DE3724189A1 - 9-halogen-(z)-(delta)(pfeil hoch)4(pfeil hoch)-prostaglandinderivate, verfahren zu ihrer herstellung und ihrer verwendung als arzneimittel - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft neue 9-Halogen-(Z)-Δ⁴-prostaglandinderivate,
Verfahren zu ihrer Herstellung sowie ihre Verwendung als Arzneimittel.
Aus dem sehr umfangreichen Stand der Technik der Prostaglandine und ihrer Analoga
weiß man, daß diese Stoffklasse aufgrund ihrer biologischen und pharmakologischen
Eigenschaften zur Behandlung von Säugetieren, einschließlich des
Menschen, geeignet ist. Ihre Verwendung als Arzneimittel stößt jedoch häufig
auf Schwierigkeiten. Die meisten natürlichen Prostaglandine besitzen eine für
therapeutische Zwecke zu kurze Wirkungsdauer, da sie zu rasch durch verschiedene
enzymatische Prozesse metabolisch abgebaut werden. Alle Strukturveränderungen
haben das Ziel, die Wirkungsdauer sowie die Selektivität der Wirksamkeit
zu steigern.
Es wurde nun gefunden, daß die neuen 9-Halogen-(Z)-Δ⁴-prostaglandinderivate
eine hervorragende Wirkungsspezifität, bessere Wirksamkeit, längere Wirkungsdauer
als natürliche Prostaglandine und deren Derivate besitzen und besonders
für die orale Applikation geeignet sind.
Die Erfindung betrifft 9-Halogen-(Z)-Δ⁴-prostaglandinderivate der Formel I
worin
Halein α- oder β-ständiges Chlor- oder Fluoratom,
R₁den Rest -CH₂OH oder
mit R₂ in der Bedeutung eines Wasserstoffatoms,
eines Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl- oder heterocyclischen Restes oder
R₁ den Rest
mit R₃ in der Bedeutung eines Säurerestes oder des
Restes R₂ und
Aeine -CH₂-CH₂-, eine trans-CH=CH- oder eine -C≡C-Gruppe,
Weine freie oder funktionell abgewandelte Hydroxymethylengruppe oder eine
freie oder funktionell abgewandelte
wobei die jeweiligen OH-Gruppen α- oder β-ständig
sein können,
D und Egemeinsam eine direkte Bindung oder
Deine geradkettige mit 1-10, eine verzweigtkettige mit 2-10 oder eine ringförmige
Alkylengruppe mit 3-10 C-Atomen, die gegebenenfalls durch Fluoratome
substituiert ist, und
Eein Sauerstoff- oder Schwefelatom, eine direkte Bindung, eine -C≡C-Bindung
oder eine -CR₆=CR₇-Gruppe darstellt, wobei R₆ und R₇ sich unterscheiden und
ein Wasserstoffatom, ein Chloratom oder eine C₁-C₄-Alkylgruppe bedeuten,
R₄eine freie oder funktionell abgewandelte Hydroxygruppe,
R₅ein Wasserstoffatom, eine Alkyl-, eine Halogensubstituierte Alkyl-, eine
Cycloalkyl-, eine gegebenenfalls substituierte Aryl- oder eine heterocyclische
Gruppe, und falls R₂ die Bedeutung eines Wasserstoffatoms hat, deren
Salze mit physiologisch verträglichen Basen bedeuten und deren Cyclodextrinchlathrate.
Als Alkylgruppen R₂ sind gerade oder verzweigte Alkylgruppen mit 1-10 C-Atomen
zu betrachten, wie beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Isobutyl,
tert.-Butyl, Pentyl, Neopentyl, Hexyl, Heptyl, Decyl. Die Alkylgruppen R₂ können
gegebenenfalls ein- bis mehrfach substituiert sein durch Halogenatome,
Alkoxygruppen, gegebenenfalls substituierte Aryl- bzw. Aroylgruppen, Dialkylamino
und Trialkylammonium, wobei die einfache Substitution bevorzugt sein
soll. Als Substituenten seien beispielsweise genannt Fluor, Chlor oder Brom,
Phenyl, Dimethylamino, Diethylamino, Methoxy, Ethoxy. Als bevorzugte Alkylgruppen
R₂ sind solche mit 1-4 C-Atomen, wie z. B. Methyl, Ethyl, Propyl, Dimethylaminopropyl,
Isobutyl, Butyl zu nennen.
Als Arylgruppen R₂ kommen sowohl substituierte wie auch unsubstituierte Arylgruppen
in Betracht, wie beispielsweise Phenyl, 1-Naphthyl und 2-Naphthyl, die
jeweils substituiert sein können durch 1-3 Halogenatome, eine Phenylgruppe,
1-3 Alkylgruppen mit jeweils 1-4 C-Atomen, eine Chlormethyl-, Fluormethyl-,
Trifluormethyl-, Carboxy-, Hydroxy- oder Alkoxygruppe mit 1-4 C-Atomen. Bevorzugt
sind die Substituenten in 3- und 4-Stellung am Phenylring, zum Beispiel
durch Fluor, Chlor, Alkoxy oder Trifluormethyl oder in 4-Stellung durch Hydroxy.
Die Cycloalkylgruppe R₂ kann im Ring 3-10, vorzugsweise 5 und 6 Kohlenstoffatome
enthalten. Die Ringe können durch Alkylgruppen mit 1-4 Kohlenstoffatomen substituiert
sein. Beispielsweise seien genannt Cyclopentyl, Cyclohexyl, Methylcyclohexyl
und Adamantyl.
Als heterocyclische Gruppen R₂ kommen 5- und 6-gliedrige Heterocyclen in Frage,
die wenigstens 1 Heteroatom, vorzugsweise Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel
enthalten. Beispielsweise seien genannt 2-Furyl, 2-Thienyl, 2-Pyridyl, 3-Pyridyl,
4-Pyridyl, Oxazolyl, Thiazolyl, Pyrimidinyl, Pyridazinyl, Pyrazinyl, 3-Furyl,
3-Thienyl, 2-Tetrazolyl u. a.
Als Säurerest R₃ kommen physiologisch verträgliche Säurereste in Frage. Als
Säuren sind organische Carbonsäuren und Sulfonsäuren mit 1-15 Kohlenstoffatomen
geeignet, die der aliphatischen, cycloaliphatischen, aromatischen, aromatisch-aliphatischen
und heterocyclischen Reihe angehören. Diese Säuren können gesättigt,
ungesättigt und/oder mehrbasisch und/oder in üblicher Weise substituiert
sein. Als Beispiele für die Substituenten seien Alkyl-, Hydroxy-, Alkoxy-,
Oxo- oder Aminogruppen oder Halogenatome erwähnt. Beispielsweise seien
folgende Carbonsäuren genannt: Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure,
Isobuttersäure, Valeriansäure, Isovaleriansäure, Capronsäure, Önanthsäure,
Caprylsäure, Pelargonsäure, Caprinsäure, Undecylsäure, Laurinsäure,
Tridecylsäure, Myristinsäure, Pentadecylsäure, Trimethylessigsäure, Diethylessigsäure,
tert.-Butylessigsäure, Cyclopropylessigsäure, Cyclopentylessigsäure,
Cyclohexylessigsäure, Cyclopropancarbonsäure, Cyclohexancarbonsäure,
Phenylessigsäure, Phenoxyessigsäure, Methoxyessigsäure, Ethoxyessigsäure,
Mono-, Di- und Trichloressigsäure, Aminoessigsäure, Diethylaminoessigsäure,
Piperidinoessigsäure, Morpholinoessigsäure, Milchsäure, Bernsteinsäure, Adipinsäure,
Benzoesäure, mit Halogen-, Trifluormethyl-, Hydroxy-, Alkoxyl- oder Carboxy-Gruppen
substituierte Benzoesäuren, Nikotinsäure, Isonikotinsäure, Furan-2-carbonsäure,
2-carbonsäure, Cyclopentylpropionsäure. Als bevorzugte Acylreste werden solche
mit bis zu 10 Kohlenstoffatomen betrachtet. Als Sulfonsäuren kommen beispielsweise
Alkansulfonsäuren mit 1-10 C-Atomen wie z. B. Methansulfonsäure, Ethansulfonsäure,
Isopropansulfonsäure und Butansulfonsäure sowie β-Chlorethansulfonsäure,
Cyclopentansulfonsäure, Cyclohexansulfonsäure, Benzolsulfonsäure,
p-Toluolsulfonsäure, p-Chlorbenzolsulfonsäure, N,N-Dimethylaminosulfonsäure,
N,N-Diethylaminosulfonsäure, N,N-Bis(βchlorethyl)-aminosulfonsäure, N,N-Diisobutylaminosulfonsäure,
N,N-Dibutylaminosulfonsäure, Pyrrolidino-, Piperidino-,
Piperazino-, N-Methylpiperazino- und Morpholinosulfonsäure in Frage. Besonders
bevorzugt sind Acylreste bzw. Akansulfonsäurereste mit 1-4 C-Atomen.
Die Hydroxygruppen in W und R₄ können funktionell abgewandelt sein, beispielsweise
durch Veretherung oder Veresterung, wobei auch die abgewandelte Hydroxygruppe
in W α- oder β-ständig sein kann, wobei freie Hydroxygruppen bevorzugt
sind.
Als Ether- und Acylreste kommen die dem Fachmann bekannten Reste in Betracht.
Bevorzugt sind leicht abspaltbare Etherreste, wie beispielsweise der Tetrahydropyranyl-,
Tetrahydrofuranyl-, α-Ethoxyethyl-, Trimethylsilyl-, Dimethyl-tert.-butyl-silyl-,
Dimethyl-thexyl-silyl-, Diphenyl-tert.-butyl-silyl- und
Tribenzyl-silylrest. Als Acylreste kommen die gleichen wie für R₃ unter organischen
Carbonsäuren genannt in Frage, namentlich genannt seien beispielsweise
Acetyl, Propionyl, Butyryl und Benzoyl.
Als Alkyl- und Alkenylgruppen R₅ kommen gerad- und verzweigtkettige Alkyl- mit
1-10 und Alkenylreste mit 2-10, insbesondere 1-6 bzw. 2-6 C-Atomen, in Frage,
die gegebenenfalls durch gegebenenfalls substituiertes Phenyl, Alkyl mit 1-4
C-Atomen oder Halogen substituiert sein können. Beispielsweise genannt seien
Methyl, Ethyl, Propyl, Isobutyl, tert.-Butyl, Pentyl, Hexyl, Heptyl, Octyl,
Butenyl, Isobutenyl, Propenyl, Pentenyl, Hexenyl sowie Benzyl, und für den
Fall, daß D und E gemeinsam eine Direktverbindung bedeuten, gegebenenfalls in
1-Stellung durch Fluor oder C₁-C₄-Alkyl substituiertes Alkinyl mit 2-6 C-Atomen.
Als Alkinylreste kommen in Betracht: Ethinyl, Propin-1-yl, Propin-2-yl,
1-Methylpropin-2-yl, 1-Fluorpropin-2-yl, 1-Ethylpropin-2-yl, 1-Fluorbutin-2-yl,
Butin-2-yl, Butin-3-yl, 1-Methyl-butin-3-yl, 1-Methylpentin-3-yl, 1-Fluor-pentin-3-yl,
1-Methyl-pentin-2-yl, 1-Fluorpentin-2-yl, 1-Methylpentin-4-yl, 1-Fluorpentin-4-yl,
Hexin-1-yl, 1-Methylhexin-2-yl, 1-Fluorhexin-2-yl, 1-Methylhexin-3-yl,
1-Methylhexin-4-yl, Hexin-3-yl, 1,1-Dimethylpropin-2-yl, 1,1-Dimethylbutin-3-yl,
1,1-Dimethylpentin-3-yl, 1,1-Dimethylpentin-4-yl, 1,1-Dimethylhexin-3-yl,
1,1-Dimethylhexin-4-yl usw.
Für Halogen als Substituent der Alkyl- und Alkenylgruppen R₅ kommen Brom, Chlor
und Fluor in Betracht. Bevorzugt sind Chlor und Fluor.
Die Cycloalkylgruppe R₅ kann im Ring 3-10, vorzugsweise 3-6 Kohlenstoffatome
enthalten. Die Ringe können durch Alkylgruppen mit 1-4 Kohlenstoffatomen substituiert
sein. Beispielsweise genannt seien Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl,
Cyclohexyl, Methyl-cyclohexyl und Adamantyl.
Als substituierte bzw. unsubstituierte Arylgruppen R₅ kommen beispielsweise in
Betracht: Phenyl, 1-Naphthyl und 2-Naphthyl, die jeweils substituiert sein
können durch 1-3 Halogenatome, eine Phenylgruppe, 1-3 Alkylgruppen mit jeweils
1-4 C-Atomen, eine Chlormethyl-, Fluormethyl-, Trifluormethyl-, Carboxyl-,
Alkoxy- oder Hydroxygruppe. Bevorzugt ist die Substitution in 3- und 4-Stellung
am Phenylring zum Beispiel durch Fluor, Chlor, Alkoxy oder Trifluormethyl oder
in 4-Stellung durch Hydroxy.
Als heterocyclische Gruppen R₅ kommen 5- und 6-gliedrige Heterocyclen in Frage,
die wenigstens 1 Heteroatom, vorzugsweise Stickstoff, Sauerstoff oder Schwefel
enthalten. Beispielsweise seien genannt 2-Furyl, 2-Thienyl, 2-Pyridyl, 3-Pyridyl,
4-Pyridyl, Oxazolyl, Thiazolyl, Pyrimidinyl, Pyridazinyl, Pyrazinyl, 3-Furyl,
3-Thienyl, u. a.
Als Alkylengruppe D kommen geradkettige oder verzweigtkettige, ringförmige,
gesättigte und ungesättigte Alkylenreste, vorzugsweise gesättigte mit 1-10,
insbesondere 1-5 C-Atomen, in Frage, die gegebenenfalls durch Fluoratome substituiert
sein können. Beispielsweise seien genannt: Methylen, Fluormethylen,
Difluormethylen, Ethylen, 1,2-Propylen, Ethylethylen, Trimethylen, Tetramethylen,
Pentamethylen, 1,1-Difluorethylen, 1-Fluorethylen, 1-Methyltetramethylen,
1-Methyl-tri-methylen, 1-Methylen-ethylen, 1-Methylen-tetramethylen, 1-Methyl-trimethylen,
2-Methyl-tetramethylen, 1,1-Trimethylen-ethylen, 1,2-Methylenethylen.
Wenn eine Doppelbindung vorliegt, befindet sie sich in den Alkylenresten
in 2-, 3- oder 4-Stellung.
Zur Salzbildung sind anorganische und organische Basen geeignet, wie sie dem
Fachmann zur Bildung physiologisch verträglicher Salze bekannt sind. Beispielsweise
seien genannt Alkalihydroxide, wie Natrium- und Kaliumhydroxid, Erdalkalihydroxide,
wie Calciumhydroxid, Ammoniak, Amine, wie Ethanolamin, Diethanolamin,
Triethanolamin, N-Methylglucamin, Morpholin, Tris-(hydroxymethyl)-methylamin
usw.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen
9-Halogen-(Z)-Δ⁴-prostanderivate der Formel I, dadurch gekennzeichnet,
daß man in an sich bekannter Weise eine Verbindung der Formel II
worin
die 9-OH-Gruppe α- oder β-ständig sein kann und
die 9-OH-Gruppe α- oder β-ständig sein kann und
R₁den Rest
mit R₂ in der Bedeutung von Alkyl, Cycloalkyl, Aryl oder
heterocyclischer Rest oder den Rest
mit R₃ in der Bedeutung eines
Säurerestes, eines Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl- oder eines heterocyclischen
Restes darstellt und A, D, E und R₅ die bereits oben angegebenen Bedeutungen
haben, nach vorherigem Schutz freier OH-Gruppen in R₄ und W.
- a) über einen intermediären Sulfonsäureester mit einem Halogenid der allgemeinen Formel III, R₈X (III),worin R₈ die Bedeutung Lithium, Natrium, Kalium oder Tetraalkyl- bzw. Trialkylbenzyl-ammonium mit Alkyl als gesättigten C₁-C₆-Rest und X die Bedeutung Fluor oder Chlor hat, oder
- b) mit dem Reagenz Diethylaminoschwefeltrifluorid (DAST) zu Verbindungen der Formel I, worin Hal ein a- oder β-ständiges Fluoratom ist, oder mit Tetrachlorkohlenstoff bzw. Hexachlorethan/Triphenylphosphin zu Verbindungen der Formel I, worin Hal ein α- oder β-ständiges Chloratom ist, umsetzt und anschließend in beliebiger Reihenfolge geschützte Hydroxygruppen freisetzt und oder freie Hydroxygruppen verestert, veräthert und/oder Doppelbindungen hydriert und/oder eine veresterte Carboxylgruppe verseift und/oder eine freie Carboxylgruppe (R₂ = H) in ein Amid überführt und/oder eine freie oder veresterte Carboxylgruppe reduziert.
Die Umsetzung der Verbindungen der Formel II zu den Verbindungen der Formel I
erfolgt zunächst durch Überführung mit einem Sulfonsäurechlorid oder Sulfonsäureanhydrid
in einen Sulfonsäureester in der für den Fachmann bekannten Weise
und anschließender Umsetzung mit einem Halogenid der Formel III in einem inerten
Lösungsmittel wie beispielsweise Benzol, Toluol, Diethylether, Tetrahydrofuran,
Methylenchlorid, Acetonitril, Dimethylformamid bei Temperaturen zwischen
0°C und 100°C, vorzugsweise 20°C bis 70°C.
Die Umsetzung der Verbindungen der Formel II zu den Verbindungen der Formel I
mit Tetrachlorkohlenstoff und Triphenylphosphin oder Hexachlorethan/Triphenylphosphin
erfolgt in einem inerten Lösungsmittel wie beispielsweise Dimethylformamid,
Dimethylacetamid, Acetonitril, Methylenchlorid bei Temperaturen
zwischen 0°C und 80°C, vorzugsweise 20°C bis 45°C in Gegenwart einer Base wie
beispielsweise Pyridin, Triethylamin usw.
Die Umsetzung der Verbindungen der Formel II zu den Verbindungen der Formel I
mit Hal in der Bedeutung eines Fluoratoms erfolgt mit Diethylaminoschwefeltrifluorid
in einem Lösungsmittel wie beispielsweise Dichlormethan bei Temperaturen
zwischen -120°C und 0°C, vorzugsweise bei -70°C, gegebenenfalls in Gegenwart
einer tertiären Base wie beispielsweise Pyridin.
Setzt man einen Alkohol der Formel II mit einer β-ständigen 9-Hydroxygruppe
ein, so erhält man Verbindungen der Formel I mit 9-α-ständigem Halogenatom,
setzt man einen Alkohol mit einer α-ständigen Hydroxygruppe ein, so erhält man
Verbindungen mit 9-β-ständigem Halogenatom.
Die Reduktion zu den Verbindungen der Formel I mit R₁ in der Bedeutung einer
-CH₂OH-Gruppe wird mit einem für die Reduktion von Estern oder Carbonsäuren
geeigneten Reduktionsmittel wie beispielsweise Lithiumaluminiumhydrid, Diisobutylaluminiumhydrid
usw. durchgeführt. Als Lösungsmittel kommen Diethylether,
Tetrahydrofuran, Dimethoxyethan, Toluol usw. in Frage. Die Reduktion wird bei
Temperaturen von -30°C bis zur Siedetemperatur des verwendeten Lösungsmittels,
vorzugsweise 0°C bis 30°C vorgenommen.
Die Freisetzung der funktionell abgewandelten Hydroxygruppen erfolgt nach bekannten
Methoden. Beispielsweise wird die Abspaltung von Hydroxyschutzgruppen,
wie beispielsweise des Tetrahydropyranylrestes, in einer wäßrigen Lösung einer
organischen Säure, wie z. B. Oxalsäure, Essigsäure, Propionsäure u. a., oder in
einer wäßrigen Lösung einer anorganischen Säure, wie z. B. Salzsäure, durchgeführt.
Zur Verbesserung der Löslichkeit wird zweckmäßigerweise ein mit Wasser
mischbares inertes organisches Lösungsmittel zugesetzt. Geeignete organische
Lösungsmittel sind z. B. Alkohole, wie Methanol und Ethanol, und Ether, wie Dimethoxyethan,
Dioxan und Tetrahydrofuran. Tetrahydrofuran wird bevorzugt angewendet.
Die Abspaltung wird vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 20°C und
80°C durchgeführt.
Die Verseifung der Acylgruppen erfolgt beispielsweise mit Alkali- oder Erdalkali-carbonaten
oder -hydroxyden in einem Alkohol oder in der wäßrigen Lösung
eines Alkohols. Als Alkohole kommen aliphatische Alkohole in Betracht, wie z. B.
Methanol, Ethanol, Butanol usw. vorzugsweise Methanol. Als Alkalicarbonate und
-hydroxyde seien Kalium- und Natriumsalze genannt. Bevorzugt sind die Kaliumsalze.
Als Erdalkalicarbonate und -hydroxyde sind beispielsweise Calciumcarbonat,
Calciumhydroxyd und Bariumcarbonat. Die Umsetzung erfolgt bei -10°C bis
+70°C, vorzugsweise bei +25°C.
Die Einführung der Estergruppe
für R₁, bei welcher R₂ eine Alkylgruppe
mit 1-10 C-Atomen darstellt, erfolgt nach den dem Fachmann bekannten Methoden.
Die 1-Carboxy-Verbindungen werden beispielsweise mit Diazokohlenstoffen in an
sich bekannter Weise umgesetzt. Die Veresterung mit Diazokohlenwasserstoffen
erfolgt z. B. dadurch, daß man eine Lösung des Diazokohlenwasserstoffes in einem
inerten Lösungsmittel, vorzugsweise in Diethylether, mit der 1-Carboxyverbindung
in dem gleichen oder in einem anderen inerten Lösungsmittel, wie z. B.
Methylenchlorid, vermischt. Nach beendeter Umsetzung in 1 bis 30 Minuten wird
das Lösungsmittel entfernt und der Ester in üblicher Weise gereinigt. Diazoalkane
sind entweder bekannt oder können nach bekannten Methoden hergestellt werden
[Org. Reactions Bd. 8, Seiten 389-394 (1954)].
Die Einführung der Estergruppe
für R₁, bei
welcher R₂ eine substituierte oder unsubstituierte Arylgruppe
darstellt, erfolgt nach den dem Fachmann bekannten
Methoden. Beispielsweise werden die 1-Carboxyverbindungen
mit den entsprechenden Arylhydroxyverbindungen
mit Dicyclohexylcarbodiimid in Gegenwart einer
geeigneten Base, beispielsweise Pyridin, DMAP, Triethylamin,
in einem inerten Lösungsmittel umgesetzt. Als
Lösungsmittel kommen Methylenchlorid, Ethylenchlorid,
Chloroform, Essigester, Tetrahydrofuran, vorzugsweise
Chloroform in Frage. Die Reaktion wird bei Temperaturen
zwischen -30°C und +50°C, vorzugsweise bei 10°C,
durchgeführt.
Die Prostaglandinderivate der Formel I mit R₂ in der
Bedeutung eines Wasserstoffatoms können mit geeigneten
Mengen der entsprechenden anorganischen Base unter
Neutralisierung in ein Salz überführt werden. Beispielsweise
erhält man beim Lösen der entsprechenden PG-Säuren
in Wasser, das die stöchiometrische Menge der Base enthält,
nach Abdampfen des Wassers oder nach Zugabe eines
mit Wasser mischbaren Lösungsmittels, z. B. Alkohol
oder Aceton, das feste anorganische Salz.
Zur Herstellung eines Aminsalzes, die in üblicher Weise
erfolgt, wird die PG-Säure z. B. in einem geeigneten Lösungsmittel,
beispielsweise Ethanol, Aceton, Diethylether,
Acetonitril oder Benzol gelöst und mindestens die stöchiometrische
Menge des Amins dieser Lösung zugesetzt.
Dabei fällt das Salz gewöhnlich in fester Form an oder
wird nach Verdampfen des Lösungsmittels in üblicher Weise
isoliert.
Die Einführung der Amidgruppe
für R₁ erfolgt nach
den dem Fachmann bekannten Methoden. Die Carbonsäuren
der Formel I (R₂=H), werden zunächst in Gegenwart
eines tertiären Amins, wie beispielsweise Triethylamin,
mit Chlorameisensäureisobutylester in das gemischte
Anhydrid überführt. Die Umsetzung des gemischten Anhydrids
mit dem Alkalisalz des entsprechenden Amids oder
mit Ammoniak (R₃=H) oder des entsprechenden Amins erfolgt in
einem inerten Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch, wie
beispielsweise Tetrahydrofuran, Dimethoxyethan, Dimethylformamid,
Hexamethylphosphorsäuretriamid, bei Temperaturen zwischen -30°C
und +60°C, vorzugsweise bei 0°C bis 30°C.
Eine weitere Möglichkeit für die Einführung der Amidgruppe
für R₁ mit R₃ in der Bedeutung eines Säurerestes besteht
in der Umsetzung einer 1-Carbonsäure der Formel I
(R₂=H), in der freie Hydroxygruppen gegebenenfalls intermediär
geschützt sind, mit Verbindungen der Formel IV
O=C=N-R₃ (IV),
worin R₃ die obenangegebene Bedeutung hat.
Die Umsetzung der Verbindung der Formel I
(R₂=H) mit einem Isocyanat der Formel IV
folgt gegebenenfalls unter Zusatz eines tertiären Amins,
wie z. B. Triethylamin oder Pyridin. Die Umsetzung kann
ohne Lösungsmittel oder in einem inerten Lösungsmittel,
vorzugsweise Acetonitril, Tetrahydrofuran, Aceton, Dimethylacetamid,
Methylenchlorid, Diethylether, Toluol, bei
Temperaturen zwischen -80°C bis 100°C, vorzugsweise bei
0 bis 30°C, vorgenommen werden.
Enthält das Ausgangsprodukt OH-Gruppen im Prostanrest,
so werden diese OH-Gruppen auch zur Reaktion gebracht.
Werden letztlich Endprodukte gewünscht, die freie Hydroxylgruppen
im Prostanrest enthalten, geht man zweckmäßigerweise
von Ausgangsprodukten aus, in denen diese
durch vorzugsweise leicht abspaltbare Ether- oder Acylreste
intermediär geschützt sind.
Die als Ausgangsmaterial dienenden Verbindungen der
Formel II mit einer 9α-Hydroxygruppe sind entweder
bekannt oder können nach dem in DE-OS 23 17 019 und 23 20 552
angegebenen Verfahren hergestellt werden.
Die Verbindungen der Formel II mit einer 9b-Hydroxygruppe
erhält man aus den 9α-Hydroxyverbindungen durch
eine Inversionsreaktion, wie sie z. B. in Synthesis,
292-294 (1980) beschrieben wurde.
Im Vergleich zu PGE-Derivaten zeichnen sich die neuen
Prostaglandinanaloga durch größere Stabilität aus.
Die neuen Prostaglandinanaloga der Formel I sind wertvolle Pharmaka, da sie bei
ähnlichem Wirkungsspektrum eine wesentlich verbesserte (höhere Spezifität) und
vor allem wesentlich längere Wirkung aufweisen als die entsprechenden natürlichen
Prostaglandine.
Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe zeigen einen zytoprotektiven und ulkusheilenden
Effekt, hemmen die Magensäuresekretion und wirken damit den unerwünschten
Folgen nichtsteroidaler Entzündungshemmstoffe entgegen. Sie wirken außerdem an
der Leber, Niere und an der Bauchspeicheldrüse zytoprotektiv.
Die neuen Prostaglandin-Analoga wirken stark luteolytisch, d. h. zur Auslösung
einer Luteolyse benötigt man wesentlich geringere Dosierungen als bei den entsprechenden
natürlichen Prostaglandinen.
Auch zur Auslösung von Aborten, insbesondere nach oraler oder intravaginaler
Applikation, sind wesentlich geringere Mengen der neuen Prostaglandinanaloga
im Vergleich zu den natürlichen Prostaglandinen erforderlich.
Bei der Registrierung der isotonischen Uteruskontraktion an der narkotisierten
Ratte und am isolierten Rattenuterus zeigt sich, daß die erfindungsgemäßen
Substanzen wesentlich wirksamer sind und ihre Wirkungen länger anhalten als bei
den natürlichen Prostaglandinen. Die neuen Prostaglandinderivate sind geeignet,
nach einmaliger enteraler oder parenteraler Applikation eine Menstruation zu
induzieren oder eine Schwangerschaft zu unterbrechen. Sie eignen sich ferner
zur Synchronisation des Sexualzyklus bei weiblichen Säugetieren wie Kaninchen,
Rindern, Pferden, Schweinen usw. Ferner eignen sich die erfindungsgemäßen
Prostalandin-Derivate zur Cervixdilatation als Vorbereitung für diagnostische
oder therapeutische Eingriffe.
Die gute Gewebsspezifität der erfindungsgemäßen antifertil wirksamen Substanzen
zeigt sich bei der Untersuchung an anderen glattmuskulären Organen, wie beispielsweise
am Meerschweinchen-Ileum oder an der isolierten Kaninchen-Trachea,
wo eine wesentlich geringere Stimulierung zu beobachten ist als durch die natürlichen
Prostaglandine. Die erfindungsgemäßen Substanzen wirken auch bronchospasmolytisch.
Außerdem bewirken sie eine Abschwellung der Nasenschleimhaut.
Einige der Verbindungen wirken außerdem blutdrucksenkend, regulierend bei Herzrhythmusstörungen und hemmend auf die Plättchenaggregation mit den sich daraus
ergebenden Einsatzmöglichkeiten. Die neuen Prostaglandine können auch in Kombination,
z. B. mit β-Blockern, Diuretika, Phosphodiesterasehemmern, Calciumantagonisten
und Antigestagenen, verwendet werden.
Die Dosis der Verbindungen ist 1-1500 µ/kg/Tag, wenn sie am menschlichen
Patienten verabreicht werden.
Für die medizinische Anwendung können die Wirkstoffe in eine für die Inhalation,
für orale, parenterale oder lokale (z. B. vaginale) Applikation geeignete
Form überführt werden.
Zur Inhalation werden zweckmäßigerweise Ärosollösungen hergestellt.
Für die orale Applikation sind beispielsweise Tabletten, Dragees oder Kapseln
geeignet.
Für die parenterale Verabreichung werden sterile, injizierbare, wäßrige oder
ölige Lösungen benutzt.
Für die vaginale Applikation sind z. B. Zäpfchen geeignet und üblich.
Die Erfindung betrifft damit auch Arzneimittel auf Basis der Verbindungen der
Formel I und üblichen Hilfs- und Trägerstoffe, einschließlich Cyclodextrinclathraten.
Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe sollen in Verbindung mit den in der Galenik
bekannten und üblichen Hilfsstoffen, z. B. zur Herstellung von Präparaten zur
Auslösung eines Abortes, zur Zyklussteuerung, zur Einleitung einer Geburt, zur
Behandlung der Hypertonie oder zur Behandlung von gastrointestinalen Störungen,
wie z. B. zur Abheilung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, dienen. Für
diesen Zweck aber auch für die übrigen Anwendungen können die Präparate
0,01-100 mg der aktiven Verbindungen enthalten.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern, ohne daß damit
eine Begrenzung vorgenommen wird.
Zu einer Lösung von 1,00 g (4Z,13E)-(9S,11R,15R)-9-Hydroxy-16,16-dimethyl-
11,15-bis-(tetrahydropyran-2-yloxy)-4,13-prostadiensäuremethylester in 10 ml
Pyridin gibt man 0°C 319 mg Methansulfonsäurechlorid. Man rührt 4 Stunden
bei 20°C und gibt dann die Lösung zu einer Suspension von 9,99 g Tetrabutylammoniumchlorid
in 10 ml Toluol. Nach 15stündigem Rühren bei 0°C wird noch
7 Stunden bei 40°C gerührt. Anschließend gibt man auf 100 ml Eiswasser und
extrahiert dreimal mit je 50 ml Ether. Nachdem die organische Phase je zweimal
mit 20 ml Sole gewaschen, über MgSO₄ getrocknet und im Vakuum eingedampft wird,
erhält man einen Rückstand, den man an Kieselgel mit Hexan/0-40% Ether chromatographiert.
Man erhält 839 mg öligen (4Z,13E)-(9R,11R,15R)-9-Chlor-16,16-di
methyl-11,15-bis(tetrahydropyran-2-yloxy)-4,13-prostadiensäuremethyl-ester. Zur
Abspaltung der Schutzgruppen rührt man den erhaltenen Ester mit 31 ml einer
Mischung aus Essigsäure/Wasser/Tetrahydrofuran (65/35/10) 24 Stunden bei 20°C.
Nach Zugabe von Toluol und Eindampfen der Lösung im Vakuum chromatographiert
man den Rückstand an Kieselgel. Mit Toluol 0-10% Isopropanol als Elutionsmittel
erhält man 326 mg der Titelverbindung als farbloses Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2945, 1730, 1021, 977/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2945, 1730, 1021, 977/cm.
Der als Ausgangsmaterial verwendete 9α-Alkohol wird wie folgt erhalten:
Zu einer Lösung von 32,5 g (Methoxymethyl)-triphenyl-phosphoniumchlorid in
135 ml einer Mischung aus Dimethylsulfoxid und Tetrahydrofuran im Verhältnis
2 : 1 gibt man bei 0°C 10,6 g Kalium-tert.-butylat und rührt
30 Minuten bei 0°C.
Anschließend tropft man eine Lösung von 7,15 g (2RS,3aR,4R,5R,6aS)-4-[(E)]-
(3R)-4,4-Dimethyl-3-(tetrahydropyran-2-yloxy)-1-octenyl]-5-(tetrahyd-ropy
ran-2-yl-oxy)-perhydrocyclopenta[b]furan-2-ol in 56 ml Tetrahydrofuran zu.
Man rührt 3,5 Stunden bei 20°C, gibt dann auf 300 ml Sole, extrahiert dreimal
mit je 200ml Ether, trocknet über MgSO₄ und dampft im Vakuum ein. Der
ölige Rückstand wird an Kieselgel mit Hexan/0-50% Ethylacetat chromatographiert.
Man erhält 7,83 g der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3510, 2950, 1655, 1022, 977/cm.
IR (CHCl₃): 3510, 2950, 1655, 1022, 977/cm.
Zu einer Lösung von 7,83 g (5EZ,13E)-(9S,11R,15R)-9-Hydroxy-5-methoxy-
16,16-dimethyl-11,15-bis-(tetrahydropyran-2-yloxy)-1,2,3,4-tetranor--5,13-prostadien
in 9,6 ml Pyridin gibt man bei 0°C 4,8 ml Essigsäureanhydrid und
rührt 20 Stunden bei 20°C. Man engt dann im Vakuum ein und chromatographiert
den öligen Rückstand an Kieselgel mit Hexan/0-30% Ethylacetat. Man erhält
7,72 g der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 2945, 1730, 1657, 1022, 975/cm.
IR (CHCl₃): 2945, 1730, 1657, 1022, 975/cm.
Zu einer Lösung von 7,72 g (5EZ,13E)-(9S,11R,15R)-9-Acetoxy-5-methoxy-16,16-di
methyl-11,15-bis-(tetrahydropyran-2-yloxy)-1,2,3,4-tetranor-5,13-pro-stadien
in 345 ml einer Mischung aus Essigsäure/Wasser/Tetrahydrofuran (65/35/10)
rührt man 20 Stunden bei 40°C. Nach Zugabe von Toluol und Eindampfen der
Lösung im Vakuum chromatographiert man den Rückstand an Kieselgel mit
Hexan/0-50% Ethylacetat und erhält 4,98 g der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3605, 3425, 2963, 2935, 2233, 1728, 1020, 973/cm.
IR (CHCl₃): 3605, 3425, 2963, 2935, 2233, 1728, 1020, 973/cm.
Zu einer Lösung von 4,98 g (13E)-(9S,11R,15R)-9-Acetoxy-11,15-dihydroxy-
16,16-dimethyl-2,3,4,5--tetranor-13-prostenal in 145 ml Methylenchlorid
gibt man bei 0°C 5,14 ml Dihydropyran und 46 ml p-Toluolsulfonsäure. Nach
einstündigem Rühren bei 20°C gibt man 0,1 ml Triethylamin hinzu und läßt
noch 15 Minuten bei 20°C rühren. Nach dem Eindampfen der Lösung im Vakuum
chromatographiert man den Rückstand an Kieselgel mit Hexan/0-30% Ethylacetat
und erhält 5,43 g der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 2950, 2230, 1725, 1020, 975/cm.
IR (CHCl₃): 2950, 2230, 1725, 1020, 975/cm.
Zu einer Lösung von 5,43 g (13E)-(9S,11R,15R)-9-Acetoxy-16,16-dimethyl-
11,15-bis-(tetrahydropyran-2-yloxy)-2,3,4,5-tetranor-13-prostenal in
120 ml Methanol gibt man bei 20°C 2,13 g wasserfreies Kaliumcarbonat und
rührt anschließend 20 Stunden bei dieser Temperatur. Dann stellt man mit
Zitronensäure den pH-Wert auf 6 ein und engt die Lösung im Vakuum ein. Den
Rückstand nimmt man in 200 ml Methylenchlorid auf, wäscht zweimal mit je
30 ml Sole und trocknet über MgSO₄. Nach dem Eindampfen der Lösung im Vakuum
chromatographiert man den Rückstand an Kieselgel mit Hexan/0-30% Ethylacetat
und erhält 4,43 g der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2945, 1020, 977/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2945, 1020, 977/cm.
Zu einer Lösung von 23,7 g (3-Carboxypropyl)-triphenyl-phosphoniumbromid in
81 ml einer Mischung aus Dimethylsulfoxid und Tetrahydrofuran im Verhältnis
2 : 1 gibt man bei 0°C 108 g Kalium-tert.-butylat und rührt 30 Minuten bei
0°C. Anschließend tropft man eine Lösung von 4,43 g (2RS,4aR,5R,6R,7aS)-
5[(E)-(3R)-4,4-Dimethyl-3-(tetrahydropyran-2-yloxy)-1-octenyl]-6-(te-tra
hydropyran-2-yloxy)-perhydropenta[b]pyran-2-ol in 33 ml Tetrahydrofuran zu
und rührt 3 Stunden bei 20°C. Dann gibt man auf 500 ml Eiswasser, säuert
mit Zitronensäure auf pH 4 an und extrahiert mehrmals mit Methylenchlorid.
Die organischen Extrakte wäscht man anschließend mit Sole, trocknet über
MgSO₄ und dampft im Vakuum ein. Der Rückstand wird in 210 ml Methylenchlorid
gelöst, 15 Minuten mit überschüssigem etherischen Diazomethan behandelt,
und die Lösung zur Trockne eingedampft. Der ölige Rückstand wird an Kieselgel
mit Hexan/0-90% Ether chromatographiert. Man erhält 4,61 g der Titelverbindung
als Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 2950, 1735, 1022, 977/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 2950, 1735, 1022, 977/cm.
In Analogie zu Beispiel 1 erhält man aus 612 mg (4Z,13E)-(9R,11R,15R)-9-
Hydroxy-16,16-dimethyl-11,15-bis-(tetrahydropyran-2-yloxy)-4,13-pros-tadien-säuremethylester
185 mg der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2960, 1735, 1022, 976/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2960, 1735, 1022, 976/cm.
Der als Ausgangsmaterial verwendete 9β-Alkohol wird wie folgt hergestellt.
Zu einer Lösung von 1,05 g (4Z,13E)-(9S,11R,15R)-9-Hydroxy-16,16-dimethyl-
11,15-bis-(tetrahydropyran-2-yloxy)-4,13-prostadiensäuremethylester in
16 ml Pyridin gibt man bei 0°C 715 ml p-Toluolsulfonsäurechlorid. Nach
1 Stunde entfernt man das Eisbad und läßt 48 Stunden bei 20°C stehen. Man
kühlt dann wieder auf 0°C, versetzt mit 0,1 ml Wasser und rührt 1 Stunde.
Zur Aufarbeitung verdünnt man mit eiskaltem Ether, schüttelt nacheinander
mit eiskalter 10%iger Schwefelsäure, Natriumhydrogencarbonatlösung und
Sole, trocknet über MgSO₄ und dampft im Vakuum ein. Man erhält 1,43 g
öliges 9-Tosylat, das man in 50 ml Dimethylsulfoxid löst, mit 3,7 g Kaliumnitrit
versetzt und 3 Stunden auf 80°C erhitzt. Man verdünnt dann mit
Wasser, extrahiert mit Ether, wäscht den Rückstand mit Sole, trocknet über
MgSO₄ und dampft im Vakuum ein. Den Rückstand reinigt man durch Chromatographie
an Kieselgel mit Hexan/0-50% Ethylacetat und erhält 612 mg der
Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 3415, 2945, 1735, 1020, 977/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 3415, 2945, 1735, 1020, 977/cm.
Zu einer Lösung von 326 mg (4Z,13E)-(9R,11R,15R)-9-Chlor-11,15-dihydroxy-
16,16-dimethyl-4,13-prostadiensäuremethylester in 15 ml Methanol gibt man
400 mg Kaliumhydroxid gelöst in 5 ml Wasser und läßt 4 Stunden bei 20°C
rühren. Nach Einengen im Vakuum verdünnt man mit 70 ml Wasser, säuert mit
Zitronensäure auf pH 4 an und extrahiert mehrmals mit Ethylacetat. Den
Extrakt wäscht man mit Sole, trocknet über MgSO₄ und dampft im Vakuum ein.
Den Rückstand reinigt man durch Chromatographie an Kieselgel mit Methylenchlorid/0-90%
Aceton und erhält 215 mg der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 3400, 2955, 1712, 1020, 975/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 3400, 2955, 1712, 1020, 975/cm.
In Analogie zu Beispiel 1 erhält man aus 1,48 g (4Z,13E)-(9S,11R,15R)-9-
Hydroxy-16-phenoxy-11,15-bis-(tetrahydropyran-2-yloxy)-17,18,19,20-t-etra
nor-4,13-prostadiensäuremethylester 470 mg der Titelverbindung als farbloses
Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 3425, 2958, 1732, 1600, 1585, 1020, 977/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 3425, 2958, 1732, 1600, 1585, 1020, 977/cm.
Das Ausgangsmaterial für die Herstellung der Titelverbindung erhält man aus
(2RS,3aR,4R,5R,6aS)-4-[(E)-(3R)-4-Phenoxy-3-(tetrahydropyran-2-yloxy-)-1-bu
tenyl]-5-(tetrahydropyran-2-yloxy)-perhydrocyclopenta[b]furan-2-ol gemäß
Beispiel 1a.
In Analogie zu Beispiel 3 erhält man aus 470 mg (4Z,13E)-(9R,11R,15R)-9-
Chlor-11,15-dihydroxy-16-phenoxy-17,18,19,20-tetranor-4,13-prostadie-nsäuremethylester 411 mg der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2948, 1712, 1600, 1587, 1022, 977/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2948, 1712, 1600, 1587, 1022, 977/cm.
Zu einer Lösung von 2,05 g (4Z,13E)-(9S,11R,15R)-9-Hydroxy-16,16-di
methyl-11,15-bis(tetrahydropyran-2-yloxy)-4,13-prostadiensäuremethyl-ester
in 43 ml Methylenchlorid und 1,1 ml Pyridin tropft man bei -70°C 0,56 ml
Diethylaminoschwefeltrifluorid (DAST) und rührt 3,5 Stunden bei -70°C. Anschließend
gibt man auf 200 ml 0°C gekühlte 5%ige Natriumhydrogencarbonatlösung
und läßt 10 Minuten kräftig rühren. Dann extrahiert man mehrmals mit
Methylenchlorid, wäscht den Extrakt mit Wasser, trocknet über MgSO₄ und
dampft im Vakuum ab. Den Rückstand rührt man mit 24 Stunden bei 20°C mit 60 ml
einer Mischung aus Essigsäure/Wasser/Tetrahydrofuran (65/35/10), dampft
nach Zugabe von Toluol im Vakuum ein und reinigt das Rohprodukt durch Chromatographie
an Kieselgel mit Toluol/0-10% Isopropanol. Man erhält 306 mg
der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3605, 3420, 2958, 1732, 1018, 975/cm.
IR (CHCl₃): 3605, 3420, 2958, 1732, 1018, 975/cm.
In Analogie zu Beispiel 3 erhält man aus 306 mg (4Z,13E)-(9R,11R,15R)-9-
Fluor-11,15-dihydroxy-16,16-dimethyl-4,13-prostadiensäuremethylester- 252 mg
der Titelverbindung als Öl.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2950, 1710, 1020, 977/cm.
IR (CHCl₃): 3600, 3420, 2950, 1710, 1020, 977/cm.
Claims (3)
1. 9-Halogen-(Z)-Δ⁴-prostanderivate der Formel I
worinHalein α- oder β-ständiges Chlor- oder Fluoratom,
R₁den Rest -CH₂OH oder
mit R₂ in der Bedeutung eines Wasserstoffatoms,
eines Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl- oder heterocyclischen Restes oder
R₁ den Rest
mit R₃ in der Bedeutung eines Säurerestes oder des
Restes R₂ und
Aeine -CH₂-CH₂-, eine trans-CH=CH- oder eine -C≡C-Gruppe,
Weine freie oder funktionell abgewandelte Hydroxymethylengruppe oder eine
freie oder funktionell abgewandelte
wobei die jeweiligen OH-Gruppen α- oder β-ständig
sein können,
D und Egemeinsam eine direkte Bindung oder
Deine geradkettige mit 1-10, eine verzweigtkettige mit 2-10 oder eine ringförmige
Alkylengruppe mit 3-10 C-Atomen, die gegebenenfalls durch Fluoratome
substituiert ist, und
Eein Sauerstoff- oder Schwefelatom, eine direkte Bindung, eine -C≡C-Bindung
oder eine -CR₆=CR₇-Gruppe darstellt, wobei R₆ und R₇ sich unterscheiden und
ein Wasserstoffatom, ein Chloratom oder eine C₁-C₄-Alkylgruppe bedeuten,
R₄eine freie oder funktionell abgewandelte Hydroxygruppe,
R₅ein Wasserstoffatom, eine Alkyl-, eine Halogen-substituierte Alkyl-, eine
Cycloalkyl-, eine gegebenenfalls substituierte Aryl- oder eine heterocyclische
Gruppe, und falls R₂ die Bedeutung eines Wasserstoffatoms hat, deren
Salze mit physiologisch verträglichen Basen bedeuten und deren Cyclodextrinclathrate.
2. Verfahren zur Herstellung der 9-Halogen-(Z)-Δ⁴-prostanderivate der Formel
I, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise eine Verbindung
der Formel I,
worin die 9-OH-Gruppe α- oder β-ständig sein kann undR₁den Rest
mit R₂ in der Bedeutung von Alkyl,
Cycloalkyl, Aryl oder heterocyclischer Rest oder den
Rest
mit R₃ in der Bedeutung eines Säurerestes,
eines Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl- oder einesheterocyclischen Restes darstellt und
A, D, E und R₅ die bereits oben angegebenen Bedeutungen
haben, nach vorherigem Schutz freier OH-Gruppen in R₄
und W
- a) über einen intermediären Sulfonsäureester mit einem Halogenid der allgemeinen Formel III, R₈X (III),worin R₈ die Bedeutung Lithium, Natrium, Kalium oder Tetraalkylammonium oder Trialkylbenzylammonium mit Alkyl als gesättigten C₁-C₆-Rest und X die Bedeutung Fluor oder Chlor hat, oder
- b) mit dem Reagenz Diethylaminoschwefeltrifluorid zu Verbindungen der Formel I, worin Hal ein α- oder β-ständiges Fluoratom ist, oder mit Tetrachlorkohlenstoff bzw. Hexachlorethan/Triphenylphosphin zu Verbindungen der Formel I, worin Hal ein a- oder β-ständiges Chloratom ist, umsetzt und anschließend in beliebiger Reihenfolge geschützte Hydroxygruppen freisetzt und/oder Doppelbindungen hydriert und/oder eine veresterte Carboxylgruppe verseift und/oder eine freie Carboxylgruppe (R₂ = H) in ein Amid überführt und/oder eine freie oder veresterte Carboxylgruppe reduziert.
3. Arzneimittel, bestehend aus einer oder mehreren Verbindungen gemäß
Anspruch 1 und üblichen Hilfs- und Trägerstoffen.
Priority Applications (17)
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|---|---|---|---|
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| JP63505992A JP2716986B2 (ja) | 1987-07-17 | 1988-07-15 | 9‐ハロゲン‐(z)‐プロスタグランジン誘導体、その製法及び薬剤としてのその使用 |
| DE8888730162T DE3880034D1 (de) | 1987-07-17 | 1988-07-15 | 9-halogen-(z)-prostaglandinderivate, verfahren zu ihrer herstellung und ihre verwendung als arzneimittel. |
| ZA885154A ZA885154B (en) | 1987-07-17 | 1988-07-15 | 9-halo-(z)-prostaglandin derivatives,process for their preparation and their use as a medicine |
| HU884575A HU206084B (en) | 1987-07-17 | 1988-07-15 | Process for producing 9-halogen-/z/-prostaglandin derivatives and pharmaceutical compositions comprising such active ingredient |
| AU20785/88A AU624078B2 (en) | 1987-07-17 | 1988-07-15 | 9-halogen-(z)-prostaglandin derivatives, process for manufacturing them, and their use as drugs |
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| EP88730162A EP0299914B2 (de) | 1987-07-17 | 1988-07-15 | 9-Halogen-(Z)-prostaglandinderivate, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung als Arzneimittel |
| ES88730162T ES2054860T5 (es) | 1987-07-17 | 1988-07-15 | Derivados de 9-halogeno-(z)-prostaglandinas, procedimiento para su preparacion y su utilizacion como medicamentos. |
| IL87116A IL87116A (en) | 1987-07-17 | 1988-07-15 | 9-halogen-(z)-prostaglandin derivatives and pharmaceutical compositions containing the same |
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| IE218988A IE62483B1 (en) | 1987-07-17 | 1988-07-18 | 9-Halogen-(Z) prostaglandin derivatives, process for their production and their use as pharmaceutical agents |
| NZ225436A NZ225436A (en) | 1987-07-17 | 1988-07-18 | 9-halogen-(z)prostaglandin derivatives; pharmaceutical compositions and processes for preparation |
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| US08/467,888 US5891910A (en) | 1987-07-17 | 1995-06-06 | 9-halogen-(Z) prostaglandin derivatives, process for their production and their use as pharmaceutical agents |
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| DE2950027A1 (de) * | 1979-12-10 | 1981-06-11 | Schering Ag Berlin Und Bergkamen, 1000 Berlin | 9-chlor-prostaglandinderivate, verfahren zur herstellung und verwendung als arzneimittel |
| DE3543991A1 (de) * | 1985-12-10 | 1987-06-11 | Schering Ag | Verfahren zur herstellung von 9(beta)-chlor-prostaglandinen |
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- 1987-07-17 DE DE19873724189 patent/DE3724189A1/de not_active Withdrawn
-
1988
- 1988-07-15 ZA ZA885154A patent/ZA885154B/xx unknown
Patent Citations (2)
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Also Published As
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| ZA885154B (en) | 1989-03-29 |
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: SCHERING AG, 13353 BERLIN, DE |
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| 8130 | Withdrawal |