DE3720365A1 - Verfahren zur abscheidung von leichtfluessigkeiten aus wasser und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
Verfahren zur abscheidung von leichtfluessigkeiten aus wasser und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abscheidung von
Leichtflüssigkeit aus Wasser und eine Vorrichtung zur Durch
führung des Verfahrens.
Bekannte Vorrichtungen zur Abscheidung von Leichtflüssigkeit
aus Wasser bestehen im allgemeinen aus mehreren Kammern, die
nacheinander durchflossen werden. In der ersten Kammer werden
ausschließlich Sinkstoffe abgeschieden. In dieser Kammer
findet aber auch bereits eine Abtrennung der Leichtflüssig
keit statt. Die Abscheidung erfolgt hier jedoch nicht,
sondern die gesamte Flüssigkeitsmenge wird der zweiten Kammer
zugeführt. Bei diesem Überströmen vermischt sich die Leicht
flüssigkeit wieder weitgehend mit dem Wasser, so daß die
Abscheidevorrichtung für Leichtflüssigkeit verhältnismäßig
groß ausgelegt werden muß, um eine ausreichende Abscheidung
zu erreichen. Bei den abgeschiedenen Leichtflüssigkeiten
handelt es sich im allgemeinen um wassergefährdende Stoffe,
die im Abscheider ohne besondere Sicherheitsmaßnahmen gegen
Auslaufen gelagert werden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur
Abscheidung von Leichtflüssigkeit aus Wasser aufzuzeigen,
das es ermöglicht, Abscheidevorrichtungen mit vergrößerter
Abscheideleistung zu betreiben, so daß das Volumen der
Abscheidevorrichtung verringert werden kann. Ferner soll eine
Abscheidevorrichtung geschaffen werden, die eine Durchführung
des Verfahrens ermöglicht.
Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe dadurch, daß in
der Abscheidevorrichtung der Wassergemischstrom derart
aufgeteilt wird, daß in mindestens einer der Kammern ein
Teilstrom an der Niveauoberfläche und ein anderer Teilstrom
unterhalb der Niveauoberfläche abgeleitet wird. Nach der
Erfindung besteht die Abscheidevorrichtung ferner aus einem
Behälter, in dem eine Vorabscheidekammer mit einem Sandfang,
einer Abscheidekammer und einer Kammer für Leichtflüssigkeit
angeordnet ist, wobei in der Vorabscheidekammer vor dem
Auslauf des Anschlußstutzens eine Prallplatte ausgebildet ist
und die Abscheidekammer mittels zweier Trennwände von der
Vorabscheidekammer und der Kammer für Leichtflüssigkeit
distanziert ist, wobei die Abscheidekammer mit einem Schacht
verbunden ist, der über eine Massenstromregeleinrichtung und
eine Leitungsanordnung mit einer Auslaufkammer mit
Abflußstutzen verbunden ist.
Bei der erfindungsgemäßen Abscheidevorrichtung für Leichtflüs
sigkeit erfolgt die Trennung und Abscheidung bereits in der
Vorabscheidekammer, so daß diese Kammer eine Doppelfunktion
erfüllt, nämlich die Abscheidung der Sinkstoffe und die der
Leichtflüssigkeit. Die Leichtflüssigkeit wird zwar mit einem
Anteil Wasser der Abscheidekammer für Leichtflüssigkeit
zugeführt. Diese kann jedoch erheblich kleiner ausgeführt
werden, da hier nur etwa 10% der Gesamtschmutzwassermenge
zugführt werden. Ca. 90% der Gesamtschmutzwassermenge werden
bereits in der Vorabscheidekammer als geklärtes Wasser
abgeschieden und abgeführt. Vorteilhaft ist es, zumindest die
Abscheidekammer für Leichtflüssigkeit und einen nachfolgenden
Leichtflüssigkeitsbehälter wie eine Ölkammer od. dgl. doppel
wandig auszubilden und ggf. mit einer Leckwarnanlage zu
versehen, damit die Gefährdung des Grundwassers ausgeschlos
sen wird. Bereits vorhandene Abscheider können mit der
erfindungsgem. Abscheidevorrichtung in vereinfachter Ausfüh
rung nachgerüstet werden. In diesem Fall würde der vorhandene
Abscheider mit entsprechenden Modifikationen als Vorabschei
dekammer dienen.
Weitere Merkmale der Erfindung werden in den abhängigen
Ansprüchen beschrieben und nachstehend am Beispiel der in den
Zeichnungen dargestellten Abscheidevorrichtung näher erläu
tert. Es zeigt
Fig. 1 eine Abscheidevorrichtung in der Draufsicht im
Schnitt,
Fig. 2 die Abscheidevorrichtung nach Fig. 1 in einer
Seitenansicht im Schnitt A-A ohne Strömung,
Fig. 3 die Abscheidevorrichtung nach Fig. 1 in einer
Seitenansicht im Schnitt B-B ohne Strömung,
Fig. 4 die Abscheidevorrichtung nach Fig. 1 im Schnitt
B-B mit Strömung.
Die Abscheidevorrichtung 35 besteht aus einem Behälter 10, in
dessen Oberseite 34 zwei Mannlöcher 32 angeordnet sind, die
jeweils mittels eines Deckels 33 verschließbar sind. An der
einen Seitenwand 36 ist ein Anschlußstutzen 1 für den
Schmutzwasserzulauf und ein Abflußstutzen 6 für den Ablauf
des gereinigten Wassers vorgesehen. In dem Behälter 10 ist
eine Vorabscheidekammer 11, eine Abscheidekammer 9 sowie eine
Kammer 8 für Leichtflüssigkeit 24 angeordnet. Die Vorab
scheidekammer 11 weist einen Sandfang 12 auf. Ferner sind in
dem Behälter 10 verschiedene Flüssigkeitsleiteinrichtungen
vorgesehen, die den Abscheideprozeß ermöglichen und im
folgenden näher beschrieben werden.
Das verunreinigte Wasser tritt über den Anschlußstutzen 1
nach Passieren der Prallplatte 2 in die Vorabscheidekammer 11
mit Sandfang 12 ein (Fig. 2). In dieser Vorabscheidekammer 11
werden die Feststoffe abgeschieden. Ferner findet hier eine
Trennung zwischen Wasser und Leichtstoffen statt. Bei sehr
kleiner Zulaufmenge wird die gesamte Wassermenge mit den
Leichtstoffen über die Trennwand 3, die Prallplatte 4 und das
Leitblech 30 in die Abscheidekammer 9 geleitet. Die Leicht
stoffe werden bei Überschreiten des Niveaus h 5 in die Kammer
8 für Leichtflüssigkeit 24 abgeleitet. Der Niveauunterschied
zwischen h 5 und h 6 ist abhängig vom spezifischen Gewicht der
Leichtstoffe. Die sich in der Abscheidekammer 9 abscheidenden
Leichtstoffe fließen über die Trennwand 5 in die Kammer 8 für
Leichtflüssigkeit 24 ab.
Das geklärte Wasser gelangt über den Schacht 18 und das
Überlaufwehr 28 in die als Blechwippe ausgebildete Wanne 25
und von dort über die am Boden 38 der Wanne ausgebildete
Durchbrechung 26 in die Schwimmerkammer 19. Die Durchbrechung
26 kann mittels der Stelleinrichtung 29 im Querschnitt
verändert werden. Die Schwimmerkammer 19 ist mit der Auslauf
kammer 13 über die Leitung 27 kommunizierend verbunden. Bei
zunehmendem Abwasserstrom steigt das Niveau h 8 in der Wanne
25. Bei Erreichen einer bestimmten Höhe, die mit dem Gewicht
23 auf dem zweiarmigen Hebel 14 beeinflußbar ist, beginnt
sich die Wanne 25 zu neigen und das Stellglied 16 wird
angehoben. Hierdurch wird der Querschnitt des Auslaufrohrs 17
freigegeben, so daß das geklärte Wasser auch aus der Vorab
scheidekammer 11 abfließen kann (Fig. 4).
Der Differenzdruck unter dem Stellglied 16 zwischen dem
Innenraum des Auslaufrohrs 17 und dem Außenraum 15 entspricht
dem Niveauunterschied h 3-h 10. Beim Öffnen des Stellgliedes 16
taucht dieses aus dem Wasser aus und wird durch die dann
geringere Wasserverdrängung schwerer. Durch entsprechende
Ausbildung der Querschnittsform im oberen Bereich des Stell
glieds 16 kann das Proportionalverhalten des Reglers beein
flußt werden. Führt man das Stellglied 16 im oberen Bereich
als nach oben offenen Zylinder 39 aus, der unten seitlich
eine Bohrung 40 aufweist, so kann der Regler als PI-Regler
arbeiten. In dieser Ausführung bestimmt der Querschnitt des
Stellglieds 16 im oberen Bereich das Proportionalverhalten
und die seitliche Bohrung 40 das Integralverhalten des
Reglers. Da die Auftriebskraft der Wanne 25 nur unwesentlich
von deren Eintauchtiefe beeinflußt wird, wird die Stellkraft
nahezu ausschließlich von dem Niveauunterschied h 8-h 9 und
damit von der Durchflußmenge bestimmt.
Bei Erreichen eines Maximalfüllstandes in der Kammer 8 für
Leichtflüssigkeit wird der Auftriebskörper 7 angehoben und
das Stellglied 9 schließt den Ablauf aus der Schwimmerkammer
19. Hierdurch stellt sich ein Niveauausgleich zwischen h 8 und
h 9 ein. Das Stellglied 16 schließt das Auslaufrohr 17, so daß
jetzt die Abscheidevorrichtung 35 vom Abflußsystem getrennt
ist.
Bei Rückstau steigt das Niveau im Abflußrohr an. Bei Überlauf
in die Kammer 8 für Leichtflüssigkeit 24 durch Rückfluß in
der Leitung 27 oder durch gleichzeitigen Zufluß über den
Anschlußstutzen 1 verschließt das Stellglied 49 den Einlauf
der Leitung 27. Nachfolgend schließt das Stellglied 16 den
Querschnitt des Auslaufrohrs 17, so daß jetzt die Abscheide
vorrichtung 35 vollständig vom Kanalisationsnetz getrennt
ist. Um die Schließkraft zu verstärken ist an der Wanne 25 ein Auftriebskörper 12 vorgesehen.
Das Stellglied 16 und die Wanne 25 sind mittels Seilen oder
Ketten zur Übertragung vertikaler Kräfte mit dem zweiarmigen
Hebel 14 verbunden, der auf einem Lager 20 gelagert ist. Auf
dem zweiarmigen Hebel 14 ist das bereits erwähnte Gewicht 23
verschieblich gelagert. Das Stellglied 49 und der Auftriebs
körper 7 sind ebenfalls zur Übertragung vertikaler Kräfte
mittels Ketten oder Seilen mit einem zweiarmigen Hebel 31
verbunden, der auf einem Lager 37 gelagert ist. Das Lager 37
ist auf einer Lagerplatte 22 angeordnet, auf der ein Anschlag
21 vorgesehen ist. Durch den Anschlag 21 wird die Schwenkbe
wegung des zweiarmigen Hebels 31 begrenzt.
Claims (15)
1. Verfahren zur Abscheidung von Leichtflüssigkeiten aus
Wasser, bei dem das Gemisch aus Wasser und Leichtflüssig
keit in den Behälter einer Abscheidevorrichtung geleitet,
dort in Wasser und Leichtflüssigkeit getrennt und dann
das Wasser wieder aus dem Behälter abgeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß der Wassergemischstrom derart
aufgeteilt wird, daß in mindestens einer der Kammern des
Behälters ein Teilstrom an der Niveauoberfläche und ein
anderer Teilstrom unterhalb der Niveauoberfläche
abgeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die an der Niveauoberfläche überströmende Flüssigkeits
menge geregelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die überströmende Flüssigkeit in Abhängigkeit vom Massen
strom geregelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Leichtflüssigkeit in einer Abscheidekammer auf
eine einstellbare Schichthöhe begrenzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Leichtflüssigkeit von der Abscheidekammer in
einen gesonderten Behälter abgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Leichtflüssigkeit in einen mindestens im durch
Leichtflüssigkeit benetzten Bereich lecksicher
ausgebildeten Behälter abgeführt wird.
7. Abscheidevorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in einem
Behälter (10) eine Vorabscheidekammer (11) mit einem
Sandfang (12), eine Abscheidekammer (9) und eine Kammer
(8) für Leichtflüssigkeit angeordnet ist, daß in der
Vorabscheidekammer (11) vor dem Einlauf (41) des
Anschlußstutzens (1) eine Prallplatte (2) ausgebildet ist
und daß die Abscheidekammer (9) mittels zweier Trennwände
(3, 5) von der Vorabscheidekammer (11) und der Kammer (8)
für Leichtflüssigkeit (24) distanziert ist, wobei die
Abscheidekammer (9) mit einem Schacht (18) verbunden ist,
der über eine Massenstromregeleinrichtung und eine
Leitungsanordnung mit einer Auslaufkammer (13) mit
Abflußstutzen (6) verbunden ist.
8. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Massenstromregler (50) aus einer
wippbaren Wanne (25) mit einer bodenseitigen
Durchbrechung (26) besteht, die einseitig an einem Über
laufwehr (28) des Schachtes (18) gelagert ist und mit
einem zweiarmigen Hebel (14) kraftschlüssig verbunden
ist, an dessen anderem Endabschnitt ein der Auslaufkammer
(13) zugeordnetes Stellglied (16) angeordnet ist.
9. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch
gekennzeichnet, daß an der Wanne (25) ein Auftriebskörper
(12) angeordnet ist.
10. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß der Querschnitt der Durchbrechung
(26) mittels einer Stelleinrichtung (29) einstellbar ist.
11. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 7 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß das Stellglied (16), die Wanne (25),
das Stellglied (49) und der Auftriebskörper (7) mittels
Seilen oder Ketten mit den zweiarmigen Hebeln (14, 31)
verbunden sind.
12. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 7 bis 11,
dadurch
gekennzeichnet, daß auf dem zweiarmigen Hebel (14) ein
Gewicht (23) verschieblich gelagert ist.
13. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 7 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß das Stellglied (16) zur Ausbildung
einer definierten Wasserverdrängung im oberen Bereich
profiliert ausgebildet ist.
14. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 7 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß der Behälter (10) mindestens im durch
Leichtflüssigkeit benetzten Bereich lecksicher ausgebil
det ist.
15. Abscheidevorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Behälter (10) mindestens im durch
Leckflüssigkeit benetzten Bereich doppelwandig ausge
bildet und ggf. mit einer Leckwarnanlage versehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873720365 DE3720365A1 (de) | 1987-06-19 | 1987-06-19 | Verfahren zur abscheidung von leichtfluessigkeiten aus wasser und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873720365 DE3720365A1 (de) | 1987-06-19 | 1987-06-19 | Verfahren zur abscheidung von leichtfluessigkeiten aus wasser und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3720365A1 true DE3720365A1 (de) | 1988-12-29 |
Family
ID=6329956
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873720365 Withdrawn DE3720365A1 (de) | 1987-06-19 | 1987-06-19 | Verfahren zur abscheidung von leichtfluessigkeiten aus wasser und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3720365A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1987
- 1987-06-19 DE DE19873720365 patent/DE3720365A1/de not_active Withdrawn
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