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Seilpostanlage. Zusatz- Patent 2g74go. Die Erfindung betrifft eine
Weiterbildung der Seilpostanlage _ nach Patent z974go, bei der das für beide Fahrtrichtungen
der Wagen dienende einzige Gleis mit für die Umkehr der Laufrichtung der Wagen dienenden
Ein-; richtungen, wie Gleisschleifen o. dgl., versehen ist.
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Hierfür sind im Ausführungsbeispiel des Hauptpatentes als einarmige
Hebel ausgebildete Weichenzungen vorgesehen, die beim-
Einlaufen
des Wagens in die Umkehrgleisschleife in ihrer Ruhelage verbleiben und beim Verlassen
der Umkehrgleisschleife durch den Wagen so lange umgestellt werden, bis der Wagen
die Zunge überlaufen hat, worauf diese durch die Kraft einer beim Umlegen der Zunge
gespannten Feder o. dgl. in ihre Ruhelage zurückbewegt ist. Das erste Umlegen der
Weichenzunge ist ein plötzliches und mit viel Geräusch verbunden. Man kann nun die
Kurvenführung an der Weichenzunge und dein entsprechenden Teil des Gleises derart
ausbilden, daß das Umlegen der Zunge aus der Ruhelage in ihre andere Grenzlage allmählich
vor sich geht; doch bleibt dabei immer noch der Nachteil des plötzlichen Zurückschlagens
der Zunge in die Ruhelage bestehen, der nur durch Vorsehen von Verzögerungseinrichtungen
an der Zunge beseitigt werden kann.
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Die Erfindung bezweckt demgegenüber ein allmähliches Umstellen der
Weichenzunge in beiden Bewegungsrichtungen ohne besondere Hilfsmittel nur allein
durch eine besondere Form der Weichenzunge. Diese wird dazu gemäß der Erfindung
als zweiarmiger Hebel ausgebildet, dessen einer Arm als spitz auslaufende Zunge
in der Ruhelage der Weiche den Einlauf des Wagens in die Umkehrgleisschleife ohne
weiteres bis zu der Stelle zuläßt, an welcher der Hebel drehbar gelagert ist, worauf
dann der Wagen bei seinem Weiterlauf durch Beiseitedrehen des anderen Weichenarmes,
der mit einer ein allmähliches Umlegen der Weiche bewirkenden Kurvenführung versehen
ist, die Weiche in ihre andere Grenzlage umlegt, aus der sie erst wieder nach erfolgtem
@-erlassen des Wagens zur Rückbewegung in die Ruhelage freigegeben wird. In der
umgelegten Stellung wird die Weiche zweckmäßig durch eine Sperrvorrichtung festgehalten,
die durch den Wagen nach dem Verlassen der Weiche ausgelöst wird.
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Die Weiche gemäß der Erfindung läßt sich finit besonderem Vorteil
für Seilpostanlagen verwenden, bei denen von der wagerecht verlaufenden, eingleisigen
Hauptstrecke zur Umkehr der Lautrichtung der Wagen dienende Gleisschleifen nach
unten hin abzweigen, wofür dann der zweiarmige Weichenhebel gemäß der Erfindung
derart angeordnet und ausgebildet wird, daß sein Schwerpunkt in der Ruhelage des
Hebels unterhalb dessen Drehpunktes liegt und sein als spitze Zunge ausgebildeter
Arm nach oben gerichtet ist, so daß beim Einlauf des Wagens in die Weiche allein
schon das Eigengewicht des Wagens für die Umlegung der Weiche genügt und beim Lauf
des Wagens aus der Schleife heraus zur Rückstellung der Weiche nur allein die geringe
Kraft erforderlich ist, die der Wagen nach dem Verlassen der Weiche zur Auslösung
der die Weiche gesperrt haltenden Vorrichtung auszuüben hat; hierauf wird dann der
Weichenhebel durch das von dem Eigengewicht seines unteren Hebelarmes ausgeübte
Drehmoment von selbst allmählich in seine Ruhelage zurückbewegt. Für die von einer
wagerechten Hauptstrecke nach oben abgezweigten Gleisschleifen wird selbstverständlich
ebenfalls der untere, in diesem Falle dann also der :die spitze Weichenzunge bildende
Arm des Weichenhebels als derjenige mit dem größeren Eigengewicht ausgebildet. Das
Eigengewicht des unteren Armes braucht in beiden Fällen nur wenig größer zu sein
als das seines oberen Armes, um ein sicheres Zurück-bewegen der Weiche in ihre Ruhelage
zu gewährleisten; es ist dabei zugleich auch der Vorteil erreicht, daß das Umlegen
der Weiche finit nur wenig Geräusch erfolgt.
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Bei Ausbildung der Umkehreinrichtung als Umkehrgleisschleife ist es
zweckmäßig, die für die Aufwärtsbewegung der Wagen bestimmte Strecke der Umkehrgleisschleife
möglichst senkrecht anzuordnen, um so für den Aufstieg des Wagens Hemmungen für
diesen zu vermeiden. Die für die Aufwärtsbewegung der Wagen bestimmte Strecke der
Schleife wird ferner zweckmäßig bis möglichst weit nach unten geradlinig ausgebildet,
um so im Bereich der Umkehrgleisschleife eine Empfangs- bzw. Sendestelle vorsehen
zu können und somit für diese möglichst wenig Raum zu beanspruchen.
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In den Abb. i und 2 der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des
Gegenstandes der Erfindung dargestellt.
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Abb. i zeigt für eine wagerecht verlaufende eingleisige Seilpoststrecke
eine nach unten abgezweigte Strecke a, an welcher der abwärts bewegte `Vagen auf
dem Gleise b in die Schleife hineinläuft und in dieser beim Aufsteigen auf dem Gleise
c entlanggeführt wird. An der Stelle, an der das Gleis b an das Gleis a sich anschließt,
ist eine als Hebel mit zwei Armen d und e ausgebildete Weiche vorgesehen, die auf
der Achse f drehbar gelagert ist. Der nach oben gerichtete Arm d des Weichenhebels
ist als spitze Weichenzunge ausgebildet, die in der Ruhelage der Weiche den abwärts
bewegten Wagen ohne Verstellung der Weiche bis zu deren Drehachse gelangen läßt.
Alsdann drückt aber der Wagen bei seinem Weiterlauf durch sein Eigengewicht infolge
entsprechender Kurvenführung gegen die betreffende Kante des unteren Armes e und
bewegt diesen allmählich bis an die Bahn des Gleises c heran, das er in dem Zeitpunkt
erreicht, in welchem der Wagen ,den Arm e verläßt. In dieser Stellung wird die Weiche
durch eine Sperrvorrichtung fest
gehalten, die durch Bewegen des
Hebels g gelöst werden kann. Es kann nun der Wagen bei seiner folgenden Aufwärtsbewegung
das Gleis c an dem Arm e der Weiche entlang ohne Hemmung durchlaufen, bis er die
Weiche überschritten hat.
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Um das Umstellen der Weiche mit wenig Kraftbedarf ausführen zu können,
ist der untere Arme schwerer als der obere Arm d
ausgebildet, und der
Schwerpunkt der Weiche ist unterhalb der Drehachse f der Weiche vorgesehen, so daß
die Weiche in der in der Abb. i mit ausgezogener Linie angegebenen Ruhelage mit
der linken Kante ihres Armes c mit etwas Druck gegen die äußere Schiene des Gleises
b anliegt, der Schwerpunkt dazu also etwas rechts von der durch die Drehachse fgehenden
Senkrechten liegt. Ist dann die Weiche durch den Wagen in ihre andere, auf der Zeichnung
durch gestrichelte Linien angedeutete Grenzlage umgelegt und in dieser gesperrt
worden, so liegt der Schwerpunkt der Weiche von der Senkrechten noch weiter nach
rechts entfernt, und es geht daher die Weiche nach Auslösung ihrer Sperrvorrichtung
ohne besondere Hilfsmittel allmählich in ihre Ruhelage zurück.
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Abb.2 zeigt eine Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung, die
sich von der Ausführungsform nach Abb. i dadurch unterscheidet, daß der untere Arm
e des Weichenhebels einen Teil der gesamten Umkehrgleisschleife, nämlich die gesamte
innere Gleisschiene der Schleife, bildet. Ferner ist bei dieser Anordnung der für
die Aufwärtsbewegung des Wagens dienende Teil der Schleife senkrecht angeordnet
und geradlinig ausgebildet. Fährt hierbei der Wagen von oben in die Schleife ein,
so gelangt er zunächst, ohne die Weiche zu bewegen, bis zu deren Drehachse und legt
dann beim Weiterlauf durch sein Eigengewicht die Weiche in die in der Abb.2 mit
gestrichelten Linien angedeutete Stellung um; in dieser wird sie nunmehr bis zu
dem Zeitpunkt gesperrt gehalten, bis der Wagen die Schleife verlassen hat. Sobald
dann der Wagen bei seinem weiteren Aufstieg auf den Hebel g auftrifft, löst dieser
die Sperrung der Weiche auf, worauf sich diese in ihre Ruhelage zurückbewegt.