DE3705099A1 - Vorrichtung zum auswechseln von abstichrinnen an schachtoefen - Google Patents
Vorrichtung zum auswechseln von abstichrinnen an schachtoefenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auswechseln
von Abstichrinnen an Schachtöfen.
Der Abstich von Roheisen und Schlacke aus einem Hochofen
erfolgt in periodischen Abständen. Je nach Menge des
produzierten Roheisens ergeben sich acht bis zwölf
Abstiche innerhalb von 24 Stunden. Beim Abstichvorgang
werden Roheisen und Schlacke in einer sogenannten
Hauptabstichrinne voneinander getrennt. Derartige
Hauptabstichrinnen an Großhochöfen werden in neuerer
Zeit mit großen Querschnitten ausgeführt. An die
Hauptabstichrinne schließen sich in der Regel weitere
Abstichrinnen und Kipprinnen für Roheisen (bis zur
Übergabe in Pfannen oder Torpedowagen) und Schlacke an.
Während die Schlacke aus der Hauptabstichrinne abgeführt
wird, verbleibt das Roheisen zwischen den Abstichen in
dieser Rinne.
Bei Abstichmengen an Roheisen von mehreren tausend
Tonnen täglich unterliegt die feuerfeste Auskleidung der
Hauptabstichrinne erheblichen mechanischen und
thermischen Belastungen und demzufolge einem hohen
Verschleiß. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, die
Auskleidung der Rinne in regelmäßigen Abständen zu
reparieren bzw. komplett zu erneuern. Die Haltbarkeit
von Abstichrinnen bis zur Zwischenreparatur liegt
beispielsweise bei ca. 50000 t Roheisen, die komplette
Erneuerung erfolgt nach einer Produktion von ca. 120 000
- 130 000 t Roheisen.
Bei Hochöfen mit mehr als einem Abstichloch werden die
Arbeiten an der Abstichrinne vor Ort in der Gießhalle
durchgeführt. Während dieser Reparaturzeit wird das
Roheisen aus einem anderen Abstichloch - meist auch in
einer zweiten Gießhalle - abgestochen, so daß sich dabei
in der Regel keine oder nur geringfügige Einschränkungen
des Betriebes ergeben.
Ganz anders sieht es aber bei Hochöfen aus, die mit nur
einem Abstichloch versehen sind. Derartige Hochöfen
müssen für die Zeit der Reparatur bzw. Neuzustellung der
feuerfesten Abstichrinnenauskleidung gedrosselt gefahren
werden, bzw. bei längerer Zeit andauernden Arbeiten muß
der Hochofen stillgesetzt werden.
Dieser Umstand führte zu Überlegungen, die
Hauptabstichrinne mit Hilfe des Gießhallenkrans
auszuwechseln. Dabei ging man auch so vor, daß man bei
aus mehreren Abschnitten zusammengesetzten
Hauptabstichrinnen einzelne erneuerungsbedürftige
Abschnitte auf die beschriebene Weise auswechselte.
Wegen der zuvor bereits erwähnten großen Abmessungen der
Hauptabstichrinne sind zum Auswechseln erhebliche
Krankapazitäten erforderlich und selbstverständlich eine
entsprechend schwere Ausführung der
Gießhallen-Stahlkonstruktion. Ferner sind große freie
Flächen in der Gießhalle notwendig, auf denen die
ausgebauten Rinnenabschnitte für die Reparatur- und
Neuzustellungsarbeiten gelagert werden können.
Bekannt ist auch eine Vorrichtung zum Auswechseln der
Hauptabstichrinne eines Hochofens (DE-Patentanmeldung
P 36 24 266.7), bei der vor dem Abstichloch des
Hochofens auf dem Hüttenflur mindestens vier Hubelemente
stationär oder nicht stationär angeordnet sind, die an
Traversen angreifen, auf denen die Hauptabstichrinne
aufliegt, wobei die auszuwechselnde Rinne auf ein auf
dem Hüttenflur befindliches, insbesondere
schienengebundenes, Transportmittel absenkbar ist und
die neu zugestellte Rinne vom Transportmittel auf die
Höhe der Gießbühne anhebbar ist, und daß die
Hauptabstichrinne mit den Traversen mittels an der
Stahlkonstruktion der Gießbühne angeordneter pneumatisch
betätigter Haltearme gehalten wird.
Obgleich mit dieser bekannten Vorrichtung ein rascher
Wechsel der Abstichrinne ermöglicht wird, bedarf es für
die Installation doch einiger Vorbereitungsarbeiten, wie
z. B. Erdarbeiten für die versenkbaren Hubelemente.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Auswechselvorrichtung
für Abstichrinnen an Schachtöfen zu schaffen, bei deren
Installation auf aufwendige Erd- und Fundamentarbeiten
verzichtet werden kann und die sich auch nachträglich in
vorhandene Hüttenwerksanlagen errichten läßt. Außerdem
sollte eine solche Vorrichtung so konzipiert sein, daß
sie auch transportabel ist, damit in einem Hüttenwerk
mit mehreren Öfen nur eine Vorrichtung für das
Auswechseln von Abstichrinnen angeschafft werden muß,
zumal sich die Nutzungszeiten der Auswechselvorrichtung
ohne weiteres abstimmen lassen.
Die Lösung dieser Aufgabe ist in Anspruch 1 angegeben.
Vorteilhafte Einzelheiten sind in den Unteransprüchen
aufgeführt.
Abstichrinnen an Schachtöfen weisen ein hohes
Eigengewicht auf, beispielsweise mehr als 100 t
einschließlich der feuerfesten Ausmauerung. Die
erforderliche Hubhöhe vom Hüttenflur zur Abstichbühne
liegt bei über 4 m. Das Anheben und Absenken der
Abstichrinne für Reparaturzwecke stellt an das Zugmittel
erhebliche Anforderungen.
Die erfindungsgemäße Auswechselvorrichtung weist eine
Reihe von Vorteilen auf gegenüber dem Stand der Technik:
- - im Vergleich zum Einsatz von Druckelementen des Standes der Technik für das Heben und Absenken, bei denen eine Knickgefahr möglich ist, gewährleisten die erfindungsgemäßen Zugelemente während des gesamten Bewegungsablaufs eine absolut sichere Lage der Abstichrinne,
- - die Zugelemente sind bei gleicher Nutzlast leichter und preisgünstiger als Druckelemente,
- - es entfallen zusätzliche Führungsschienen, die bei Druckelementen erforderlich sind,
- - keine Kosten für aufwendige Erdarbeiten, Fundamente und Entwässerungen,
- - das Gewicht der Zugelemente ist im Verhältnis zum Gewicht der Abstichrinne so gering, daß keine nennenswerten Verstärkungen der Stützträger an der Abstichbühne notwendig sind,
- - wegen ihres niedrigen Gewichtes kann die Auswechselvorrichtung als transportable Einrichtung an mehreren Schachtöfen eingesetzt werden,
- - die instandgesetzte Abstichrinne braucht vor dem Anschlagen an die Zugelemente nicht genau unterhalb der Einbaulage zu stehen, wodurch ein Montagezeitgewinn ermöglicht wird,
- - bei evtl. Störungen an den Zugelementen während eines Hubvorganges sind diese, da sie oberhalb der Last liegen, gefahrlos zugänglich.
Ausführungsbeispiele der Auswechselvorrichtung werden
nachstehend anhand der schematischen Zeichnungen näher
erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch Abstichbühne und
Hüttenflur mit der erfindungsgemäßen
Auswechselvorrichtung,
Fig. 2 eine Alternative zu Fig. 1 im Schnitt,
Fig. 3 einen Längsschnitt mit angehobener
Abstichrinne,
Fig. 4 einen Querschnitt zu Fig. 3,
Fig. 5 eine Alternative zu Fig. 3 im Längsschnitt,
Fig. 6 eine Draufsicht zu Fig. 5.
In den Fig. 1 und 2 befindet sich die Abstichrinne
(4) auf dem auf Schienen auf dem Hüttenflur (2)
fahrbaren Transportmittel (1). Zwischen Abstichrinne und
Transportmittel-Plattform erkennt man Traversen (10),
die unter der Abstichrinne (4) angeordnet sind. An die
Traversen (10) sind Litzenseile oder Kletterstangen (6)
der Zugelemente (5) angeschlagen.
Die Zugelemente (5) sind auf an der Abstichbühne (3) des
Schachtofens angeschweißten Stützträgern (7) angeordnet.
Die Zugelemente werden von einem (hier nicht
dargestellten) Hydraulik-Pumpenaggregat versorgt.
Fig. 2 zeigt im Unterschied zu Fig. 1 Zugelemente (5),
die an den Traversen (10) der Abstichrinne (4)
angeordnet sind. Hier arbeitet die Vorrichtung in
umgekehrter Weise, d. h. die Zugelemente (5) ziehen sich
mit der Abstichrinne (4) zur Abstichbühne (3) hoch bzw.
senken sich ab.
Ein bekanntes Litzen- bzw. Stangen-Beförderungssystem,
bei dem Lasten mit Hilfe elektrohydraulisch
angetriebener Heber bewegt werden, bietet sich für die
erfindungsgemäße Auswechselvorrichtung an.
Anstelle eines derartigen Beförderungssystems können
auch (nicht dargestellte) mechanisch betätigbare
Spindel-Zugelemente Verwendung finden.
Die Fig. 3 und 4 zeigen ein Ausführungsbeispiel, bei dem
die Zugelemente (5) und das Hydraulik-Pumpenaggregat (8)
auf einer transportablen Plattform (9) angeordnet sind.
Auf die Darstellung der Hydraulikschläuche zur
Verbindung von Pumpenaggregat und Zugelementen wurde
verzichtet. Diese Plattform kann ein- oder mehrteilig
ausgeführt sein und steht mit ihrem Füßen auf den
Rinnenstützträgern (7) der Abstichbühne (3). Durch eine
nur angedeutete Schäkelverbindung (12) ist die
Abstichrinne (4) an den Stangen bzw. Litzen (6) der
Zugelemente (5) lösbar befestigt.
Sobald die Abstichrinne (4) auf das Niveau der
Abstichbühne (3) angehoben ist, wird die Abstichrinne
(4) mit Hilfe von seitlich unter der Abstichbühne
angeordneten vor- und zurückziehbaren Trägern (11)
unterstützt. Die Träger (11) werden dabei durch
entsprechende Öffnungen in den Rinnenstützträgern (7)
geschoben. Sobald die Abstichrinne (4) fest auf den
Trägern (11) aufliegt und die Schäkelverbindung (12)
gelöst ist, kann die Plattform (9) mit den Zugelementen
(5) von einem Kran entfernt werden.
Selbstverständlich kann das Hydraulik-Pumpenaggregat (8)
auch (nicht dargestellt) beispielsweise seitlich auf der
Abstichbühne (3) aufgestellt sein, wobei dann
Schlauchverbindungen zu den Zugelementen (5) bestehen
müssen.
Fig. 5 zeigt eine an Stangen bzw. Litzenseilen (6)
hängende Abstichrinne (4). Die Zugelemente (5) sind hier
auf der Plattform eines Drehkranzes (13) gelagert, der
auf Schienen, die sich auf der Plattform (9) befinden,
läuft. Der Drehkranz (13) läßt sich um 360° in der
Horizontalen bewegen.
Fig. 6 soll zeigen, daß es mit Hilfe des Drehkranzes
(13) möglich ist, die an den Zugelementen (5) hängende
Abstichrinne (4), abweichend zur auf der Abstichbühne
(3) eingenommenen Position, während des Absenkens in
eine andere Winkellage zu bringen. Gemäß Fig. 5 sind die
Schienen für das Transportmittel auf dem Hüttenflur z. B.
im rechten Winkel zur Lage der Rinne von der
Abstichbühne angeordnet.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Auswechseln von Abstichrinnen eines
Schachtofens,
gekennzeichnet durch
sich auf Abstichbühnen-Niveau angeordneten
Rinnen-Stützträgern (7) abstützende Zugelemente
(5), mit denen die Abstichrinne (4) zwischen
Hüttenflur (2) oder einem anderen Niveau und der
Abstichbühne (3) angehoben bzw. abgesenkt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugelemente (5) auf Traversen (10) stehen,
die ihrerseits an der Unterseite der Abstichrinne
(4) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugelemente (5) mit ihren Antrieben (8) auf
einer transportablen ein- oder mehrteiligen
Plattform (9) angeordnet sind, die auf die
Rinnen-Stützträger (7) absetzbar ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugelemente (5) hydraulisch angetrieben
sind, nach dem Prinzip der Kletterzylinder
arbeiten, und daß als Verbindungsmittel zwischen
Zugelementen (5) und Abstichrinne (4) Litzenseile,
Stangen (6) oder dgl. vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugelemente (5) mechanische
Spindel-Zugelemente sind.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugelemente (5) auf einem Drehkranz (13)
aufgestellt sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Anordnung der Zugelemente (5) auf einem
Drehkranz (13) die eingehängte Abstichrinne (4)
während des Absenkens bzw. Anhebens drehbar ist.
8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stangen (6) bzw. Litzenseile der
Zugelemente (5) an den Rinnen-Stützträgern (7)
befestigt sind und die Zugelemente (5) mit der
Abstichrinne (4) hochzuziehen bzw. abwärtszulassen
sind.
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