DE3611654A1 - Doppelwandiger behaelter, insbesondere fuer sondermuelldeponien - Google Patents
Doppelwandiger behaelter, insbesondere fuer sondermuelldeponienInfo
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Description
Für Höchstsicherheitsdeponien wird die Forderung gestellt,
daß die Innenauskleidung der z.B. aus Beton bestehenden
Behälter kontrollier- und reparierbar sein muß.
Die Aufgabe von Höchstsicherheitsdeponien besteht in der
Langzeitlagerung von äußerst gefährlichen Abfallstoffen,
die in der Regel auch sehr aggressiv sind. Der Beton muß
also im Inneren mit einer flüssigkeits- und gasdichten Aus
kleidung geschützt werden. Diese verhindert eine Korrosion
und statische Schwächung des Betons bzw. ein Austreten des
gefährlichen Inhaltes aus dem Behälter und vermeidet eine
Kontaminierung des Betonkörpers, welcher hierdurch bei einem
Abbruch der Deponie seinerseits zu Sondermüll würde.
Bei Höchstsicherheitssondermülldeponien muß mit einer La
gerzeit des Inhaltes von mehreren Jahrzehnten gerechnet
werden. Die Auskleidung ist über diesen Zeitraum hin Bean
spruchungen ausgesetzt, die im voraus nur ungenügend defi
niert werden können. Zusätzlich sind chemische Reaktionen
des Füllgutes nicht auszuschließen, welche neue unbekannte
Einwirkungen auf die Auskleidung zur Folge haben können.
Die Reparierbarkeit der Auskleidung erscheint unter diesen
Voraussetzungen notwendig.
Bis heute ist keine Konstruktion bekannt, die eine solche
Reparierbarkeit bei gefülltem Deponiebehälter erlaubt. Der
Behälter müßte also zum Zwecke einer Reparatur teilweise
oder ganz geleert werden. Da derartige Deponien in sehr
großen Abmessungen von bis zu 30 m Duchmesser und mehr ge
plant werden, scheidet eine Umfüllung des gefährlichen In
haltes aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen
Gründen aus. Eine solche Umfüllung würde die Bereitstellung
eines zweiten gleichgroßen bzw. gleichwertigen Behälters in
direkter Nachbarschaft erfordern, was eine Verdoppelung der
Investitionssumme bedeutet. Der Umfüllvorgang des gefährli
chen, durch die Lagerung verdichteten, eventuell ausgasen
den Inhaltes, würde einen ungeheuren Aufwand erfordern.
Andererseits scheidet ein bergmännisches Vordringen zu der
Reparaturstelle bei derartigen Sondermülldeponien aus Si
cherheitsgründen aus.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
einen Deponiebehälter zu schaffen, der eine Reparatur auch
im gefüllten Zustand ermöglicht. Diese Aufgabe wird durch
die Merkmale der Patentansprüche gelöst. Bei der Lösung
geht die Erfindung von dem Grundgedanken aus, den Behälter
doppelwandig auszubilden und die Innenwand aus Wandelemen
ten zusammenzusetzen, die bei Bedarf einzeln herausgenommen
werden können. Zur Herausnahme bzw. Austausch oder Repara
tur der Wandelemente dient der Zwischenraum zwischen der
Außenwand und der durch die Wandelemente gebildeten Innen
wand, so daß die einzelnen Wandelemente und die vorgesehe
ne Reparaturstelle zugänglich sind.
Mit dem erfindungsgemäßen Behälter wird eine Zugänglich-
und Reparierbarkeit der Innenauskleidung bei gefüllter
Deponie ermöglicht. Darüber hinaus wird auch eine sukzes
sive komplette Neuauskleidung möglich.
Die Erfindung wird nachstehend mit Bezug auf die Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Horizontalschnitt durch einen erfindungsge
mäßen zylinderförmigen Deponiebehälter, und
Fig. 2 einen vergrößerten Ausschnitt des Details A in
Fig. 1.
Der Behälter besteht aus einem in bekannter Weise erstell
ten äußeren Mantel 1, z.B. aus Beton, als statischem Träger zur Ab
stützung des erfindungsgemäß aus Einzelelementen bestehen
den Innenbehälters 3. Dieser mit einer Auskleidung 7 ver
sehene Innenbehälter dient zum sicheren und dichten Ein
schluß des Deponie-Inhaltes 16 und zur Abdichtung dessel
ben gegen den Zwischenraum 2, der als Kontroll- und Ar
beitsraum dient. Die Abstützung der großformatigen, die
Behälterinnenwandung bildenden Plattenelemente 3, z.B. aus Beton, ge
gen die Außenwandung 1 erfolgt derart, daß die Abstützun
gen 4 mobil sind und ein Zurückfahren einzelner Elemente
in den Kontroll- und Arbeitsraum 2 erlauben, wie dies als
Situation 5 in Fig. 1 dargestellt ist. In dem Kontroll-
und Arbeitsraum 2 kann nun eine Reparatur bzw. Neueinbrin
gung der Auskleidung 7 erfolgen.
Während des zuvor beschriebenen Zurückfahrens einzelner
Innenwandungselemente stellt sich das Problem, ein Nach
rutschen oder Ausbrechen des Füllgutinhaltes in die frei
gewordene Öffnung der Innenwandung zu verhindern. Dies ge
schieht erfindungsgemäß in der Weise, daß die Öffnung durch
tragende Profile überbrückt wird und/oder eine Vereisung
des Deponie-Inhaltes im Bereich der Öffnung erfolgt.
Gemäß der Detaildarstellung in Fig. 2 können hierfür Roh
re 6 vorgesehen werden, die vor die Auskleidung 7 gesetzt
werden. Anstelle der Rohre können auch andere Vorsatzele
mente verwendet werden, beispielsweise sonstige Profile
oder Wandelemente, sofern sie die den Rohren zugewiesenen
Aufgaben ebenfalls übernehmen können. Die druckfesten Roh
re 6 bestehen vorzugsweise aus chemisch beständigem Mate
rial, z.B. Edelstahl oder Kunststoffen. Erforderlichen
falls können Kunststoffrohre zur Erhöhung ihrer Festigkeit
gegen den von außen wirkenden Deponie-Füllgutdruck durch
Einschieben von Stahlrohren verstärkt werden oder sie er
halten eine innere Wasserfüllung. Die Rohre reichen vom
Boden der Deponie bis an den oberen zugänglichen Deponie
rand. Vor dem Zurückfahren eines Wandelements kann der an
liegende Deponie-Inhalt durch Einleiten eines Kühlmittels
in die Rohre dieses Bereiches vereist werden. Durch in die
Rohre eingeführte Verschlußstopfen läßt sich auch der Höhen
bereich der Vereisung festlegen. Je nach Feuchtigkeitsgrad
des Deponie-Inhaltes kann die Injektion von Wasser zur Aus
bildung eines Brücken bildenden Eispanzers erforderlich
werden. Dies kann durch in den Deponie-Inhalt eingebrachte
Bohrungen von oben erfolgen oder durch in die Wandelemente
eingebrachte, mit der Auskleidung dicht verbundene Stützen
rohre 15.
Sollte es sich herausstellen, daß die Rohre 6 durch den
Deponie-Inhalt angegriffen werden, so können diese nach
einer Vereisung der Umgebung einzeln nach oben herausgezo
gen werden.
Ist nun eine Vereisung des Deponie-Inhaltes im Bereich des
zu reparierenden Wandelements erfolgt, werden die Rohre
durch Einschieben tragender Profile verstärkt, so daß sie
in der Lage sind, den Deponie-Inhalt abzustützen. Die Roh
re 6 können an ihrer gegenseitigen Berührungsfläche mit
einer Nut-Federverbindung 17 ausgerüstet sein, um so eine
während des normalen Betriebes wirkende grobe Sperre gegen
Füllgutdurchtritt zu bewirken.
Die der Segmentwand vorgesetzten Rohre oder sonstigen Pro
file 6 schützen die Auskleidung 7 gleichzeitig vor mecha
nischer Beschädigung durch das Füllgut.
Vor die mit dem Wandelement 3 fest oder lösbar verbundene
Auskleidung 7 kann als zusätzlicher Schutz in bekannter
Weise eine Folie 13 vorgehängt werden. Ebenso ist es mög
lich, zwischen die Folie 13 und die Auskleidung 7 einen
Drainagespalt 14 vorzusehen. Dieser Drainagespalt, in dem
sich vorzugsweise eine sog. Drainagematte oder Drainage
schicht befindet, ermöglicht
erfindungsgemäß das Einpressen von Wasser zum Spülen und
damit Reinigen des Drainagespaltes im Reparaturbereich.
Das Einpressen von Wasser kann durch Stutzen 15 von dem
Kontrollbereich 2 her erfolgen. Beim Zurückfahren des Wand
elements verbleibt damit eine gereinigte Oberfläche der
Folie 13 als Sichtfläche zum Deponie-Inhalt.
Erfindungsgemäß kann der Zustand der Auskleidungsmateria
lien 7 und 13 aber auch der Rohre 6 während des Füllungs
zustandes laufend überprüft werden. Diesem Zweck dienen in
vorteilhafter Weise die Stutzen 15, durch welche Material
proben 12 der Beanspruchung durch den Deponie-Inhalt aus
gesetzt werden. Durch Untersuchungen dieser Materialproben
wird rechtzeitig erkannt, ob bzw. wann eine Reparatur oder
Erneuerung der Auskleidungsmaterialien erforderlich wird.
Erfindungsgemäß kann die Auskleidung der einzelnen repa
rierten Wandelemente 3 nach deren Zurückfahren in die Nor
malposition mit der Auskleidung der benachbarten und durch
eine Fuge getrennten Wandelemente verbunden werden. Ent
sprechend der Erfindung wird die Auskleidung 7 zu diesem
Zweck um die Seitenflächen 8 der Wandelemente 3 bis in den
Kontroll- und Arbeitsraum 2 hinein weitergeführt. Die dich
te Auskleidungsverbindung der benachbarten Wandelemente er
folgt dann von der rückwärtigen Seite der Deponiewandung,
d.h. von dem Arbeitsraum 2 her. Die Verbindung 9 erfolgt
entsprechend den materialüblichen Techniken, beispielswei
se bei einer Edelstahl- oder Thermoplastauskleidung durch
Schweißung. Die Verbindung 9 hat die Möglichkeit kleiner
Differenzdehnungen zwischen den Wandelementen 3 zu berück
sichtigen. Erforderlichenfalls kann die Fuge zwischen den
Wandelementen zusätzlich durch eine Dichtung 10 gegen das
Eindringen von Deponie-Inhalt abgedichtet werden.
Um eine leichte und schnelle Auswechslung der Auskleidung 7
zu ermöglichen, wird diese vorzugsweise als loses, evtl.
punktförmig mit dem Untergrund verbundenes Hemd auf die
Oberflächen der Wandelemente aufgebracht. Im Falle einer
Undichtigkeit wird sich Gas oder Flüssigkeit zwischen der
Auskleidung 7 und dem betreffenden Wandelement 3 ausbrei
ten. Um eine leichte Dekontamination des Materials des
Wandelements bei der Auswechslung des Auskleidungshemdes 7
sicherzustellen, ist die Oberfläche der Wandelemente durch
eine geeignete Versiegelung zu schützen. Ein Vorteil der
beschriebenen Konstruktion besteht auch darin, daß even
tuelle Undichtigkeiten jeweils auf ein Wandelement lokali
siert bleiben.
Zur Feststellung von Undichtigkeiten können Röhrchen 11
vorgesehen sein, welche mit der Auskleidung 7 nicht ver
bunden sind. Tritt ein Leck auf, so wird das Hinterwandern
der Auskleidung durch eine an die Röhrchen 11 angeschlossene
Leckanzeige sofort angezeigt. Um ein vorzeitiges Austreten
der Leckage zu verhindern, ist die Außenwandung der Röhr
chen 11 ebenso wie die durch die Fuge geführte Auskleidung 8
in geeigneter Weise zu dem anschließenden Material des
Wandelements hin abzudichten.
Obwohl die vorstehende Figurenbeschreibung sich auf den
Zylindermantel eines Deponiebehälters bezieht, gilt ent
sprechendes für die Ausbildung der Bodenfläche und auch
für anders geformte Behälter, z.B. mit geraden Behälter
flächen.
Claims (16)
1. Behälter, insbesondere für Sondermülldeponien, mit
einer Außenwand (1) und einer gegenüber der Außenwand (1)
beabstandeten Innenwand (3)
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenwand (3) mehrere nebeneinander angeordnete
Wandelemente aufweist, die auf der Außenwand (1) abge
stützt sind.
2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Wandelemente der Innenwand mit einer dichten, che
misch beständigen Auskleidung (7) versehen sind.
3. Behälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstützungen (4) der Wandelemente (3) beweglich
ausgebildet sind.
4. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wandelemente (3) in den Zwischen
raum (2) zwischen der Innenwand und der Außenwand (1)
bewegbar sind.
5. Behälter nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Wandelemente (3) mit den Abstüt
zungen (4) lösbar verbunden sind.
6. Behälter nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß sich die Auskleidung (7) mit einem
Auskleidungsabschnitt (8) durch die Fuge (10) zwischen
benachbarten Wandelementen (3) nach außen in den Zwi
schenraum (2) erstreckt.
7. Behälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Auskleidungsabschnitte (8) der benachbarten Wand
elemente (3) an ihren freien Enden im Zwischenraum (2)
miteinander abdichtend verbindbar sind.
8. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeich
net durch eine Dichtung (10) in der Fuge zwischen den
Wandelementen (3).
9. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeich
net durch eine zusätzliche Auskleidungsschicht (13) auf
der Auskleidung (7) zur Ausbildung eines dazwischenlie
genden Drainagespalts (14).
10. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß vor der Auskleidung (7 bzw. 13) eine
weitere zerlegbare Wand aus Stützelementen (6) vorge
sehen ist.
11. Behälter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stützelemente (6) als Rohre ausgebildet sind.
12. Behälter nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die als Stützelemente vorgesehenen Rohre mit Kühlmittel
zum Vereisen des Öffnungsbereiches beschickbar sind.
13. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 12, gekennzeich
net durch in die Auskleidung (7) eingedichtete Stutzen
(15) zum Einbringen von Materialproben (12) des Ausklei
dungsmaterials, um dessen Materialbeständigkeit gegen
über dem Deponie-Inhalt zu kontrollieren.
14. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch ge
kennzeichnet, daß in den Wandelementen (3) Leckanzeigen
zum Überwachen der Dichtigkeit der Auskleidung (7) vor
gesehen sind.
15. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Außenwand (1) und/oder die Wand
elemente (3) der Innenwand aus Beton bestehen.
16. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Außenwand (1) und/oder die Wand
elemente (3) der Innenwand aus Stahl bestehen.
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| "Müll und Abfall", 6/85, S.199-203 * |
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| Publication number | Publication date |
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| DE3766640D1 (de) | 1991-01-24 |
| EP0240979B1 (de) | 1990-12-12 |
| EP0240979A2 (de) | 1987-10-14 |
| JPS636500A (ja) | 1988-01-12 |
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| US4811535A (en) | 1989-03-14 |
| DE3611654C2 (de) | 1989-10-12 |
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