DE3631266A1 - An hydraulischen schreitausbaugestellen gefuehrte gewinnungseinrichtung - Google Patents
An hydraulischen schreitausbaugestellen gefuehrte gewinnungseinrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine an hydraulischen Schreitausbauge
stellen geführte Gewinnungseinrichtung gemäß dem Oberbegriff
von Patentanspruch 1.
Zum Abbau von Kohle ist eine an hydraulischen Schreitausbauge
stellen geführte Gewinnungseinrichtung bekannt, deren auf Mei
ßelschlitten befestigte Gewinnungswerkzeuge von einer umlau
fenden Laschenkette gezogen werden (DE-PS 27 43 625, Ruhrkohle
Werkzeitschrift 7/81). Die Meißelschlitten gleiten mit haken
förmigen Klauen auf einem Rohr einer doppeltrummigen Rohrfüh
rung, die hangend- und liegendseitig an teleskopisch höhenver
stellbaren Gewinnungswänden der hydraulischen Schreitausbauge
stelle befestigt ist. Während der Gewinnung werden die Gewin
nungswände von Rückzylindern in Richtung auf den Abbaustoß an
gedrückt, so daß die Meißelschlitten über die angetriebene La
schenkette Schnittkräfte auf die am Kohlenstoß umlaufenden Ge
winnungswerkzeuge übertragen, die unter dem Andruck der Rück
zylinder die Kohle schrämend aus dem Stoß herauslösen. Um die
Schrämschnitte über die gesamte Flözmächtigkeit in verschiede
nen Schnitthöhen auszuführen, sind die Gewinnungswerkzeuge der
Meißelschlitten mit unterschiedlich auskragenden Auslegern
versehen, an denen die Meißel befestigt sind. Durch die Über
tragung der Schnittkräfte von der Laschenkette auf die Gewin
nungswerkzeuge entstehen Reaktionskräfte, die starke Momente
auf die ausbauseitigen Abstützelemente der Gewinnungseinrich
tung ausüben. Diese Momente wirken sich auf die Rohrführung
und auf den Teil der Gewinnungswand aus, an dem jeweils die
Meißelschlitten unmittelbar abgestützt sind. Die ausgeübten
Momente, die in Verschleiß erzeugende Reibung umgesetzt wer
den, verringern folglich die für die Gewinnungsarbeit nutzba
ren Schnittkräfte. Erschwerend wirkt zusätzlich die außer
mittige Einleitung der Zugkräfte auf den Meißelschlitten
durch eine Außenlasche der Laschenkette. Da die Meißelschlit
ten nur mit einer Klaue auf der Rohrführung gleiten und im
übrigen flach an der Gewinnungswand abgestützt sind, besteht
zudem die Gefahr, daß Meißelschlitten infolge nicht parallel
zueinander ausgerichteter Gewinnungswände verkanten und aus
der Rohrführung herausgedrückt werden. Die Gefahr des Ab
gleitens ist in besonderem Maße an den Antrieben gegeben, wo
die Meißelkörper von der Rohrführung abheben und frei, nur
von der Laschenkette gehalten, über einen Kettenstern
ablaufen.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
die Führung der Gewinnungseinrichtung an den Schreitausbau
gestellen zu verbessern und die Übertragung der Antriebs
kräfte auf die Gewinnungswerkzeuge effektiver zu gestalten.
Diese Aufgabe wird mit den im Kennzeichen des Patentanspru
ches 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Die vorteilhafte Ausge
staltung der Erfindung ist Gegenstand der Unteransprüche.
Die Meißelschlitten der Gewinnungseinrichtung sind erfin
dungsgemäß unmittelbar in den Kraftfluß der Laschenkette
einbezogen und zugleich stabil und reibungsarm in einer Dop
pelrohrführung geführt. Die Meißelschlitten sind mit ihren
Laschenelementen selbst Glieder der Laschenkette. Die ge
drungene Bauform der Meißelschlitten vermindert die während
der Gewinnung aufzunehmenden Reaktionskräfte. Die T-förmigen
Gleitkörper gleiten in einer über die gesamte Streblänge
durchgehenden Doppelrohrführung, die eine ununterbroche,
stabile Zwei-Punkt-Lagerung darstellt und ein Ausbrechen der
Meißelschlitten an den Übergangsstellen der Gewinnungswände
mit Sicherheit ausschließt.
Beim Umlauf über die Kettenräder an den Antrieben sind die
Meißelschlitten in vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung
nach den Ansprüchen 3 und 4 in axialer und radialer Richtung
so geführt, daß ein Abgleiten der Meißelschlitten von den
Kettenrädern mit Sicherheit ausgeschlossen ist. Die zweitei
lige Drehführung ermöglicht den Einlauf der Laschenkette mit
unterschiedlichen tangentialen Einlaufwinkeln, die sich aus
Unterschieden der gebauten Flözmächtigkeit ergeben, wenn die
höhenverstellbaren Gewinnungswände entsprechend ausgefahren
werden. Vor allem ergibt sich aus der Erfindung der Vorteil,
daß die Gewinnungswerkzeuge auch beim Umlauf über die Ket
tenräder in Eingriff bleiben und den Kohlenstoß im Bereich der
Antriebe freischneiden. Die Antriebe können daher aus den
Begleitstrecken in den Streb verlegt werden, ohne daß je
weils ein von Hand ausgekohlter Stall mitzuführen ist.
Die Erfindung wird nachfolgend an einem in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiel beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 ein Schildausbaugestell mit daran geführter Gewin
nungseinrichtung in Seitenansicht;
Fig. 2 einen Antrieb der Gewinnungseinrichtung in Vorderan
sicht mit einem auf das Kettenrad auflaufenden
Meißelschlitten;
Fig. 3 den Antrieb im Querschnitt entlang der Schnittlinie
von Fig. 2;
Fig. 4 den Antrieb in Seitenansicht mit einem umlaufendem
Laschenelement des im übrigen nicht dargestellten
Meißelschlittens.
In einem Streb sind über die Streblänge in gleichmäßigen Ab
ständen verteilt hydraulische Schildausbaugestelle angeord
net, an denen abbaustoßseitig die Gewinnungseinrichtung ge
führt ist. Die hydraulisch höhenverstellbaren Stempel 1
eines Schildausbaugestells sind auf einer Kufe 2 gelagert
und unterstützen eine Hangendkappe 3. An dieser ist abbau
stoßseitig ein schräggestellter Bruchschild 4 angelenkt,
dessen unteres Ende mit einer Schwinge 5 gelenkig verbunden
ist, die wiederum auf einem Grundrahmen 6 gelenkig gelagert
ist. Der Grundrahmen 6 umfaßt die Liegendkufe 1 allseitig
und ist mit einem dazwischen in horizontaler Lage angeordne
ten, jedoch in der Zeichnung nicht dargestellten hydrauli
schen Rückzylinder in Abbaurichtung verschiebbar.
Auf dem Grundrahmen 6 ist abbaustoßseitig eine zweiteilige,
teleskopisch höhenverstellbare Gewinnungswand 7 aufgestellt
und abgestützt. Hangendseitig ist die Gewinnungswand 7 über
einen Schubzylinder 8 mit der Hangendkappe 3 verbunden.
Die nachfolgend zu erläuternde Gewinnungseinrichtung ist mit
einer Doppelrohrführung 9, die mit einem unteren Trum an dem
feststehenden Teil der Gewinnungswand 8 und mit einem oberen
Trum an dem teleskopierbaren Teil der Gewinnungswand 7 befe
stigt ist, mit den im Streb angeordneten Schildausbaugestel
len verbunden.
Zu der Gewinnungseinrichtung gehören mehrere, in vorgegebe
nen Abständen angeordnete Gleitschlitten 10 bis 17, die
durch eine hangend- und liegendseitig umlaufende Laschenket
te 18 miteinander verbunden sind und in der Doppelrohrfüh
rung 9 in Streblängsrichtung verschiebbar gelagert sind. Die
Laschenkette 18 wird an den Strebenden über angetriebene
Kettenräder 19 geleitet und umgelenkt.
Jeder Meißelschlitten besitzt ein langgestrecktes Laschen
element 10 mit gerundeten Außenflächen 11 und gabelförmigen
Ausnehmungen 12 zum Auflauf auf die Kettenräder 19 sowie
vertikale Leitbleche 13. An dem Laschenelement 10 eines Mei
ßelschlittens 10 bis 17 sind mit Abstand voneinander jeweils
zwei, im Querschnitt T-förmige Gleitkörper 14 befestigt,
die abbaustoßseitig halbkreisförmige Vertikalhalter 15 auf
weisen. Zwischen den beiden Vertikalhaltern 15 des Meißel
schlittens 10 bis 17 ist ein in vertikaler Richtung winkel
verstellbarer Meißelträger 16 mit einem Meißelkörper 17 als
Gewinnungswerkzeug für die Kohle eingesetzt.
Die Laschenkette 18 greift an beiden Seiten des Laschenele
ments 10 mit jeweils einer Innenlasche in die gabelförmigen
Ausnehmungen 12 ein, so daß die Meißelschlitten 10 bis 17 in
die Laschenkette eingegliedert sind. Der T-förmige Gleitkör
per 14 besitzt im Querschnitt hohlkehlförmig und im Längs
schnitt konvex ausgebildete Innenflanken, mit denen die Mei
ßelschlitten 10 bis 17 auf den Rohren der über die ganze
Streblänge durchgehenden Doppelrohrführung 9 entlanggleiten.
In den Fig. 2 bis 4 sind die Antriebe an den Strebenden dar
gestellt, von denen das Antriebsgehäuse mit 20 und das Ket
tenrad mit 19 bezeichnet sind. Die Meißelschlitten 10 bis 17
gleiten von der bis unmittelbar an das Kettenrad 19 herange
führten Doppelrohrführung 9 mit ihren gabelförmigen Ausneh
mungen 12 der Laschenelemente 10 auf den nicht bezeichneten
Zahnkranz des Kettenrades 19 auf und werden von diesen um
180° in die Gegenrichtung verschwenkt. Auf dem Kettenrad 19
greifen die Laschenelemente 10 mit ihren vertikalen Leitble
chen 13 in eine darauf umlaufende Nut 21 ein, in der sie in
axialer Richtung geführt sind. In radialer Richtung werden
die Meißelschlitten 10 bis 17 mit den gerundeten Außenflä
chen 11 der Laschenelemente 10 stirnseitig in einer zweitei
ligen Drehführung geführt, die im Querschnitt winkelförmig
ausgebildet ist und das Kettenrad 19 im gesamten Umlaufbe
reich der Meißelschlitten 10 bis 17 außerhalb der beiden
Trumme der Doppelrohrführung 9 umgibt. Die beiden Hälften der
Drehführung 22 sind in Umfangsrichtung begrenzt zueinander
verdrehbar mit dem Gehäuse 20 verbunden, um den Einlauf der
Laschenkette 18 bei unterschiedlichen tangentialen Einlauf
winkeln zu gewährleisten, die sich aus der Ausfahrhöhe der
Gewinnungswand 7 bei unterschiedlicher Flözmächtigkeit
ergeben. Die Drehführung besitzt einen U-förmig gebogenen
Außenrand 23, in den das Laschenelement 10 mit dem Leitblech 13
eingreift, wenn der Meißelschlitten 10 bis 17 über das Ket
tenrad 19 herumgeschwenkt wird.
Claims (4)
1. An hydraulischen Schreitausbaugestellen geführte Gewin
nungseinrichtung, deren auf Meißelschlitten befestigte
Gewinnungswerkzeuge in einem Langfrontbetrieb hangend-
und liegendseitig an nebeneinander stehenden hydrauli
schen Schreitausbaugestellen umlaufen, wobei die Meißel
schlitten von einer über angetriebene Kettenräder an den
Enden des Gewinnungsbetriebes umgelenkte Laschenkette ge
zogen werden und eine Rohrführung umfassen, die mit einem
oberen und einem unteren Trum an den teleskopisch höhen
verstellbaren Gewinnungswänden der Ausbaugestelle ange
schlagen ist,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- a) die Meißelschlitten (10 bis 17) weisen jeweils zwei, mit seitlichem Abstand voneinander befestigte, im Querschnitt T-förmige Gleitkörper (14) auf, die ausbau seitig an einem Laschenelement (10) angeschlagen sind;
- b) die Laschenelemente (10) sind unmittelbar in die La schenkette (18) eingegliedert;
- c) die Gleitkörper (14) sind zwischen zwei übereinander liegenden Rohren der Doppelrohrführung (9) geführt und abbaustoßseitig mit halbkreisförmigen Vertikalhal tern (15) versehen, zwischen denen in vertikaler Rich tung winkelverstellbare Meißelträger (16) eingesetzt sind.
2. Gewinnungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Laschenkette (18) von beiden Seiten mit
jeweils einer Innenlasche in eine gabelförmige Ausnehmung
(12) jedes Laschenelements (10) des Meißelschlittens (10
bis 17) eingreift.
3. Gewinnungseinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, gekenn
zeichnet durch folgende Merkmale:
- a) die Laschenelemente (10) sind mit vertikalen Leitblechen (13) versehen, mit denen die auf ein Kettenrad (19) auflaufenden Meißelschlitten (10 bis 17) in einer um laufenden Nut (21) des Kettenrades (19) in axialer Richtung geführt sind;
- b) die Laschenelemente (10) weisen neben den Leitblechen (13) gerundete Außenflächen (11) auf, mit denen die Meißel schlitten (10 bis 17) auf dem Kettenrad (19) mit einer im Querschnitt winkelförmigen Drehführung (22) in ra dialer Richtung geführt sind.
4. Gewinnungseinrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die Drehführung (22) aus zwei
mit dem Gehäuse (20) des Kettenradantriebs verbundenen,
in Umfangsrichtung des Kettenrads (19) begrenzt zueinander
verdrehbaren Hälften zusammengesetzt ist.
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