DE3842379A1 - Elektromagnetanordnung an einem messgeraet in explosionsgeschuetzter ausfuehrung - Google Patents
Elektromagnetanordnung an einem messgeraet in explosionsgeschuetzter ausfuehrungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Elektromagnetanordnung an einem
Meßgerät in explosionsgeschützter Ausführung, insbesondere
an einem magnetisch-induktiven Durchflußmesser, das ein
Schutzgehäuse und wenigstens einen elektrischen Spulenkörper
mit wenigstens einem Polschuh aufweist.
Bei Meßgeräten in explosionsgeschützter Ausführung, insbe
sondere bei den magnetisch-induktiven Durchflußmessern der
vorstehend bezeichneten Art war es bisher üblich, daß die
elektrischen Spulen und die hierzu um 90° versetzt am Strö
mungskanal angeordneten Elektroden mit einem Schutzgehäuse
zu umschließen und das Schutzgehäuse vollständig mit einem
feinkörnigen Füllstoff aus einem dielektrischen Material,
vorzugsweise Sand oder Glas, auszufüllen. Das Schutzgehäuse
kann hierbei entsprechend den Bestimmungen als druckfeste
Kapsel ausgebildet sein. Entsprechend den Bestimmungen ist
ferner vorgesehen, daß zu Wartungs- und/oder Reparaturarbei
ten das Schutzgehäuse nur mit einem sogenannten Begehungsschein
geöffnet werden darf. Bei dem als Beispiel für ein derartiges
Meßgerät genannten magnetisch-induktiven Durchflußmesser
ist es jedoch möglich, das Undichtigkeiten auftreten, weil
die Elektroden durch eine Bohrung in der Wandung des Strö
mungskanals hindurchgesteckt sind und unmittelbar mit dem
zu messenden strömenden Medium in Kontakt stehen. Da das
Schutzgehäuse insgesamt mit dem Füllstoff angefüllt ist,
sind nicht nur die Bestimmungen bezüglich des Begehungsscheins
zu beachten, sondern sowohl bei einer Kontrolle als auch
bei einem Auswechseln der Elektroden muß zunächst das Schutz
gehäuse vollständig entleert werden und nach Abschluß der
Wartungs- und/oder Reparaturarbeiten das Schutzgehäuse wieder
um in der vorgeschriebenen Weise mit dem Füllstoff aufgefüllt
werden. Da derartige Geräte an Strömungskanälen bis zu NW
1000 eingesetzt werden, sind hier erhebliche Mengen an Füll
stoff auszutauschen, um das Gerät wieder in einen explo
sionssicheren Zustand zu versetzen.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Elektro
magnetanordnung der eingangs bezeichneten Art zu schaffen,
die einen wesentlich einfacheren Aufbau und eine erleich
terte Begehung bietet.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß
eine mit dem Schutzgehäuse verbindbare Kammer vorgesehen
ist, die den Spulenkörper mit geringem Abstand zur Kammerin
nenwandung umschließt, daß die verbleibenden Freiräume zwi
schen dem Spulenkörper und der Kammerwandung mit einem
elektrisch isolierenden Füllstoff ausgefüllt wird und daß
zumindest im Polbereich die Kammerwandungen aus einem magne
tisch durchlässigen Werkstoff bestehen. Hierbei wird mit
Vorteil ausgenutzt, daß bei derartigen Meßgeräten die Meßsig
nalleitungen, die Elektroden und dgl. eigensicher ausgebildet
sind und damit frei zugänglich geführt werden dürfen. Der
Vorteil dieser Lösung besteht darin, daß nur die Teile,
die mit einer hohen elektrischen Leistung beaufschlagt sind,
nämlich der Spulenkörper des bzw. der Elektromagnete, in
einer explosionssicher ausgebildeten Kammer angeordnet sind
und je nach konstruktiver Ausbildung des betreffenden Meßgerä
tes als gesondertes explosionsgeschützt ausgebildetes Bauteil
in das Schutzgehäuse des Meßgeräts eingesetzt werden können.
Hierbei braucht lediglich die Kammer druckfest und explosions
geschützt ausgeführt zu sein, so daß je nach Art des Meßgerä
tes das Schutzgehäuse lediglich die Anordnung vor äußeren
Einflüssen zu schützen hat. Die im Schutzgehäuse untergebrach
ten mechanischen und/oder eigensicher ausgeführten elektri
schen Teile sind damit ohne Begehungsschein frei zugänglich.
Lediglich wenn die Spulenkörper bzw. die durch die Spulenkör
per gebildeten Elektromagneten ausgewechselt werden müssen,
muß der Deckel über den Anschlußklemmen geöffnet werden.
Hierzu ist ein Begehungsschein erforderlich. bereits erwähnten
magnetisch-induktiven Durchflußmessern können derartige
Elektromagnetanordnungen auch als Erregermagneten an Masse
durchflußmessern eingesetzt werden, die nach dem Coriolis
prinzip mit einer schwingenden Rohrschleife arbeiten. In
beiden Fällen bietet die erfindungsgemäße Lösung auch die
Möglichkeit, jeden Elektromagneten für sich in einer explosi
onsgeschützt ausgeführten Kammer unterzubringen, so daß
für ein Auswechseln der Spulen die Kammer als ganzes ausge
wechselt wird. Das Entfernen und Auffüllen mit dem elektrisch
leitenden Füllstoff kann hierbei weitgehend entfallen oder
ist auf geringe Füllstoffmengen reduzierbar.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist für
eine Elektromagnetanordnung der eingangs bezeichneten Art
mit einem im wesentlichen zylindrisch ausgebildeten Spulen
körper erfindungsgemäß vorgesehen, daß die Kammer einen
im wesentlichen parallel zur Spulenachse verlaufenden Wan
dungsteil aufweist und daß im Bereich beider Pole je ein
abgedichtet mit dem Wandungsteil verbindbarer Deckelteil
angeordnet ist. Der Begriff zylindrisch im Sinne der Er
findung umfaßt nicht nur kreiszylindrische Ausführungsfor
men, sondern im Prinzip Spulenkörperformen beliebigen Quer
schnitts mit gerader Spulenachse. Zweckmäßig ist es hierbei,
daß zumindest der parallel zur Spulenachse verlaufende Wan
dungsteil aus Metall besteht. Als Metalle kommen hierbei
insbesondere nichtrostende Stähle und Aluminium in Betracht.
Bei Spulen der vorstehend bezeichneten, mit im wesentlichen
zylindrisch ausgebildeter Form, ist es ferner zweckmäßig,
wenn die Deckelteile aus einem elektrisch leitenden Material
bestehen. Dies hat den Vorteil, daß insbesondere bei einer
Ausbildung der parallel zur Spulenachse verlaufenden Wan
dungsteile aus Metall und einer Verbindung der Kammer mit
einem ebenfalls aus Metall hergestellten Schutzgehäuse,
die Deckelteile aus einem elektrisch isolierenden Material
eine zusätzliche elektrische Isolierung bewirken, die einen
unmittelbaren Kontakt zwischen der Spule und den in der
Regel an "Masse" liegenden Schutzgehäuse verhindern. Da
die Deckelteile zugleich die Polbereiche des Spulenkörpers
abdecken, ist hier ein einwandfreier, verlustloser magneti
scher Fluß gewährleistet. In der Regel bildet hierbei wieder
um das Schutzgehäuse einen Teil des magnetischen Kreises,
so daß hier die erforderliche magnetische Ankoppelung gege
ben ist. Zweckmäßigerweise ist wenigstens ein Deckelteil
mit einer Durchtrittsöffnung für das Ende eines Eisenkerns
versehen. Die ist insbesondere für die Ankoppelung des Spu
lenkörpers an einem Polschuh von Bedeutung, so daß beispiels
weise für magnetisch-induktive Durchflußmesser eine einwand
freie Ausbildung des Magnetfeldes in der Meßzone erreicht
wird oder aber bei der Verwendung als Erregerspule eine
einwandfreie Ausrichtung des Magnetfeldes auf den zugeordne
ten Schwinganker erzielt wird. Zweckmmäßig ist es hierbei
ferner, wenn der Eisenkern mit einer axialen Bohrung zur
Aufnahme eines Befestigungsmittels versehen ist, deren Wan
dung mit einem elektrisch-isolierenden Material bedeckt
ist. Durch diese Anordnung ist es möglich, die den Spulenkör
per enthaltende Kammer elektrisch-isoliert zwischen Schutz
gehäuse und Polschuh zu verspannen.
Der Freiräume sind in einer Ausgestaltung der Erfindung
mit einem schüttfähigen, feinkörnigen elektrisch isolieren
den Füllstoff, vorzugsweise Sand und/oder Glas ausgefüllt.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist insbesondere für
kapselförmig ausgebildete Kammern vorgesehen, daß die Frei
räume mit einem gießbaren Kunststoff ausgegossen sind. Diese
Anordnung hat den Vorteil, daß die Spulenkörper in den Kammern
nicht nur mechanisch festgelegt sind, sondern daß darüber
hinaus alle Freiräume vollständig mit dem Füllstoff ausge
füllt sind, so daß kein Restvolumen verbleibt. Die Kammer
mit dem Spulenkörper stellt somit praktisch einen massiven
Körper dar, so daß darüber hinaus die Wandteile der Kammern
nicht mehr unter dem Gesichtspunkt der Berstsicherheit bemes
sen sein müssen, sondern nur noch so zu bemessen sind, daß
ein wirksamer Schutz des Spulenkörpers einschließlich der
Vergußmasse gegen mechanische Einwirkungen von außen gegeben
ist. Somit ist es auch möglich, die Wandteile statt aus
Metall auch aus einem Kunststoffmaterial herzustellen. Ein
weiterer Vorteil dieser Bauform besteht darin, daß bei entspre
chender Wahl des für die Wandteile verwendeten Kunststoffs
die Magnetanordnung korrosionsfest ausgeführt werden kann,
so daß selbst bei einem Einsatz im Bereich agressiver Medien
der Spulenkörper gegen Beschädigungen durch Korrosion ge
schützt ist.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist ferner
vorgesehen, daß mit der Außenseite der Kammerwandung, vor
zugsweise des im wesentlichen parallel zur Spulenachse ver
laufenden Wandungsteils, ein öffenbarer Klemmenkasten in
explosionsgeschützter Ausführung verbunden ist, in dem das
von außen kommende Versorgungskabel einerseits und die Lei
tungsenden des elektrischen Spulenkörpers andererseits
festgelegt sind. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß der
Spulenkörper als explosionsgeschütztes Bauteil vollständig
auswechselbar ist, wobei insbesondere bei großen Spulenkörpern
das Auswechseln des Füllstoffes vollständig entfällt. Die
Begehungsbedingungen müssen lediglich für das Öffnen und
Schließen des Klemmenkastens eingehalten werden, wobei dieser
sehr kleinvolumig ausgebildet sein kann und ggf. bei verblei
bendem geringen Restvolumen einer Füllung mit einem Füllstoff
nicht bedarf.
In einer Ausgestaltung ist für eine Elektro
magnetanordnung an einem magnetisch-induktiven Durchfluß
messer, der einen von einem Schutzgehäuse umfaßten Strömungs
kanal aufweist, in den von außen zwei diametral zueinander
angeordnete Meßelektroden einmünden und an dessen Außenwan
dung zwei diametral ausgerichtete, um 90° zu den Meßelektro
den versetzte, mit elektrischen Spulenkörpern versehene
Elektromagnete angeordnet sind und wobei das Schutzgehäuse
im Bereich der den Strömungskanal abgewandten freien Enden
der Meßelektroden jeweils durch einen Deckel verschließba
ren Öffnung versehen ist, erfindungsgemäß vorgesehen, daß
die Spulenkörper zumindest mit einem Teil der Wandung der
sie umgebenden Kammer in das Schutzgehäuse durch die Öffnung
einschiebbar ausgebildet sind. Diese Anordnung hat den Vorteil,
daß selbst bei verhältnismäßig großvolumigen Schutzgehäusen
die Spulenkörper als Auswechselteile in explosionsgeschützter
Ausführung jeweils für sich eingeschoben werden können,
so daß der übrige Raum des Schutzgehäuses, insbesondere
die Elektroden ohne Begehungsschein frei zugänglich sind.
In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist für einen
magnetisch-induktiven Durchflußmesser der vorstehend bezeich
neten Art eine beide Spulenkörper umgebende Kammer vorgesehen,
die durch einen Teil des Schutzgehäuses einerseits und durch
zwei durch die Öffnung einschiebbare und abdichtbare, im
wesentlichen parallel zur Spulenachse verlaufende Wandungs
teile gebildet wird, daß die Wandungsteile jeweils eine
abdichtbare Durchgangsöffnung für das zugeordnete freie
Ende der Meßelektrode aufweist und daß der verbleibende
Freiraum mit einem feinkörnigen Feststoff aus einem dielektri
schen Material ausgefüllt ist. Diese Anordnung hat den Vorteil,
daß selbst bei großvolumigen Schutzgehäusen der mit dem
Füllstoff auzufüllende Freiraum verhältnismäßig klein gehalten
werden kann, wobei beide Spulenkörper in einer gemeinsamen
Kammer untergebracht sind, während wiederum die außerhalb
dieser explosionsgeschützt ausgebildeten Kammer liegenden
freien Enden der Meßelektroden nach dem Öffnen der Deckel
des Schutzgehäuses ohne Begehungsschein frei zugänglich
sind.
Die Erfindung wird anhand schematischer Zeichnungen von
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Elektromagnetanordnung im Längs
schnitt,
Fig. 2 ein Querschnitt durch einen magnetisch-
induktiven Durchflußmesser mit einer
Elektromagnetanordnung gem. Fig. 1,
Fig. 3 eine modifizierte Ausführungsform
des Durchflußmessers gem. Fig. 2.
Die in Fig. 1 dargestellte Elektromagnetanordnung 1 besteht
im wesentlichen aus einem Spulenkörper 2, der in Form eines
Hohlzylinders gewickelt ist und der einen Eisenkern 3 in
üblicher Weise umschließt. Der Spulenkörper 2 ist in einer
Kammer 4 angeordnet, die einen koaxial zum Spulenkörper 2
verlaufenden Wandungsteil 5 aufweist, der beispielsweise
aus Metall hergestellt ist. Die Kammer 4 ist auf beiden
Stirnseiten mit Deckelteilen 6 und 7 abgeschlossen, die
bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem dielek
trischen Kunststoffmaterial hergestellt sind. Der Wandungs
teil 5 ist hierbei rohrförmig ausgebildet und verläuft im
wesentlichen parallel zur Spulenachse 8.
Der Spulenkörper 2 ist von der Kammerinnenwandung allseitig
mit geringem Abstand umschlossen, wobei der verbleibende
Freiraum zwischen Spulenkörper und Kammerinnenwandung mit
einem dielektrischen Füllstoff 9 ausgefüllt ist. Der Füll
stoff 9 kann hierbei aus trockenem Sand oder Glasgranulat
bestehen. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist
jedoch der Freiraum mit einem gieß- und aushärtbarem Kunst
stoff ausgegossen, so daß der verbleibende Freiraum voll
ständig, d.h. ohne Restvolumen ausgefüllt ist und zugleich
der Spulenkörper in der Kammer festgelegt ist. Da im Innen
raum der Kammer bei einem Ausgießen mit Kunststoff keinerlei
Restvolumen verbleibt, kann die aus dem Wandungsteil 5 und
den Deckelteilen 6 und 7 bestehende Kammerwandung verhältnis
mässig dünn ausgeführt werden, da die Voraussetzungen für
eine druckfeste Ausbildung der Kammerwandungen, wie sie
für explosionsgeschützte elektrische Geräte bestehen, wegen
des fehlenden Restvolumens nicht gegeben sind.
In den Deckelteilen 6 und 7 ist jeweils eine Durchtrittsöff
nung vorgesehen, wobei der Eisenkern 3 durch die Öffnung
des Deckelteils 7 hindurchragt. Der Eisenkern 3 ist hierbei
zweckmäßigerweise gegenüber der Spule 2 mit einer isolieren
den Zwischenlage 10 versehen, die beispielsweise bei einem
Ausgießen auch durch den Füllstoff 9 gebildet werden kann.
Der Eisenkern 3 ist ferner mit einer Durchgangsbohrung 11
versehen, durch die eine Spannschraube 12 hindurchgeführt
werden kann, mit der dann die ganze patronenförmige Elektro
magnetanordnung an einem hier nur durch eine Wandung angedeu
teten Schutzgehäuse 13 oder an einem anderen Bauteil festge
legt werden kann.
An der Außenseite der Kammer 4, zweckmäßigerweise am Wan
dungsteil 5 ist ein Klemmenkasten 14 angeordnet, in den
die Leitungsenden 15 des Spulenkörpers 2 einerseits und
das Ende des Versorgungskabels 16 andererseits eingeführt
ist. Da das Versorgungskabel 16 seinerseits in explosionsge
schützter Ausführung hergestellt ist, kann das Versorgungska
bel 16 frei bis an die Elektromagnetanordnung herangeführt
werden, so daß lediglich der Klemmenkasten in üblicher Weise
in explosionsgeschützter Ausführung ausgebildet sein muß.
Die Einführung des Versorgungskabels 16 erfolgt über eine
Kabeltülle 17 in der für explosionsgeschützte Gerätean
schlüsse üblichen Bauart.
Eine derart ausgebildete Elektromagnetanordnung kann auf
grund ihrer explosionsgeeschützten Bauart frei eingesetzt
werden, wobei die Bedingungen für eine Begehung nur dann
zu erfüllen sind, wenn der Klemmenkasten 14 geöffnet werden
muß. Da der Klemmenkasten 14 sehr klein gehalten werden
kann und ein ganz geringes Volumen aufweist, kann es sich
je nach Größe der Bauform auch erübrigen, den Klemmenkasten
selbst mit einem Füllstoff zu versehen, so daß hier das
Öffnen und Schließen des Klemmenkastens wesentlich verein
facht ist, da die Probleme des Entleerens und des ordnungs
gemäßen Füllens mit Füllstoff entfallen.
Die Innenbohrung 11 im Eisenkern 3 ist hierbei zweckmäßiger
weise mit einer Abdeckung 18 aus einem isolierenden Material
versehen, so daß die mit dem elektrische "Masse" darstellen
den Schutzgehäuse 13 verbundene Befestigungsschraube 12
keinen elektrischen Kontakt mit dem Spulenkörper 2 herstellen
kann, falls dieser durch mechanische oder elektrische Ein
flüsse schadhaft werden sollte. Falls die vorstehend be
schriebene und dargestellte Elektromagnetanordnung in einem
Bereich eingesetzt wird, in dem der Polschuh 19 im Bereich
der umgebenden explosiven Atmosphäre liegt, ist in gleicher
Weise durch den vorbeschriebenen Aufbau dafür Sorge getragen,
daß hier keine elektrische Verbindung zwischen dem Spulen
körper 2 und dem Eisenkern 3 bzw. dem Polschuh 19 möglich
ist. Eine derartige Elektromagnetanordnung wird beispiels
weise benötigt als Erregermagnet für einen nach dem Coriolis-
Prinzip arbeitenden Massedurchflußmesser, bei dem der Elektro
magnet mit seinem Pol 19 auf eine mit dem zu erregenden
Schwingungsrohr verbundenen Anker einwirkt.
An die Stelle des Schutzgehäuses 13 kann je nach Verwendungs
zweck für die Elektromagnetanordnung auch ein Joch treten,
durch das der magnetische Schluß zwischen dem durch den
Schraubenkopf der Befestigungsschraube 12 definierten einen
Pol mit dem durch den Polschuh 19 definierten anderen Pol
zusammenwirkenden Bauteil gewährleistet ist. Das Schutzge
häuse bzw. das betreffende Joch muß hierbei aus einem mag
netisierbaren Werkstoff bestehen.
In Fig. 2 ist als Ausführungsbeispiel für den Einsatz der
Elektromagnetanordnung gem. Fig. 1 in einem Querschnitt
ein magnetisch-induktiver Durchflußmesser dargestellt. Ein
derartiger Durchflußmesser besteht im wesentlichen aus einem
Meßrohr 20, das an seinen beiden Enden mit einem Anschluß
flansch 21 versehen ist und das einen Strömungskanal bildet.
Bei der üblichen Ausführung in metallischen Werkstoffen
ist das Meßrohr 20 auf seiner Innenwandung mit einer isolie
renden Auskleidung 22 versehen. Durch Anschlußstutzen 23,
die im Meßrohr 20 diametral gegenüberliegen, sind Meßelektro
den 24 eingeführt, die in unmittelbarem Kontakt mit dem
zu messenden strömungsfähigen Medium stehen. An den freien
Enden der Meßelektroden sind Signalleitungen 25 angeschlos
sen, die für explosionsgeschützte Ausführungen eigensicher
ausgebildet sind und daher frei verlegt werden können.
Um 90° versetzt zu den Meßelektroden 24 sind Elektromagnete
angeordnet, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
jeweils durch eine Elektromagnetanordnung 1 entsprechend
Fig. 1 gebildet werden. Über einen Polschuh 19′ sind beide
Elektromagneten mit dem Meßrohr 20 verbunden. Die Elektro
magneten 1 sind über ihre Befestigungsschrauben 12 mit einem
aus korrosionsbeständigem, nichtmagnetisierbarem Stahl her
gestellten Schutzgehäuse 13′ befestigt, das das Meßrohr
20 zwischen den beiden Flanschen vollständig umschließt
und die gesamte Anordnung gegen Einwirkungen von außen schützt.
Das Schutzgehäuse 13′ ist im Bereich der freien Enden der
Elektroden 24 jeweils mit lösbaren Deckeln 26 versehen,
die zu Wartungsarbeiten abgenommen werden können und die
die gesamte Anordnung gegen mechanische Einwirkungen aber
auch gegen den Eintritt von Wasser oder Feuchtigkeit schüt
zen. Zum Schutze gegen den Eintritt von Feuchtigkeit ist
bei der dargestellten Ausführungsform in die seitliche
Öffnung des Schutzgehäuse 13′ jeweils noch ein Zwischen
deckel 27 eingeschoben, der mit einem umlaufenden Dichtungs
rand 28 versehen ist. Die Versorgungskabel für die Elektro
magneten 1 und die ausgehenden Signalleitungen 25 sind durch
die angedeuteten Ständerrohre 29 geführt, über die ggf.
in einem ebenfalls explosionsgeschützt ausgeführtem Gehäuse
die Auswerteelektronik angeordnet ist.
Da die Elektromagneten 1 in sich als explosionsgeschütztes
Bauteil ausgeführt sind und die Meßelektroden 24 mit ihren
Signalleitungen 25 eigensicher ausgebildet sind, braucht
der Freiraum innerhalb des Schutzgehäuses 13′ nicht mit
einem Füllstoff ausgefüllt zu werden. Da beispielsweise
bei der Messung von korrosiven Medien oder mit Feststoffen
versetzten strömenden Medien die Elektroden in bestimmten
Wartungsintervallen überprüft und ggf. ausgewechselt werden
müssen, können die Deckel 26 des Schutzgehäuses 13′ ohne
Begehungsschein abgenommen und die entsprechenden Wartungs
arbeiten an den Elektroden ausgeführt werden. Erst wenn
sich bei einer Überprüfung herausstellen sollte, daß die
Elektromagnetanordnungen 1 beschädigt sind, muß das Verfahren
mit Begehungsschein durchgeführt werden, da zum Auswechseln
der Elektromagnetanordnungen 1 nicht nur das Schutzgehäuse 13′
zu öffen ist, sondern darüber hinaus auch noch der jeweils
an dem einzelnen Elektromagneten angeordnete Klemmenkasten
zu öffnen ist oder aber, wenn die Versorgungsleitung der
Elektromagnetanordnungen 1 mit diesem in explosionsgeschütz
ter Ausführung unmittelbar und fest verbundenen sind und
durch die Ständerrohre 29 nach außen geführt sind, der ent
sprechende außenliegende Klemmenkasten zu öffnen ist. Das
gleiche gilt, wenn eine derartige Elektromagnetanordnung
1 in einem explosionsgefährdeten Bereich für andere Einsatz
zwecke verwendet wird.
Speziell für den Einsatz an einem magnetisch-induktiven
Durchflußmesser ist in Fig. 3 eine andere Ausführungsform
für die Erfindung dargestellt. Der Aufbau des magnetisch-
induktiven Durchflußmessers entspricht dem anhand von Fig. 2
beschriebenen Aufbau. Der Unterschied besteht jedoch darin,
daß die die Elektromagnete definierenden Spulenkörper 30
in herkömmlicher Weise aufgebaut und über die Polschuhe 19′
mit dem Meßrohr 20 verbunden sind. Da diese Bauform der
Elektromagnete für sich nicht explosionsgeschützt ausgebildet
sind, sind durch die seitlichen Öffnungen des Schutzgehäuses
Zwischenwandteile 31 eingeschoben, die mit Durchtrittsöffnun
gen 32 für die freien Enden der Meßelektroden 24 bzw. für
deren Halterohr 23 versehen sind und die bis dicht an die
Wandung des Meßrohres 20 herangeschoben sind. Durch die
Zwischenwandteile 31 wird innerhalb des Schutzgehäuses 13′
eine verhältnismäßig kleine Kammer 33 abgeteilt, die beide
Spulenkörper 30 umfaßt. Der Freiraum der Kammer 33 ist bei
dieser Ausführungsform mit einem schüttfähigen feinkörnigen
Füllstoff, beispielsweise Sand oder Glas ausgefüllt, so
daß nur ein ganz geringes Restvolumen verbleibt. Die Zwischen
wandteile 31 sind über umlaufende Dichtungen 34 gegenüber
dem zwischen Zwischenwandteil 31 und Deckel 26 bzw. Zwischen
deckel 27 verbleibenden Freiraum 35 dicht abgeschlossen,
so daß wiederum die Bedingungen für eine explosionsgeschütz
te Ausführung gegeben sind. Gleichwohl besteht auch bei
dieser Ausführungsform die Möglichkeit, das Schutzgehäuse
13′ zur Wartung und/oder zum Auswechseln der Elektroden
ohne Begehungsschein zu öffnen. Ein weiterer Vorteil dieser
Anordnung besteht darin, daß bei Undichtigkeiten im Bereich
der Meßelektroden, die ja bis unmittelbar in den Strömungs
kanal hereinragen, die austretende Flüssigkeit nur in den
Freiraum 35 eintreten kann, jedoch nicht in den mit Füllstoff
ausgefüllten Raum 33 eindringen kann. Die Gefahr, daß bei
derartigen Undichtigkeiten durch Korrosion die Spulenkörper 30
angegriffen werden, erübrigt sich somit.
Claims (11)
1. Elektromagnetanordnung an einem Meßgerät in explosions
geschützter Ausführung, insbesondere an einem magnetisch-
induktiven Durchflußmesser, das ein Schutzgehäuse und
wenigstens einen Spulenkörper mit wenigstens
einem Polschuh aufweist, dadurch gekennzeich
net,
daß eine mit dem Schutzgehäuse (13) verbindbare Kammer (4)
vorgesehn ist, die den Spulenkörper (2) mit geringem Ab
stand zur Kammerinnenwandung umschließt, daß die verblei
benden Freiräume zwischen dem Spulenkörper (2) und der Kam
merinnenwandung mit einem elektrisch isolierenden Füll
stoff (9) ausgefüllt sind und daß zumindest im Polbereich
die Kammerwandung (6, 7) aus einem magnetisch durchlässigen
Werkstoff bestehen.
2. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 1 mit einem im
wesentlichen zylindrisch ausgebildeten Spulenkörper, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kammer (4) einen im wesentlichen
parallel zur Spulenachse (8) verlaufenden Wandungsteil (5)
aufweist und daß im Bereich beider Pole je ein abgedichtet
mit dem Wandungsteil (5) verbindbarer Deckelteil (6, 7)
angeordnet ist.
3. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß zumindest der parallel zur Spulenachse
verlaufende Wandungsteil (5) aus Metall besteht.
4. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeich
net, daß die Deckelteile (6, 7) aus einem elektrisch isolie
renden Material bestehen.
5. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Deckelteil
(6, 7) mit einer Durchtrittsöffnung für das Ende eines Eisen
kerns (3) versehen ist.
6. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß der Eisenkern (3) mit einer
axialen Bohrung (11) zur Aufnahme eines Befestigungsmittels
(12) versehen ist, deren Wandung mit einem elektrisch-isolie
renden Material (18) bedeckt ist.
7. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß die Freiräume mit einem schütt
fähigen feinkörnigen elektrisch isolierenden Füllstoff, vor
zugsweise Sand und/oder Glas ausgefüllt sind.
8. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß die Freiräume mit einem gieß
baren Kunststoff ausgegossen sind.
9. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis
8, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Außenseite der Kammer
wandung (5, 6, 7), vorzugsweise des im wesentlichen parallel
zur Spulenachse (8) verlaufenden Wandungsteiles (5) ein
öffenbarer Klemmenkasten (14) in explosionsgeschützter Aus
führung verbunden ist, in den das von außen kommende Versor
gungskabel (16) einerseits und die Leitungsenden (15) des
elektrischen Spulenkörpers (2) andererseits festgelegt sind.
10. Elektromagnetanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis
9 an einem magnetisch-induktiven Durchflußmesser, der einen
von einem Schutzgehäuse umfassenden Strömungskanal aufweist,
in den von außen zwei diametral zueinander angeordnete Meß
elektroden einmünden und an dessen Außenwandung zwei diametral
ausgerichtete, um 90° zu den Meßelektroden versetzte, mit
elektrischen Spulenkörpern versehene Elektromagnete angeord
net sind, wobei das Schutzgehäuse im Bereich der dem Strö
mungskanal angewandten freien Enden der Meßelektroden jeweils
mit einer durch einen Deckel verschließbaren Öffnung versehen
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulenkörper (2) zumin
dest mit einem Teil der Wandung der sie umgebenden Kammer
(4) in das Schutzgehäuse (13) durch die Öffnung einschiebbar
ausgebildet sind.
11. Elektromagnetanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine beide Spulenkörper (2) umgebende Kammer
vorgesehen ist, die durch einen Teil des Schutzgehäuses
(13) und durch zwei durch die Öffnungen einschieb- und
abdichtbare, im wesentlichen parallel zur Spulenachse (8)
verlaufende Zwischenwandteile (31) gebildet wird, daß die
Zwischenwandungsteile (31) jeweils eine abdichtbare Durch
gangsöffnung (32) für das zugeordnete freie Ende der Meßelek
trode (24) aufweisen und daß der verbleibende Freiraum (33)
mit einem feinkörnigen Feststoff aus einem dielektrischen
Material ausgefüllt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883842379 DE3842379A1 (de) | 1988-12-16 | 1988-12-16 | Elektromagnetanordnung an einem messgeraet in explosionsgeschuetzter ausfuehrung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883842379 DE3842379A1 (de) | 1988-12-16 | 1988-12-16 | Elektromagnetanordnung an einem messgeraet in explosionsgeschuetzter ausfuehrung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3842379A1 true DE3842379A1 (de) | 1990-06-21 |
Family
ID=6369321
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19883842379 Withdrawn DE3842379A1 (de) | 1988-12-16 | 1988-12-16 | Elektromagnetanordnung an einem messgeraet in explosionsgeschuetzter ausfuehrung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3842379A1 (de) |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: JOSEF HEINRICHS GMBH & CO MESSTECHNIK KG, 5000 KOE |
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| 8141 | Disposal/no request for examination |