DE3719760A1 - Keramikmantel - thermoelement - Google Patents
Keramikmantel - thermoelementInfo
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Description
Diese Erfindung zielt auf das Erreichen der schnellen Reaktion, die
Elastizität und Thermoschockbeständigkeit eines Metallmantel-Thermo
elementes, aber mit einem Keramikmantel. Somit sichert das erfindungs
gemäße Thermoelement eine hohe Temperatur-Meßgrenze von 1800-2200°C
im Gegensatz zu etwa 800-1200°C bei den bekannten Mantel-Thermo
elementen. Das neue Thermoelement wird in aufkohlenden oder anderen
agressiven Medien nicht angegriffen. Es hat einen hohen elektrischen
Isolierwiderstand zur Umgebung, dadurch ist es zur störungsfreien
Regelung sehr gut geeignet.
Stand der Technik sind Keramik-Thermoelemente, deren positiver und
negativer Thermodraht voneinander und von der Umgebung durch ein
keramisches Isolierrohr oder durch Isolierperlen elektrisch iso
liert sind. Der Vorteil dieser Ausführung liegt in der hohen
Temperaturmeßgrenze sowie in dem lockeren Aufbau, der elektrischen
Störspannungen wenig Durchleitung bietet. Ein keramisches Schutz
rohr ermöglicht den Einsatz in agressiven Medien.
Nachteil dieser Ausführung ist jedoch die zu späte Reaktion auf
Temperaturänderungen. Selbstverständlich leitet ein keramisches
Schutzrohr die Temperatur langsamer zur Meßstelle durch, als ein
Metallschutzrohr. Selbst Metallschutzrohre in der oben geschilderten
Ausführung ermöglichen eine schnelle Reaktion nicht. Für den Einsatz
von schnellen Öfen (z.B. Vakuum-Öfen) eignet sich diese Ausführung
kaum. Bei vielen gasbeheizten Öfen verursacht das Thermoelement
selber eine Temperaturschwingung, die die Energiekosten um 30%
erhöht. Nach Messungen des Erfinders überträgt dieses Thermoelement
Temperaturänderungen etwa 1 Minute später, wenn der Durchmesser des
Schutzrohres 21 mm beträgt.
Ein wesentlicher Nachteil dieser Ausführung ist die Bruch- und Haar
rißneigung beim Thermoschock.
Die metallischen Mantelthermoelemente wurden später entwickelt.
Hierbei sind die Thermodrähte mit Keramikpulver isoliert. Der metallische
Mantel ist meist dünn. Durch die starke Pressung im Inneren des Thermo
elementes bleiben die Thermodrähte auch bei Biegung in Ihrer Position,
berühren die Schutzrohrwand sowie einander nicht. Die innige Berührung
verursacht aber bei einer Temperatur von lediglich 1000°C eine inten
sive Überleitung von Störspannungen. Selbst die Thermospannung wird
ab 1100°C merkbar von einem Thermodraht zum anderen hinübergeleitet.
Dadurch ist die Meßstelle bei hoher Temperatur unsicher.
Die kompakte, dünne Ausführung sichert eine kurze Totzeit, manchmal
von Bruchteilen einer Sekunde.
Da die keramische Isolation bereits in Pulverform vorhanden ist, kann
sie bei einem Thermoschock nicht brechen.
Bei der Verbreitung der schnellen elektronischen Temperaturregler
wurden neue Varianten entwickelt, die eine schnellere Reaktion des
Thermoelementes ermöglichten. Vor allen war die Verkleinerung der Masse
des Thermoelementes erfolgreich. Besonders viel bedeutet die Vermin
derung der Masse bei der Meßstelle. Es wurden sogar Thermoelemente
hergestellt, in denen die zwei Thermodrähte mit sehr kleinen oder gar
ohne Schweißperlen verbunden waren.
Die Idee der Erfindung liegt in der überraschenden Tatsache, daß eine
besonders große Schweißperle eine sehr kurze Totzeit von 0,2 Sekunden
ermöglicht. Diese erfindungsgemäßen Schweißperlen sind etwa 3-4 Mal
größer als die gewohnten und haben eine besondere Form. Der Erfinder
suchte also die Lösung in einer Richtung, wo sie zuerst nicht zu
erwarten war.
Die neuen Schweißperlen sind relativ einfach herstellbar: man hält nicht
zwei Thermodrähte, sondern 3 in den Lichtbogen. Der dritte Thermo
draht kann ganz kurz sein und soll zwischen dem positiven und negativen
Thermodraht liegen. Nach der Schweißung der erfindungsgemäß großen
Schweißperle, kann man den dritten Thermodraht aus dieser entfernen.
Man kann diesen ausbiegen und abschneiden, noch vorteilhafter ist es
jedoch ihn auszustechen.
Es kann sein, daß für die Herstellung der erfindungsgemäßen Schweiß
perle eine andere Methode angewendet wird.
Wenn diese neue große Schweißperle an die Innenoberfläche der Schutz
rohrkuppe an und für sich bekannterweise angedrückt wird, entsteht eine
kurze Totzeit von 0,5-0,2 Sekunden. Die Erfindung ist in Fig. 1
skizzenhaft dargestellt.
1) ist die große Schweißperle
2) ist der z.B. positive Thermodraht mit einem Durchmesser von D 2 und
3) ist der z.B. negative Thermodraht mit einem Durchmesser von D 3
D ist der erfindungsgemäße Abstand zwischen den Thermodrähten 2 und 3,
wo der dritte Thermodraht bereits entfernt wurde. Erfindungsgemäß
soll D größer sein, als D 2 oder D 3.
Vorteile der Erfindung sind die günstigen Eigenschaften der traditionel
len, oben geschilderten Thermoelemente und der Mantel-Thermoelemente,
praktisch ohne deren Nachteile. Das neue Thermoelement ist vor allem
sehr schnell. Die Versuche zeigen, daß die große Schweißperle (1) sich
an die eventuellen Unebenheiten der Schutzrohrkuppe anschmiegt, sogar
anschweißt. Die bisher kürzeste gemessene Totzeit war 0,2 Sekunden.
Kein bisher hergestelltes Thermoelement mit Keramikschutzrohr reagierte
innerhalb so kurzer Zeit. Damit erreicht das erfindungsgemäße Thermo
element mit Keramikschutzrohr die Reaktionszeit eines dünnen Mantel-
Thermoelementes.
Die Thermodrähte 2 und/oder 3 können mit dünnem Einloch-Keramikiso
lierrohr versehen werden, um einen Kurzschluß zu verhindern. Dieses
Einloch-Isolierrohr hat erfindungsgemäß eine Länge von 5-225 D. Die
Versuche zeigen, daß die Einloch-Isolierröhrchen trotz eines Druckes
die Thermodrähte oder die Schweißperle nicht zerstören. Auch bei einer
so hohen Temperatur nicht, die diese Materialien relativ weich macht.
Bei sehr hohen Temperaturen müssen längere Isolierrohre isolieren.
Die oben erwähnten Einloch-Isolierrohre machen die Verwendung des
traditionellen Schlitzes nicht überflüssig. Er ist bei dem erfindungs
gemäßen Thermoelement nicht an der Meßstelle, sondern im Kopf, wo er
mit einer Feder angedrückt wird.
Wie in Fig. 1 können unterschiedlich dicke Thermodrähte in der erfin
dungsgemäßen Schweißperle verbunden werden. Der sonst schneller alternde
(z.B. Platin-) Thermodraht kann einen größeren Durchmesser (z.B. D 3)
haben, als der sonst stabilere (z.B. Platinrhodium-) Thermodraht
(z.B. D 2):
Vorteilhaft ist, daß die erfindungsgemäß große Schweißperle auch in
einem ungewöhnlich dünnen Keramikschutzrohr hineinpaßt. Das Schutzrohr
kann dünner als 10 mm sein, optimalerweise 5 mm. Zwei davon können in
einem Kopf eingebaut sein. Ein Schutzrohr davon optimalerweise leer,
für die Prüfung (P 30 32 010.6).
Im Gegensatz zu den metallischen Schutzrohren kann die Spitze eines
Keramikschutzrohres mit Graphit oder mit einer anderen Farbe geschwärzt
bzw. dunkelfarbig gemacht werden. Eine Reaktion findet bei sorgfältig
ausgewählter Farbe nicht statt und dadurch wird das Thermoelement
noch schneller.
Die bisherigen Versuche liefen mit einer Schweißperle aus Edelmetall.
Sehr wahrscheinlich ist die Lösung auf Nichtedelmetall-Thermodrähte
übertragbar, eventuell so, daß die letzteren mit einer Schweißperle
aus Edelmetall verbunden sind.
Die erfindungsgemäße Schweißperle (1) läßt sich dann einfach so
herstellen, daß man als dritten Thermodraht ein Edelmetall z.B. einen
Platin-Thermodraht nimmt. Er läßt sich nach der Schweißung einfach
entfernen, weil er viel weicher ist, als die z.B. Nickelchrom-
Thermodrähte.
Die erfindungsgemäße Schweißperle (1) lässt sich also unterschiedlich
herstellen; ihre Andrückung an die Schutzrohrkuppe ist auch neu.
Bisher waren nur Metallmantel-Thermoelemente in einem massiven
Schutzrohr an dessen Ende mit Feder angedrückt. Diese bekannte Aus
führung hat allerdings eine Totzeit weit über der erfindungsgemäßen
Lösung. Diese Tatsache untermauert den unerwarteten Vorteil der
Erfindung.
Claims (7)
1. Thermoelement, bestehend aus (Edelmetall-) Thermodrähten, Meßstelle,
Zweiloch- oder Mehrfach-Isolierrohr, nichtmetallischem Schutzrohr
und Anschlußkopf,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßstelle aus einer großen Schweißperle (1) besteht, in die die Thermodrähte (2 und 3 mit einem Durchmesser von D 2 bzw. D 3) mit einem so großen Abstand einlaufen, daß noch ein dritter Thermodraht (mit einem Durchmesser D) zwischen den anderen (2 und 3) Platz nehmen könnte: D D 2 oder D D 3 und
das diese Schweißperle an die Innenfläche der Schutzrohrkuppe z.B. mit einer Feder angedrückt wird.
daß die Meßstelle aus einer großen Schweißperle (1) besteht, in die die Thermodrähte (2 und 3 mit einem Durchmesser von D 2 bzw. D 3) mit einem so großen Abstand einlaufen, daß noch ein dritter Thermodraht (mit einem Durchmesser D) zwischen den anderen (2 und 3) Platz nehmen könnte: D D 2 oder D D 3 und
das diese Schweißperle an die Innenfläche der Schutzrohrkuppe z.B. mit einer Feder angedrückt wird.
2. Thermoelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß einer oder beide Thermodrähte mit einem kurzen Einloch-Isolier
rohr überzogen ist, dessen Länge wenigstens 5 D, maximal 225 D ist.
3. Thermoelement nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Isolierrohr einen Schlitz nicht an der Meßstelle sondern
im Kopf hat, dort mit einer Feder angedrückt.
4. Thermoelement nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der sonst schneller alternde (z.B. Platin-) Thermodraht einen
größeren Durchmesser (z.B. D 3) hat, als der sonst stabilere (z.B.
Platinrhodium-) Thermodraht (z.B. D 2):
D₃<D₂
5. Thermoelement nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das nichtmetallische (z.B. Keramik-) Schutzrohr, dünner als 10 mm
ist, und wenigstens 2 davon in einem Kopf getrennt eingebaut sind,
einer davon optimalerweise leer für die Prüfung.
6. Thermoelement nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spitze des nichtmetallischen Schutzrohres mit Graphit oder
anders geschwärzt ist.
7. Thermoelement nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Thermodrähte (2 und 3) aus Nichtedelmetall, die Schweißperle
(1) aber aus Edelmetall ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873719760 DE3719760A1 (de) | 1987-06-13 | 1987-06-13 | Keramikmantel - thermoelement |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873719760 DE3719760A1 (de) | 1987-06-13 | 1987-06-13 | Keramikmantel - thermoelement |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3719760A1 true DE3719760A1 (de) | 1988-12-22 |
Family
ID=6329623
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873719760 Withdrawn DE3719760A1 (de) | 1987-06-13 | 1987-06-13 | Keramikmantel - thermoelement |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3719760A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT414276B (de) * | 2004-08-20 | 2006-10-15 | Siemens Transportation Systems | Kurzschlusserkennung bei thermoelementen |
| DE102013201179A1 (de) * | 2013-01-24 | 2014-08-07 | Dekema Dental-Keramiköfen GmbH | Thermoelement |
-
1987
- 1987-06-13 DE DE19873719760 patent/DE3719760A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
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| AT414276B (de) * | 2004-08-20 | 2006-10-15 | Siemens Transportation Systems | Kurzschlusserkennung bei thermoelementen |
| DE102013201179A1 (de) * | 2013-01-24 | 2014-08-07 | Dekema Dental-Keramiköfen GmbH | Thermoelement |
| US9995635B2 (en) | 2013-01-24 | 2018-06-12 | Dekema Dental-Keramikofen Gmbh | Thermal element |
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Legal Events
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