DE3712650A1 - Adsorber - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Adsorber zur Behandlung von
Abgasen mittels eines körnigen Adsorptionsmittels mit
einem Gehäuse, in dem das Abgas das Adsorptionsmittel von
einem Abgaseinlaß zu einem Reingasauslaß durchströmt.
Derartige Adsorber werden beispielsweise zur Reinigung
von Abgasen von Industrieanlagen eingesetzt. Zur
Reinigung von fluor- oder wasserstoffhaltigen Abgasen der
Ziegeleiindustrie beispielsweise wird als
Adsorptionsmittel Kalksplitt eingesetzt.
Derartige Adsorber sind in verschiedenen Bauweisen
bekannt. In der DE-AS 19 46 457 ist ein Adsorber
beschrieben, bei dem jalousieartig angeordnete
Führungsbleche und Entlastungsbleche vorgesehen sind. Der
gesamte Innenraum des Behälters ist mit Adsorptionsmittel
gefüllt. Dieses gleitet kontinuierlich unter
Schwerkraftwirkung durch den Behälter. Es ist vom Abgas
quer zur Bewegungsrichtung durchströmt.
In der DE-PS 32 28 984 ist ein Adsorber beschrieben, bei
dem das Adsorptionsmittel diskontinuierlich von oben nach
unten durch den Behälter geleitet wird. Das zu reinigende
Gas strömt in Gegenrichtung von unten nach oben. Das Gas
wird über dächerförmige Einbauten zu- und abgeführt.
Ein Adsorber der nach Art eines Dächertrockners
aufgebaut ist, ist in der DE-PS 33 44 571 beschrieben.
Die beschriebenen Adsorber sind im Aufbau aufwendig.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Adsorber der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, der einerseits einen
konstruktiv einfachen Aufbau aufweist und bei dem
andererseits eine gleichmäßige Durchströmung des
Adsorptionsmittels bei intensivem Kontakt zwischen dem
Abgas und dem Adsorptionsmittel erreicht ist.
Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einem Adsorber der
eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß im Gehäuse
zwei zu dessen vertikaler Achse koaxiale, beabstandete
Gitterbleche angeordnet sind, die einen Adsorptionsraum
zur Aufnahme und zur Durchleitung des Adsorptionsmittels
bilden, wobei der Querschnitt der Löcher der Gitterbleche
kleiner als die Körnung des Adsorptionsmittels ist, daß
innerhalb des inneren Gitterblechs ein innerer Gasraum
und zwischen dem äußeren Gitterblech und dem Gehäuse ein
äußerer Gasraum besteht und daß der eine Gasraum an den
Abgaseinlaß und der andere Gasraum an den Reingasauslaß
angeschlossen ist.
Dieser Aufbau des Adsorbers ist konstruktiv einfach. Denn
es entfallen die zahlreichen, bei bekannten Adsorbern für
die Gasströmung vorgesehenen Leitelemente. Es ist eine
gleichmäßige Gasdurchströmung des Adsorptionsraums
erreicht. Denn dieser grenzt beidseitig an Gasräume an,
so daß über die gesamte Fläche des einen Gitterblechs
Abgas in den Adsorptionsraum eintritt und über die
gesamte Fläche des anderen Gitterblechs aus diesem
austritt.
Die gleichmäßige Durchströmung des vom Adsorptionsraum
aufgenommenen Adsorptionsmittels hat auch den Vorteil,
daß sich das Adsorptionsmittel gleichmäßig verbraucht.
Damit ist bei diskontinuierlichem Betrieb der Zyklus des
notwendigen Chargenwechsels bzw. die Austrags-Taktzeit
einfach bestimmbar. Darüber hinaus kann die
Austrags-Taktzeit vergleichsweise lang sein, da das
gesamte im Behälter im Adsorptionsraum anstehende
Adsorptionsmittel gleichmäßig beaufschlagt wird. Außerdem
wird beim Austrag nur wenig unverbrauchtes
Adsorptionsmittel abgezogen.
Durch den genannten Aufbau ist die Anordnung des
Abgaseinlasses und des Reingasauslasses an verschiedenen
Stellen möglich. Dementsprechend ist der Adsorberaufbau
leicht an die jeweiligen Gegebenheiten des
Aufstellungsortes anpaßbar.
Besonders einfach ist der Aufbau vorteilhaft dadurch, daß
das Gehäuse und die Gitterbleche kreiszylindrisch
gestaltet sind.
In Weiterbildung der Erfindung ist ein Gasleitschacht
vorgesehen, der zum inneren Gasraum offen ist und der
sich radial durch den Adsorptionsraum und den äußeren
Gasraum erstreckt und zu diesen Räumen hin geschlossen
ist. Außen am Gehäuse ist an den Gasleitschacht der
Abgaseinlaß oder der Reingasauslaß angeschlossen.
Vorzugsweise erstreckt sich der Gasleitschacht im
wesentlichen über die gesamte Höhe des Gehäuses. Dies
verbessert die gleichmäßige Gasführung durch das
Adsorptionsmittel.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen und der folgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. In der Zeichnung
zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt eines Adsorbers längs der
Linie I-I nach Fig. 2 und
Fig. 2 eine Aufsicht auf den Adsorber längs der
Linie II-II nach Fig. 1.
Ein Adsorber weist ein zylindrisches Gehäuse auf (1). In
diesem sind zwei zur vertikalen Achse (A) koaxiale,
beabstandete Gitterbleche (2, 3) angeordnet. Zwischen den
Gitterblechen (2, 3) besteht ein kreisringförmiger
Adsorptionsraum (4) zur Aufnahme und Durchleitung eines
körnigen Adsorptionsmittels. Die Lochgröße der Löcher des
Gitterblechs (2, 3) ist kleiner als die Körnung des
Adsorptionsmittels.
Innerhalb des inneren Gitterblechs (2) besteht ein
zylindrischer Abgasraum (5). Zwischen dem äußeren
Gitterblech (3) und dem Gehäuse (1) besteht ein
kreisringförmiger Reingasraum (6). An den Reingasraum (6)
ist über eine außen am Gehäuse (1) angeordnete Haube (7)
eine Reingasableitung (8) angeschlossen.
Im Gehäuse (1) ist ein Gasleitschacht (9) angeordnet.
Dieser ist von etwa radial verlaufenden, parallelen
Seitenblechen (10, 11) gebildet. Der Gasleitschacht (9) ist
zum inneren Gasraum (5) offen und außen am Gehäuse (1) an
eine Abgaszuleitung (12) angeschlossen. Der
Gasleitschacht (9) ist mittels der Seitenbleche (10, 11)
gegen den Adsorptionsraum (4) und den äußeren Gasraum (6)
geschlossen. Der Gasleitschacht (9) erstreckt sich
praktisch über die gesamte Höhe des Gehäuses (1). Er
unterbricht damit die Kreisringformen des
Adsorptionsraumes (4) und des äußeren Gasraumes (6).
Mittels einer außen am Gehäuse (1) liegenden Haube (13) ist
der Gasleitschacht (9) zur Abgaszuleitung (12) hin
verjüngt.
Das Volumen des Reingasraumes (6) ist größer als das
Volumen des Abgasraumes (5).
Oberhalb des Gehäuses (1) ist ein Vorratsilo (14) für das
Adsorptionsmittel angeordnet. Der Vorratsilo (14) ist mit
dem Adsorptionsraum (4) verbunden. Unterhalb des
Gehäuses (1) ist eine Austragsvorrichtung (15) für das
Adsorptionsmittel angeordnet. Mittels der
Austragsvorrichtung (15) ist Adsorptionsmittel
diskontinuierlich in einem bestimmten Takt austragbar.
Der Abgasraum (5) und der Reingasraum (6) sind nach oben
mit einer Decke (16) und nach unten mit einem Boden (17)
abgeschlossen.
Die Funktionsweise des beschriebenen Adsorbers ist etwa
folgende:
Aus der Abgaszuleitung (12) wird Abgas durch den
Gasleitschacht (9) in den Abgasraum (5) geführt. Es
beaufschlagt somit das innere Gitterblech (2) über seine
gesamte Höhe und über seinen gesamten Umfang. Das Abgas
durchströmt das Adsorptionsmittel im Adsorptionsraum (4)
in einer Vielzahl von fein verteilten Gasstromfäden (G),
von denen in den Figuren nur einige wenige eingezeichnet
sind. Das Gas gelangt dann durch das äußere
Gitterblech (3) in den Reingasraum (6). Da dessen Volumen
größer ist als das Volumen des Abgasraumes (5), nimmt die
Strömungsgeschwindigkeit des Gases im Adsorptionsmittel
ab. Dadurch verlängert sich die Reaktionszeit zwischen
dem Gas und dem Adsorptionsmittel. Der intensive Kontakt
des Gases mit dem Adsorptionsmittel ist auch dadurch
unterstützt, daß die Fläche des äußeren Gitterblechs (3)
größer ist als die des inneren Gitterblechs (2).
Den Reingasraum (6) verläßt das Gas über die Haube (7) und
die Reingasableitung (8).
Das Adsorptionsmittel im Adsorptionsraum (4) bildet für
das Gas einen bestimmten Strömungswiderstand. Auch die
Gitterbleche (2, 3) bilden einen Strömungswiderstand. Der
Strömungswiderstand der Gitterbleche (2, 3) läßt sich so
bemessen, daß er klein gegenüber dem Strömungswiderstand
des Adsorptionsmittels ist.
Der Strömungswiderstand der Gitterbleche (2, 3) läßt sich
jedoch auch so bemessen, daß er wesentlich größer als der
Strömungswiderstand des Adsorptionsmittels ist. Dadurch
ist erreicht, daß der Strömungswiderstand des
Adsorptionsmittels für die Gasdurchströmung des
Adsorptionsraums (4) praktisch ohne Einfluß ist. In diesem
Falle ist eine gleichmäßige Gasdurchströmung des
Adsorptionsmittelraums (4) auch dann erreicht, wenn sich
in der Schichtung des Adsorptionsmittels Lücken befinden
sollten.
Im Rahmen der Erfindung liegen zahlreiche weitere
Ausführungsbeispiele. So wäre es beispielsweise möglich,
anstelle des beschriebenen Gasleitschachtes (9) den
inneren Gasraum (5) oben oder unten anzuschließen. Dies
wäre allerdings konstruktiv aufwendiger. Außerdem wäre
anders als beim Gasleitschacht (9) keine über die Höhe des
inneren Gasraums (5) gleichmäßige Gaseinleitung gegeben.
In einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung könnte
auch die Strömungsrichtung des Gases umgekehrt werden. Es
wäre dann der äußere Gasraum (6) der Abgasraum und der
innere Gasraum (5) der Reingasraum.
Claims (9)
1. Adsorber zur Behandlung von Abgasen mittels eines
körnigen Adsorptionsmittels mit einem Gehäuse, in dem das
Abgas das Adsorptionsmittel von einem Abgaseinlaß zu
einem Reingasauslaß durchströmt, dadurch gekennzeichnet,
daß im Gehäuse (1) zwei zu dessen vertikaler Achse (A)
koaxiale, beabstandete Gitterbleche (2, 3) angeordnet sind,
zwischen den ein Adsorptionsraum (4) zur Aufnahme und zur
Durchleitung des Adsorptionsmittels gebildet ist, wobei
der Querschnitt der Löcher der Gitterbleche (2, 3) kleiner
als die Körnung des Adsorptionsmittel ist, daß innerhalb
des inneren Gitterblechs (2) ein innerer Gasraum (5) und
zwischen dem äußeren Gitterblech (3) und dem Gehäuse (1)
ein äußerer Gasraum (6) besteht und daß der eine Gasraum
an den Abgaseinlaß (12) und der andere Gasraum an den
Reingasauslaß (8) angeschlossen ist.
2. Adsorber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gehäuse (1) und die Gitterbleche (2, 3) kreiszylindrisch
gestaltet sind.
3. Adsorber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Gasleitschacht (9) vorgesehen ist,
der zum inneren Gasraum (5) offen ist und der sich durch
den Adsorptionsraum (4) und den äußeren Gasraum (6)
erstreckt und zu diesen Räumen (4, 6) hin geschlossen ist.
4. Adsorber nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
sich der Gasleitschacht (9) im wesentlichen über die
gesamte Höhe des Gehäuses (1) erstreckt.
5. Adsorber nach Anspruch 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Gasleitschacht (9) sich außen am
Gehäuse (1) in einer Haube (13) zu einer Gasleitung (12)
verengt.
6. Adsorber nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen des äußeren
Gasraums (6) größer ist als das Volumen des inneren
Gasraums (5).
7. Adsorber nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Abgaseinlaß (12),
gegebenenfalls über den Gasleitschacht (9), an den inneren
Gasraum (5) und der Reingasauslaß (8) an den äußeren
Gasraum (6) angeschlossen sind.
8. Adsorber nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt der Löcher
der Gitterbleche (2, 3) so bemessen ist, daß der
Strömungswiderstand der Gitterbleche (2, 3) größer ist als
der Strömungswiderstand des zwischen den
Gitterblechen (2, 3) stehenden Adsorptionsmittels.
9. Adsorber nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß unten an den
Adsorptionsraum (4) eine Austragsvorrichtung (15)
angeschlossen ist, die das Adsorptionsmittel
diskontinuierlich austrägt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873712650 DE3712650A1 (de) | 1987-04-14 | 1987-04-14 | Adsorber |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873712650 DE3712650A1 (de) | 1987-04-14 | 1987-04-14 | Adsorber |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3712650A1 true DE3712650A1 (de) | 1987-10-15 |
Family
ID=6325603
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873712650 Withdrawn DE3712650A1 (de) | 1987-04-14 | 1987-04-14 | Adsorber |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3712650A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE3914494A1 (de) * | 1989-05-02 | 1990-11-08 | Winfried Strittmatter | Verfahren und vorrichtung zur beseitigung von festen und gasfoermigen schadstoffen aus von feuerungs- oder verbrennungsanlagen herruehrenden abgasstroemen |
| DE9103432U1 (de) * | 1991-03-20 | 1991-06-20 | Babcock-BSH AG vormals Büttner-Schilde-Haas AG, 4150 Krefeld | Körnerbettfilter |
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| DE3344571C2 (de) * | 1983-12-09 | 1986-05-15 | Hellmich, Friedrich, 4983 Kirchlengern | Sorptionsanlage zum Reinigen von Industrieabgasen |
-
1987
- 1987-04-14 DE DE19873712650 patent/DE3712650A1/de not_active Withdrawn
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