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Modulationseinrichtung für Reibkupplungen
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Die Erfindung betrifft eine Modulationseinrichtung für Reibkupplungen
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1, insbesondere für Quer- oder Längs-Sperrdifferentiale,
welche über eine Viskosekupplung auf zwischen einer An- und einer Abtriebswelle
entstehende Drehzahldifferenzen im Sinne einer Angleichung der Drehzahlen selbsttätig
modulierend anspricht.
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Aus der US 40 31 780 ist beispielsweise eine solche Einrichtung für
einen Permanent-Allradantrieb bekannt, bei dem der Expansionsdruck der Viskosekupplung
der Stelldruck für die Reibkupplung ist. Dabei ist der Ringkolben der Kupplung in
unmittelbarer axialer Fortsetzung der Viskosekupplung gleichzeitig deren Abschlußplatte.
Damit ist die Beaufschlagung der Kupplung an die absoluten Werte des Expansionsdruckes
der viskosekupplung gebunden. Es ergeben sich daher mit diesem bekannten Kupplungsprinzip
vor allem bei hohen Drehmomenten Probleme hinsichtlich der Funktionssicherheit und
auch der Abmessungen.
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Die sich relativ langsam aufbauenden und nach oben begrenzten Schaltdrücke
erfordern große Lamellenflächen bei beiden zusammenwirkenden Kupplungen. Bei Sperrdifferentialanwendungen
können dadurch neben den hohen Platz- und Gewichtsaufwendungen auch die Bodenfreiheitsbedingungen
der Fahrzeuge beeinträchtigt werden, in denen so große und breite Modulationseinrichtungen
mit den Reibkupplungen zusammengebaut werden müssen. Überdies läßt sich bei diesem
Stand der Technik nur auf komplizierte Weise eine individuelle Anpaßbarkeit des
Schaltverhaltens an den jeweiligen Fahrzeugtyp bzw. das aktuelle Momentverhalten
erreichen. Einstell- und Umbaumaßnahmen für andere Betriebsbedingungen wären sehr
zeitraubend. Eine Erhöhung des Anpreßdruckes über den von der Viskosekupplung erzeugten
Druck hinaus, beispielsweise mittels externer Druckerhöhungspumpen, ist hier nicht
möglich.
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Die Aufgabe der der Erfindung zugrundeliegenden Merkmale ist es,
für Modulationseinrichtungen nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 Maßnahmen zu
treffen, mit denen sowohl eine rasche und leicht bedarfsgerecht anpassungsfähige
Funktion auch bei großen übertragungsdrehmomenten erreichbar ist, als auch Bauelemente
verwendbar werden, die sich einfach und platzsparend unterbringen bzw. austauschen
lassen und sich auch zur zuverlässigen und leicht reproduzierbaren Funktionsveränderung
bei wechselnden Betriebsbedingungen eignen.
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Die lösung wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches
1 erreicht, indem das von der Modulationseinrichtung bediente Wirksystem, z. B.
durch eine Spreizeinrichtung, in welche ein extern gespeistes Druckmittelsteuerelement
integriert ist, mit deutlich erhöhten Schaltkräften und Stellwegen sowie mit bedarfsentsprechender
Modulierbarkeit unter indirekter Druckerhöhung betreibbar gemacht wird.
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- Damit können dann entweder bei gleichbleibenden Reibflächendurchmessern
der zu betätigenden Reibkupplung höhere Drehmomente durchgeleitet oder bei gleichbleibenden
Drehmomenten verringerte Reibflächendurchmesser bei funktionsoptimalen Abläufen
ermöglicht werden. Dank der höheren Schaltkräfte ist dann nötigenfalls auch der
Einsatz längerer, aber im Durchmesser kleinerer Lamellenpakete erleichtert. Weiter
ist von Vorteil, daß die mit einer indirekt wirkenden Spreizeinrichtung an sich
bekannter Art (z. B.
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Nockenmitnehmer, Schiefscheibe usw.) hewirkbare Drehleistungserhöhung
jetzt unter erheblicher, modulierbarer Kraftverstärkung, gewünschtenfalls mit einer
Sprungcharakteristik, auch mit einem längeren Schaltweg erreichbar ist.
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- Gemäß der Erfindung werden dabei Glättungs- und Abnützungseinflüsse
auf die Arbeitsweise der Reibflächen der Reibungskupplung weitgehend kompensiert,
indem die Wirkdrücke erhöht werden. Somit ist auch bei höheren und häufigeren Belastungen
keine Änderung des Betriebsverhaltens während der Einsatzzeiten mehr zu befürchten.
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Die erfindungsgemäße Modulationseinrichtung erleichtert auch eine
Verwendung in verschmutzungsgefährdeten Fällen und/oder, wenn sowohl Wellen als
auch Gehäuse rotieren, wie das z. B. bei Differentialen meist der Fall ist, indem
gebräuchliche Drucköldurchführungen anstelle aufwendigerer mechanischer Durchgriffe
Anwendung finden.
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Auch erlaubt die Möglichkeit, die Druckmittelzufuhr schon bereits
extern, z. B. auch über ein Vorsteuerventil, ein-oder auszuschalten bzw. zu verstärken,
sowohl eine Arretierbarkeit als auch eine einfache Modulierbarkeit der Schaltzustände.
Damit wird auch eine Zu- und Abschaltbarkeit der Reibkupplungsbetätigung erleichtert,
wie sie beim Einsatz mit Sperrdifferentialen, z. B. zwecks Anpassung an die Fahrbedingungen
(Straße oder Gelände), oft gefordert ist.
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Mit der Erfindung ist es auf einfache Weise erreichbar, daß einem
durch die Spreizeinrichtung betätigten Steuerelement ein Schalthub aufgezwungen
wird, der sowohl proportional zur Große des jeweiligen Drehmomentes als auch nahezu
identisch zur Zeitdauer desselben verläuft. Hierdurch können besonders ruckfreie
Schaltvorgänge realisiert werden.
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Schließlich ergeben sich mit der Erfindung einfache Möglichkeiten,
den Druck in der Druckmittelzufuhr, zusätzlich zur zeitsynchronen Mitsteuerung eines
Antiblockiersystemes, zu nutzen, wodurch entgegengesetzte Aktivierungen von Bremsen
und Kupplungen, die das Fahrverhalten und die Energiewirtschaftlichkeit negativ
beeinträchtigen könnten, ausgeschaltet werden.
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Der bauliche und platzmäßige Aufwand für die die Relativverdrehungen
der beiden Wellen überwachende Viskose-Hilfskupplung ist dabei sehr gering, da diese
z. B. lediglich das Steuerelement zu betätigen hat und die eigentliche Schaltkraft
aus einer meistens ohnehin vorhandenen externen Druckmittelquelle stammt.
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In Spezialfällen wäre es auch leicht möglich, Viskosekupplungen und
SpreizeinrichtungenYvöllig unterschiedelichen Stellen einzubauen.
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Vorteilhafte weitere Ausgestaltungen werden durch die Unteransprüche
angegeben: - Nach Anspruch 2 wird noch erreicht, daß das Steuerelement als einfache
Hülse gestaltet sein kann und Druckmittelkanäle nur in der die Reibkupplung tragenden
Welle vorhanden sein müssen, sowie daß sowohl eine einfache Schwarz-Weiß-Schaltung
als auch eine Modulationskurve voreinstellbar ist.
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- Nach Anspruch 3 wird noch erreicht, daß das Steuerelement auf baulängensparende
Weise in die Welle eingelassen untergebracht sein kann.
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- Nach Anspruch 4 wird noch erreicht, daß eine radiale Rastierkurve
verwendbar ist, und daß die Viskosekupplung baulich entfernt genug von der Reibkupplung
ist, um vor deren Abstrahlungswärme weitgehend geschützt zu sein.
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- Nach Anspruch 5 wird noch erreicht, daß eine handelsübliche Spiralfeder
für das Spreizelement verwendbar ist.
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Die Erfindung wird anhand schematischer Zeichnungen von Ausführungsbeispielen
näher erläutert: Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch die Moduliereinrichtung, bei
welchem die Viskosekupplung über eine axiale Rastierkurve eine Hülse auf der Welle
als axialverschiebliches Ventil steuert; Fig. 2 zeigt in Teilansicht die Rastierkurve
mit Steuerungsnocken; Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch die Moduliereinrichtung,
bei welchem die Viskosekupplung über eine axiale Rastierkurve und einen Querbolzen
ein in die Welle eingelassenes Schieberventil steuert; Fig. 4 zeigt in Teilansicht
die Rastierkurve für den Querbolzen;
Fig. 5 zeigt einen mit den
Rastierkurven erreichbaren Modulationsverlauf; Fig. 6 zeigt einen Querschnitt durch
die Modulationseinrichtung, bei welchem die Viskosekupplung über eine radiale Rastierung
und die Welle eingelassene Spreizfeder eine radial verdrehbare Hülse als Ventil
steuert; Fig. 7 zeigt die dabei vorgesehene Anordnung der Druckmittelkanäle in Schnittdarstellung;
Fig. 8 zeigt die dabei vorgesehene radiale Spreizfederanordnung; Fig. 9 zeigt einen
Querschnitt durch die Modulationseinrichtung, bei welchem die Steuerhülse an einer
axialen Rastierkurve und einer auf der Welle festgelegten Spiralfeder abgestützt
ist; Fig. 10 zeigt in Teilansicht die dabei vorgesehene Rastierkurve.
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In Fig. 1 sind in einem Getriebegehäuse 1 eine erste und eine zweite
Welle 2, 3 koaxial zueinander angeordnet und über eine Reibungskupplung 4 mittels
deren Kupplungskolben 5 in Drehmitnahme bringbar bzw. daraus lösbar.
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Der Kupplungskolben 5 ist dazu erfindungsgemäß über eine Hilfskraftverstärkung,
die im wesentlichen aus einer zwischen den Wellen 2, 3 über eine Spreizeinrichtung
6 abgestützten Viskosekupplung 7 mit Druckleitungen 8, 9, welche zwischen einem
Steuerelement 10 und dem Kupplungskolben 5 bestehen, ausgerüstet. Damit ist die
Reibungskupplung in Abhängigkeit von Drehzahlunterschieden der Wellen 2, 3 mittels
eines Druckmitteldruckes aus einer nicht gezeigten externen Druckmittelquelle fernbetätigbar
und gewünschtenfalls mit erhöhtem Druck modulierbar und ein- und ausschaltbar. Hierzu
kann ein Steuerelement 10 als ein Ventilkolben bzw. eine Schiebehülse o. dgl. in
einem
extern gespeisten Druckmittelsystem ausgebildet sein, welches
die Beaufschlagungen des Kupplungskolbens 5 der Reibungskupplung 4 entsprechend
einem Drehwinkelversatz der beiden Wellen untereinander steuert.
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Wo gewünscht, könnte die Druckmittelverstärkung aber auch auf an
sich wirkungsgleiche Weise durch eine elektrische Kraftübertragung ersetzt sein,
wobei das Steuerelement 10 auf nicht im einzelnen dargestellte Weise dann als Stelltrafo
bzw.
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Schieberegler in einem Stromkreis mit dem als Magnetstellglied einer
Elektroreibungskupplung ausgeführten Kolben 5 sinngemäß zur hier dargestellten hydraulischen
Version zusammenwirkt.
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Gemäß dem dargestellten Beispiel sind die Außenlamellen 11 bzw. das
sie tragende Gehäuse 12 der Viskosekupplung 7 dabei über eine die Reibungskupplung
4 außen mit Abstand umgreifende Kupplungsglocke 13 auf nicht gesondert dargestellte
Weise mit der ersten Welle 2 drehsteif verbunden. Die Innenlamellen 14 der Viskosekupplung
7 werden dabei von einem gegenüber der ersten Welle 2 drehbaren und begrenzt axial
verschieblichen Innenlamellenträger 15 gehalten, der axial in die Spreizeinrichtung
6 eingreift bzw. Teil derselben ist. Dazu hat im hier gezeigten Beispiel der Innenlamellenträger
15 auf seiner dem auf der Welle 3 unter Druckabdichtung axial verschieblichen Steuerelement
10 zugewandten Seite einen Steuernocken 16 sowie eine Rastierungskurve 16A, gegen
welche sich eine entsprechend komplementär geformte Stirnfläche des axial geführten
Steuerelementes 10 unter dem Druck einer einerseits auf seiner anderen Stirnseite
anliegenden und andererseits gegen einen Lagerring oder Wellenbund 17 der zweiten
Welle 3 abgestützten Spreizfeder 18 anpreßt. Im gezeigten Beispiel ist der Wellenbund
17 der Innenring eines Radiallagers der zweiten Welle 3 und die Spreizfeder 18 eine
Tellerfeder. Die axiale Führung erfolgt hier durch eine Feder-Nut-Anordnung zwischen
Welle 3 und Steuerelement 10. Dabei ist hier das Steuerelement 10 als auf der zweiten
Welle 3 dichtaufliegende Steuerhülse ausgeführt, die z. B. auch durch eine Keilverzah-
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oder Paßfeder zur Welle 3 drehfest aber achsverschieblich geführt sein kann. Das
Steuerelement 10 weist eine innere Steuernut 10A auf, um in deren Überdeckungsbereich
in der Welle 3 vorgesehene Öffnungen der Druckleitungen 8, 9 bzw. einer Entlüftungsleitung
19 je nach Endlage zu überdecken oder zu öffnen.
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Die Druckbeaufschlagung der Druckleitungen 8, 9 ist hier ausgehend
von einem auf die zweite Welle 3 aufgesetzten Ölanschlußring 20 bzw. einem diesem
vorgeordneten Stutzen 21 im Gehäuse 1 von außen her vorgesehen, könnte indessen
aber auch durch eine axiale Wellenbohrung erfolgen.
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Der Steuernocken 16 drückt bei auftretendem Drehwinkelversatz der
beiden Wellen 2, 3 durch die von der Viskosekupplung bewirkte jeweils drehmomentproportionale
Drehmitnahme stärker oder schwächer gegen das Steuerelement 10 und regelt indirekt
auf hydraulischem Wege damit die über die Druckleitungen 8, 9 zum Kupplungskolben
5 gelangenden Stellkräfte bzw. die Kolbenhübe.
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Im Beispiel ist der Kolben 5 ein die zweite Welle 3 umschließender
und auf deren Keilverzahnung 22 axial geführter Ringkolben, dem einerseits ein auf
der gleichen Welle 3 festgehaltener Ringzylindermantel 23 axial vorgeordnet ist,
und der andererseits im Normalfall durch eine am Innenlamellenträger 24 der die
Reibungskupplung 4 abstützenden Kupplungsöffnungsfeder 25 gegenüber den Reiblamellen
26 der Reibungskupplung 4 außer Anlage @@@@@@. Erst wenn der über die Druckleitung
9 anstehende Öffnungsdruck die Kraft der Kupplungsöffnungsfeder 25 übersteigt, kommt
der Ringkolben 5 zur Anlage an die Reiblamellen der Reibungskupplung 4 und besorgt
damit eine Drehzahlangleichung der beiden Wellen 2, 3.
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Über im Innenlamellenträger 24 vorgesehene Radialbohrungen 27 unter
den Reiblamellen und eine entsprechende Verlängerung der Druckölleitung 9, in der
Zeichnung strichpunktiert, ist es möglich, die Ölbenetzung der Reiblamellen (z.
B. mittels entsprechender Drosselquerschnitte in der gestrichelten Zuleitung) so
zu steuern, daß sie bei zurückgestelltem Kolben 5 abgeschaltet ist und nur dann,
und nur so lange aus der Leitung Öl abgezweigt
bekommt, wie die
Reibungskupplung 4 durch entsprechende Verstellung des Steuerelementes 10 auch wirklich
Öl erhält und damit aktiviert ist.
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In Fig. 2 ist eine Ausführungsform der Spreizeinrichtung 6 für einen
bestimmten Funktionsverlauf gezeigt. Dazu sind die einander zugewandten Stirnseiten
des Innenlamellenträgers 15 der Viskosekupplung 7 und des hier hülsenartig ausgeführten
Steuerelementes 10 über eine Rastierungskurve 16A auf der einen Seite und an den
Steuernocken 16 auf der anderen Seite zueinander relativ beweglich. Bei Erreichung
einer bestimmten vorgebbaren Spreizkraft, die einer bestimmten Drehzahldifferenz
an entspricht, wird das Steuerelement 10 mehr oder weniger sprungartig aus seiner
Normallage auf einen ersten Öffnungswert verschoben und gibt dabei den Drucköldruck
in den Kupplungszylinder 5A frei. Mit der Charakteristik der Rastierungskurve 16A
kann erreicht werden, daß die Betätigung der Reibungskupplung 4 nicht bei jeder
kleinen Bagatell-Drehzahldifferenz erfolgt.
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Steigt nach Erreichen des ersten Öffnungswertes die Drehzahldifferenz
An an der Viskosekupplung 7 noch weiter an, so kann mit entsprechender Form der
Rastierungskurve 16A z. B. ein demgegenüber weiter verlangsamter Druckanstieg erreicht
werden.
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In Fig. 3 ist bei an sich gleicher Grundanordnung für axiale Betätigung
eines Steuerelementes 10 ein durch nicht gezeigte Öffnungen in die die Reibkupplung
4 tragende Welle 3 konzentrisch eingesetztes Schieberventil vorgeschlagen. Die Spreizfeder
18 ist hier als eine zwischen einem Überströmventil 28 in einem Drucknittelzuflußkanal
8 und (anstelle eines Steuernockens) einen, an einer Rastierungskurve 16A auf der
kupplungsabgewandten Stirnseite des Innenlamellenträgers 15 entlangführbaren Querbolzen
29 in einer Queröffnung 30 der Welle 3 abgestützte Spiralfeder dargestellt. Damit
wird erreicht, daß die Spreizfeder 18 den Verstellhub des hier als Steuerschieber
ausgebildeten Steuerelementes 10 indirekt nur über das Drucköl variiert, indem der
Steuerschieber nur bei einem, eine weitere Rückstellfeder 30 überwindenden Steuerdruck
in eine Öffnungsstellung des Druckes aus dem Kanal 8
in den Kanal
9 zum Kupplungszylinder 5A gelangen kann. Die Queröffnung 30 bietet dabei genügend
axialen Freiraum für den Maximalhub der Spreizeinrichtung 6, bei der hier die Rastierungskurve
16A auf der Stirnseite des Innenlamellenträgers 15 liegt.
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In Fig. 4 ist eine Ausschnitts-Draufsicht auf die Rastierungskurve
16A bei der Anordnung nach Fig. 3 mit Querbolzen 29 dargestellt. Dabei ist erkennbar,
daß bei einem Drehwinkelversatz α entsprechend der Wirklänge L der Rastierungskurve
16A auch der Querbolzen 29 (bzw. das von ihm betätigte Uberströmventil 28) seinen
Maximalhub H tun kann. Die Queröffnung 30 besteht dabei aus einem axialen Langloch
quer durch die Welle 3, in welchem der Querbolzen 29 nur begrenzt axial beweglich
geführt ist und durch sich radial gegenüberliegende gleiche Rastierungskurven 16A
am Innenlamellenträger 15 beiderseits der Welle abgestützt ist.
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In Fig. 5 ist der mit der Anordnung nach Fig. 3 und 4 erreichbare
Wirkzusammenhang zwischen Steuerdruck pst und der Drehzahldifferenz #n dargestellt.
Dabei ist erkennbar, daß dank der indirekten Betätigung über ein sowohl hydraulisch
als auch per Zusatzrückstellfeder 31 gebremsten Steuerschieber als Steuerelement
10 keine Sprungcharakteristik, sondern eine sehr sanfte Kupplungsansprechkurve K
erreichbar ist.
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In Fig. 6 ist eine weitere Prinzipdarstellung einer Anordnungsvariante
der erfindungsgemäßen Modulationseinrichtung, jedoch für eine periphere Betätigung
des Steuerelementes 10 vorgesehen. Die Spreizeinrichtung 6 weist hier eine oder
mehrere als Blattfedern ausgebildete Spreizfedern 18 auf, welche gleichfalls ähnlich
dem Querbolzen 29 quer zur Achse der Welle 3 zwischen letzterer und dem hier mit
dem durch einen kupplungsseitigen Vorsprung und einstückiger Ausbildung mit dem
Innenlamellenträger 15 ausgeführten Steuerelement 10 abgestützt angeordnet ist.
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Das mit einer oder mehreren Radialbohrungen für den Druckkanal 8
versehene Steuerelement 10 liegt hier auch auf seiner Außenoberfläche druckdicht
in einem das Steuerelement 10 außen umschließenden Axialvorsprung 32 des Ringzylindermantels
23 der Kupplung 4 an, in welchen axiale Fortsetzungen der Druckkanäle 8 bzw. 9 eingearbeitet
sind. Je nach Gleichgewicht der Verstell- und Rückstellkräfte von in Umfangsrichtung
wirkenden Blatt-Spreizfedern 18 und den auslösenden Drehwinkelversatz-Kräften der
Wellen 2, 3 öffnet bzw. verschließt der Innenlamellenträger 15 die zu- und abgehenden
Druckkanäle 8 bzw. 9 zum Kupplungszylinder 5A.
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Im Innenlamellenträger 15 sind dazu axial zueinander versetzt angeordnet
einige Radialbohrungen 33 so winkelversetzt angeordnet, daß eine Druckzufuhr oder
Druckentlastung über in der Welle 3 eingelassene Kanäle 8, 9 zu bzw. vom Kupplungszylinder
5A mittels der Federcharakteristiken der Federn 18 moduliert werden können. Auch
hier sind Maßnahmen für eine Sprungfunktion erreichbar, indem z. B. eine Optimallage
der Welle 3 zum Druckkanal 8 über die Viskosekupplung 7 mit Welle 2 verbunden in
Lamellenträger 15 durch eine Punktrastierung 34 mittels einer federgestützten Kugel,
die in einer Ansenkung 35 einrastbar ist, vorgesehen wird.
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In den Figuren 7 und 8 sind noch zwei nicht maßstäbliche Schnitte
durch die in Fig. 6 gezeigte Anordnung wiedergegeben, aus denen das Zusammenwirken
von Druckmittelkanälen 8 und 9 sowie den Spreizfedern 18 bei dieser Bauart ersichtlich
wird.
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- Der Druckmittelkanal 8 hat erst freien Durchgang (siehe Fig. 7)
zum Kupplungszylinder 5A, sobald die Welle 3, welche durch die beidseits im Innenlamellenträger
15 abgestützten und zwischen ihr angeformten Federanlageflächen 35 eingeklemmte
Welle 3 genügend Drehwinkelversatz d bekommen hat, um die Radialbohrung im Innen]amellenträger
15 und die Auslaßbohrung des Kanals 8 in der Welle 3 in Deckung zu bringen und Radialbohrungen
bzw. Entlüftungskanal 9 zu verschließen. Die Blatt-Spreizfedern 18 benötigen bei
der radialen Uberdeckung durch den Axialvorsprung
32 des Ringzylindermantels
23 keine besondere Sicherung gegen Herausfallen, und es ist hier kein besonderes
Axialspiel von Welle 3 und Steuerelement 10 erfcrderlich. Bei der gezeigten Entlastungsstellung
der Kupplung 4 ist der Entlüftungskanal 9 geöffnet und die beiden Druckverbindungen
8A und 8B im Steuerelement 10 werden über den Druckkanal 8 durch Winkelversatz geschlossen.
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In Fig. 9 ist noch eine weitere Ausführungsform der Mcduliereinrichtung
dargestellt, bei welcher eine als Schraubenfeder ausgeführte Spreizfeder 18 unterhalb
des Axialvorsprungs 32 des Ringzylindermantels 23 auf der Welle 3 gegen das hier
wieder axial verschieblich vorgesehene Steuerelement 10 abgestützt sind. Dieses
verfügt auf seiner gegenüberliegenden Stirnseite über einen Steuernocken 16, der
bei ausreichenden Stellkräften an einer Rastierungskurve 16A entlangführbar ist,
die auf der kupplungsseitigen Stirnseite des Innenlamellenträgers 15 eingearbeitet
ist. Der in die Welle 3 eingelassene Druckkanal 8 wird durch das Steuerelement 10
erst geöffnet, wenn über die Viskosekupplung 7 die Rastierungskurve 16A so weit
verdreht und dabei das (auf nicht gezeigte Weise drehfest gehaltene) axial verschiebliche
hülsenförmige Steuerelement 10 so weit gegen die Spreizfeder 18 in Richtung Kupplung
4 verschoben ist, daß Kanal 9 geschlossen wird.
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In Fig. 10 ist nochmals die Anlehnung des hier mit dem Steuerelement
10 einstückigen Steuernockens 16 an der Rastierungskurve 16A und die Abstützung
der Spreizfeder 18 gezeigt.
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Allein durch entsprechende Ausführung der Rastierungskurve 16A an
die Ansprechcharakteristik der Reibkupplung 4 den Erfordernissen für die Reaktion
auf Drehzahldifferenz sehr einfach angepaßt werden. Da die Viskosekupplung 7 hier
lediglich als Signalgeber für Drehzahldifferenzen und Regelglied dient, während
der eigentliche Stelldruck für die Kupplung 4 von außerhalb gelegenen Druckmittelquellen
stammen kann, ist es möglich, die Viskosekupplung sehr klein und preiswert auszuführen.
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Bezugszeichen 1 Getriebegehäuse 2 Welle 3 Welle 4 Reibungskupplung
5 Kupplungskolben 5A Kupplungszylinder 6 Spreizeinrichtung 7 Viskosekupplung 8,
8A, 8B Druckmittelkanal von Pumpe 9, 9A, 9B Druckmittelkanal zu Kupplung 4 10 Steuerelement
11 Außenlamellen von 7 12 Gehäuse von 7 13 Kupplungsglocke 14 Innenlamellen von
7 15 Innenlamellenträger von 7 16 Steuernocken 16A Rastierungskurve 17 Wellenbund
bzw. Lagerinnenring 18 Spreizfeder 19 Entlüftungskanal 20 ölanschlußring 21 Ölanschlußstutzen
22 Keilverzahnung von 4 23 Ringzylindermantel von 4 24 Innenlamellenträger von 4
25 Kupplungsöffnungsfeder von 4 26 Reiblamellen von 4 27 Radialbohrung in 24 28
Überströmventil 29 Querbolzen 30 Queröffnung 31 Weitere Rückstellfeder von 10
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Axialvorsprung von 23 33 Radialbohrung in 10 34 Punktrastierung 35 Federanlagefläche
von 3 Drehwinkelversatz H Hub des Steuernockens 16 bzw. Querbolzens 29 K Kupplungsansprechkurve
L Wirklänge der Rastierungskurve 16A Drehzahldifferenz pst Steuerdruck
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