DE3808164A1 - Verfahren zur herstellung von hartem polyurethan - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
gegebenenfalls verstärktem, hartem Polyurethan, das geeignet ist, Bleche
und andere Stahlteile bei Haushaltsgeräten, wie z. B. Kühlschränken,
Gefriertruhen, Waschmaschinen, Spülmaschinen, Wäschetrocknern und
Mikrowellenöfen zu ersetzen.
Die gegenwärtig bekannten Verfahren zur Herstellung von Haushaltsgeräten
der sogenannten weißen Ware weisen einige Nachteile auf, die
mit der Verwendung von Stahlblechen und anderen Bauteilen im
Zusammenhang stehen. Bei diesen konventionellen Techniken begrenzt die
Verwendung von Stahlteilen, insbesondere Blechen, die Formvielfalt des
gesamten Geräts, verlangt verschiedene Verfahrensschritte bei der
Herstellung zur Erzielung des fertigen Teils zur Montage des Haushaltsgeräts
und die Verwendung von innerer Füllung der Bleche mit einem
Isolationsmaterial im Fall von Kühlschränken und Gefriergeräten und
erfordert spezielle Maßnahmen, um die Korrosionseffekte, die niemals
vollständig ausgeschlossen werden können, so gering wie möglich zu
halten.
Angesichts der Nachteile des Standes der Technik für die Herstellung
solcher Haushaltsgeräte war die Entwicklung eines neuen Polyurethanprodukts
für den Bau von Wandteilen und anderen Teilen dieser Geräte in
Angriff genommen worden. Der Ersatz von Metallteilen bei
Kraftfahrzeugteilen, wie z. B. Stoßstangen und anderen industriellen
Anwendungsfeldern, durch Polyurethanteile ist bereits gut bekannt. Jedoch
nehmen viele der bekannten Polyurethanprodukte, die Metallteile
ersetzen, die Form von Elastomeren mit einer Dehnung größer als 100%,
unter Anwendung des Standards ASTM D-638 (1977) für das Dehnungstestverfahren,
an. Weiterhin zeigen diese Polyurethan-Verbundstoffe, die aus
der grundlegenden chemischen Reaktion zwischen einer hydroxylgruppenhaltigen
Verbindung (Polyolen) und einer NCO-Reste besitzenden
Verbindung (aromatische Polyisocyanate) in Gegenwart von Katalysatoren
und anderen eigenschaftsbestimmenden Zusätzen erhalten worden sind,
elastomere Eigenschaften, die sie zum Ersetzen von starren Metallelementen
der oben definierten Haushaltsgeräte der weißen Waren ungeeignet
machen. Beispiele für die elastomeren Polyurethane, die bei den sogenannten
RIM-Verfahren (Reaktionsspritzguß) angewandt werden, sind aus
den US-Patentschriften 42 43 760, 44 44 910 und 45 40 768 ersichtlich,
die die Reaktion eines Polyols (Polyethers, aminierten Polyesters oder
Polymers) mit einem hohen Molekulargewicht, einem Polyisocyanat (aromatisch
oder nicht) und eines Kettenverlängerers (aromatischen Diamins
oder mit endständigen Amingruppen) beschreiben. Andere gegenwärtig
bekannte Urethanprodukte nehmen die Form von harten, nicht elastomeren
Polyurethanen an und sind im Grunde Ergebnisse aus der Reaktion
eines Polyols mit einem Polyisocyanat in Gegenwart von Katalysatoren,
Kettenverlängerern und anderen Zusätzen. Zwar sind diese Produkte
harte Produkte, jedoch keine Schaumstoffe, und führen im Ergebnis zu
Produkten mit einer großen und unerwünschten Härte und einem
geringen thermischen Isolationsvermögen, was sie zur Konstruktion von
Tafeln für die genannten Haushaltsgeräte ungeeignet macht; weiterhin
sind sie bezüglich der Wärmeisolationseigenschaften ungenügend bei der
Konstruktion von Tafeln für Kühlschränke und Gefriergeräte.
Die Druckschrift BR 1 88 162/67 beschreibt gewisses Polyurethanmaterial
des obengenannten Typs, bei dem eine kleine Menge von ungehärtetem
Epoxyharz zu einer Polyurethanharz enthaltenden Masse zugesetzt wird,
um die Beständigkeit gegen Verformung durch Hitze und Farbbeständigkeit
der harten, nicht elastischen und nicht zellförmigen Polyurethanprodukte
zu erhöhen.
Noch andere bekannte Polyurethanprodukte werden durch die Reaktion
von drei Polyolen mit Polyisocyanaten hergestellt, ein Polyurethan dieses
Typs wird in der Patentveröffentlichung BR 79 04 252 beschrieben, die ein
Verhältnis des Biegemoduls -29°C/70°C nicht über -3,4 haben und wobei
eins der drei Polyole eine höhere Reaktionsfähigkeit gegenüber dem Polyisocyanat
besitzt als die Reaktionsfähigkeit jedes der anderen beiden
Polyole (Verbindungen mit aktivem Wasserstoff). Auch in diesem Falle
haben die erhaltenen Polyurethanprodukte Eigenschaften, die sie zum
Ersatz von Platten bei Haushaltsgeräten der weißen Ware ungeeignet
machen, da sie notwendigerweise drei Polyole verwenden und ein
Verhältnis des Biegemoduls besitzen, das, obwohl es innerhalb des
Bereichs der vorliegenden Erfindung liegt, sehr niedrige Testwerte zu
seiner Anwendung bei Haushaltsgeräten ergibt.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
harten, wärmebeständigen, zellförmigen oder mikrozellförmigen Polyurethans,
das gegebenenfalls verstärkt ist, mit einer Dehnung unter 100%,
vorzugsweise zwischen 2 und 50%, mit einer Dichte im Bereich von
0,20 bis 1,30 g/cm³, vorzugsweise 0,60 g/cm³, wobei das harte Polyurethanprodukt
erhalten wird durch Mischen und Reaktion eines Harzes,
das durch wenigstens ein Polyetherpolyol und/oder ein Polyesterpolyol aus
der Gruppe der aminierten und nicht aminierten Verbindungen definiert
ist, das von Sucrose und Propylenoxid abstammt, mit einem Molekulargewicht
im Bereich von 100 bis 5000, Hydroxylzahlen zwischen 30 und
500 und einer Viskosität von 100 bis 10 000 mPa·s und in einer
Menge von 5 bis 100 Gew.-Teilen des Harzes und eines aromatischen Polyisocyanats
aus der Gruppe Toluoldiisocyanat (TDI) und Diphenylmethandiisocyanat
(MDI) mit einer Viskosität von 8 bis 1000 mPa·s, mit
einem NCO-Prozentsatz von 30 bis 40 und in Mengen von 90 bis 150
Gew.-Teilen, wobei das Mischungsverhältnis zwischen NCO/OH zwischen
den beiden Bestandteilen Isocyanat (NCO) und Harz (OH) im Bereich von
0,60 bis 2,20 liegt.
Die Erfindung betrifft ferner das Produkt, das aus der obengenannten
Reaktion erhalten wird. Zusätzlich zu den obenerwähnten Grundverbindungen
(Polyolen und Polyisocyanaten) kann das hier betrachtete
Produkt als Reaktionskomponente die Zellgröße einstellende Mittel,
Kettenverlängerungsmittel, Treibmittel, Verstärkungsmittel und flammverhindernde
Mittel enthalten. Das harte Polyurethanprodukt, das aus den
obengenannten Reaktionen erhalten wird, ist besonders wertvoll zum
Ersatz von Stahlblechen bei Haushaltsgeräten, insbesondere solchen der
sogenannten weißen Waren, da sie die folgenden Vorteile aufweisen:
- - die Polyurethan-Zusammensetzung kann gespritzt werden und paßt sich an die Form an, wodurch eine größere Vielfältigkeit des Designs ermöglicht wird;
- - es besitzt schnelle Verarbeitungszyklen und erhöht dadurch die Produktivität;
- - es ist ein Isoliermaterial, das für energieerfordernde Systeme und zur Nahrungsmittelkonservierung, wie z. B. Kühlschränke und Gefriergeräte, empfohlen wird;
- - es ist ein korrosionsbeständiges Material und löst daher die Probleme des Ersatzes von Teilen, die durch Oxidation oder Korrosion, hervorgerufen von chemischen Produkten, verschlissen sind;
- - es kann nach üblichen Verfahren lackiert werden, was seine Verwendung für ästhetische Zwecke erleichtert;
- - es erlaubt dekorative Zusätze in den vielfältigsten Formen und Verfahren, wie z. B. Heißprägen von Klebstoffen, Siebdruck usw.;
- - es besitzt mechanische Festigkeit bei niedrigen und hohen Temperaturen.
Die Zusammensetzung der Masse zur Erzielung des harten Polyurethan-
Polymerisats mit geeigneten physikalischen und chemischen Eigenschaften
zum Ersatz von Stahl bei Haushaltsgeräten ist direkt von der
Auswahl der Rohmaterialien und ihrer angewandten Menge abhängig.
Zu dem Rohmaterial, das bei der Herstellung des Harzes eingesetzt wird,
gehört als Grundlage:
- a) Ein Gemisch von Polyetherpolyolen und Polyestern, gegebenenfalls aminiert, das von Sucrose (Saccharose) und Propylenoxid abstammt und ein Molekulargewicht im Bereich von 100 bis 1000, eine Hydroxylzahl von 30 bis 450 und eine Viskosität von 100 bis 10 000 mPa·s besitzt; die eingesetzte Menge liegt im Bereich von 5 bis 100 Gew.-Teilen des Harzes. Die Polyetherpolyole werden durch Reaktion eines Alkylenoxids und Derivaten hiervon mit Verbindungen, die aktiven Wasserstoff enthalten, als Promotor hergestellt. Die am häufigsten verwendeten Alkylenoxide sind z. B. Ethylenoxid und Propylenoxid. Zu den Promotoren der Wahl gehören Ethylenglykol, Propylenglykol, Butandiol, Glycerin, Trimethylolpropan, Pentaerythrit, Sorbit, Sucrose (Saccharose) und Gemischen hieraus. Andere Promotoren für aminierte Polyole sind: Ammoniak, Ethylendiamin, Diethylentriamin, Toluoldiamin, Diamino-diphenylmethan, Triethylentetramin, Ethanolamin und Gemische hieraus.
Als Beispiel für Verfahren zur Gewinnung von Polyetherpolyolen können
die US-Patentschriften 29 48 757 und 30 00 963 genannt werden.
Polyesterpolyole sind Produkte der Reaktion einer Carbonsäure oder eines
Carbonsäureanhydrids mit einem mehrwertigen Alkohol.
Die üblichsten Säuren sind Adipinsäure, Phthalsäure und Phthalsäureanhydrid;
die Alkohole sind Ethylenglykol, Propylenglykol, Dipropylenglykol,
Trimethylpropan, Mannit, Sucrose (Saccharose) und Gemische
hieraus. Zusätzlich zu dem obengenannten Gemisch kann das Harz ferner
enthalten:
- b) Ein Mittel zur Einstellung der Größe der gebildeten Zellen, auch bekannt als Mittel zum Brechen der Oberflächenspannung oder als oberflächenaktives Mittel, das ein von Polydimethylsiloxan abstammendes Silikon ist und in einer Menge von 0,1 bis 5 Gew.-Teilen des Harzes eingesetzt wird. Die US-Patentschrift 31 94 773 beschreibt Mittel dieses Typs;
- c) ein Kettenverlängerungsmittel, das ein Diol, Triol oder Amine, wie z. B. Glycerin, Diethylenglykol, 1,4-Butandiol, Ethylenglykol, Propylenglykol, Diethylendiamin, 2,4-Diaminotoluol, 1,3-Phenylendiamin, 1-4-Phenylendiamin und Gemischen hieraus, eingesetzt in Mengen von 0 bis 30 Gew.-% des Harzes, sein kann;
- d) als Treibmittel, das für die Größe und den niedrigen thermischen Leitfähigkeitskoeffizienten (k-Faktor) des gebildeten Polymeren verantwortlich ist, wird Trichloromonofluoromethan in Mengen von 0 bis 50 Gew.-Teilen, bezogen auf das Harz, eingesetzt;
- e) ein Katalysator auf der Grundlage von tertiären Aminen und/oder Zinn, der für die Richtung und die Geschwindigkeit der Reaktion und der Aushärtezeit verantwortlich ist, nämlich: 1,3-Diaminopropan, Ethanolamin, Diethylendiamin, Tetramethylendiamin, Diaminocyclohexan, Hexanmethylendiamin, Triethylenotetramin, Dimethylcyclohexylamin, Tetraethylenpentamin, Zinnoctoat, Zinnoleat, Zinndibutyldilaurat, Zinndibutyldioctoat und Gemischen hieraus, eingesetzt in Mengen von 0,1 bis 8 Gew.-Teilen des Harzes;
- f) ein Verstärkungsmittel oder Füllstoff, das für den strukturellen Teil des gebildeten Polymers verantwortlich ist; gemahlene oder zerschlagene Glasfaser wird ebenso eingesetzt wie Reishülsen, Kaffeeschalen, Maisschalen und Polypropylenfäden, mineralische Füllstoffe wie z. B. Calciumcarbonat, Talkum, Glimmer, Glasmikrokugeln usw., verwendet in Mengen von 0 bis 50 Gew.-Teilen des Harzes;
- g) ein Flammenhemmstoff, nämlich Diethyl-N,N′(2-hydroxyethyl)aminoethylphosphat und Tri-(β-chloro-isopropyl)phosphat, verwendet in Mengen von 5 bis 30 Gew.-Teilen des Harzes.
Das aus den oben definierten Bestandteilen gebildete Harz wird auf
stöchiometrische Weise mit einem aromatischen Poly-isocyanat gemischt,
das die NCO-Gruppen liefert, die unter Reaktion mit den anderen Komponenten,
das Polyurethan bilden. Die am meisten verwendeten Rohstoffe
sind Toluol-diisocyanat (TDI), Diphenylmethandiisocyanat (MDI) und ein
Prepolymer von TDI oder MDI mit einer Viskosität im Bereich von 8 bis
1000 und einem NCO-Prozentsatz von 30 bis 40, eingesetzt in Mengen
von 90 bis 150 Gew.-Teilen.
Es gibt verschiedene Verfahren für die Herstellung von Isocyanaten;
kommerziell wird die Phosgenierung von primären Aminen verwendet.
Der wichtigste Hauptweg zur Herstellung zur TDI geht von Toluol aus,
das durch Nitrierung ein Gemisch von Mononitrotoluol-Isomeren ergibt;
nach einer erneuten Nitrierung werden 2,4-Dinitrotoluol (80%) und 2,6-Dinitrotoluol
(20%) erhalten; nach einer Reduktion und Phosgenierung
erhält man ein Isomerengemisch von Toluoldiisocyanat 80/20, das im
Handel mit TDI bezeichnet wird.
Der Verfahrensweg zur Herstellung von MDI geht von Anilin und Formaldehyd
aus; nach einer Kondensation und anschließender Phosgenierung
erhält man das Diphenylmethan-4,4′-diisocyanat, das im Handel als MDI
bezeichnet wird.
Dem Gemisch von Rohmaterialien a) bis g) in definierten Anteilen wird
der Name "Harz" gegeben. Die harte Polyurethanmasse ist das Ergebnis
der chemischen Reaktion zwischen dem Harz und dem Isocyanat, was
durch eine geeignete Spritzgußmaschine durchgeführt wird, die die
Mischung der beiden Komponenten macht.
Das Verfahren zur Herstellung von harten Polyurethanteilen und -platten,
die verstärkt sein können, mit einer Dichte im Bereich von 0,20 bis 1,30
g/cm³, wird durch Einspritzen dieses Gemisches in eine geeignete Form,
die dem Ausdehnungsdruck standhalten kann, durchgeführt. In wenigen
Sekunden nimmt das Gemisch die Gestalt der Form an und in 1 bis 10
Minuten ist das Teil fertig und kann aus der Form entnommen werden.
Wie bei anderem polymeren Material sind die Eigenschaften der Polyurethanpolymere
von dem Molekulargewicht, den intermolekularen
Kräften, der Steifigkeit, Segmenten der Polymerkette, Kristallinität und
dem Grad der Quervernetzungen abhängig. Die Versuche zur Festigkeit
haben gezeigt, daß durch Erhöhen der obengenannten Einzelheiten die
Eigenschaften der Polyurethan-Polymerisate nicht direkt proportional
erhöht werden. Genau dies tritt bei der vorliegenden Erfindung ein, die
Wahl der Rohmaterialien, die für die einzelnen Eigenschaften verantwortlich
sind, ist entscheidend für die Herstellung eines Produkts mit den
Eigenschaften der thermischen Isolierung, Schlagfestigkeit, mechanischen
Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit zum Ersatz von Stahl bei
Haushaltsgeräten. Im folgenden werden einige Beispiele der Zusammensetzungen
der Rohmaterialien und ihrer Eigenschaften beschrieben, die
die Erfindung jedoch nicht begrenzen sollen.
Bei der Herstellung des Harzes wurden die folgenden Rohstoffe gemischt:
40 Gew.-Teile Polyetherpolyol MW 450, Hydroxylzahl 410, 5 Gew.-Teile
Polyetherpolyol MW 1000, Hydroxylzahl 110, 30 Gew.-Teile Polyetherpolyol
MW 4700, Hydroxylzahl 34, 60 Teile Polyesterpolyol MW 280,
Hydroxylzahl 430, 2 Gew.-Teile Tensid, abgeleitet von Dimethylpolysiloxan
MW 5000, Hydroxylzahl 115, 2,5 Gew.-Teile des Amin-Katalysators Dimethylcyclohexylamin
und 20 Gew.-Teile Trichloromonofluoromethan.
Dieses Gemisch wurde mit 98,8 Gew.-Teilen Toluoldiisocyanat in
einem geeigneten Mischer bei gesteuerter Geschwindigkeit gemischt und
das Gemisch in eine rechteckige Form gespritzt. Nach dem Aushärten
wurden Proben zur Durchführung der in Tabelle 2 angeführten Tests
entnommen.
Bei der Herstellung des Harzes werden 50 Gew.-Teile eines Polyetherpolyols
MW 450, Hydroxylzahl 410; 50 Gew.-Teile eines aminierten
Polyetherpolyols MW 480, Hydroxylzahl 470; 2,5 Gew.-Teile eines Dimethylpolysiloxan-
Tensids MW 5000; 2 Gew.-Teile Tetramethylendiamin-
Katalysator und 10 Gew.-Teile Trichloromonofluoromethan
gemischt. Dieses Harz wurde mit 110 Gew.-Teilen Diphenylmethan-diisocyanat
in einem geeigneten Mischer bei gesteuerter Geschwindigkeit
gemischt und das Gemisch dann in eine rechteckige Form gespritzt. Die
Proben wurden nach der Aushärtung entnommen und die in Tabelle 2
angeführten Tests durchgeführt.
Zur Herstellung des Harzes wurden 80 Gew.-Teile eines Polyetherpolyols,
MW 450, Hydroxylzahl 410; 20 Gew.-Teile eines Polyetherpolyols MW 280
und Hydroxylzahl 430; 2,5 Gew.-Teile Dimethylsiloxan MW 5000, gelöst in
Dipropylenglykol mit der Hydroxylzahl 115; 3,0 Gew.-Teile Tetramethylethylendiamin
und 10 Gew.-Teile Trichloromonofluoromethan gemischt.
Dieses Harz wurde mit 120 Gew.-Teilen Diphenylmethan-diisocyanat in
einem geeigneten Mischer bei gesteuerter Geschwindigkeit gemischt und
das Gemisch in eine rechteckige Form gespritzt. Nach dem Aushärten
wurden Proben entnommen, mit denen die in Tabelle 2 ausgeführten
Tests durchgeführt wurden.
Zur Herstellung des Harzes wurden 80 Gew.-Teile eines Polyetherpolyols,
MW 450, Hydroxylzahl 410; 20 Gew.-Teile eines Polyesterpolyols, MW
280, Hydroxylzahl 430; 3,0 Gew.-Teile Dimethylpolysiloxan; 3,0
Gew.-Teile Tetramethylethylendiamin; 10 Teile Trichloromonofluoromethan
und 5 Gew.-Teile einer 3,1 mm langen gemahlenen Glasfaser
gemischt.
Das Harz wurde mit 120 Gew.-Teilen Toluoldiisocyanat in einem
geeigneten Mischer bei einer kontrollierten Geschwindigkeit gemischt und
das Gemisch in eine rechteckige Form gespritzt. Proben wurden nach
dem Aushärten entnommen zur Durchführung der in Tabelle 2 angeführten
Tests.
Die Reaktion der Hydroxylgruppen von Polyolen mit Isocyanat ist ein
typisches Beispiel für die Bildung von Polyurethan; die verschiedenen
Hydroxylzahlen und Molekulargewichte ergeben verschiedene Eigenschaften
der gebildeten Gruppen. Im Falle von harten Polymeren, wie im
Rahmen dieser Erfindung, zeigen die in den Fig. 1, 2, 3, 4 und 5
abgebildeten Kurven eine Verbesserung der Festigkeit des Produkts durch
Abnahme der Polyole mit hohem Molekulargewicht und Erhöhung der
Polyole mit Niedrigmolekulargewicht. Im allgemeinen werden die Polyole
mit niedrigem Molekulargewicht und hoher Hydroxylzahl für zellige oder
mikrozellige harte Polymere verwendet, während Polyole mit hohem Molekulargewicht
und niedriger Hydroxylzahl für flexible Polymere und
Elastomere usw. verwendet werden. Die Kombination dieser Polymere
ergibt bei den gebildeten Polymeren dazwischenliegende Eigenschaften.
Das Tensid oder der Zellenstabilisator ist ein Benetzungsmittel und ist
verantwortlich für die gleichförmige Größe der gebildeten Zellen. Ein
niedriges Tensidniveau ergibt große, nicht einheitliche Zellen, während
ein geeignetes Niveau kleine und einförmige Zellen ergibt. Im Fall der
Eigenschaften ist die Wirkung aufgrund des Einflusses der anderen
Bestandteile abgeschwächt, mikroskopisch kann jedoch dieser Effekt
beobachtet und gemessen werden; d. h. die Zellgröße kann im Bereich
von 2 bis 200 Mikron liegen.
Wie in Fig. 7 gezeigt wird, verringert ein Anstieg des Katalysatorgehalts
die Cremezeit, Gelierzeit und Abbindezeit, wenn man gleiche
Systeme betrachtet; so tritt dieses bei Systemen mit verschiedenen
Polyolen auf, jedoch nicht proportional. Die Aminkatalysatoren und die
Katalysatoren auf Zinnbasis dienen zur Steuerung der Reaktion zwischen
dem Isocyanat und den Hydroxylverbindungen auf schnelle Weise, um ein
Zusammenfallen der Zellen zu verhindern und so, daß das Polymer auf
vorher festgelegte Weise aushärten kann.
Das am meisten verwendete Treibmittel für harte Polymere ist das
Trichloromonofluoromethan (R-11), das wegen seiner Eigenschaften und
seines Einschlusses in den Zellen dem Polymer stark verbesserte
Isolierungseigenschaften (niedriger K-Faktor) verleiht und zusätzlich noch
ein physikalisches Mittel ist, das die Viskosität des Harzes verringert und
so die Verarbeitung erleichtert. Die Erniedrigung der Konzentration von
R-11 erhöht die Dichte des Polymers und verbessert die mechanischen
Eigenschaften (siehe Fig. 1, 2 und 4). Die thermische Isolierung ist nicht
nur eine Funktion der Menge an R-11, sondern auch eine Funktion des
anderen Rohmaterials und sein Effekt ist nicht dem R-11 direkt proportional
(siehe Fig. 5).
Die Reaktion von Isocyanatverbindungen mit hydroxylhaltigen
Verbindungen ergibt das Urethanpolymer; im Fall von harten Polyurethanen
muß die Auswahl der Rohmaterialien im Hinblick auf die
Bildung von Quervernetzungen erfolgen, die dem gebildeten Polymerisat
mechanische Festigkeit verleihen. In den genannten Beispielen kann man
beobachten, daß die besten Eigenschaften in den Beispielen erhalten, die
MDI verwenden; dies wird durch die Tatsache erklärt, daß es ein Molekül
besitzt, das für die Bildung von Quervernetzungen besser geeignet ist als
TDI.
Die Bedeutung der Füllstoffe liegt in einer Erhöhung der Füllung und
einer Verbesserung der mechanischen Festigkeit des Polymeren (siehe
Fig. 1, 2, 3 und 4). So ist Beispiel 4 zu nennen, dessen mechanische
Eigenschaften mit der Zugabe von Glasfaser beträchtlich verbessert
wurden. Auf der Grundlage der Wirkungen eines jeden Rohmaterials auf
das polymere Endprodukt und seine jeweiligen Eigenschaften kann jedes
Beispiel und seine jeweilige Anwendbarkeit zugeordnet werden; die
Beispiele 1 bis 3 werden eingesetzt bei der Herstellung von Füllwänden
und Teilen für Kühlschränke und Gefrierschränke bzw. -truhen aufgrund
ihrer isolierenden Eigenschaften und Korrosionsbeständigkeit; Beispiel 4
wird aufgrund seiner Zugfestigkeit, seines strukturellen Effektes, seiner
Schlagfestigkeit und des vollständigen Fehlens von Korrosion bei der
Herstellung von Platten und Teilen für Waschmaschinen, Spülmaschinen,
Trockenmaschinen und Mikrowellenherden verwendet.
Zusammengefaßt betrifft die folgende Erfindung die Herstellung einer
harten Polyurethanverbindung, die zellig oder mikrozellig und verstärkt
oder nicht verstärkt sein kann mit einer Dichte im Bereich von 0,20 bis
1,30 g/cm³. Die Bildung dieser Verbindung erfolgt durch Mischen eines
Kunstharzes, das aus einem Gemisch von gegebenenfalls aminierten Polyether-
und Polyesterpolyolen mit einem Molekulargewicht von 100 bis
5000 zusammengesetzt ist, das in einer Menge von 5 bis 100 Gew.-Teilen
eingesetzt wird; einem Tensid auf der Basis von Dimethylpolysiloxan, das
in einer Menge von 0,1 bis 5 Gew.-Teilen eingesetzt wird; einem Amin
als Katalysator des Typs Tetramethylethylendiamin und/oder Dimethylcyclohexylamin,
eingesetzt in einer Menge von 0,1 bis 6 Gew.-Teilen,
fluorierten Treibmitteln, wie z. B. Trichloromonofluoromethan, in einer
Menge von 0 bis 50 Gew.-Teilen; einem Verstärkungsmittel oder Füllstoff,
wie z. B. gemahlene, geschlagene Glasfaser, Reisspelzen, Kaffeeschalen
oder Maisschalen und Polypropylenfäden oder mineralische Füllstoffe,
verwendet in einer Menge von 0 bis 50 Gew.-Teilen; und ein
Flammenhemmstoff, wie z. B. Diethyl-N,N′-bis(2-hydroxyethyl)-aminoethylphosphonat
von Tri-(β-chloroisopropyl)phosphat, verwendet in
einer Menge von 5 bis 30 Gew.-Teilen. Ein aromatisches Polyisocyanat,
das Toluoldiisocyanat (TDI) oder Diphenylmethandiisocyanat (MDI) sein
kann, eingesetzt in einer Menge von 90 bis 150 Gew.-Teilen, wird mit
dem Harz in einer geeigneten Maschine gemischt und nach dem
Einspritzen des Gemisches in eine Form, die die Gestalt des Teils
besitzt, nimmt das Gemisch genau dessen Gestalt an und ist in wenigen
Minuten fertig. Die Anwendung dieser Erfindung liegt in dem Ersatz von
Stahl bei Haushaltsgeräten, wie z. B: Platten oder Füllwänden, Teilen
und Türen von Kühlschränken und Gefrierschränken bzw. -truhen, Füllwänden,
Platten und Teilen von Waschmaschinen, Spülmaschinen, Wäschetrocknern
und Mikrowellenherden.
Claims (10)
1. Verfahren zur Herstellung von thermisch beständigem, zelligem oder
mikrozelligem, gegebenenfalls verstärktem, hartem Polyurethan mit
weniger als 100%, vorzugsweise zwischen 2- und 50%iger Dehnung und
mit einer Dichte im Bereich von 0,20 bis 1,30 g/cm³, vorzugsweise etwa
0,60 g/cm³, gekennzeichnet durch die folgende Verfahrensstufe: Man
setzt ein Kunstharz, das durch wenigstens ein Polyetherpolyol und/oder
Polyesterpolyol, ausgewählt unter den aminierten und nicht-aminierten
Verbindungen, abgeleitet von Sucrose (Saccharose) und Propylenoxid,
definiert ist, mit einem Molekulargewicht von 100 bis 5000, einer
Hydroxylzahl zwischen 30 und 500 und einer Viskosität von 100 bis 10 000
mPa·s, in einer Menge von 5 bis 100 Gew.-Teilen des Harzes mit
einem aromatischen Polyisocyanat aus der Gruppe Toluoldiisocyanat (TDI)
und Diphenylmethandiisocyanat (MDI) mit einer Viskosität von 8 bis 1000
mPa·s, mit einem NCO-Prozentsatz von 30 bis 40 und in einer
Menge von 90 bis 150 Gew.-Teilen des Harzes um.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Harz 5
bis 100 Gew.-Teile eines aminierten Polyetherpolyols umfaßt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Harz 5 bis 50 Gew.-Teile eines Polyesterpolyols, abgeleitet von
Resten von Dimethylterephthalat und Dipropylenglykol, umfaßt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Harz 0,1 bis 5 Gew.-Teile eines die Zellgröße einstellenden
Tensids umfaßt, das durch ein von einem Polydimethylsiloxan abgeleitetes
Silikon definiert ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Harz 0 bis 30 Gew.-Teile eines Diols und/oder Triols als Kettenverlängerungsmittel
enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Verlängerungsmittel Glycerin, Diethylenglykol und/oder 1-4-Butandiol ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß das Harz 0 bis 30 Gew.-Teile eines aus Trichloromonofluoromethan
bestehenden Treibmittels umfaßt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Harz 0,1 bis 8 Gew.-Teile eines Katalysators auf Basis von
tertiären Aminen und/oder Zinn aus der Gruppe Tetramethylethylendiamin,
Dimethylcyclohexylamin, Zinndibutyldilaurat und Zinnoctoat
umfaßt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Harz 0 bis 50 Gew.-Teile eines Verstärkungsmittels aus der
Gruppe: gemahlene oder geschlagene Glasfaser (roving), Reisspelzen, Maishülsen,
Kaffeeschalen, Polypropylen- und Polyethylen-Fasern und
mineralische Füllstoffe enthält.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Harz 5 bis 30 Gew.-Teile Diethyl-N,N′-bis(2-hydroxyethyl)aminophosphonat
und/oder Tri(β-chloroisopropyl)phosphat als Flammenhemmstoff
enthält.
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