DE3628363A1 - Verfahren zum herstellen von schutzschichten - Google Patents
Verfahren zum herstellen von schutzschichtenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Schutzschichten
gegen thermische und/oder chemische und/oder mechanische Beanspruchungen
von Bauteilen, insbesondere auf kompliziert geformten Bauteilen, wie
Turbinenschaufeln.
Stand der Technik: Bekannte Schutzschichten oder Schichtverbundwerkstof
fe nutzen die Tatsache, daß es mit heutiger Verfahrenstechnologie
möglich ist, in der Oberfläche eines Bauteils andere Eigenschaften zu
erzeugen, als sie der Grundwerkstoff besitzt. Beispiele solcher Schich
ten bzw. Verbundwerkstoffe mit Schichten dieser Art sind Wärmedämm
schichten (Pittingcorrosion), Verschleißschutzschichten (auch tribologi
sche Schichten), Anstreif- und Einlaufbeläge. Die genannten Schichten
werden in der Praxis überwiegend durch thermische Spritzverfahren auf
gebracht.
Der Nachteil bekannter Verfahren besteht darin, daß bei kompliziert
geformten Bauteilen nur mit großen Schwierigkeiten eine ausreichend
gleichmäßige Schichtdicke auf das Bauteil aufgebracht werden kann. Zur
- wenn auch nur teilweisen - Beseitigung dieser Schwierigkeiten ist ein
erheblicher Aufwand erforderlich.
Aufgabe der Erfindung ist es, Bauteile bzw. Schichtverbundkörper mit
einer geschützten Oberfläche zu versehen, auf bereits einer Formgebung
unterworfenen Teilen, insbesondere kompliziert geformten Teilen und
diese dabei in gleichmäßiger Schichtdicke, ohne großen Aufwand überzie
hen zu können.
Die Lösung der Erfindung besteht, allgemein gesprochen, in einem Verfah
ren zur Abscheidung von Schichten auf einem physikalischen Wege. Dabei
wird ein Ausgangspulver in einer Suspension auf einem gekühlten Bauteil
durch Eintauchen in das Bad der Suspension aufgebracht und das mit dem
Tauchüberzug versehene Bauteil einer Gefriertrocknung ausgesetzt.
Ausgehend von einem Verfahren nach der eingangs genannten Gattung ist
die gestellte Aufgabe insbesondere durch die im Kennzeichnungsteil des
Patentanspruchs 1 angegebenen schrittweisen Verfahrensmerkmale erfin
dungsgemäß gelöst.
In vorteilhafter Weise kann mit der Erfindung praktisch jede gewünschte
Schichtdicke gleichmäßig erzeugt werden, und dabei können einzelne
Schritte des Verfahrens beliebig oft wiederholt werden, wie z. B. die
Herstellung des Tauchüberzuges.
Je nach gewünschtem Zweck der Schicht können anschließend an die
Herstellung des Überzuges eine Wärmebehandlung und andere Behandlungen
des überzogenen Bauteils durchgeführt werden, wie z. B. ein Dichtsintern
oder Dichtpressen an der Oberfläche. Bei besonderen Anforderungen können
auch ein Sinter- oder ein Preßprogramm kombiniert werden (heißisosta
tisch Pressen). Auch Energiestrahlbehandlungen der Oberfläche, Dotieren,
Infiltration von anderen Stoffen als Schichtwerkstoff und in anderer
Form als Pulver können im Rahmen vorliegender Erfindung angewandt wer
den. Mit Vorteil kann in der Suspensionsflüssigkeit ein Bindemittel,
insbesondere ein organisches Bindemittel, gelöst werden, das eine erhöh
te Grünfestigkeit der Pulverschicht bewirkt, insbesondere dann, wenn als
Schichtwerkstoff ein Pulver verwendet wird, dessen mittlere Korngröße
oberhalb 25 µm liegt. Das organische Bindemittel wird dabei zu Beginn
des Sintervorganges oder in einer separaten Wärmebehandlung wieder ent
fernt.
Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind den übrigen Patent
ansprüchen sowie der Beschreibung von Ausführungsbeispielen zu entneh
men.
Die Anwendungen der Erfindung sind nicht auf die gegebenen Ausführungs
beispiele beschränkt, sondern allgemein bei Schichtwerkstoffen oder
Schichtverbundwerkstoffen, deren Oberflächen eine vom Grundwerkstoff,
d. h. der Basis des Bauteils, unterschiedliche Eigenschaft aufweisen
sollen. Bevorzugt wird die Erfindung für Schutzschichten angewandt, und
hier besonders für solche, die kombinierten Anforderungen unterworfen
sind. Hauptanwendungsgebiet sind der allgemeine Maschinenbau, Bauteile
für Fahrzeuge jeglicher Art, aber auch stationäre Anlagen wie Fabrika
tionsanlagen, insbesondere des Apparatebaus. Die Grundkörper des als
Endprodukt der Erfindung zu zählenden Verbundkörpers können aus nahezu
beliebigen Materialien ausgewählt werden, wie metallischen Werkstoffen,
Metallverbindungen, intermetallischen Phasen, Keramik, Metallkeramik,
Metallglas, Glaskeramik und/oder Kombinationen der o. g. Stoffe mit
Kunststoffen. Als Schutzschichten können je nach Beanspruchungsart
hierfür an sich bekannte Stoffe bzw. Werkstoffkombinationen ausgewählt
werden. Die in den Beispielen angegebenen Prozentzahlen der Bestandteile
für die Ausgangswerkstoffe bzw. Gemische bzw. Suspensionen können in
weiten Grenzen verändert werden im Rahmen des eingangs erwähnten allge
meinen physikalischen Lösungsprinzips der Erfindung.
Die Vorrichtungen, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
nötig sind, sind von einfacher und üblicher Art, insbesondere was die
für das Tauchverfahren nötigen Behältnisse anbelangt oder die Kühlmittel
für das Bauteil wie Kühlschränke. Für das Gefriertrocknen können die in
der Lebensmitteltechnologie üblicherweise verwendeten Gefriertrockner
angewandt werden und ebenso sind die Glüh- und Sinteröfen bzw. Pressen
oder sonstigen Nachbehandlungseinrichtungen an sich bekannter Art.
Ausführungsbeispiele
- 1. Wärmedämmschicht für Turbinenleitschaufeln
- - Suspension:
50 Vol-% H₂O
50 Vol-% ZrO₂-Pulver mit 5% Y₂O₃ teilstabilisiert,
mittlere Korngröße des Pulvers: 0,5 µm, Temperatur der Suspension: +5 Grad Celsius - - Bauteil: Turbinenlaufschaufel,
Temperatur -20 Grad Celsius
- Eintauchen des Teiles: 10 s
- Gefriertrocknen (-10 Grad Celsius, Vakuum 10-2mbar, 2 h)
- Sintern: 1200 Grad Celsius, 1 h im Vakuum
- - Suspension:
- 2. Korrosionsschutzschicht für Turbinenleitschaufeln:
- - Suspension:
54,5 Vol-% H₂O
45 Vol-% CoCrAlY-Pulver, mittlere Korngröße 30 µm
0,5 Vol-% Polyvinylalkohol, Rest: Wasser - - Bauteil: Turbinenleitschaufeln,
Temperatur -10 Grad Celsius
- Eintauchen des Bauteils: 5 s
- Bauteil erneut auf -10 Grad Celsius kühlen
- Eintauchen: 5 s
- Gefriertrocknen (-10 Grad Celsius, Vakuum 10-2mbar, 4 h)
- Ausbrennen des Polyvinylalkohols:
Warmbehandlung, kontinuierliches Aufheizen von Raumtemperatur auf 600 Grad Celsius in 24 h im Vakuum, Druck (p) <10-2mbar
- Sintern der Schicht:
1150 Grad Celsius, ½ h, Vakuum, Druck (p) <10-2mbar
- - Suspension:
Claims (10)
1. Verfahren zum Herstellen von Schutzschichten gegen thermische und/
oder chemische und/oder mechanische Beanspruchungen von Bauteilen,
insbesondere auf kompliziert geformten Bauteilen, wie Turbinen
schaufeln, gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- - Ein Pulver eines Ausgangsmaterials für die Schicht wird mit Lösungsmittel in eine Suspension gebracht.
- - Die Suspension wird auf einer Temperatur, knapp oberhalb des Gefrierpunktes des Lösungsmittels bereitgehalten.
- - Das zu beschichtende Bauteil wird auf einer Temperatur unterhalb des Gefrierpunktes des Lösungsmittels bereitgehalten.
- - Das Bauteil wird in die Suspension eingetaucht, und es friert eine Schicht des in der Suspension vorhandenen Ausgangspulvers fest, deren Dicke von der Temperatur des Bauteils und der Zeit dauer des Eintauchens des Bauteils in das Bad der Suspension abhängt.
- - Das mit der Schicht überzogene Bauteil wird einer Gefriertrock nung ausgesetzt und bis zum Abschluß des Gefriertrocknens nicht auf eine Temperatur oberhalb des Gefrierpunktes des Lösungsmit tels erwärmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Aus
gangspulver ein metallisches oder ein keramisches Pulver mit einer
Korngröße unterhalb von 50 µm, insbesondere unterhalb 25 µm und ein
verdampfbares Lösungsmittel verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Suspension ein organisches, austreibbares Bindemittel zugesetzt
wird, insbesondere wenn die Korngröße oberhalb 25 µm liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aus
gangspulver in einer Flüssigkeit wie Wasser suspendiert ist und
diese Suspension in einem Gefäß auf einer Badtemperatur zwischen 0
und 20 Grad, vorzugsweise zwischen 0 und 10 Grad Celsius, gehalten
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Bauteil auf eine Temperatur bis etwa -20 Grad
Celsius gebracht und dann einige Sekunden in das Bad der Suspension
getaucht wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß das mit dem Tauchüberzug versehene Bauteil im Vakuum
im Größenordnungsbereich von 10-2 mbar oder besser, gefrierge
trocknet wird, bei Temperaturen zwischen etwa -10 Grad und etwa -30
Grad Celsius über mehrere Stunden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß sich an die Gefriertrocknung eine Wärmebehandlung
anschließt, bestehend aus allmählichem kontinuierlichem Aufheizen
auf eine Temperatur von etwa 600 Grad Celsius (im Vakuum drucklos)
und danach, in einer zweiten Stufe der Wärmebehandlung, eine Sinte
rung bei einer Temperatur über 1000 Grad Celsius (im Vakuum,
drucklos) erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Arbeitsgänge des Eintauchens des abgekühlten
Bauteils in das Bad der Suspension und des Gefriertrocknens für
eine gewünschte Schichtdicke wiederholt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß bei Verwendung eines Bindemittels dieses zu Beginn
des Sintervorgangs oder in einer separaten Wärmebehandlung wieder
entfernt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Gefriertrocknung unter der Verwendung eines Pro
panols, insbesondere Isopropanol als Hilfsmittel, stattfindet.
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ID=6307854
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