DE3732891A1 - Schuh mit einer messvorrichtung - Google Patents
Schuh mit einer messvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Schuh mit einer Meßvor
richtung.
Nach dem Stand der Technik ist es bekannt, Schuhe mit
Meßvorrichtungen auszustatten, welche die Schrittzahl
aufzeichnen und somit dem Träger einen Hinweis auf die
zurückgelegte Wegstrecke geben.
Bei Beinverletzungen ist es für den Genesungsprozeß
von entscheidender Bedeutung, das oder die Beine zu
nächst nur gering zu belasten, um den Heilungsprozeß
nicht zu gefährden. Vielfach sollte die Belastung über
eine gewisse Zeit allmählich bis hin zur vollen End
belastung gesteigert werden. Überschreitet der Patient
die jeweils zulässige Höchstbelastbarkeit des Beines
oder der Beine, kann es zu langwierigen Schäden der
Knochen, Muskeln oder Sehnen kommen. Vielfach besteht
auch die Gefahr, daß das Ergebnis einer vorherigen
Operation wieder zunichte gemacht wird.
Bisher bleibt es den Patienten selbst überlassen, wie
stark sie jeweils ihre Beine belasten.
Vornehmlich bei älteren Patienten besteht auch häufig die
Angst vor einer Überbelastung, was sie dazu verleitet, das
oder die Beine nur schwach zu belasten, was eine Verlänge
rung des Heilungsprozesses bewirkt.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
Schuh zu schaffen, der den Patienten eine Kontrolle
über die jeweils vorliegende Belastung des oder der
Beine ermöglicht.
Die Aufgabe wird bei einem Schuh mit einer Meßvor
richtung dadurch gelöst, daß die Meßvorrichtung die
Kraft anzeigt, die auf den Schuh ausgeübt wird. Mit
einer solchen Meßvorrichtung kann der Patient vorteil
hafterweise jeweils kontrollieren, ob die vom Arzt
vorgegebene Höchstbelastung eingehalten, insbesondere
aber nicht überschritten wird.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Meß
vorrichtung lösbar mit dem Schuh verbunden. Dies hat
den Vorteil, daß der Patient sich kein neues Schuh
werk anschaffen muß, das er nach erfolgter Heilung
nicht mehr benötigt.
Vorzugsweise ist die Meßvorrichtung in einem platten
förmigen elastischen Gehäuse angeordnet, das er mittels
Riemen unter seine Schuhe schnallen kann. So ist es
denkbar, dem plattenförmigen Gehäuse die Form einer
Sohle und/oder eines Absatzes zu geben, ebenso sind
auch solche Meßvorrichtungen denkbar, die in einem
Überschuh untergebracht sind.
Prinzipiell bieten sich sämtliche verfügbaren Kraft
meßvorrichtungen an, vorzugsweise sollen sie jedoch
möglichst einfach und robust gestaltet sein.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist
der Schuh eine elastische Kammer auf, in der eine mit
Flüssigkeit gefüllte Blase mit zwei gegenüberliegenden
Kontakten angeordnet ist. Wird der Schuh belastet und
damit einhergehend die Kammer sowie die Blase kompri
miert, so werden schließlich die Kontakte in Berührung
kommen und einen Stromkreis schließen. Die Flüssigkeit
muß demgemäß nicht leitend sein.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist daher vor
gesehen, daß der Schuh, z. B. im oder am Absatz eine
elastische und eine inelastische Kammer aufweist, die
über eine Öffnung miteinander in Verbindung stehen
und in deren Hohlraum sich eine flexible mit Gas und/
oder Flüssigkeit gefüllte Blase befindet, wobei bei
Krafteinwirkung das Gas oder die Flüssigkeit in die
inelastische Kammer strömt und die Meßvorrichtung
die verdrängte Flüssigkeit feststellt.
Nach einer andersartigen Ausgestaltung weist die
Meßvorrichtung mindestens eine vorspannbare Druck
feder auf. Die Druckfeder bzw. die möglichst gleich
mäßig über die Schuhsohle und den Absatz verteilten
Druckfedern können z. B. über eine Schraube oder ähn
liche Arretierungsmittel vorgespannt werden. Selbst
verständlich sind die Federn jeweils in einem elasti
schen Material angeordnet, z. B. in flexiblem Kunst
stoff eingebettet.
Nach einer anderen Ausgestaltungsform besitzt die
Meßvorrichtung einen Dehnungsmeßstreifen bzw. ist
als Dehnungsmeßstreifenmanometer ausgebildet. Solche Deh
nungsmeßstreifen sind nach dem Stand der Technik im
Prinzip bekannt. Zum Beispiel werden Meßstreifen mit
0,02 mm starken Konstantandraht verwendet, der zwischen
zwei dünnen Schichten aus elektrisch isoliertem Trä
germaterial, wie phenolharzgetränktem Papier, einge
bettet ist. Außerdem werden Folien-Meßstreifen aus
einem auf einer extrem dünnen Trägerfolie aufgewalz
ten Konstantanfilm verwendet, der in einem photoche
mischen Prozeß herausgeätzt wird, und Halbleiterdehn
meßstreifen, meistens in Form dünner, an ihren Enden
kontaktierter Stäbchen. Der k-Faktor - relative Wider
standsänderung durch relative Längenänderung ist bei
Konstantan etwa 2, bei Halbleitern zwischen ±60 und
±200. Die beiden aktiven, an Stellen der größten Län
genänderung angebrachten Streifen und die beiden in
aktiven, der Temperaturkompensation dienenden passiven
Streifen, an Stellen ohne Dehnung angebracht, bilden
die Zweige einer Wheatstone-schen Brücke. Die durch
die Brückenverstimmung auftretende Spannung wird über
Magnet- oder Transistor-Verstärker den nachgeschalte
ten Anzeige- und Registriergeräten zugeführt. Es sind
jedoch auch Dehnmeßstreifen mit Kohleschicht möglich,
die folgendermaßen arbeiten: Die Durchbiegung einer Mem
bran wird durch einen Stößel auf einen Balken übertra
gen, der an seinem Ende fest auf eine Trägerunterlage
geschraubt ist. Die Kohledehnmeßstreifen sind mit dem
Balken fest verbunden. Bei der Durchbiegung der Membran
entsteht eine Biegung des Balkens, der eine Änderung
des elektrischen Widerstandes der Kohlescheibchen be
dingt. Die Kohlemeßstreifen bilden die vier Zweige
einer Wheatstone-schen Brücke. So ergibt z. B. ein Mem
branhub von 0,015 mm in ihrem Ausgang eine Änderung
von 50 mV/V.
Vorzugsweise ist die Meßvorrichtung mit einem Signal
geber ausgestattet, der bei Überschreiten eines vor
gebbaren Kraftwertes, vorzugsweise über einen elektri
schen Kontakt, ausgelöst wird. Gleichgültig, welchen
Signalgeber man verwendet, z. B. akustische oder optische,
hat der Patient jeweils die Möglichkeit, bei drohenden
Überlastungen der Beine die Kraftwirkung zu senken.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung be
sitzt die Meßvorrichtung ein Anzeige-Display an einem
Band, wobei die Anzeigevorrichtung über entsprechende
Zuleitungen mit der eigentlichen Meßvorrichtung ver
bunden ist. Der Patient kann somit unmittelbar am
Handgelenk die jeweilige Kraftbelastung des oder der
Beine ablesen.
Die Meßvorrichtung ist vorzugsweise ein- oder mehr
teilig ausgebildet und weiterhin vorzugsweise in
der Schuhsohle und/oder im Schuhabsatz angeordnet,
je nachdem, welche fußspezifische Belastung überwacht werden soll.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeich
nungen dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht
des erfindungsgemäßen Schuhs mit
einer Anzeigevorrichtung an einem
Armband und
Fig. 2 und 3 jeweils Querschnittsansichten
durch einen Absatz eines Schuhs
gemäß Fig. 1 mit erfindungsgemäßen
Meßvorrichtungen.
Der in Fig. 1 dargestellte Schuh besitzt im Absatz 1
aus einem elastischen Material, vorzugsweise Kunst
stoff, eine Meßvorrichtung 2, die über eine Leitung
11 mit einem Signalgeber 9 an einem Armband 10 ver
bunden ist. Der Signalgeber 9 weist ferner noch ein
Display 12 auf.
Zwei Ausführungsvarianten von möglichen Meßvorrich
tungen sind in den Fig. 2 und 3 dargestellt. Die in
Fig. 2 dargestellte Meßvorrichtung besteht im wesent
lichen aus einer Feder 3, die von einem elastischen
Kunststoff als Absatz 1 umschäumt ist. In einem vor
gebbaren und ggf. einstellbaren Abstand befinden
sich zwei Kontakte 4, 4′, wovon der Kontakt 4 fest
im Kunststoff eingebettet ist, während der Kontakt 4′
mit der Feder 3 in Verbindung steht. Wird die Feder 3
durch Krafteinwirkung in Richtung des Pfeiles 13 zu
sammengedrückt, so bewegt sich der Kontakt 4′ in
gleiche Richtung auf den Kontakt 4 zu. Berühren sich
die beiden Kontakte 4 und 4′ bei einer gewissen
Belastung, wird ein Stromkreis geschlossen, der zu
einer Signalauslösung führt.
Eine andere Ausführungsvariante der erfindungsge
mäßen Meßvorrichtung in Fig. 3 besteht aus zwei
Kammern 6 und 7, wobei die Kammer 6 aus einem weit
gehend inelastischen Material und die Kammer 7 aus
einem elastischen Material besteht. Zwischen den
Kammern 6 und 7 besteht eine Öffnung, durch welche
sich eine Blase 8 erstreckt, die mit Luft und/oder
einer Flüssigkeit gefüllt ist. Bei Krafteinwirkung
von oben auf die Kammer 7 wird die Luft und/oder
Flüssigkeit innerhalb der Blase 8 nach unten ver
drängt, so daß das Blasenvolumen im Hohlraum der Kam
mer kraftabhängig zunimmt. Bei einer bestimmten
Grenzkraft wird soviel Gas oder Flüssigkeit nach unten
verdrängt, daß schließlich der Druckkontakt 5 ausge
löst wird.
Will man neben einem Signalgeber auch noch die je
weilige Kraftbelastung des Schuhs direkt messen,
kann die Meßvorrichtung in nicht dargestellter Weise
auch mit einem Fluidgeschwindigkeitsmesser ausgestal
tet sein, der im Bereich der Öffnung zwischen den
Kammern 6 und 7 vorgesehen ist. Die Fluidgeschwindig
keit ist proportional der Krafteinwirkung auf den
erfindungsgemäßen Schuh.
An Stelle der Feder 3 oder der Blase 8 und eines Ge
schwindigkeitsmessers kann auch ein Dehnmeßstreifen,
wie in Fig. 1 angedeutet, im elastischen Absatz ange
ordnet werden. Die jeweiligen Kraftmeßvorrichtungen
sowie deren Schaltungen gehören zum Stand der Tech
nik.
In Fig. 4 ist eine elastische Kammer 15 dargestellt,
die sich im oder an dem Absatz und/oder in oder an
der Schuhsohle befinden kann. Im Kammerinnenraum ist
eine mit einer nichtleitenden Flüssigkeit oder einem
Gas gefüllte Blase 16 vorgesehen, die oben und unten
mit elastischen Kontakten 17′ und 17′′ ausgestattet
ist. Wird die elastische Kammer 15 und infolge dessen
die Blase 16 zusammengedrückt, kommen bei Überschreitung
einer Grenzbelastung die Kontakte 17′ und 17′′ in Be
rührung und es wird ein Stromkreis geschlossen.
Nach der Erfindung ist es sowohl möglich, die Meß
vorrichtung im Absatz 1 oder in der Schuhsohle 14
anzuordnen, ebenso können parallel geschaltete Meß
vorrichtungen im Absatz 1 und der Sohle 14 vorgesehen
sein.
Claims (12)
1. Schuh mit einer Meßvorrichtung, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Meßvorrichtung (2) die Kraft an
zeigt, die auf den Schuh ausgeübt wird.
2. Schuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Meßvorrichtung (2) lösbar mit dem Schuh verbunden
ist.
3. Schuh nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Meßvorrichtung (2) in einem plattenförmigen
elastischen Gehäuse (1) angeordnet ist.
4. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß der Schuh eine elasti
sche Kammer (15) aufweist, in der eine mit
Flüssigkeit oder Gas gefüllte Blase (16) mit
zwei gegenüberliegenden elastischen Kontakten
(17′, 17′′) angeordnet ist.
5. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schuh eine elastische (7)
und eine inelastische (6) Kammer aufweist, die
über eine Öffnung miteinander in Verbindung stehen
und in denen eine flexible mit Gas und/oder Flüssig
keit gefüllte Blase (8) so angeordnet ist, daß bei
Krafteinwirkung das Gas oder die Flüssigkeit in die
elastische Kammer (6) strömt und die Meßvorrichtung
die verdrängte Flüssigkeit feststellt.
6. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet daß die Meßvorrichtung (2) min
destens eine vorspannbare Druckfeder (3) aufweist.
7. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung (2) einen
Dehnungsmeßstreifen aufweist.
8. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung (2) mit
einem Signalgeber (9) ausgestattet ist, der bei
Überschreiten eines vorgebbaren Kraftwertes vorzugs
weise über einen elektrischen Kontakt (4, 4′, 5)
ausgelöst wird.
9. Schuh nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch einen
optischen oder akustischen Signalgeber (9).
10. Schuh nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeich
net, daß der Signalgeber an einem Band (10) vorzugs
weise Armband angeordnet und über eine Zuleitung (11)
mit der Meßvorrichtung (2) verbindbar ist.
11. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung (2) eine
Kraftanzeige, vorzugsweise als Display (12) ausge
stattet, aufweist.
12. Schuh mit einer Meßvorrichtung nach einem der
Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßvorrichtung mehrteilig ist, vorzugs
weise in der Schuhsohle (14) und/oder in dem
Schuhabsatz (1) angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873732891 DE3732891A1 (de) | 1987-09-30 | 1987-09-30 | Schuh mit einer messvorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873732891 DE3732891A1 (de) | 1987-09-30 | 1987-09-30 | Schuh mit einer messvorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3732891A1 true DE3732891A1 (de) | 1989-04-20 |
Family
ID=6337183
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873732891 Withdrawn DE3732891A1 (de) | 1987-09-30 | 1987-09-30 | Schuh mit einer messvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3732891A1 (de) |
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Legal Events
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