DE3711080A1 - Verfahren und vorrichtung zum wechseln der formwerkzeuge in der schliesseinheit von spritzgiessmaschinen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum wechseln der formwerkzeuge in der schliesseinheit von spritzgiessmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Wechseln der Form
werkzeuge in der Schließeinheit von Spritzgießmaschinen, bei
welchem die Formwerkzeuge mit einem Wagen oder Schlitten in
den und aus dem Bereich der Schließeinheit gefahren werden.
Darüber hinaus befaßt sich die Erfindung aber auch mit einer
Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens, bei welcher
ein Transportwagen oder -schlitten für das oder die Form
werkzeuge in den und aus dem Bereich der Schließeinheit
einer Spritzgießmaschine verfahrbar ist.
Zum automatischen Wechseln von Formwerkzeugen in Spritzgieß
maschinen sind einerseits Wechselsysteme bekannt, die den
Ein- und Ausbauvorgang im Bereich der Schließeinheit von
oben her bewirken. Andererseits gehören aber auch schon
Wechselsysteme zum Stand der Technik, bei denen der Ein- und
Ausbauvorgang für die Formwerkzeuge von der Seite her vor
genommen wird.
Zum Festspannen und Ausrichten der Formwerkzeuge sind dabei
Schnellspannvorrichtungen im Gebrauch, die entweder als
adaptive Systeme auf die Formaufspannplatten der Schließ
einheit gesetzt sind, oder aber auch solche, die sich als
integrierte Systeme in den Formaufspannplatten der Schließ
einheit befinden.
Für den halbautomatischen Wechsel der Formwerkzeuge mittels
eines Krans oder eines ähnlichen Hebezeuges ist es hingegen
üblich, den Ein- und Ausbauvorgang von oben her durchzufüh
ren.
Der automatische Wechsel der Formwerkzeuge von der Seite her
erweist sich in den meisten Fällen als vorteilhaft, bspw.
schon deshalb, weil das Gewicht der Formwerkzeuge auf einem
am Boden verfahrbaren Transportwagen oder -schlitten aufge
nommen werden kann und daher keine zusätzlichen Sicherheits
vorkehrungen getroffen werden müssen, wie sie bei einem
mittels eines Krans von oben her durchgeführten Wechselvor
gangs erforderlich sind.
Unzulänglichkeiten stellen sich jedoch bei einem von der
Seite her vorzunehmenden Werkzeugwechsel dann ein, wenn die
Baubreite der Formwerkzeuge dem lichten Breitenabstand zwi
schen den Führungsholmen der Schließeinheit entspricht oder
diesen sogar überschreitet und/oder wenn die Formkammer bzw.
Formkammern im Formwerkzeug eine Lage haben, die in Richtung
der Werkzeugbreite bis in den Bereich der Führungsholme der
Schließeinheit hineinreicht. Es können dann nämlich die
fertiggestellten Formteile beim Öffnen der Formwerkzeuge
nicht mehr allein durch Schwerkraft definiert an den Füh
rungsholmen der Schließeinheit vorbeifallen, sondern sie
müssen gegebenenfalls in baulich aufwendigen und komplizier
ten, insbesondere programmgesteuerten Formteilgreifern er
faßt und aus dem Bereich des Formwerkzeuges und der Schließ
einheit transportiert werden.
Wenn es darauf ankommt, eine Spritzgießmaschine möglichst
ohne Mitbenutzung von programmgesteuerten Spritzling-Grei
fern zu betreiben, werden daher meistenfalls Wechselsysteme
benutzt, die in Vertikalrichtung von oben her mit einem Kran
oder einem ähnlichen Hebezeug arbeiten und daher zusätzliche
Sicherheitsvorkehrungen gegen unerwünschtes Abstürzen der
auszuwechselnden Formwerkzeuge erfordern. Darüber hinaus
kann beim vertikalen Werkzeugwechsel mittels eines Krans
oder eines ähnlichen Hebezeugs jeweils immer nur ein Form
werkzeug, nämlich das auszubauende oder das einzubauende
Formwerkzeug transportiert werden, so daß ein vollständiger
Wechselvorgang immer zwei aufeinanderfolgende Kranzyklen
erforderlich macht.
Die vorliegende Erfindung zielt nun darauf ab, alle vorste
hend aufgezeigten Unzulänglichkeiten beim Wechseln der Form
werkzeuge in der Schließeinheit von Spritzgießmaschinen
auszuräumen. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren zum Wechseln der Formwerkzeuge in der Schließ
einheit von Spritzgußmaschinen anzugeben, das bei vertikaler
Arbeitsweise ohne zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen wäh
rend des Wechselvorgangs auskommt, trotzdem aber eine Ein
baulage für die Formwerkzeuge in der Schließeinheit ermög
licht, die ein problemloses Auswerfen der fertigen Formteile
aus dem geöffneten Formwerkzeug gewährleistet.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des An
spruchs 1 angegebenen Verfahrensmaßnahmen, nämlich dadurch,
daß der Transportwagen oder -schlitten für die Formwerkzeuge
unterhalb der Arbeitsebene der Schließeinheit bewegt wird,
und die Formwerkzeuge zwischen ihrer Transportebene auf dem
Transportwagen oder -schlitten und ihrer Arbeitsebene in der
Schließeinheit durch einen Hub- und Senkvorgang verlagert
werden.
Selbstverständlich ist es dabei für den Wechselvorgang nö
tig, die der Schließeinheit zugeordneten Schnellspannsysteme
für das Absenken der jeweils in der Schließeinheit befind
lichen Formwerkzeuges sowie auch während des Anhebens des in
die Schließeinheit zu bringenden Formwerkzeuges zu öffnen,
um den eigentlichen Wechselvorgang zu ermöglichen.
Nach einer weiterbildenden verfahrenstechnischen Maßnahme
ist gemäß Anspruch 2 vorgesehen, daß der Transportwagen oder
-schlitten quer zur Wirkrichtung der Schließeinheit verfahr
bar ist.
In vielen Fällen erweist es sich als besonders zweckmäßig,
die Verfahrensmaßnahmen nach Anspruch 3 zu treffen, wonach
der Transportwagen oder -schlitten parallel zur Wirkrichtung
der Schließeinheit verfahrbar ist.
Ein anderes Wesensmerkmal der Verfahrenstechnik liegt nach
Anspruch 4 darin, daß der Hub- und Senkvorgang für das oder
die Formwerkzeuge von unten her bewirkt wird. Er kann jedoch
gemäß Anspruch 5 in vielen Fällen auch von oben her vorge
nommen werden.
In den meisten Fällen erweist es sich dabei als besonders
vorteilhaft, wenn nach Anspruch 6 der Hub- und Senkvorgang
vom Transportwagen oder -schlitten aus bewirkt wird.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des Ver
fahrens zeichnet sich nach dem Kennzeichen des Anspruchs 7
wesentlich dadurch aus, daß zumindest unterhalb der Arbeits
ebene der Schließeinheit ein Freiraum vorgesehen ist, dessen
Höhe wenigstens der Transporthöhe des Transportwagens bzw.
-schlittens zuzüglich der maximalen Bauhöhe für die Form
werkzeuge entspricht, und daß dem Transportwagen bzw.
-schlitten und/oder der Schließeinheit ein Hebezeug oder
Hubgerät zugeordnet ist.
Um den Wechsel der Formwerkzeuge in der Schließeinheit zu
optimieren, ist erfindungsgemäß nach Anspruch 8 vorgesehen,
daß für den Transportwagen bzw. -schlitten mindestens im
Bereich der Schließeinheit eine Spurführung vorgesehen ist.
Nach Anspruch 9 ist vorgesehen, daß der Freiraum und die
Spurführung für den Transportwagen bzw. -schlitten sich quer
zur Wirkrichtung der Schließeinheit erstrecken.
Andererseits ist es nach Anspruch 10 aber auch möglich, daß
der Freiraum und die Spurführung für den Transportwagen bzw.
-schlitten sich parallel zur Wirkrichtung der Schließeinheit
erstrecken.
Als besonders wichtig hat es sich erfindungsgemäß herausge
stellt, wenn nach Anspruch 11 das Hebezeug oder Hubgerät auf
oder an dem Transportwagen bzw. -schlitten vorgesehen ist.
Die Maßnahmen des Anspruchs 12 sehen nach der Erfindung
einen vom Transportwagen bzw. -schlitten getragenen Galgen
vor, der bei im Freiraum befindlicher Wagen- bzw. Schlitten
stellung die Schließeinheit übergreift und das Hebezeug bzw.
Hubgerät trägt, welches durch die Schließeinheit bis auf den
Transportwagen bzw. Transportschlitten absenkbar ist.
Nach einer im Anspruch 13 angegebenen anderen Ausgestal
tungsmaßnahme ruhen die Formwerkzeuge auf einem vom Trans
portwagen bzw. -schlitten getragenen Hubtisch, der bis in
die Schließeinheit hochstellbar ist.
Es liegt aber auch ohne weiteres im Rahmen der Erfindung,
wenn nach Anspruch 14 als Hebezeug ein Kran, insbesondere
ein Hallenkran, vorgesehen ist, welcher bei im Freiraum
befindlichem Transportwagen bzw. -schlitten durch die
Schließeinheit bis auf den Transportwagen bzw. -schlitten
absenkbar ist.
Eine weitere Ausgestaltungsmöglichkeit der erfindungsgemäßen
Wechselvorrichtung ist nach Anspruch 15 vorgesehen. Sie
besteht darin, daß als Hubgerät ein Hubtisch oder derglei
chen unterhalb der Fahr- oder Gleitbahn für den Transport
wagen bzw. -schlitten im Bereich der Schließeinheit montiert
sowie durch den Transportwagen bzw. -schlitten bis in die
Schließeinheit hochstellbar ist.
Schließlich wird nach Anspruch 16 erfindungsgemäß noch vor
geschlagen, daß das Formwerkzeug eine Bauhöhe hat, die grö
ßer ist als der lichte Höhenabstand zwischen den vertikal
übereinanderliegenden Führungsholmen der Schließeinheit,
während seine Baubreite aber den lichten Breitenabstand
zwischen zwei horizontal nebeneinanderliegenden Führungs
holmen unterschreitet.
Anhand der Zeichnung wird der Gegenstand der Erfindung in
mehreren Ausführungsbeispielen erläutert. Hierbei zeigen
Fig. 1 in schematisch vereinfachter Längsansicht die
Schließeinheit einer Spritzgießmaschine bei Grund
stellung der Formwerkzeug-Wechselvorrichtung,
Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung der
Schließeinheit, wobei die Formwerkzeug-Wechselvor
richtung sich in einer ersten Funktionsstellung für
die Durchführung des Wechselvorgangs befindet,
Fig. 3 eine den Fig. 1 und 2 entsprechende Darstellung der
Schließeinheit einer Spritzgießmaschine, wobei sich
die Wechselvorrichtung in einer zweiten Funktions
stellung befindet,
Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 2,
Fig. 5 einen der Fig. 4 entsprechenden Schnitt entlang der
Linie V-V in Fig. 3,
Fig. 6 die schematisch vereinfachte Längsansicht der
Schließeinheit einer Spritzgießmaschine mit zuge
ordneter Formwerkzeug-Wechselvorrichtung im gegen
über den Fig. 1 bis 5 abgewandelter Bauart,
Fig. 7 einen Schnitt entlang der Linie VII-VII in Fig. 6,
Fig. 8 wiederum in Längsansicht die Schließeinheit einer
Spritzgießmaschine mit einer zugeordneten Formwerk
zeug-Wechselvorrichtung in wieder anderer Bauart
und
Fig. 9 die Anordnung nach Fig. 8 in Pfeilrichtung IX ge
sehen.
In den Fig. 1 bis 3 der Zeichnung ist von einer Kunststoff-
Spritzgießmaschine lediglich die Spritzeinheit 1 zu sehen,
welcher eine Schließeinheit 2 für die Aufnahme des jeweili
gen Formwerkzeuges 3 zugeordnet ist.
Die Schließeinheit 2 weist dabei zwei Wangen 4 und 5 auf,
welche durch vier horizontale Holme 6 miteinander verbunden
sind, von denen jeweils zwei im horizontalen Abstand neben
einander sowie im vertikalen Abstand übereinander angeordnet
sind, wie das den Fig. 4 und 5 zu entnehmen ist.
Die beiden Wangen 4 und 5 der Schließeinheit 2 sind dabei
ortsfest montiert, bspw. auf einem Fundament verankert,
wobei die Wange 4 der Schließeinheit 2 der Spritzeinheit 1
benachbart liegt und ihr oberer, den vier Holmen 6 benach
barter Bereich die ortsfeste Formaufspannplatte 7 der
Schließeinheit 2 bildet.
Auf den vier Holmen 6 ist die bewegliche Formaufspannplatte
8 der Schließeinheit 2 verschiebbar geführt, wobei sie durch
einen Kraftantrieb 9, bspw. einen Hydraulikzylinder, verla
gerbar und blockierbar ist, der im oberen Bereich 8 der
Wange 5 sein Widerlager hat.
Zwischen den einander zugewendeten Stirnflächen 10 und 11
der ortsfesten Formaufspannplatte 7 und der beweglichen
Formaufspannplatte 8 wird das Formwerkzeug 3 eingebaut, und
zwar so, daß die Formhälfte 3 a von der ortsfesten Formauf
spannplatte 7, die Formhälfte 3 b von der beweglichen Form
aufspannplatte 8 getragen ist.
Durch Verschieben der beweglichen Formaufspannplatte 8 re
lativ zur ortsfesten Formaufspannplatte 7 kann das Formwerk
zeug 3 wahlweise für den Spritzvorgang geschlossen und für
den Entformungsvorgang geöffnet werden.
Damit ein schneller Wechsel der Formwerkzeuge 3 an der
Schließeinheit 2 der Spritzgießmaschine, gegebenenfalls
vollautomatisch, bewirkt werden kann, ist der Schließeinheit
2 eine besondere Formwerkzeug-Wechselvorrichtung zugeordnet.
Diese Formwerkzeug-Wechselvorrichtung umfaßt dabei einen
Transportwagen oder -schlitten 12, auf den die vollständigen
Formwerkzeuge 3 aufgesetzt werden können und der sich dabei
durch Spurführung, bspw. auf Schienen 13, wahlweise in den
und aus dem Bereich der Schließeinheit 2 bewegen läßt, wie
das den Fig. 1 und 2 entnommen werden kann. Nach Fig. 1
befindet sich der Transportwagen bzw. -schlitten 12 auf den
zur Spurführung dienenden Schienen 13 außerhalb des Bereichs
der Schließeinheit, während er nach Fig. 2 auf den Schienen
13 in den Bereich der Schließeinheit 2 gefahren ist.
Der Antrieb für den Transportwagen bzw. -schlitten 12 der
Formwerkzeug-Wechselvorrichtung ist vorzugsweise als Kraft
antrieb ausgelegt, der sich durch Programmsteuerung beein
flussen läßt und dadurch problemlos und sicher mit der
Spritzgießmaschine bzw. deren Schließeinheit 2 zusammenar
beiten kann.
Aus den Fig. 1 bis 5 der Zeichnung ist ersichtlich, daß
unterhalb der Arbeitsebene der Schließeinheit 2 ein Freiraum
14 vorgesehen ist, dessen Höhe wenigstens der Transporthöhe
des Transportwagens bzw. -schlittens 12 zuzüglich der maxi
malen Bauhöhe für die Formwerkzeuge 3 entspricht. Hierdurch
ist es möglich, mit Hilfe des Transportwagens oder -schlit
tens 12 der Formwerkzeug-Wechselvorrichtung die Formwerk
zeuge 3 unterhalb der Arbeitsebene der Schließeinheit 2
wahlweise in oder aus deren Bereich zu bewegen, wie das die
Fig. 1 und 2 deutlich erkennen lassen.
Außer dem Transportwagen bzw. -schlitten 12 umfaßt die Form
werkzeug-Wechselvorrichtung aber auch noch ein Hebezeug oder
Hubgerät 15, welches im Bereich der Schließeinheit 2 wirksam
gemacht werden kann, um dort die Formwerkzeuge 3 einzeln
entweder vom Transportwagen bzw. -schlitten 12 abzuheben und
in den Wirkbereich der Schließeinheit 2 hochzustellen, oder
aber umgekehrt das in der Schließeinheit 2 befindliche Form
werkzeug 3 auf den Transportwagen bzw. -schlitten 12 abzu
senken, wie das die Fig. 2 und 4 bzw. 3 und 5 verdeutlichen.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 5 wird das
Hebezeug oder Hubgerät 15 von einem stationär unterhalb des
Freiraums 14 im Bereich der Schließeinheit 2 eingebauten
Druckmittelzylinder 16, bspw. einem Hydraulikzylinder, und
einem von dessen Kolbenstange getragenen Hubtisch 17 gebil
det. Dabei kann der Hubtisch 17 durch den Transportwagen
bzw. -schlitten 12 hindurch unter das Formwerkzeug 3 ge
stellt und dann anschließend zusammen mit diesem Formwerk
zeug 3 nach oben in den Bereich der Schließeinheit 2, näm
lich zwischen deren ortsfeste Formaufspannplatte 7 und deren
bewegliche Formaufspannplatte 8 hochgefahren werden, wie das
aus den Fig. 3 und 5 ersichtlich ist. Mit den Formaufspann
platten 7 und 8 der Schließeinheit 2 wird das Formwerkzeug 3
bzw. dessen beide Formhälften 3 a und 3 b über an sich be
kannte und daher nicht gezeigte Schnellspannsysteme in Ver
bindung gebracht sowie dadurch ordnungsgemäß und funktions
sicher in der Schließeinheit 2 sowie zur Spritzeinheit 1
ausgerichtet.
In den Fig. 1 bis 3 ist angedeutet, daß jeder Transportwagen
bzw. -schlitten 12 der Formwerkzeug-Wechselvorrichtung min
destens zwei Stellplätze für Formwerkzeuge 3 aufweist, die
wahlweise in den Bereich der Schließeinheit 2 gestellt wer
den können. Hierdurch soll erreicht werden, daß in einem
einzigen Arbeitszyklus ein bereits in der Schließeinheit
befindliches Formwerkzeug 3 aus dieser entfernt sowie an
schließend ein anderes Formwerkzeug 3 wieder in die Schließ
einheit 2 eingesetzt werden kann.
Bei dem in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbei
spiel ist die Anordnung der Formwerkzeug-Wechselvorrichtung
so getroffen, daß deren Transportwagen bzw. Transportschlit
ten sich parallel zur Arbeitsrichtung der Schließeinheit 2,
also in deren Längsrichtung, in den Freiraum 14 unterhalb
der Schließeinheit 2 und auch wieder aus diesem herausbewegt
werden kann. Eine solche Anordnung für die Formwerkzeug-
Wechselvorrichtung kommt regelmäßig dann zum Einsatz, wenn
eine größere Anzahl von Spritzgießmaschinen dicht nebenein
ander gestaffelt aufgestellt werden.
Wenn jedoch seitlich neben der Spritzgießmaschine genügend
Freiraum zur Verfügung steht, kann die Formwerkzeug-Wechsel
vorrichtung, wie in den Fig. 6 und 7 gezeigt ist, auch so
eingebaut werden, daß sich ihr Transportwagen bzw. -schlit
ten 12 mittels der zur Spurführung dienenden Schienen 13
oder dergleichen quer zur Verstellrichtung der Schließein
heit 2 bzw. quer zu deren Längsrichtung in den Freiraum 14
unterhalb der Arbeitsebene der Schließeinheit 2 einfahren
und auch aus diesem ausfahren läßt.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 6 und 7 sind dabei
Hubtische 18 für die Formwerkzeuge 3 unmittelbar auf dem
Transportwagen bzw. -schlitten 12 angeordnet, und auch die
(nicht gezeigten) Antriebe hierfür befinden sich auf dem
Transportwagen bzw. -schlitten 12. Bspw. ist es möglich, die
Hubtische 18 auf dem Transportwagen bzw. -schlitten 12 mit
tels sogenannter Scherenhebel-Getriebe abzustützen. Mit
Hilfe dieser Scherenhebel-Getriebe können dann die Formwerk
zeuge 3 zwischen ihrer Transportebene auf dem Transportwagen
bzw.-schlitten 12 und ihrer Einbauebene in der Schließein
heit 2 vertikal verlagert werden.
In den Fig. 8 und 9 der Zeichnung ist zu sehen, daß ohne
weiteres auch die Möglichkeit besteht, die Formwerkzeug-
Wechselvorrichtung relativ zur Schließeinheit 2 so anzuord
nen, daß sich der Transportwagen bzw. -schlitten für die
Formwerkzeuge 3 innerhalb einer Fundamentgrube 19 auf den
zur Spurführung dienenden Schienen 13 bewegt.
Da sich in diesem Falle der Freiraum 14 unterhalb der
Schließeinheit 2, zumindest zum größten Teil, in der Funda
mentgrube 19 befindet, kann die gesamte Bauhöhe für die
Spritzgießmaschine im Bereich der Schließeinheit 2 entspre
chend verringert werden.
Die Fundamentgrube 19 braucht sich dabei aber nicht, wie in
den Fig. 8 und 9 gezeigt, quer zur Längsrichtung der
Schließeinheit 2 erstrecken. Vielmehr läßt sich die Funda
mentgrube 19 ohne weiteres auch so anordnen, daß sie paral
lel zur Längsrichtung der Schließeinheit 2 verläuft.
Auch bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 8 und 9 ist das
Hebezeug bzw. Hubgerät für die Formwerkzeuge 3 unmittelbar
dem Transportwagen bzw. -schlitten 12 zugeordnet. In diesem
Falle trägt jedoch der Transportwagen bzw. -schlitten 12
einen Galgen 20 mit einem vertikalen Ständerpfosten 21 und
einem horizontalen Kragarm 22 an dessen oberem Ende.
Auf dem horizontalen Kragarm 22 ist dabei das Hebezeug bzw.
Hubgerät 23 montiert. Dieses Hebezeug bzw. Hubgerät 23 kann
dabei aus einem Druckmittelzylinder 24, bspw. einem Hydrau
likzylinder, bestehen, dessen Kolbenstange 25 an ihrem unte
ren Ende einen Kupplungskopf 26 trägt, der mit einem dazu
passenden Kupplungseingriff 27 am jeweiligen Formwerkzeug 3
in Wirkverbindung gebracht werden kann.
Wenn der Transportwagen bzw. -schlitten 12 mit dem darauf
ruhenden Formwerkzeug 3 in den Freiraum 14 unterhalb der
Schließeinheit 2 eingefahren ist (Fig. 9), übergreift der
Kragarm 22 des Galgens 20 die Schließeinheit 2 von oben her,
so daß der Kupplungskopf 26 mittels der Kolbenstange 25 des
Druckmittelzylinders 24 durch die Schließeinheit 2 hindurch
abgesenkt werden und mit dem Kupplungseingriff 27 des Form
werkzeuges 3 in Wirkverbindung treten kann. Durch Hochfahren
der Kolbenstange 25 läßt sich sodann das Formwerkzeug 3 vom
Transportwagen bzw. -schlitten 12 abheben und in den Bereich
der Arbeitsebene der Schließeinheit 2 bringen, wo es dann
mit den Formaufspannplatten 7 und 8 gekuppelt werden kann.
Selbstverständlich ist es auch möglich, das Hebezeug oder
Hubgerät der Formwerkzeug-Wechselvorrichtung durch einen
bereits vorhandenen Hallenkran zu bilden, so daß zusätzlich
nur noch der Transportwagen bzw. -schlitten 12 installiert
werden muß, mit dessen Hilfe die Formwerkzeuge 3 in den
Freiraum 14 unterhalb der Schließeinheit 2 hinein bzw. aus
diesem heraus bewegt werden können.
Das wesentliche Kriterium einer erfindungsgemäßen Formwerk
zeug-Wechselvorrichtung liegt aber in jedem Falle darin, daß
für das Ein- und Ausfahren der Formwerkzeuge 3 ein Trans
portwagen bzw. -schlitten 12 zum Einsatz gelangt, der inner
halb eines Freiraumes 14 beweglich ist, welcher sich unter
halb des Arbeitsbereiches der Schließeinheit 2 einer Spritz
gießmaschine befindet, um hierdurch einen problemlosen
Formwerkzeug-Wechsel mit vertikaler Wechselrichtung zu er
möglichen.
Wie bereits im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel nach
den Fig. 1 bis 5 erwähnt worden ist (Seite 14, letzter
Absatz), so sollte auch bei den Ausführungsbeispielen nach
den Fig. 6 und 7 sowie den Fig. 8 und 9 der Transportwagen
bzw. -schlitten 12 der Formwerkzeug-Wechselvorrichtung min
destens zwei Stellplätze für Formwerkzeuge 3 aufweisen,
damit keine Totzeiten durch den Abtransport des ausgebauten
Formwerkzeuges 3 und das Heranholen des einzubauenden Form
werkzeuges 3 entstehen können.
Claims (16)
1. Verfahren zum Wechseln der Formwerkzeuge in der Schließ
einheit von Spritzgießmaschinen, bei welchem die Form
werkzeuge mit einem Transportwagen oder -schlitten in den
und aus dem Bereich der Schließeinheit gefahren werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Transportwagen oder- schlitten (12) für die Form
werkzeuge (3) unterhalb der Arbeitsebene der Schließein
heit (2) bewegt wird,
und die Formwerkzeuge (3) zwischen ihrer Transportebene
auf dem Transportwagen oder -schlitten (12) und ihrer
Arbeitsebene in der Schließeinheit (2) durch einen Hub
und Senkvorgang (15 bzw. 18 bzw. 23) verlagert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Transportwagen oder -schlitten (12) quer zur
Wirkrichtung der Schließeinheit (2) verfahrbar ist (Fig.
6 und 7 bzw. 8 und 9).
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Transportwagen oder -schlitten (12) parallel zur
Wirkrichtung der Schließeinheit (2) verfahrbar ist (Fig.
1 bis 5).
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hub- und Senkvorgang (15 bzw. 18) für die Form
werkzeuge (3) von unten her bewirkt wird (Fig. 1 bis 5
sowie 6 und 7).
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hub- und Senkvorgang (23) für die Formwerkzeuge
(3) von oben her bewirkt wird (Fig. 8 und 9).
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hub- und Senkvorgang (18 bzw. 23) vom Transport
wagen bzw. -schlitten (12) aus bewirkt wird (Fig. 6 und 7
sowie 8 und 9).
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
bei welcher ein Transportwagen oder -schlitten für das
oder die Formwerkzeuge in den und aus dem Bereich der
Schließeinheit einer Spritzgießmaschine verfahrbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest unterhalb der Arbeitsebene der Schließein
heit (2) ein Freiraum (14) vorgesehen ist, dessen Höhe
wenigstens der Transporthöhe des Transportwagens bzw.
-schlittens (12) zuzüglich der maximalen Bauhöhe für die
Formwerkzeuge (3) entspricht,
und daß dem Transportwagen bzw. -schlitten (12) und oder
der Schließeinheit (2) ein Hebezeug oder Hubgerät (15
bzw. 18 bzw. 23) zugeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Transportwagen bzw. -schlitten (12) minde
stens im Bereich der Schließeinheit (2) eine Spurführung
(13) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 und 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Freiraum (14) für den Transportwagen bzw.
-schlitten (12) und die Spurführung (13) sich quer zur
Wirkrichtung der Schließeinheit (2) erstrecken (Fig. 6
und 7 bzw. 8 und 9).
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 und 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Freiraum (14) und die Spurführung (13) für den
Transportwagen bzw. -schlitten (12) sich parallel zur
Wirkrichtung der Schließeinheit (2) erstrecken (Fig. 1
bis 5).
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hebezeug oder Hubgerät (18 bzw. 23) auf oder an
dem Transportwagen bzw. -schlitten (12) vorgesehen ist
(Fig. 6 und 7 sowie 8 und 9).
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
gekennzeichnet durch
einen vom Transportwagen bzw. -schlitten (12) getragenen
Galgen (20), der bei im Freiraum (14) befindlicher Wagen
bzw. Schlittenstellung die Schließeinheit (2) übergreift
(22) und das Hebezeug bzw. Hubgerät (23) trägt, welches
durch die Schließeinheit (2) bis auf den Transportwagen
bzw. -schlitten (12) absenkbar ist (Fig. 8 und 9).
13. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formwerkzeuge (3) auf einem vom Transportwagen
bzw. -schlitten getragenen Hubtisch (18) ruhen, der bis
in die Schließeinheit (2) hochstellbar ist (Fig. 6 und
7).
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Hebezeug bzw. Hubgerät ein Kran, insbesondere ein
Hallenkran, vorgesehen ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Hebezeug oder Hubgerät ein Hubtisch (14) oder
dergleichen unterhalb der Fahr- oder Gleitbahnen (13) für
den Transportwagen bzw. -schlitten (12) im Bereich der
Schließeinheit (2) montiert sowie durch den Transport
wagen bzw. -schlitten (12) bis in die Schließeinheit (2)
hochstellbar ist (Fig. 1 bis 5).
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Formwerkzeug (3) eine Bauhöhe hat, die größer ist
als der lichte Höhenabstand zwischen den vertikal über
einanderliegenden Führungsholmen (6) der Schließeinheit
(2), während seine Baubreite den lichten Breitenabstand
zwischen zwei horizontal nebeneinanderliegenden Führungs
holmen (6) unterschreitet.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873711080 DE3711080A1 (de) | 1987-04-02 | 1987-04-02 | Verfahren und vorrichtung zum wechseln der formwerkzeuge in der schliesseinheit von spritzgiessmaschinen |
| IT8819886A IT1216180B (it) | 1987-04-02 | 1988-03-22 | Procedimento e dispositivo per sostituire gli attrezzi di foggiatura nell'unita' di chiusura di macchine per iniettofusione. |
| JP63078272A JPS6451918A (en) | 1987-04-02 | 1988-04-01 | Method and device for exchanging mold tool in closed unit of injection molding machine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873711080 DE3711080A1 (de) | 1987-04-02 | 1987-04-02 | Verfahren und vorrichtung zum wechseln der formwerkzeuge in der schliesseinheit von spritzgiessmaschinen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3711080A1 true DE3711080A1 (de) | 1988-10-13 |
Family
ID=6324696
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873711080 Withdrawn DE3711080A1 (de) | 1987-04-02 | 1987-04-02 | Verfahren und vorrichtung zum wechseln der formwerkzeuge in der schliesseinheit von spritzgiessmaschinen |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPS6451918A (de) |
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| IT (1) | IT1216180B (de) |
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1988
- 1988-03-22 IT IT8819886A patent/IT1216180B/it active
- 1988-04-01 JP JP63078272A patent/JPS6451918A/ja active Pending
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| IT1216180B (it) | 1990-02-22 |
| IT8819886A0 (it) | 1988-03-22 |
| JPS6451918A (en) | 1989-02-28 |
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