DE3709859A1 - Druckmittelbetriebener arbeitszylinder - Google Patents
Druckmittelbetriebener arbeitszylinderInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen druckmittelbetriebenen Arbeits
zylinder mit einem in diesem axial beweglichen Kolben mit
beidseitig des Kolbens befindlichen Arbeitsräumen, einer
mit dem Kolben verbundenen Kolbenstange, einer von einem
Steuergerät angesteuerten Arbeitsventilanordnung, wobei
in einer ersten Steuerstellung dem zwischen der Bodenplatte
des Arbeitszylinders und dem Kolben befindlichen Arbeits
raum durch das diesem zugeordnete erste Arbeitsventil das
Druckmittel zugeführt und aus dem zwischen der Deckplatte
des Arbeitszylinders und dem Kolben gebildeten Arbeitsraum
durch das diesem zugeordnete zweite Arbeitsventil das Druck
mittel abgeführt wird, und in einer zweiten Steuerstellung
das Druckmittel durch das zweite Arbeitsventil zugeführt
und das erste Arbeitsventil abgeführt wird, sowie eine
gleichfalls vom Steuergerät angesteuerte Bremsvorrichtung
zum Arretieren der Kolbenstange in beliebiger Position vor
gesehen ist.
Bei einem derartigen druckmittelbetriebenen Arbeitszylinder,
insbesondere einem Pneumatikzylinder, wird durch wechsel
weise Beaufschlagung der Arbeitsräume durch das Druckmittel
der Kolben mit der Kolbenstange entweder in + Richtung oder
in - Richtung bewegt. Die Bewegung der Kolbenstange dient
dem Einspannen irgendeines Gegenstandes in einer Bearbei
tungsmaschine odgl., zum Einspannen wird die Kolbenstange
beispielsweise in + Richtung, zum Lösen des Gegenstandes,
z. B., um ihn neu zu justieren, in - Richtung verfahren.
Damit der Einspann- bzw. Lösevorgang nicht zu lange dauert,
wird die Kolbenstange nur soweit bewegt, wie es für die vor
zunehmenden Vorgänge erforderlich ist, um die Kolbenstange
an beliebiger Stelle im Zylinder anzuhalten, ist eine
Bremsvorrichtung vorgesehen. Die sichere Fixierung der Kol
benstange ist allein aus Sicherheitsgründen für die Bedie
nungsperson erforderlich, ferner um Zerstörungen, z. B.
an dem einzuspannenden Gegenstand zu vermeiden, und um un
nötige Verfahrzeiten zu verhindern. Problematisch ist bei
dem beschriebenen Arbeitszylinder, daß beim Lösen der
Bremsvorrichtung die Kolbenstange sich unkontrolliert be
wegen kann, da infolge der Druckbeaufschlagung eines der
Arbeitsräume das Druckniveau in diesem Arbeitsraum höher
ist als das im anderen Arbeitsraum.
Aus der US-PS 41 06 390 ist ein pneumatisch betriebener
Arbeitszylinder der genannten Art bekannt, bei dem der
Kolben mit der Kolbenstange mit unterschiedlichen Geschwin
digkeiten ausgefahren werden kann. Mittels eines Steuerge
rätes wird eine in drei Schaltpositionen überführbare
erste Ventilanordnung gesteuert, in der ersten Schaltposi
tion wird das Druckmittel dem bodenplattenseitigen Arbeits
raum des Arbeitszylinders zugeführt und aus dem deckplat
tenseitigen Arbeitsraum abgeführt, so daß der Kolben und
die Kolbenstange mit großer Geschwindigkeit in Ausfahr
richtung bewegt werden, in der zweiten Schaltposition wird
dem deckplattenseitigen Arbeitsraum das Druckmittel zuge
führt und vom bodenplattenseitigen Arbeitsraum abgeführt,
so daß der Kolben und die Kolbenstange in Einfahrrichtung
mit großer Geschwindigkeit bewegt wird, in der dritten
Schaltposition wird schließlich das Druckmittel gleichzei
tig beiden Arbeitsräumen zugeführt, so daß der Kolben mit
der Kolbenstange gestoppt wird. Beim Ausfahren des Kolbens
und der Kolbenstange wird die Ventilanordnung zunächst in
die erste Schaltposition überführt, somit Kolben und Kol
benstange mit großer Geschwindigkeit in Ausfahrrichtung be
wegt, dabei über eine spezielle Wegerfassungsvorrichtung
der zurückgelegte Weg der Kolbenstange ermittelt und bei
Erreichen eines bestimmten Weges über das Steuergerät die
Ventilanordnung in die dritte Schaltposition überführt, bei
der beide Arbeitsräume mit Druckmittel beaufschlagt sind
und der Kolben abgestoppt wird. Der Arbeitszylinder weist
in dem zum deckplattenseitigen Arbeitsraum führenden Ar
beitslufteinlaß eine zweite Ventilanordnung auf, zwischen
dieser Ventilanordnung und dem deckplattenseitigen Arbeits
raum mündet eine zweite Leitung mit einer dritten Ventil
anordnung und einem diesem nachgeschalteten Überdruckventil
in den Arbeitslufteinlaß. Nach dem Abstoppen des Kolbens
und der Kolbenstange wird die zweite Ventilanordnung in
eine Stellung überführt, bei der die Druckmittelzufuhr zum
deckplattenseitigen Arbeitsraum unterbrochen und eine Druck
mittelabfuhr aus diesem Arbeitsraum über eine Drossel mög
lich ist. Gleichzeitig wird die dritte Ventilanordnung aus
ihrer Position, in der sie die zweite Leitung absperrt, in
eine Druckmittelabfuhr aus dem Arbeitsraum ermöglichende
Stellung überführt, so daß das Druckmittel zum Überdruckventil
gelangt. Das Überdruckventil ist dabei bezüglich des Dros
selventiles so ausgelegt, daß die aufgrund des Überdruckes
im bodenplattenseitigen Arbeitsraum und damit der Bewegung
des Kolbens und der Kolbenstange in Ausfahrrichtung aus dem
deckplattenseitigen Arbeitsraum ausströmende Druckluft in
erster Linie über das Überdruckventil abgeleitet wird und
zusätzlich durch die Drossel. Aufgrund dieser Schaltung
der zweiten und dritten Ventilanordnung bewegt sich der
Kolben und die Kolbenstange mit einer geringeren Geschwin
digkeit in Ausfahrrichtung wie bei der sich aus der ersten
Schaltposition der ersten Ventilanordnung ergebenden Ge
schwindigkeit. Sind der Kolben und die Kolbenstange um ein
bestimmtes Maß ausgefahren, wird das Steuergerät erneut
aktiviert und schaltet die dritte Ventilanordnung in die
Sperrstellung zurück, so daß das Druckmittel nunmehr nicht
mehr über das Überdruckventil abgelassen werden kann, son
dern ausschließlich über das Drosselventil. Der Kolben und
die Kolbenstange werden sich infolgedessen mit weiter ver
minderter Geschwindigkeit in Ausfahrrichtung bewegen bei
Erreichen einer bestimmten Stellung steuert die Wegerfas
sungsvorrichtung das Steuergerät erneut an, es wird eine
weitere Ventilanordnung aktiviert, die eine pneumatische
Bremsvorrichtung in Wirkung setzt, deren die Kolbenstange
umgebenden Bremsbacken die Kolbenstange in der gewünschten
Stellung fixieren. Soll der Kolben und die Kolbenstange
wieder eingefahren werden, wird die Bremsvorrichtung durch
Umsteuern der weiteren Ventilanordnung gelöst, es wird die
erste Ventilanordnung in ihre zweite Schaltposition verfah
ren, bei der der bodenplattenseitige Arbeitsraum des Arbeits
zylinders mit Druckmittel beauschlagt wird, ferner wird die
zweite Ventilanordnung in ihre den Durchfluß zum bodenplat
tenseitigen Arbeitsraum ermöglichende Stellung überführt.
Der Kolben und die Kolbenstange werden mit großer Geschwin
digkeit eingefahren, bis sie an der Bodenplatte des Arbeits
zylinders anschlagen und dort kann der Kolben mit der Kolben
stange wiederum im aufgezeigten Sinne mit zunächst großer,
anschließend langsamerer und schließlich weiter verlangsam
ter Geschwindigkeit ausgefahren werden.
Es ist Aufgabe vorliegender Erfindung, einen druckmittelbe
triebenen Arbeitszylinder der genannten Art zu schaffen,
bei dem ohne großen baulichen Aufwand gewährleistet ist,
daß nach dem Lösen der Bremsvorrichtung sich die Kolbenstan
ge und der Kolben nicht unkontrolliert bewegt.
Gelöst wird die Aufgabe bei einem Arbeitszylinder der ge
nannten Art dadurch, daß die beiden Arbeitsräume durch ei
nen Überströmkanal miteinander verbunden sind, in dem eine
vom Steuergerät ansteuerbare, in einer ersten Stellung den
Durchfluß durch den Überströmkanal sperrende und in einer
zweiten Stellung den Durchfluß durch den Überströmkanal
freigebende Entlüftungsvorrichtung angeordnet ist. Infolge
der Verbindung der beiden Arbeitsräume durch den Überstrom
kanal und die Anordnung der Entlüftungsvorrichtung in die
sem, ist auf baulich einfache Art und Weise gewährleistet,
daß ein Druckausgleich zwischen den beiden Arbeitsräumen
erfolgen kann. Zudem ermöglicht die erfindungsgemäße Aus
bildung des Arbeitszylinders dessen einfache Steuerung.
Prinzipiell ist als Bremsvorrichtung jegliche Festlegungs
bremse für die Kolbenstange geeignet, beispielsweise eine
Backenbremse.
Vorteilhaft verbindet der Überströmkanal die zwischen den
Arbeitsventilen und den Arbeitsräumen befindlichen Druck
mittelkanäle. Im Überströmkanal sollte mindestens ein
Drosselventil angeordnet sein, es wird hierdurch verhindert,
daß die Druckluft schlagartig aus dem den Überdruck auf
weisenden Arbeitsraum in den geringeren Druck aufweisenden
anderen Arbeitsraum übertritt und somit äußerstenfalls die
Kolbenstange aus der Festlage in der Bremsvorrichtung
schlägt. Damit der Druckausgleich möglichst schnell von
statten geht, sollten im Überströmkanal zwei Ventilanord
nungen, jeweils bestehend aus einem parallel geschalteten
Drosselventil und einem Rückschlagventil angeordnet sein,
wobei die Rückschlagventile jeweils entgegengesetzt wirken.
Das jeweils wirksame Rückschlagventil gestattet zunächst
einen Druckausgleich mit großer Geschwindigkeit, erst wenn
der Druckunterschied sehr gering ist, so daß auch das be
treffende Rückschlagventil geschlossen ist, ist der Druck
ausgleich nur noch über die Drosselventile langsam möglich.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist
vorgesehen, daß der Überströmkanal aus Überströmbohrungen
und einer diese verbindenden Entlüftungsbohrung besteht
und die Entlüftungsvorrichtung als in der Entlüftungsboh
rung axial gegen die Kraft einer Feder bewegbare Verbin
dungsstange mit an mindestens einem Ende der Verbindungs
stange angeordnetem Kolbenstück ausgebildet ist, wobei bei
entspannter Feder das Kolbenstück die Entlüftungsbohrung
im Bereich zwischen den Überströmbohrungen durchsetzt,
hingegen bei gespannter Feder aus dem Bereich zwischen den
Überströmbohrungen herausbewegt ist. Die aus einem Drossel
ventil und einem Rückschlagventil gebildete Ventilanordnung
befindet sich dabei zweckmäßig in jedem der Überströmboh
rungen.
Der erfindungsgemäße Arbeitszylinder findet in erster Linie
Verwendung als Pneumatikzylinder, abgesehen hiervon besteht
die Möglichkeit, ihn als Hydraulikzylinder einzusetzen. Die
Verwendung als Hydraulikzylinder bietet sich beispielsweise
an, wenn die Bremsvorrichtung hydraulisch wirkt, daneben ist
es denkbar, die Bremsvorrichtung mit einem Druckübersetzer
zu versehen, d. h. sowohl pneumatisch als auch hydraulisch zu
betreiben, so daß ein gegenüber dem Luftdruck höherer hy
draulischer Druck zum Erzeugen der Bremskraft erzielbar
ist.
Die Erfindung ist nachfolgend beispielhaft anhand der Zeich
nung beschrieben.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch den erfindungsgemä
ßen, als Pneumatikzylinder ausgebildeten Arbeits
zylinder,
Fig. 2 die Anordnung der Entlüftungsvorrichtung in der
Entlüftungsplatte des Pneumatikzylinders und
Fig. 3 die Ausbildung der Backenbremse zum Fixieren der
Kolbenstange des Pneumatikzylinders.
Wie in der Fig. 1 dargestellt, bewegt sich in dem Zylinder
rohr 1 des Pneumatikzylinders ein Kolben 4 entweder in die
+ Richtung oder in die - Richtung. Die Bewegung des Kolbens
4 wird von dessen Kolbenstange 5 übertragen, die dem Ein
spannen irgendeines Gegenstandes in einer Bearbeitungsma
schine odgl. dient. Zum Einspannen fährt man die Kolben
stange 5 bzw. den Kolben 4 in + Richtung. Möchte man den
Gegenstand lösen, z. B. um ihn neu zu justieren, so ist die
Kolbenstange 5 bzw. der Kolben 4 wenigstens etwas in die
- Richtung zu verfahren. Der Kolben 4 mit der Kolbenstange
5 soll dabei nur soweit verfahren werden, wie es zum Ein
spannen oder Lösen des Gegenstandes notwendig ist, wobei es
möglich sein soll, den Kolben 4 mit der Kolbenstange 5 an
beliebiger Stelle in dem Zylinderrohr 1 anzuhalten. Es ist
dabei zu beachten, daß der Kolben 4 mit der Kolbenstange 5
zuverlässig in dieser Feststellung verbleibt und sich nicht
ohne weiteres in die eine oder andere Richtung bewegt.
In der Fig. 1 kann der Kolben 4 dadurch in die - Richtung
verfahren werden, daß Arbeitsluft bzw. Druckluft durch einen
Arbeitslufteinlaß 14 a und ein Arbeitsventil 20 a in den zwi
schen der Deckplatte 3 des Pneumatikzylinders und dem Kolben
4 gebildeten Arbeitsraum 30 eintritt. Das Arbeitsventil 20 a
wird dabei geöffnet. Gesteuert wird dies durch ein Steuer
gerät 22. Gleichzeitig ist ein anderes Arbeitsventil 20 b
an einem anderen Arbeitslufteinlaß 14 b zu öffnen, so daß
die Luft aus dem zwischen dem Kolben 4 und der Bodenplatte
2 gebildeten Arbeitsraum 31 austreten kann und damit nicht
die Bewegung des Kolbens 4 behindert. Hat man nun den Kol
ben 4 mit der Kolbenstange 5 weit genug verfahren, betätigt
man das Steuergerät 22, damit selbiges das Arbeitsventil
20 a schließt und gleichzeitig hierzu ein Bremsluftventil
21 öffnet. Somit kann keine weitere Arbeitsluft bzw. Druck
luft durch den Arbeitslufteinlaß 14 a in den Arbeitsraum 30
zwischen der von einer Verschlußplatte 8 gehaltenen Deck
platte 3 und den Kolben 4 treten. Infolge des dort herr
schenden Druckes der Arbeitsluft würde sich allerdings der
Kolben 4 weiter in - Richtung verschieben. Um dies zu ver
hindern, wird durch die gleichzeitige Öffnung des Bremsluft
ventiles im Ergebnis eine noch später zu beschreibende Backen
bremse in der Deckplatte 3 an die Kolbenstange 5 ange
schlagen und letztere somit festgehalten.
Um zu verhindern, daß sich beim Lösen der Backenbremse der
Kolben 4 und die Kolbenstange 5 unkontrolliert bewegen,
da im Arbeitsraum 30 Druckluft vorhanden ist, hingegen im
Arbeitsraum 31 im wesentlichen nur Außen- bzw. Atmosphären
druck herrscht, ist erfindungsgemäß die in Fig. 2 beschrie
bene Entlüftungsvorrichtung zum Abbau des Druckes im Arbeits
raum 30 vorgesehen. Untergebracht ist die Entlüftungsvorrich
tung in einer Entlüftungsplatte 9, die einen Steuerluftein
laß 13 aufweist (siehe auch Fig. 1). Der Steuerlufteinlaß
13 endet an einem in einer Entlüftungsbohrung 29 axial ver
schiebbaren Entlüftungskolben 11, der aus einer Verbindungs
stange 11 a sowie an deren Enden befindlichen Kolbenstücken
11 b und 11 c besteht. Vor dem Steuerlufteinlaß 13 liegt ein
Steuerluftventil 23, das von dem Steuergerät 22 angesteuert
wird, indem es gleichzeitig mit dem Schließen des Arbeits
ventiles 20 a und dem Öffnen des Bremsluftventiles 21 geöff
net wird, so daß Steuerluft bzw. Druckluft in den Steuerluft
einlaß 13 strömen kann. Die auf das Kolbenstück 11 c wirkende
Steuer- bzw. Druckluft drückt den Entlüftungskolben 11 ge
gen eine am entgegengesetzten Kolbenstück 11 b anliegende
Feder 12. Hierdurch wird das Kolbenstück 11 b bis jenseits
der Öffnung des die Verbindung zum Arbeitslufteinlaß 14 a
und die Entlüftungsbohrung 29 darstellenden Überströmkanal
24 a geschoben, so daß Luft aus dem Überströmkanal 24 a ent
lang der Verbindungsstange 11 a des Entlüftungskolbens 11
in dem die Verbindung zum Arbeitslufteinlaß 14 b und die
Entlüftungsbohrung 29 darstellenden Überströmkanal 24 b
fließen kann. Im Überströmkanal 24 a sind ein Drosselventil
DR und ein Rückschlagventil RV parallel geschaltet. Das
Drosselventil DR ist als enge Bohrung ausgebildet, das Rück
schlagventil RV z. B. als eine gegen einen Ventilsitz mittels
einer Feder gedrückte Kugel. In der nun herrschenden Si
tuation wird Luft erhöhten Druckes aus dem Arbeitsraum 30
durch den Arbeitslufteinlaß 14 a, das Drosselventil DR in
den Überströmkanal 24 a fließen, von dort durch die Entlüf
tungsbohrung 29 entlang der Verbindungsstange 11 a in den
Überströmkanal 24 b. Hier kann die Luft nun insbesondere
durch das Rückschlagventil RV in den Arbeitslufteinlaß 14 b
strömen und von hier in den Arbeitsraum 31. Infolgedessen
wird der Druck in dem Arbeitsraum 30 gesenkt und der Druck
in dem Arbeitsraum 31 solange erhöht, bis in beiden Arbeits
räumen 30 bzw. 31 gleicher Druck herrscht. Bei dem Über
strömen der Luft durch die Überströmkanäle 24 a und 24 b ist
zum einen wenigstens immer ein Drosselventil wirksam, wo
durch verhindert wird, daß die Druckluft aus dem Arbeitsraum
30 schlagartig in den Arbeitsraum 30 übertritt und somit
äußerstenfalls die Kolbenstange 5 aus der Festlage in der
Backenbremse schlägt. Das jeweils wirksame Rückschlagventil
RV gestattet allerdings, daß der beschriebene Druckluftaus
gleich zunächst mit großer Geschwindigkeit erfolgen kann.
Erst wenn der Druckunterschied sehr gering ist, so daß
auch das Rückschlagventil RV in dem Überströmkanal 24 b
schon geschlossen ist, ist der Druckluftausgleich nur noch
über die Drosselventile DR langsam möglich. Ist schließlich
der Druckluftausgleich vollständig erfolgt, so befinden sich
der Kolben 4 und die Kolbenstange 5 in einer entlasteten
Lage. Man kann nun das Steuergerät 22 veranlassen, das
Bremsluftventil 21 zu öffnen, ebenso das Arbeitsventil 20 a,
während durch das Arbeitsventil 20 b Arbeitsluft bzw. Druck
lust eintreten kann. Folglich wird der Kolben 4 mit der Kol
benstange 5 in + Richtung verfahren und der eingangs bezeich
nete Gegenstand wieder eingespannt. Wie aus der Darstellung
der Fig. 2 ersichtlich, kann dabei in entsprechender Weise
eine Entlastung von Druckluft aus dem Arbeitsraum 31 in
den Arbeitsraum 30 erfolgen.
In der Fig. 3 ist die Backenbremse für die Kolbenstange 5
im Querschnitt dargestellt. Die Kolbenstange 5 wird beider
seits von Bremsbacken 17 umschlossen, diese werden von Brems
kolben 25 betätigt. Hierzu bewegen sich die Bremskolben 25
in Bremszylindern 16. Nach außen geschlossen sind die Brems
zylinder 16 von Montagestopfen 18. Wird Bremsluft in die
mit dem Bremsluftventil 21 verbundenen Anschlußleitungen
6 a bzw. 6 b eingelassen, so wird diese durch Kanülen 15 in
die Bremszylinder 16 eintreten und hierdurch die Bremskol
ben 25 mit den Bremsbacken 17 gegen die Kolbenstange 5 ge
preßt und die Kolbenstange 5 festgehalten. Die Anschluß
leitungen 6 a und 6 b verbindet ein sogenannter Drucküber
setzer. Damit ist für den Fall Rechnung getragen, daß in
der Anschlußleitung 6 a, den Kanülen 15 und den Bremszylin
dern 16 eine Bremsflüssigkeit ist, hingegenüber das Brems
luftventil 21 nur Druckluft gelangt. Der Druckübersetzer
hat dann durckluftseitig einen größeren Kolben und brems
flüssigkeitsseitig einen kleineren Kolben, so daß brems
flüssigkeitsseitig ein entsprechend hoher hydraulischer
Druck im Vergleich zu dem Luftdruck erzeugt wird.
Claims (6)
1. Druckmittelbetriebener Arbeitszylinder mit einem in diesem
axial beweglichen Kolben mit beidseits des Kolbens befind
lichen Arbeitsräumen, einer mit dem Kolben verbundenen
Kolbenstange, einer von einem Steuergerät angesteuerten
Arbeitsventilanordnung, wobei in einer ersten Steuerstel
lung dem zwischen der Bodenplatte des Arbeitszylinders
und dem Kolben befindlichen Arbeitsraum durch das diesem
zugeordnete erste Arbeitsventil das Druckmittel zugeführt
und aus dem zwischen der Deckplatte des Arbeitszylinders
und dem Kolben gebildeten Arbeitsraum durch das diesem
zugeordnete zweite Arbeitsventil das Druckmittel abge
führt wird und in einer zweiten Steuerstellung das Druck
mittel durch das zweite Arbeitsventil zugeführt und in
das erste Arbeitsventil abgeführt wird, sowie eine gleich
falls vom Steuergerät angesteuerte Bremsvorrichtung zum
Arretieren der Kolbenstange in beliebiger Position vorge
sehen ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Arbeitsräume (30, 31)
durch einen Überströmkanal (24 a, 29, 24 b) miteinander verbun
den sind, in dem eine vom Steuergerät (22) ansteuerbare,
in einer ersten Stellung den Durchfluß durch den Überström
kanal (24 a, 29, 24 b) sperrende und in einer zweiten Stellung
den Durchfluß durch den Überströmkanal (24 a, 29, 24 b) frei
gebende Entlüftungsvorrichtung (11) angeordnet ist.
2. Arbeitszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Überströmkanal (24 a, 29, 24 b) die zwischen den
Arbeitsventilen (20 a, 20 b) und den Arbeitsräumen (30, 31)
befindlichen Druckmittelkanäle (14 a, 14 b) verbindet.
3. Arbeitszylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß im Überströmkanal (24 a, 29, 24 b) mindestens
ein Drosselventil (DR) angeordnet ist.
4. Arbeitszylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß im Überströmkanal (24 a, 29, 24 b) zwei Ven
tilanordnungen, jeweils bestehend aus einem parallel
geschalteten Drosselventil (DR) und einem Rückschlag
ventil (RV), angeordnet sind, wobei die Rückschlagven
tile (RV) jeweils entgegengesetzt wirken.
5. Arbeitszylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Überströmkanal (24 a, 29,
24 b) aus Überströmbohrungen (24 a, 24 b) und einer diese
verbindenden Entlüftungsbohrung (29) besteht und die
Entlüftungsvorrichtung (11) als in der Entlüftungsboh
rung (29) axial gegen die Kraft einer Feder (12) be
wegbare Verbindungsstange (11 a) mit an mindestens ei
nem Ende der Verbindungsstange (11 a) angeordnetem
Kolbenstück (11 d) ausgebildet ist, wobei bei entspann
ter Feder (12) das Kolbenstück (11 b) die Entlüftungs
bohrung (29) im Bereich zwischen den Überströmbohrungen
(24 a, 24 b) durchsetzt und bei gespannter Feder (12) aus
dem Bereich zwischen den Überströmbohrungen (24 a, 24 b)
herausbewegt ist.
6. Arbeitszylinder nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die aus einem Drosselventil (DR) und ei
nem Rückschlagventil (RV) gebildete Ventilanordnung
in jeder der Überströmbohrungen (24 a, 24 b) angeordnet
ist.
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| DE19873709859 DE3709859A1 (de) | 1987-03-25 | 1987-03-25 | Druckmittelbetriebener arbeitszylinder |
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| WO2013109184A1 (en) * | 2012-01-20 | 2013-07-25 | Naf Ab | Pneumatically driveable valve actuator and method of locking a valve closure element relative to a valve body |
| US9746100B2 (en) | 2012-01-20 | 2017-08-29 | Naf Ab | Pneumatically drivable valve actuator and method of locking a valve closure element relative to a valve body |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3709859C2 (de) | 1992-06-11 |
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