DE3731586A1 - Gelenklager und verfahren zur herstellung desselben - Google Patents
Gelenklager und verfahren zur herstellung desselbenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Gelenklager gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Gelenklager bestehen meist aus Wälzlagerstahl,
wobei Innen- und Außenkörper spanabhebend hergestellt
werden. Diese Herstellungsweise ist zeit- und energieauf
wendig. Außerdem haben derartige Gelenklager wegen der
großen Masse des Außenkörpers ein verhältnismäßig hohes
Gewicht. Gelenklager aus Wälzlagerstahl müssen überdies
einer Korrosionsschutzbehandlung unterzogen werden, die
aufwendig und umweltbelastend ist. Die Verwendung von rost
freiem Stahl ist wegen der hohen Kosten nur in Ausnahme
fällen möglich.
Aus der DE-OS 20 62 475 ist ein Gelenklager bekannt, dessen
Außenkörper aus zwei dünnwandigen, spanlos geformten Blech
halbschalen besteht, die durch eine quer zur Lagerachse ver
laufende Fuge voneinander getrennt und von einer Blech
hülse umgeben sind und deren Innenflächen die Lagerflächen
für den Innenkörper bilden. Zur Herstellung eines derar
tigen Außenkörpers sind komplizierte Blechformungsschritte
erforderlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gelenklager
entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen,
das mit erheblich geringerem Aufwand als bisher auch in
Niro-Ausführung vollautomatisiert hergestellt werden kann
und überdies ein geringeres Gewicht als die bekannten Ge
lenklager aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen
des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Bei dem erfindungsgemäßen Gelenklager kann der Außenkörper
mit einfachen Werkzeugen aus Bandstahl beliebiger Qualität
hergestellt werden, wobei infolge der geringen Masse auch
teurere Werkstoffe, wie Niro-Stahl, verwendet werden können,
ohne die Kosten übermäßig zu erhöhen. Durch den Aufbau des
Außenkörpers aus nur zwei geometrisch sehr einfachen Teilen
ist der für die Fertigung erforderliche Maschinenpark klein;
denn es sind im wesentlichen nur Stanzwerkzeuge und Tief
ziehwerkzeuge für die Herstellung der Teile und eine Vor
richtung zum Verbinden der Teile miteinander erforderlich.
Grundsätzlich können jedoch die Teile des Außenkörpers
auch Automaten-Drehteile sein.
Vorzugsweise besteht der Außenkörper aus zwei ineinander
gesteckten und fest miteinander verbundenen, tiefgezogenen
Blechtöpfen, deren Böden mit kreisförmigen Öffnungen ver
sehen sind. Bei dieser Ausführung ergibt sich automatisch
eine Zentrierung der beiden den Außenkörper bildenden Teile
und es ist außerdem die verzugsfreie Verbindung dieser
Teile erleichtert.
Die Verbindung der Töpfe miteinander kann auf verschiedene
Weise erfolgen, z.B. durch Einpressen des Innentopfes in den
Außentopf oder durch Umbördeln des Randes des Außentopfes
über den Rand des Bodens des Innentopfes. Besonders vorteil
haft ist eine Verbindung der beiden Töpfe durch Schweißen.
Diese Verbindung sollte nur an einigen Stellen des Umfanges
erfolgen, um Verzüge zu vermeiden. Besonders bietet sich
eine Punkteschweißung, z.B. durch Laserstrahl an, die keine
nennenswerte Erwärmung der Bauteile zur Folge hat.
Nach dem Zusammenfügen der Teile zwecks Bildung des Außen
körpers und vorherigem Einlegen des Innenkörpers wird der
Zwischenraum zwischen Innen- und Außenkörper mit Kunststoff
ausgefüllt. Dabei kann der Kunststoff selbst als Lager
material dienen. Alternativ kann vorher auf den Innenkörper
eine angeformte Lagerschale, z.B. eine Folie, ein mit PTFE
gefülltes Drahtgewebe oder dergl. aufgebracht werden.
Um eine Drehung der Kunststoff-Füllung im Betrieb zu ver
meiden, ist es zweckmäßig, in der inneren Umfangsfläche
und/oder in der inneren Bodenfläche des Innentopfes Erhe
bungen oder Vertiefungen vorzusehen. Alternativ kann die
Umfangswand und/oder der Boden des Innentopfes mit Aus
sparungen versehen werden. Dadurch findet eine formschlüs
sige Verbindung der Kunststoff-Füllung mit dem Außenkörper
durch den in die Vertiefungen bzw. Aussparungen eindringen
den Kunststoff bzw. durch das Hineinragen der Erhebungen
in den eingespritzen und erhärteten Kunststoff statt.
Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines der
artigen Gelenklagers ist Gegenstand des Anspruches 10.
Wie ersichtlich, läßt sich das erfindungsgemäße Gelenklager
mit äußerst einfachen Verfahrensschritten unter Verwendung
einfacher Maschinen herstellen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 einen Längsschnitt eines Gelenklagers,
Fig. 2 eine Frontansicht des Gelenklagers von Fig. 1 von
rechts
Fig. 3 einen Teilschnitt des Außenkörpers mit Verbindung
der Blechtöpfe durch Preßsitz
Fig. 4 einen Teilschnitt des Außenkörpers mit Verbindung
der Blechtöpfe durch Bördelung,
Fig. 5 eine Frontansicht des Innentopfes von der offenen
Seite,
Fig. 6 eine Frontansicht des Innentopfes ähnlich Fig. 5
jedoch mit der Kunststoff-Füllung, in einer ersten
Abwandlung,
Fig. 7 eine Frontansicht des Innentopfes ähnlich Fig. 5
in einer zweiten Abwandlung
Fig. 8 einen Längsschnitt ähnlich Fig. 1 eines Gelenklagers
mit einer Lagerwerkstoff-Auflage auf dem Innenkörper
und
Fig. 9 bis 12 verschiedene Abwandlungen des aus zwei Teilen
bestehenden Außenkörpers im Längsschnitt.
Das in Fig. 1 dargestellte Gelenklager weist einen Außen
körper 1 auf, in dem ein sphärischer Innenkörper 2 dreh-
und schwenkbar gelagert ist. Der Außenkörper ist gebildet
von zwei Blechtöpfen 3 und 4, die ineinandergesteckt sind
und mit ihren Umfangswänden aneinanderliegen. In den
Böden 5, 6 der Töpfe 3, 4 sind kreisrunde zentrale Öffnungen
7, 8 vorgesehen, deren Ränder entsprechend der sphärischen
Krümmung der Außenfläche des Innenkörpers 2 geformt sind
und als Zentrierflächen für den Innenkörper dienen. Der
Zwischenraum zwischen der Innenfläche des inneren Topfes 4
und der Außenfläche des Innenkörpers 2 ist von einer
Kunststoff-Masse 9 ausgefüllt, die Gleiteigenschaften auf
weist.
Die Töpfe 3 und 4 werden dadurch hergestellt, daß aus einem
dünnen Blechband zunächst Ronden mit zentralen Öffnungen
ausgestanzt werden. Diese Ronden werden dann in einem Tief
ziehverfahren zu den Töpfen 3, 4 geformt, wobei gleichzeitig
die Ränder der Öffnungen 7 und 8 ihre Form erhalten. Nach
dem Einlegen des Innenkörpers 2 in den Außentopf 3 wird
der Innentopf 4 in den Außentopf 3 eingeschoben, wobei der
Innenkörper 2 durch die Ränder 7, 8 zentriert wird. Dann
werden die Töpfe 3, 4 fest miteinander verbunden. Dies kann
dadurch geschehen, daß die Umfangswände der Töpfe 3, 4 an
einzelnen, gleichmäßig über den Umfang verteilten Stellen
10 (Fig. 2) durch Punktschweißung oder durch kurze Schweiß
raupen miteinander verbunden werden. Alternativ kann die
Verbindung durch Einpressen des Innentopfes 4 in den Außen
topf 3 erfolgen, wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. Eine
andere Möglichkeit zeigt Fig. 4. Hier ist der Rand 11
des Außentopfes 3 über den Rand des Bodens des Innentopfes 4
umgebördelt.
Als nächster Arbeitsgang wird in an sich üblicher Weise
Kunststoff durch nicht dargestellte Öffnungen in den
Zwischenraum zwischen dem Außen- und dem Innenkörper ein
gespritzt. Um zu vermeiden, daß sich die Kunststoff-Füllung
9 im Betrieb drehen kann, ist eine Verdrehsicherung vorge
sehen, die so ausgebildet ist, daß sie beim Tiefziehen des
Innentopfes 4 geformt wird, so daß kein zusätzlicher Arbeits
gang benötigt wird. Die Verdrehsicherung kann unterschied
liche Form haben. In Fig. 5 ist an der inneren Umfangsfläche
12 des Innentopfes 4 mindestens eine Erhebung 13 oder ein
Mehrkant 14 angeformt, an der bzw. dem sich der erstarrte
Kunststoff in Umfangsrichtung abstützen kann. In Fig. 6
ist die Umfangswand 15 des Innentopfes 4 mit rippenförmigen
Aus- oder Einprägungen 16 bzw. 17 versehen und in Fig. 7
ist in dem Boden des Innentopfes 4 mindestens eine Rippe
oder eine Vertiefung 18 oder mindestens eine zapfenförmige
Erhebung oder mindestens ein Durchbruch 19 vorgesehen, in
die der Kunststoff eindringt. Dem gleichen Zweck dienen
Aussparungen 20 im Rand der Umfangswand 15 des Innentopfes 4.
Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 8 unterscheidet sich
von demjenigen gemäß Fig. 1 im Prinzip nur dadurch, daß
auf der Außenfläche des Innenkörpers 2 eine genau angeform
te und durch Vorspannung angelegte, wartungsfreie Lager
schale 21 z.B. aus einem mit PTFE getränkten Drahtgewebe
aus Bronze, angeordnet ist. Der Zwischenraum zwischen dieser
Lagerschale und der inneren Umfangsfläche des Innentopfes 4
ist wie im Beispiel von Fig. 1 mit Kunststoff-Masse 9
ausgefüllt.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 besteht der
Außenkörper 1′ aus zwei gleichgroßen Töpfen 22 mit kreis
förmigen Öffnungen 7, 8 in ihren Böden 5, 6, die stumpf an
einanderstoßen und miteinander beispielsweise verschweißt
sind.
Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 10 unterscheidet sich
von demjenigen gemäß Fig. 9 nur dadurch, daß die Töpfe
22′ und 23′ unterschiedliche Tiefe haben, so daß die Schweiß
naht seitlich der Quermittelebene des Außenkörpers ver
läuft.
Bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 11 und 12 ist der
Außenkörper 1′′ aus einem Topf 24 und einem Deckel 25 gebil
det, die miteinander verschweißt sind und wiederum mit
kreisförmigen Öffnungen 7, 8 versehen sind. Der Deckel 25
kann wie in Fig. 11 plan oder wie in Fig. 12 im mittleren,
mit der Öffnung 8 versehenen Bereich nach außen gekröpft
sein.
Die Herstellung der Teile 22, 23 bzw. 24, 25 des Außenkör
pers 1′ bzw. 1′′ von Fig. 10 bis 12 kann im Tiefzieh-bzw.
Stanzverfahren aus Blechen oder auch auf Drehautomaten
erfolgen.
Claims (10)
1. Gelenklager mit einem sphärischen Innenkörper, der in einem
ringförmigen Außenkörper dreh- und schwenkbar angeordnet ist
und mit einem Lagerbett aus Gleitmaterial zwischen Innen-
und Außenkörper dadurch gekennzeichnet,
daß der Außenkörper (1, 1′) lediglich aus zwei fest miteinan
der verbundenen Teilen (3, 4; 3′, 4′) besteht, die beide topf
förmig sind oder von denen das eine Teil topfförmig und das
andere Teil plattenförmig ist und daß die Stirnwände (5, 6;
5′, 6′) des so gebildeten Außenkörpers mit kreisförmigen
Öffnungen (7, 8) versehen sind, deren Ränder entsprechend der
sphärischen Krümmung des Innenkörpers (2) geformt sind und
als Zentrierfläche für denselben dienen.
2. Gelenklager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Außenkörper (1) aus zwei ineinandergesteckten, tiefgezogenen
Blechtöpfen besteht, deren Böden (5, 6) mit den kreisförmigen
Öffnungen (7, 8) versehen sind.
3. Gelenklager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Blechtöpfe (3, 4) durch Einpressen des inneren Topfes (4) in
den äußeren Topf (3) miteinander verbunden sind.
4. Gelenklager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Blechtöpfe (3, 4) durch Schweißung an einigen Stellen (10)
ihres Umfanges miteinander verbunden sind.
5. Gelenklager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Blechtöpfe (3, 4) durch Umbördeln des Randes (11) des äußeren
Topfes (3) über den Rand des Bodens (6) des inneren Topfes
(4) miteinander verbunden sind.
6. Gelenklager nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Lagerbett (9) in an sich bekannter Weise
aus Kunststoff besteht.
7. Gelenklager nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Lagerbett (21) aus einer an den Innen
körper (2) angeformten und durch Vorspannung angelegten,
wartungsfreien Einlage besteht, die mit Kunststoff (9) hinter
füllt ist.
8. Gelenklager nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenfläche der Umfangswand (12) und/oder die innere
Bodenfläche des inneren Blechtopfes (4) mit Erhebungen (13,
16) oder Vertiefungen (17, 18, 19) zur Verdrehsicherung der
Kunststoff-Füllung (9) versehen ist.
9. Gelenklager nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Umfangswand (15) und/oder der Boden des inneren Blech
topfes (4) mit Aussparungen (20) zur Verdrehsicherung der
Kunststoff-Füllung versehen ist.
10. Verfahren zur vollautomatisierten Herstellung eines Gelenk
lagers nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch
folgende Verfahrensschritte:
- a) Ausstanzen von Ronden mit zentraler Öffnung für den Innentopf und den Außentopf aus einem Stahlband.
- b) verformen der Ronden im Tiefziehverfahren zu Innen- und Außentöpfen unter gleichzeitiger sphärischer Formung der Ränder der Öffnungen.
- c) Einlegen des Innenkörpers in den Außentopf
- d) Einschieben des Innentopfes in den Außentopf
- e) Verbinden des Innentopfes mit dem Außentopf z.B. durch Punktschweißung
- f) Einspritzen von Kunststoff in den Zwischenraum zwischen dem Innenkörper und der inneren Umfangsfläche des Innen topfes, und
- g) Kalibrieren des Außendurchmessers des Außentopfes auf Paßmaß.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873731586 DE3731586A1 (de) | 1987-09-19 | 1987-09-19 | Gelenklager und verfahren zur herstellung desselben |
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Publications (1)
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| DE3731586A1 true DE3731586A1 (de) | 1989-04-06 |
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Family Applications (2)
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |