DE3731858A1 - Lichtbestaendiges kosmetisches mittel, welches trihydroxyethylrutin in kombination mit wasserloeslichen filtern, die von benzylidenkampfer abgeleitet sind, enthaelt, und dessen verwendung zum schutze der haut und der haare - Google Patents
Lichtbestaendiges kosmetisches mittel, welches trihydroxyethylrutin in kombination mit wasserloeslichen filtern, die von benzylidenkampfer abgeleitet sind, enthaelt, und dessen verwendung zum schutze der haut und der haareInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein lichtbeständiges
bzw. fotostabiles Mittel zum Schutz gegenüber
UV-Strahlen, welches Trihydroxyethylrutin in Kombination
mit wasserlöslichen Filtern, die von Benzylidenkampfer
abgeleitet sind, umfaßt, und dessen Verwendung zum Schutze
der Haut und der Haare.
Es ist allgemein bekannt, daß die Haut gegenüber
Sonnenstrahlen empfindlich ist, wobei dieselben zu einem
banalen Sonnenstich oder einer Hautrötung aber auch zu
mehr oder weniger starken Verbrennungen führen können.
Sonnenstrahlen haben jedoch noch andere schädliche Wirkungen,
wie z. B. den Verlust der Elastizität der Haut und das
Auftreten von Falten, was zu einem vorzeitigen Altern führt.
Manchmal sind auch Dermatosen zu beobachten. Im Extremfall
kann es, bei manchen Personen, zum Auftreten von Hautkrebs
kommen.
Auch für die Haare ist es wünschenswert, einen guten
Schutz gegenüber der fotochemischen Zerstörung zu
erzielen und eine Veränderung der Farbnuance, eine Entfärbung
oder eine Zerstörung der mechanischen Eigenschaften zu
vermeiden.
Es ist außerdem bekannt, daß Bestandteile, die sich in
kosmetischen Präparaten vorfinden, insbesondere bestimmte
Farbstoffe in Färbemitteln, gefärbten Haarlacken,
Shampoonierungsmitteln, Lotionen zum Einlegen der Haare,
Schminkprodukten, wie getönte Cremes, Nagellacke und
Lippenstifte, nicht immer eine ausreichende Stabilität
gegenüber Licht aufweisen und daß sie unter Einwirkung
der Lichtstrahlen eine Zerstörung erfahren.
Es ist allgemein bekannt, daß die schädlichste
Sonnenstrahlung die UV-Strahlen der Wellenlänge von
unterhalb 400 nm darstellen. Man weiß auch, daß aufgrund
der Existenz der Ozonschicht der Erdatmosphäre, die einen
Teil der Sonnenstrahlung absorbiert, die untere Grenze der
UV-Strahlen, die die Oberfläche erreichen, bei ca. 280 nm
liegt.
Folglich erscheint es wünschenswert, Verbindungen einzusetzen,
die geeignet sind, die UV-Strahlen im Wellenlängenbereich
von 280 bis 400 nm zu absorbieren, d. h. sowohl die
UV-B-Strahlen mit der Wellenlänge von 280 bis 320 nm, die
bei der Entstehung der Sonnenerytheme eine vorherrschende
Rolle spielen, als auch UV-A-Strahlen der Wellenlänge
zwischen 320 und 400 nm, welche eine Bräunung der Haut
hervorrufen, aber auch zu deren Alterung führen und die
Auslösung einer erythematösen Reaktion begünstigen oder
diese Reaktion bei gewissen Personen verstärken, oder
die selbst Ursache fototoxischer oder fotoallergener
Reaktionen sein können.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, Substanzen zu
verwenden, die die UV-Strahlen filtrieren, insbesondere
um die Haut vor den Schäden durch die Sonne zu schützen.
Unter diesen Substanzen wurden bestimmte Flavonoide und
insbesondere Quercetin und Rutin genannt.
Die Flavonoide umfassen einen Bereich, der folgende
Strukturklassen mit einschließt:
- - Flavone und Flavonole;
- - Isoflavone, Flavanone und Dihydroxyflavonole;
- - Chalcone und Aurone;
- - Anthocyanidine und Anthocyanine.
Die Schaffung von wirksamen Mitteln zum Schutz gegenüber
UV-Strahlen erfordert Substanzen, die im Bereich der
Wellenlängen 280 bis 400 nm absorbieren und welche somit
eine gute Schutzwirkung garantieren und die gleichzeitig
in üblichen kosmetischen Medien ausreichend löslich und
gegenüber Oxidation und der Zerstörung durch atmosphärische
Agenzien beständig sind.
Keine der zu den vorstehenden Klassen gehörenden Verbindungen
weist gleichzeitig die Eigenschaften im Hinblick auf die
UV-Absorption im angegebenen Bereich, eine ausreichende
Löslichkeit und Lichtbeständigkeit auf, um dem Mittel einen
ausreichend wirksamen Schutz gegenüber UV-Strahlen zu
verleihen.
Die wasserlöslichen Anthocyanidine und Anthocyanine
absorbieren außerhalb des UV-Strahlenbereiches, der auf
die Erde auftrifft, nämlich zwischen 270 und 280 nm und
im sichtbaren Bereich, d. h. zwischen 465 und 550 nm.
Die anderen vorstehend genannten Verbindungen absorbieren
in dem entsprechenden UV-Strahlenbereich, weisen jedoch
den Nachteil auf, daß sie in Wasser praktisch unlöslich
sind, insbesondere, wenn es sich um polyhydroxylierte
Verbindungen handelt. Diese Verbindungen sind in Wasser
etwas leichter löslich, wenn sie in Form des Glucosids,
Diglucosids, Rhamnosids, Rhamno-glucosids, Galactosids und
- allgemein gesehen - in Form eines o-Glucosids vorliegen.
Diese verbesserte Löslichkeit erweist sich jedoch als
nicht ausreichend, als daß diese Verbindungen bei der
Herstellung der Mittel denselben einen ausreichenden
Schutz gegenüber UV-Strahlen im gewünschten Bereich verleihen
könnten.
Die Anmelderin hat nunmehr in überraschender Weise gefunden,
daß bei Verwendung von Trihydroxyethylrutin in Kombination
mit gewissen wasserlöslichen, bekannten Filtern, die sich
von Benzylidenkampfer ableiten, entgegen aller Erwartung,
sowohl ein hohen Filtervermögen im UV-Bereich der
Wellenlängen zwischen 280 und 400 nm, als auch eine gute
Löslichkeit in Wasser und eine gute Beständigkeit gegenüber
UV-Strahlen erhalten wird, so daß auf diese Weise ein
guter Schutz gegenüber UV-Strahlen zu erwarten ist.
Die vorliegende Erfindung betrifft lichtbeständige kosmetische
Zubereitungen, die vor UV-Strahlen der Wellenlänge 280
bis 400 nm schützen, wobei dieselben in einem wäßrigen
oder wäßrig-alkoholischen, kosmetisch annehmbaren Träger
eine ausreichende Menge einer Kombination aus
Trihydroxyethylrutin und mindestens einem weiteren
wasserlöslichen Filter, der von Benzylidenkampfer abgeleitet
ist, entsprechend der folgenden Formel enthalten:
worin
- (i) Y ein Wasserstoffatom bedeutet; Z sich in
p-Stellung zur Methylengruppe befindet und eine -⁺N(CH₃)₂R-Gruppe
darstellt, worin R ein Wasserstoffatom oder einen
Alkylrest mit C1-12 bedeutet, wobei das Ionengleichgewicht
des Moleküls durch ein Anion X-, ausgewählt aus Halogeniden,
Arylsulfonaten, Alkylsulfonaten, Kampfersulfonaten oder
Alkylsulfonaten gewährleistet wird; Y′ ein Wasserstoffatom
oder ein Halogen oder einen Methylrest darstellt;
diese Verbindungen werden in FR-PS 21 99 971 beschrieben; - (ii) Y und Y′ ein Wasserstoffatom oder einen
gegebenenfalls mit einem Salz umgesetzten SO₃H-Rest bedeuten,
vorausgesetzt, daß mindestens eine dieser Gruppen von
Wasserstoff atomverschieden ist und wobei sich Y′ in
meta-Stellung der Methylidengruppe befindet; Z ein
Halogenatom oder einen Alkylrest mit C1-4 darstellt;
diese Verbindungen werden in FR-PS 22 36 515 beschrieben; - (iii) Y ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls
als Salz vorliegende SO₃H-Rest darstellt; Z eine
gegebenenfalls als Salz vorliegende SO₃H- Gruppe bedeutet
und sich in para-Stellung zur Methylidengruppe befindet;
Y′ ein Wasserstoffatom darstellt;
diese Verbindungen werden in FR-PS 22 82 426 beschrieben;
Die Sonnenfilter, die gemäß der Erfindung verwendet
werden, weisen den zusätzlichen wichtigen Vorteil auf, daß
sie von der Haut gut toleriert werden und interessante
kosmetische Eigenschaften besitzen.
Trihydroxyethylrutin, das einen Breitbandfilter darstellt,
dessen Absorptionsmaximum um 348 nm liegt, besitzt
außerdem entzündungshemmende Eigenschaften. Seine
Verwendung in einem Antisonnenmittel für die Haut ist
daher besonders angebracht, da es neben den wirksamen
filtrierenden Eigenschaften entzündungshemmend wirkt, so
daß es vorteilhafterweise beim Auftreten von Erythemen,
die durch ein verlängertes Aussetzen der Sonnenstrahlung
hervorgerufen werden, eingesetzt wird.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung umfaßt ein Verfahren
zum Schutz der Haut und der Haare, sowohl natürlicher als
auch sensibilisierter, gegenüber Sonnenstrahlung, wobei
dieses Verfahren in einer Applikation eines kosmetischen
lichtbeständigen Mittels, wie es vorstehend definiert wird,
in ausreichender Menge auf die Haut oder die Haare besteht.
Unter "sensibilisierten Haaren" versteht man solche Haare,
die einer Dauerwellbehandlung, einer Färbung oder Entfärbung
unterzogen wurden.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Schutz
einer gefärbten oder nicht-gefärbten kosmetischen Zubereitung
gegenüber Sonnenstrahlen, wobei dieses darin besteht, daß
man in eine solche Zubereitung bzw. ein solches Mittel
eine wirksame Menge an Trihydroxyethylrutin in Kombination
mit einem wasserslöslichen Benzylidenkampfderivat der
vorstehend angegebenen Formel inkorporiert.
Das kosmetische Mittel gemäß der Erfindung enthält 0,1
bis 10 Gew.-% Trihydroxyethylrutin und 0,1 bis 10 Gew.-% Filter,
die sich von Benzylidenkampfer der Formel (I) ableiten.
Die Gesamtkonzentration der Filter, Trihydroxyethylrutin
und Filter der Formel (I), liegt im Bereich von 0,2 bis
20 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,5 und 10 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Mittels.
Als wasserlösliche Sonnenfilter, die von Benzylidenkampfer
abgeleitet sind und UV-B-Strahlen filtrieren, wie sie in
FR-PS 21 99 971, 22 36 515 und 22 82 426 der Anmelderin
beschrieben sind, sind insbesondere zu nennen:
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)phenyl-trimethylammonium-
methylsulfoat, sowie
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure,
2-Methyl-5-(2-oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure und
3-Benzyliden-2-oxo-10-bornan-sulfonsäure sowie
deren Metall- und Ammoniumsalze.
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure,
2-Methyl-5-(2-oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure und
3-Benzyliden-2-oxo-10-bornan-sulfonsäure sowie
deren Metall- und Ammoniumsalze.
Unter den vorstehend genannten wasserlöslichen UV-B-Filtern
sind die folgenden beiden Verbindungen bevorzugt:
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)phenyltrimethylammonium-methylsulfat
und
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure und
deren Metall- oder Ammoniumsalze.
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure und
deren Metall- oder Ammoniumsalze.
Die Verbindungen gemäß der Erfindung können sich auch in
Kombination mit UV-A-Filtern befinden, unter denen insbesondere
die folgenden zu nennen sind: Derivate von
Benzol-1,4-[di(3-methylidenkampfer)], welche am Methylrest
in 10-Stellung des Kampfers sulfoniert sind, wie sie in
FR-PS 25 28 420 beschrieben sind, und insbesondere
Benzol-1,4-[di(3-methylidenkampfersulfonsäure)], welche
teilweise oder vollständig neutralisiert ist.
Die Gesamtmenge der in dem kosmetischen Mittel gemäß
der Erfindung verwendeten Sonnenfilter liegt zwischen 0,5
und 20 Gew.-%.
Die Sonnenfilter werden in Wasser oder einer wäßrig-
alkoholischen Lösung solubilisiert. Die am meisten
bevorzugten Mono- oder Polyalkohole enthalten 1 bis 6
Kohlenstoffatome und werden ausgewählt aus Ethanol,
Isopropanol, Propylenglykol, Glycerin, Sorbit; die
wäßrig-alkoholischen Lösungen stellen bevorzugt Gemische
aus Wasser und Ethanol dar.
Das Mittel gemäß der Erfindung kann in verschiedenen
üblichen Formen vorliegen, wie sie in diesem Typ von Mitteln
üblich ist. Sie können insbesondere als Lösungen in Form
einer mehr oder weniger verdickten Lotion, einer Emulsion,
in Form einer Creme oder Milch, in Form einer Pomade, in
Form eines Gels oder als Aerosol konditioniert vorliegen.
Wenn das kosmetische Mittel gemäß der Erfindung in Form
einer Emulsion vorliegt, welche ein Anti-Sonnenmittel
darstellt, ist es vorteilhaft, einen fettlöslichen Filter
in der Fettphase aufzulösen, wohingegen Trihydroxyethylrutin
und das Benzylidenkampferderivat der Formel (I) in der
wäßrigen Phase aufgelöst werden.
Nach einer ersten Ausführungsform ist das kosmetische Mittel
gemäß der Erfindung dazu bestimmt, auf die Haut appliziert
zu werden und enthält kosmetische Hilfsstoffe, wie sie
üblicherweise in diesem Typ von Mitteln verwendet werden.
Als solche sind zu nennen: Fettkörper, wie mineralische,
tierische, pflanzliche oder synthetische Öle oder Wachse,
Fettsäuren, Fettsäureester, wie Fettsäuretriglyceride
mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen, Fettalkohle, Emulgatoren,
Verdickungsmittel.
Unter den mineralischen Ölen ist Vasilinöl zu nennen; unter
den tierischen Ölen sind zu nennen: die Öle von Wal, Robbe,
Menhaden, der Leber von Heilbutt, Kabeljau, Thunfisch,
Schildkröte, Talg, Rinderfuß (pied de buf), Pferdefuß,
Schafsfuß, Nerz, Fischotter, Murmeltier; unter den
pflanzlichen Ölen sind zu nennen: Mandelöl, Erdnußöl,
Weizenkeimöl, Olivenöl, Maiskeimöl, Jojobaöl, Sesamöl,
Sonnenblumenöl, Palmöl, Nußöl.
Unter den Fettsäureestern sind zu nennen: Isopropylester
von Myristinsäure, Palmitinsäure und Stearinsäure und
Fettester, die bei 25°C in fester Form vorliegen.
Es können auch Fettkörper verwendet werden, wie Vasiline,
Paraffin, Lanolin, hydriertes Lanolin, acetyliertes
Lanolin, Siliconöle.
Unter den Wachsen sind zu nennen, Sipolwachs, Lanolinwachs,
Bienenwachs, Candelillawachs, mikrokristallines Wachs,
Carnaubawachs, Spermaceti, Kakaobutter, Karite-Wachs,
Siliconwachs, hydrierte Öle, die bei 25°C in fester Form
vorliegen. Sucroglyceride, Oleate, Myristate, Linoleate
und Stearate von Ca, Mn, Zn und Al.
Unter den Fettalkoholen sind zu nennen: Laurylalkohol,
Cetylalkohol, Myristylalkohol, Stearylalkohol, Palmitylalkohol
und Oleylalkohol.
Unter den Emulgatoren, die nicht-ionisch, anionisch,
kationisch oder amphoter sein können, sind zu nennen:
polyoxyethylierte oder polyglycerinierte Fettalkohole, wie
z. B. Laurylalkohol, Cetylalkohol, Stearylalkohol und
Oleylalkohol, die 2 bis 30 Mol Ethylenoxid aufweisen.
Unter den Verdickungsmitteln sind zu nennen: Zellulosederivate,
Polyacrylsäurederivate, Guar-, Carouba- und Xanthangummi.
Das kosmetische Mittel gemäß der Erfindung kann auch weitere
Hilfsstoffe, wie sie üblicherweise in der Kosmetik verwendet
werden, enthalten, insbesondere hydratisierende Produkte,
lindernde Produkte, Farbstoffe, Opazifizierungsmittel,
Konservierungsmittel und Parfüme.
Es kann auch ein Mittel zur Regulierung des pH-Wertes
umfassen. Dieser liegt zwischen 4 und 9, vorzugsweise
zwischen 5,5 und 8.
Für den Fall, daß das Mittel als Aerosol konditioniert
wird, verwendet man klassische Treibmittel, wie Alkane,
Fluoralkane und Chlorfluoralkane.
Nach einer weiteren Ausführungsform ist das kosmetische
Mittel gemäß der Erfindung dazu bestimmt, natürliche oder
sensibilisierte Haare vor UV-Strahlen zu schützen.
Dieses Mittel kann in Form eines Shampoonierungsmittels,
einer Lotion, eines Gels oder einer Emulsion zum Spülen,
vor oder nach der Shampoonierung, vor oder nach der Färbung
oder Entfärbung, vor oder nach einer Dauerwellbehandlung,
als Lotion oder Gel zur Frisurgebung oder Behandlung, als
Lotion oder Gel zum Fönen oder zur Wasserwelle bzw. zum
Einlegen der Haare, als Haarlack, als Dauerwellmittel,
Färbemittel oder Entfärbemittel der Haare vorliegen. Dieses
Mittel kann außer der Verbindung gemäß der Erfindung
verschiedene Hilfsstoffe, wie sie üblicherweise in diesem
Typ von Mitteln verwendet werden, enthalten, wie
oberflächenaktive Mittel, Verdickungsmittel, Polymere,
lindernde Mittel, Konservierungsmittel, Schaumstabilisatoren,
Elektrolyte, organische Lösungsmittel, siliconierte Derivate,
Öle, Wachse, Antifettmittel, Farbstoffe und/oder Pigmente,
deren Funktion es ist, das Mittel selbst oder die Haare
zu färben, oder alle weiteren üblicherweise auf dem
Haarsektor verwendeten Hilfsstoffe enthalten.
Wenn das Mittel ein Shampoonierungsmittel darstellt, so
ist dieses im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß
es mindestens ein anionisches, nicht-ionisches oder amphoteres
oberflächenaktives Mittel oder ein Gemisch derselben und
eine Verbindung gemäß der Erfindung in wäßrigem Medium
enthält.
Wenn das Mittel eine nicht auszuspülende Lotion darstellt; d. h.
eine Fönlotion, eine Wasserwellotion, eine Frisier- oder
Behandlungslotion, so umfaßt es im allgemeinen in wäßriger
oder wäßrig-alkoholischer Lösung außer der Verbindung
gemäß der Erfindung mindestens ein kationisches, anionisches,
nicht-ionisches oder amphoteres Polymer oder ein Gemisch
derselben, in einer Menge zwischen 0,1 und 10 Gew.-%,
vorzugsweise zwischen 0,1 und 3 Gew.-%, und gegebenenfalls
ein Antischaummittel.
Wenn das Mittel eine Spüllotion bzw. eine Lotion, die
ausgespült wird, darstellt, die auch als Spülung bezeichnet
wird, so wird diese vor oder nach der Färbung oder
Entfärbung, vor oder nach der Dauerwellbehandlung, vor
oder nach der Shampoonierung oder zwischen zwei
Shampoonierungsschritten appliziert und dann nach einer
bestimmten Einwirkungszeit ausgespült.
Dieses Mittel kann eine wäßrige oder wäßrig-alkoholische
Lösung, welche gegebenenfalls oberflächenaktive Mittel
umfaßt, eine Emulsion oder ein Gel darstellen. Dieses
Mittel kann auch als Aerosol unter Druck gesetzt werden.
Die Erfindung umfaßt auch ein kosmetisches Mittel, dessen
Bestandteile, die gegenüber UV-Strahlen empfindlich sind,
gegen Lichtstrahlen geschützt werden und zwar aufgrund der
Anwesenheit von Trihydroxyethylrutin in Kombination mit
einem Benzylidenkampferderivat, wie es vorstehend definiert
ist, in einer ausreichenden Menge, die im allgemeinen zwischen
0,2 und 20 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 0,5 und 10 Gew.-%
liegt.
Dieses Mittel, welches ein oder mehrere Verbindungen, die
gegenüber UV-Strahlen empfindlich sind, enthält, kann ein
Haarmittel darstellen, wie z. B. einen Haarlack, eine
Wasserwellotion, die gegebenenfalls gefärbt ist, ein
Shampoonierungsmittel, ein Farbshampoonierungsmittel, ein
Färbemittel für die Haare oder es kann ein Schminkprodukt
darstellen, wie einen Nagellack, eine Teintgrundlage,
einen Lippenstift, eine Creme zur Behandlung der Haut und,
allgemein ausgedrückt, jedes kosmetische Mittel, welches
aufgrund seiner Bestandteile Probleme im Hinblick auf die
Lichtstabilität bei der Lagerung schafft.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern,
ohne diese zu beschränken.
Es wird eine Sonnencreme (Emulsion Öl/Wasser) der folgenden
Zusammensetzung hergestellt:
Trihydroxyethylrutin1,00 g
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)-benzol-
sulfonsäure4,00 g Gemisch aus Cetylstearylalkohol 80%/
Cetylstearylalkohol, oxyethyliert mit
33 Mol Ethylenoxid 20%6,50 g Gemisch von Glycerinmono- und -distearat,
nicht autoemulgierbar2,00 g Cetylalkohol1,70 g Vasilinöl12,00 g Propylenglykol2,50 g Triethanolamin bis zu5 pH Konservierungsmittel, Parfüm in
ausreichender Menge
Wasser bis auf100,00 g
sulfonsäure4,00 g Gemisch aus Cetylstearylalkohol 80%/
Cetylstearylalkohol, oxyethyliert mit
33 Mol Ethylenoxid 20%6,50 g Gemisch von Glycerinmono- und -distearat,
nicht autoemulgierbar2,00 g Cetylalkohol1,70 g Vasilinöl12,00 g Propylenglykol2,50 g Triethanolamin bis zu5 pH Konservierungsmittel, Parfüm in
ausreichender Menge
Wasser bis auf100,00 g
Es wird eine Sonnenmilch (Emulsion Öl/Wasser) der folgenden
Zusammensetzung hergestellt:
Trihydroxyethylrutin2,00 g
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)phenyl-
trimethylammonium-methylsulfat,
hergestellt nach Beispiel 1 von
FR-PS 21 99 9714,00 g Natriumlactat1,00 g Cetylalkohol1,00 g Oleocetylalkohol, oxyethyliert mit
30 Mol Ethylenoxid5,00 g Stearylalkohol4,00 g Palmitinester von 2-Ethylhexyl-
glycerylether2,00 g Purcellinöl (Stearyloctanoat)2,00 g Vasilinöl8,00 g Propylenglykol4,00 g Konservierungsmittel, Parfüm in
ausreichender Menge
Wasser bis auf100,00 g
trimethylammonium-methylsulfat,
hergestellt nach Beispiel 1 von
FR-PS 21 99 9714,00 g Natriumlactat1,00 g Cetylalkohol1,00 g Oleocetylalkohol, oxyethyliert mit
30 Mol Ethylenoxid5,00 g Stearylalkohol4,00 g Palmitinester von 2-Ethylhexyl-
glycerylether2,00 g Purcellinöl (Stearyloctanoat)2,00 g Vasilinöl8,00 g Propylenglykol4,00 g Konservierungsmittel, Parfüm in
ausreichender Menge
Wasser bis auf100,00 g
Claims (14)
1. Lichtbeständiges kosmetisches Mittel zum Schutze
gegenüber UV-Strahlen der Wellenlänge zwischen 280
und 400 nm, dadurch gekennzeichnet,
daß es in einem wäßrigen oder wäßrig-alkoholischen,
kosmetisch annehmbaren Medium eine ausreichende
Menge einer Kombination von Trihydroxyethylrutin und
mindestens einem anderen wasserlöslichen Filter, der
von Benzylidenkampfer abgeleitet ist, entsprechend
der folgenden Formel (I)
worin bedeuten:
- (i) Y ein Wasserstoffatom; Z befindet sich in para-Stellung zur Methylidengruppe und stellt eine -⁺(CH₃)₂R-Gruppe dar, worin R ein Wasserstoffatom oder einen C1-12-Alkylrest bedeutet, wobei das ionische Gleichgewicht des Moleküls durch ein Anion X- gewährleistet wird, das ausgewählt ist aus Halogeniden, Arylsulfonaten, Alkylsulfonaten, Kampfersulfonaten oder Alkylsulfaten; Y′ ein Wasserstoffatom oder ein Halogenatom oder einen Methylrest;
- (ii) Y und Y′ ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls zum Salz umgewandelten SO₃H-Rest, vorausgesetzt, daß mindestens eine der beiden Gruppen kein Wasserstoffatom darstellt, wobei sich Y′ in meta-Stellung der Methylidengruppe befindet; Z ein Halogenatom oder einen C1-4-Rest bedeutet;
- (iii) Y ein Wasserstoffatom oder einen gegebenenfalls durch Salzbildung modifizierten SO₃H-Rest, Z einen gegebenenfalls durch Salzbildung modifizierten SO₃H-Rest, wobei sich dieser in para-Stellung der Methylidengruppe befindet; Y′ ein Wasserstoffatom;
enthält.
2. Kosmetisches Mittel nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die weiteren
wasserlöslichen Agenzien, die das Sonnenlicht filtrieren,
UV-B-Filter, die von Benzilidenkampfer abgeleitet
sind, darstellen und ausgewählt sind aus
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)phenyltrimethylammonium methylsulfat,
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure,
2-Methyl-5-(2-oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure und
3-Benzyliden-2-oxo-10-bornansulfonsäure, sowie
deren Metall- und Ammoniumsalze.
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)phenyltrimethylammonium methylsulfat,
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure,
2-Methyl-5-(2-oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure und
3-Benzyliden-2-oxo-10-bornansulfonsäure, sowie
deren Metall- und Ammoniumsalze.
3. Kosmetisches Mittel nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der wasserlösliche
UV-B-Filter, der von Benzylidenkampfer abgeleitet ist,
ausgewählt ist aus 4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)-
phenyl-trimethylammonium-methylsulfat und
4-(2-Oxo-3-bornylidenmethyl)benzolsulfonsäure und deren
Metall- und Ammoniumsalze.
4. Kosmetisches Mittel nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß es außerdem UV-A-Filter, ausgewählt aus Derivaten
von Benzol-1,4-[di(3-methylidenkampfer)], sulfoniert
am Methylrest in 10-Stellung des Kampfers, enthält.
5. Kosmetisches Mittel nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß es 0,1 bis 10 Gew.-% Trihydroxyethylrutin und
0,1 bis 10 Gew.-% wasserlösliche Sonnenfilter, die sich
von Benzylidenkampfer der Formel (I) ableiten, enthält.
6. Kosmetisches Mittel nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 5, zur Applikation auf der Haut,
dadurch gekennzeichnet, daß es
außerdem mindestens einen kosmetischen Hilfsstoff,
ausgewählt aus den Niedrig-monoalkoholen oder
-polyalkoholen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
mineralischen, tierischen, pflanzlichen oder synthetischen
Ölen oder Wachsen, Fettsäuren, Fettsäureestern
Fettalkoholen, Emulgatoren, Verdickungsmitteln,
hydratisierenden Produkten, lindernden Agenzien,
Farbstoffen, Opazifizierungsmitteln, Konservierungsmitteln,
Parfümen, Agenzien zur Regulierung des pH-Wertes und
Treibmitteln, enthält.
7. Kosmetisches Mittel nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß es einen pH zwischen
4 und 9, vorzugsweise zwischen 5,5 und 8 aufweist.
8. Kosmetisches Mittel nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß es in Form einer
Lotion, Emulsion, Pomade, eines Gels oder Aerosols
vorliegt.
9. Kosmetisches Mittel nach Anspruch 8 in Form einer
Emulsion, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fettphase einen fettlöslichen Filter enthält.
10. Kosmetisches Mittel nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 5, zur Applikation auf den Haaren,
dadurch gekennzeichnet, daß es in
Form eines Shampoonierungsmittels, einer Lotion,
eines Gels oder einer Emulsion zum Spülen, als
Frisier- oder Behandlungslotion oder -gel, als Lotion
oder Gel zum Fönen oder zur Wasserwelle bzw. zum
Einlegen der Haare, als Haarlack, als Mittel zur
Dauerwellbehandlung, Entfärbung oder Färbung vorliegt.
11. Kosmetisches Mittel nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß es außerdem
mindestens einen kosmetischen Hilfsstoff, ausgewählt
aus oberflächenaktiven Mitteln, Verdickungsmitteln,
Polymeren, lindernden Mitteln, Konservierungsmitteln,
Schaumstabilisatoren, Elektrolyten, organischen
Lösungsmitteln, silikonierten Derivaten, Ölen,
Wachsen, Antifettagenzien, Farbstoffen und Pigmenten,
enthält.
12. Kosmetisches Mittel nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 4, welches in Form eines gegebenenfalls
gefärbten kosmetischen Mittels vorliegt, das
gegenüber Licht stabilisiert ist, dadurch
gekennzeichnet, daß es ein Haarmittel
oder ein Schminkprodukt darstellt, welches 0,1 bis
10 Gew.-% Trihydroxyethylrutin in Kombination mit 0,1
bis 10 Gew.-% weiteren wasserlöslichen Sonnenfiltern,
die von Benzylidenkampfer der Formel (I) abgeleitet
sind, enthält.
13. Verfahren zum Schutze der Haut und der Haare gegen
Sonnenlicht, dadurch gekennzeichnet,
daß auf die Haut oder die Haare eine ausreichende
Menge eines kosmetischen Mittels gemäß Anspruch 1
aufgetragen wird.
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