DE3703019A1 - Sicherheitsvorrichtung fuer eine hydraulische stellvorrichtung fuer ein zu bewegendes teil eines fluggeraets - Google Patents
Sicherheitsvorrichtung fuer eine hydraulische stellvorrichtung fuer ein zu bewegendes teil eines fluggeraetsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine hydraulische Stellvorrich
tung für ein zu bewegendes Teil eines Fluggeräts nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei Hubschraubern, zivilen und militärischen Strahl
flugzeugen und anderen Fluggeräten ist es üblich, zu
bewegende Teile des Fluggeräts redundant durch zwei un
abhängige Fluidkreise zu verstellen. An ein zu bewegen
des Teil bzw. an zu bewegende Teile sind jeweils zwei
Stellglieder, zum Beispiel zwei doppeltwirkende Kolben-
Zylinder-Einheiten gekoppelt, deren Bewegung und Stel
lung gegenläufig durch zwei Fluidkreise festgelegt wird.
Gesteuert wird die Bewegung durch einen in einem Gehäu
se angeordneten und von einem elektrischen Antriebsmo
tor betätigten Steuerschieber, der für jeden Fluidkreis
die Druckleitung und die Rücklaufleitung so mit dem
Stellglied verbindet, daß dieses sich in die eine oder
in die andere Richtung bewegt oder stillsteht.
Da zwei unabhängige Fluidkreise verwendet werden, die
von einem gemeinsamen Steuerschieber gesteuert werden,
läßt sich das zu bewegende Teil bei Ausfall eines der
beiden Fluidkreise noch durch den anderen Fluidkreis
sicher betätigen. Es ist zwar grundsätzlich denkbar,
für jeden Fluidkreis einen eigenen Steuerschieber mit
jeweiligem elektrischen Antriebsmotor vorzusehen, jedoch
kann der dazu erforderliche Aufwand nicht immer in Kauf
genommen werden, abgesehen davon, daß die Gewährleistung
des Gleichlaufs der beiden unabhängigen Steuerschieber
erhebliche Probleme aufwerfen würde.
Wenn man mit einem einzigen Steuerschieber arbeitet,
und der Steuerschieber in seiner Führung an irgend
einer Stelle steckenbleibt, zum Beispiel durch die
Einwirkung eines Geschosses oder dergleichen, wird
das zu bewegende Teil - wenn nicht geeignete Gegenmaß
nahmen getroffen sind - in seiner gerade befindlichen
Position stehenbleiben oder seine gerade ausgeführte
Bewegung bis zum Ende des Bewegungshubs vollenden und
dann stehenbleiben; denn der steckengebliebene Steuer
schieber kann weder den einen noch den anderen Fluid
kreis mehr beeinflussen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine hydrau
lische Stellvorrichtung der eingangs genannten Art,
also eine Stellvorrichtung mit einem einzigen, für bei
de Fluidkreise gemeinsamen Steuerschieber, derart auszu
bilden, daß auch dann noch ein Verstellen des zu bewe
genden Teils möglich ist, wenn der Steuerschieber an
einer Stelle innerhalb der Hülsenanordnung verklemmt
wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kenn
zeichnungsteil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale
gelöst.
Der Grundgedanke der Erfindung liegt darin, daß der
den Steuerschieber betätigende Elektromotor, zum Bei
spiel ein Linearmotor, einen verklemmten Steuerschie
ber nicht dauernd gegen die durch die Verklemmung her
vorgerufene Reibungskraft zwischen Steuerschieber und
Lagerhülsenanordnung bewegen kann, gleichwohl aber
eine kurzzeitige erhebliche Kraft zu entwickeln vermag,
ohne beschädigt zu werden. Diese von dem elektromecha
nischen Antrieb kurzzeitig verfügbare Kraft wird dazu
verwendet, die Hülse, in deren Bereich der Steuer
schieber festklemmt, gegen die Kraft der Sperrverriege
lung zu bewegen und dadurch die Sperrverriegelung für
diese Hülse dauernd zu lösen. Im weiteren Betrieb wird
dann mit jeder Bewegung des Steuerschiebers auch die
festgeklemmte Hülse bewegt. Der dieser Hülse zugeordne
te Fluidkreis trägt aber nicht mehr zur Steuerung bei.
Vielmehr sorgt das Bypassventil dafür, daß die zu die
sem Fluidkreis gehörige Stelleinheit (Kolben-Zylinder-
Einheit) "kurzgeschlossen" wird. Dieser Kurzschluß be
wirkt, daß von dem betreffenden Fluidkreis keine hemmen
de Kraft auf das zu bewegende Teil ausgeübt wird. In
dem kurzgeschlossenen Fluidkreis wird bei Bewegung des
zu bewegenden Teils das Fluid nur hin- und herbewegt.
Die Steuerung wird von dem noch intakten Fluidkreis über
nommen. Die diesen nun einzig aktiven Fluidkreis zuge
ordnete Hülse befindet sich noch in der durch die Sperr
verriegelung vorgegebenen Lage, und das diesem Fluid
kreis zugeordnete Bypassventil sorgt dafür, daß Druck
und Rücklaufleitung je nach Stellung des Steuerschie
bers mit der einen oder der anderen Seite der Kolben-
Zylinder-Einheit verbunden werden.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben. Die spezielle Ausgestaltung
der Sperrverriegelung ist im Anspruch 2 angegeben. Durch
entsprechende Auslegung der Drossel läßt sich der Druck
in der Druckkammer der Sperrverriegelung auf einen be
stimmten Wert einstellen, und dadurch läßt sich wiederum
diejenige Kraft einstellen, die von dem den Steuerschie
ber betätigenden Linearmotor kurzzeitig aufgebracht
werden muß, um die Sperrverriegelung zu lösen.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine Längsschnittansicht durch ein Steuer
gehäuse einer hydraulischen Stell
vorrichtung zum Verstellen der Rotor
blätter eines Hubschraubers, und
Fig. 2 die Einzelheit II gemäß Fig. 1 und
deren Umgebung in vergrößerter Dar
stellung.
Fig. 1 zeigt eine Längsschnittansicht eines Steuerteils
1 einer hydraulischen Stellvorrichtung. Das Steuerteil
1 umfaßt zwei zu einer Symmetrielinie S im wesentlichen
symmetrisch angeordnete und funktionsmäßig identische
Gehäusehälften 2 und 3. An der linken Gehäusehälfte 3
ist ein Linear-Stellmotor 4 angebracht, dem elektrische
Steuersignale zugeführt werden.
Die rechte Gehäusehälfte 2 ist einem System oder
Fluidkreis A zugeordnet, die linke Gehäusehälfte 3 ist
einem System oder einem Fluidkreis B zugeordnet. Der
Fluidkreis A ist ebenso wie der Fluidkreis B an eine
doppeltwirkende Kolben-Zylinder-Einheit gekoppelt, die
beide gegenläufig die Rotorblätter eines Hubschraubers
verstellen. Fällt ein Fluidkreis aus, so kann der noch
verbleibende aktive Fluidkreis allein die Rotorblätter
verstellen.
In der folgenden Beschreibung werden zu dem System oder
Fluidkreis A gehörige Teile mit dem Zusatz "A" zu den
einzelnen Bezugszeichen versehen. Zu dem Fluidkreis B
gehörige Teile tragen den Zusatz "B". Um die Zeichnung
nicht zu überlasten, sind viele Einzelteile in der
einen Gehäusehälfte 2, die zu dem Fluidkreis A gehören,
ebenso wie einzelne Teile in der Gehäusehälfte 3, die
zu dem Fluidkreis B gehören, ohne Zusatz "A" oder "B"
bezeichnet. Es versteht sich, daß diese Teile in beiden
Gehäusehälften 2 und 3 zu der Linie oder Ebene S
symmetrisch und funktionsmäßig identisch ausgebildet
sind. Dementsprechend gelten Angabe für die eine Ge
häusehälfte in gleicher Weise auch für die andere Ge
häusehälfte.
Auf der Unterseite der Gehäusehälfte 2 befinden sich
zwei Anschlüsse für die Druckleitung PA und die Rück
laufleitung RA des Fluidkreises A. Auf der Unterseite
der Gehäusehälfte 3 befinden sich die Anschlüsse für
die Druckleitung PB bzw. für die Rücklaufleitung RB
des Fluidkreises B.
Auf der Oberseite der Gehäusehälfte 2 befinden sich zwei
Anschlüsse 5 A und 6 A, die zum Beispiel an den Kolben
raum bzw. an den Ringraum einer doppelwirkenden Kolben-
Zylinder-Einheit angeschlossen sind. Entsprechende An
schlüsse für den Fluidkreis B befinden sich auf der
oberen Seite der Gehäusehälfte 3. Diese Anschlüsse 5 B
und 6 B sind mit dem Kolbenraum bzw. mit dem Ringraum
einer anderen Kolben-Zylinder-Einheit verbunden. Beide
Kolben-Zylinder-Einheiten sind an das zu bewegende Teil
oder an die gemeinsam zu bewegenden Teile gekoppelt.
Im vorliegenden Fall handelt es sich bei den zu bewegen
den Teilen um die Rotorblätter eines Hubschraubers.
Um zum Beispiel eine Verstellung der Rotorblätter in
die eine Richtung zu bewirken, wird von den Liniear-
Stellmotor 4 ein Steuerschieber 7 nach rechts bewegt.
In dem Fluidkreis A gelangt Fluid aus der Druckleitung
TA über den rechts oben in Fig. 1 dargestellten Anschluß
6 A und die daran angeschlossene Fluidleitung in den
Kolbenraum der Kolben-Zylinder-Einheit des Fluidkreises
A. Der Ringraum ist über den Anschluß 5 A und die ent
sprechenden Verbindungsnuten im Steuerschieber 7 mit
der Rücklaufleitung RA verbunden.
Der Fluidkreis B arbeitet gegenläufig. D. h. über die
Druckleitung PB und die entsprechenden Verbindungsnu
ten im Steuerschieber 7 gelangt unter Druck stehendes
Fluid im Anschluß 6 B und von dort zum Ringraum der
anderen Kolben-Zylinder-Einheit. Der Kolbenraum ist
über den Anschluß 5 B, den Steuerschieber und den An
schluß RB mit der Rücklaufleitung verbunden.
Wird der Steuerschieber 7 von dem Linear-Stellmotor 4
nach links bewegt, sind die Strömungsverhältnisse um
gekehrt.
Der Steuerschieber 7 ist in einer Hülsenanordnung ge
führt, die aus zwei Einzelhülsen 8 A und 8 B besteht. Im
Bereich der Symmetrieebene S haben die beiden Hülsen
8 A, 8 B in axialer Richtung einen gewissen Abstand von
einander, der mindestens halb so groß ist wie der Ge
samtbewegungs-Hub des Steuerschiebers 7. Die beiden
Hülsen 8 A und 8 B sind ihrerseits in einer Büchse 9 ge
führt.
In der Büchse 9 sind auf der Außenseite Umfangsnuten
gebildet, die über kleine radiale Kanäle mit Umfangs
nuten der Hülsen 8 A, 8 B und weiter über in den Hülsen
ausgebildete Radialkanäle mit Ringnuten des Steuer
schiebers 7 in Verbindung stehen. Hierdurch kann das
Fluid von den auf der Unterseite der Gehäusehälften
befindlichen Anschlüssen PB und PA zu den in den obe
ren Gehäusehälften befindlichen Fluidleitungen und An
schlüssen 5 A, 5 B, 6 A und 6 B gelangen.
Die beiden Hülsen 8 A und 8 B sind in der Büchse 9 ver
schieblich gelagert, sie werden aber beide von je
weils einer Sperrverriegelung 10 A bzw. 10 B in einer
vorbestimmten Mittelstellung gehalten.
Wie in Fig. 1 für die Sperrverriegelung A näher dar
gestellt ist, ist in einer Kammer des Gehäuses dreh
bar ein Hebel 12 gelagert, der mit einer kugelförmigen
Spitze 14 in einer Ausnehmung der Hülse 8 A eingreift.
Fig. 2 zeigt in der linken Hälfte das Eingreifen des
Hebels 12 mit seiner Spitze 14 in die Ausnehmung 15,
hier allerdings für die Hülse 8 B, die dem Fluidkreis
B zugeordnet ist.
Das der Spitze 14 des Hebels 12 abgewandte Ende des
Hebels liegt mit einer im wesentlichen flachen Seite
gegen eine Andruckfläche eines Andrückglieds 11 an.
Das Andrückglied 11 sitzt in einer Gehäuseausnehmung.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, zweigt von der mit
dem Anschluß PA in Verbindung stehenden Druckleitung
16 eine eine Drossel 17 enthaltene Nebenleitung 18 ab.
Von der Nebenleitung 18 führt eine Verbindung 19 zu
einer unterhalb des Andrückglieds 11 ausgebildeten
Druckkammer 20. Dadurch wird das Andrückglied 11 mit
einem Druck, der wegen der Drossel 17 unterhalb des
Systemdrucks liegt, gegen den Hebel 12 belastet, so
daß der Hebel 12 in der in der Figur dargestellten
Mittelstellung gehalten wird. Eine Rückstellfeder 21
belastet das Andrückglied 11 entgegen dem in der
Druckkammer 20 herrschenden Druck, die Federkraft
reicht aber im Normalbetrieb nicht aus, das Andrück
glied 11 von dem Hebel 12 zu lösen.
Fig. 2 zeigt, wie die Nebenleitung 18 in eine Umfangs
nut 22 der Büchse 9 mündet. Von der Umfangsnut 22
führt eine Zweigleitung 35 zur Außenseite der be
treffenden Hülse (Hülse 8 B in Fig. 2). Auf der Außen
seite der Hülse 8 B sind zwei Ringnuten 24 und 25 aus
gebildet, die voneinander durch einen Bund 29 ge
trennt werden. Der Bund 29 hat gerade eine solche
Breite, daß er in der Normalstellung der Hülse 8 B
die Öffnung der Zweigleitung 35 versperrt. Die beiden
Ringnuten 24 und 25 sind über kleine Radialkanäle
mit einer auf der Außenseite des Steuerschiebers 7
ausgebildeten Verbindungsnut 23 miteinander verbunden.
Die Ringnut 25 führt zu einer Ringkammer 26 unterhalb
der Ausnehmung 15, die die Spitze 14 des Hebels 12 auf
nimmt. An die Ringkammer 26 schließt sich eine Kammer
27 an, in deren Bereich sich der Drehpunkt 13 für den
Hebel 12 befindet. Die Ringkammer 26 und die Kammer
27 sind so bemessen, daß der Hebel 12 sich gegebenen
falls in Richtung des in der Spitze 14 eingezeichneten
Doppelpfeils um ein vorbestimmtes Stück bewegen kann.
In der oberen Gehäusehälfte schließt sich an die Umfangs
nut 22 eine Leitung 28 an, die zu einem Bypassventil
30 führt.
In beiden Gehäusehälften 2 und 3 befindet sich ein
Bypassventil 30. Die beiden Ventile 30 sind symmetrisch
zur Ebene S angeordnet und ausgebildet.
Die Leitung 28 führt zu einer Druckkammer 32, die
also von der Druckleitung 16 in der unteren Gehäuse
hälfte über die Drossel 17, die Nebenleitung 18, die
Umfangsnut 22 und die Leitung 28 einen gewissen Fluid
druck erhält. Dieser Fluiddruck hält einen Kolben 31
gegen die Kraft einer Feder 33 in der in Fig. 1 dar
gestellten Stellung, in welcher der rechte Bereich
des Kolbens 31 eine direkte Verbindung zu den beiden
Anschlüssen 5 a und 6 a sperrt.
Der Normalbetrieb der in der Zeichnung dargestellten
hydraulischen Stellvorrichtung wurde oben bereits
kurz erläutert. Es seien nun angenommen, der Steuer
schieber 7 sei durch äußere Einflüsse in der Hülse
8 A festgeklemmt. Der Linear-Stellmotor 4 kann nun mit
der üblicherweise zum Verschieben des Steuerschiebers
7 ausreichenden Kraft den Steuerschieber nicht mehr
bewegen. Der Linear-Stellmotor kann auch nicht über
längere Zeiträume hinweg mit erheblich erhöhter Lei
stung arbeiten, da er sonst irreversibel beschädigt
würde. Allerdings kann der Stellmotor 4 für kurze
Zeit eine stark erhöhte Kraft auf den Steuerschieber
7 aufbringen. Diese Kraft reicht aus, um zusammen
mit dem Steuerschieber 7 die daran festgeklemmte Hülse
8 A innerhalb der Büchse 9 zu verschieben.
Während der Steuerschieber 7 also nach wie vor unge
hindert in der links dargestellten Hülse 8 B gleitet,
nimmt er die festgeklemmte Hülse 8 A auf der rechten
Seite zum Beispiel nach rechts mit, wobei der Hebel
12 mit seiner Spitze 14 in der Ausnehmung 15 nach
rechts verschwenkt wird, gegen die Kraft, die durch
den Druck in der Druckkammer 17 auf das Andrückglied
11 aufgebracht wird.
Tritt der oben beschriebene "Schieberklemmer" im Be
reich der links dargestellten Hülse 8 B auf, so ist
der Steuerschieber 7 in der rechten Hülse 8 A nach wie
vor leicht verschieblich. Bei einer Bewegung des Steuer
schiebers nach links beispielsweise wird gemäß Fig. 2
die Hülse 8 B nach links verschoben, wobei sich der
Hebel 12 um den Drehpunkt 13 nach links dreht. Wenn die
Hülse 8 B nach links verschoben wird, entsteht eine
Strömungsverbindung zwischen der Umfangsnut 29 und
der davon abgehenden Zweigleitung 35 und der Ringnut
24. Von der Ringnut 24 strömt das Fluid durch den
rechts in Fig. 2 dargestellten Radialkanal in die
Verbindungsnut 23 und von dort über den links darge
stellten Radialkanal in die Ringnut 25. Die Ringnut 25
steht über die Ringkammer 26 und die Kammer 27 mit
der zugehörigen Rücklaufleitung in Verbindung, d. h.
in der linken Gehäusehälfte 2 (Fluidkreis B) mit der
Rücklaufleitung RB, und in der rechten Gehäusehälfte
2 (Fluidkreis A) mit der Rücklaufleitung RA. Da die
Nebenleitung 18 nun im wesentlichen druckfrei ist,
verringert sich auch schlagartig der Druck in der
Druckkammer 20, die über die Verbindung 19 mit der
Nebenleitung 18 in Verbindung steht. Aufgrund des
verringerten Drucks in der Druckkammer 20 kann nun
die Feder 21 das Andrückglied 11 in Fig. 1 nach unten
drücken, mit der Folge, daß der Hebel 12 nicht mehr
belastet ist und sich im folgenden ungehindert nach
rechts und nach links bewegen kann. Da der Hebel 12
nun frei beweglich ist, ist auch die Hülse, mit der
der Hebel in Eingriff steht frei beweglich.
Der oben beschriebene Vorgang gilt sowohl für den
Fluidkreis A und die Hülse 8 A als auch für den Fluid
kreis B und die dazugehörige Hülse 8 B. Durch die Über
windung der Sperrkraft des Hebels 12 und das damit
einhergehende Lösen der Sperrverriegelung 10 A bzw. 10 B
wird die festgeklemmte 8 A oder 8 B kräftefrei verschieb
bar, so daß der Steuerschieber 7 im folgenden mit der
üblichen Verstellkraft verschoben werden kann. Wenn
die Hülse 8 A frei beweglich ist, übernimmt der Fluid
kreis B die Stellvorgänge. Wurde die Hülse 8 B fest
geklemmt und anschließend gelöst, so übernimmt im fol
genden der Fluidkreis A die Stellfunktionen.
Damit der nicht mehr aktive Fluidkreis die Bewegungen
des angeschlossenen, zu bewegenden Teils nicht hemmen
kann, muß die in dem nicht länger aktiven Kreis lie
gende Kolben-Zylinder-Einheit kurzgeschlossen werden,
damit der Kolben ohne Kraftaufwand in dem Zylinder
hin- und herbwegt werden kann und damit nicht die
durch den anderen Fluidkreis bewirkte Bewegung des
zu bewegenden Teils hemmt.
Es sei angenommen, die Hülse 8 A sei an dem Steuer
schieber 7 verklemmt. Demzufolgen wird die Sperrver
riegelung 10 A gelöst. Dadurch, daß die Hülse 8 A ver
schoben wird, wird der Druckraum 32 des in der rechten
Gehäusehälfte 2 befindlichen Bypassventils 30 mit der
Rücklaufleitung verbunden, und zwar über die Leitung
28, die Umfangsnut 22, die Zweigleitung 35 (siehe
Fig. 2), die Ringnuten 24 und 25, die Verbindungsnut
23, und die Kammern 26, 27 der Sperrverriegelung 10 A.
Aufgrund der Druckabfalls in der Druckkammer 32 kann
nun die Feder 33 das Bypassventil gemäß Fig. 1 nach
rechts verstellen, so daß die am Umfang des Kolbens 31
ausgebildete Verbindungsnut eine Verbindung zwischen
den Anschlüssen 5 A und 6 A herstellt. Das Fluid kann
nun aus dem Kolbenraum oder aus dem Ringraum der zu
dem Fluidkreis A gehörigen Kolben-Zylinder-Einheit
über die Anschlüsse 5 A und 6 A und die Verbindungsnut
im Kolben 31 hin- und herströmen, so daß die vom Fluid
kreis B auf die daran angeschlossene Kolben-Zylinder-
Einheit aufgebrachten Fluid-Drücke die zu bewegenden
Rotorblätter ungehemmt bewegen können.
Claims (6)
1. Hydraulische Stellvorrichtung für ein zu bewegen
des Teil eines Fluggeräts, zum Beispiel für die Rotorblätter
eines Hubschraubers, mit einem ersten und einem zweiten Fluid
kreis, die jeweils an ein mit dem zu bewegenden Teil gekoppel
tes Stellglied, zum Beispiel eine doppelt wirkende Kolben-
Zylinder-Einheit, angeschlossen sind, und mit einem von einer
elektrischen Antriebseinrichtung in einer Hülsenanordnung
verschiebbaren Steuerschieber, der den Zustrom und den Rück
strom von Fluid zu bzw. von dem Stellglied festlegt, ge
kennzeichnet durch folgende Merkmale:
- - für jeden Fluidkreis (A, B) ist eine einen Teil des Steuer schiebers (7) verschieblich lagernde Hülse (8 A, 8 B) vorge sehen,
- - jede Hülse (8 A, 8 B) besitzt eine im Normalbetrieb ihre Längsbewegung verhindernde, lösbare Sperrverriegelung (10 A, 10 B), die im Fall eines Verklemmens des Steuerschie bers in einer Hülse (8 A, 8 B) unter vorübergehender Über windung einer vorbestimmten Kraft bleibend gelöst wird, und
- - für jeden Fluidkreis (A, B) ist ein Bypassventil (30) vorgesehen, das bei einem Verklemmen des Steuer schiebers (7) in einer der beiden Hülsen (8 A, 8 B) das Stellglied des betreffenden Fluidkreises freigibt.
2. Steuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Sperrverriegelung (10 A,
10 B) für jede Hülse (8 A, 8 B) aufweist:
- - einen mit radialem Abstand von der Hülse (8 A, 8 B) dreh bar gelagerten Hebel (12, 14), der mit einem Ende (14) in einer Ausnehmung (15) der Hülse (8 A, 8 B) eingreift, und dessen anderes Ende durch ein druckbelastetes Andrückglied (11) in einer Mittelstellung gehalten wird,
- - eine Druckkammer (20), die über eine Drossel (17) mit der Druckleitung (PA; 16) des betreffenden Fluidkreises (A, B) verbunden ist, und das Andrückglied (11) gegen die Kraft einer Rückstellfeder (21) gegen den Hebel (12, 14) vorspannt, und
- - einen von der verschobenen Hülse (8 A, 8 B) zu öffnenden Verbindungsweg (19, 18, 22, 23, 24, 25, 26, 27) zwi schen der Druckkammer (20) und der Rücklaufleitung (RA; RB) des Fluidkreises.
3. Steuervorrichtung nach Anspruch 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß jedes Bypassventil (30)
einen durch eine Feder (33) aus einer Schließstellung
durch den Fluiddruck des betreffenden Fluidkreises in
eine Öffnungsstellung vorgespannten Kolben (31) auf
weist, und daß die dem Kolben (31) zugeordnete Druck
kammer (32) bei Verschiebung der Hülse (8A, 8 B) aus
deren Normalstellung mit der Rücklaufleitung (RA, RB)
des Fluidkreises verbunden wird.
4. Steuervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die dem Kolben (31)
des Bypassventils (30) zugeordnete Druckkammer (32)
mit dem Verbindungsweg (18, 19, 22, 23, 24, 25, 26, 27)
verbindbar ist.
5. Steuervorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Verbin
dungsweg umfaßt:
- - eine von der Druckleitung (PA, PB; 16) des betreffen den Fluidkreises abgehende, die Drossel (17) enthal tende Nebenleitung (18), die einem zwei äußere Ring nuten (24, 25) der Hülse (8 A, 8 B) trennende Bund (29) gegenüber mündet,
- - mindestens einer Verbindungsnut (23) in den Steuer schieber (7) zum Verbinden der beiden Ringnuten (24, 25) der Hülse,
- - einen Verbindungsweg (26, 27) zwischen der einen Ring nut (25) und der Fluidkreis-Rücklaufleitung (RA; RB) und
- - einer Verbindung (19) zwischen der Druckkammer (20) der Sperrverriegelung (10 A, 10 B) und der Nebenlei tung (18).
6. Steuervorrichtung nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die zu der dem
Kolben (31) des Bypassventils (30) zugeordneten Druck
kammer (32) führende Leitung (28) eine dem Bund (29)
zwischen den Ringnuten (24, 25) der Hülse gegenüber
mündende Zweigleitung (35) besitzt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873703019 DE3703019C2 (de) | 1987-02-02 | 1987-02-02 | Hydraulische Stellvorrichtung für ein zu bewegendes Teil eines Fluggeräts |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19873703019 DE3703019C2 (de) | 1987-02-02 | 1987-02-02 | Hydraulische Stellvorrichtung für ein zu bewegendes Teil eines Fluggeräts |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3703019A1 true DE3703019A1 (de) | 1988-08-11 |
| DE3703019C2 DE3703019C2 (de) | 1997-02-13 |
Family
ID=6320034
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873703019 Expired - Fee Related DE3703019C2 (de) | 1987-02-02 | 1987-02-02 | Hydraulische Stellvorrichtung für ein zu bewegendes Teil eines Fluggeräts |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3703019C2 (de) |
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1987
- 1987-02-02 DE DE19873703019 patent/DE3703019C2/de not_active Expired - Fee Related
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