DE3710741A1 - Verfahren und vorrichtung zur rechnergesteuerten ermittlung der haerte insbesonders von metallischen werkstoffen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur rechnergesteuerten ermittlung der haerte insbesonders von metallischen werkstoffenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einerseits ein Verfahren zur im wesent
lichen zerstörungsfreien Ermittlung der Härte eines Roh- oder
Fertigteils.
Zum Stand der Technik zählt die Härteprüfung nach Brinell. Hier
bei wird eine gehärtete Stahlkugel mit bestimmter Belastung in
das zu untersuchende Material gedrückt. Aus der Belastung der
Kugel und der Oberfläche der in den Werkstoff gedrückten, mittels
einer Vergrößerungseinrichtung gemessenen Kalotte wird dann die
Brinellhärte berechnet. Der gerätetechnische Aufwand bei der
Härteprüfung nach Brinell ist somit relativ aufwendig, zumal
je nach der zu erwartenden Härte des zu untersuchenden Werk
stoffs vier verschiedene Kugeldurchmesser und mehrere Last
stufen verwendet werden, so daß insgesamt 20 Variationsmög
lichkeiten bestehen.
Bei der Härteprüfung nach Rockwell wird als Eindringkörper
bei harten Werkstoffen ein Diamantkegel mit einem Spitzen
winkel von 120° und bei mittelharten sowie weichen Werk
stoffen eine gehärtete Stahlkugel von 1/16″ Durchmesser be
nutzt. Dabei wird der Eindringkörper zunächst mit einer Vor
last von 10 Kp in die Oberfläche des Prüfstücks eingedrückt.
Die dabei erreichte Eindringtiefe stellt den Ausgangswert für
die Tiefmessung dar. Anschließend wird die Belastung um 140 Kp
auf insgesamt 150 Kp bei Verwendung eines Diamantkegels bzw.
um 90 Kp auf insgesamt 100 Kp bei Verwendung einer Stahlkugel
gesteigert und dann wieder auf den Wert der Vorlast gesenkt.
Die bleibende Eindringtiefe wird gemessen und die entsprechende
Härte an der Skala des Prüfgeräts unmittelbar abgelesen.
Schließlich zählt zu den sogenannten Eindringverfahren noch die
Härteprüfung nach Vickers. In diesem Fall wird eine Diamant
pyramide von 136° Flächenwinkel mit einer beliebigen Last, z. B.
50 Kp oder 100 Kp bei sehr harten Stählen in die Werkstoffober
fläche eingedrückt. Die Eindrückoberfläche wird aus ihren gemes
senen Diagonalen bestimmt. Die Härte errechnet sich dann wie bei
Härteprüfung nach Brinell durch Division der Belastung durch die
Eindrückfläche. Die Vickers-Härte ist unabhängig von der Belastung,
die Regelbelastungen betragen 10, 30 und 60 Kp.
Nachteilig an den bekannten Verfahren ist mithin der vergleichs
weise hohe prüftechnische Aufwand im Hinblick auf die Vielfalt
der Eindringkörper sowie die verschiedenen Belastungen in Abhängig
keit von der zu erwartenden Härte des jeweils zu untersuchenden
Werkstoffs. Dabei ist sämtlichen bekannten Eindringverfahren ge
meinsam, daß ein Eindringkörper unter einer bestimmten Last in
das Material eingedrückt, die Größe des von dem Eindringkörper
im Werkstück hinterlassenen Eindrucks gemessen und aus diesen
beiden Werten der Härtegrad ermittelt wird.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Vor
richtung zu schaffen, gemäß welcher es möglich ist, die Härte
sämtlicher Werkstoffe mit einem einzigen Eindringkörper nach ein-
und derselben Prüfmethode zu untersuchen.
Charakteristisch an dem erfindungsgemäßen Verfahren ist, daß jetzt
eine bestimmte Prüftiefe vorgegeben wird, die der Prüfkörper in das
zu untersuchende Material eindringen muß. Die für den Eindrückvor
gang benötigte Kraft wird dann als Maß für die Härte des Werkstücks
herangezogen. Neben dem grundlegenden Vorteil, daß mit einem einzigen
Prüfkörper alle Werkstoffe mit ein- und derselben Meßmethode geprüft
werden können, wird der weitere Vorteil erzielt, daß bei sämtlichen
zu untersuchenden Werkstoffen, seien sie nur hart oder weich, ein
einwandfreies Meßergebnis erzielt wird.
In Anbetracht der Tatsache, daß die Kraft, mit welcher der Prüf
körper bei konstanter Geschwindigkeit über die vorgeschriebene
Tiefe in den Prüfling eindringen muß, auf jeden Fall einen von
Null abweichenden Wert aufweist, können sowohl extrem weiche als
auch extrem harte Werkstoffe ohne Austausch des Eindringkörpers
und ohne Änderung der Prüfmethode auf ihre Härte hin untersucht
werden.
Der Einsatz eines induktiven Wegaufnehmers gemäß Anspruch 1 ist
mit dem Vorteil verbunden, daß eine vorbestimmte Eindringtiefe
von beispielsweise 0,1 mm automatisch und exakt gemeldet wird, so
daß der Eindrückvorgang mit Sicherheit nach Erreichen der vorge
schriebenen Tiefe abgebrochen wird.
Statt eines induktiven Wegaufnehmers kann nach den Merkmalen des
Anspruchs 2 die Eindringtiefe des Prüfkörpers auch mittels Laser
strahlen überwacht werden.
Die Verwendung eines Stellmotors zum Eindrücken der Prüfspitze in
das zu untersuchende Material gewährleistet in Verbindung mit einem
bevorzugt aus einem induktiven Wegaufnehmer bestehenden Wegmesser
eine genaue Festlegung einer Eindringtiefe sowie eine stets mit
derselben Exaktheit wiederholbare Prüfung bei sämtlichen Materia
lien.
Die Prüfspitze kann verschiedenartig gestaltet sein. Bevorzugt ge
langt jedoch gemäß Anspruch eine Prüfspitze aus einem Diamantkegel
mit einem Spitzenwinkel von 120° zur Anwendung.
Die vom induktiven Wegaufnehmer dem Rechner gemeldete Eindring
tiefe steuert über die Schrittmotorsteuerung den Schrittmotor, wo
mit wiederum die erforderliche Eindringtiefe der Prüfspitze in den
Prüfling geregelt wird.
Ist diese Eindringtiefe von z. B. 0,1 mm erreicht, wird dieser Meß
wert vom induktiven Wegaufnehmer dem Rechner mitgeteilt, worauf
dieser den Schrittmotor abstellt.
Mit Hilfe der Dehnungsmeßstreifen oder eines anderen dafür ge
eigneten Kraftmeßverfahrens kann jederzeit die aufgewendete Kraft
bestimmt bzw. nach Erreichen der gewünschten Eindringstufe von z. B.
0,1 mm die Maximalkraft am Bildschirm des Rechners sichtbar gemacht
werden bzw. von einem Drucker ausgedruckt werden.
Alternativ kann diese Maximalkraft von einem digitalen Anzeigege
rät abgelesen werden. Ein in den Rechner eingegebenes Programm
ermöglicht eine Materialauswahl in bezug auf die Härte, so daß
z. B. ein bestimmter Härtebereich für Prüflinge toleriert wird,
während weichere oder härtere Werkstücke ausgesondert werden.
Der Prüfvorgang läuft wie folgt ab:
Zunächst wird der Schrittmotor (1), die Stromzuführung des in
duktiven Wegaufnehmers sowie der Rechner eingeschaltet. Durch
Hochfahren der Spindel (2) wird der Prüfling (3) gegen die Prüf
spitze (4) gefahren. Im Augenblick der Berührung von Prüfling
mit der Prüfspitze meldet der induktive Wegaufnehmer (5) dem
Rechner den Beginn des Prüfvorgangs. Mit Hilfe des Schritt
motors wird nun die zum Erreichen von 0,1 mm Eindringtiefe in
den Prüfling erforderliche Kraft aufgebracht. Ist dies gesche
hen, wird diese Kraft mit Hilfe der Dehnmeßstreifen (6) ermit
telt. Diese Kraft wird als Härtewert direkt angegeben. Nach
Zurückfahren des Prüfkörpers mit der Prüfspitze mit Hilfe des
Schrittmotors kann die nächste Prüfung vorgenommen werden.
Die Anwendung dieses Härteprüfgeräts ist universell überall
dort möglich, wo metallische Werkstoffe hergestellt oder ver
arbeitet werden, wie z. B. Stahlwerke, Maschinenfabriken, Auto
hersteller. Insbesondere ist eine 100%ige Qualitätsüberwachung
dadurch möglich, daß keine Härtewerte aus Eindrücken von Prüf
körpern ausgemessen werden müssen, wie dies bei der Härtemes
sung nach Brinell und Vickers erforderlich ist. Auch können
verschieden harte Werkstoffe ohne Umrüsten des Prüfgeräts auf
ihre Härte untersucht werden, was z. B. mit dem Rockwellver
fahren nicht möglich ist. Insbesondere der schnelle Ablauf der
Prüfung läßt das Gerät zur 100%igen Qualitätsüberwachung von
metallischen Werkstücken geeignet erscheinen.
Claims (10)
1. Verfahren zur im wesentlichen zerstörungsfreien Ermittlung der
Härte eines Roh- oder Fertigteils, bei welchem ein vom Werk
stoff her härter als das zu untersuchende Material des Prüflings
beschaffener, sich endseitig verjüngender Prüfkörper in das
Material des Prüflings eingedrückt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Prüfkörper (1) um ein vorbestimmtes stets gleich großes
Maß in das Material des Prüflings (3) eingedrückt und die zum
Eindrücken benötigte Kraft direkt als Wert für die Härte des
Prüflings (3) herangezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Prüf
körper (1) mit einer an sich bekannten pyramiden- oder kegel
förmigen Prüfspitze (1) aus Diamant in den zu untersuchenden
Prüfling (3) gedrückt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Eindringtiefe des Prüfkörpers (1) durch einen induktiven Weg
aufnehmer (4) bestimmt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Eindringtiefe des Prüfkörpers (1) mittels Laserstrahlen bestimmt
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Eindringtiefe des Prüfkörpers (1) durch elektronisch gesteuerte
Sensoren oder andere wie z. B. elektrostatische Meßverfahren be
stimmt wird.
6. Vorrichtungen zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder
einem der folgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Prüfspitze (1) von einem Motor (2) gesteuert in den Prüfkörper
eingedrückt wird, wobei der induktive Wegaufnehmer (4) kraft
schlüssig mit dem Prüfkörper (1) gekoppelt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Prüfspitze des Prüfkörpers (1) aus einem Diamantkegel mit einem
spitzen Winkel von 120° besteht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Meßwerte des induktiven Wegaufnehmers (4) dem Rechner (5)
zugeführt werden, der durch stetigen Soll-Ist-Vergleich
die Eindringtiefe des Prüfkörpers (1) über den Schrittmotor
(2) steuert.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach
Erreichen der vorbestimmten Eindringtiefe des Prüfkörpers (1)
der Schrittmotor (2) mit Hilfe des Rechners (5) durch die
Schrittmotorsteuerung (6) automatisch abgeschaltet wird.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
mechanisch mit dem Kraftübertragungshebel (8) zwischen Motor
und Prüfkörper gekoppelte Dehnungsmeßstreifen (7) die aufge
wendete Prüfkraft stetig messen und nach Erreichen der vorge
gebenen Eindringtiefe des Prüfkörpers (1) in den Prüfling (3)
die dazu erforderliche Prüfkraft über den Bildschirm oder den
Drucker des Rechners (5) anzeigen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873710741 DE3710741A1 (de) | 1987-03-31 | 1987-03-31 | Verfahren und vorrichtung zur rechnergesteuerten ermittlung der haerte insbesonders von metallischen werkstoffen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873710741 DE3710741A1 (de) | 1987-03-31 | 1987-03-31 | Verfahren und vorrichtung zur rechnergesteuerten ermittlung der haerte insbesonders von metallischen werkstoffen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3710741A1 true DE3710741A1 (de) | 1988-10-20 |
Family
ID=6324500
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19873710741 Withdrawn DE3710741A1 (de) | 1987-03-31 | 1987-03-31 | Verfahren und vorrichtung zur rechnergesteuerten ermittlung der haerte insbesonders von metallischen werkstoffen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3710741A1 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1987
- 1987-03-31 DE DE19873710741 patent/DE3710741A1/de not_active Withdrawn
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