DE3611044A1 - Verstelleinrichtung fuer den spritzbeginn bei einer kraftstoffeinspritzpumpe - Google Patents
Verstelleinrichtung fuer den spritzbeginn bei einer kraftstoffeinspritzpumpeInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Spritzbeginnverstelleinrichtung bei
einer Einspritzpumpe nach der Gattung des Anspruchs 1. Mit einer
solchen Verstelleinrichtung soll erreicht werden, daß, um den Start
zu verbessern, bei niedriger Drehzahl der Brennkraftmaschine der
Spritzbeginn vorverlegt wird, bei Leerlaufdrehzahl jedoch ein später
Spritzbeginn und bei steigender Drehzahl wiederum ein früher Spritz
beginn eingestellt wird. Eine beispielsweise durch die DE-AS
10 94 527 bekannte Verstelleinrichtung der oben angeführten Gattung
hat dazu neben dem Stellkolben einen gleichachsigen Stützkolben mit
größerem Durchmesser als der des Stellkolbens und eine zwischen die
sen angeordnete Druckfeder. Die beiden einander abgewandten Stirn
seiten des Stellkolbens und des Stützkolbens sind vom Förderdruck
der Kraftstofförderpumpe beaufschlagbar und zwar der Stellkolben
über ein Rückschlagventil und der Stützkolben über ein Überdruckven
til, so daß der Stützkolben erst ab einem bestimmten Förderdruck be
aufschlagt und in Richtung "später" Spritzbeginn verschoben wird,
bis er an einem gehäusefesten Anschlag zum Stillstand kommt. Dadurch
wird der Stellkolben bei weiter steigender Drehzahl und entsprechend
steigendem Förderdruck wieder entgegen der Wirkung der Druckfeder in
Richtung "früher" Spritzbeginn verschoben.
Die erfindungsgemäße Verstelleinrichtung mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil eines kleinen
Bauraumes. Ferner wird die "spät"-Stellung bei Startdrehzahl vom
Temperaturverlauf der Brennkraftmaschine beeinflußt.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnamen sind vor
teilhafte Weiterbildungen der im Anspruch 1 angegebenen Verstellein
richtung möglich.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung darge
stellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es
zeigt
Fig. 1 einen Teil einer Einspritzpumpe mit einem ersten Aus
führungsbeispiel einer Verstelleinrichtung im Schnitt,
Fig. 2 eine
schaubildliche Darstellung der Verstellung des Spritzbeginns in Ab
hängigkeit von der Drehzahl der Brennkraftmaschine und
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel einer Verstelleinrichtung vereinfacht im
Schnitt.
Im Gehäuse 1 einer Kraftstoffeinspritzpumpe, das einen Saugraum 2
umgibt, ist ein Nockentrieb angeordnet, der beispielsweise bei einer
Verteilereinspritzpumpe einen drehverstellbaren Rollenring 3 oder
bei einer Radialkolbeneinspritzpumpe einen drehverstellbaren Nocken
ring hat. Ein radial in den Rollenring 3 eingesetzter Stift 4 greift
durch einen Durchbruch 5 im Gehäuse 1 in einen angeformten Zylinder
6 und in eine Ausnehmung 8 eines im Zylinder 6 verschiebbaren Stell
kolbens 7. In axialer Richtung ist der Zylinder 6 an seinen beiden
Enden mit je einem Deckel 10, 11 verschlossen. Der Stellkolben 7,
der in bekannter Weise zum Verdrehen des Rollenringes 3 zur Verstel
lung des Spritzbeginnzeitpunktes der Einspritzpumpe dient, unter
teilt den Zylinder 6 in eine in der Zeichnung linke und rechte
Steuerdruckkammer 12, 13. Von den den Steuerdruckkammern 12, 13 zu
gewandten Stirnseiten des Stellkolbens 7 zur Ausnehmung 8 führende
Drosselbohrungen 14, 15 verbinden die Steuerdruckkammern 12, 13 mit
dem Saugraum 2. In der linken Steuerdruckkammer 12 stützt sich eine
Schraubendruckfeder 16 am Deckel 10 und am Grund einer axialen Aus
nehmung 17 des Stellkolbens 7 ab und dient zum Rückführen des Stell
kolbens 7 in Richtung "früher" Spritzbeginn entgegen.
Im linken Deckel 10 ist ein Druckhalte- oder Überdruckventil 20 an
geordnet, dessen Einlaß 21 der linken Steuerdruckkammer 12 zugewandt
und dessen Auslaß 22 zu einem drucklosen Kraftstoffvorratsbehälter
24 führt. Das Überdruckventil 20 ist so eingestellt, daß es erst bei
einem bestimmten Druck in der Steuerdruckkammer 12 öffnet und im Zu
sammenwirken mit der Drosselbohrung 14, durch die Kraftstoff unter
Förderdruck aus dem Saugraum 2 in die Steuerdruckkammer 12 fließt,
diesen Druck aufrechterhält. Ein Druckaufbau in der linken Steuer
druckkammer 12 bewirkt ein Verschieben des Stellkolbens 7 nach
rechts in Richtung "später" Spritzbeginn. In der rechten Steuer
druckkammer 13 stützt sich eine zweite Schraubendruckfeder 26 am
Deckel 11 und an einem Ring 27 ab, der in seiner Normallage sich am
Kopf einer in den Deckel 11 eingeschraubten Schraube 29 abstützt und
in dieser Stellung die Schraubendruckfeder 26 unter Vorspannung in
einer gefesselten Lage hält. Die Schraubendruckfeder 26, der Ring 27
und die Schraube 29 ragen in eine axiale Ausnehmung 30 des Stellkol
bens 7, die eine mit dem radial äußeren Umfang des Ringes 27 sich
axial deckende Schulter 31 hat. Beim Verschieben des Stellkolbens 7
nach rechts aus der dargestellten drucklosen Stellung kommt die
Schulter 31 zur Anlage mit dem Ring 27, so daß die Schraubendruckfe
der 26 zusammengedrückt wird. Die rechte Steuerdruckkammer 13 hat
einen deckelseitigen Auslaß 32, der über eine Leitung 33 mit dem
Kraftstoffvorratsbehälter 24 verbunden ist. In die Leitung 33 ist
ein Schaltventil 34 in Form eines 2/2-Wegeventils geschaltet, das in
der einen Stellung die Steuerdruckkammer 13 mit dem Kraftstoffvor
ratsbehälter 24 verbindet und in der anderen Stellung die Steuer
druckkammer 13 geschlossen hält. Das Schaltventil 34 wird elektroma
gnetisch in Abhängigkeit von der Temperatur des Kraftstoffs oder der
Brennkraftmaschine betätigt, so daß es bei niedriger Temperatur eine
Offen-Stellung und bei höherer Temperatur eine Sperr-Stellung ein
nimmt.
Das beschriebene Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 der Verstellein
richtung wirkt in folgender Weise:
Die beweglichen Teile der Verstelleinrichtung sind in der Lage ge
zeichnet, die sie bei Stillstand und bei Andrehen der Brennkraftma
schine mit einer unterhalb der Leerlaufdrehzahl liegenden Startdreh
zahl einnehmen. Der Rollenring 3 befindet sich dabei in einer Stel
lung, in welcher der Spritzbeginn um den Winkel α (Fig. 2) vor dem
oberen Totpunkt OT des zugehörigen Brennkraftmaschinenkolbens er
folgt. Sobald jedoch die Brennkraftmaschine angedreht wird oder an
gelaufen ist, fördert eine beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1
nicht dargestellte, beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 mit 35 be
zeichnete Förderpumpe aus dem Vorratsbehälter 24 Kraftstoff mit
drehzahlabhängig steigendem Förderdruck p (Fig. 2) in den Saugraum
2 der Einspritzpumpe. Durch die Verbindung der beiden Steuerdruck
kammern 12, 13 über die Drosselbohrungen 14, 15 und die Ausnehmung 8
im Stellkolben 7 steigt dabei auch der Druck in den beiden Steuer
druckkammern 12, 13. Da bei der beim Starten niederen Temperatur das
Schaltventil 34 offen ist und dabei die Steuerdruckkammer 13 druck
los hält, wird bei steigendem Druck in der Steuerdruckkammer 12 bei
einer Steigerung der Drehzahl von n 1 bis n 2 der Stellkolben 7
nach rechts unter Überwindung der Kraft der Feder 26 verschoben, so
daß
der Spritzbeginn beim Starten von "früh" auf "spät" bei Leerlauf
drehzahl verschoben wird. Je nach der Kraft der Feder 26 beginnt die
Verschiebung bei einer niederen oder höheren Drehzahl n 1. Bei die
ser Verschiebung wird der Rollenring 3 verdreht und der Spritzbeginn
auf OT zurückgestellt. Diese Spritzbeginneinstellung bleibt bis zur
Drehzahl n 3 erhalten, bei der der Förderdruck p der Förderpumpe
einen Druck erreicht hat, der dem Ablaßdruck des Überdruckventils 20
entspricht, so daß dieses nun öffnet und im Zusammenwirken mit der
Drosselbohrung 14 einen weiteren Druckaufbau in der Steuerdruckkam
mer 12 verhindert. Da durch die steigende Temperatur der Brennkraft
maschine das Schaltventil 34 in seine Sperrstellung gebracht worden
ist, steigt auch der Druck in der rechten Steuerdruckkammer 13, so
daß der Stellkolben 7 unter der Mitwirkung der Schraubendruckfeder
26 zurückgeführt wird und bei weiter steigendem Druck der Förderpum
pe bei steigender Drehzahl der Druck in der rechten Steuerkammer 13
höher wird als in der linken Steuerdruckkammer 12, in der der Druck
durch das Überdruckventil 20 begrenzt wird, wird der Stellkolben 7
weiter nach links verschoben bis er schließlich am Deckel 10 zur An
lage kommt, wobei bei einer Drehzahl n 4 der Rollenring um den
Winkel β auf "früh" verstellt ist. Bei sinkender Drehzahl wird der
Spritzbeginn bei Erreichen der Drehzahl n 3 auf OT zurückgestellt.
Da bei nun warmer Brennkraftmaschine das Schaltventil 34 gesperrt
ist, sind die Drücke in den beiden Steuerdruckkammern 12 und 13 aus
geglichen, so daß die stärkere Feder 26 den Stellkolben 7 in der
dargestellten Lage hält.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 ist im wesentlichen aufgebaut
wie das nach Fig. 1 und wirkt auch wie dieses, so daß gleiche Teile
mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet sind. Es unterscheidet
sich im wesentlichen dadurch, daß die rechte Steuerdruckkammer, in
der der Druck zum Verschieben des Stellkolbens 7 in Richtung "früh"
aufgebaut wird, durch einen Stützkolben 40 in eine linke, vom Stell
kolben 7 begrenzte Arbeitskammer 41 und eine rechte vom Deckel 11
begrenzte Arbeitskammer 42 unterteilt ist. Der Stützkolben 40 wird
von einer sich am Deckel 11 abstützenden Schraubendruckfeder 43 zum
Stellkolben 7 hingedrängt, wobei der Verschiebeweg durch einen ge
häusefesten Sprengring 44 im Zylinder 6 begrenzt wird. Der Stützkol
ben 40 hat einen zum Stellkolben 7 hin gerichteten Ansatz 45, gegen
den die Schraubendruckfeder 16 in der Steuerdruckkammer 12 den
Stellkolben 7 drückt.
Die linke Arbeitskammer 41 ist über die Drosselbohrung 15 mit dem
Saugraum verbunden, so daß in dieser der gleiche Druck herrscht wie
der drehzahlabhängige Förderdruck im Saugraum. Die vom Stellkolben 7
entfernte, rechte Arbeitskammer 42 ist über eine Drossel 47 und eine
Leitung 48 mit dem drucklosen Vorratsbehälter 24 verbunden. Zum Auf
bauen eines Druckes in dieser Arbeitskammer 42 ist diese über eine
Leitung 48 und ein Schaltventil 49 mit der Druckseite der Förderpum
pe 35 verbunden, die den Saugraum, die linke Steuerdruckkammer 12
und die Arbeitskammer 41 mit Kraftstoff unter drehzahlabhängig stei
gendem Druck versorgt. Das Schaltventil 49 ist ebenso wie beim Aus
führungsbeispiel nach Fig. 1 ein 2/2-Wegeventil, das in Abhängig
keit von der Temperatur der Brennkraftmaschine gesteuert wird. Das
Schaltventil 49 nimmt bei niederer Temperatur eine Sperrstellung und
bei steigender Temperatur eine Durchgangsstellung ein. Das Schalt
ventil 49 und die Drossel 47 sind Teil einer Temperatursteuerung.
Parallel zur Förderpumpe 35 ist an sich bekanntes Drucksteuer
ventil 50 geschaltet, mit dem der Druck im Saugraum der Einspritzpumpe
in Abhängigkeit von der geförderten Kraftstoffmenge verändert werden
kann.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 der Verstelleinrichtung wirkt
in folgender Weise:
Die beweglichen Teile sind in der Lage gezeichnet, die sie bei
Stillstand und beim Andrehen der Brennkraftmaschine in kaltem Zu
stand mit einer unterhalb der Leerlaufdrehzahl liegenden Startdreh
zahl einnehmen. Beim Starten der Brennkraftmaschine und damit durch
den durch die Förderpumpe 35 sich aufbauenden Druck wird in der
Steuerdruckkammer 12 und in der Arbeitskammer 41 über die Drossel
bohrungen 14, 15 ein gleicher Druck aufgebaut, so daß der Stellkol
ben 7 druckausgeglichen ist, dagegen der Stützkolben 40 wegen der
über die Drossel 47 druckentlasteten rechten Arbeitskammer nach
rechts ausweichen kann. Dabei verschiebt die Schraubendruckfeder 16
in der Steuerdruckkammer 12 den Stellkolben 7 nach rechts in Rich
tung "später" Spritzbeginn. Ab einer Drehzahl, bei der der Förder
druck der Förderpumpe 35 dem Entlastungsdruck des Überdruckventils
20 entspricht, überwiegt der Druck in der Arbeitskammer 41, so daß
der Stellkolben 7 in Richtung "früh" nach links verschoben wird. Das
Umschalten auf "früh" kann auch temperaturabhängig von dem Schalt
ventil 49 vorgenommen werden, das bei steigender Temperatur eine
Durchflußstellung einnimmt und so die Arbeitskammer 42 der Druck
seite der Förderpumpe 35 verbindet. Bei sich dadurch in der Arbeits
kammer 42 aufbauendem Druck und der Wirkung der Schraubendruckfeder
43 wird der Stützkolben 40 gegen den Stellkolben 7 verschoben, wobei
dieser nach links in Richtung "früh" verstellt wird.
Bei den beiden beschriebenen Ausführungsbeispielen wurde das Schalt
ventil als von einem Temperatursensor gesteuertes, elektromagne
tisches Ventil beschrieben. Dieses kann jedoch auch mit einem Wärme
dehnstoffelement betätigt werden.
Claims (5)
1. Verstelleinrichtung für den Spritzbeginn bei einer Kraftstoffein
spritzpumpe, insbesondere bei einer solchen, die einen die Pumpen
hübe erzeugenden Nockenantrieb hat, dessen im Pumpengehäuse (1) ge
lagerter Teil (3) zwecks Spritzbeginnverstellung relativ gegen den
zugeordneten umlaufenden Teil verstellbar ist, mit einem federbela
steten Stellkolben (7), der zwei mit dem drehzahlabhängigen Förder
druck einer Kraftstoffeinspritzpumpe (35) beaufschlagbare Steuer
druckkammern (12, 13; 41, 42) begrenzt, und auf den einerseits eine
entgegen einer Frühverstellung wirkende Feder (16) und andererseits
ein entgegen einer Spätverstellung wirkender gefesselter, federnder
Anschlag (27; 40) wirkt, dadurch gekennzeichnet, daß der einen
Steuerdruckkammer (12), in der ein Druck zum Verschieben des Stell
kolbens (7) zur Spätverstellung entgegen der Wirkung des federnden
Anschlags (27; 40) aufgebaut wird, ein Überdruckventil (20) zur
Druckentlastung zugeordnet ist und daß der anderen Steuerdruckkammer
(13; 42) ein temperaturgesteuertes Schaltventil (34; 49) zum Druck
aufbau oder zur Druckentlastung zugeordnet ist.
2. Verstelleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der federnde Anschlag (27) in der anderen Steuerdruckkammer (13) an
geordnet ist und daß das Schaltventil (34) bei niederer Temperatur
geöffnet ist.
3. Verstelleinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der federnde Anschlag (27) ringförmig ausgebildet ist und von einem
ortsfesten gleichachsigen Kopf (28) gefesselt ist.
4. Verstelleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die andere Steuerdruckkammer durch einen verschiebbaren, den federn
den Anschlag bildenden Kolben (40) in zwei Kammern (41, 42) unter
teilt ist, von denen die eine (41), die vom Stellkolben (7) begrenzt
wird, dauernd vom Förderdruck beaufschlagt ist, und die andere (42)
vom temperaturgesteuerten Schaltventil (49) bei niedriger Temperatur
druckentlastet und bei steigender Temperatur mit dem Förderdruck be
aufschlagt ist.
5. Verstelleinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Stützkolben (40) und der Stellkolben (7) gleiche Durchmesser
haben und im gleichen Zylinder (6) verschiebbar sind.
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