Eine auf einer Spinnmaschine, insbesondere einer Ringspinnmaschine,
hergestellte Spinnspule wird anschließend einem
Spulautomaten zur Durchführung des nächsten Arbeitsschrittes
zugeführt, bei dem der auf der Spinnspule vorhandene Faden
auf eine Auflaufspule von vorbestimmter Form und Größe umgespult
wird, während ein im Faden vorliegender Fehler entfernt
wird.
Insbesondere bei einem Spulautomaten, bei dem eine oder
mehrere in Gegenüberstellung angeordnete Spulstellen vorgesehen
sind, wird ein Faden von einer Spinnspule abgezogen,
die von verschiedenen Fördereinrichtungen zu einer bestimmten
Stelle jeder Spulstelle zugeführt wird, und durchläuft dann
einen Fadenspannungsregler, einen Fadenreiniger bzw. Knotenfänger
und einige andere Einrichtungen, woraufhin dieser auf
eine von einer Changierwalze gedrehte Auflaufspule aufgewickelt
wird. Um eine einzige Auflaufspule zu erhalten,
müssen normalerweise mehrere bis mehrere zehn Spinnspulen zum
Umspulen der darauf befindlichen Fäden zugeführt werden.
Bei einem Spulautomaten des oben beschriebenen Typs wird der
von einer auf der Fadenzufuhrseite befindlichen Spinnspule
abgezogene Faden längs der Achse der Spule nach oben
geführt. Demzufolge kann sich ein von der Fadenschicht der
Spule abgesetzter Faden unter einer Ballonbildung bewegen.
Verbleibt eine Fadenschicht mit ausreichender Dicke auf der
Spinnspule zurück, so tritt kein Problem auf. Schreitet der
Umspulvorgang jedoch fort und wird die Dicke der Fadenschicht
geringer, so ergibt sich eine verringerte Fadenschicht am
unteren Endteil der Aufwickelhülse B, wie dies in Fig. 7
dargestellt ist, und zwar infolge des vorausgehenden Spulenwickelvorgangs
auf einer Spinnmaschine für den vorausgehenden
Schritt. Demzufolge bewegt sich der von der Spule abgelöste
Faden nach oben, während dieser die Oberfläche der Aufwickelhülse
B mit einem verringerten Ablösewinkel umschlingt. Demzufolge
wirkt eine Zugkraft auf den Faden infolge eines zu
hohen Widerstandes ein, der durch die Reibung zwischen den
sich berührenden Fäden oder durch den Kontakt des Fadens mit
der Aufwickelhülse B hervorgerufen wird, so daß demzufolge
ein Fadenbruch auftreten kann. Ein derartiger Fadenbruch
tritt rascher auf, falls die Fadenzufuhrgeschwindigkeit
zunimmt.
Wird andererseits die Fadenschicht verringert und bewegt sich
der von der Spule abgelöste Faden in Kontakt mit der darunterliegenden
Fadenschicht, so kann manchmal ein Fadenbruch
durch eine sogenannte Aufschiebung hervorgerufen werden, bei
der eine um die Spule angeordnete Fadenwicklung auf einmal
nach oben abgezogen wird.
Jedesmal, wenn ein Fadenbruch auftritt, muß der Umspulvorgang
angehalten werden, um anschließend die Fadenenden wieder zu
verbinden. Wird eine große Anzahl an Spinnspulen zur Herstellung
einer voll aufgewickelten Auflaufspule zugeführt, da die
Fadenmenge auf jeder solchen Spinnspule bestenfalls einhundert
und mehrere zehn Gramm beträgt, und tritt bei jeder
Spule ein Fadenbruch wie oben beschrieben auf, so wird
dadurch die Arbeitsproduktivität der Spulmaschine gesenkt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Arbeitsproduktivität
eines Spulautomaten zu steigern und die Herstellung
von hochqualitativen Auflaufspulen auf dem Spulautomaten
sicherzustellen.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des
Patentanspruches 1 bzw. 10 gelöst.
Gemäß der Erfindung ist eine unabhängige Spul-Steuereinrichtung
zum Einstellen der Spulgeschwindigkeit eines Fadens,
d. h. der Fadenzufuhrgeschwindigkeit, für jede der Spulstellen
des Spulautomaten vorgesehen.
Dadurch, daß die Spulgeschwindigkeit so gesteuert wird, daß
die Zufuhrgeschwindigkeit des Fadens zum Ende des Spulvorganges
einer Spinnspule hin zur Steuerung der Zunahme der Fadenspannung
durch das Lösen des Fadens abgesenkt werden kann,
kann ein Fadenbruch infolge eines raschen Anstiegs der Fadenspannung
verhindert werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigt
Fig. 1 den allgemeinen Aufbau eines Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Einrichtung in
schematischer Darstellung,
Fig. 2 und 3 Geschwindigkeitsdiagramme zur Verdeutlichung
der Fadengeschwindigkeits-Steuerzustände,
Fig. 4 den allgemeinen Aufbau eines anderen Ausführungsbeispiels
einer Einrichtung zur Ableitung
desjenigen Zeitpunkts, bei dem der Verzögerungsbefehl
ausgegeben werden soll,
Fig. 5 den allgemeinen Aufbau eines weiteren Ausführungsbeispiels
der Einrichtung,
Fig. 6 ein Diagramm, das die Variation der Fadenlösespannung
verdeutlicht,
Fig. 7 eine Darstellung, die die Stelle verdeutlicht, an
der sich der restliche, auf einer Spinnspule aufgewickelte
Faden befindet,
Fig. 8 ein Beispiel einer Fadenreinigungssteuerung in
Blockdiagrammdarstellung,
Fig. 9 ein die Beziehung zwischen einer Fadengeschwindigkeit
und einer Bezugsspannung verdeutlichendes
Diagramm,
Fig. 10 ein Fadengeschwindigkeitsdiagramm, das die Wirkungsweise
eines Ausführungsbeispiels einer Spulsteuerung
beim Auftreten einer Aufschiebung verdeutlicht,
und
Fig. 11 ein Fadengeschwindigkeitsdiagramm, das die Wirkungsweise
eines anderen Ausführungsbeispiels
einer derartigen Spulsteuerung wiedergibt.
Fig. 1 zeigt ein Beispiel einer Spulstelle eines Spulautomaten.
Ein von einer Spinnspule 1 gelöster und abgezogener
Faden Y wird über einen Ballonbrecher 2 und einen Fadenspannungsregler
3 geführt und dann mit Hilfe eines Fadenfehler-Erfassungskopfes,
wie z. B. eines Fadenreinigers 4, überprüft,
um irgendeinen Fehler des Fadens Y feststellen zu können, und
anschließend auf eine Auflaufspule 6 aufgewickelt, die von
einer Changierwalze 5 gedreht wird.
Während des Spulens des Fadens Y wird die sich ändernde Dicke
des durch den Fadenreiniger 4 laufenden Fadens normalerweise
als elektrisches Signal 7 einem Reinigungssteuergerät 8 zugeführt
und in diesem mit einem Bezugswert verglichen. Falls
die Fadendicke außerhalb eines zulässigen Bereichs liegt,
folgert das Reinigungssteuergerät 8, daß ein Fadenfehler den
Fadenreiniger 4 durchlaufen hat, und liefert sofort ein Befehlssignal
10 an eine Messerantriebseinrichtung 9, so daß ein
Messer zum Abschneiden des Fadens Y betätigt werden kann.
Nachdem der Faden Y geschnitten wurde, wird das Fadenzufuhrsignal
vom Fadenreiniger 4 nicht mehr abgegeben, was veranschaulicht,
daß das Schneiden des Fadens Y erfaßt ist. Demzufolge
liefert das Reinigungssteuergerät 8 einen Haltebefehl
zum Antriebsmotor 17 der Changierwalze 5, um das Drehen der
Changierwalze 5 einzustellen.
Daraufhin wird vom Steuergerät 8 ein Befehlssignal 13 zum
Einleiten eines Fadenspleißvorganges einer Fadenverbindungseinrichtung
12 abgegeben, so daß ein Fadenverbindungsvorgang
mit Hilfe einer bekannten Fadenknüpf- oder -spleißeinrichtung
ausgeführt wird.
Es ist zu bemerken, daß das Bezugszeichen 14 in Fig. 1 auf
eine Impulserzeugungseinrichtung zum Erfassen der Drehung der
Changierwalze 5 hinweist. Diese Impulserzeugungseinrichtung
14 umfaßt z. B. einen an einer Endfläche der Changierwalze 5
angeordneten Magneten 15 sowie einen benachbarten Sensor 16
und liefert ein dadurch erzeugtes Impulssignal 17 zu einem
zum Messen einer festgelegten Länge vorgesehenen Mechanismus
für die Berechnung der Länge des auf die Auflaufspule 6 gewickelten
Fadens aus der Drehfrequenz der Changierwalze 5, so
daß das Impulssignal 17 in dem Mechanismus zum Messen einer
festgelegten Länge gespeichert und in diesem verarbeitet werden
kann. Das Impulssignal 17 wird auch zur Berechnung der
Fadengeschwindigkeit während des Spulvorganges herangezogen.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist für jede der Spulstellen des
Spulautomaten ein Changierwalzen-Antriebsmotor 11 vorgesehen,
und die Drehgeschwindigkeit jedes Motors 11 wird mit Hilfe
eines für jede Spulstelle vorgesehenen Inverters 18 gesteuert.
Jede der Spulstellen weist demzufolge eine Steuer
einrichtung 19 zur Steuerung des zugeordneten Motors 11 auf,
so daß dieser mit einer Geschwindigkeit gedreht wird, die für
das Spulen in der zugeordneten Spulstelle am geeignetsten
ist. Dabei wird die Drehgeschwindigkeit des Changierwalzen-
Antriebsmotors 11 mit Hilfe des Inverters 18 entsprechend
einem Steuersignal 20 eingestellt, das von der Steuereinrichtung
19 abgegeben wird.
Es ist zu bemerken, daß alle Spulstellen bzw. jede einzelne
der Spulstellen des Spulautomaten mit Hilfe ihrer zugeordneten
Inverter 18 über Steuerleitungen 22 und 23 gesteuert werden,
die sich von einer zentralen Steuereinheit 21 weg
erstrecken. Die Steuerinhalte, die für alle Spulstellen
gemeinsam sind, umfassen z. B. das Festlegen einer grundlegenden
Fadenzufuhrgeschwindigkeit abhängig von der Art der zu
verarbeitenden Fäden und ein Ein/Aus-Signal für Bildstörein
richtungen.
Nachfolgend wird die Steuerung der Fadenzufuhrgeschwindigkeit
mit Hilfe des für jede Spulstelle vorgesehenen Inverters 18
beschrieben. Die Fadenzufuhrgeschwindigkeit wird im einzelnen
entsprechend der Änderung der Spannung gesteuert, wie dies in
Fig. 6 verdeutlicht und vorstehend erläutert wurde. Wird ein
Faden von einer in Fig. 7 gezeigten Spinnspule 1 gelöst und
von dieser abgezogen und dann auf eine Auflaufspule 6 ge
wickelt, so wird die Fadenlösespannung auf einen im wesentlichen
konstanten Wert H für ein bestimmtes Zeitintervall T 1
nach Beginn des Abspulens des Fadens von der vollbewickelten
Spinnspule 1 gehalten. Mit der Zeit wird die Dicke der Fadenschicht
allmählich verringert und, nachdem z. B. eine in Fig. 7
dargestellte Restfadenmenge Y 1 erreicht ist, nimmt die Faden
lösespannung rasch und progressiv innerhalb eines Zeitintervalls
t 3 zu, wie dies durch den Kurvenverlauf H 1 in Fig. 6
gezeigt ist. Es ist zu bemerken, daß bei geringerer Spulgeschwindigkeit
mit dem Wert h die Fadenspannung im Zeitintervall
t 3 ebenso niedrigere Werte aufweist, wie dies durch den
Kurvenverlauf h 1 dargestellt ist.
In einem solchen Fall wird die Fadenzufuhrgeschwindigkeit abgesenkt,
um einen möglichen Fadenbruch infolge einer Zunahme
der Fadenspannung zu verhindern. Stellt die bei der in Fig. 1
gezeigte Anordnung vorgesehene Steuereinrichtung 19 fest,
daß ein spezielles vorbestimmtes Zeitintervall T 1, das aus
der Gesamtmenge des Fadens auf der Spule und der Fadenspulgeschwindigkeit
berechnet wird, nach der Zufuhr der Spule zur
Spulstelle verstrichen ist, so gibt diese einen Verzögerungsbefehl
an den Inverter 18 ab, um die Fadenspulgeschwindigkeit
an der Spulstelle zu senken.
Im einzelnen wird hierbei davon ausgegangen, daß die Zeit, die
zum Abwickeln eines Fadens von einer vollbewickelten, in
Fig. 7 anhand der strichlierten Linie Y 2 dargestellten Spule
ohne Fadenbruch erforderlich ist, durch den Zeitabschnitt T
wiedergegeben wird, wobei die Anstiegszeit nach Starten eines
solchen Spulvorganges durch die Zeit t 1, die Spulzeit mit
einer normalen festgelegten Geschwindigkeit durch die Zeit t 2
und die Zeit, innerhalb der die Fadenspannung variiert,
durch die Zeit t 3 dargestellt sind, wie dies in der Fig. 2
wiedergegeben ist. Somit berechnet die Steuereinrichtung 19
ein Zeitintervall T 1 ab dem Zeitpunkt, zu dem die Spule anstelle
einer anderen in Stellung gebracht wurde, und gibt
nach Ablauf des Zeitintervalls T 1 ein Verzögerungs-Steuersignal
20 ab.
Es ist zu bemerken, daß als Berechnungsmethode für das oben
erwähnte Zeitintervall T 1 wahlweise ein Verfahren, bei dem
ein in der Steuereinrichtung 19 enthaltenes Arbeitsprogramm
benutzt wird, oder ein anderes Verfahren, bei dem die Anzahl
der Impulse 17, die nach Drehung der Changierwalze erzeugt
werden (siehe Fig. 1), in eine Zeit umgewandelt wird, oder
irgendein anderes geeignetes Verfahren Anwendung finden
kann. Es ist ebenso zu bemerken, daß Fig. 3 das Festlegen
eines Zeitpunktes wiedergibt, zu dem ein Verzögerungsbefehl
dem Inverter 18 zugeführt werden soll, falls ein Fadenbruch
während des Spulvorganges auftritt. Geht man z. B. im ein
zelnen davon aus, daß nach Ablauf einer Zeit T 2 nach Beginn
des Spulens ein Fadenbruch auftritt und anschließend ein
Zeitintervall tS zum Spleißen des Fadens benötigt wird,
woraufhin der Spulvorgang wieder gestartet wird, so ist die
Zeit, die dem in Fig. 2 gezeigten Zeitintervall T 1 entspricht,
d. h. die Zeit, während welcher der Faden tatsächlich vor Ausgabe
des Verzögerungsbefehls zugeführt wird, gleich T 2 + T 3,
so daß gilt: T 1 = T 2 + T 3. Wird somit entsprechend der Fig. 3
ein Verzögerungssignal an den Inverter nach Ablauf des Zeitintervalls
T 3 = T 1 - T 2 nach Wiederbeginn des Spulvorganges
abgegeben, kann die Fadengeschwindigkeit bei Zunahme der Fadenspannung
gesenkt werden.
In Fig. 4 ist eine weitere Einrichtung zur Ermittlung eines in
den Fig. 2 und 3 dargestellten Zeitpunkts K dargestellt, bei
dem ein Verzögerungssignal erzeugt werden soll. Gibt bei der
in Fig. 4 gezeigten Anordnung der Fadenreiniger 4 ein Alarmsignal
in Erwiderung auf eine Abschiebung ab, die bei einer
Spule 1 auftreten kann, auf der eine Fadenschicht mit geringer
Dicke verblieben ist, so führt die Steuereinrichtung 19
einen Verzögerungsbefehl dem Inverter 18 zu, um die Fadenzufuhr
geschwindigkeit in ähnlicher Weise zu der im Verzögerungsbereich
t 3 der Fig. 2 gezeigten zu steuern. Oder andererseits
kann ein Torsensor für den Fadenspannungsregler 3 verwendet
werden, so daß, falls ein Fadenklumpen beim Auftreten einer
Aufschiebung den Torsensor aufstößt, eine Erfassungseinrichtung
ein derartiges Verhalten des Sensors erfassen und ein
Aufschiebungssignal 25 der Steuereinrichtung 19 zuführen
kann, so daß die Steuereinrichtung 19 einen Verzögerungsbefehl
an den Inverter 18 abgibt.
Fig. 5 verdeutlicht eine weitere Einrichtung zum Erfassen
eines derartigen Zeitpunktes K, an dem die Fadenlösespannung
zu steigen beginnt. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
kann die Verringerung der Dicke der Fadenschicht direkt erfaßt
werden. Z. B. kann ein Photosensor bzw. ein Photoröhrensensor
26 verwendet werden, um den Bereich, in dem eine Aufschiebung
als Folge einer Verringerung der Fadenschichtdicke
auftreten kann, und ein Zeitpunkt K, ab dem die Fadenlösespannung
schnell anzusteigen beginnt, zu erfassen, indem von
dem Unterschied zwischen den Mengen des von der Fadenschicht
Y 1 und der Aufwickelhülse B reflektierten Lichts Gebrauch
gemacht wird. Ermittelt der Photoröhrensensor 26 eine Verringerung
der Dicke der Fadenschicht, so wird daraufhin ein
Signal 27 in ähnlicher Weise zur Steuereinrichtung gesandt,
so daß diese ein Verzögerungs-Befehlssignal 20 an den Inverter
18 abgibt.
Es ist zu bemerken, daß, obwohl bei den Ausführungsbeispielen
der Fig. 1, 4 und 5 Befehlssignale 28 zum Starten und
Anhalten des Changierwalzen-Antriebsmotors 11 von der Steuereinrichtung
19 an den Inverter 18 abgegeben werden, in diesem
Fall ein Haltesignal, das von einem einen vollaufgewickelten
Zustand kennzeichnenden Signal von dem Mechanismus zum Messen
einer festgelegten Länge abgeleitet oder nach Auftreten eines
Fadenbruchs erzeugt wird, dem Inverter zugeführt wird, um den
Changierwalzen-Antriebsmotor 11 anzuhalten. Anschließend wird
ein Startsignal von der Steuereinrichtung 19 an den Inverter
18 abgegeben, um den Antriebsmotor 11 zu starten, nachdem
eine neue Spule zugeführt oder ein Fadenspleißvorgang abgeschlossen
wurde.
Auf die oben beschriebene Art und Weise kann durch eine
Steuerung eines für jede der Spulstellen eines Spulautomaten
vorgesehenen Inverters, bei der die Fadenzufuhrgeschwindigkeit
entsprechend dem Ergebnis einer automatischen Beurteilung
mittels eines Programms am Ende des Umspulvorganges
einer Spinnspule oder in Erwiderung auf die Erfassung einer
Zunahme der Fadenspannung oder der Menge des auf der Spule
verbliebenen Fadens abgesenkt werden kann, die Drehung eines
Changierwalzen-Antriebsmotors zur Vermeidung einer möglichen
Zunahme der Fadenlösespannung verringert werden.
Es ist zu bemerken, daß der Betrag der Verringerung der
Fadenzufuhrgeschwindigkeit in Abhängigkeit vom Typ des Fadens
variiert, dieser jedoch insoweit auf einen willkürlichen Wert
festgelegt werden kann, als dieser zumindest einen Fadenbruch
verhindert und auf der Auflaufspulenseite durch eine rasche
Verringerung der Fadenzufuhrgeschwindigkeit weder ein Stirn
flächeneinzug noch ein Harnischeinzug hervorgerufen wird.
Obwohl die durchschnittliche Fadenzufuhrgeschwindigkeit während
des Zeitintervalls t 3 in den Fig. 2 und 3 niedriger als
die Fadenzufuhrgeschwindigkeit während der normalen Laufzeit
t 2 ist, entspricht das Zeitintervall t 3 höchstens 10% der
gesamten Zeit T. Wird demzufolge die Zeit, die für eine
Fadenverbindung beim Auftreten eines Fadenbruches erforderlich
ist, in Erwägung gezogen, so ergibt sich eine geringe
voraussagbare Verschlechterung hinsichtlich der
Arbeitsproduktivität.
Es ist zu bemerken, daß, obwohl eine derartige oben beschriebene
Verringerung der Fadenzufuhrgeschwindigkeit einen möglichen
Fadenbruch infolge der Zunahme der Fadenzufuhrspannung
verhindern kann, in dem Fall, bei dem die Einstellung der
Empfindlichkeit des Knotenfängers bzw. Fadenreinigers 4 relativ
zur Dicke des Fadens konstant gelassen wird, die Länge
eines Fadenfehlers wie z. B. einer Fadenverdickung oder einer
Nisse, relativ lang in bezug auf die einigermaßen lange
Bezugslänge wird, falls die Fadenzufuhrgeschwindigkeit abnimmt
und demzufolge ein Teil des Fadens, der bei einer normalen
Betriebsbedingung nicht als mangelhaft erfaßt wird, als fehlerhaft
betrachtet und somit vom Faden weggeschnitten wird.
Um einen derartigen möglichen Fall, wie er vorstehend beschrieben
wurde, ausschließen zu können, wird vorzugsweise
eine in Fig. 9 beispielsweise gezeigte Bezugswertkorrektur
einrichtung vorgesehen.
Wie aus Fig. 8 ersichtlich, wird ein auf Drehung der
Changierwalze 5 hin erzeugtes Impulssignal 17 einer Trenn
schaltung 29, die das Rauschen vom Impulssignal 17 abtrennt, und
dann einem D/A-Wandler 30 zugeführt, der dieses in eine analoge
Spannung umwandelt, die der Fadengeschwindigkeit entspricht.
Diese analoge Spannung wird dann dem Reinigungssteuergerät
8 zugeführt. In dem Reinigungsgerät 8 wird
ein Bezugswert, der mit Hilfe der zentralen Steuereinheit
eingestellt wird, die zum Einstellen einer Bezugslänge für
alle Spulstellen des Spulautomaten vorgesehen ist, mit dem
analogen Signal korrigiert, um einen korrigierten Bezugswert
zu erzeugen.
Wie aus Fig. 9 ersichtlich, wird z. B. an Abschnitten F 1, F 3
und F 4 des Diagramms F, an denen die Fadengeschwindigkeit in
bezug auf die Spulzeit variiert, die Bezugsspannung für die
Bezugslänge als eine proportionale Funktion der Fadenge
schwindigkeit geändert, wie dies aus dem anderen Diagramm G
ersichtlich ist. Es ist hier zu bemerken, daß der Abschnitt
F 1 des Diagramms F, der eine Änderung der Fadenzufuhr
geschwindigkeit zeigt, einer Anstiegs- bzw. Anlaufzeit der
Changierwalze nach Beginn des Spulens entspricht, daß der
Abschnitt F 2 einem normalen Spulzustand bei einer festgelegten
Geschwindigkeit entspricht, daß der sich ändernde Abschnitt
F 3 einen Verzögerungszustand in einem Bereich aufzeigt,
in dem die Fadenlösespannung ansteigt, und daß der
Abschnitt F 4 einen Drehzustand der Changierwalze infolge
ihrer eigenen Trägheit wiedergibt, falls ein den vollbewickelten
Zustand anzeigendes Signal erzeugt wird.
Somit wird bei Änderung der Fadengeschwindigkeit die Bezugsspannung
V variiert. Im einzelnen zeigt ein Abschnitt G 1 des
Diagramms G eine korrigierte Spannung in dem Beschleunigungsbereich
F 1, während ein anderer Abschnitt G 2 eine festgelegte
Spannung für die normale Zufuhr des Fadens mit festgelegter
Geschwindigkeit wiedergibt. Wird dann ein Bezugswert für jede
Spulstelle von seiten der zentralen Steuereinheit der Fig. 6
eingestellt, so wird normalerweise eine Bezugsspannung Ea für
die Fadenzuführung mit normaler Geschwindigkeit verwendet.
Ein weiterer Abschnitt G 3 des Diagramms G zeigt eine korrigierte
Spannung im Verzögerungsabschnitt F 3 und noch ein weiterer
Abschnitt G 4 zeigt eine korrigierte Spannung im Ver
zögerungsbereich F 4.
Während sich die Fadengeschwindigkeit ändert, kann ein
erfaßter Wert mit einem Bezugswert verglichen werden, der
dann der Fadenzufuhrgeschwindigkeit entspricht. Demzufolge
kann die Länge eines Fadenfehlers, die durch die Fadenzufuhr
geschwindigkeit beeinflußt wird, sicher erfaßt werden. Somit
wird kein unwirtschaftliches Schneiden des Fadens bewirkt.
Nachfolgend wird die Spulsteuerung mit Bezug auf die Fig. 10
und 11 beschrieben, falls eine Aufschiebung während des
Spulens auftritt.
Fig. 10 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel. Wird eine neue
Spinnspule einer Umspulposition der Spulstelle zugeführt und
der Umspulvorgang bei Ai gestartet, so wird der Changierwalzen-
Antriebsmotor entsprechend Bi auf eine voreingestellte
anfängliche Drehgeschwindigkeit V beschleunigt, woraufhin der
Spulvorgang mit festgelegter Geschwindigkeit V entsprechend
dem Kurvenabschnitt Ci durchgeführt wird. Tritt dann bei Di
in Fig. 10 eine Aufschiebung auf, so liefert eine Sensoreinrichtung,
die eine solche Aufschiebung erfaßt, ein Alarmsignal,
wodurch die in Fig. 1 gezeigte Messerantriebseinrichtung
9 zum Schneiden des Fadens sofort betätigt wird. Es ist
zu bemerken, daß z. B. der Fadenreiniger 4 als Aufschiebungs
Sensoreinrichtung verwendet werden kann. Der Fadenreiniger 4
liefert ein elektrisches Signal und der Änderungsgrad des
elektrischen Signals, der auftritt, falls ein dickerer oder
dünnerer Teil, der normalerweise in einem Faden während der
Zufuhr enthalten ist, am Fadenreiniger 4 vorbeikommt, wird
mit einem voreingestellten Wert verglichen, um einen fehlerhaften
Abschnitt des Fadens zu ermitteln. Bei dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist in dem Reinigungssteuergerät 8
zusätzlich zu dem ersten voreingestellten Wert für die
Erfassung eines Knotens oder dergleichen ein zweiter vorein
gestellter Wert zur Erfassung einer derartigen, sehr großen
Signaländerung vorgesehen, die durch eine Aufschiebung hervorgerufen
werden kann. Wird demzufolge eine Signaländerung,
d. h. eine Spannungsänderung, erfaßt, die den oben beschriebenen
zweiten voreingestellten Wert überschreitet, so wird
ein Aufschiebungs-Erfassungssignal 40 an die Steuer
einrichtung 19 abgegeben, um in Erwiderung darauf den Inverter
18 zu steuern. Betrachtet man nun noch einmal die Fig. 10, so
wird mit dem Spulen nach Ablauf einer Fadenspleißvorgangszeit
Ei nach dem Schneiden des Fadens infolge des Auftretens
einer Aufschiebung bei Di wieder begonnen, und in diesem Fall
wird die Spulgeschwindigkeit auf einen Wert v 1 im Kurvenabschnitt
Fi eingestellt, der kleiner als der anfängliche Wert
V ist, bevor der Spulvorgang wiederaufgenommen wurde.
Obwohl die Geschwindigkeitsdifferenz V-v 1 in geeigneter
Weise auf etwa 30% des anfänglichen Werts V ausgewählt ist,
kann diese geeignet geändert werden, und zwar in Abhängigkeit
der zu verarbeitenden Fadenart, des einzustellenden,
anfänglichen Werts V, der Dicke des zu verwendenden Fadens
usw. Vorzugsweise sollte es möglich sein, daß die
Einstellung der Steuereinrichtung 19 zur Verringerung der
Fadengeschwindigkeit regelbar ist.
Tritt während des Spulens mit der Fadengeschwindigkeit v 1
wieder eine Aufschiebung auf, so wird das Spulen nach einem
weiteren Fadenverbindungsvorgang bei Hi mit der oben erwähnten
voreingestellten Geschwindigkeit v 1 durchgeführt, wie
dies in Fig. 10 gezeigt ist.
Fig. 11 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel. Wird im
einzelnen der Spulvorgang mit der Fadengeschwindigkeit entsprechend
dem anfänglichen Wert V begonnen und tritt dann ein
Fadenbruch infolge des Auftretens einer Aufschiebung bei Ii
auf, so wird die Spulgeschwindigkeit nach der folgenden
Fadenverknüpfung auf einen Wert v 1 durch einen Inverter
gesteuert, und tritt nun wieder die Aufschiebung bei Li beim
Spulen mit der Fadengeschwindigkeit v 1 entsprechend dem
Kurvenabschnitt Ki auf, so wird die Fadenspulgeschwindigkeit,
wie aus dem Kurvenabschnitt Mi ersichtlich, nach einem fol
genden zweiten Fadenverbindungsvorgang auf einen Wert v 2 eingestellt,
der noch kleiner als der Wert v 1 ist. Bei diesem
zweiten Ausführungsbeispiel wird somit jedesmal beim
Auftreten einer Aufschiebung die Fadenspulgeschwindigkeit
nach einem folgenden Fadenverbindungsvorgang auf einen
kleineren Wert als im Vergleich zu dem Fadenspulgeschwindigkeitswert
vor dem Auftreten der Aufschiebung zurückgesetzt.
Das Spulen mit einer niedrigeren Spulgeschwindigkeit als der
anfänglichen Spulgeschwindigkeit macht es unwahrscheinlicher
für eine Aufschiebung, die während des Spulens mit der Faden
geschwindigkeit V auftreten kann, daß diese während des Spulens
mit der Fadengeschwindigkeit v 1 auftritt, und unwahr
scheinlicher für eine Aufschiebung, die während des Spulens
mit der Fadengeschwindigkeit v 1 auftreten kann, daß diese
während des Spulens mit der Fadengeschwindigkeit v 2 auftritt.
Es ist zu bemerken, daß eine derartige Fadengeschwindigkeitssteuerung
für eine einzelne Spinnspule durchgeführt wird, und
daß jedesmal, wenn eine neue Spinnspule der Spulposition zugeführt
wird, die Fadengeschwindigkeit natürlich auf den anfänglichen,
voreingestellten Wert V zurückgesetzt wird.
Mit Bezug auf die Fig. 10 und 11 ist zu bemerken, daß die
Punkte Ni und Pi, an denen sich die Fadengeschwindigkeit
ändert, jeweils einem Punkt entsprechen, bei dem die Fadenrestmenge
auf einer einzigen Spinnspule auf ein solches Maß
verringert ist, daß die Fadenspannung anzusteigen beginnt.
Zur Vermeidung eines unproduktiven Fadenbruches ist es von
Vorteil, wenn die Fadengeschwindigkeit ab einem derartigen
Spannungszunahmeanfangspunkt Ni oder Pi verringert wird.
Wie aus der vorstehenden Beschreibung ersichtlich, kann die
Drehgeschwindigkeit eines Changierwalzen-Antriebsmotors für
jede Spulstelle eines Spulautomaten entsprechend den Gegebenheiten
der jeweiligen Spulstelle geändert werden, wodurch
ein unproduktiver Betrieb der Spulstelle verhindert werden
kann, was die Arbeitsproduktivität des Spulautomaten
verbessert und eine Produktion von hochqualitativen Auflauf
spulen auf dem Spulautomaten sicherstellt. Die Erfindung
eignet sich insbesondere für Spulautomaten, die mit einer
hohen Geschwindigkeit betrieben werden.