DE3715614A1 - Kraftstoffeinspritzpumpe - Google Patents
KraftstoffeinspritzpumpeInfo
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Description
Die Erfindung geht von einer Kraftstoffeinspritzpumpe nach der Gat
tung des Hauptanspruches aus. Bei einer durch die US-PS 44 49 504
bekannten Kraftstoffeinspritzpumpe ist das Ventilschließglied als
zylindrischer Ausweichkolben ausgebildet, der in einer zum Pumpen
arbeitsraum offenen Zylinderbohrung dicht geführt ist. Der Entla
stungsraum wird bei Leerlaufbetrieb der Brennkraftmaschine durch ein
elektrisch pneumatisch betätigtes Ventil zur zweiten Entlastungs
leitung hin geöffnet, so daß der Ausweichkolben, bestimmt durch die
Vorspannung seiner Rückstellfeder, um einen durch einen Anschlag be
stimmten Weg durch den im Pumpenarbeitsraum bei der Pumpenkolbenför
derung herrschenden Druck verstellt werden kann. Damit wird bei
Leerlaufbetrieb die Förderrate des Pumpenkolbens reduziert, nie je
doch die Kraftstoffeinspritzung unterbrochen. Solche Einrichtungen
dienen dazu, bei Kraftstoffeinspritzpumpen mit niederen Drehzahlen
den Verbrennungsablauf weicher zu gestalten. Dabei ist die zweite
Entlastungsleitung entweder ständig geöffnet, bei Leerlaufbetrieb,
oder ständig geschlossen bei Teillast oder Vollastbetrieb.
Außer der oben geschilderten bekannten Einrichtung sind noch Ein
spritzdüsen aus DE-OS 33 00 876 bekannt, die eine Voreinspritzung
erlauben. Diese Voreinspritz-Einrichtungen haben den Nachteil, daß
eine zeitlich vor der Haupteinspritzung abgesetzte Voreinspritzung
bewirkt werden muß, daher sind solche Einrichtungen relativ aufwen
dig und bei solchen Einrichtungen werden Drosseln eingebaut, die bei
steigenden Drehzahlen stärker drosseln. Demzufolge ändert sich die
erzielbare Voreinspritzung stark mit den dynamischen Betriebsver
hältnissen.
Nachteilig ist außerdem, daß Kraftstoffpumpen der Art des Standes
der Technik nicht in allen Lastbereichen eine Entlastung bringen.
Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzpumpe hat den Vorteil, daß
eine Voreinspritzung im gesamten Drehzahl-Lastbereich möglich ist
und der Abstand Voreinspritzung zu Haupteinspritzung variabel einge
stellt werden kann. Es ist bei Kraftstoffeinspritzpumpen der erfin
dungsgemäßen Art nur eine Steuereinrichtung beim Einsatz mehrerer
Einspritzdüsen erforderlich. Die Steuereinrichtung kann mit Einzel
druckventil oder Gleichdruckventil arbeiten und ist so aufgebaut,
daß außerdem ein Abspringen des Pumpenkolbenantriebes von dem
Antriebsnocken verhindert wird.
Durch die in den übrigen Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind
vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Kraftstoffein
spritzpumpe gegeben. Sie werden anhand eines Ausführungsbeispieles
mit seinen Vorteilen in der nachfolgenden Beschreibung erläutet.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung darge
stellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung erläutert. Es
zeigt die Figur einen Teilschnitt durch eine Kraftstoffeinspritz
pumpe.
Die Figur zeigt einen Teil einer an sich bekannten Verteilerein
spritzpumpe schematisch im Schnitt. Die Figur offenbart einen Pum
penkolben 1, der in einem Zylinder 9 gleitet und von einem nicht
dargestellten Nockenantrieb in eine hin- und hergehende, pumpende
und in eine rotierende Bewegung versetzt wird. Der Pumpenkolben 1
begrenzt einen Pumpenarbeitsraum 2. Gefüllt wird dieser Pumpen
arbeitsraum 2 über Füllnuten 14, die beim Saughub des Pumpenkolbens
1 im Wechsel mit einer Saugleitung 5 in Verbindung kommen. Die Saug
leitung 5 zweigt von einem Saugraum 6 ab, der mit drehzahlabhängigem
Druck beaufschlagten Kraftstoff gefüllt ist. In bekannter Weise
wirkt der Pumpenkolben 1 dieser Kraftstoffeinspritzpumpe, während
des Betriebes als Verteiler, wobei über eine Längs- oder Verteiler
bohrung 48 im Pumpenkolben 1 Kraftstoff aus dem Pumpenarbeitsraum 2
über eine Einspritzleitung 12 zum Einspritzventil 41 gefördert wird.
Vom Pumpenarbeitsraum 2 führt eine Entlastungsleitung 4 weg, die mit
einem die Entlastungsleitung 4 steuernden Ventilschließglied 7 zu
sammenarbeitet. Dieses Ventilschließglied 7 ist Teil eines Druckven
tils 50 und weist an der Unterseite einen Ventilkegel 35 auf, der
mit einem an der Entlastungsleitung 4 angebrachten Ventilsitz 32 zu
sammenwirkt. Dieses Ventilschließglied 7 gleitet mit Führungsrippen
51 an seinem Schaft in einem das Druckventil 50 umgebenden Zylinder
43 hin und her. Am Umfang ist dieses Ventilschließglied 7 mit
Längsnuten 52 versehen, die am Ventilkegel 35 beginnen. Auf der dem
Ventilkegel 35 gegenüberliegenden Seite wird das Ventilschließglied
7 mit einer Rückstellfeder 8 beaufschlagt. Die Rückstellfeder 8 ist
in einem Entlastungsraum 10 so unter Spannung eingebracht, daß sie
das Schließglied 7 auf den Ventilsitz 32 preßt. Die Rückstellfeder 8
ist in dem zylindrischen Raum, im Entlastungsraum 10 untergebracht,
von dem aus eine zweite Entlastungsleitung 22 mit einem Ventilsitz
15 weg führt. Dieser Ventilsitz 15 wirkt mit einem Ventilschließ
glied 18 eines elektrisch gesteuerten Ventils, hier ein Magnetventil
11 zusammen. Das Ventilschließglied 18 ist als Anker des Magnetven
tils ausgebildet mit einer kegelförmigen Spitze 44, die eine Dicht
fläche 45 hat, und zur Anlage auf den Ventilsitz 15 der zweiten Ent
lastungsleitung 22 kommt. Vom Entlastungsraum 10 führt über den Ven
tilsitz 15 und die zweite Entlastungsleitung 22 eine Rücklaufleitung
16 zum Saugraum 6 zurück. Daß der Anker des Magnetventils 11 im
stromlosen, nicht angesteuerten Zustand vom Ventilsitz 15 abhebt,
dafür sorgt eine Feder 46, die mit einem mit dem Anker verbundenen
Teil 47 zusammenwirkt.
Im Betrieb arbeiten die oben beschriebenen Organe folgendermaßen:
Wird der Pumpenkolben 1 durch den Nockenantrieb nach unten bewegt,
so wird dadurch Kraftstoff über die Zuleitung 5 und die Füllnuten 14
in den Pumpenarbeitsraum gefördert. Beim anschließenden Förderhub
des Pumpenkolbens baut sich im Pumpenarbeitsraum 2, in der Längsboh
rung 48 des Pumpenkolbens 1, der ersten Entlastungsleitung 4, der
Verteilernut 30, der Förderleitung 12 und an der mit einer Druckfe
der 53 belasteten Ventilnadel 54 des Einspritzventils 41 ein Druck
auf, bis ein Druck erreicht ist, der die Ventilnadel 54 gegen die
Kraft der Feder 53 vom Ventilsitz 55 abhebt, so daß eine Einsprit
zung erfolgt. Erst bei weiterem Druckanstieg im Pumpenarbeitsraum 2
wird die Kraft der Rückstellfeder 8 des Ventilschließgliedes 7 über
wunden, nun kann der Kraftstoff über die Längsnuten 52 des Ventil
schließgliedes 7 dem Entlastungsraum 10, der zweiten Entlastungslei
tung 22, die im nicht angesteuerten Zustand geöffnet ist, und die
Rücklaufleitung 16 zu dem Saugraum 6 fließen. Mit dem Öffnungsvor
gang wird das Ventilschließglied 7 plötzlich auf einer größeren Flä
che vom Druck des Pumpenarbeitsraumes belastet und schnell in ganz
geöffnete Stellung gebracht. Mit diesem Zurückfließen des Kraftstof
fes in den Saugraum 6 wird der Druck im Pumpenarbeitsraum 2 wieder
abgebaut, so daß der Druck unter das Niveau fällt, das anfangs vor
handen war, um die Ventilnadel 54 vom Ventilsitz 55 wegzudrücken und
das zu der Voreinspritzung führte. Während des Schließens des Ein
spritzventils 41 wird zeitgleich das Magnetventil 11 angesteu
ert, dadurch drückt der am Anker 18 vorhandene Ventilsitz 45 sich
auf den Ventilsitz 15 und verschließt die zweite Entlastungsleitung
22. Durch den nunmehr wiederum ansteigenden Druck im Pumpenarbeits
raum 2, der durch weitere Drehung des Nockensantriebs erfolgt, wer
den die obig bereits erwähnten druckbeaufschlagten Teile mit Druck
beaufschlagt, und das Ventilschließglied 7 wieder durch die Rück
stellfeder 8 in Schließstellung gebracht. Der nun weiterhin geför
derte Kraftstoff kann nun nur noch über die Längsbohrung 48 im Pum
penkolben 1, der Verteilernut 30, der Förderleitung 12 zum Ein
spritzventil 41 abfließen. Daher hebt sich die Ventilnadel 54 des
Einspritzventils 41 vom Ventilsitz 55 ab und es kommt zu der Haupt
einspritzung. Die Dauer wird bestimmt durch die Zeit in der das Mag
netventil 11 geschlossen bleibt. Öffnet das Magnetventil 11, so wird
die Rückseite des Ventilschließgliedes 7 schlagartig entlastet und
das Ventilschließglied aufgrund des hohen Drucks im Pumpenarbeits
raum unmittelbar geöffnet, so daß der Pumpenarbeitsraum entlastet
wird und die Einspritzung beendet wird.
Eine weitere alternative Ausführung ist in der Figur gestrichelt
eingezeichnet. Im Ventilschließglied 7 ist eine Durchgangsbohrung 56
eingebracht, in die ein einseitig, vom Entlastungsraum 10 durch
strömbar, druckfederbelastetes Kugelventil 57 eingebracht ist. Bei
dieser Ausführungsform ist keine Zuleitung 5 vom Saugraum 6 zum Pum
penarbeitsraum 2 erforderlich. Statt das Kugelventil 57 in das Ven
tilschließglied 7 einzubringen, könnte auch eine um das Ventil
schließglied 7 führende Leitung mit einem Kugelventil eingebaut wer
den.
Durch die zuvor erläuterten Einrichtungen könnte der Kraftstoff vom
Saugraum 6 über die Rücklaufleitung 16, die zweite Entlastungslei
tung 22, die Durchgangsbohrung 56, das Kugelventil 57, die erste
Entlastungsbohrung 4 in den Pumpenarbeitsraum 2 gelangen.
Eine weitere mögliche Alternative besteht darin, daß mittels eines
zweistufigen Magnetventils die Abstimmung mit dem Ventilschließglied
7 in der Weise erfolgen kann, daß nach dem Öffnen des Ventilschließ
gliedes 7 die erste Stufe des Magnetventils geöffnet wird und der
Druck nicht vollständig abbaut wird, sondern der Druck kurze Zeit in
bestimmter Höhe gehalten wird, um dann mit der zweiten Stufe zur Be
endigung der Haupteinspritzung den Druck vollständig abzubauen.
Im übrigen kann die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzpumpe auch
ohne Voreinspritzung betrieben werden, wenn das Magnetventil 11 von
Anfang an geschlossen bleibt. Bei beginnender Nockendrehung wird der
Pumpenkolben 2 nach oben bewegt, so daß sich der sich über eine
Zuleitung 5 und eine Füllnut 14 in den Pumpenarbeitsraum 2 gelangen
de Kraftstoff zu verdichten beginnt und sich der Druck im Pumpenar
beitsraum 2 erhöht. Die Erhöhung des Drucks öffnet das Einspritzven
til 41. Das Ventilschließglied 7 ist geschlossen und das Magnetven
til 11 ist geschlossen. Die Drehung des Nockens geht weiter, der
Pumpenkolben 1 bewegt sich weiter nach oben, verdichtet mehr und
spritzt so lange ein bis das Magnetventil 11 öffnet. Über die Rück
laufleitung 16 wird der Druck im Pumpenarbeitsraum 2 abgebaut, das
Einspritzventil 41 schließt. Ein neuer Zyklus kann beginnen.
Claims (10)
1. Kraftstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen mit wenigstens
einem Pumpenkolben (1) und einem von diesem begrenzten Pumpenar
beitsraum (2), der beim Förderhub des Pumpenkolbens (1) über eine
Kraftstoffeinspritzleitung (12) mit einem Kraftstoffeinspritzventil
(41) verbindbar ist und über eine erste Entlastungsleitung (4) mit
einem Entlastungsraum (10) verbindbar ist und mit einem die erste
Entlastungsleitung (4) steuernden Glied (7) und eine, das Glied (7)
in Schließrichtung belastenden Rückstellfeder (8), die in einem Fe
derraum bzw. Entlastungsraum (10) angeordnet ist, der über eine
zweite Entlastungsleitung (22) entlastbar ist, die ein elektrisch
gesteuertes Ventil enthält, dadurch gekennzeichnet, daß das Glied
(7) mit einem die erste Entlastungsleitung (4) begrenzenden Ventil
sitz (32) als Ventilschließglied zusammenarbeitet und der Öffnungs
druck des gesteuerten Glieds (7) höher als der Öffnungsdruck des
Einspritzventils (41) ist.
2. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventilschließglied (7) als Gleichdruckventil ausgebildet ist.
3. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventilschließglied (7) als ein gleitend geführtes Ventil
schließglied (7) ausgebildet ist, wobei der im Zylinder gleitende
Teil des Ventilschließgliedes (7) im Durchmesser größer ist als der
Durchmesser des Ventilsitzes und Überstromquerschnitte zwischen Sitz
und Federraum vorgesehen sind.
4. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die vom Entlastungsraum (10) abführende zweite Entla
stungsleitung (22) durch ein elektrisch gesteuertes Ventil, insbe
sondere ein Magnetventil (11), geöffnet und geschlossen werden kann.
5. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das elektrisch gesteuerte Ventil koaxial zum Ventilschließglied
(7) angeordnet ist.
6. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der Ansprüche 2 oder 3, da
durch gekennzeichnet, daß die Rückseite des Ventilschließgliedes (7)
mit einer sich in Abhängigkeit von Betriebskenngrößen der Brenn
kraftmaschine einstellbaren Rückstellfeder (8) beaufschlagt ist.
7. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in einer der Entlastungsleitungen (4,
22) ein variabler Durchströmquerschnitt während der Öffnungsphase
des elektrisch gesteuerten Ventils, des Magnetventils (11), vor Ende
der Kraftstoffeinspritzung einstellbar ist.
8. Kraftstoffeinspritzpumpe nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftstoffeinspritzpumpe als Ver
teilereinspritzpumpe ausgebildet ist.
9. Verfahren zum Steuern einer Kraftstoffeinspritzpumpe mit periodi
schen Takten von Pumpenkolbenförderungen und Hochdruckbildung zur
Kraftstoffeinspritzdüse mit Steuerung der Dauer der Hochdruckförde
rung pro Fördertakt zur Steuerung der Kraftstoffeinspritzmenge,
durch Steuerung einer ersten Entlastungsleitung des Pumpenarbeits
raumes und mit Steuerung der Hochdruckförderrate durch Steuerung ei
ner Kraftstoffentnahmemenge über ein Kraftstoffentnahmeglied, das
einerseits dem Hochdruck des Pumpenarbeitsraums und andererseits dem
Druck in einem Entlastungsraum ausgesetzt ist der über ein elek
trisch steuerbares Ventil entlastbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß in einem ersten Arbeitsbereich der Kraftstoffeinspritzpumpe das
elektrisch steuerbare Ventil, zur Steuerung einer Kraftstoffein
spritzmenge bei Förderhubbeginn des Pumpenkolbens (1) geöffnet, ab
einem bestimmten Pumpenkolbenförderhub geschlossen und zur Beendi
gung der Kraftstoffeinspritzung wiederum geöffnet wird und das
Kraftstoffentnahmeglied als Druckventil mit einem oberhalb des Öff
nungsdrucks des jeweiligen Einspritzventils liegenden Öffnungsdruck
ausgebildet ist und/oder daß in einem zweiten Arbeitsbereich das
Magnetventil (11) bei Förderbeginn des Pumpenkolbens geschlossen ist
und zur Beendigung des Einspritzvorgangs geöffnet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Ab
stand zwischen Vor- und Haupteinspritzung mit dem Schließen des Mag
netventils (11) variiert werden kann.
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