DE3732325A1 - Vorrichtung zum zerstaeuben eines fluessigen mediums mit hilfe von ultraschall - Google Patents
Vorrichtung zum zerstaeuben eines fluessigen mediums mit hilfe von ultraschallInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zerstäuben
von Schmelzen, normalen Flüssigkeiten oder agglomerier
ten Stoffen, mit Hilfe von Ultraschall mit einem ersten
Ultraschallsender, zu dem beabstandet ein Ultraschallre
flektor angebracht ist, zwischen denen eine stehende
Ultraschallwelle ausgebildet wird, in die das zu zer
stäubende Medium eingebracht wird.
Eine derartige Vorrichtung, die sich an und für sich
bewährt hat, ist in der deutschen Patentschrift 26 56 330
beschrieben. Der Reflektor ist dort als passives Bauteil
ausgebildet. Der Abstand zwischen Sender und Reflektor
wird dort über eine geeignete Mechanik eingestellt, die
aber lediglich den Reflektor verschiebt. In dieser Druck
schrift wird auch schon erwähnt, daß eine Erhöhung des
statischen Gasdrucks in der die stehende Ultraschallwelle
umgebenden Kammer zu einer proportionalen Erhöhung des
Schallpegels führt. Weiterhin wird dort erwähnt, daß man
einen Gasstrahl in die Kammer einblasen kann, um das zer
stäubte Medium dadurch schneller abkühlen zu lassen, daß
es gegen eine gekühlte Metallfläche gespritzt wird.
Einen ähnlichen Stand der Technik beschreibt im übrigen
die DE-PS 28 42 232, der auch noch der Gedanke entnommen
werden kann, das zu zerstäubende Medium in die Druckkno
ten der stehenden Ultraschallwelle einzubringen.
Bedingt durch die geringen Abstände zwischen Sender und
Reflektor beim geschilderten Stand der Technik wird aller
dings der Reflektor während des Zerstäubungsvorganges
mit flüssiger Schmelze beaufschlagt und setzt sich daher
nach einer gewissen Betriebszeit zu. Der Sender dagegen
bleibt durch die Vibration des Sendertellers und durch
die damit verbundene Erzeugung des Ultraschallwindes
frei.
Weitere Beeinträchtigungen ergeben sich bei dieser be
kannten Vorrichtung durch Veränderungen im Schallfeld,
insbesondere bedingt durch Temperaturschwankungen beim
Einbringen des Schmelzstrahls in das Schallfeld. Hier
durch ändern sich die Parameter des Schallfeldes, so
daß zur Aufrechterhaltung der stehenden Welle der Re
flektor ständig nachgeführt werden muß. Wie erwähnt er
folgt diese Nachführung unsymmetrisch bezüglich der
gehäusefesten Zufuhrstelle für die Schmelze bzw. das zu
zerstäubende Medium.
Ausgehend von einer Vorrichtung mit den eingangs genannten
Merkmalen liegt daher der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
diese so auszugestalten, daß eine Verstimmung der stehen
den Schallwelle im Betrieb der Vorrichtung selbsttätig
verhindert wird. Außerdem soll die Energie der stehenden
Schallwelle fühlbar erhöht werden können.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung dadurch ge
kennzeichnet, daß der Reflektor als ein zweiter Ultra
schallsender ausgebildet ist, dessen elektrische und
akustische Eigenschaften etwa gleich denjenigen des
ersten Senders sind.
Durch den hiermit vorgesehenen Einsatz zweier gleich
starker, aktiver Ultraschallwandler oder Ultraschall
sender, die gleichzeitig als Sender und Reflektor wir
ken, ergibt sich neben einer Erhöhung des Schallpegels
eine thermische und akustische Symmetrie im Bereich der
stehenden Schallwelle, die eine automatische Abstimmung
der Schallwelle bei einer Änderung der Temperatur oder
anderer Betriebsparameter ermöglicht.
Die Zufuhr für das zu zerstäubende Medium soll in der
Mitte zwischen den beiden Sendern erfolgen, und zwar in
einem Druckknoten der Schallwelle. Die beiden Sender
werden dann dazu symmetrisch verschoben, und zwar um
einander gleiche Wegstrecken in axialer Richtung nach
außen oder innen gefahren.
Durch die Ausbildung des Reflektors als aktiver Ultra
schallwandler, d.h. als Sender, wird auch dort ein An
setzen des zerstäubten Mediums verhindert, weil beide
Wandler sich durch Ultraschallwind selbst reinigen.
Die Abstandsänderung zur Anpassung an die Resonanz der
stehenden Schallwelle kann durch einen phasenintensiven
oder amplitudenintensiven Schallaufnehmer erfolgen, der
vorzugsweise in der Nähe der Stirnfläche eines der beiden
Sender angebracht wird, abermals vorzugsweise außerhalb
des Zerstäubungsbereiches. Die Abstandsänderung kann aber
auch anhand des Leistungsmaximums des abgestrahlten
Ultraschalls automatisch oder von Hand kontrolliert bzw.
geregelt werden, da beide Wandler bei Stehwellenresonanz
ausgeprägte Impedanzmaxima besitzen.
Beide Sender können über eigene oder über denselben Fre
quenzgenerator gespeist werden. Bei Verwendung ein und
desselben Frequenzgenerators wird ohne weitere Maßnahmen
sichergestellt, daß beide Sender mit derselben Frequenz
und Amplitude schwingen. Bei Speisung beider Sender über
eigene Frequenzgeneratoren kann man deren Frequenzen um
ein geringes Maß voneinander abweichen lassen, so daß die
zu erwartenden Schwebungen, die durch Interferenz der von
beiden Sendern abgestrahlten Wellen entstehen, mit einer
Frequenz erfolgen, die die Zerstäubung nicht stört. Zu
demselben Zweck kann auch der Frequenzgenerator als
Wobbelsender ausgebildet sein, der in einem schmalen Fre
quenzband um die Eigenfrequenzen der beiden Sender ar
beitet.
Für die Zufuhr des zu zerstäubenden Mediums zu der
stehenden Schallwelle wird ein gehäusefestes, beheiztes
Röhrchen vorgesehen, das insbesondere für die Zufuhr
einer flüssigen Schmelze aus einem entsprechenden Re
servoir geeignet ist. Die Mündung des Röhrchens sollte
wenige mm vor der die Sender verbindenden Achse ange
ordnet sein, damit die austretende Schmelze unter op
timalen Pegelbedingungen zerstäubt werden kann. Der
radiale Abstand liegt beispielsweise bei 2 oder 3 mm.
Der Durchmesser des Röhrchens sollte am Auslauf etwa 6
bis 8 mm nicht überschreiten. In einem Abstand von ca.
20 mm von der Zerstäuberachse kann er aber auf 20 bis
30 mm erweitert werden, um eine Widerstands-Heizwicklung
im Röhrchen unterbringen zu können. Dadurch wird sicher
gestellt, daß eine ausreichend erhitzte Schmelze direkt
in die stehende Ultraschallwelle abgegeben wird.
Das Röhrchen kann auch aus BN (Bornitrid) gefertigt
werden, um ggf. ein Anhaften von Tropfen der Schmelze zu
verhindern.
Eine wichtige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtung in einem Druckbe
hälter eingebaut ist, so daß die Zerstäubung bei fühl
barem Überdruck stattfindet, beispielsweise in der
Größenordnung zwischen 3 und 10 bar, ggfs. auch bei einem
höheren Überdruck. Wegen der großen Oberflächenspannung
von Metallschmelzen sind zum Zerstäuben Schallpegel von
über 180 dB erforderlich. Diese hohen Schallpegel können
nur bei Gasüberdruck erreicht werden. Als Gas nimmt man
üblicherweise ein Inertgas.
Die Zerstäubung einer Metallschmelze bei Gasüberdruck hat
auch den Vorteil, hohe Schallpegel bei relativ kleinen
Ultraschallamplituden der Wandler zu erreichen, so daß
man zu sehr viel größeren Standzeiten der Wandler kommt.
Bei einem erhöhten Gasdruck ist die Konvektionskühlung
der zerstäubten Schmelze verbessert und damit wird die
Erstarrungszeit erheblich verkürzt, so daß man unter
Umständen zu einer amorphen Erstarrung der Metallpulver
kommt.
Wegen der bei extrem schneller Erstarrung und relativ
geringen Fluggeschwindigkeit der Tröpfchen (um 1 m/s) zu
erwartenden kurzen Flugstrecke in der schmelzflüssigen
Phase sind die Abmessungen des Druckbehälters relativ
klein, so daß Laboranlagen mit Abmessungen unter 1 m
Durchmesser und 1 bis 2 m Höhe realisierbar sind.
Um ein Anhaften der zerstäubten Teilchen an den Sendern
bzw. an der Wand des Druckbehälters zu verhindern, wird
es weiterhin bevorzugt, wenn dort eine Luftschleuse aus
gebildet wird, die den Transport der Teilchen zu diesen
Flächen verhindert.
Weiterhin wird es bevorzugt, den Sauerstoff-Partialdruck
auf einen extrem niedrigen Wert einzustellen. Bei Abwe
senheit von Sauerstoff entstehen nämlich kugelige Pulver,
während bei einem normalen Sauerstoff-Partialdruck der
Luft spratzige Teilchen entstehen, die ggf. beim Sintern
vorteilhaft sind.
Die Erhöhung des Schallpegels infolge einer Erhöhung der
Schallamplitude und/oder des Gasdrucks führt insgesamt zu
feineren Pulvern, ohne daß, wie dies sonst bei der Ultra
schallzerstäubung der Fall ist, die Frequenz geändert
werden muß.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich grundsätzlich
für die Ultraschall-Zerstäubung aller schmelzbaren oder
flüssigen Medien. Insbesondere ist sie zur Zerstäubung
von Metallschmelzen geeignet. Weitere Anwendungsgebiete
sind in den eingangs erwähnten deutschen Patentschriften
26 56 330 und 28 42 232 aufgeführt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungs
beispiels näher erläutert, aus dem sich weitere wichtige
Merkmale ergeben. Die Figur zeigt einen teilweise sche
matischen Axialschnitt durch eine erfindungsgemäße Zer
stäubungsvorrichtung zum Zerstäuben einer Metallschmelze.
Ein erster Ultraschallsender 1 und ein zweiter Ultra
schallsender 2 sind je auf einer Schlitteneinheit 3 mon
tiert, die über einen Schrittmotor oder Gleichstrommotor
4 bewegt wird. Beide Sender 1, 2 werden vorzugsweise mit
derselben Betriebsfrequenz betrieben, die beispielsweise
bei 20 kHz liegt. Beide Sender können durch einen ei
genen Frequenzgenerator 5 gespeist werden, der nach dem
Prinzip des rückgekoppelten Oszillators arbeitet.
Beide Sender 1, 2 sind mit einer Luftschleuse 6 als zu
sätzliche Maßnahme zur Verhinderung des Anhaftens von
Schmelze ausgerüstet.
Durch die beweglichen Schlitteneinheiten 3 wird der Ab
stand zwischen den Sendern 1, 2 den jeweiligen Betriebs
bedingungen angepaßt, und zwar symmetrisch zu einem
Schmelzenstrahl 7, der über ein - nicht gezeigtes - be
heiztes Röhrchen Schmelze aus einem Schmelzofen 16 in
das stehende Ultraschallfeld 14 transportiert.
In der Nähe eines der beiden Sender 1, 2 ist ein Druck
sensor 8 angeordnet, der den Schalldruck der stehenden
Welle 14 mißt und anhand eines Maximums zur elektroni
schen Nachführung 9 weitergibt. Von dort erhalten die
Stellmotoren 4 ihre Stellimpulse.
Die Schlitteneinheiten werden mit Hilfe von Winkelko
dierern 10 am Stellmotor oder von Linearpotentiometern 11
am Schlitten positioniert.
Die elektronische Nachführung 9 sucht immer diejenige
Position, in der der Schalldruck des Schallfeldes 14
seinen maximalen Wert hat.
Die Frequenz des zweiten Senders 2 kann nahe bei der
Frequenz des ersten Senders 1 liegen. Zur Verhinderung
von zu niederfrequenten Schwebungen, die durch Indif
ferenz der von den beiden Sendern abgestrahlten Wellen
entsteht, sollen sich beide Frequenzen um wenigstens
0,5% unterscheiden.
Bei einer abgeänderten Ausführungsform der Erfindung
werden beide Ultraschallwandler 1, 2 mit einem Fre
quenzgenerator bei exakt der gleichen Frequenz und
gleicher Phasenlage betrieben, so daß die abgestrahl
ten Schallwellen sich immer verstärken.
Der Generator kann als Wobbelsender ausgebildet sein, der
in einem schmalen Frequenzband um die Eigenfrequenzen der
beiden Wandler arbeitet.
Die beiden Sender können über einen direkten Luftanschluß
12 oder über einen indirekten Wasseranschluß (Kühlschlange)
gekühlt werden.
Die beschriebene Vorrichtung ist in einem Druckbehälter
13 eingebaut, so daß der Innenraum mit dem dort ausge
bildeten stehenden Schallfeld druckdicht nach außen ist.
Dadurch kann der Innendruck in der Kammer entsprechend
erhöht werden und durch diese Druckerhöhung erhält man
eine höhere Energiedichte der stehenden Ultraschallwelle
14 bei gleicher Amplitude der Ultraschallwandler. Damit
geht eine Verbesserung des Wirkungsgrades der Zerstäu
bung bei gleichzeitiger Verlängerung der Lebensdauer
der Sender einher.
In der Kammer kann Luft, ein Inertgas oder auch ein
beliebiges anderes Gas oder Gasgemisch vorgesehen sein,
wobei man auch den Partialdruck des Sauerstoffs ent
sprechend einstellen kann.
Claims (15)
1. Vorrichtung zum Zerstäuben von Schmelzen, normalen
Flüssigkeiten oder agglomerierten Stoffen, mit Hilfe
von Ultraschall mit einem ersten Ultraschallsender,
zu dem beabstandet ein Ultraschallreflektor ange
bracht ist, zwischen denen eine stehende Ultra
schallwelle ausgebildet wird, in die das zu zer
stäubende Medium eingebracht wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reflektor als ein zweiter Ultraschallsender
(2) ausgebildet ist, dessen elektrische und akustische
Eigenschaften etwa gleich denjenigen des ersten Sen
ders (1) sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Einrichtung (3, 4) vorgesehen ist, die beide
Sender (1, 2) in axialer Richtung symmetrisch zueinan
der verschiebt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zufuhr des zu zerstäubenden Mediums gehäuse
fest und mittig zu den beiden Sendern (1, 2) im Druck
knoten der Schallwelle (14) erfolgt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Schallaufnehmer (8) im Schallfeld (14)
vorgesehen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Meßgerät vorgesehen ist, das die Leistungs
aufnahme wenigstens eines der Sender (1, 2) mißt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausgangssignale des Schallaufnehmers (8) bzw.
des Meßgerätes den Abstand der Sender (1, 2)
voneinander steuern.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Sender (1, 2) über eigene Frequenzgene
ratoren (5) gespeist werden.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß beide Sender (1, 2) über denselben Frequenzgene
rator (5) gespeist werden.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundfrequenzen der beiden Sender (1, 2) von
einander um ein geringes Maß verschieden sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundfrequenzen der beiden Sender (1, 2)
einander gleich sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Frequenzgenerator (5) als Wobbelsender
ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein gehäusefestes, beheiztes Röhrchen für die
Zufuhr des Mediums zu der stehenden Schallwelle (14)
vorgesehen ist, dessen Mündung wenige mm vor der die
Sender verbindenden Achse angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie in einem Druckbehälter (13) eingebaut ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor den Sendern (1, 2) und/oder vor der Innenwand
des Druckbehälters (13) eine Luftschleuse (6) ausge
bildet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Einrichtung zur Einstellung des Sauerstoff-
Partialdrucks in der die stehende Schallwelle (14)
umgebenden Kammer (13) vorgesehen ist.
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