DE3813390A1 - Verfahren zur steuerung der kraftstoffzufuhr bei einer ein fahrzeug antreibenden brennkraftmaschine - Google Patents
Verfahren zur steuerung der kraftstoffzufuhr bei einer ein fahrzeug antreibenden brennkraftmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der
Kraftstoffzufuhr bei einer ein Fahrzeug antreibenden
Brennkraftmaschine gemäß Oberbegriff des Hauptanspruches.
Aus der DE-OS 36 38 474 ist ein gattungsgemäßes Verfahren
bekannt, bei welchem eine in der Abgasleitung der Brenn
kraftmaschine angeordnete Meßeinrichtung ein dem Abgas
trübungsgrad entsprechendes Signal an eine elektronische
Steuereinheit übermittelt, durch welche wiederum bei
Vollast der Brennkraftmaschine die einzuspritzende Kraft
stoffmenge derart begrenzt wird, daß ein vorgegebener
Grenzwert für den Rußpartikelausstoß nicht überschritten
wird, gleichzeitig aber immer noch ein optimales Lei
stungsangebot zur Verfügung steht.
Damit die Abgastrübung auch im Instationärbetrieb der
Brennkraftmaschine keine zu hohen Werte annehmen kann,
wird in der DE-OS 32 04 804 vorgeschlagen, bei der Auswahl
des Minimalwertes für die Kraftstoffeinspritzung unter
anderem auch die zeitliche Änderung der Brennkraftmaschi
nendrehzahl zu berücksichtigen.
Beide Verfahren haben jedoch den Nachteil, daß im Falle
eines erhöhten zu überwindenden Fahrwiderstandes wie z. B.
bei größeren Fahrbahnsteigungen, die maximale Leistung der
Brennkraftmaschine, die ohne eine Begrenzung der Vollast
einspritzmenge möglich wäre, unerreichbar ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren der im Oberbegriff des Hauptanspruches be
schriebenen Art aufzuzeigen, mit welchem die Schadstoff
emission möglichst gering gehalten wird, dennoch aber bei
erhöhten Fahrwiderständen die Maximalleistung der Brenn
kraftmaschine erreichbar bleibt.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
kennzeichnenden Teiles des Hauptanspruches gelöst.
Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, daß während des
normalen Fahrbetriebes ständig eine Begrenzung der Kraft
stoffmenge im Vollastbereich gegeben ist, wodurch gerade
die in höheren Lastbereichen überproportional ansteigende
Schadstoffemission auf ein Minimum reduziert wird. Ist
jedoch aufgrund erhöhter Fahrwiderstände, z. B. an Stei
gungen oder bei hohen Zuladungen, selbst bei Vollastvor
gabe die von der Brennkraftmaschine abgegebene Leistung
nicht mehr ausreichend, so erfolgt eine Aufhebung dieser
Kraftstoffmengenbegrenzung. Auf diese Aufhebung hat der
Fahrer selbst jedoch keinerlei Einfluß, da diese aus
schließlich beschleunigungsabhängig gesteuert wird. Eine
versehentliche Freigabe der maximalen Kraftstoffmenge bei
geringeren Fahrwiderständen, also dann, wenn auch mit
begrenzter Vollastmenge eine ausreichende Leistung zur
Verfügung steht, ist damit ausgeschlossen.
Die permanente Begrenzung der Brennkraftmaschinenleistung
bei Vollast im normalen Fahrbetrieb führt bei einem
Anfahrvorgang aufgrund eines verringerten Anfahrschlupfes
nebenbei noch zu einer Reduzierung des Reifenverschleißes.
Gleichzeitig wird beim Anfahren unter Vollastvorgabe eine
Verbesserung des Fahrkomforts erzielt, denn die jetzt
reduzierte Maximalleistung führt zwangsläufig auch zu
einer Verringerung des Beschleunigungsstoßes beim Anfahren
aus dem Stillstand. Selbstverständlich ist durch die
Begrenzung der Vollastmenge auch eine Kraftstoffersparnis
gegeben.
Mit der Ausgestaltung des Verfahrens nach Anspruch 2 ist
eine optimale Anpassung des die Aufhebung der Leistungs
begrenzung festlegenden Beschleunigungsgrenzwertes an die
aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit und an die aktuelle
Brennkraftmaschinendrehzahl möglich.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens und vorteilhafte Ausgestaltungen hierzu sind
den übrigen Unteransprüchen zu entnehmen.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausfüh
rungsbeispieles dargestellt. Im einzelnen zeigt:
Fig. 1 eine Ausführungsform einer Vorrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
in einer Prinzipskizze und
Fig. 2 die Funktionsweise der in Fig. 1 mit be
zeichneten Steuereinheit.
Fig. 1 zeigt eine ein nicht dargestelltes Fahrzeug
antreibende Dieselbrennkraftmaschine 1, an der eine von
ihr angetriebene Einspritzpumpe 2 mit einem Drehzahlregler
3 angeordnet ist. An dem Drehzahlregler 3 ist ein Ver
stellhebel 4 vorgesehen, welcher über ein Gestänge 5 mit
einem vom Fahrer aus betätigbaren Fahrpedal 6 verbunden
ist. Der Übersichtlichkeit wegen wurde auf die vollstän
dige Darstellung dieses Gestänges 5 verzichtet. Über das
Fahrpedal 6 bzw. über den Verstellhebel 4 erfolgt die vom
Fahrer gewählte Vorgabe der Brennkraftmaschinenlast. Dabei
wird in bekannter Weise unter Mitberücksichtigung der
Brennkraftmaschinendrehzahl n eine an der Einspritzpumpe 2
angeordnete Regelstange 7, deren Stellung ein Maß für die
Kraftstoffeinspritzmenge darstellt, zwischen einer Mini
malstellung und einer Vollastanschlagstellung A oder B
ausgelenkt. Eine mögliche Auslenkung nur bis zur Vollast
anschlagstellung A, also eine Begrenzung der Vollastein
spritzmenge ist erfindungsgemäß im normalen Fahrbetrieb
vorgesehen und eine Auslenkung bis hin zur gestrichelt
dargestellten Stellung B dann, wenn von dem Fahrzeug ein
erhöhter Fahrwiderstand zu überwinden ist. Die Feststel
lung der zu überwindenden Fahrwiderstände erfolgt über die
aktuelle Fahrzeugbeschleunigung a bei Vollastvorgabe.
Hierzu ist an dem Fahrpedalanschlag ein sogenannter
Kick-down Schalter 8 angeordnet, welcher seinen Zustand
über eine Meßwertleitung 9 an eine elektronische Steuer
einheit 10 übergibt. Dieser Steuereinheit 10 wird ferner
über einen Sensor 11 und eine Meßwertleitung 12 ein der
Drehzahl eines angetriebenen Fahrzeugrades 13, damit also
ein der Fahrzeuggeschwindigkeit v entsprechendes Signal
und über den Sensor 14 und die Meßwertleitung 15 ein der
aktuellen Brennkraftmaschinendrehzahl n entsprechendes
Signal zugeführt. In Abhängigkeit der ihr zugeführten
Signale erzeugt die Steuereinheit 10 ein Stellwertsignal,
welches über die Steuerleitung 16 eine an der Einspritz
pumpe 2 angeordnete Stelleinrichtung 17 zur Verschiebung
des Vollastanschlages zwischen der Stellung A (begrenzte
Vollastmenge) und der Stellung B (maximale Vollastmenge)
in der in Fig. 2 dargestellten Art und Weise ansteuert.
Die Steuerung wird mit dem Start der Brennkraftmaschine
aktiviert (Fig. 2). Im Eingabeblock 18 erfolgt die
Übernahme des aktuellen Zustandes des Kick-down Schalters
8. Ist dieser nicht betätigt (Verzweigungsblock 19), liegt
also von dem Fahrpedal 6 aus keine Vollastvorgabe vor, so
verzweigt die Steuerung zu ihrem Ausgangspunkt 20. Im
Falle eines nicht betätigten Kick-down Schalters 8 ist der
Vollastanschlag der Regelstange 7 immer in der die Kraft
stoffeinspritzmenge begrenzenden Stellung A. Liegt eine
Vollastvorgabe vor (Verzweigungsblock 19), so erfolgt im
anschließenden Block 21 die Ermittlung der aktuellen
Fahrzeugbeschleunigung a. Dies geschieht mit Hilfe eines
in der Steuereinheit 10 integrierten Zeitgebers, indem
jeweils immer zu Beginn und am Ende einer vorgegebenen
Zeitspanne T m die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit v
eingelesen (Block 22 und Verzweigungsblock 23) und abge
speichert (Block 24) wird. Durch Bildung der Differenz aus
diesen beiden Geschwindigkeiten v m und v m-1 und Division
durch die Zeitspanne T m ergibt sich die aktuelle Fahr
zeugbeschleunigung a (Block 24). Nach der Bestimmung des
Wertes a wird in Block 25 aus einem im Festwertspeicher
der Steuereinheit 10 abgelegten Kennfeld 26 für die gerade
aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit v und die gerade aktuelle
Brennkraftmaschinendrehzahl n, welche ebenfalls zuvor im
Block 22 eingelesen wurde, ein Grenzwert a G für die
Fahrzeugbeschleunigung ermittelt, unterhalb derer die
Begrenzung der Vollasteinspritzmenge aufgehoben wird.
Selbstverständlich kann der jeweilige Grenzwert a G auch
nach einer vorgegebenen Funktion in Abhängigkeit der
genannten Parameter berechnet werden. Im Verzweigungsblock
27 folgt nun die Abfrage, ob die aktuelle Fahrzeugbe
schleunigung a größer oder gleich dem Grenzwert a G ist.
Wenn nicht, also wenn die Fahrzeugbeschleunigung a auf
grund höherer Fahrwiderstände unterhalb des Grenzwertes a G
liegt, erfolgt über den Ausgabeblock 28 eine entsprechende
Ansteuerung der Stelleinrichtung 17, wodurch der Vollast
anschlag in die Stellung B, d. h. in die die maximale
Kraftstoffeinspritzmenge zulassende Stellung überführt
wird. In dieser Stellung B bleibt der Vollastanschlag nun
so lange, bis die Abfrage, ob der Kick-down Schalter 8
noch betätigt ist (Eingabeblock 29 und Verzweigungsblock
30) mit nein beantwortet wird oder im Falle eines ge
schlossenen Kick-down Schalters bis wieder eine Beschleu
nigung a vorliegt, die größer oder gleich dem Grenzwert a G
ist (Block 27). Bei geöffnetem Kick-down Schalter 8 (Block
30) verzweigt die Steuerung direkt zu dem Punkt 31, wonach
die Stelleinrichtung 17 den Vollastanschlag wieder in die
Stellung A, d. h. in die die Vollastmenge begrenzende
Stellung überführt (Ausgabeblock 32). Bei noch geschlos
senem Kick-down Schalter 8 (Block 30) erfolgt, um laufend
die aktuelle Beschleunigung a ermitteln zu können (Block
21), zuerst ein Rücksprung zum Eingabeblock 22 zur erneu
ten Eingabe von v und n.
Ist die aktuelle Fahrzeugbeschleunigung a größer oder
gleich dem Grenzwert a G (Verzweigungsblock 27), bleibt der
Vollastanschlag in der Stellung A bzw. wird in diese
Stellung A überführt, falls er noch in der Stellung B
steht.
Hieran im Anschluß erfolgt ein Rücksprung zum Ausgangs
punkt 20 zur erneuten Eingabe des aktuellen Zustandes des
Kick-down Schalters 8.
Infolgedessen, daß der Grenzwert a G in Abhängigkeit sowohl
der Fahrzeuggeschwindigkeit bzw. der Raddrehzahl als auch
der Brennkraftmaschinendrehzahl ermittelt wird, ist die
jeweilige Getriebeübersetzung bei der Bestimmung des
Grenzwertes automatisch mitberücksichtigt, denn das
Verhältnis aus der Raddrehzahl und der
Brennkraftmaschinendrehzahl liefert eine direkte Aussage
über die gerade gefahrene Übersetzung. Anstelle der
Erfassung der Brennkraftmaschinendrehzahl n (Block 22,
Fig. 2) ist es in diesem Zusammenhang selbstverständlich
auch möglich, die gerade gewählte Übersetzung mittels
eines geeigneten Meßfühlers am Schalt- oder Wählhebel des
Fahrzeuges direkt an die Steuereinheit zu übergeben.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es ebenso
denkbar, mehrere aktuelle Beschleunigungswerte in Folge zu
ermitteln, daraus den Mittelwert zu bilden und dann erst
die Stelleinrichtung 17 (Fig. 1) entsprechend anzusteu
ern. Damit kann z. B. ein sofortiges, unerwünschtes
Ansprechen der Stelleinrichtung auf einen zufällig außer
halb der Meßtoleranz liegenden Meßwert verhindert werden.
Die Steuerung sieht ferner vor, beim Ausfall eines Meß
fühlers die Vollasteinspritzmenge bis zur Wiederherstel
lung seiner Funktionsfähigkeit ständig begrenzt zu halten.
Es ist damit ein schadstoffarmer Notfahrbetrieb gewähr
leistet. Der Ausfall eines Sensors kann über eine Kon
trollampe am Armaturenbrett des Fahrzeuges signalisiert
werden.
Die Erfindung beschränkt sich nicht ausschließlich nur auf
eine Aufhebung der Leistungsbegrenzung unter Vollastvor
gabe, sondern es ist genauso möglich die Leistungsbegren
zung bei Erreichen eines vorgegebenen Grenzwertes für die
Lastvorgabe aufzuheben. Dabei kann anstelle eines Kick-
down Schalters auch ein geeigneter, die Fahrpedal- oder
die Verstellhebelauslenkung erkennender Sensor eingesetzt
werden, dessen Meßsignale an die Steuereinheit übergeben
werden, welche dann letztendlich bei Erreichen des vorge
gebenen Grenzwertes für die Lastvorgabe die Aufhebung der
Begrenzung der Kraftstoffeinspritzmenge veranlaßt. Natür
lich gilt in diesem Fall ebenfalls, daß eine Aufhebung der
Leistungsbegrenzung nur dann in Frage kommen, wenn ein
zugehöriger Grenzwert für die Fahrzeugbeschleunigung
bereits unterschritten ist.
Um eine weitere Verbesserung des Fahrkomforts zu errei
chen, ist es ebenso denkbar, eine stufenlose Begrenzung
der Vollasteinspritzmenge vorzusehen, indem der Vollast
anschlag je nach Fahrzustand jede Stellung zwischen A und
B einnehmen kann.
Für den Fall, daß an jedem Fahrzeugrad ein dessen Drehzahl
erfassender Sensor angeordnet ist, kann das
erfindungsgemäße Verfahren ohne größeren Aufwand für die
Anpassung der Steuerung auch zur Regelung des Antriebs
schlupfes eingesetzt werden.
Claims (5)
1. Verfahren zur Steuerung der Kraftstoffzufuhr bei einer
ein Fahrzeug antreibenden Brennkraftmaschine, bei welchem
die Kraftstoffmenge in höheren Lastbereichen begrenzt
wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Begrenzung der Kraftstoffmenge unterhalb eines
vorgegebenen Grenzwertes (a G ) für die Fahrzeugbeschleuni
gung aufgehoben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grenzwert (a G ) für die Fahrzeugbeschleunigung in
Abhängigkeit der Fahrzeuggeschwindigkeit (v) und der
Brennkraftmaschinendrehzahl (n) aus einem Kennfeld (26)
ermittelt wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1 oder 2 mit einer elektronischen Steuereinheit,
welcher ein der aktuellen Lastvorgabe entsprechendes
Signal zugeführt wird und welche ein Stellwertsignal zur
Betätigung einer die Kraftstoffzuführmenge bestimmenden
Stelleinrichtung erzeugt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuereinheit (10) zur Ermittlung der aktuellen
Fahrzeugbeschleunigung (a) ferner ein der aktuellen
Fahrzeuggeschwindigkeit (v) entsprechendes oder ein der
aktuellen Brennkraftmaschinendrehzahl (n) entsprechendes
Signal zugeführt wird, daß in einem Festwertspeicher der
Steuereinheit (10) ein fahrzeuggeschwindigkeits- und
brennkraftmaschinendrehzahlabhängiges Kennfeld (26) zur
Ermittlung des jeweiligen Grenzwertes (a G ) für die Fahr
zeugbeschleunigung abgelegt ist und daß das Stellwertsig
nal die Stelleinrichtung (17) derart ansteuert, daß bei
Vollast der Brennkraftmaschine (1) und bei Fahrzeugbe
schleunigung (a), die unterhalb des jeweiligen aus dem
Kennfeld (26) ermittelten Grenzwertes (a G ) liegen, die
maximale Kraftstoffmenge zugeführt wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektronische Steuereinheit (10) über eine elek
trische Signalleitung (9) mit einem vom Fahrpedal (6) aus
betätigbaren Kick-down Schalter (8) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das der aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit (v) ent
sprechende Signal über einen an einem Rad (13) des Fahr
zeuges angeordneten Sensor (11) abgegriffen und über eine
Meßwertleitung (12) an die elektronische Steuereinheit
(10) übergeben wird.
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