorgung aus der Leitung
10 zuströmt, so wird hierdurch das Federbalgvolumen nicht
benötigt oder gefüllt oder die zuviel zufließende Gasmenge
strömt über das Exspirationsventil 24, 15 ins Freie.
Während der exspiratorischen Phase schließt das
Rückschlagventil 13 und trennt den inspiratorischen Zweig
unmittelbar nach dem Patientenanschlußstück 4, 5 ab. Der
ständig fließende Gasstrom aus der Gasleitung 10 füllt
dann die Druckkonstanthalteeinrichtung 11. Ist diese
gefüllt, so muß der ständig fließende Gasstrom während der
Exspirationsphase über die Leitung 12 und über das
Rückschlagventil 13 ebenfalls durch das Exspirationsventil
24, 15 entweichen. Hierfür kann, wie in Fig. 2 wahlweise
gestrichelt dargestellt, ein zusätzliches Ausströmventil
47 vorgesehen sein, welches ebenfalls auf Peep-Niveau
einzustellen ist und den Atemwegdruck verkleinert.
Der kontinuierlich positive Atemwegdruck (CPAP) auf Peep-
Niveau wird durch das Exspirationsventil 24, 15
eingestellt, wobei wahlweise als Exspirationsventil
unmittelbar ein Peep-Ventil 15 (Fig. 2) oder ein
Überströmventil 24 (Fig. 1) verwendet wird. Das
Überströmventil nach Fig. 1 wird durch ein separates Peep-
Ventil 28 über eine Steuerleitung 23 wie beschrieben
angesteuert.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und
beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Sie umfaßt
auch vielmehr alle fachmännischen Ausgestaltungen und
Weiterbildungen ohne eigenen erfinderischen Gehalt.
Claims (11)
1. Atemhilfegerät zur Wiederherstellung der
Spontanatmung bei Patienten, wobei in einem
inspiratorischen Zweig eine Druckkonstanthalteeinrichtung
und Mittel zum Erzeugen eines dauernd fließenden Gasstroms
(High-Flow-, Low-Flow-Prinzip), ein Gasstrom-Einwegventil
sowie ein, einen kontinuierlich positiven Atemwegdruck
(CPAP) erzeugendes, auf Peep-Niveau einstellbares
Peepventil vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß
unmittelbar im Bereich des Patienten-Anschlußstücks im
Endbereich des inspiratorischen Zweigs (3) ein auf Peep-
Niveau einstellbares Exspirationsventil (24, 15) zur
Abfuhr des Atemgasvolumens in der exspiratorischen Phase
vorgesehen ist.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Exspirationsventil (24, 15) im Bereich des Patienten-
Anschlußstücks (4) angeordnet und als Peep-Ventil (15)
oder als auf Peep-Niveau gesteuertes Überströmventil (24)
ausgebildet ist.
3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gasstrom-Einwegventil (13) als
Atemluft-Rückschlagventil ausgebildet und im Bereich des
Patienten-Anschlußstücks und zwischen diesem und der
Druckkonstanthalteeinrichtung (11) angeordnet ist.
4. Gerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckkonstanthalte
einrichtung (11) in der exspiratorischen Phase wenigstens
einen Teilstrom des ständig fließenden Gasstroms aufnimmt
und vorzugsweise als Wetterballon, als Atembeutel oder als
feder- oder kraftbelasteter oder momentenbelasteter Balg
(11) o. dgl. ausgebildet ist.
5. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das als
Überströmventil (24) ausgebildete Exspirationsventil eine,
den exspiratorischen Ausgang (14) abschließende Membran
(32) besitzt, deren Rückseite einen, mittels eines
separaten Peep-Ventils (28) auf Peep-Niveau gehaltenen
Druckraum (31, 27) aufweist, wobei der Druckraum (31, 27)
über eine Steuergasleitung (25), ggf. mit Drosselventil
(26) oder Druckminderer (9′), mit einer Gaszufuhrleitung
(6, 7) verbunden ist.
6. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Exspirations
ventil (24, 15) oder das, das Überströmventil (24)
steuernde Peep-Ventil (28) als federbelastetes,
einstellbares Peep-Ventil (15, 28) oder als Standrohr mit
Wasserschloß zur Einstellung des Peep-Niveaus ausgebildet
ist.
7. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der
Druckkonstanthalteeinrichtung (11) und dem
Atemgasrückschlagventil (13) ein weiteres, auf Peep-Niveau
einstellbares Peep-Ventil (47) für den Gasstromüberlauf in
der exspiratorischen Phase vorgesehen ist.
8. Gerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Beaufschlagung der als feder- oder kraftbelasteter
Federbalg ausgebildeten Druckkonstanthalteeinrichtung (11)
über eine konstante Kraft oder über eine, an einem
Hebelarm verschiebbare, ein einstellbares konstantes
Drehmoment erzeugende Kraft erfolgt.
9. Gerät nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
Patientenanschlußstück mit Schlauchsystem (5) durch eine
erste Trennstelle (48) vor dem Atemgasrückschlagventil
(13) und einer zweiten Trennstelle (49) hinter dem
Exspirationsventil (24) vom Gerät (1) abtrennbar ist.
10. Gerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
eine weitere Trennstelle (50) zum Anschluß einer Maske
oder eines Tubus am Patientenanschlußstück (4)
vorgesehen ist.
11. Gerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Druckraum (27, 31) über die Steuergasleitung (25) mit
Sauerstoff (7) oder Druckluft (6) beaufschlagbar ist,
wobei in der Steuergasleitung (25) ein Druckminderer (9′)
und/oder ein Drosselventil (26) zur Einstellung eines
konstanten Drucks vorgesehen sind.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE3820043A DE3820043C2 (de) | 1987-11-20 | 1988-06-13 | Atemhilfegerät |
| EP19880120039 EP0346527B1 (de) | 1988-06-13 | 1988-12-01 | Atemhilfegerät |
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| DE3739380 | 1987-11-20 | ||
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Publications (2)
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| DE3820043A1 true DE3820043A1 (de) | 1989-06-01 |
| DE3820043C2 DE3820043C2 (de) | 1999-10-28 |
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