DE3610462A1 - Vorder- und hinterradlenkeinrichtung fuer fahrzeuge - Google Patents
Vorder- und hinterradlenkeinrichtung fuer fahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorder- und Hinterradlenkeinrichtung für Fahrzeuge, beispielsweise Vierradfahrzeuge.
Es sind kürzlich Lenkeinrichtungen für Fahrzeuge vorgeschlagen
worden, bei denen die Hinterräder relativ zur Lenkung der Vorderräder gelenkt werden, und zwar entsprechend
der Fahrzeuggeschwindigkeit (vgl. P 36 02 071; P 36 02 140; P 36 02 141; P 36 02 142; P 36 02 031;
P 36 02 033). Bei diesen Einrichtungen werden im allgemeinen die Hinterräder im Hochgeschwindigkeitsbereich mit gleicher
Phasenbeziehung oder überhaupt keiner gesteuert, während diese im Niedergeschwindigkeitsbereich mit entgegengesetzter
Phasenbeziehung gesteuert bzw. g e 1 e η J< t werden. Das Lenkwinkelverhältnis stellt eine kontinuierliche Funktion
der Fahrzeuggeschwindigkeit dar, wobei das Lenkwinkelverhältnis einen positiven Wert oder eine gleiche Phasenbeziehung
annimmt, falls die Fahrzeuggeschwindigkeit größer als ein bestimmter Wert ist, und einen negativen Wert oder
eine entgegengesetzte Phasenbeziehung annimmt, falls die Fahrzeuggeschwindigkeit niedriger als dieser ist (siehe
"Q" in Fig. 5), wodurch die Funktionalität der Lenkeinrichtung an sowohl hohe als auch niedrige Geschwindigkeitsbereiche
angepaßt wird.
Infolgedessen werden der minimale Dreh- bzw. Wendewinkel
und die Innenradiusdifferenz des Fahrzeugs drastisch reduziert als auch die Manövrierbarkeit des Fahrzeugs, insbesondere
im Niedergeschwindigkeitsbereich, d. h. z. B. beim Fahren des Fahrzeugs in eine Garage, beim Fahren 'des Wagens
durch enge, gewundene Gassen und bei der Ausführung einer Wende, wesentlich verbessert, und zwar mit dem zusätzlichen
Vorteil der Verbesserung der dynamischen Seitenreaktion des
Fahrzeugs im Hochgeschwindigkeitsbereich, z. B. beim Wechseln
der Fahrspuren.
Ein derartiges Vierradlenksystem ist beim Fahren durch
enge Straßen und beim Parken des Wagens auf einem engen Platz im Niedergeschwindigkeitsbereich äußerst praktisch,
indem das Lenkverhältnis auf die entgegengesetzte Phasenbeziehung eingestellt und die Innenradiusdifferenz reduziert
wird. Dedoch hat dieses Vierradlenksystem den Nachteil, daß der rückseitige Teil des Fahrzeugs seitlich geschwenkt
wird, falls das Fahrzeug längs eines Randsteins gewendet oder geparkt wird, so daß eine Änderung der seitlichen
Position des Fahrzeuges auf einem engen Platz schwierig wird. Demzufolge ist es erwünscht, daß das Lenkwinkelverhältnis
im Niedergeschwindigkeitsbereich manuell auf etwa 1,0 mit gleicher Phasenbeziehung eingestellt werden kann, falls
dies erforderlich ist.
In einem solchen Fall muß jedoch der Fahrer die manuelle
Einstellung freigeben, ehe die Fahrzeuggeschwindigkeit über
einen bestimmten Wert angestiegen ist, da die Manövrierbarkeit
des Fahrzeugs, insbesondere beim Wenden des Fahrzeugs schwierig wird, falls das Lenkverhältnis etwa den Wert 1,0
bei gleicher Phasenbeziehung aufweist. Das Erfordernis der Freigabe der manuellen Einstellung stellt eine Belastung
für den Fahrer dar, da Fehler bei der Rückstellung der manuellen Einstellung Schwierigkeiten beim Manövrieren des
Fahrzeugs hervorrufen, und zwar insbesondere im niederen bis mittleren Geschwindigkeitsbereich
Es ist somit Aufgabe der Erfindung, eine für Fahrzeuge vorgesehene
Vorder- und Hinterradlenkeinrichtung vorzuschlagen , die das Lenkwinkelverhältnis der Hinterräder relativ
zum Lenkwinkel der Vorderräder entsprechend einer* bestimmten
mathematischen Funktion der Fahrzeuggeschwindigkeit derart variabel steuert, daß die Hinterräder im Niedergeschwindigkeitsbereich
mit entgegengesetzter Phasenbeziehung und im Hochgeschwindigkeitsbereich mit gleicher Phasenbeziehung ge-
lenkt werden, wodurch das Parken des Fahrzeugs längs eines Randsteines und das Ändern der seitlichen Position des
Fahrzeuges rasch durchgeführt werden kann, falls eine solche Notwendigkeit im Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit
auftritt.
Ferner soll gemäß der Erfindung eine Vorder- und Hinterradlenkeinrichtung
vorgeschlagen werden, die mit einer manuellen Einrichtung zum Festsetzen des Lenkwinkelverhältnisses der
Hinterräder auf eine gleiche Phasenbeziehung in einem Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit ausgestattet ist.
Außerdem soll gemäß der Erfindung eine Vorder- und Hinterradlenkeinrichtung
vorgeschlagen werden, die mit einer solchen manuellen Einrichtung versehen ist,und dem Fahrer sogar keine
Belastung auferlegt.
Die vorstehende Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche 2
bis 5.
Da somit das Lenkwinkelverhältnis der Hinterräder auf eine
gleiche Phasenbeziehung festgesetzt und das Fahrzeug in schräger Art vorwärts oder zurück bewegt werden kann, wird
das Parken des Fahrzeugs längs eines Randsteins oder einer Wand sowie das Ändern der seitlichen Position des Fahrzeugs
(durch schräge Vorwärtsbewegung und einer nachfolgenden
schrägen Rückwärtsbewegung) in einem Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit einfach.
Da gemäß der Erfindung die manuelle Wahl eines Bereiches
mit extrem niedriger Geschwindigkeit automatisch rückgesetzt wird, falls das Fahrzeug einen bestimmten niedrigen
Geschwindigkeitspegel überschritten hat, treffen den Fahrer
beim Manövrieren des Fahrzeugs vom niedrigen zum hohen Geschwindigkeitsbereich
selbst dann keine Schwierigkeiten, falls er es unterlassen hat, die manuelle Wahl manuell rückzusetzen.
Da demzufolge der Fahrer die Fahrzeuggeschwindigkeit erhöhen kann, ohne die manuelle Wahl freigeben zu
müssen, wird dem Fahrer keine Belastung auferlegt und die Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs im Niedergeschwindigkeitsbereich
wird sogar aufrechterhalten.
Die spezielle mathematische Funktion für einen Bereich mit
extrem niedriger Geschwindigkeit, die die gleiche Phasenbeziehung in dem Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit
erzielt, kann weich mit der normalen mathematischen Funktion
in Verbindung gebracht werden, wobei entweder ein Bereich mit einer entgegengesetzten Phasenbeziehung durchlaufen wird
oder nicht. Die Arten, in denen die spezielle mathematische Funktion mit der normalen mathematischen Funktion in Verbindung
gesetzt wird, können wunschgemäß ausgewählt werden, und zwar entweder vom Konstrukteur oder dem Fahrer des Fahrzeugs.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht, die den allgemeinen,
grundlegenden Aufbau eines Fahrzeuges wiedergibt, das mit einer Vorder- und Hinterradlenkeinrichtung ausgestattet
ist, bei der die Erfindung Anwendung findet;
Fig. 2 eine vergrößerte perspektivische Ansicht
des Hinterradlenksystems;
Fig. 3(a) bis (b) Konzeptionsansichten, die das Arbeitsprinzips des Hinterradlenksystems verdeutliehen;
Fig. 4 ein funktionelles Blockdiagramm eines
Computers, der an dem Fahrzeug befestigt ist und
Fig. 5 ein Diagramm, das die charakteristischen
Eigenschaften der Lenkwinkelverhältnisfunktionen
wiedergibt.
Die Figuren 1 bis 3 verdeutlichen den Aufbau eines Ausführungsbeispiels
einer Vorder- und Hinterradlenkeinrichtung, bei der die Erfindung Anwendung findet. Eine Lenkwelle 2
eines Lenkrades 1 steht mit einem Zahnstangengetriebe 3 in Verbindung, wobei zwei Spurstangen 5 mit den beiden Enden
einer Zahnstange 4 des Zahnstangengetriebes ...3 gekoppelt sind. Mit den äußeren Enden der Spurstangen 5 stehen zwei
Spurstangenhebel 6 in Verbindung, die die Vorderräder 7 derart abstützen, daß diese in bekannter Weise in die vom Lenkrad
1 bestimmte Richtung gelenkt werden können.
Eine Ritzelwelle 8 erstreckt sich vom Zahnstangengetriebe 3 nach hinten und eine langgestreckte Verbindungswelle 10 steht
über ein Universal- bzw. Kreuzgelenk 9 mit den rückseitigen Enden der Ritzelwelle 8 in Verbindung. Mit dem rückseitigen
Ende der Verbindungswelle 10 steht über ein anderes Universalgelenk 11 eine Eingangswelle 12 in Verbindung. Diese Eingangswelle
12 ist längs der in Längsrichtung verlaufenden Mittellinie des rückseitigen Teils des Fahrzeugs angeordnet
und mit Hilfe eines Lagerbocks 13 drehbar abgestützt.
Außerdem ist eine Dreh- bzw. Schwenkwelle 15, die" detailliert in Fig. 2 dargestellt ist, mit dem rückseitigen Ende der
Eingangswelle 12 über einen Gelenkkopf 14 verbunden und ein Verbindungselement 16 ist lose über einem Mittelteil der
Drehwelle 15 angebracht. Die beiden seitlichen Enden des
Verbindungselements 16 stehen über Kugelgelenkverbindungen
26 mit Spurstangen 25 in Verbindung. Das Verbindungselement
16 ist an einem mittleren Teil eines Armelements 17 fest abgestützt,
das breitseits des Fahrzeugs angeordnet ist.
Ein Ende des Armelements 17 steht mittels eines angelenkten Bindeglieds 18 und einem Schwingenlager 19 mit dem Fahrzeugkörper
in Verbindung, während das andere Ende des Armelements
17 mit Hilfe eines Paars von Bindegliedern 20 und 21 und eines Schwingenlagers 22 mit dem Fahrzeugkörper verbunden ist
Ein auf der Seite des Schwingenlagers 22 angeordneter Drehbolzen 23 des Bindeglieds 21 kann sich integral mit dem Bindeglied
21 drehen. Die äußeren Enden der Spurstangen 25 stehen mit Spurstangenhebeln 28 in Verbindung, die die Hinterräder
27 abstützen, wie aus Fig. 1 ersichtlich ist..
An einem Teil des Fahrzeugkörpers, der an der Seite des
anderen Endes des Armelements 17 vorgesehen ist, ist ein Motor 31 befestigt, und eine Ausgangswelle des Motors ist
mit einem Schneckenantrieb 32 fest verbunden, der wiederum in Eingriff mit einem Zahnbogen 24 steht, der einstückig an
dem Drehbolzen 23 des Bindeglieds 21 befestigt ist. Eine Handkurbel 37 (Fig. 2), die auf das andere Ende 36 der Ausgangswelle
des Motors 31 aufgesetzt werden kann, dient der manuellen Zurückstellung des Lenkwinkels der Hinterräder,
und zwar für den Fall, daß ein Fehler im Hinterradlenksystem
auftritt. Außerdem ist das Fahrzeug mit einem Computer 33 ausgestattet, der Signale von einem Fahrzeuggeschwindigkeitssensor
34 zur Erfassung der Fahrzeuggeschwindigkeit und einem
Lagesensor 35, der die Winkellage des Drehbolzens 23 des Bindeglieds 21 erfaßt, empfängt und ein geeignete's, der Fahr-Zeuggeschwindigkeit
entsprechendes Steuersignal dem Motor 31 zuführt, um die Drehung des Motors 31 zu steuern. Der
Computer 33 steht weiterhin mit einem manuellen Wahlschalter 41 in Verbindung, so daß die Steuerung des Lenkwinkel-
Verhältnisses der Hinterräder entsprechend einer am Wahlschalter
41 ausgewählten, mathematischen Funktion vorgenommen werden
kann.
Nachfolgend wird die mechanische Wirkungsweise des Hinterrad-Steuersystems
beschrieben, insbesondere mit Bezug auf die Fig. 3(a) bis (c).
Fällt der Drehpunkt P des Verbindungselements 16 mit dem Zentrum 0 der Eingangswelle 12 zusammen, wie in Fig. 3(a) dargestellt,
so drehen sich die Eingangswelle 12 und die Drehwelle 15 in koaxialer Weise. Demzufolge wird das Verbindungselement
16 nicht seitlich geschwenkt, und die Spurstangen 25 bleiben stationär, so daß nur die Vorderräder 7 gelenkt werden und
die Hinterräder 27 überhaupt nicht, und zwar., wie bei einem konventionellen Fahrzeug.
Wird das Bindeglied 21 durch Drehung des Motors mit Hilfe des Schneckenantriebs 32 und des Zahnbogens 24, die miteinander
in Eingriff stehen, nach unten gedreht, so neigt sich das Armelement 17 mit seinem linken Ende nach unten,
wie dies aus Fig. 3(b) ersichtlich ist. Infolge dieser Neigung des Armelements 17 ist der Dreh- bzw. Schwenkpunkt P
unterhalb des axialen Zentrums 0 der Eingangswelle 12 angeordnet.und,
falls die Eingangswelle 12 z. B. im Gegenuhrzeigersinn um den Winkel θ gedreht wird, bewegen sich die Spurstangen
25 nach rechts, wie dies anhand der strichlierten Linien in Fig. 3(b) gezeigt ist, um die Hinterräder 27 in
die Richtung zu lenken, die entgegengesetzt zur Lenkrichtung der Vorderräder 7 ist.
Wird das Bindeglied 21 durch eine Gegendrehung des Motors nach oben gedreht, so wird das Armelement 17, wie aus Fig.
(c) ersichtlich, mit seinem linken Ende nach oben geneigt
bzw. gerichtet. Infolge dieser Schrägstellung des Armele-
ments 17 befindet sich der Schwenkpunkt P über dem axialen
Zentrum 0 und, falls die Eingangswelle 12 z. B. gleichfalls im Gegenuhrzeigersinn um einen Winkel θ gedreht wird, bewegen
sich die Spurstangen 25 nach links, d. h. entgegengesetzt zum vorhergehenden Fall, wie dies anhand der strichlierten
Linien in Fig. 3(c) gezeigt ist, um die Hinterräder 27 in gleicher Richtung wie die Vorderräder 7 zu lenken.
Nachfolgend wird mit Bezug auf die Fig. 4 und 5 der Steuervorgang
des oben beschriebenen Ausführungsbeispiels beschrieben.
Fig. 4 zeigt den funktionellen Aufbau des Computers 33. Das
vom Fahrzeuggeschwindigkeitssensor 34 erfaßte Fahrzeuggeschwindigkeitssignal
wird dem Computer 33 a]_.s ein gewisses
Fahrzeuggeschwindigkeitssignal u zugeführt. Dieses Fahrzeuggeschwindigkeitssignal
u wird mittels eines Umrechnungsprozesses (a) in ein vorbestimmtes Lenkwinkelverhältnissignal
kn (=f(u)) umgerechnet. Bei diesem Umrechnungsprozeß (a) wird
das Fahrzeuggeschwindigkeitssignal u in Lenkwinkelverhältnisdaten entsprechend einer von vielen Umrechnungsarten, die in
Fig. 5 gezeigt sind, umgerechnet, und zwar auf der Basis einer Vielzahl von mathematischen Funktionsdaten f,, f~,...,
die in dem Speicher (b) des Computers 33 abgespeichert sind.
Die Auswahlinformation b„, die auf dem Wahlschalter 41 ausgewählt
wird, wird dem Umrechnungsprozeß (a) über einen Auswahlprozeß (d) zugeführt und eine der vielen in Fig. 5 gezeigten
Kurven wird ausgewählt oder, mit anderen Worten, eine der vorbestimmten Lenkwinkelverhältnisfunktionsarten Ik, 2k, ... nk,
*k wird ausgewählt. Diese unterschiedlichen Funktionsarten entsprechen den jeweiligen Drucktasten 36 bis 40 des Wahlschalters
41 und der Umrechnungsprozeß (a) rechnet die tatsächliche Fahrzeuggeschwindigkeit in entsprechende Lenkwinkelverhältnisdaten
entsprechend der Umrechnungsart um, die von
den in Fig. 5 gezeigten Umrechnungsarten ausgewählt wird.
Diese Drucktasten 36 bis 40 stellen eigenbeleuchtete Drucktasten dar, wodurch der Fahrer rasch feststellen kann, welche
der Lenkwinkelverhaltnisfunktionen ausgewählt ist.
Der Lagesensor 35 erfaßt die Drehposition des Bindeglieds 21, die proportional dem Lenkwinkelverhältnis beim momentanen
Lenkvorgang ist, und das erfaßte Ergebnis wird dem Computer 33 als ein tatsächliches Lenkwinkelverhältnis k zugeführt.
m y
Eine relative Differenz Ak = k - kn wird anhand eines Ver-
m 0
gleichsprozesses (c) erhalten. Diese Differenz Ak wird vom
Computer 33 einer Ausgangssteuereinrichtung 42 als Daten zugeführt, die der Korrektur des Lenkwinkelverhältnisses entsprechen,
die erforderlich ist, um das gewünschte Lenkwinkelverhältnis zu erzielen. Das ausgangsseitige .,.Ende der Ausg§ngssteuereinrichtung
42 steht mit dem Motor 31 in Verbindung. Die Ausgangssteuereinrichtung 42 liefert an den Motor 31 ein
Steuersignal s, das der Differenz Ak entspricht. Demzufolge wird der Motor 31 in die Richtung gedreht, bei der das der
momentanen Fahrzeuggeschwindigkeit entsprechende Lenkwinkelverhältnis erzielt wird.
Wie aus Fig. 5 ersichtlich, werden die Eigenschaften der Lenkwinkelverhaltnisfunktionen
der Fahrzeuggeschwindigkeit so ausgewählt, daß diese durch eine Vielzahl von Kurven dargestellt
werden können, die von einer Kurve nk in gegenseitig paralleler Art abgezweigt werden, wobei die Kurven auf der Seite der
Kurve Ik ein sportliches Fahren verdeutlichen, während die Kurven mit höheren Zahlen ein leichteres Fahren darstellen.
Im einzelnen ist gemäß der Erfindung die "*" Drucktaste 40
für die Bequemlichkeit einer seitlichen Versetzung des Fahr-Zeuges
und des Parkens entlang eines Randsteins vorgesehen. Das Niederdrücken dieser Drucktaste 40 bewirkt, daß das Lenkwinkelverhältnis
durch eine Kurve dargestellt wird, die bei
einem Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit etwa den
Wert 1,0 bei gleicher Phasenbeziehung aufweist und nach dem Berühren einer horizontalen Linie, die dem Null-Lenkwinkelverhältnis
bei steigender Geschwindigkeit entspricht, sich weich mit der Kurve nk verbindet. Da keine Änderung der Lenkeigenschaft
des Fahrzeugs in mittleren bis hohen Geschwindigkeitsbereichen auftritt, und zwar selbst wenn diese Lenkwinkelart
ausgewählt wird, ist es nicht erforderlich, daß der
Fahrer einen solchen ausgewählten Zustand aufhebt, und die Betriebsfähigkeit des Fahrzeuges wird nicht beeinträchtigt.
Die Eigenart dieser speziellen mathematischen Funktion für einen Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit kann wie
gewünscht gewählt werden und kann eine entgegengesetzte Phasenbeziehung
in einem mittleren Geschwindigkeitsbereich oder
die gleiche Phasenbeziehung über den mittler.en Geschwindigkeitsbereich
bewirken, wie dies durch imaginäre Linien in Fig. 5 angedeutet ist. Ebenso braucht das Lenkwinkel verhältnis
im Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit nicht 1,0, sondern kann irgendein anderer Wert zwischen 0 und 1,0
sein.
Soll die Fahrzeuggeschwindigkeit verringert werden, nachdem die Fahrzeuggeschwindigkeit einen hohen Geschwindigkeitspegel
erreicht hat, wird ein normales Lenkwinkelverhältnis, z. B. dasjenige, das durch die Kurve nk dargestellt wird, automatisch
gewählt, und zwar selbst bei extrem niedriger Geschwindigkeit, sofern die "*" Drucktaste nicht erneut gedrückt
wird. Demzufolge bleiben, selbst wenn die gleiche Phasenbeziehung im Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit
ausgewählt wurde, die Vorteile der Vierradlenkung im mittleren bis hohen Geschwindigkeitsbereich erhal'ten und,
wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit wieder verringert wird,
wird die ursprüngliche, entgegengesetzte Phasenbeziehung wieder hergestellt.
Dies wird erreicht, indem man erstens eine mathematische
Funktion, die der oben beschriebenen, speziellen, durch *k in Fig. 5 dargestellten Lenkwinkelverhältnisart entspricht,
aus dem Speicher (b) auswählt, und zwar entsprechend der Ausgangsgröße
des Auswahlprozesses (d), wenn die "*" Drucktaste 40 gedruckt wird, zweitens die Fahrzeuggeschwindigkeit mit
einem bestimmten Bezugswert vergleicht, um zu erfassen, wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit den Bezugswert überschreitet und
drittens den ausgewählten Zustand ändert, falls die Fahrzeuggeschwindigkeit den Bezugswert überschritten hat, so daß der
ausgewählte Zustand der in Fig. 5 durch *k dargestellt ist, durch den, der in Fig. 5 durch nk dargestellt ist, ersetzt
werden kann. Selbst wenn die Lenkwinkelverhältnisart, die eine gleiche Phasenbeziehung im Bereich mit extrem niedriger
Geschwindigkeit hervorruft, durch Drücken der "*" Drucktaste
gewählt wird und wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit über den Bezugswert ansteigt und wieder auf einen niedrigen Geschwindigkeitsbereich
reduziert wird, nimmt das Lenkwinkelverhältnis eine gleiche Phasenbeziehung entsprechend der Kurve nk
in Fig. 5 an.
Bei dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel werden die im
Computer 33 durchgeführten, verschiedenen Prozesse durch ein bestimmtes Programm (Software) ausgeführt, das z. B. in
einem Speicherbereich des Computers 33 gespeichert ist. Es kann jedoch auch eine elektrische Schaltung verwendet werden,
die die gleiche Fuktionalität zur Durchführung der gleichen Prozesse aufweist. Ebenso kann der Wahlschalter anstatt als
Drucktastenschalter als Schiebeschalter ausgebildet sein, der
eine kontinuierliche Änderung ermöglicht.
Die Erfindung ist ferner nicht auf die oben beschriebenen Ausfuhrugnsbeispiele
beschränkt, sondern kann auch bei Vorder- und Hinterradlenkeinrichtungen Anwendung finden, bei denen
die Vorder- und Hinterräder hydraulisch gesteuert werden und
die Vorderradlenkwinkelinformation durch den hydraulischen
Druck übertragen wird oder der Vorderradlenkwinkel als
elektrisches Signal zum Computer übertragen wird.
Demzufolge kann die Erfindung eine Lenkwinkelverhältnisart
vorsehen, die zum seitlichen Versetzen des Fahrzeugs sowie zum Parken des Fahrzeugs längs eines Randsteins vorteilhaft
ist, und zwar zusätzlich zu den Bequemlichkeiten einer Vorder-
und Hinterradlenkeinrichtung, wonach im Hochgeschwindigkeitsbereich
die Fahrreaktion und im IMiedergeschwindigkei tsbereich
die Manövrierfähigkeit des Fahrzeuges günstig ist. Da ferner die Lenkwinkelverhältnisfunktion keine plötzliche
Ändeurng vornimmt und eine Steigerung der Fahrzeuggeschwindigkeit selbst dann keine Unbequemlichkeit bei der Manövrierung
des Fahrzeugs hervorruft, falls eine spezielle Lenkwinkelverhältnisfunktion ausgewählt ist, werden die Manövrierfähigkeit
und die Handhabung eines Fahrzeugs, bei dem alle vier Räder gelenkt werden, weiter verbessert.
- Leerseite -
Claims (5)
1. Vorder- und Hinterradlenkeinrichtung für Fahrzeuge zum
variablen Steuern des Lenkwinkelverhältnisses der Hinterräder relativ zum Lenkwinkel der Vorderräder entsprechend einer bestimmten mathematischen Funktion (Q) der Fahrzeuggeschwindigkeit, wobei die Hinterräder im Niedergeschwindigkeitsbereich mit entgegengesetzter Phasenbeziehung
und im Hochgeschwindigkeitsbereich mit gleicher Phasenbeziehung gelenkt werden, gekennzeichnet
durch eine Wahleinrichtung (40, 41) zum manuellen Auswählen einer speziellen mathematischen Funktion (P) für
variablen Steuern des Lenkwinkelverhältnisses der Hinterräder relativ zum Lenkwinkel der Vorderräder entsprechend einer bestimmten mathematischen Funktion (Q) der Fahrzeuggeschwindigkeit, wobei die Hinterräder im Niedergeschwindigkeitsbereich mit entgegengesetzter Phasenbeziehung
und im Hochgeschwindigkeitsbereich mit gleicher Phasenbeziehung gelenkt werden, gekennzeichnet
durch eine Wahleinrichtung (40, 41) zum manuellen Auswählen einer speziellen mathematischen Funktion (P) für
einen Bereich mit extrem niedriger Geschwindigkeit, die
eine gleiche Phasenbeziehung bei einer extrem "niedrigen
Geschwindigkeit sowie einen weichen Übergang auf die bestimmte mathematische Funktion (Q) bewirkt.
eine gleiche Phasenbeziehung bei einer extrem "niedrigen
Geschwindigkeit sowie einen weichen Übergang auf die bestimmte mathematische Funktion (Q) bewirkt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die manuelle Wahleinrichtung (40,
41) bewirken kann, daß das Lenkwinkelverhältnis der Hinterräder relativ zu den Vorderrädern in einem Bereich mit
extrem niedriger Geschwindigkeit weitgehend den Wert 1,0 bei gleicher Phasenbeziehung aufweist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß, wenn die manuelle Auswahl
getroffen wird, das Lenkwinkelverhältnis eine gleiche
Phasenbeziehung durchwegs annimmt, während die Fahrzeuggeschwindigkeit von einer extrem niedrigen Geschwindigkeit
zu einer mittleren und dann zu einer hohen Geschwindigkeit ansteigt.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß, wenn die manuelle Auswahl
getroffen wird, das Lenkwinkelverhältnis von einer gleichen Phasenbeziehung zu einer entgegengesetzten Phasenbeziehung
und wieder zu einer gleichen Phasenbeziehung wechselt, während die Fahrzeuggeschwindigkeit von einer extrem niedrigen
Geschwindigkeit zu einer mittleren Geschwindigkeit und dann zu einer hohen Geschwindigkeit ansteigt.
5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß ein Geschwindigkeitserfassungseinrichtung
(34, 33) vorgesehen ist, die die manuelle Wahl zurücksetzt, falls die Fahrzeuggeschwindigkeit einen bestimmten
niedrigen Pegel überschritten hat.
Applications Claiming Priority (2)
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| DE3610462C2 DE3610462C2 (de) | 1995-07-27 |
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ID=26403416
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3610462A Expired - Fee Related DE3610462C2 (de) | 1985-03-27 | 1986-03-27 | Vorder- und Hinterradlenkeinrichtung für Fahrzeuge |
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