DE3728775A1 - Elektrische sicherung, insbesondere axiale kleinstsicherung mit kunststoffformkoerper, sowie verfahren zur herstellung einer sicherung - Google Patents
Elektrische sicherung, insbesondere axiale kleinstsicherung mit kunststoffformkoerper, sowie verfahren zur herstellung einer sicherungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf elektrische Sicherungen.
Stabsicherungen mit axial ausgerichteten Leitern sind
seit langem in der Sicherungstechnik bekannt. Das Sicherungs
element einer solchen Sicherung ist typischerweise ein Schmelz
draht, der innerhalb einer zylindrischen das Gehäuse der Siche
rung bildenden Buchse mittig gehaltert ist. Um das Schmelzen
des Drahtes verläßlich sicherzustellen, ist es wesentlich, daß
der Sicherungsdraht zwischen seinen Halterungspunkten die
Innenwandung der Buchse nicht berührt, und daher sind die
Enden des Schmelzdrahtes in einer solchen Art und Weise ge
haltert, daß derartige Kontakte ausgeschlossen sind. Äußere
Leiter mit Endkappen, in denen sich Lötmittel befindet, werden
verwendet, um die Drahtenden der Sicherung aufzunehmen, welche
über das Äußere der Buchsenenden herumgelegt sind. Die endgül
tige Montage besteht darin, die Endkappen über die umgelegten
Enden der Sicherungsdrähte hinweg durch Anwendung von Druck
einzupassen, woraufhin ein kurzzeitiges Erhitzen des Lötmittels
folgt, um eine gute elektrische Verbindung zwischen dem Schmelz
draht und den Endkappen zu erhalten.
Da das Sicherungsgehäuse, welches durch die Buchse ge
bildet ist, einen Isolierkörper bilden muß und für gewöhn
lich aus Keramik oder Glas besteht, zu welchen nicht ohne wei
teres Lötverbindungen hergestellt werden können, ist der einzige
wesentliche Widerstand gegenüber der Trennung der Endkappen
von der Buchse durch die Preßpassung der Endkappen auf der
Außenfläche der Buchse gegeben. Demzufolge hält ein derar
tiger Sicherungsaufbau ganz allgemein Zugbeanspruchungen
nur schlecht stand und versagt im Zugtest, wenn Zugkräfte
an die beiden Leiterenden angelegt werden. Derartige Auf
bauten sind daher auch anfällig gegenüber Korrosion, die auf
Feuchtigkeit zurückzuführen ist, und zwar wegen der freige
legten Metallendkappen und weil keine hermetische Abdichtung
vorhanden ist.
Ein weiteres Problem bei Stabsicherungen ist, daß ein
bestimmter Prozentsatz der Sicherungen fehlerhaft ist, und
zwar weil keine guten elektrischen Verbindungen zwischen
den Sicherungselementen und den Endkappen während des Lötvor
ganges hergestellt werden. Derartige Sicherungen müssen daher
aussortiert und/oder nachgebessert werden.
Bei einer bekannten Lösung der o.a. Probleme wird ein
heißschrumpfbarer Plastikschlauch über die Buchse und die
Endkappe mit ausreichender Länge gelegt, wobei der Schlauch
das innere Ende der Leiter, wenngleich lose, überlappt, und
sich über die Endkappen hinaus nach außen erstreckt. Der durch
Wärme aufgeschrumpfte Schlauch erbringt einige Verbesserungen
hinsichtlich der Festigkeit der Sicherung, erbringt jedoch nur
eine mittelmäßige Abdichtung des Innenraums der Sicherung.
Ein besonderer Nachteil dieser Konstruktion ist jedoch, daß
die Kappenenden weiterhin äußeren Einflüssen ausgesetzt sind,
und zwar weil die nur begrenzt zur Verfügung stehende
Schrumpfungsfähigkeit des Schlauches die erwünschte Endkappen
abdichtung zwischen dem Schlauch und den Leitern ausschließt.
Es ist daher notwendig, die Endkappen zu plattieren oder abzu
decken, um einen hinreichenden Korrosionswiderstand für diese
Elemente sicherzustellen. Jedoch ist der daraus resultierende
Aufbau immer noch nicht ausreichend stark, und zwar weil
bereits eine mittlere Zugkraft an den Leitern die Endkappen
so verschieben kann, daß der Sicherungsdraht bricht. Weiterhin
kann durch diese Art der Konstruktion keine Verbesserung bei
Sicherungen erzielt werden, welche wegen ungenügender
Lötverbindungen fehlerhaft sind.
Mit Hilfe einer anderen bekannten Sicherung (US-PS
43 85 281) sollen einige der o.a. Probleme gelöst werden.
Sie besteht aus einem Sicherungsstab mit einer Isolier
buchse und Endkappen, wobei die benachbarten Teile der
Leiter, die von den Endkappen vorstehen, mit einem Isolier
material hoher Bindefestigkeit, beispielsweise einem
Epoxymaterial, überzogen werden. Der Isolierüberzug deckt
die Endkappen ab und verankert diese an der das Gehäuse
bildenden Buchse. Jedoch bestehen immer noch Probleme mit
Sicherungen, die wegen schlechter Lötverbindungen fehler
haft sind. Hinzu kommt noch, daß Epoxymaterialien häufig
brechen oder bei höheren Temperaturen brüchig werden.
Gemäß der Erfindung ist eine Stabsicherung geschaffen
worden, bei welcher ein hohler zylindrischer Isolierkörper,
Endkappen oder Ringbeschläge, die die Enden des Isolier
zylinders umschließen, schmelzbare mit den Ringbeschlägen
verbundene Verbindungsteile, und leitend an Ringbeschlägen be
festigte Leiter zur Stromführung zur und von der Sicherung
in einem hochtemperaturfesten Isolierkunststoff eingeschlossen
bzw. verkapselt sind. Der Isolierkunststoff wird druch
Spritzformen aufgebracht und erhöht die Temperatur der Stab
sicherung auf einen ausreichend hohen Wert, um ein erneutes
Flüssigwerden der Lötverbindungen zu bewirken, die das
Sicherungselement mit den Ringbeschlägen oder Endkappen
verbinden. Auf diese Art und Weise kann die Herstellung
fehlerhafter Sicherungen (als Folge schlecht hergestellter
Lötverbindungen) praktisch ausgeschlossen werden. Weitere
Vorteile, die auf die Verwendung von Spritzkunststoffüber
zügen für Stabsicherungen zurückzuführen sind, sind die
Erhöhung der dimensionellen Stabilität des Endproduktes
und eine bemerkenswerte Verbesserung des Betriebsverhaltens
der Sicherung, und zwar sowohl in der mechanischen Festig
keit als auch hinsichtlich eines verbesserten Kurzschluß
verhaltens.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung
beispielsweise erläutert:
Fig. 1 ist eine Teillängsansicht einer bekannten
Stabsicherung.
Fig. 2 ist eine Teilquerschnittsansicht der in Fig. 1
gezeigten Sicherung, nachdem jedoch ein Plastik
überzug mit hoher Haftfestigkeit angebracht
worden ist.
Fig. 3 zeigt die Beziehung zwischen Strom und Spannung
in Abhängigkeit von der Zeit für eine bekannte
Sicherung und eine Sicherung gemäß der vorlie
genden Erfindung.
Bei der in Fig. 1 gezeigten bekannten Sicherung wird
eine bestimmte Länge eines Schmelzdrahtes 1 zwischen den
Enden einer anfänglich offenen Zylinderbuchse 2 ver
mittels eines Paares von tassenförmigen Endkappen 3 gehaltert,
wobei jede Kappe mit einer inneren Ausnehmung zur Aufnahme
eines Endes der Buchse 2 über eine Preßpassung ausgebildet
ist Ein Lötmittelkörper 4 in jeder Kappe 3 wird erhitzt, um
den Schmelzdraht 1 zu benetzen und ihn an den Endkappen 3
zu befestigen. Mit Schultern ausgebildete Verbindungsleiter
5 passen durch die Mitte der Kappen 3 hindurch und werden vor
der Montage des Sicherungsaufbaus dort durch Einstecken be
festigt.
Fig. 2 zeigt die bevorzugte Ausführungsform der Erfin
dung bei welcher die in Fig 1 gezeigte Sicherung mit
einem Kunststoffmaterial hoher Bindefestigkeit oder dergl.
überzogen worden ist, um eine verbesserte strukturelle Festig
keit zu erzielen und darüberhinaus eine vollständige Abdich
tung der Buchse 2 und der Endkappen 3 gegenüber nachteiligen
Feuchtigkeitseinflüssen zu erzielen. Bei der bevorzugten Aus
führungsform der Erfindung wird die Sicherung in eine Form
gebracht, und es wird Kunststoff in die Form eingespritzt,
so daß dieser die Stabsicherung umgibt. Es handelt sich um
ein in der Technik bekanntes Spritzverfahren.
Eine Anzahl von im Handel erhältlichen Kunststoffen
stehen im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
zur Verfügung. Um jedoch eine erneute Verflüssigung des
Kappenteils 4 sicherzustellen, sollte der verwendete
Kunststoff bei einer Temperatur oberhalb ungefähr 104°C
eingspritzt werden.
Die Verwendung von spritzgeformten Kunststoffüber
zügen hat verschiedene bemerkenswerte Vorteile erbracht.
Beispielsweise können durch Verwendung einer Form für
Spritzkunststoff Toleranzen des Zylinderkörpers in der
Größenordnung von ±0,05 mm erreicht werden. Bei bekannten
Sicherungen liegt die Toleranz bei ±=,5mm.
Ein weiterer Vorteil hat sich durch Verwendung von
spritzgeformten Kunststoffkörpern herausgestellt, und zwar
eine Erhöhung der Schlag- und Biegefestigkeit der Siche
rungen. Es wurde gefunden, daß Kunststofformkörper in der
beschriebenen Art Innendrücken widerstehen können, die im
Inneren einer Sicherung auftreten, wenn dort bei einer Spannung
von 125V ein Kurzschlußstrom von 50A bei einem Leistungs
faktor von 0,97 fließt. Die durch eine solche Überlast
erzeugten inneren Drücke würden für gewöhnlich einen
Bruch von Epoxydharzsicherungen bedingen. Dies ist jedoch
auf die geringere mechanische Festigkeit von Epoxy-Überzügen
zurückzuführen.
Ein neuer und gewissermaßen unerwarteter Vorteil einer
Kunststoff überzogenen Sicherung im Vergleich zu bekannten
Sicherungen mit Buchsen und auch zu Sicherungen mit Epoxyd
überzügen ist das vemerkenswert verbesserte Kurzschlußstrom
verhalten. Wie Fig. 3 zeigt, ist das Verhalten einer mit
Kunststoff überzogenen Sicherung bemerkenswert besser als
das vergleichbare Verhalten einer mittels Epoxyd überzogenen
Sicherung. Bei den durchgeführten Versuchen, deren Ergebnisse in
Fig. 3 wiedergegeben sind, wurde eine mit Epoxyd überzogene
Sicherung und eine mit Kunststoff überzogene Sicherung gemäß
der vorliegenden Erfindung einem Kurzschlußstromtest ausgesetzt,
bei welchem bei 125V und einem 0,97 Leistungsfaktor ein
Strom von 50A floß. Strom und Spannung für die Siche
rung gemäß der Erfindung sind mit 22 bzw. 24 bezeichnet.
Mit 32 und 34 sind Strom und Spannung für eine mit
Epoxymaterial überzogene bekannte Sicherung bezeichnet.
Die bedeutsamste Information, die diese Kurven wieder
geben, ist der i2t-Wert von dem Zeitpunkt an, an dem die
Sicherung öffnet. Diesem Wert entspricht die Fläche unter
halb der Stromkurve, und zwar beginnend mit dem Zeitpunkt,
an dem die Kurzschlußunterbrechung erfolgt. Bei den durch
geführten Versuchen, deren Ergebnisse in der Fig. 3 ge
zeigt sind, beträgt dieser Wert 4,38 A2s für die Sicherung
gemäß der Erfindung, für die bekannte Sicherung hingegen
9,53A2s.
Es ist leicht ersichtlich, daß ein aus Kunststoff ge
formter Sicherungskörper ein bemerkenswert verbessertes
Kurzschlußstromverhalten zeigt, daß das erneute Flüssig
werden der Lötverbindung während des Spritzvorganges die
Zahl der auszusondernden Sicherungen verringert, daß eine
erhöhte strukturelle Festigkeit erzielt werden kann und daß
die Sicherung gegenüber Flüssig- und Feuchtigkeit abgedichtet
ist.
Es wird darauf hingewiesen, daß anstelle des Kunststoff
materials auch andere hochtemperaturbeständige Materialien
verwendet werden können, durch deren Einsatz die Lötver
bindungen erneut erschmolzen werden und eine mechanische
Festigkeit und Stabilität erzeugt wird, und zwar nicht nur
bei Stabsicherungen sondern auch bei anderen Arten von
Sicherungen.
Claims (4)
1. Sicherung mit verbessertem Kurzschlußstromverhalten,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Kunststoffüberzug die inneren
Teile der Sicherung umschließt.
2. Sicherung, aufweisend
ein an gegenüberliegenden Enden offenes Isolier gehäuse in der Form einer zylindrischen Buchse;
ein in dem Gehäuse untergebrachtes Schmelzelement;
ein Paar Endkappen, die jeweils die Enden der Buchse abschließen, die Enden des Schmelzelementes festlegen und eine elektrische Verbindung zu diesen herstellen, wobei jede Kappe tassenförmig um eine zylindrische Aus nehmung bildend und das eine Ende der Buchse aufnehmend ausgestaltet ist und einen äußeren Leiter aufweist, der an der Kappe befestigt ist, von dorther nach außen vorsteht und eine elektrische Verbindung zum Schmelz element herstellt; wobei jede Kappe eine bestimmte Menge an Lötmaterial enthält, welches erschmolzen wird, um einen elektrischen Kontakt zwischen den Endkappen und den Enden des Schmelzelementes herzustellen, wobei sich ferner das Schmelzelement diagonal über die Länge des Gehäuses bzw. der Buchse erstreckt und an jedem Ende einen Teil aufweist, der über das offene Ende der Buchse hinausgeht, über einen Teil des äußeren Um fanges der Buchse zurückgelegt ist und zwischen den Buchsenenden und den Kappenenden zu liegen kommt;
und eine haftende ausgebildete, isolierende hochtemperaturbeständige Überzugsschicht, die außen die Buchse, die Endkappen und die Leitern umgibt und die Buchse, die beiden Endkappen und einen Teil der Leiter in der Nähe der Endkappen ab deckt, abdichtet und fest miteinander verbindet.
ein an gegenüberliegenden Enden offenes Isolier gehäuse in der Form einer zylindrischen Buchse;
ein in dem Gehäuse untergebrachtes Schmelzelement;
ein Paar Endkappen, die jeweils die Enden der Buchse abschließen, die Enden des Schmelzelementes festlegen und eine elektrische Verbindung zu diesen herstellen, wobei jede Kappe tassenförmig um eine zylindrische Aus nehmung bildend und das eine Ende der Buchse aufnehmend ausgestaltet ist und einen äußeren Leiter aufweist, der an der Kappe befestigt ist, von dorther nach außen vorsteht und eine elektrische Verbindung zum Schmelz element herstellt; wobei jede Kappe eine bestimmte Menge an Lötmaterial enthält, welches erschmolzen wird, um einen elektrischen Kontakt zwischen den Endkappen und den Enden des Schmelzelementes herzustellen, wobei sich ferner das Schmelzelement diagonal über die Länge des Gehäuses bzw. der Buchse erstreckt und an jedem Ende einen Teil aufweist, der über das offene Ende der Buchse hinausgeht, über einen Teil des äußeren Um fanges der Buchse zurückgelegt ist und zwischen den Buchsenenden und den Kappenenden zu liegen kommt;
und eine haftende ausgebildete, isolierende hochtemperaturbeständige Überzugsschicht, die außen die Buchse, die Endkappen und die Leitern umgibt und die Buchse, die beiden Endkappen und einen Teil der Leiter in der Nähe der Endkappen ab deckt, abdichtet und fest miteinander verbindet.
3. Sicherung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die hochtemperaturfeste Überzugsschicht aus Kunst
stoff besteht.
4. Verfahren zur Herstellung einer stabförmigen elek
trischen Sicherung, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherung
durch einen Spritzformgebungsvorgang mit einem gleichförmigen
bzw. einheitlichen Kunststoffkörper verkapselt wird und dabei die
Lötverbindungen wieder verflüssigt werden.
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| DE3728775C2 DE3728775C2 (de) | 1989-04-13 |
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