DE3809479A1 - Fuegestelle an rohren aus stahl - Google Patents
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- Pressure Welding/Diffusion-Bonding (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft die Konstruktion einer Fügestelle
zum Verbinden von Rohren kleiner Durchmesser aus unlegier
tem, niedriglegiertem und/oder hochlegiertem Stahl. Dabei
kommt diese Fügestellenkonstruktion besonders in sicher
heitstechnisch anspruchsvollen Anlagen, wie z. B. Kernkraft
werken oder Anlagen, die die Ausführungsklassen IA oder IB
verlangen, zum Einsatz.
Rohrleitungen in Anlagen, die hohen Qualitätsansprüchen in
ihrer Ausführung genügen müssen (z. B. im 1. und 2. Kreis
lauf von Kernkraftwerken oder in Chemieanlagen, die der
Ausführungsklasse IA oder IB entsprechen), werden in der
Regel durch ein WIG-Schweißverfahren gefügt. Da die Güte der
Schweißnähte sehr stark von den Fähigkeiten der Schweißer ab
hängig ist, werden die Fügestellen 100%ig durch eine Durch
strahlungsprüfung (Röntgen) kontrolliert. Der Prozeß der
Schweißnahtprüfung ist sehr aufwendig und teuer, da für die
Prüfung ca. zehnmal soviel Zeit wie zur Herstellung einer
Schweißnaht benötigt wird. Dieses Mißverhältnis war ausschlag
gebend für die Entwicklung eines Diffusionsschweißverfahrens für
den Baustelleneinsatz (Salzberg, P; Bogdahn, H; "Herstellen von
Schweiß-/Lötverbindungen unter Argon 99,99 mit Widerstandser
wärmung" Schweißtechnik, Berlin 35 (1985), Heft 6, S. 249-251).
Mit diesem Verfahren lassen sich, da es sich um ein teilautoma
tisiertes Schweißverfahren handelt, Verbindungsqualitäten her
stellen, die weitestgehend von den Fähigkeiten des Schweißers
unabhängig sind.
Da diese Verbindungen durch Röntgen nicht prüfbar sind, wird
die Qualität der Schweißungen an einer auf Biegung beanspruch
ten Parallelprobe geprüft. Ein erreichter Biegewinkel von 100°
ist ein sicheres Zeichen dafür, daß die zum Schweißen notwen
digen Paramter richtig eingestellt sind. Die Qualitätssicherung
an Hand einer Parallelprobe ist für Anlagen im konventionellen
Bereich ausreichend.
Zur Errichtung von Anlagen in Kernkraftwerken kann dieses pro
duktive Schweißverfahren nicht angewendet werden, weil wegen des
Fehlens einer zerstörungsfreien Prüfmöglichkeit jeder Fügestelle
eventuelle Qualitätsminderungen nicht erfaßt werden können und
damit ein gewisses Restrisiko bestehen bleibt.
Ziel der Erfindung ist es, eine Fügestelle an Rohren aus Stahl
zu schaffen, die sich durch eine hohe Zuverlässigkeit auszeich
net, dabei aber einfach in der Herstellung ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fügestelle an Rohren aus
Stahl zu schaffen, deren Festigkeit mindestens der des Grund
werkstoffes entspricht und die so sicher ist, daß kein Rest
risiko mehr auftritt, damit auf das Röntgen verzichtet werden
kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die in
einem Erwärmungsvorgang hergestellte Rohrverbindung aus einer
Diffusionsschweißverbindung und einer kombinierten Diffusions
schweiß-/Lötverbindung besteht, wobei die Diffusionsschweiß
verbindung und die kombinierte Diffusionsschweiß-/Lötverbindung
nicht in einer Ebene liegen.
In vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Lösung
ist die zwischen den Rohrstirnflächen hergestellte Diffusions
schweißverbindung von einer mittels Muffe hergestellten kom
binierten Diffusionsschweiß-/Lötverbindung ummantelt.
Diese, die Diffusionsschweißverbindung ummantelnde kombinierte
Diffusionsschweiß-/Lötverbindung kann auch durch ein T-Stück
gebildet werden.
Anschließend sollen kurz die funktionellen Merkmale dieser
erfindungsgemäßen Fügestellenkonstruktion beschrieben werden.
Als wesentlichster Aspekt sei vorangestellt, daß beide Verbin
dungen, also die Diffusionsschweißverbindung zwischen den Rohr
stirnflächen und die außerhalb dieser Ebene liegende kombinierte
Diffusionsschweiß-/Lötverbindung zwischen Rohr und Muffe gleich
zeitig, d. h., in einem Erwärmungsvorgang hergestellt werden, um
eine Schädigung des Grundwerkstoffes auszuschließen. Dies wird
durch ein an sich bekanntes Diffusionsschweißverfahren, das auf
der Basis der elektrischen Widerstandserwärmung unter Schutzgas
arbeitet, realisiert. Zusätzlich wird aber über den Rohrstoß
eine Schiebemuffe montiert. Durch die Stromwärme werden nicht
nur die Rohrenden diffunsionsgeschweißt, sondern die an den
Muffenrändern deponierten Lotringe werden auch geschmolzen.
Durch Kapillarwirkung gelangt der flüssige Zusatzwerkstoff in
den Spalt zwischen Muffe und Rohr, überraschenderweise entsteht
in diesem Spalt aber keine reine Lötverbindung, sondern eine
kombinierte Diffusionsschweiß-/Lötverbindung.
Jede Fügestelle für sich besitzt die Grundstoffestigkeit, so
daß gegen ein Versagen der Rohrverbindung von vornherein die
doppelte Sicherheit gegeben ist. Käme es dennoch zum Ausfall
einer Fügeverbindung, so ist die verbleibende Verbindung immer
in der Lage, die auftretenden Kräfte versagensfrei zu über
tragen.
Als Zusatzmaterial ist ein Werkstoff zu wählen, dessen Liquidus
temperatur im γ + δ-Gebiet des zu fügenden Grundwerkstoffes
liegt, damit auch gute Bedingungen für das Diffusionsschweißen
der Rohrstirnflächen in kurzer Zeit vorliegen.
Die Erfindung soll anschließend an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert werden.
Dabei zeigt die
Fig. 1 den erfindungsgemäßen Aufbau einer Fügestelle an
Rohren aus Stahl mittels Schiebemuffe und
Fig. 2 den erfindungsgemäßen Aufbau mittels T-Stück.
Rohr aus hochlegiertem Stahl X8CrNiTi 18.10 der Abmessungen
12 × 2 sollen miteinander gefügt werden. Dazu wird eine an sich
bekannte, jedoch etwas modifizierte Vorrichtung zum Diffusions
schweißen von Rohren verwendet (Salzberg, P.; Bogdahn, H.;
"Herstellen von Schweiß-/Lötverbindungen unter Argon 99,99 mit
Widerstandserwärmung", Schweißtechnik, Berlin 35 (1985) H. 6,
S. 249-251).
Die Stirnflächen 2 der Rohre 1 werden mit einem Stirnfräser so
bearbeitet, daß planparallele und zur Rohrachse senkrecht stehen
de Flächen entstehen. Nach dem Reinigen der gesamten Fügestelle
mit einem fettlösenden Mittel werden Lotringe aus einer Heiz
leiterlegierung, die im wesentlichen aus 30% Ni, 20% Cr und
Rest Eisen besteht, mittels einer Lehre an der Fügestelle aus
gerichtet. Zwischen den Lotringen wird die Schiebemuffe 3 mon
tiert. Danach erfolgt das Einspannen der so vorbereiteten Rohr
enden in die bereits erwähnte Vorrichtung zum Diffusionsschweißen.
Die Modifizierung der bekannten Vorrichtung macht sich erforder
lich, weil durch die Anordnung der Muffe um den Rohrstoß der
Fügestelle Wärme entzogen wird, während das Rohr bereits die
Solidustemperatur erreicht hat. Aus diesem Grund muß der Abstand
der Kragträger diesen veränderten Bedingungen angepaßt werden,
da ein zu großer Abstand zur Überhitzung des Grundwerkstoffes
führt.
Nachdem die Rohrenden in dieser modifizierten Vorrichtung ein
gespannt wurden, wird die Schutzgaskammer geschlossen, mit Argon
gespült und der Erwärmungsprozeß eingeleitet. Sind die an den
Muffenrändern positionierten Lotringe geschmolzen, wird die
Erwärmung abgebrochen.
Die so hergetellten Verbindungen besitzen eine doppelte Sicher
heit gegenüber den bekannten Schweißnaht- bzw. Lötnahtkonstruk
tionen. Zwischen den Stirnflächen 2 der Rohre 1 am Rohrstoß ist
durch das Wirken von Temperatur, Zeit und Druck (elastische Aus
lenkung der Kragträger) eine Diffusionsschweißverbindung ent
standen. Zusätzlich zu dieser Verbindung wird zwischen Außen
durchmesser 4 der Rohrenden und der inneren Mantelfläche der den
Rohrstoß ummantelnden Schiebemuffe 3 eine kombinierte Diffusions
schweiß-/Lötverbindung hergestellte. Diese kombinierte Diffusions
schweiß-/Lötverbindung ist ebenfalls ein Ergebnis der elastischen
Auslenkung der Kragträger im Zusammenwirken mit Druck und Tempe
ratur. Dies bewirkt, daß sich in der Schiebemuffe Druckflächen
für die zu fügenden Rohre ergeben, in deren Bereich es dann zur
Ausbildung einer Diffusionsschweißverbindung kommt. In dem rest
lichen Spaltbereich bildet sich eine Lötverbindung aus.
Jede Verbindung für sich, sowohl die Diffusionsschweißverbindung
als auch die kombinierte Diffusionsschweiß-/Lötverbindung be
sitzt Grundstoffestigkeit. Damit ist eine so hohe Sicherheit
für die Fügestelle erreicht worden, daß ein Restrisiko ausge
schlossen ist und so auf eine zerstörungsfreie Prüfung ver
zichtet werden kann.
Die gleiche Fügestellenkonstruktion ist auch bei Verwendung von
T-Stücken 7 (Fig. 2) erzielbar. Hier entstehen im Prinzip drei
Fügestellen, wobei jede Fügestelle ebenfalls aus einer Diffusions
schweißverbindung am Rohrstoß 5 und einer kombinierten Diffusions
schweiß-/Lötverbindung an den Mantelflächen der Rohrenden 6 be
steht. Es ist lediglich eine Vorrichtung zu verwenden, die das
Fügen in 90°-Richtung zuläßt.
- Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
1 Rohr
2 Stirnflächen
3 Schiebemuffe
4 Außendurchmesser der Rohrenden
5 Rohrstoß
6 Mantelflächen der Rohrenden
7 T-Stück
Claims (3)
1. Fügestelle an Rohren aus Stahl, dadurch gekennzeichnet, daß
die in einem Erwärmungsvorgang hergestellte Rohrver
bindung aus einer Diffusionsschweißverbindung und einer
kombinierten Diffusionsschweiß-/Lötverbindung besteht,
wobei die Diffusionsschweißverbindung und die kombinierte
Diffusionsschweiß-/Lötverbindung nicht in einer Ebene
liegen.
2. Fügestelle an Rohren aus Stahl nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die zwischen den Rohrstirnflächen 2
hergestellte Diffusionsschweißverbindung von einer mittels
Muffe 3 hergestellten kombinierten Diffusionsschweiß-/Löt
verbindung ummantelt ist.
3. Fügestelle an Rohren aus Stahl nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Diffusionsschweißverbindung am
Rohrstoß 5 und die diesen Rohrstoß 5 ummantelnde kombinier
te Diffusionsschweiß-/Lötverbindung durch ein T-Stück 7
gebildet wird.
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- 1988-04-07 GB GB8808074A patent/GB2203684B/en not_active Expired - Fee Related
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